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Dokumentenidentifikation DE4237185C2 03.04.1997
Titel Vorrichtung zum Absperren von auf der Wasseroberfläche schwimmenden Verunreinigungen
Anmelder Künkel, Ulrich, 35239 Steffenberg, DE
Erfinder Künkel, Ulrich, 35239 Steffenberg, DE
Vertreter Zeitler & Dickel Patentanwälte, 80539 München
DE-Anmeldedatum 04.11.1992
DE-Aktenzeichen 4237185
Offenlegungstag 05.05.1994
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 03.04.1997
Veröffentlichungstag im Patentblatt 03.04.1997
IPC-Hauptklasse E02B 15/04
IPC-Nebenklasse B63B 38/00   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Absperren von auf einer Wasseroberfläche schwimmenden Verunreinigungen, insbesondere Öl, nach dem Oberbegriff des Hauptanspruches.

Eine derartige Absperrvorrichtung ist aus der GB 2 140 401 A bekannt. Bei dieser Vorrichtung sind im wesentlichen zwei Schläuche vorgesehen, wobei der untere Schlauch durch Bänder in eine ovale Form gezogen werden soll. Mit dem unteren, mit Wasser füllbaren Schlauch steht über eine Lasche ein herabhängendes engmaschiges Netz in Verbindung. Besonders nachteilig an dieser schlauchförmigen Ausgestaltung der Absperrvorrichtung ist die Tatsache, daß seitlich auftreffendes, durch Windkräfte in Wellen herangeführtes Öl durch die im Mittelbereich vertikale Ausrichtung der Schlauchwandung hochgeschleudert wird und dabei das Hindernis überwindet. Insbesondere bei schwerer See ist damit eine sichere Eingrenzung der Verunreinigungen somit nicht mehr gewährleistet.

Der Erfindung liegt dementsprechend die Aufgabe zugrunde, eine Absperrvorrichtung gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1 so auszubilden, daß die Gefahr des Übertretens der Verunreinigungen über die Absperrung wesentlich verringert wird.

Gelöst wird diese Aufgabe gemäß der Erfindung durch die im Kennzeichen des Hauptanspruches angegebenen Merkmale, wobei hinsichtlich bevorzugter Ausgestaltungen der Absperrvorirchtung auf die Merkmale der Unteransprüche verwiesen wird.

Nach der Erfindung ist zumindest die obere Kammer im Querschnitt dreieckförmig ausgebildet, wobei in der bestimmungsgemäßen Schwimmlage nur eine Spitze des dreieckförmigen Querschnittes nach oben gerichtet ist, derart, daß eine dammförmige Schrägfläche, ähnlich wie bei Deichen, gebildet ist. Hierdurch laufen sich, wie sich dies beim Deichbau als äußerst wirksam erwiesen hat, die Wellen tot, so daß ein Übertreten der Verunreinigungen auch bei schwerer See verhindert oder doch die Gefahr des Übertretens zumindest wesentlich verringert wird.

Die untere mit Wasser gefüllte Kammer sorgt für eine ruhige Lage der Ölsperre auch bei schwerem Seegang. Die obere luftgefüllte Kammer gewährleistet, daß die ölsperre stets aufrecht im Wasser schwimmt und verhindert durch die erfindungsgemäße Ausbildung des Querschnitts das Übertreten von Öl oder anderen Verunreinigungen. Durch diese Ausbildung kann man, etwa im Falle einer Tankerhavarie, auslaufendes Öl bei bis zu etwa 10 Windstärken eingrenzen, um es dann abzusaugen und zu entsorgen.

Es soll an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, daß im Laufe der nachfolgenden Beschreibung Öl lediglich als Beispiel einer auf dem Wasser aufschwimmenden Verunreinigung herangezogen wird. Auch andere schwimmfähige Stoffe, wie Farben, Lösungsmittel, geschäumte Kunststoffe und ähnliches, lassen sich durch die Vorrichtung gemäß der Erfindung sicher eingrenzen.

Es ist vorteilhaft, die obere und/oder die untere Kammer mit Unterteilungen zu versehen. Es wird hierdurch ein Mehrkammersystem geschaffen, welches die Sicherheit wesentlich erhöht. Für den Fall, daß eine Kammer etwa durch im Wasser schwimmende Gegenstände bei rauher See beschädigt wird, bleibt die Funktionsfähigkeit voll aufrechterhalten. Gemäß einer zweckmäßigen Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist die Schürze entlang ihrer unteren Begrenzung mit Gewichten versehen. Hierdurch wird die Wirksamkeit der Sperre noch wesentlich erhöht. Einerseits verbessern die Gewichte die Stabilität der Sperre, während andererseits gleichzeitig verhindert wird, daß ggf. ein Teil der Verunreinigungen unter der Sperre entkommt. Die Gewichte bestehen zweckmäßig aus Blei oder Bleischrot.

Der Schwimmkörper besteht vorteilhaft aus einem seewasserfesten und luftdichten beschwichteten Gewebe oder einer entsprechenden Kunststoff-Folie. Der Schwimmkörper läßt sich damit bei Nichtgebrauch raumsparend lagern und etwa in der Form von Rollen bereithalten.

Weitere Vorteile, Einzelheiten und erfindungswesentliche Merkmale ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung verschiedener Ausführungsbeispiele der erfindungsgemäßen Vorrichtung, unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen. Dabei zeigen im einzelnen:

Fig. 1 einen Querschnitt durch eine erste bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung mit dreieckförmiger Ausgestaltung der Kammern,

Fig. 2 einen Querschnitt durch die Vorrichtung gemäß einer anderen Ausführungsform, bei welcher die Kammern viereckig ausgebildet sind,

Fig. 3 einen Querschnitt durch die Vorrichtung gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Kammern und

Fig. 4 eine schematische Darstellung des Einsatzes der erfindungsgemäßen Vorrichtung.

Die Fig. 1 gibt den Querschnitt durch eine erste Ausführungsform des Schwimmkörpers gemäß der Erfindung wieder, der in seiner Gesamtheit mit der Bezugsziffer 10 versehen ist. Die im Querschnitt dreieckförmig ausgestaltete obere Kammer 11 ist mit einer vertikalen Unterteilung 12 versehen, wodurch die Unterkammern 11a und 11b gebildet werden. Für den Fall daß in rauher See eine der Kammern beschädigt wird, bleibt die Sperrfunktion nach wie vor erhalten. Die in der Kammer 11 befindliche Luft läßt den Schwimmkörper 10 auf dem Wasser 13 aufschwimmen, wobei im wesentlichen die obere Kammer 11 die Sperrfunktion für das Öl 14 bildet.

Die untere Kammer 15 ist mit Wasser gefüllt und sorgt somit für eine stabile und ruhige Lage des Schwimmkörpers 10. Um die Sperrwirkung zu erhöhen und die Stabilität noch zu verbessern, ist entlang der Unterkante der unteren Kammer 15 eine Schürze 16 angeordnet. Sie trägt an ihrem unteren Rand Gewichte 17, die etwa aus Bleistangen bestehen können. Andererseits kann auch entlang des unteren Randes der Schürze ein Hohlraum ausgebildet sein, der mit Bleischrot oder anderen spezifisch schweren Materialien in Pelletform gefüllt ist.

Als Material für die Herstellung des Schwimmkörpers 10 dient seewasserfest beschichtetes Gewebe, bzw. eine seewasserfeste Folie, was sowohl für die Außenhaut der Kammern 11 und 15 als auch für die Unterteilungen 12 und die Schürze 16 zutrifft.

Die Fig. 2 zeigt eine andere Ausgestaltungsform des Querschnittes des Schwimmkörpers 10. Die Funktion ist jedoch völlig die gleiche, so daß die Erläuterungen der anhand der Fig. 1 geschilderten Ausführungsform auch hier zutreffen. Die Kammern 11 und 15 sind im Querschnitt trapezförmig bzw. rechteckförmig ausgestaltet. Auch bei dieser Ausführungsform ist die Luftkammer 11 mit einer Unterteilung 12 versehen, zur Bildung von Unterkammern 11a und 11b. Die mit Wasser gefüllte untere Kammer 15 stellt einen ruhenden Block dar, wodurch die Stabilität der Sperre erhöht wird.

Bei dieser Ausgestaltung ist entlang jeder unteren Seitenkante jeweils eine Schürze 16 angeordnet, die jeweils durch Gewichte 17 gestrafft und in vertikaler Ausrichtung gehalten werden. Die dem abzugrenzenden Öl 14 abgewandte Schürze ist mit (nicht dargestellten) Vertikalschlitzen versehen, um zu verhindern, daß bei rauher See sich unter der unteren Kammer 15 ein Luftpolster bildet, welches der Stabilität abträglich sein könnte.

Schließlich zeigt die Fig. 3 einen Querschnitt durch eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Absperrvorrichtung. Der Unterschied zu der anhand der Fig. 1 beschriebenen Ausführungsform liegt darin, daß die obere Kammer mit mehreren Unterteilungen versehen ist, wodurch eine Mehrzahl von Unterkammern 11a bis 11d gebildet wird. Auch die untere Kammer besitzt eine Unterteilung 18, so daß zwei Teilkammern 15a und 15b entstehen. Diese Ausführungsform eignet sich für besonders rauhen Einsatz, wobei selbst dann wenn mehrere Kammern beschädigt werden, die Absperrfunktion nach wie vor erhalten bleibt.

Die Fig. 4 zeigt in einer schematischen Darstellung den Einsatz der erfindungsgemäßen Absperrvorrichtung. Das aus einem Tank aus laufende Öl 14 breitet sich auf der Wasseroberfläche aus und wird durch einzelne Abschnitt des Schwimmkörpers 10 umhüllt. Diese Abschnitte können jeweils eine Länge von 10, 50 oder 100 m besitzen. Somit ist die Länge der Hüllkurve beliebig anpaßbar. Für den Gebrauch auf hoher See können jedoch die Abschnitte eine Länge von bis zu etwa 1000 m besitzen.

Es soll an dieser Steile ausdrücklich angegeben werden, daß es sich bei der vorangehenden Beschreibung lediglich um eine solche beispielhaften Charakters handelt und daß verschiedene Abänderungen und Modifikationen möglich sind, ohne dabei den Rahmen der Erfindung zu verlassen. Dies betrifft einerseits die Querschnittsausgestaltung, die unterschiedliche Formen annehmen kann, die Verwendung bestimmter Materialien für die Herstellung des Schwimmkörpers 10 wie auch den Einsatz zum Absperren unterschiedlichster auf dem Wasser aufschwimmender Stoffe.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum Absperren von auf einer Wasseroberfläche schwimmenden Verunreinigungen, insbesondere Öl, mittels eines Schwimmkörpers, der mindestens zwei übereinander angeordnete Kammern umfaßt, wobei die obere mit Luft und die untere mit Wasser anfüllbar ist und die untere Kammer eine nach unten gerichtete Schürze trägt, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest die obere Kammer (11) im Querschnitt dreieckförmig ausgebildet ist, wobei in der bestimmungsgemäßen Schwimmlage nur eine Spitze des dreieckförmigen Querschnittes nach oben gerichtet ist, derart, daß eine dammförmige Schrägfläche, ähnlich wie bei Deichen, gebildet ist.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die obere und/oder die untere Kammer (11, 15) Unterteilungen (12, 18) aufweisen.
  3. 3. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Schürze (16) entlang ihrer unteren Begrenzung mit Gewichten (17) versehen ist.
  4. 4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Gewichte (17) aus Blei bestehen.






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