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Dokumentenidentifikation DE69305993T2 03.04.1997
EP-Veröffentlichungsnummer 0655990
Titel VERFAHREN ZUM BRENNEN VON GIPS UND OFEN ZUR DURCHFUEHRUNG DIESES VERFAHRENS
Anmelder Mace Holding S.A., Nantes, FR
Erfinder MACE, Patrick, F-44800 Saint-Herblain, FR
Vertreter H. Wilcken und Kollegen, 23552 Lübeck
DE-Aktenzeichen 69305993
Vertragsstaaten DE, ES, FR, IT, PT
Sprache des Dokument Fr
EP-Anmeldetag 16.08.1993
EP-Aktenzeichen 939193884
WO-Anmeldetag 16.08.1993
PCT-Aktenzeichen FR9300814
WO-Veröffentlichungsnummer 9404472
WO-Veröffentlichungsdatum 03.03.1994
EP-Offenlegungsdatum 07.06.1995
EP date of grant 13.11.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 03.04.1997
IPC-Hauptklasse C04B 11/028
IPC-Nebenklasse F27B 7/20   F27B 7/24   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft die Herstellung von gebranntem Gips und insbesondere ein Verfahren zum Brennen von Gips und den Ofen, um dieses Verfahren durchzuführen.

In allgemeiner Weise beruht die Herstellung von gebranntem Gips auf einer mehr oder weniger vollständigen Dehydratisierung des Gipses unter der Einwirkung von Wärme in einem offenen oder geschlossenen Raum.

Die verschiedenen Arten von gebranntem Gips ergeben sich aus den Bedingungen dieses Brennens, da ja tatsächlich die Behandlung über einen beträchtlichen Temperaturbereich, die Maximaltemperatur kann mehrere hundert Grad erreichen, und unter verschiedenen Drücken stattfinden kann, die beispielsweise von einer Atmosphäre bis zu 10 bar erreichen können.

Es gibt also eine Vielzahl von Verfahren und Materialien, um gebrannten Gips herzustellen. Die Eigenschaften dieses letzteren sind direkt mit den eingesetzten Techniken verbunden. Gemäß dem Brennverfahren werden entweder gebrannte Gipse, die beim Bau gebräuchlich sind, oder spezielle gebrannte Gipse für Abdrücke, Zahnprothesen, Keramik, Industriegips usw., erhalten.

Erfindungsgemäß besteht das Verfahren zur Herstellung von gebranntem Gips im Ausführen eines Brennens des Gipses unter einem Druck von überhitztem Dampf, in einem sich drehenden, horizontalen, zylindrischen Ofen, der mit Mitteln zum indirekten Erhitzen, wobei die Mittel ein ständiges Umrühren der Charge gestatten, und Mitteln versehen ist, die das Einstellen der Temperatur und des Drucks im Ofenraum während der Behandlung und in unabhängiger Weise als Funktion der Temperatur der Charge, der Umgebungstemperatur im Raum, des Drucks im Raum und der Entwicklung der Masse der Charge während des Brennens gestatten.

Das Verfahren gestattet, gebrannten Gips vom Typ Halbhydrat Beta hoher Qualität mit Produktivitäten zu erhalten, die zu denen äquivalent sind, die mit der Herstellung mehr gebräuchlicher gebrannter Gipse verbunden sind.

Außerdem gestattet das Verfahren unter Einwirkung auf die Betriebsparameter; alle gewünschten Typen von gebranntem Gips und insbesondere eine Mischung aus Halbhydrat Beta und Anhydrit II zu erhalten, die für bestimmte Fertigprodukttypen besonders interessant sind.

Das Verfahren gestattet, 6 bis 14 Tonnen gebrannten Gips in weniger als einer Stunde herzustellen, wobei das Brennen und das Trocknen ausgeführt wird.

Um dieses Verfahren durchzuführen, schlägt die Erfindung einen Ofen vor, der ein sich drehendes, horizontales Gefäß umfaßt, das an seinen Enden mit kreisförmigen Kränzen versehen ist, die auf Trägerrollen ruhen und geführt werden; wobei der Ofen aufweist:

- Rührmittel, die die Wärme auf die Charge verteilen;

- Mittel zum Verschließen der Enden des Ofens;

- Mittel zum Wiegen der Charge während der Behandlung im Ofen;

- Mittel zur Kontrolle der Temperaturen der Umgebung und des Produkts und Mittel zur Kontrolle des Drucks im Raum;

- Mittel zum Einstellen der Temperatur des Produkts und zum Einstellen des Drucks.

Das Verfahren und der Ofen gemäß der Erfindung gestatten aufgrund einer Optimierung der Temperatur- und Druckbedingungen, praktisch alle Arten von gebranntem Gips und insbesondere einen gebrannten Gips vom Typ Halbhydrat Beta hoher Qualität herzustellen. Die Behandlung findet in überhitztem Dampf bei Temperaturen statt, die höher als die Temperatur von gesättigtem Dampf ist; diese Besonderheit gestattet, den Druck und die Temperatur, die im Raum herrschen, unabhängig voneinander einzustellen. Die Einstellung der beiden Parameter Druck und Temperatur findet abhängig vom Produkttyp statt, der erreicht werden soll.

In dem Raum ist Wasser ausschließlich in Form von Dampf und in Form von Kristallwasser vorhanden, einem wesentlichen Teil des Gipses.

Das Behandlungsverfahren gestattet durch Einstellen der Temperatur und des Drucks, zusätzlich zu Halbhydrat Beta weitere Arten von gebranntem Gips zu erhalten, wie beispielsweise das Anhydrit II; die Mischung dieser verschiedenen Arten wird direkt durch das Verfahren erhalten. So kann man in Abhängigkeit von den gewünschten Eigenschaften einen gebrannten Gips wählen, der beispielsweise die Abbindezeit, die Biege- und Druckfestigkeit erhöht oder verringert.

Erfindungsgemäß bestehen die Rührmittel für das Produkt im Inneren des Ofens aus wendelförmigen Windungen, die sich zwischen dem Eingang und dem Ausgang an der Innenwand erstrecken und im wesentlichen im zylindrischen Mittelteil Schaufeln umfassen, die zwischen den Windungen so angeordnet sind, daß mit diesen letzteren eine Art Löffel oder Baggereimer gebildet wird, der in Richtung der Drehung des Ofens aktiv, um das Umrühren auszuführen, oder inaktiv ist, um das Leeren zu gestatten. Diese Baggereimer oder Löffel gestatten ein ständiges Rühren während des Brennens. Diese Baggereimer spielen eine wichtige Rolle beim Brennen durch Konvektion von Kalorien von der Wand zum Kern des zu behandelnden Produkts; sie erhöhen die Oberfläche für den Wärmeaustausch.

Diese Gestaltung des Ofens gestattet, sehr beträchtlichen Wärmegradienten zu erhalten, die den Behandlungsprozeß für den Gips beschleunigen und sehr schnelle Arbeitstakte gestatten. Sie gestattet ebenfalls, eine homogene Temperatur im Produkt zu erhalten.

Außerdem findet das Trocknen des gebrannten Gipses während der Umwandlung des Gipses statt.

Gemäß einer weiteren Einrichtung der Erfindung bestehen die Mittel zum Verschließen am Ausgang des Ofens aus einer dichten festen Kapsel, die am Ende mittels einer Drehverbindung angebracht ist; die Kapsel weist eine Ausgangsöffnung auf, die mit einem Verschluß versehen ist, um ein Ausleeren des Produkts zu gestatten.

Gemaß einer weiteren Einrichtung der Erfindung weist die Kapsel Mittel zur Befestigung und Einstellung eines Temperaturfühlers auf, der im Inneren des Ofens in das zu behandelnde Produkt eintaucht.

Noch immer erfindungsgemäß besteht die Kapsel aus einer Doppelwand: einer zylindrischen inneren Wand, die an einem ihrer Enden die Drehverbindung und am anderen Ende einen Aufsatz aufweist, und einer äußeren Wand in Form eines zylindrischen Mantels, der in dichter Weise mit der inneren Wand mittels eines zwischen die beiden zwischengesetzten Systems zur elastischen Kompensation eine Einheit bildet.

Nach einer weiteren Einrichtung der Erfindung weist die äußere Wand an ihrem unteren Teil eine zylindrische Schürze auf, die sich nach unten erstreckt, wobei sie einen Sitz für eine nach oben zugespitzte, zylindrische Klappe, wobei die Klappe mittels eines Zylinders betätigt wird, der am oberen Teil des äußeren Mantels der Kapsel verankert ist.

Noch immer erfindungsgemäß besteht der Kompensator aus zwei Tori mit U-förmigem Querschnitt, die an den Enden des äußeren zylindrischen Mantels zwischen diesem letzteren und der inneren zylindrischen Wand der Kapsel angeordnet sind.

Noch immer erfindungsgemäß weist der Aufsatz der inneren Wand der Kapsel neben den Befestigungsmitteln für den Temperaturfühler wenigstens eine Öffnung, die durch ein Ventil für das Ausströmen von Schwaden und Dämpfen verschlossen ist, und Öffnungen zur Anbringung von Meßfühlern für die Temperatur und den Druck auf.

Gemäß einer weiteren Einrichtung der Erfindung bestehen die Mittel zum Wiegen aus zwischen den Trägern der Rollen und dem Haupttragelement des Ofens angeordneten Meßfühlern.

Gemäß einer weiteren Einrichtung der Erfindung ist der Eingang des Ofens mittels eines Deckels verschlossen, der unter der Einwirkung des Zylinders zum vollständigen Freimachen des Eingangs des Ofens beim Beschicken hochklappbar ist; der Deckel wird dann während der ganzen Behandlungsphase durch alle geeigneten Mittel auf den Eingang des Ofens dicht aufgelegt.

Das Verschlußsystem, das am Eingang des Ofens angebracht ist, sowie die am Ausgang des Ofens angeordnete Klappe gestatten aufgrund einfacher Manöver mit dem fraglichen Material den Durchgang von zu behandelndem oder behandeltem Produkt ohne Zeitverlust.

Die verschiedenen Systeme zum Verschließen des Ofens müssen keine Operationen einführen, die auf der Ebene dieser Zyklusdauer bestraft werden, wenn die Dauer des gesamten Zyklus zur Herstellung des gebrannten Gipses sehr kurz, unter einer Stunde, ist.

Die Erfindung ist noch mit Hilfe der folgenden Beschreibung und den beigefügten Zeichnungen geschildert, die nur zur Erläuterung gegeben sind und in denen:

Fig. 1 in schematischer Weise den Ofen für die Durchführung des Verfahrens zum Brennen von Gips zeigt,

Fig. 2 in ausführlicherer Form schematisch die am Ausgang des Ofens angeordnete Dichtkapsel darstellt.

Dieser Ofen umfaßt einen Brennraum 1 oder Reaktor in der Form eines Zylinders 2, der auf einer horizontalen Achse zentriert ist. Dieser Zylinder 2 ist in einem Ofen 3 eingeschlossen, der an seinem unteren Teil eine Verbrennungskammer 4 und an seinem oberen Teil Abzugskanäle 5 aulweist.

Die Verbrennungskammer 4 ist mit einem oder mehreren Brennern 6 oder anderen Wärmequellen verbunden, die die den Verbrennungsraum umhüllenden heißen Gase bereitstellen, um eine indirekte Erhitzung der Gipse auszuführen.

Die Enden des Zylinders sind kegelstumpfartig. Der Eingang 7 und der Ausgang 8 sind zu beachten. Diese Eingänge und Ausgänge weisen kreisförmige Kränze 9 auf, die auf den Rollen 10 anfliegen. Der Zylinder wird mittels der Rollen 10 und Kränze 9 unterstützt und geführt und er ist durch diese Mittel in bezug auf den Kamin 3 zentriert.

Es ist zu bemerken, daß der Eingang 7 außerdem einen Zahnkranz 11 trägt, der von einem Getriebemotoraufbau 12 angetrieben wird. Dieser Antrieb durch einen Zahnkranz gestattet eine gleichmäßigere Drehung des Ofens. Dieser Ofen führt zwischen drei und vier Umdrehungen/Minute mit einer Charge von 8 bis 16 Tonnen Gips aus.

Unter Berücksichtigung der erheblichen behandelten Masse im Ofen und der Reaktionsgechwindigkeiten umfaßt die Kotrolle des Behandlungsprozesses eine Fortschreibung der Entwicklung der Masse des Produkts. Die Rollen 10, die den sich drehenden Ofen tragen, sind mit einem System zum Wiegen in Form von Meßfühlern 13 ausgestattet, um die Entwicklung der Masse des behandelten Gipses in kontinuierlicher Weise zu verfolgen, welche sich aufgrund der Dehydratisierung und des Ablassens von Schwaden und Dämpfen über die Dauer der Behandlung entwickelt. Diese Meßfühler 13 sind zwischen den Trägern der Rollen 10 und dem Haupttragelement 14 des Ofens eingefügt.

Der Gips wird in einem Trichter 15 auf der Seite des Eingangs 7 des Ofens gelagert. Ein Lader 16 dient dazu, den Ofen in der Höhe seines Eingangs 7 zu versorgen. Der Ausgang des Ofens ist mit einem Ablaßtrichter 17 ausgestattet, der den Gips nach der Behandlung aufnimmt.

Es ist zu bemerken, daß der Eingang des Ofens mit einem Deckel 18 verschlossen ist und daß der Ausgang eine Dichtkapsel 19 aufweist; diese beiden Elemente sind nachstehend ausführlich beschrieben.

Das Innere des Verbrennungsraums list so eingerichtet, daß die Wärmeaustauschvorgänge zwischen der Wand und dem Gips, der die Charge bildet, gefördert werden. Es sind, in der Figur schematisch dargestellt, wendelförmige Windungen 20, die sich vom Eingang zum Ausgang des Ofens erstrecken und im wesentlichen im zylindrischen Teil des Ofens angeordnet sind und Schaufeln 21 zu bemerken, deren Position und Neigung gestattet, in einer Umdrehungsrichtung mit den Windungen die Rolle eines Löffels zu spielen, um das Produkt umzurühren, während in der anderen Umdrehungsrichtung diese Schaufeln inaktiv sind, um den wendelförmigen Windungen zu gestatten, das Leeren des Ofens auszuführen.

Die Windungen 20 und Schaufeln 21 stellen ein wirksames und homogenes Umrähren des Produkts sicher. Sie schaffen auch eine Vergrößerung der Oberfläche zum Erwärmen des Produkts, wobei die Kalorien verteilt werden. Die zwischen den Windungen angeordneten Schaufeln liegen in der Größenordnung von etwa sechzig für ein Produktvolumen von etwa 7 m³. Die Anzahl der Schaufeln ist gemäß dem Volumen des zu behandelnden Produkts veränderbar. Die Schaufelbelastung ist relativ bedeutend und macht einen Drehantrieb für den Ofens mittels eines Zahnkranzes nötig. Die Drehung des Ofens, verbunden mit inneren Anordnungen (Windungen und Schaufeln), bietet den Vorteil, daß mit beträchtlichen Temperaturen gearbeitet werden kann, weil jeder Teil des Rings regelmäßig mit dem kälteren Produkt in Kontakt ist, das die Energie absorbiert, um sich umzuwandeln.

Die inneren Windungen und Schaufeln gestatten, durch Konvektion dem Kern des zu behandelnden Produkts Kalorien zuzuführen; sie vergrößern die Oberfläche für den Wärmeaustausch. Um den Gips wirksam zu behandeln, ist seine Granulometrie vorzugsweise unter 10 mm.

Die Phase des Trocknens des Produkts läuft wegen der Behandlung mit überhitztem Dampf zur selben Zeit ab wie die Phase der Umformung des Gipses.

Die Enden 7 und 8 des Ofens weisen Mittel zum Verschließen auf, die gestatten, die Behandlung des Gipses unter einem kontrollierten Druck auszuführen, der zwischen atmosphärischem Druck und beispielsweise 10 bar variiert, um alle gewöhnlich eingesetzten Arten von gebranntem Gips herzustellen.

Auf der Seite des Eingangs 7 ist der Deckel 18 zu bemerken, der in der Zeichnung in einer aktiven Verschließposition angeordnet ist. Dieser Deckel 18 macht sich unter Einwirkung eines Zylinders 22, der an seinem oberen Teil angeordnet ist, völlig von der Öffnung des Eingangs 7 frei. Für das Anlegen des Deckels am Ende des Eingangs 7 ist ein Pfeil 23 dargestellt, der alle Einrichtungsarten symbolisiert, die geeignet sind, den Deckel 18 während der Dauer der Behandlung am Eingang zu halten und ihn am Ende des Zyklus freizumachen, um mittels des Laders 16 eine neue Charge einzuführen.

Der Ausgang 8 des Ofens weist die Dichtkapsel 19 auf, die dem im Ofen herrschenden Druck unterworfen ist. Diese Kapsel, die ausführlicher in Fig. 2 dargestellt ist, weist eine innere zylindrische Wand 26 auf, deren eines Ende eine Drehverbindung 27 aufweist, die mit einem Kranz 28 zusammenarbeitet, der am Ende des Ausgangskegels 8 angeordnet ist, und deren anderes Ende einen Aufsatz 29 aufweist, der insbesondere mit einem Mannloch 30 versehen ist. Diese innere Wand 26 wird mittels eines Anschlagsystems 31 in Rotation festgehalten, das mit einer äußeren Wand 32 in Form eines zylindrischen Rings verbunden ist, der mit dem Haupttragelement 14 des Ofens eine Einheit bildet. Die Verbindung zwischen der inneren Wand 26 und dem Ring 32 wird mittels eines Kompensationssystems 33 bewirkt, das aus zwei Tori 34 besteht, die an den Enden des Rings zwischen diesen letzteren und der Wand 26 angeordnet sind.

Diese Tori 34 sind aus einem Material vom Typ eines nachgiebigen Verbundelastomers ausgeführt und haben einen U-förmigen Querschnitt. Sie stellen eine Dichtheit zwischen der inneren Wand 26 und dem Ring 32 sicher; sie gestatten, die Wärmeausdehnungen und die Fehler bei der Ausrichtung des in Rotation befindlichen Teils auszugleichen.

Der äußere Ring 32 weist an seinem unteren Teil eine zylindrische Schürze 35 auf, die sich über den Trichter 17 erstreckt. Diese Schürze 35 dient als Sitz für eine Klappe 36 mit konischer Form, die nach oben zugespitzt ist. Diese Klappe 36 wird mittels eines Zylinders 37 bedient, der über dem Mantel 32 angeordnet und an diesem dicht verankert ist.

Die Klappe 36 dient auch als Überdruckventil, insbesondere bei der Behandlung von Gips unter hohem Druck.

Der Aufsatz 29 der inneren Wand 26 der Kapsel weist Anordnungen zur Aufnahme der verschiedenen Meßfühler für die Temperatur und den Druck auf. Es sind ein Meßfühler 40 für die Aufnahme der Umgebungstemperatur im Inneren des Raumes und ein Meßfühler 41 zur Aufnahme des Drucks schematisch dargestellt.

Dieser Aufsatz 29 weist auch eine besondere Gestaltung für die Anbringung eines Temperaturfühlers 42 auf. Dieser Fühler mit einer Länge von 4 bis 5 m dringt in den Ofen und insbesondere in die zylindrische Kammer 2 ein, um die Temperatur im Kern des Produkts während der Behandlung aufzunehmen.

Dieser Temperaturfühler ist am Aufsatz 29 durch eine Anordnung 43 befestigt, die gestattet, seine Positionierung im Inneren des Ofens einzustellen.

Es ist noch eine Öffnung 45 zu beachten, die das Entweichen des Dampfes und der Schwaden gestattet, die am äußeren Ring 32 ausgebildet ist, um zu vermeiden, daß der Kompensator auf den Rohrleitungen für das Abziehen der Schwaden angebracht ist.

Dieses Entweichen von Dämpfen und Schwaden wird mittels eines Ventils 46 gesteuert. Vorzugsweise werden zwei oder drei Öffnungen für das Entweichen der Schwaden und Dämpfe angeordnet, um die Flexibilität des Einsatzes des Ofens zu erhöhen.

Die Verfolgung der Entwicklung der Masse der Charge durch die Meßfühler 13 gestattet, den Grad des Fortschritts bei der Umwandlung des Gipses zu erhöhen.

Die Gesamtheit der von den Meßfühlern erhaltenen Informationen, den Meßfühlern zum Wiegen ebenso wie den Meßfühlern für den Druck und die Umgebungstemperatur oder die Temperatur im Kern des Produkts, werden von einem Rechner verarbeitet, der abhängig vom gewünschten Endprodukt die auf den Heizrampen 6 wirkende Temperatur und den auf die Ventile 46 wirkenden Druck 46 verwaltet, die ein Entweichen des Dampfes und der Schwaden gestatten.

Diese automatische Steuerung durch Informatik gestattet bei voller Sicherheit, im Kern des Produkts die Temperatur zu erreichen, bei der die Entnahme und das Zugreifen auf eine gewünschte Art von gebranntem Gips stattfindet.

Es kann auch ein Zusatz exogenen Dampfes vorgesehen sein, der in einer äußeren Vorrichtung erzeugt wird, um den Anlauf der Reaktion oder jede andere Phase während der Behandlung zu beschleunigen.

Um immer noch die Dauer des Behandlungszyklus zu verringern, kann auch ein Nachverbrennen des im Verbrennungsraum enthaltenen Dampfes mittels einer Vorrichtung zum externen Heizen vorgesehen sein.

In diesem Fall vollzieht sich die Einführung von Dampf durch die Kapsel 19, die sich am Ausgang 8 des Ofens befindet. Es kann auch vorgesehen sein, den Deckel 18, der am Eingang 7 durch eine Dichtkapsel vom selben Typ wie die Kapsel 19 zu ersetzen, um eine Einführung von Dampf und/oder ein Positionieren von Kontrollorganen, wie beispielsweise eines zweiten Temperaturfühlers, unterzubringen.


Anspruch[de]

1. Verfahren zum Brennen von Gips in einem sich drehenden, horizontalen, zylindrischen Ofen, der mit Mitteln zur Durchführung einer Behandlung unter Druck mit überhitztem Dampf versehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß es besteht aus: dem Einführen einer festgelegten Menge Gips in den Ofen, dem Erhitzen des Gipses auf indirekte Weise, dem Umrühren dieser Charge auf kontinuerliche und homogene Weise und dem Einstellen während der Behandlung:

- des Innendrucks des Ofens,

- der Temperatur der Dehydratisierung,

- der Temperatur des Produktes, bei welcher die Entnahme aus dem Ofen stattfindet, um in weniger als einer Stunde einen gebrannten Gips vom Typ Halbhydrat Beta hoher Qualität und alle gewünschten Gipstypen, insbesondere eine Mischung aus Halbhydrat und Anhydrit II, zu erhalten.

2. Ofen zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 des Typs, der ein sich drehendes, horizontales Gefäß umfaßt, dessen zylindrischer Mittelteil von Gas oder anderem beheizt wird, welcher Ofen mit von Trägerwalzen getragenen Kränzen versehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß er aufweist:

- Rührmittel, die die Wärme in der Charge verteilen;

- Mittel zum Verschließen der Enden des Ofens;

- Mittel zum Wiegen der Charge während der Behandlung;

- Mittel zur Kontrolle der Umgebungstemperaturen des Ofens und der Charge und Mittel zur Kontrolle des Drucks im Inneren des Ofens;

- Mittel zum Regeln der Temperatur und des Drucks in Abhängigkeit von der Sorte des gewünschen gebrannten Gipses.

3. Ofen zum Brennen von Gips nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Rohrmittel aus wendelförmigen Windungen (20), die sich zwischen dem Eingang (7) und dem Ausgang (8) an der Innenwand des Ofens erstrecken, und, im wesentlichen im zylindrischen Mittelteil (2), aus Schaufeln (21) bestehen, die zwischen den Windungen so angeordnet sind, daß sie mit diesen letzteren eine Art Baggerlöffel oder -eimer bilden, die entsprechend der Drehrichtung des Ofens aktiv, um das Umrühren der Charge zu bewirken, oder inaktiv werden, so daß das Ausleeren des Produktes am Ende des Behandlungszyklus gestattet wird.

4. Ofen zum Brennen von Gips nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittel zum Verschließen am Ausgang des Ofens aus einer dichten und festen Kapsel (19) bestehen, die mittels einer Drehverbindung (27) am Ausgang des Ofens angebracht ist, welche Kapsel insbesondere aufweist: eine Ausgangsöffnung, die mit einem Verschluß versehen ist, der das Ausleeren des Produktes am Ende des Behandlungszyklus gestattet.

5. Ofen zum Brennen von Gips nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Kapsel (19) einen Halter (43) aufweist, der gestattet, einen Temperaturfühler (42) zu führen und einzustellen, der in das Innere des Ofens direkt in Kontakt mit der Charge eintaucht.

6. Ofen zum Brennen von Gips nach Anspruchs, dadurch gekennzeichnet, daß die Kapsel (19) aus einer Doppelwand besteht:

- einer zylindrischen inneren Wand (26), die an einem ihrer Enden mit einer Drehverbindung (27) und an ihrem anderen Ende mit einem Aufsatz (29) versehen ist, der insbesondere den Halter (43) des Temperaturfühlers aufweist;

- einer festen äußeren Wand (32) in Form eines Mantels oder Rings, die mit der inneren Wand (26) mittels eines elastischen, dichten Ausgleichssystems (33) fest verbunden ist.

7. Ofen zum Brennen von Gips nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die äußere Wand (32) an ihrem unteren Teil eine zylindrische Schürze (35) aufweist, die sich nach unten erstreckt, die eine Art Sitz für eine Klappe (36) von konischer, nach oben zugespitzter Form bildet, welche Klappe mittels eines Zylinders (37) betätigt wird, der in dichter Weise an der äußeren Wand (32) angeordnet ist.

8. Ofen zum Brennen von Gips nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Ausgleichersystem (33) aus zwei Tori (34) aus einem Material vom Typ eines nachgiebigen Verbundelastomers besteht, deren Querschnitt U-förmig ist, welche Tori an den Enden des äußeren zylindrischen Mantels (32) zwischen diesem letzteren und der inneren zylindrischen Wand (26) angeordnet sind.

9. Ofen zum Brennen von Gips nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Kapsel (19) wenigstens eine Öffnung (45), die ein vom Ventil (46) kontrolliertes Ausströmen des Dampfes und der Schwaden gestattet, und Öffnungen zur Anbringung von Meßfühlern (40, 41) aufweist, die die Kontrolle der Temperatur und des Umgebungsdrucks im abgeschlossenen Raum des Ofens gestatten.

10. Ofen zum Brennen von Gips nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittel zum Wiegen aus Meßfühlern (13) bestehen, die in Höhe der Trägerrollen (10) angeordnet sind.

11. Ofen zum Brennen von Gips nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Eingang (7) einen Deckel (18) aufweist, der zwischen einer aktiven Verschlußposition und einer inaktiven Position mittels eines Zylinders (22) verschoben wird, welcher Deckel Mittel (23) aufweist, die die Ausführung seiner dichten Anlage an dem Ende des Eingangs (7) gestatten.







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