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Dokumentenidentifikation DE69304427T2 03.04.1997
EP-Veröffentlichungsnummer 0574073
Titel Stuhl
Anmelder Deursen, Leonardus L.J.M van, Geldrop, NL
Erfinder Deursen, Leonardus L.J.M van, Geldrop, NL
Vertreter Wagner, K., Dipl.-Ing.; Geyer, U., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat., Pat.-Anwälte, 80538 München
DE-Aktenzeichen 69304427
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, DK, ES, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 02.06.1993
EP-Aktenzeichen 932015738
EP-Offenlegungsdatum 15.12.1993
EP date of grant 04.09.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 03.04.1997
IPC-Hauptklasse A47C 9/00
IPC-Nebenklasse A47C 3/18   A47C 3/02   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf einen Stuhl der mit mindestens einem Bein versehen ist, das den Stuhl auf dem Boden trägt, mit einem Rückenteil das durch das (die) Bein(e) getragen wird und mit einem Sitz der durch das (die) Bein(e) getragen wird, wobei der Sitz bezüglich des Rückenteils schwenkbar ist um eine im wesentlichen vertikale Achse.

Ein solcher Stuhl ist zum Beispiel aus der DE-A-56274 bekannt. Bei diesem Stuhl ist der Sitz frei drehbar über einen unbeschränkten Winkel um dem Verwender des Stuhls ein leichtes Drehen zu ermöglichen wenn er auf dem Stuhl sitzt.

Nun haben epidemiologische Studien gezeigt daß es eine Beziehung zwischen Sitzen und Rückenschmerzen gibt.

Schmerzen im unteren Rückenbereich (L.B.P. = Low Back Pain) ist ein verbreitetes Übel, das 70 bis 80 % der Bevölkerung in industrialisierten Ländern beeinträchtigt.

Momentan haben sich zwei Denkansätze entwickelt, die den Einfluß der Sitzhaltung auf die Strukturen des unteren Rückens betreffen.

Einige Forscher unterstützen die Idee daß gekrümmte beziehungsweise flexible Haltungen, die die normale lumbale Lordose reduzieren oder eliminieren die Belastung an den hinteren Teilen der Wirbel und (Band-) Scheiben verringern. Diese gekrümmten Positionen können die Ernährung beziehungsweise Versorgung der (Band-) Scheiben verbessern, den degenereativen Vorgang verlangsamen und somit eine Verringerung von L.B.P. zur Folge haben. Bevölkerungsstudien haben gezeigt, daß lumbale (Band-) Scheibendegeneration bei den Menschen selten ist, die gewöhnlich in Haltungen Sitzen oder hocken in denen die lumbale Wirbelsäule flach ist.

Andere behaupten, daß das Beibehalten lumbaler Lordose während des Sitzens sowohl den Zwischenscheibendruck verringert als auch die myoelektrische Aktivität der hinteren paraspinalen Muskeln. Sie wollen damit sagen daß die beste Sitzposition oder Sitzhaltung die Haltung ist, mit dem geringsten (Band-) Scheibendruck und der geringsten Muskelaktivität in den Rückenmuskeln.

Wie zu sehen ist basiert die ganze Aufmerksamkeit, hinsichtlich des Einflusses des Sitzens und seiner Beziehung zu L.B.P. auf der Position des unteren Rückens bezüglich des Stuhls. Bei den vielen Studien die diesen Gegenstand betreffen und in der Diskussion was am besten sein würde wird für die Beschwerden der Patienten wenig Aufmerksamkeit geschenkt und den Muskelaktivitäten und dem (Band-) Scheibendruck wird viel Aufmerksamkeit geschenkt.

Aus einer Analyse der Beschwerden der Patienten ergibt sich deutlich daß Sitzen im allgemeinen sehr reizend ist und den Anlaß für viele Beschwerden gibt. Langes Sitzen ist medizinisch als ein hoher Risikofaktor für L.B.P. akzeptiert.

In unserer Studie über L.B.P. Patienten bevorzugten 61 % einen geraden Stuhl mit einer Lumbalstütze um lumbale Lordose beizubehalten. Im Gegensatz dazu bevorzugten 26 % lumbale Kyphose während 23 % keine Bevorzugung hatten. Aber selbst mit der besten persönlichen Stütze hatten alle Patienten beim längeren Sitzen Beschwerden, und zwar vielmehr als beim Gehen oder Herumbewegen.

Es scheint daher offensichtlich daß längeres Sitzen vermieden werden sollte, was von vielen die dies untersuchen gesagt wird.

Bewegungen bewirken eine bessere Ernährung beziehungsweise Versorgung der (Band-) Scheiben. Monotone Positionen sind für die Degeneration der unteren Rückenstrukturen verantwortlich. Der Vorgang der Versorgung des Nukleus Pulposus muß durch rhytmische Kompression durch tägliche Aktivitäten des Körpers unterstützt werden. Aktive Bewegungen helfen bei diesem Vorgang.

In Anbetracht der obigen Ausführungen wird angenommen daß der statische Faktor beim längeren Sitzen schädlich ist.

Gemäß der Erfindung ist ein Stuhl der oben genannten Art dadurch gekennzeichnet daß der Sitz mittels Antriebsmit teln nach links und nach rechts schwenkbar ist und zwar um maximal 10 º aus der Mittelposition.

Die Charakteristik dieses Stuhls ist das eine kontinuierliche mechanische Drehbewegung zwischen dem Sitz des Stuhls und der Rückenlehne erhalten werden kann. Während sich der Sitz bewegt ist die Rückenlehne fixiert. Der Sitz macht eine links-rechts Drehbewegung.

Es wurde gezeigt daß Beschwerden über Rückenschmerzen bei der Verwendung eines solchen Stuhls zurückgehen. Es wird angenommen, daß Bewegungen für eine bessere Versorgung der (Band-) Scheiben sorgen. Durch aktive Bewegungen wird der normale Imbibitionsvorgang zwischen Spongiosa und Nukleus Pulposus unterstützt und das unabdingbare Austrock nen der (Band-) Scheiben bei älteren Menschen könnte verzögert werden.

Es wurde bewiesen daß Drehbewegungen des unteren Rückens sicher sind und kaum eingeschränkt sind, selbst in Fällen von Diskopathie oder Degeneration während eine Biegung nach vorne nach hinten und selbst zur Seite eingeschränkt und schädlich ist.

Wenn wir somit einen dynamischen Impuls beim Sitzen erzeugen wollen, muß dies ein strikter Drehimpuls sein, ohne irgendwelche anderen Komponenten.

Es sei bemerkt daß aus der GB-A-2133995 eine Rückentrainingsvorrichtung mit einem Sitz bekannt ist, der während der Verwendung eine Drehneigungsbewegung durchführt, die dazu neigt den Patienten zu überbalancieren. Die Vorrichtung kann nicht als ein normaler Stuhl verwendet werden, und es gibt ein Risiko daß der Patient seine Muskeln und (Band-) Scheiben überbelastet bei dem Versuch eine aufrechte Haltung beizubehalten. Bei dieser Vorrichtung müssen die Patienten viel mehr Bewegungen durchführen als die einzig erlaubte Drehbewegung.

Aus der DE-A-3324788 ist ein Stuhl bekannt, bei dem der Sitz um eine Horizontalachse schwenkbar ist, die sich im wesentlichen parallel zu der Rückenlehne erstreckt. Bei dieser Druckschrift wurde angezeigt, daß die Rückenlehne auch parallel zu sich selbst bezüglich des Sitzes bewegt werden kann. Dic Erfindung wird in größerer Einzelheit nachfolgend unter Bezugnahme auf ein mögliches Ausführungsbeispiel der Konstruktion gemäß der Erfindung beschrieben, das schematisch in der Zeichnung dargestellt ist, in der Zeichnung zeigt:

Figur 1 eine schematische Seitenaufrißansicht eines Ausführungsbeispiels eines Stuhls gemäß der Erfindung;

Figur 2 eine schematische Draufsicht auf den Sitz des in Fig. 1 gezeigten Stuhls, die den Antriebsmechaniusmus darstellt.

Der in Figur 1 gezeigte Stuhl weist vier Beine 1 auf, an denen eine Tragplatte 2 befestigt ist. Ein Rückenteil 4 ist an der Tragplatte 2 befestigt mittels eines oder mehrerer mehr oder weniger U-förmiger Verbindungsglieder 3.

Ein Sitz 6 ist ferner an der Tragplatte 2 angebracht mittels einer vertikalen Welle 5 und in einer solchen Art und Weise daß die hintere Kante des Sitzes 6 sich unter das Bodenende des Rückenteils in das (die) gebogene(n) Teil(e) 3 erstreckt.

Ein Elektromotor 7 ist ferner an der Tragplatte 2 angebracht. Eine Scheibe 8 ist an der Ausgangswelle des Elektromotors 7 befestigt. Ein Ende einer Verbindungsstange 9 ist schwenkbar mit der Scheibe 8 gekoppelt, und zwar an einem Punkt, der mit einigem Abstand von der Ausgangswelle des Motors 7 beabstandet ist.

Das andere Ende der Verbindungsstange 9 ist schwenkbar mit dem Sitz 6 gekoppelt und zwar an einem Punkt der mit einigem Abstand von der Welle beabstandet ist.

Es wird deutlich, daß wenn der Motor 7 gedreht wird, der Sitz über die Scheibe 8 und die Verbindungsstange 9 die zusammen eine Art Kurbelverbindungsstangenmechanismus bilden, um die vertikale Welle 5 hin und her geschwenkt wird, und zwar bezüglich der anderen Teile des Stuhls.

Der Winkel mit dem der Sitz 6 nach links und rechts um die vertikale Welle 5 aus einer Mittelposition geschwenkt werden kann, ist höchstens 10 º. In der Praxis wird im allgemeinen ein Winkel von 1 bis 3 º bevorzugt.

Vorzugsweise ist die Größe des Winkels einstellbar, was zum Beispiel durchgeführt werden kann, indem der Befestigungspunkt der Verbindungsstange 9 mit dem Sitz 6 und/oder der Verbindungspunkt der Verbindungsstange 9 mit der Scheibe 8 einstellbar ist.

Bei der Verwendung des Stuhls kann dem Motor 7 kontinuierlich erlaubt werden zu laufen, aber auch ein intermittierender beziehungsweise unterbrechender Betrieb des Motors 7 ist mittels eines geeigneten Schaltmechanismus möglich.

Natürlich sind andere Antriebsmittel anstelle eines Elektromotors denkbar wie zum Beispiel ein doppelt wirkender Einstellzylinder.

Durch Aufnahme der hinteren Kantedes Sitzes 6 in (einem) gekrümmten Teil(e) 3 kann verhindert werden daß Gegenstände zwischen der hinteren Kante des sich hin und her bewegenden Sitzes und dem stationärem Rückenteil eingeklemmt werden.

Zur Vereinfachung der Beschreibung wurde die Erfindung unter Bezugnahme auf einen Stuhl beschrieben, der durch einen oder mehrere Beine getragen wird. Es sei jedoch bemerkt, daß die in der vorliegenden Beschreibung verwendete Definition und die Ansprüche eine breitere Interpretation ermöglichen und daß es auch möglich ist Stühle zu umfassen, die durch Rahmenteile, die anders sind als die üblichen Beine, getragen werden, wie zum Beispiel solche, die für Autositze oder Rollstühle benutzt werden.


Anspruch[de]

1. Stuhl mit mindestens einem Bein (1), das den Stuhl auf dem Boden trägt, mit einem Rückenteil (4), das durch das (die) Bein(e) getragen wird&sub1; und mit einem Sitz (6), der durch das (die) Bein(e) (1) getragen wird, wobei der Sitz (6) bezüglich des Rückenteils (4) schwenkbar ist, um eine zumindest im wesentlichen vertikalen Achse (5), dadurch gekennzeichnet, daß der Sitz (6) mittels Antriebsmittels (7) nach links und rechts schwenkbar ist, und zwar über maximal 10º aus einer Mittelposition.

2. Stuhl nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Sitz (6) nach links und rechts um 1-3º aus einer Mittelposition schwenkbar ist.

3. Stuhl nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Winkelgröße, um die der Sitz (6) aus einer Mittelposition schwenkbar ist, einstellbar ist.

4. Stuhl nach eineni der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebsmittel (7) in einer intermittierenden Art und Weise betätigt werden können.







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