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Dokumentenidentifikation DE69215749T2 03.04.1997
EP-Veröffentlichungsnummer 0513545
Titel In der Schmelze verarbeitbares Polyester-Amid das eine anisotrope Schmelze bilden kann
Anmelder Hoechst Celanese Corp., Somerville, N.J., US
Erfinder Cherylyn, Lee, Basking Ridge, New Jersey, US;
Larry, F. Charbonneau, Mendham, New Jersey, US
Vertreter Patentanwälte von Kreisler, Selting, Werner et col., 50667 Köln
DE-Aktenzeichen 69215749
Vertragsstaaten DE, FR, GB, NL
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 16.04.1992
EP-Aktenzeichen 921066072
EP-Offenlegungsdatum 19.11.1992
EP date of grant 11.12.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 03.04.1997
IPC-Hauptklasse C08G 69/44

Beschreibung[de]
Technisches Gebiet

Die vorliegende Erfindung bezieht sich allgemein auf hochleistungsfähige flüssig-kristalline Polyesterharze und insbesondere auf ein in der Schmelze verarbeitbares Polyesteramid, das zur Bildung einer anisotropen Schmelze befähigt ist, welches aus 4-Oxybenzol-, 6-Oxy-2-naphthoyl-, Terephthaloyl-, Biphenol-Struktureinheiten und einer aromatischen Struktureinheit abgeleitet ist, die zur Bildung einer Amidbindung befähigt ist.

Hintergrund der Erfindung

Flüssig-kristalline oder thermotrope Polyester, die zur Bildung einer anisotropen Schmelze befähigt sind, sind bekannte Hochleistungsmaterialien, die zur Herstellung von Folien, Fasern, geschmolzenen Gegenständen und ähnlichen Dingen brauchbar sind. Während diese Materialien, verglichen mit gebräuchlich Harzen, typischerweise eine überlegene Temperaturbeständigkeit und überlegene mechanische Eigenschaften aufweisen, lassen sie sich aufgrund einer Neigung zur schweren Bearbeitbarkeit - wenn die Zusammensetzung nicht sorgfältig gesteuert wird - oft schwierig synthetisieren und in der Schmelze verarbeiten, oder alternativ können erwünschte Eigenschaften - wie oben erwähnt - fehlen, wenn das Verhältnis und/oder die Auswahl von Komponenten nicht innerhalb kritischer Bereiche liegt.

Es wurden verschiedenartige Versuche unternommen, um die Verarbeitbarkeit und/oder die mechanischen Eigenschaften flüssig-kristalliner Polyester zu verbessern, einschließlich durch den Einbau von Amid-Bindungen in derartige Polymere.

US-A-4 282 842 offenbart Poly(esteramide), die aus einer aromatischen Dicarbonsäure, Ethylenglycol und einer p-Acylaminobenzoesäure hergestellt wurden. Eine ähnliche Offenbarung ist die japanische Patentveröffentlichung 54-125271. Die europäische Patentanmeldung Nr. 79 301 276.6 (Veröffentlichungsnummer 0 007 715) offenbart in der Schmelze verarbeitbare faserbildende Poly(esteramide), umfassend Reste eines oder mehrerer Aminophenols(e), die aus p-Aminophenol und p-N- Methylaminophenol ausgewählt sind, und Reste einer oder mehrerer Dicarbonsäure(n). Das offenbarte Poly(esteramid) enthält ein Gleichgewicht linearer difunktioneller Reste und unsymmetrischer difunktioneller Reste, die von entweder den Aminophenolen oder deren Säuren abgeleitet sind. Die linearen difunktionellen Reste und die unsymmetrischen difunktionellen Reste sind so ausgewählt, daß ein Produkt erhalten wird, das unterhalb seiner Zersetzungstemperatur schmilzt und in der Schmelze eine optische Anisotropie aufweist.

US-A-3 859 251 offenbart ein Poly(esteramid), das 50 bis 100 Mol-% der Struktureinheit umfaßt, die aus einer acylischen aliphatischen Dicarbonsäure abgeleitet ist.

US-A-3 809 679 offenbart Poly(esteramide), bestehend aus 10 bis 90 Mol-% repetierender Struktureinheiten, die aus einem Dicarbonsäuredihalogenid und einer Dihydroxy-Verbindung einer spezifizierten Formel abgeleitet sind, und 10 bis 90 Mol-% repetierender Struktureinheiten, die aus einem Dicarbonsäuredihalogenid und einer Diamino-Verbindung einer spezifizierten Formel abgeleitet sind. Die beschriebenen Poly(esteramide) schließen spezifischerweise Struktureinheiten aus, die aus aromatischen Hydroxysäuren wie der 6-Oxy-2-naphthoyl-Struktureinheit, die in dem Poly(esteramid) der vorliegenden Erfindung eingeschlossen ist, abgeleitet sind.

US-A-4 330 457 offenbart in der Schmelze verarbeitbare Poly(esteramide), die zur Bildung einer anisotropen Schmelzphase befähigt sind, welche von 6-Hydroxy-2-naphthoesäure, Dicarbonsäure und aromatischem Monomer abgeleitet sind, das zur Bildung einer Amidbindung befähigt ist. Das sich ergebende Poly(esteramid) weist eine Schmelztemperatur von weniger als etwa 400 ºC auf.

Andere Poly(esteramide) sind in US-A-4 966 956, 4 355 132 und 4 339 375 offenbart. Das Patent US-A-4 966 956 lehrt ein Vierkomponenten-Poly(esteramid), das 4-Oxybenzoyl-, Biphenol- Struktureinheiten, ein Amid-bildendes Monomer und entweder Terephthaloyl- oder Isophthaloyl-Struktureinheiten einschließt.

US-A-4 473 682 offenbart in der Schmelze verarbeitbare Polyester, die zur Bildung einer anisotropen Schmelze befähigt sind, umfassend eine relativ geringe Konzentration einer 6-Oxy-2-naphthoyl-Struktureinheit, 4-Oxybenzoyl-Struktureinheit, 4,4'-Dioxybiphenyl-Struktureinheit und Terephthaloyl- Struktureinheit. Dieser Polyester bildet eine atypisch gut zu bearbeitende anisotrope Schmelzphase.

US-A-4 351 917 offenbart ein in der Schmelze verarbeitbares Poly(esteramid), das zur Bildung einer anisotropen Schmelzphase befähigt ist, welches aus einer 6-Hydroxy-2-naphthoesäure, einer aromatischen Struktureinheit, die eine Amidbindung bilden kann, und gegebenenfalls anderen aus einer aromatischen Hydroxysäure abgeleiteten aromatischen Struktureinheiten, abgeleitet ist.

US-A-4 351 918 zeigt ein in der Schmelze verarbeitbares Poly(esteramid), das eine anisotrope Schmelzphase bilden kann, welches aus einer 6-Hydroxy-2-naphthoesäure, einer anderen aromatischem Hydroxysäure, carbocyclischen Dicarbonsäure und aromatischen Monomeren, die zur Bildung einer Amidbindung befähigt sind, abgeleitet ist.

Kurzbeschreibung der Erfindung

Es wurde gefunden, daß Zusammensetzungen gemäß der vorliegenden Erfindung eine einzigartige Kombination von Temperaturbeständigkeit, mechanischen Eigenschaften und Verarbeitbarkeit bei relativ niedriger Temperatur haben.

In der Schmelze verarbeitbares Poly(esteramid), das zur Bildung einer anisotropen Schmelzphase bei einer Temperatur unterhalb von 400 ºC befähigt ist, welches repetierende Struktureinheiten I, II, III, IV und V aufweist, und worin:

worin Ar eine zweiwertige Struktureinheit ist, die wenigstens einen aromatischen Ring enthält; Y und Z unabhängig voneinander aus der Gruppe ausgewählt sind, die aus O, NH und NR besteht, mit der Maßgabe, daß wenigstens ein Rest aus der Gruppe ausgewählt ist, die aus NH oder NR besteht, worin R ein Alkylrest oder ein Arylrest mit 1-6 Kohlenstoffatomen ist; und V der Rest einer aromatischen Dioyl-Vorstufe ist; und worin das Poly(esteramid) 1 bis 15 Mol-% der Struktureinheit I, 20 bis 70 Mol-% der Struktureinheit II, 5 bis 40 Mol-% der Struktureinheit III, 1 bis 20 Mol-% der Struktureinheit IV und 5 bis 40 Mol-% der Struktureinheit V enthält.

Typischerweise enthalten die Zusammensetzungen 2,5 bis 10 Mol-% der Struktureinheit I, 20 bis 70 Mol-% der Struktureinheit II, 5 bis 25 Mol-% der Struktureinheit III, 2,5 bis 15 Mol-% der Struktureinheit IV und 2,5 bis 15 Mol-% der Struktureinheit V. Eine bevorzugte Zusammensetzung enthält 2,5 bis 7,5 Mol-% der Struktureinheit I, wenigstens 50 Mol-% der Struktureinheit II, 5 bis 20 Mol-% der Struktureinheit III, 2,5 bis 10 Mol-% der Struktureinheit IV und 15 bis 25 Mol-% der Struktureinheit V.

Eine bevorzugte Struktureinheit IV ist:

, die aus p-Aminophenol, oder N-Acetyl-p-aminophenol abgeleitet ist.

Die Struktureinheit V ist am meisten bevorzugt eine Terephthaloyl-Struktureinheit, sie kann aber aus der Gruppe, bestehend aus Isophthaloyl, Terephthaloyl oder deren Mischungen, ausgewählt werden.

Das in der Schmelze verarbeitbare Poly(esteramid) gemäß der vorliegenden Erfindung kann eine anisotrope Schmelzphase unterhalb von 350 ºC bilden und in der Schmelze im Temperaturbereich von 300 ºC bis 400 ºC verarbeitet werden. Ein in der Schmelze verarbeitbares Poly(esteramid) gemäß der vorliegenden Erfindung kann eine logarithmische Viskositätszahl im Bereich von 1,0 bis 12,0 dl/g aufweisen, wenn es in einer Konzentration von 0,1 Gew.-% in Pentafluorphenol bei 60 ºC gelöst ist, und kann eine Schmelzviskosität im Bereich von 50 bis 1500 Poise bei einer Schergeschwindigkeit von 10³ s&supmin;¹, gemessen bei 365 ºC in einem Kapillar-Rheometer, aufweisen.

Die Zusammensetzungen gemäß der vorliegenden Erfindung sind zur Herstellung geformter Gegenstände wie in der Schmelze gesponnenen Fasern und spritzgegossenen Gegenständen brauchbar, wie aus den nachstehend bereitgestellten Beispielen zu ersehen ist.

Ausführliche Beschreibung

Das Poly(esteramid) der vorliegenden Erfindung umfaßt fünf Repetier-Struktureinheiten, von denen gefunden wurde, daß sie - wenn sie in dem Poly(esteramid) kombiniert sind - eine atypisch leicht bearbeitbare anisotrope Schmelzphase bei einer Temperatur unterhalb von 400 ºC, und vorzugsweise unterhalb 370 ºC (z.B. 350 ºC in einer bevorzugten Ausführungsform) bilden. Die Poly(esteramid)-Schmelzisotherme (Tm) kann durch die Anwendung eines Differential-Scanning-Kalorimeters (DSC) unter Anwendung wiederholten Scannens bei 20 ºC pro Minute Erwärmungsgeschwindigkeit und Beobachtung des Peaks des DSC- Schmelzübergangs bestätigt werden. Das Poly(esteramid) der vorliegenden Erfindung kann in dem Sinne als kristallin angesehen werden, daß Fasern, die daraus schmelzextrudiert wurden, unter Verwendung von Ni-gefilterter CuKα-Strahlung und einer Charakteristik von Flachplattenkameras Röntgenbeugungsmuster von polymeren, kristallinen Materialien aufweisen. Aufgrund ihrer Fähigkeit auch anisotrope Eigenschaften (d.h. flüssigkristalline Eigenschaften) in der Schmelze aufzuweisen, kann das Poly(esteramid) leicht ein Produkt bilden, das eine hochorientierte molekulare Struktur bei der Verarbeitung in der Schmelze aufweist. Es wurde gefunden, daß ein derartiges Produkt eine ungewöhnlich hohe Reißfestigkeit und einen ungewöhnlich hohen Modul aufweist. Bevorzugte Poly(esteramide) können in der Schmelze bei einer Temperatur im Bereich von 320 ºC bis 390 ºC (z.B. bei etwa 345 ºC bis 360 ºC) verarbeitet werden.

Wie dem Fachmann leicht erkenntlich sein wird, ist die vorliegende Erfindung keinesfalls durch die folgenden Beispiele eingeschränkt. Obwohl die Erfindung spezifisch mit N-Acetyl-p- aminophenol illustriert ist, das eine Amidbindung bereitstellt, können derartige Bindungen auch aus p-Aminophenol, p-N-Methylaminophenol, p-Phenylendiamin, N-Methyl-p-phenylendiamin, N,N'-Dimethyl-p-phenylendiamin, m-Aminophenol, 3-Methyl-4-aminophenol, 2-Chlor-4-aminophenol, 4-Amino- 1-naphthol, 4-Amino-4-hydroxydiphenyl, 4-Amino-4-hydroxydiphenylether, 4-Amino-4'-hydroxydiphenylmethan, 4-Amino-4- hydroxydiphenylethan, 4-Amino-4'-hydroxydiphenylsulfon, 4-Amino-4'-hydroxydiphenylsulfid, 4,4'-Diaminophenylsulfid (Thiodianilin), 4,4'-Diaminodiphenylsulfon, 2,5-Diaminotoluol, 4,4'-Ethylendianilin oder 4,4'-Diaminodiphenoxyethan sowie 3,4'-Diaminophenyl X, 3-Amino-4'-hydroxyphenyl X und 3-Hydroxy-4'-aminodiphenyl X abgeleitet werden, worin X aus der Gruppe ausgewählt ist, die aus Sulfid, Sulfon, Ether and Methan besteht.

In das Poly(esteramid) der vorliegenden Erfindung können gegebenenfalls 1 bis 50 Gew.-% (vorzugsweise 10 bis 30 Gew.-%), bezogen auf das Gesamtgewicht der Polymeren, eines festen Eüllstoffs und/oder eines Verstärkungsmittels eingebaut werden, wenn ein geformter Gegenstand hergestellt wird. Repräsentative Füllstoff-Materialien umfassen Calciumsilicat, Siliciumdioxid, Tone, Talcum, Glimmer, Polytetrafluorethylen, Graphit, Aluminiumdioxid-Trihydrat, Natriumaluminiumcarbonat, Bariumferrit, Wollastonit, usw. Repräsentative Verstärkungsmittel umfassen Glasfasern, graphitierte Kohlenstoff-Fasern, amorphe Kohlenstoff-Fasern, synthetische polymere Fasern, Aluminiumoxid-Fasern, Aluminiumsilicat-Fasern, Aluminiumoxidfasern, Titanfasern, Magnesiumfasern, Mineralwolle-Fasern, Stahlfasern, Wolframfasern oder Wollastonit-Fasern, die ein Aspektverhältnis von mehr als 3:1 haben.

Beispiel I

Dieses Beispiel illustriert die Herstellung eines Poly(esteramids) aus einer 6 mol Reaktionsmischung von 4-Hydroxybenzoesäure ("HBA"), 6-Hydroxy-2-naphthoesäure ("HNA"), 4,4'-Biphenol ("BP"), Terephthalsäure ("TA") und N-Acetyl-p- aminophenol ("APAP") in dem Verhältnis von 60,0:5,0:12,5:17,5:5,0 (5,0 Mol-% HNA und 5,0 Mol-% APAP).

Zu einem 2 l "Slim Jim"-Kolben, der mit einem als C geformten Gaseinlaßrohr aus rostfreiem 316 Stahl, einem Thermoelement, einer Vigreux-Kolonne, die an einem Kühler und einem Sammelgefäß befestigt ist, versehen ist, wurde folgendes zugegeben:

(a) 496,8 g 4-Hydroxybenzoesäure (3,6 mol)

(b) 56,4 g 6-Hydroxy-2-naphthoesäure (0,3 mol)

(c) 139,5 g 4,4'-Biphenol (0,75 mol)

(d) 174,3 g Terephthalsäure (1,05 mol)

(e) 45,3 g N-Acetyl-p-aminophenol (0,3 mol);

Der Kolben wurde in ein Sandbad eingetaucht und mit Vorrichtungen zur exakten Steuerung der Temperatur versehen. Der Kolben wurde durch Evakuierung vollständig mit Sauerstoff gespült und dreimal mit Stickstoff gespült, und langsam in dem Sandbad erhitzt; und

(f) 10 ml einer 1,2 % (w/v) Lösung von Kaliumacetat in Essigsäure (60 ppm K&spplus;) wurden als Katalysator zusammen mit 598,8 g Essigsäureanhydrid (2,5 % Überschuß) zugegeben. Die Essigsäure begann abzudestillieren und wurde in einem graduierten Zylinder gesammelt.

Die Inhaltsstoffe des Kolbens wurden unter Rühren mit einer Geschwindigkeit von 75 U/min (Drehmoment = 13 mV) während einer Zeitspanne von 111 Minuten auf 152 ºC erwärmt, wobei nach dieser Zeitspanne 100 ml Essigsäure gesammelt wurden. Die Polymerisationstemperatur wurde dann während einer Zeitspanne von 215 Minuten stufenweise auf 350 ºC erhöht, wobei nach dieser Zeitspanne insgesamt 660 ml Essigsäure gesammelt wurden. Der Kolben wurde auf einen Druck von weniger als 1,0 mm bei 350 ºC unter Rühren evakuiert. Das Polymer wurde bei 350 ºC gerührt, bis das erwünschte Δ Drehmoment erreicht wurde (d.h. A Drehmoment = 50 mV für dieses Beispiel). Während dieser Zeitspanne begann die Viskosität der Polymerschmelze anzusteigen, während die verbleibende Essigsäure aus dem Kolben entfernt wurde.

Das sich ergebende Poly(esteramid) hatte ein Zahlenmittel der Viskosität (I.V.) von 9,1 dl/g, wie in einer Pentafluorphenol- Lösung einer 0,1 Gew.-% Konzentration bei 60 ºC bestimmt wurde, und eine Schmelzviskosität (M.V.) von 581 Poise bei einer Schergeschwindigkeit von 10³ s&supmin;¹, gemessen bei 345 ºC in einem Kapillar-Rheometer unter Verwendung einer Öffnung eines Durchmessers von 0,38 mm (0,015 inch) und einer Länge von 2,54 mm (1,0").

I.V. = ln(η rel)/c,

worin c = die Konzentration der Lösung (0,1 Gew.-%) und η rel = relative Viskosität. Die relative Viskosität wurde durch Dividieren der Fließzeit in einem Kapillar-Viskosimeter der Polymerlösung durch die Fließzeit des reinen Lösungsmittels gemessen. Führte man mit dem Polymer eine Differential Scanning Kalorimetrie-Untersuchung durch (Erwärmungsrate von 20 ºC/min), so wies dasselbe einen Schmelzendothermen (Tm)-Peak bei 343 ºC auf. Die Polymerschmelze war optisch anisotrop.

Beispiele II-X

Gemäß dem vorhergehenden Beispiel I wurden neun zusätzliche Zusammensetzungen hergestellt, die unterschiedliche Anteile der fünf oben erwähnten Bestandteile aufweisen. Die Zusammensetzung, der Schmelzpunkt, das I.V. und M.V. für die Zusammensetzungen der Erfindung sind nachstehend in der Tabelle I aufgeführt. Wenn nicht anderweitig angegeben, wurden die Eigenschaften wie im Beispiel I gemessen.

Tabelle I Zusammensetzung, Schmelzpunkt, I.V. und M.V. der Beisriele I-X Zusammensetzung (Mol-%)

&spplus;gemessen bei 345 ºC; * gemessen bei 360 ºC; &spplus;&spplus; gemessen bei 340 ºC, ** gemessen bei 365 ºC

Vergleichsbeispiel A

Dieses Beispiel illustriert die Herstellung eines Polyesters aus einer 7 mol Reaktionsmischung von 4-Hydroxybenzoesäure, 6-Hydroxy-2-naphthoesäure, 4,4'-Biphenol und Terephthalsäure im Verhältnis von 60,0:3,5:18,25:18,25 (3,5 Mol-% HNA und 0,0 Mol-% APAP). Die Verfahrensweise des Beispiels I wurde im wesentlichen mit der Ausnahme wiederholt, daß die folgenden Komponenten in den Kolben gegeben wurden:

(a) 579,6 g 4-Hydroxybenzoesäure (4,2 mol),

(b) 46,1 g 6-Hydroxy-2-naphthoesäure (0,24 mol),

(c) 237,6 g 4,4'-Biphenol (1,28 mol),

(d) 212,1 g Terephthalsäure (1,28 mol), und

(e) 10 ml einer 1,2 % (w/v) Lösung von Kaliumacetat in Essigsäure (60 ppm K&spplus;) wurden als ein Katalysator zusammen mit 598,8 g Essigsäureanhydrid (2,5 % Überschuß) zugegeben ;das erwünschte Δ Drehmoment war 50 mV, und die Reaktionstemperatur betrug 355 ºC.

Das sich ergebende, vollständig aromatische Polymer hatte ein I.V. von 9,2 g/dl, wie in Pentafluorphenol bei 60 ºC bestimmt wurde, und ein M.V. von 492 Poise bei einer Schergeschwindigkeit von 10³ s&supmin;¹, gemessen bei 365 ºC in einem Kapillar-Rheometer. Bei der DSC-untersuchung des Polymers wies dasselbe ein Tm von 376 ºC auf.

Vergleichsbeispiel B

Dieses Beispiel illustriert die Herstellung eines Poly(esteramids) aus einer 6 mol Reaktionsmischung von 4-Hydroxybenzoesäure, Isophthalsäure, Terephthalsäure, 4,4'-Biphenol und N-Acetyl-p-aminophenol im Verhältnis von 50,0:12,5:12,5:20,0:5,0. Die folgenden Komponenten wurden in den Kolben gegeben:

(a) 3,0 mol (414,0 g) 4-Hydroxybenzoesäure,

(b) 0,75 mol (124,5 g) Isophthalsäure,

(c) 0,75 mol (124,5 g) Terephthalsäure,

(d) 1,2 mol (223,2 g) 4,4'-Biphenol,

(e) 0,3 mol (45,3 g) N-Acetyl-p-aminophenol, und

(f) 10 ml einer 1,2 % (w/v) Lösung von Kaliumacetat in Essigsäure (60 ppm K&spplus;) wurden als ein Katalysator zusammen mit 600 ml Essigsäureanhydrid (2,5 % Überschuß) zugegeben und auf 350 ºC erhitzt.

Das sich ergebende, vollständig aromatische Polymer hatte ein I.V. von 3,6 dl/g, wie in Pentafluorphenol bei 60 ºC bestimmt wurde, und ein M.V. im Bereich von etwa 500-700 Poise bei einer Schergeschwindigkeit von 10³ s&supmin;¹, gemessen bei 340 ºC in einem Kapillar-Rheometer. Bei der DSC-Untersuchung des Polymers wies dasselbe ein Tm von 281 ºC auf.

Fasereigenschaften

Es wurden Fasern aus den zusammensetzungen der Beispiele IV, V und dem Vergleichsbeispiel A hergestellt. Die Fasern wurden in einer Stickstoffatmosphäre in einem Ofen 8 Stunden bei 300 ºC wärmebehandelt Die Reißfestigkeit, die Dehnung und der Modul wurden gemäß ASTM D 3822-90 definiert und sind nachstehend in der Tabelle II zusammen mit den entsprechenden Daten des Vergleichsbeispiels B aufgeführt, worin die Wärmebehandlung 2 Stunden bei 230 ºC, dann 16 Stunden bei 270 ºC stufenweise erfolgte. Die Beispiele IV, V und A haben etwa 0,55 tex (5 Denier). Das Polymer des Beispiels B ließ sich schwierig verspinnen; es konnte keine Faser mit 0,55 tex (5 Denier) erhalten werden, sondern es wurde eine Faser mit 0,94 tex (8,5 Denier hergestellt.

Tabelle II Fasereigenschaften nach der Wärmebehandlung*

* Einzelfilament

Wie aus der Tabelle II ersichtlich ist, weisen Zusammensetzungen gemäß der vorliegenden Erfindung sowohl einen höheren Modul als auch eine höhere Reißfestigkeit als andere flüssigkristalline Polymere auf. Diese überraschenden und sehr nützlichen Eigenschaften machen derartige Verbindungen besonders für Hochleistungsanwendungen geeignet.


Anspruch[de]

1. In der Schmelze verarbeitbares Poly(esteramid), das zur Bildung einer anisotropen Schmelzphase bei einer Temperatur unterhalb von 400 ºC befähigt ist, welches repetierende Reste I, II, III, IV und V aufweist, und worin:

worin Ar ein zweiwertiger Rest ist, der wenigstens einen aromatischen Ring enthält; Y und Z unabhängig voneinander aus der Gruppe ausgewählt sind, die aus O, NH und NR besteht, mit der Maßgabe, daß wenigstens ein Rest aus der Gruppe ausgewählt ist, die aus NH oder NR besteht, worin R ein Alkylrest oder ein Arylrest mit 1-6 Kohlenstoffatomen ist; und V der Rest einer aromatischen Dioyl-Vorstufe ist; und worin das Poly(esteramid) 1 bis 15 Mol-% des Rests 1, 20 bis 70 Mol-% des Rests II, 5 bis 40 Mol-% des Rests III, 1 bis 20 Mol-% des Rests IV und 5 bis 40 Mol-% des Rests V enthält.

2. Poly(esteramid) gemäß Anspruch 1, worin der Rest IV

ist.

3. Poly(esteramid) gemäß Anspruch 2, worin der Rest IV von p-Aminophenol oder N-Acetyl-p-aminophenol abgeleitet ist.

4. Polyester gemäß Anspruch 3, worin der Rest IV von N-Acetyl-p-aminophenol abgeleitet ist.

5. Poly(esteramid) gemäß Anspruch 1, worin der Rest V ein Terephthaloyl-Rest ist.

6. Poly(esteramid) gemäß Anspruch 1, worin der Rest V aus der Gruppe, bestehend aus Isophthaloyl, Terephthaloyl oder deren Mischungen, ausgewählt ist.

7. In der Schmelze verarbeitbares Poly(esteramid) gemäß Anspruch 1, das zur Bildung einer anisotropen Schmelzphase bei einer Temperatur von 350 ºC befähigt ist.

8. In der Schmelze verarbeitbares Poly(esteramid) gemäß Anspruch 1, mit dem eine Verarbeitung in der Schmelze in einem Temperaturbereich von 300 ºC bis 400 ºC durchgeführt werden kann.

9. Faser, die aus dem Poly(esteramid) gemäß Anspruch 1 in der Schmelze gesponnen wird.

10. Spritzgegossener Gegenstand, umfassend das in der Schmelze verarbeitbare Poly(esteramid) gemäß Anspruch 1.

11. Geformter Gegenstand, der aus dem Poly(esteramid) gemäß Anspruch 1 besteht.

12. In der Schmelze verarbeitbares Poly(esteramid) gemäß Anspruch 1, welches eine logarithmische Viskositätszahl im Bereich von 1,0 bis 12,0 dl/g nach dem Auflösen in einer Konzentration von 0,1 Gew.-% in Pentafluorphenol bei 60 ºC aufweist.

13. In der Schmelze verarbeitbares Poly(esteramid) gemäß Anspruch 1, welches eine Schmelzviskosität - gemessen bei 365 ºC in einem Kapillar-Rheometer - im Bereich von 50 bis 1500 Poise bei einer Schergeschwindigkeit von 10³ s&supmin;¹, aufweist.

14. In der Schmelze verarbeitbares Poly(esteramid), das zur Bildung einer anisotropen Schmelzphase bei einer Temperatur unterhalb von 400 ºC befähigt ist, welches im wesentlichen aus den repetierenden Resten I, II, III, IV und V besteht, und worin:

worin Ar ein zweiwertiger Rest ist, der wenigstens einen aromatischen Ring enthält; Y und Z unabhängig voneinander aus der Gruppe ausgewählt sind, die aus O, NH und NR besteht, mit der Maßgabe, daß wenigstens ein Rest aus der Gruppe ausgewählt ist, die aus NH oder NR besteht, worin R ein Alkylrest oder ein Arylrest mit 1-6 Kohlenstoffatomen ist; und V der Rest einer aromatischen Dioyl- Vorstufe oder Mischungen von Terephthaloyl mit anderen aromatischen Dioylen ist; und worin der Rest I in Mengen von 2,5 bis 10 Mol-%, der Rest II in Mengen von 20 bis 70 Mol-%, der Rest III in Mengen von 5 bis 25 Mol-%, der Rest IV in Mengen von 2,5 bis 15 Mol-% und der Rest V in Mengen von 10 bis 25 Mol-% vorliegen.

15. In der Schmelze verarbeitbares Poly(esteramid) gemäß Anspruch 14, worin der Rest V aus Terephthaloyl besteht.

16. In der Schmelze verarbeitbares Poly(esteramid) gemäß Anspruch 14, worin der Rest IV von N-Acetyl-p-aminophenol abgeleitet ist.

17. In der Schmelze verarbeitbares Poly(esteramid) gemäß Anspruch 14, worin der Rest 1 in einer Menge von 2,5 bis 7,5 Mol-%, der Rest II in einer Menge von wenigstens 50 Mol-%, der Rest III zu 5 bis 20 Mol-%, der Rest IV in einer Menge von 2,5 bis 10 Mol-% und der Rest V zu 15 bis 25 Mol-% vorliegen.

18. Faser, die aus der Zusammensetzung des Anspruchs 14 gesponnen wurde.

19. Geformter Gegenstand, der aus der Zusammensetzung des Anspruchs 14 gebildet wurde.







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