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Dokumentenidentifikation DE4411824C2 03.04.1997
Titel Urinier-Hilfe
Anmelder Jahn, Klara, 14059 Berlin, DE;
Soerensen, Michael, 10553 Berlin, DE
Erfinder Jahn, Klara, 14059 Berlin, DE;
Soerensen, Michael, 10553 Berlin, DE
DE-Anmeldedatum 31.03.1994
DE-Aktenzeichen 4411824
Offenlegungstag 14.09.1995
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 03.04.1997
Veröffentlichungstag im Patentblatt 03.04.1997
IPC-Hauptklasse A61F 5/455
IPC-Nebenklasse A47K 17/00   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Urinier-Hilfe der im Oberbegriff des Anspruchs 1 genannten Art.

Herkömmliche Toiletten sind im allgemeinen so konstruiert, daß Frauen das Urinieren auf dem Toilettenrand sitzend verrichten. Dieser Sachverhalt ist insbesondere auf öffentlich zugänglichen Toiletten ein Problem. Die Folge ist oftmals, daß die Frauen in Hockstellung urinieren, um den Kontakt zwischen der Toilette und dem Körper sowie der Kleidung zu vermeiden. Bei einer direkten Kontaktaufnahme besteht das erhöhte Risiko einer Infektion. Die Folge des Urinierens aus unsicherer und unbequemer Hockstellung läßt keine kontrolliert-gezielte Urinabgabe zu und führt leicht zur Verunreinigung der Kleidung und des Toilettenbereiches.

Zwischenlagen aus Papier oder Kunststoff, die vom Benutzer einzeln und lose auf den Toilettenrand aufgelegt werden, stellen keine zufriedenstellende Lösung dar, weil sie leicht verrutschen oder nur Teile abdecken und nicht hinreichend fixiert werden können. Ferner können sie bei stark verschmutzten Toiletten ihre Wirkung gänzlich verfehlen. Toilettenkonstruktionen mit automatisiertem Wechsel eines Schutzbezugs, der über den Toilettenrand gezogen wird, stellen einen großen technischen und damit kostenintensiven Aufwand dar.

Für Behinderte, die auf den Rollstuhl angewiesen sind, stellt sich das Problem der Infektionsgefährdung auf öffentlichen Toiletten in besonderer Weise. Im allgemeinen sind behindertengerechte Toiletten auf die Erreichbarkeit mit Rollstühlen ausgelegt, erfordern aber auch zum Urinieren die Sitzhaltung mit direktem Körperkontakt zur Toilette, wobei der Behinderte sich unter großem Kraftaufwand aus dem Rollstuhl auf die Toilette und wieder zurück bewegen muß.

Urinalvorrichtungen sind u. a. aus dem Bereich des Krankenhauses und als medizinische Hilfsmittel in unterschiedlichen Ausführungen bekannt.

So beschreibt z. B. die Patenschrift DE 37 38 356 C2 eine Urinableitungsvorrichtung für harninkontinente weibliche Personen, die an dem die äußeren Schamlippen umgebenden Hautbereich der Trägerin angeordnet ist und mittels Klebeschicht befestigt wird. Ferner bekannt ist eine Vorrichtung zum Auffangen von Harn infolge Inkontinenz und dgl. unter Verwendung eines Auffangbeutels und eines mit diesem verbundenen Sammelbeutels für weibliche Personen (G 80 23 155.6).

Für männliche Patienten vorgesehen sind Urinalvorrichtungen (Patentschrift DE 32 36 396 C2), die am Penis zu fixieren sind.

Zum Auffangen und Sammeln von Urin bei Patienten sind auch hosenartige Wegwerfkleider (Europäische Patentanmeldung 91108437.4) und Urinsammelbehälter für insbesondere auf den Rollstuhl angewiesene Frauen (GM 84 13 852) bekannt.

Die obengenannten Urinalvorrichtungen sind entweder auf spezielle Krankheitsbilder ausgerichtet, meist dauerhaft zu tragen und sind dadurch material- und kostenintensiv herzustellen. Darüber hinaus ist ihre Handhabung verhältnismäßig aufwendig.

Diese Konstruktionen stellen für den Alltagsgebrauch, insbesondere auf öffentlichen Toiletten, keine hinreichenden Problemlösungen dar.

Aufgabenstellung

Der Erfindung liegt demgegenüber die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zu schaffen, die im wesentlichen für Frauen aus im wesentlichen aufrechter Standposition zu benutzen ist, die in ihrer Erscheinung möglichst einfach, in ihrer Funktion schnell erfaßbar und in ihrer Benutzung sicher ist. Die Vorrichtung soll sich an einen weiten Personenkreis wenden, der Frauen nahezu jeden Alters, aber auch weitere Personenkreise einschließt. Die Vorrichtung soll aus einem großen Materialspektrum zu fertigen sein, so daß die Vorrichtung sowohl als industrieller Einweg-Massenartikel, als auch als z. B. besonders haltbarer (oder komfortabler, ect.) Gebrauchsgegenstand ausformbar ist. Ebenso soll durch die Vorrichtung ein neues Produkt beschrieben sein, das durch Vermeidung von komplexen oder anderweitig aufwendigen Produktionsvorgängen, insbesondere in Bezug auf Zahl, Art und Kombination von Materialien und Produktionsabläufen, weitere Vorteile gegenüber bestehenden Lösungen herausstellt.

Weitere wesentliche Aufgabenschwerpunkte sind die Erzielung eines hohen Benutzungskomforts, die besondere Berücksichtigung der Umfeldhygiene sowie die Bereitstellung für Meßzwecke.

Würdigung bestehender Druckschriften, die mit der Aufgabenstellung in Zusammenhang stehen

[7] EP 05 94 253 A1 zeigt eine röhrenförmige, an den Genitalbereich einer Benutzerin angepaßte Vorrichtung in konischer Ausformung, mit schräger großer Eintrittsöffnung und einer kleinen Auslaßöffnung, hergestellt aus flexiblem Material. In Bezug auf die Vorrichtung werden Kleidungsstücke beschrieben, die den Gebrauch der Vorrichtung erleichtern.

[8] US 46 81 573 beschreibt eine Vorrichtung in schräg-konischer Form, die temporär flüssigkeitsresistent ist und aus faltbarem Material besteht. An der Oberseite der Vorrichtung befinden sich Handgriffe.

[9] US 39 64 111 beschreibt eine zweiteilige Vorrichtung. Sie besteht aus einem äußeren flexiblen Urinleitungsapparat mit einer geweiteten Einlaßöffnung mit dickwulstigem oberen Rand und einer engen Austrittsöffnung, sowie aus einem Einlege-Element (disposable liner), das die innere Oberfläche des äußeren Apparats auskleidet.

[10] US 47 51 751 beschreibt eine trichterförmige Vorrichtung aus faltbarem Einwegmaterial mit einer geschwungenen oberen Einlaßöffnung.

[11] US 53 33 330 beschreibt eine weitere faltbare Vorrichtung mit einem trichterförmigen Element, welches im Einlaufbereich den Genital-Bereich einer Benutzerin umschließt, und einem daran anschließenden rohrförmigen Auslaufbereich.

[12] EP 01 58 602 beschreibt ebenfalls eine faltbare Vorrichtung mit einem Haltgriff, die aus einem zentralen Teil zum Auffangen des Urins besteht. Der Urin wird vom Benutzer weggeleitet. Sie besteht aus flexiblem Einwegmaterial.

[13] US 46 08 046 beschreibt eine faltbare Vorrichtung, die zwischen die Labien der Benutzerin zu führen ist und durch Hand-Druck-Bewegung zu einer Röhrenform entfaltet wird.

[14] US 28 78 486 beschreibt eine faltbare, konisch zulaufende Vorrichtung mit einem Fließkanal und einer größeren Einlaßöffnung, deren innere Oberfläche wasserabweisend ausgeführt ist und die eine finnenartige Falte besitzt, an der die Vorrichtung während der Benutzung gehalten wird.

[15] CH 591 238 A5 beschreibt eine Vorrichtung, die durch ein längliches, an der Oberseite offenes Auffangbecken und durch eine röhrenförmige, am Ende des Beckens ansetzende Ablaufleitung gekennzeichnet ist, sowie ein Polster mit saugfähigem Material enthält.

Die oben genannten Druckschriften beschreiben Urinierhilfen für Frauen zum Urinieren in aufrechter Standposition, indem sie Vorrichtungen zum Auffangen und Fortleiten des Urins angeben, die im wesentlichen trichter- und/oder rohrförmiger Art sind.

Einige dieser Lösungsvorschläge sind jedoch aufwendig in der Herstellung, indem sie mehrteilig auszuführen sind [9], [11], aufwendige Schnitt- und/oder Faltvorgänge erfordern [8], [10], [11], teilweise mit kombinierten links/rechts Faltungen [12], [14]. Desweiteren sind einige der Lösungsvorschläge benutzerunfreundlich, -unsicher und/oder stellen sogar durch die vorgegebene Art der Anwendung ein mögliches Gesundheitsrisiko für die Benutzerin dar [13]. Darüberhinaus stellt keine der bisher bekannten Urinierhilfen eine zufriedenstellende Lösung in Bezug auf die Hygiene des Umfeldes dar. Desweiteren ist bisher keine Lösung der eingangs genannten Aufgabenstellung in Bezug auf die Integration von medizinischen und anderen physikalischen und/oder chemischen, biologischen ect. Meßeinrichtungen angegeben worden.

Diese Aufgabe wird bei einer Urinier-Hilfe der eingangs genannten Art erfindungsgemäß entsprechend den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Vorzugsweise Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen. Die Erfindung betrifft eine Urinal-Vorrichtung, vorzugsweise für Frauen, zum Auffangen, Ableiten und Bündeln von Urin und wird nachstehend in verschiedenen Ausführungsbeispielen in Zusammenhang mit den Zeichnungen beschrieben.

Es zeigt:

Fig. 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel der Erfindung speziell nach Anspruch 1 und 2, bei dem an der Austrittsöffnung (4) eine Flüssigkeitslenkvorrichtung (8) in streifen- oder fadenförmiger Art zur Bündelung des Fließstrahles ausgebildet ist.

Fig. 2 zeigt ein Ausführungsbeispiel der Erfindung speziell nach Anspruch 3, bei dem die Flüssigkeitslenkeinrichtung (8) als Meßeinrichtung (15) ausgeführt ist.

Fig. 3 zeigt ein Ausführungsbeispiel der Erfindung speziell nach Anspruch 4, bei dem ein flüssigkeitsabsorbierendes Element (14) an der Unterseite des Fließkanals (3) angefügt bzw. integriert ist, das z. B. bei der Ausführung der Urinier-Hilfe aus Papier zum einmaligen Gebrauch, der Aufnahme am Körper verbliebener Urintropfen nach Beendigung des Urinierens dient.

Fig. 4 zeigt ein Ausführungsbeispiel der Erfindung speziell nach Anspruch 8, wobei die Seitenflächen der Vorrichtung durch zwei Auffangschutzelemente (7) in Form von Dichtungen ergänzt sind, die ein seitliches Austreten des Urins verhindern.

Fig. 5 zeigt ein Ausführungsbeispiel der Erfindung speziell nach Anspruch 9, bei dem die Austrittsöffnung (4) mit einem Adapterelement (10) versehen ist, das insbesondere zum Anfügen eines Schlauches oder Behälters geeignet ist.

Fig. 6 zeigt ein Ausführungsbeispiel der Erfindung speziell nach Anspruch 10, wobei an der Austrittsöffnung (4) ein Speichermedium (11) angefügt ist.

Fig. 7 zeigt ein Ausführungsbeispiel der Erfindung speziell nach Anspruch 11, das über zwei Haltevorrichtungen (12) in Form von Mulden verfügt, die jeweils seitlich am Fließkanal (3) angeordnet sind.

Fig. 8 zeigt ein Ausführungsbeispiel der Erfindung speziell nach Anspruch 12, wobei die Haltevorrichtung (12) an einer vorne hochgezogenen Wölbungskante ansetzt und an seinem Ende als Verbindungselement (13) in Form eines Klettelementes ausgeführt ist, die für die Zeit der Nutzung an der Bekleidung zu befestigen ist.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung dient der gelenkten und zielgenauen Translokation des Urins vor allem aus sicherer Standposition und mit Sichtkontakt auf den Zielort.

Die Urinier-Hilfe wird im allgemeinen mit einer Hand haltend, direkt oder in geringem Abstand am äußeren Genitalbereich angelegt und schräg nach vorne-unten, vom Körper der Benutzerin weggehalten. Mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird der ungerichtete, aufgespreizte Urinstrahl an der Austrittsstelle des weiblichen Körpers, in einen gerichteten, kontrollierbaren Strahl umgeformt. Der Harnstrahl wird unmittelbar am Körper aufgefangen (1) und weggeleitet (3). Der Austrittspunkt (4) des Urinstrahls ist damit um die Länge der Urinier-Hilfe vom Körper weg verlagert. Durch eine Flüssigkeitslenkvorrichtung wird der Urinstrahl nach verlassen der Urinierhilfe weiterhin gebündelt, wodurch die Umfeldhygiene sichergestellt wird. Es wird ein direkter Körperkontakt mit dem Urinauffangbecken vermieden und überflüssig. Dies verringert erheblich die Gefahr von Kontaktinfektionen, die bei einer Berührung mit dem Toilettenbecken entstehen können. Die Urinier-Hilfe ordnet sich als Produkt in den Bereich der Intim-Hygiene ein. Sie löst das erhebliche Problem des Unwohlbefindens, insbesondere beim Aufsuchen öffentlicher Bedürfnisanstalten, auf hygienische und ästhetisch ansprechende Weise.

Beschreibung der Zeichnungen

Fig. 1 zeigt eine Ausführungsform mit einer Flüssigkeitslenkvorrichtung (8) zur Bündelung des Fließstrahls an der Austrittsöffnung (4). Die Flüssigkeitslenkvorrichtung (8) gewährleistet, daß der Urinstrahl auch nach Verlassen der Austrittsöffnung (4) weiterhin einen gerichteten Verlauf nimmt. Das verhindert Verunreinigungen insbesondere im Umfeld der Toilette bzw. dem Pissoir.

Das in Fig. 2 gezeigte Ausführungsbeispiel zeigt die Flüssigkeitslenkvorrichtung (8) als Meßeinrichtung (15), hier einen medizinischen Teststreifen, der durch die Benutzung der Vorrichtung mit Urin befeuchtet wird. Urin-Teststreifen finden vielfache Verwendung in der medizinischen Diagnose, bei Kontrolluntersuchungen im Bereich des Sports, zum Schwangerschaftsnachweis u.ä. Ein weiteres, nicht dargestelltes Ausführungsbeispiel weist zumindest eine Halterungseinrichtung zur Aufnahme von Teststreifen auf.

In Fig. 3 ist der erfindungsgemäßen Vorrichtung auf der Außenseite des Fließkanals (3) ein flüssigkeitsabsorbierendes Element (14) angefügt. Nach Beendigung des Urinierens kann durch einfaches Herumdrehen der Vorrichtung dieses saugfähige Element (14) zur Aufnahme am Körper verbliebener Urintropfen benutzt werden. Das flüssigkeitsabsorbierende Element (14) kann als integrativer Bestandteil der gesamten Vorrichtung ausgeführt sein, insbesondere bei einer Ausführung aus Papier zum einmaligen Gebrauch, wobei der Fließkanal (3) in seiner Funktion nicht beeinträchtigt sein darf. Eine weitere, nicht dargestellte Ausführungsform, beinhaltet flüssigkeitsabsorbierende Elemente (14) an verschiedenen Positionen der Außenfläche der erfindungsgemäßen Vorrichtung. Weiter, nicht dargestellt, ist eine Ausführungsform, die flüssigkeitsabsorbierende Elemente mit abziehbaren Schutzfolien vorsieht, die nach dem Urinieren entfernt werden, um das flüssigkeitsabsorbierende Element (14) freizulegen.

Die in Fig. 4 dargestellte Ausführungsform beinhaltet lippenförmig ausgebildete Dichtungselemente als Auffangschutz (7) an der Eintrittsöffnung (1), die vorzugsweise seitlich angebracht sind. Als weitere Ausführungsform, hier nicht dargestellt, kommt beispielsweise auch ein ringförmig umlaufendes Auffangschutzelement (7) in Betracht. An der Eintrittsöffnung (1) angeformte Auffangschutzelemente (7) stellen eine zusätzliche Sicherheit dar, die ein Übertreten von Urin über die Wölbungskanten verhindern. Als Material sind sowohl herkömmliche Dichtungsmaterialien wie Gummi als auch geschäumte Kunststoffe denkbar, die darüberhinaus einen körperfreundlichen Kontakt zulassen.

In Fig. 5 ist der Austrittsöffnung (4) ein Adapterelement (10) angefügt. Ein vorzüglicher Anwendungsbereich bietet sich in der Medizin, indem der Urinstrahl nach passieren der Meßeinrichtung (15) an weitere externe Meßeinrichtungen und/oder Auffangbehälter weitergeleitet werden kann. Eine weitere, vorzügliche Anwendung für die erfindungsgemäße Vorrichtung mit einem Adapterelement (10) bietet sich im Bereich öffentlicher Toiletten bzw. Pissoirs. Besonders kostengünstig und einfach zu konstruieren sind Pissoirs, die auf den Anschluß an die erfindungsgemäße Vorrichtung mit einem Adapterelement (10) ausgerichtet sind und einen frei fallenden Urinstrahl ausschließen.

Fig. 6 zeigt ein Ausführungsbeispiel mit angefügtem Speichermedium zum Auffangen und temporären Sammeln von Urin. Diese Ausführungsform bietet sich für den persönlichen Gebrauch für unterwegs an, wie beispielsweise im Auto.

Die in Fig. 7 dargestellte Ausführungsform weist an den lateralen Seiten der erfindungsgemäßen Vorrichtung zwei Haltvorrichtungen (12) auf. Diese können in Form von Mulden oder Wulsten ausgestaltet, integrativer Bestandteil der Gesamtform sein. Eine weitere Ausführungsform (hier nicht dargestellt) besteht in der Möglichkeit, die Haltevorrichtungen (12) als ein oder mehrere angefügte Elemente auszuführen.

Wie in Fig. 8 gezeigt, kann die erfindungsgemäße Vorrichtung mit einer Haltevorrichtung (12) und Klettverbindungselement (13) ausgestattet sein. Das Verbindungselement (13) nimmt mechanischen Kontakt mit Teilen der Bekleidung auf und ersetzt dadurch das Festhalten mit der Hand. Eine weitere, hier nicht dargestellte Ausführungsform weist mehrere dieser Haltevorrichtungen (12) auf, die vorzugsweise an oder unweit der Eintrittsöffnung (1) angeordnet sind.

Die einfache Konstruktion, auf der die Erfindung basiert, die im Vergleich zu bereits bekannten Lösungsansätzen,insbesondere ohne aufwendige und kostenintensive Verbindungs- und Dichtungselemente auskommt, stellt eine Lösung dar, die eine sichere und unkomplizierte Anwendung ermöglicht und ein hohes Maß an Alltagstauglichkeit aufweist. Die einfache und kostengünstige Herstellbarkeit sowie die leichte, raumsparende und unempfindliche Bauweise z. B. aus Papier erlauben die Produktion in großen Stückzahlen zu geringen Kosten. Die Urinier-Hilfe fügt sich nahtlos in die industriellen Herstellungsprozesse und bestehenden Vertriebsnetze ein.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung richtet sich an einen weit gestreuten Anwenderkreis, der über den Schwerpunkt Frauen deutlich hinaus geht. Die Urinier-Vorrichtung kann ebenfalls auf einfache Art und Weise von Behinderten im Rollstuhl, insbesondere von Frauen, genutzt werden. Sie verschieben dabei lediglich ihre Sitzposition nach vorne um mittels der Urinier-Hilfe den Urinfluß zu kanalisieren und in ein geeignetes Gefäß oder in ein niedrig montiertes Pissoir zu leiten. So kann die Urinier-Hilfe einen großen Beitrag zur Mobilität und Integration der Behinderten, die auf den Rollstuhl angewiesen sind, leisten.

Die Urinier-Hilfe, auf der Außenseite bedruckt, stellt desweiteren einen einzigartigen und ebenfalls kostengünstigen Werbe- und Informationsträger dar, der sich u. a. zur gesundheitlichen Aufklärung eignet.

Bezugszeichenliste

1 Einlaßöffnung

3 Fließkanal

4 Austrittsöffnung

7 Auffangschutzelement

8 Auslaßeinrichtung zur Bündelung des Fließstrahles

10 Adapterelement

11 Speichermedium

12 Haltevorrichtung

13 Verbindungselement

14 flüssigkeitsabsorbierendes Element

15 Meßeinrichtung


Anspruch[de]
  1. 1. Urinierhilfe für Frauen, zur einmaligen Benutzung, ausgestattet mit einem Einlaßbereich, der eine Einlaßöffnung (1) aufweist und konisch auf einen Auslaßbereich mit einer Auslaßöffnung (4) zur Bildung eines Fließkanals (3) für den Urin zuläuft, mit einer Auslaßöffnung (4), die kleiner ist als die Einlaßöffnung (1), wobei die in Gebrauchsstellung tiefste Seite der Urinierhilfe eine Kante als Flüssigkeitslenkvorrichtung aufweist, in deren Bereich die Urinierhilfe ihre größte Längsausrichtung aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß der Fließkanal (3) mit zumindest einer zusätzlichen Flüssigkeitslenkvorrichtung (8) ausgestattet ist.
  2. 2. Eine Urinierhilfe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die zusätzliche Flüssigkeitslenkvorrichtung (8) als Streifen oder Faden ausgeführt ist.
  3. 3. Eine Urinierhilfe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die zusätzliche Flüssigkeitslenkvorrichtung (8) als Meßeinrichtung (15) ausgeführt ist.
  4. 4. Eine Urinierhilfe nach zumindest einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest ein flüssigkeitsabsorbierendes Element (14) an der Außenseite des Fließkanals (3) angefügt ist.
  5. 5. Eine Urinierhilfe nach zumindest einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß eine Mehrzahl von geraden Linien, die sich von der Einlaßöffnung (1) zur Austrittsöffnung (4) erstrecken, entlang derer Falten oder Kerben verlaufen.
  6. 6. Eine Urinierhilfe nach zumindest einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Einlaßöffnung (1) in Gebrauchsstellung seitlicher Ansicht in S-bogenförmiger Kontur abgeschlossen ist.
  7. 7. Eine Urinierhilfe nach zumindest einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich der Einlaßöffnung (1) zumindest ein zusätzliches Auffangschutzelement (7) zur Abdichtung der Vorrichtung gegen den Körper einer Benutzerin angefügt ist.
  8. 8. Eine Urinierhilfe nach zumindest einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß dem Fließkanal (3) an seiner Auslaßöffnung (4) im Bereich der zusätzlichen Flüssigkeitslenkvorrichtung (8) ein zusätzliches Adapterelement (10) vorgesetzt ist zum Anschluß an ein Flüssigkeitsspeichermedium (11).
  9. 9. Eine Urinierhilfe nach zumindest einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß sie über mindestens eine Haltevorrichtung (12) zum Festhalten der Urinier-Hilfe verfügt.
  10. 10. Eine Urinierhilfe nach zumindest einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Haltevorrichtungen (12) mittels geeigneter Gegenstücke (13) an der Bekleidung der Benutzerin fixierbar sind.
  11. 11. Eine Urinierhilfe nach zumindest einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Haltevorrichtungen (12) als Tragevorrichtung um den Körper einer Benutzerin befestigbar sind.
  12. 12. Eine Urinierhilfe nach zumindest einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Urinier-Vorrichtung zumindest in Teilen in eine Ebene faltbar ist.






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