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Biegverfahren und -gerät - Dokument DE69401016T2
 
PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE69401016T2 03.04.1997
EP-Veröffentlichungsnummer 0613739
Titel Biegverfahren und -gerät
Anmelder Kinugawa Rubber Ind. Co. Ltd., Chiba, JP
Erfinder Suzuki, Masatoshi, c/o Kinugawa Rubber Ind., Chiba City, Chiba Prefecture, JP;
Kuga, Hajime, c/o Kinugawa Rubber Ind., Chiba City, Chiba Prefecture, JP
Vertreter Hoefer, Schmitz, Weber, 82031 Grünwald
DE-Aktenzeichen 69401016
Vertragsstaaten DE, GB
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 28.01.1994
EP-Aktenzeichen 941013153
EP-Offenlegungsdatum 07.09.1994
EP date of grant 04.12.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 03.04.1997
IPC-Hauptklasse B21D 7/04
IPC-Nebenklasse B21D 9/01   

Beschreibung[de]
Hintergrund der Erfindung Fachgebiet der Erfindung

Die vorliegende Erfindung betrifft im allgemeinen eine Biegevorrichtung zum Biegen von Dichtungs- bzw. Fenstergummi, Kerndrähten von Dichtungsgummis bzw. -gummen oder dgl.

Beschreibung des Standes der Technik

Bekannterweise wird ein Kerndraht, welcher in Vollgummi eingebettet ist, um einen Dichtungs- bzw. Fenstergummi auszubilden, vorab einem Biegevorgang entsprechend der Form eines durch den Fenstergummi abzudeckenden Öffnungsbereiches der Fahrzeugkarosserie unterworfen. Hierfür sind Streck-, Zugund Druckbiegesysteme bekannt.

Entsprechend dem Streck-Biegesystem müssen jedoch Endbereiche des Kerndrahtes oder des Fenster- bzw. Dichtungsgummis festgeklemmt werden, bevor der Biegevorgang durchgeführt wird, wobei die festgeklemmten Enden nach dem Biegevorgang weggeworfen werden, so daß ein Materialverlust und zusätzlich erforderliche Arbeitskräfte diesen Vorgang negativ beeinflussen.

Entsprechend dem Zugbiegeverfahren können Fenster- bzw. Dichtungsgummis in verschiedenen Formen ausgestaltet werden, indem adäquat geformte Räder verschiedener Größen entsprechend der erwünschten Form ausgetauscht werden. Bei diesem Verfahren können jedoch nur zweidimensionale Formen erzielt werden, welche für die modernen Verarbeitungsanforderungen ungenügend sein können. Bei dem etwa in Fig. 8 dargestellten Druck-Biegesystem wird ein gerades Stück eines Kerndrahtes 2 quer über eine geeignet geformte Werkzeugnut 1a eines unteren Werkzeuges 1 gelegt, während ein oberes Werkzeug 3 mit einem reziprok geformten Werkzeugvorsprung 3a auf den Kerndraht 2 abgesenkt wird, um den Biegevorgang durchzuführen. Jedoch kann bei einem Biegevorgang mit dem Drucksystem ein Rückfedern des Artikels (d.h. des Kerndrahtes 2) nach dem Biegevorgang auftreten, so daß der Artikel zumindest teilweise wieder seine ursprüngliche Form einnimmt. Demzufolge muß eine derartige Rückfederung bei der Ausgestaltung des Werkzeuges berücksichtigt werden und zusätzliche konstruktive, aufgrund der Komplexität bewirkte und erhöhte Kosten sind die Folge.

Zusätzlich ist beim Biegevorgang durch das Druck-Biegesystem, wenn das obere und untere Werkzeug 3, 2 aufeinander zubewegt werden, der dazwischen auf den Kerndraht 2 aufgebrachte Werkzeugdruck entlang der Länge des Kerndrahtes 2 ungleichmäßig. Dadurch kann, insbesondere wenn eine bestimmte Läge eines Gummidichtungsstreifens über den zu verarbeitenden Kerndraht aufgebracht wird, ein derartiger ungleichformiger Werkzeugdruck zu einem Umklappen und/oder Falten im fertiggestellten Artikel führen oder andererseits die fertiggestellte Erscheinungsform und/oder Funktionsweise des fertiggestellten Artikels negativ beeinflussen.

Die gattungsgemäße Druckschrift SU 1 147 471 A beschreibt eine Biegevorrichtung mit mehreren ersten und zweiten Druckelementen, welche einander gegenüberliegend angeordnet sind. Während des Biegevorganges werden die ersten Druckelemente auf die zweiten Druckelemente zubewegt, wobei jedes der ersten Druckelemente an dessen einem Ende eine Druckfläche aufweist, die gegen das jeweilige gegenüberliegende zweite Druckelement preßt.

Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Biegevorrichtung und ein Biegeverfahren zu schaffen, welche einen im wesentlichen gleichförmigen Druck während der Formgebung aufbringen und einen breiten Biegebetätigungsbereich sicherstellen können, ohne daß das Werkzeug bzw. das Formteil ersetzt werden müssen oder eine beträchtliche Umrüstung erforderlich ist.

Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die Merkmale des Anspruches 1 oder 13 gelöst.

Die Unteransprüche haben bevorzugte Ausgestaltungsformen zum Inhalt.

Kurzbeschreibung der Zeichnung

In der Zeichnung zeigt:

Fig. 1 eine schematische Ansicht einer Biegevorrichtung entsprechend einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung;

Fig. 2 ein Blockdiagramm eines Bereiches einer erfindungsgemäßen Steuer- bzw. Regelschaltung;

Fig. 3 eine erläuternde Ansicht des anfänglichen Schrittes beim Biegevorgang entsprechend dem bevorzugten Ausführungsbeispiel;

Fig. 4 den zweiten Schritt beim Biegevorgang entsprechend dem bevorzugten Ausführungsbeispiel;

Fig. 5 den dritten Schritt beim Biegevorgang entsprechend dem bevorzugten Ausführungsbeispiel;

Fig. 6 den vierten Schritt beim gleichen Biegevorgang;

Fig. 7 den fünften Schritt beim Biegevorgang der Fig. 3 bis 6; und

Fig. 8 eine perspektivische Ansicht einer bekannten Biegevorrichtung.

Beschreibung des bevorzugten Ausführungsbeispiels

Nunmehr bezugnehmend auf die Zeichnung wird nachfolgend insbesondere in Fig. 1 ein erstes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Biegevorrichtung detailliert beschrieben.

Eine erfindungsgemäße Biegevorrichtung 1 weist ein Grundgestell 11, einen im wesentlichen box-förmigen Stützfuß 12, welcher am Grundgestell 11 befestigt ist, sowie einen an einer oberen Platte 14 des Stützfußes 12 befestigten Stützrahmen 13 auf. An der Unterseite der oberen Platte 14 sind mehrere angetriebene Zylinder 15 vertikal in einer einzigen Lateral- bzw. Querreihe angeordnet. An einer Oberseite des Grundgestells 11 unterhalb der angetriebenen Zylinder 15 sind entsprechend viele Anschlagelemente 16 ausgerichtet. Zusätzlich ist eine Dachplatte 17, welche die bewegbaren Zylinder 18 trägt, an einer Oberseite des Stützrahmens 13 angeordnet. Die bewegbaren Zylinder 18 sind vertikal in einer Querreihe derart ausgerichtet, daß ein bewegbarer Zylinder 18 einem jeweiligen angetriebenen Zylinder 15 gegenüberliegt

Eine Steuer- bzw. Regeleinheit 19 steuert bzw. regelt die Vertikalbewegung (Auf- und Abbewegung) der bewegbaren angetriebenen Zylinder.

Jeder angetriebene Zylinder 15 weist eine zylindrische Hülse 20 auf, durch welche eine Kolbenstange 21 verläuft. Eine Oberseite der zylindrischen Hülse 20 ist in einer in der oberen Platte 14 ausgebildeten Öffnung befestigt. Endbereiche 21a und 21b sind an der oberen bzw. unteren Seite der Kolbenstange 21 ausgebildet. Zudem ist, obgleich in der Zeichnung nicht dargestellt, ein Kolben innerhalb der zylindrischen Hülse angeordnet, welcher die zylindrische Hülse 20 in zwei (nicht dargestellte) Kammern unterteilt. Der Kolben ist innerhalb der zylindrischen Hülse 20, etwa durch Druckluft bewegbar, um die Kolbenstange 21 in eine obere und untere Vertikalrichtung zu bewegen.

Jedes Anschlagelement 16 ist im wesentlichen als Schraube ausgebildet, welche derart durch eine Stützplatte 23 geschraubt wird, daß die Position eines oberen Endes jedes Anschlagelementes 16 unabhängig festgelegt werden kann, indem das Stützelement entsprechend weit durch die Stützplatte, wie in Fig. 1 dargestellt, geschraubt wird. Das obere Ende der Anschlagelemente 16 ist koaxial mit den unteren Endbereichen 21b der Kolbenstangen ausgerichtet. Des weiteren weist jedes Anschlagelement eine Mutter 24 auf, um dessen Anschlagposition festzulegen. Im allgemeinen wird ein mittleres Anschlagelement 16 auf die höchste Position eingestellt, während die Anschlagelemente 16 an dessen Seiten in die untersten Positionen gesetzt werden.

Entsprechend dem vorliegenden Ausführungsbeispiel sind sieben bewegbare Zylinder, sieben angetriebene Zylinder und sieben Anschlagelemente ausgebildet. Erfindungsgemäß kann vorzugsweise jedoch auch eine größere oder geringere Anzahl dieser Bauteile eingesetzt werden.

Jeder bewegbare Zylinder 18 weist eine zylindrische Hülse 25 auf, durch welche eine Kolbenstange 26 verläuft. Eine Unterseite der zylindrischen Hülse 25 ist in einer in der Dachplatte 17 angeordneten Öffnung befestigt. Ein Endbereich 26a ist an der Unterseite der Kolbenstange 26 ausgebildet. Obgleich in der Zeichnung nicht dargestellt, ist ein Kolben innerhalb der zylindrischen Hülse 25 angeordnet und unterteilt die zylindrische Hülse in zwei (nicht dargestellte) Kammern. Entsprechend dem vorliegenden Beispiel ist der Kolben innerhalb der zylindrischen Hülse 25 durch den relativen Öldruck in der oberen und unteren (nicht dargestellten) Kammer bewegbar, um die Kolbenstange 26 in eine nach oben gerichtete und nach unten gerichtete Vertikalrichtung zu bewegen.

Eine untere Preßform bzw. Preßwerkzeug 27 ist am oberen Endbereich 21a der Kolbenstangen 21 der angetriebenen Zylinder 15 angeordnet, während eine untere Preßform bzw. Preßwerkzeug 28, welches dem oberen Preßwerkzeug 27 gegenüberliegt, auf unteren Endbereichen 28a der unteren Kolbenstangen 26 der bewegbaren Zylinder 18 angeordnet ist. Die oberen und unteren Preßwerkzeuge 28 und 27 können im wesentlichen im Längsschnitt rechteckförmig sein, wobei jedes untere und obere Preßwerkzeug 28 und 27 Werkzeugnuten 28a bzw. 27a mit einer vorgegebenen Querschnittform aufweist, um einen dem Biegevorgang zu unterwerfenden Artikel 31 (d.h. einen Dichtungsstreifen bzw. Gummistreifen) aufzunehmen bzw. zu halten. Die Unterseite des unteren Preßwerkzeuges 27 und die Oberseite des oberen Preßwerkzeuges 28 sind mit Verbindungsmechanismen 29 und 30 ausgestattet, um mit den Enden der Kolbenstangen verbunden zu werden. Die Verbindungsmechanismen 29, 30 können einen Flansch und eine Drehachse oder dergleichen aufweisen. Die linken und rechten Endbereiche der oberen und unteren Preßwerkzeuge 28, 27 greifen nicht in die Verbindungsmechanismen 30 und 29 ein.

Entsprechend Fig. 2 weist die Steuer- bzw. Regeleinheit 19 einen Mikrocomputer 32 auf, welcher in einer Verteilerbox 19a angeordnet ist. Der Mikrocomputer 32 steuert sowohl eine Ölpumpe 33 als auch elektromagnetische Steuer- bzw. Regelventile 35, 35..., welche in verzweigten Ölkanälen 34, 34... zwischen der Ölpumpe 33 und den zylindrischen Hülsen 25, 25 ... der bewegbaren Zylinder 18 angeordnet sind. Der Mikrocomputer 32 stellt einen Abführdruck bzw. Entsorgungsdruck der Ölpumpe 33 ein, indem ein (nicht dargestellter) Pumpenmotor angesteuert wird, so daß die Hubgeschwindigkeit jeder Kolbenstange 26, 26... individuell bzw. einzeln gesteuert bzw. geregelt wird. Ferner steuert bzw. regelt der Mikrocomputer 32 einen Öffnungs- und Schließzeitpunkt jedes elektromagnetischen Steuer- bzw. Regelventils 35 durch Folgebzw. Kaskadenregelung, um den Hubumfang und die Hubreihenfolge jeder Kolbenstange 26 einzeln zu steuern bzw. zu regeln.

Zusätzlich steuert bzw. regelt die Steuer- bzw. Regeleinheit 19 ein Solenoidventil 36 durch den Mikrocomputer 32, so daß die Druckluft jedes angetriebenen Zylinders 15, 15... einzeln gesteuert bzw. geregelt wird, welche auf einen Druck eingestellt wird, der bezüglich eines den oben beschriebenen bewegbaren Zylindern 18, 18... zugeführten Druckes ausgewählt wird.

An der Verteilerbox 19a kann ein Anzeigepaneel 37 für den Hubumfang vorgesehen werden, um die bewegbaren Zylinder 18 zu überwachen. Zusätzlich können vorzugsweise ein Wiederherstellungs- bzw. Rückführknopf zum Rückführen der Biegevorrichtung in deren Ausgangszustand, eine Anzeigelampe, ein Hauptschalter, eine Betriebslampe, ein Betriebsvorbereitungsschalter, eine Warnnlampe zum Anzeigen anormaler Betriebszustände und ein Umschalter für manuell auf Automatik vorgesehen sein.

Zusätzlich sind auf den rechten und linken Seiten der Stützplatte 14 fotoelektrische Röhren 38, 39 angeordnet, welche mit einem automatischen Ausschalt-Schaltkreis oder dergleichen verbindbar sind, um die Sicherheit der Bedienungsperson zu gewährleisten bzw. sicherzustellen. Vorzugsweise können auch Startknöpfe 40, 41 vorgesehen werden, welche einen gleichzeitigen Einschaltbetrieb erfordern.

Nachfolgend wird ein erfindungsgemäßes Biegeverfahren, welches dem Betrieb der oben erläuterten Biegevorrichtung entspricht, detailliert mit Bezug auf die Fig. 3 bis 7 erläutert.

Zuerst werden geeignete Instruktionen dem Mikrocomputer 32 der Steuer- bzw. Regeleinheit 19 zugeführt, um eine Biegung einer bestimmten Länge eines Dichtungs- bzw. Gummistreifens 31 in etwa Bogenform zu bewirken und der Dichtungsstreifen bzw. Fenstergummi 31 wird in die Werkzeugnut 27a des unteren Preßwerkzeuges 27 gesetzt bzw. gefügt. Somit wird eine, wie in Fig. 3 dargestellte, Anfangsposition erreicht.

Nach dem Drücken der Startknöpfe 40, 41 bewirkt die Steuerbzw. Regeleinheit 19 durch den Mikrocomputer 32 eine Längsbzw. abwärtsgerichtete Bewegung der Kolbenstange 26 der bewegbaren Zylinder 18. Wie aus Fig. 4 ersichtlich, bewegen sich die Kolbenstangen 26 mit identischem Hubumfang und -geschwindigkeit, bis das obere Preßwerkzeug 28 gegen den Dichtungsstreifen 31 anschlägt und ein aufeinander Drücken bzw. Zusammendrücken der Preßwerkzeuge wird erzielt, wobei der Dichtungsstreifen 31 sehr eng zwischen den unteren und oberen Preßwerkzeugen 27, 28 gehalten wird.

In Fig. 5 werden die äußersten Kolbenstangen 26, 26 an den linken und rechten Seiten der Lateral- bzw. Längslinie der bewegbaren Zylinder 18 zu einer nach unten gerichteten Bewegung gesteuert, während der zusammengedrückte bzw. Klemmzustand der Preßwerkzeuge beibehalten wird. Anschließend werden die den äußersten Kolbenstangen 26 nach innen benachbarten Kolbenstangen 26 sequentiell bzw. der Reihe nach nach unten gedrückt, wobei die mittige Kolbenstange als letzte bewegt wird. Die Hublänge und -geschwindigkeit der Kolbenstangen 26 wird entsprechend den vom Mikrocomputer zugeführten bzw. eingegebenen Instruktionen gesteuert bzw. geregelt. Gleichzeitig mit diesem Vorgang wird der Luftdruck in jedem angetriebenen Zylinder 15 derart reguliert, daß eine entsprechende Abwärtsbewegung der Kolbenstangen 21 der angetriebenen Zylinder 15 erzeugt wird, wobei die Abwärtsbewegung des mittigen angetriebenen Zylinders 15 als letzte bewirkt wird.

Demzufolge werden die oberen und unteren Preßwerkzeuge zu der erforderlichen Bogenform durch die Preßkraft der Kolbenstangen 26, 26... und 21, 21..., wie in Fig. 5 dargestellt, gebogen. Während dieses Vorganges bewirken die bewegbaren Zylinder 18 und die angetriebenen Zylinder 15 einen gleichmäßigen Druck auf die oberen und unteren Preßwerkzeuge 28, 27, welcher der Preßwerkzeug-Klemmkraft entspricht, die zu Beginn des Biegevorganges aufgebracht wird. Somit wird der Dichtungsstreifen dem Biegevorgang allmählich ausgesetzt, wobei an den Endbereichen des Dichtungsstreifens begonnen wird.

Wie oben erläutert, werden die Kolbenstangen 26, 21 während des Vorganges derart angetrieben, daß sie mit identischer Hublänge und Hubgeschwindigkeit sich nach unten bewegen. Entsprechend Fig. 6 wird der nach unten gerichtete Vorgang der Kolbenstangen 26, 21 fortgeführt, bis die unteren Endbereiche 21b der Kolbenstangen 21 der angetriebenen Zylinder 15 gegen die oberen Enden der Anschlagelement 16 stoßen, so daß ein weiterer Biegevorgang unterbleibt. Wenn die unteren Endbereiche 21b der Kolbenstangen 21 gegen die Anschlagelemente 16 anstoßen, bewegen sich die gleichmäßig gepreßten oberen und unteren Preßwerkzeuge 28, 27 in starkem Maße zusammen, so daß der Dichtungsstreifen bzw. Fenstergummi in starkem Maße und mit entsprechender Sicherheit zu der vorgegebenen Bogenform geformt wird.

Anschließend werden, wie in Fig. 7 dargestellt, die bewegbaren Zylinder 18 und die angetriebenen Zylinder 15 derart angesteuert, daß sie ihre Anfangsposition wiederum einnehmen, so daß sich die oberen und unteren Preßwerkzeuge 28 und 27 trennen und die bearbeitete Länge des Dichtungsstreifens 31 freigeben, welcher nunmehr die gewünschte Bogenform aufweist.

Die aufwärts- und abwärtsgerichteten Positionen der Kolbenstangen 21, 26 werden durch (nicht dargestellte) Positionssensoren erfaßt. Dementsprechend registrieren die Sensoren "Null", bis die Werkzeugklemmstufe des Biegevorganges erreicht ist. Anschließend liefern die Sensoren, während des Biegevorganges, Positionsdaten der Positionen der Kolbenstangen 21, 26 dem Mikrocomputer 32 der Steuer- bzw. Regeleinheit 19.

Die oberen und unteren Preßwerkzeuge 28, 27 entsprechend dem vorliegenden Ausführungsbeispiel werden aus synthetischem Harz hergestellt, obgleich sie vorzugsweise auch aus Gummi oder Federstahl ausbildbar sind. Zudem kann ein Kernelement, welches aus dem gleichen Material wie die oberen und unteren Preßwerkzeuge 28, 27 besteht, im Dichtungsstreifen 31 angeordnet werden, so daß ein Zweistufenbiegevorgang zum Ausbilden dreidimensionaler Formen erzielt wird.

Natürlich sind die Positionen der Anschlagelemente 16 entsprechend der erwünschten Biegeform einstellbar. Eine derartige Einstellung kann manuell oder durch Servomotoren oder dergleichen bewirkt werden.

Entsprechend dem oben beschriebenen Biegevorgang werden Falten, ein Zusammenfalten oder dergleichen verhindert und der Dichtungsstreifen erfährt eine gleichmäßige und anschauliche Fertigstellung, da die Biegekräfte gleichmäßig auf den kompletten Artikel (den Dichtungsstreifen 31) wirken. Da zudem die oberen und unteren Preßwerkzeuge 28, 27 aus flexiblem synthetischem Harz gebildet sind, wird die Druckkraft gleichmäßig verteilt und die gleichmäßige Biegekraftaufbringung weiter verbessert. Aufgrund der Gestaltung der Meßwerkzeuge 27, 28 aus synthetischem Harz wird zudem die Herstellung und Verarbeitung der Preßwerkzeuge 27, 28 selbst einfach und kostengünstig.

Erfindungsgemäß kann der komplette Artikel dem Biegevorgang unterworfen werden, ohne daß dessen Endbereiche einer Festklemmung bedürfen, so daß ein Materialverlust vermieden wird und zusätzlicher Arbeitseinsatz weg fällt. Da zudem daß Preßwerkzeug sehr eng zwischen den bewegbaren Zylindern 18 und den angetriebenen Zylindern 15 am Endpunkt gehalten wird, welcher durch die Anschlagelemente festgelegt ist, wird eine Rückfederung des Artikels, nach der Verarbeitung, mit Sicherheit ausgeschlossen.

Dementsprechend wird der Verarbeitungswirkungsgrad wesentlich verbessert, eine drastische Kostensenkung ist möglich und die Biegevorrichtung ist im breiten Umfang für allgemeine Anwendungen einsetzbar.


Anspruch[de]

1. Biegevorrichtung (1):

a) mit mehreren ersten Druckelementen (15), welche in einer Querreihe angeordnet und in ersten und zweiten Richtungen entlang parallelen Achsen bewegbar sind;

b) mit mehreren zweiten Druckelementen (18), welche in einer Querreihe mit gleicher Anzahl wie die ersten Druckelemente (15) angeordnet und mit diesen jeweils axial ausgerichtet sind, so daß die Enden der zweiten Druckelemente (18) den Enden der ersten Druckelemente (15) zugewandt sind;

c) mit einer Antriebseinrichtung, welche die ersten Druckelemente (15) in die erste oder zweite Richtung mit gesteuerter bzw. geregelter Geschwindigkeit antreiben;

d) mit einer Widerstandseinrichtung, welche die Bewegung der zweiten Druckelemente (18) entsprechend einem Kontakt mit den sich in die erste Richtung bewegenden ersten Druckelementen (15) reguliert;

e) mit einer Steuer- bzw. Regeleinrichtung (19), welche die Antriebseinrichtung derart ansteuert bzw. regelt, daß die ersten Druckelemente (15) in die erste Richtung gegen die zweiten Druckelemente (18) angetrieben werden, wobei der Bewegungsgrad jeder Druckeinrichtung (15, 18) in die erste Richtung entsprechend von der Steuer- bzw. Regeleinheit (19) zugeführten Daten bestimmt wird;

gekennzeichnet durch

f) ein erstes flexibles Werkzeug (27), welches entlang den Enden der ersten Druckelemente (15) angeordnet ist;

g) ein zweites flexibles Werkzeug (28), welches dem ersten Werkzeug gegenüberliegend angeordnet und entlang den Enden der zweiten Druckelemente (18) gehalten ist;

h) wobei die Steuer- bzw. Regeleinheit (19) einen gleichmäßigen Klemmdruck zwischen den ersten und zweiten Werkzeugen (27, 28) entlang deren Längsrichtung aufbringt und die Steuer- bzw. Regeleinrichtung (19) anschließend den Biegevorgang initiiert, indem die Querreihen der ersten und zweiten Druckeinrichtungen (15, 18) angesteuert bzw. geregelt werden, um sich in die erste Richtung mit einer gesteuerten bzw. geregelten Geschwindigkeit weiterzubewegen, während der gleichmäßige Klemmdruck beibehalten wird, wobei die äußersten der ersten und zweiten Druckeinrichtungen (15, 18) sich als erstes bewegen, welche von den innenliegend benachbarten ersten und zweiten Druckeinrichtungen (15, 18) gefolgt werden, die aufeinanderfolgend angesteuert bzw. geregelt werden, so daß die Bewegung der mittig angeordneten ersten und zweiten Druckeinrichtungen (15, 18) als letztes durchgeführt wird.

2. Biegevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die erste und zweite Druckeinrichtung (15, 18) mehrere erste und zweite Fluidzylinder aufweisen.

3. Biegevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die esten und zweiten Werkzeuge (27, 28) aus synthetischem Harz ausgebildet sind.

4. Biegevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Anschlagelemente (16) vorgesehen sind, um den Bewegungsgrad der zweiten Druckeinrichtung (18) in die erste Richtung zu begrenzen.

5. Biegevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jede Querreihe der ersten und zweiten Druckeinrichtungen (15, 18) eine gerade Anzahl von Fluidzylindern aufweist.

6. Biegevorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Bewegung der ersten Fluidzylinder (15) entsprechend einer Kolbenbewegung gesteuert bzw. geregelt wird, welche durch den relativen Öldruck in deren ersten und zweiten Arbeitskammern bewirkt wird, und daß die Bewegung der zweiten Fluidzylinder (18) entsprechend einer Kolbenbewegung gesteuert bzw. geregelt wird, die durch einen relativen Luftdruck in deren ersten und zweiten Arbeitskammern verursacht wird.

7. Biegevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine fotoelektrische Überwachungseinrichtung (38, 39) nahe einer Fläche zwischen den oberen und unteren Werkzeugen (27, 28) an jeder Seite der Vorrichtung (1) angeordnet ist.

8. Biegevorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die fotoelektrische Überwachungseinrichtung (38, 39) mit einem automatischen Ausschalt-Schaltkreis verbunden ist.

9. Biegevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Positionssensoren für jede erste Druckeinrichtung (15) vorgesehen sind, wobei die Positionssensoren Positionsdaten der Steuer- bzw. Regeleinheit (19) zuführen.

10. Biegevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwei Startschalter (40, 41) vorgesehen sind, wobei beide Startschalter aktiviert werden müssen, um den Biegevorgang zu beginnen.

11. Biegevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das erste und zweite Werkzeug (27, 28) aus Gummi ausgebildet ist.

12. Biegevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das erste und zweite Werkzeug (27, 28) aus Federstahl ausgebildet ist.

13. Biegeverfahren, bei welchem ein einem Biegevorgang zu unterwerfender Artikel zwischen ersten und zweiten flexiblen Werkzeugen (27, 28) gehalten wird, gekennzeichnet durch die Schritte:

Bewegen des ersten flexiblen Werkzeuges (27) mit einer gesteuerten bzw. geregelten Geschwindigkeit in eine erste Richtung durch eine Querreihe von ersten Druckelementen (15), welche sich entlang parallelen Achsen bewegen;

Kontaktieren des ersten flexiblen Werkzeuges (27) mit dem zweiten flexiblen Werkzeug (28), welches durch eine Querreihe von zweiten Preßelementen (18) gestützt wird, die achsial ausgerichtet sind mit und in gleicher Anzahl wie die ersten Druckelemente (15) vorgesehen sind, so daß ein gleichmäßiger Klemmdruck zwischen den ersten und zweiten flexiblen Werkzeugen (27, 28) aufgebracht wird; und

Ansteuern der äußersten ersten und zweiten Druckeinrichtungen (15, 18), so daß sich die äußersten Druckeinrichtungen weiter in die erste Richtung bewegen, welche durch nach innen benachbarte erste und zweite Druckeinrichtungen (15, 18) der Reihenfolge nach gefolgt werden, so daß die Bewegung der mittigen ersten und zweiten Druckeinrichtung (15, 18) als letztes durchgeführt wird, wobei die Bewegung mit einer gesteuerten bzw. geregelten Geschwindigkeit durchgeführt wird, während der gleichmäßige Klemmdruck zwischen den ersten und zweiten flexiblen Werkzeugen (27, 28) beibehalten wird.

14. Verfahren nach Anspruch 13, gekennzeichnet durch den Anfangsschritt, bei welchem Steuer- bzw. Regeldaten eingegeben werden, welche den Bewegungsgrad jeder ersten und zweiten Druckeinrichtung (15, 18) in die erste Richtung spezifizieren.

15. Verfahren nach Anspruch 13, gekennzeichnet durch die dem Steuer- bzw. Regelschritt folgenden Schritte: Begrenzen der Bewegung der zweiten Druckeinrichtung (18), so daß die Bewegung der ersten und zweiten Druckeinrichtungen (15, 18) in die erste Richtung beendet ist, und Aufbringen eines abschließenden Druckes, welcher höher als der Klemmdruck zwischen den ersten und zweiten flexiblen Werkzeugen (27, 28) ist.

16. Verfahren nach Anspruch 15, gekennzeichnet durch den abschließenden Schritt: Bewegen der ersten und zweiten Druckeinrichtungen (15, 18) in eine zweite Richtung entgegengesetzt zur ersten Richtung, um die Anfangsposition der ersten und zweiten Druckeinrichtung (15, 18) einzunehmen.







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