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Dokumentenidentifikation DE69401158T2 03.04.1997
EP-Veröffentlichungsnummer 0622561
Titel Sich selbst blockierende Gasfeder mit temperaturabhängigem Bypassventil
Anmelder Stabilus GmbH, 56070 Koblenz, DE
Erfinder Popjoy, Mark A., Lansdale, Pennsylvania 19446, US;
McDonnell, Paul, Warrington, Pennsylvania 18976, US
DE-Aktenzeichen 69401158
Vertragsstaaten DE, ES, FR, GB, IT
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 29.04.1994
EP-Aktenzeichen 941067845
EP-Offenlegungsdatum 02.11.1994
EP date of grant 18.12.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 03.04.1997
IPC-Hauptklasse F16F 5/00
IPC-Nebenklasse F16F 9/52   F16F 9/02   

Beschreibung[de]
Hintergrund der Erfindung

Gasfedern verwendet man häufig als Gewichtsausgleich für Motorraumhauben, Kofferraumdeckel, Heckfenster und Heckklappen von Personenwagen, Kombiwagen und Lieferwagen, um diese leichter zu öffnen und in oder nahe einer vollständig geöffneten Stellung zu halten. Es ist allgemein bekannt, daß sich die Ausgangskräfte von Gasfedern mit der Temperatur des Gases ändem (Boyle-Mariott'sches-Gesetz); bei geringeren Temperaturen erzeugt eine Gasfeder eine Kraft, die deutlich geringer ist als jene Kraft, die sie bei hohen Temperaturen erzeugt. Daher muß man die Gasfeder derart ausgestalten, daß sie eine ausreichende Kraft erzeugt, um die Haube, den Kofferraumdeckel oder dergleichen (nachfolgend als die "Last" bezeichnet) bei einer geeignet gewählten niedrigen Temperatur von beispielsweise -30ºC offen zu halten. (Herkömmlich ist die Gasfeder so ausgestaltet, daß sie bei z.B. -30ºC eine die Last in der Offenhaltestellung übersteigende Kraft von ein bis fünf Pfund erzeugt) . Bei hohen Temperaturen kann die Zunahme der Ausgangskraft in der Offenhaltestellung etwa 50 Pfund betragen, was bedeutet, daß die zum Bewegen der Last von der Offenhaltestellung in die geschlossene Stellung erforderliche Kraft ("Bedienungskraft") 50 Pfund beträgt. Natürlich ist eine Bedienungskraft dieser Höhe unerwünscht.

Das US. Patent Nr. 5.106.065 (Staton, 21. April 1992), das dem Anmelder der vorliegenden Erfindung gehört, beschreibt und zeigt eine Gasfeder, die einen Bypass mit einem federbelasteten Ventil enthält, das einen Fluidfluß an dem Kolben vorbei von dem geschlossenen Ende zu dem Stangendichtungsende der Kammer verhindert, bis eine vorbestimmte durch eine Druckdifferenz bedingte Kraft über dem Kolben wirkt, sowie einen Bypass mit einem thermostatischen Ventil enthält, das sich bei einer vorbestimmten Temperatur öffnet und ermöglicht, daß Fluid in der Kammer an dem Kolben vorbei von dem geschlossenen Ende zu dem Stangendichtungsende der Kammer fließt. Wenn das thermostatische Ventil geschlossen ist, zeigt das federbelastete Ventil eine Offenhaltekraft, die mit der durch den Gasdruck bedingten Kraft zusammenwirkt, um die Gasfeder gegen eine Last (Bedienungskraft) zu halten. Wenn das thermostatische Ventil offen ist, ist die Offenhaltekraft der Gasfeder jene, die durch den Gasdruck allein bedingt ist, sofern das Fluid über den Kolben durch den Bypass mit dem thermostatischen Ventil fließt.

Die in dem Patent Nr. 5.106.065 offenbarten Gasfedern ergeben eine signifikante Verbesserung über die herkömmlichen Gasfedem dahingehend, daß die durch Temperaturänderungen bedingte Schwankung der Bedienungskraft beträchtlich reduziert ist. Andererseits beseitigen sie jedoch Schwankungen der Bedienungskraft nicht, insofern sie Änderungen der Bedienungskraft als Funktionen der Temperatur nicht verhindern, sondern nur zwei Bereiche von Bedienungskräften schaffen, nämlich einen Niedertemperaturbereich, indem das thermostatische Ventil geschlossen ist und das federbelastete Ventil eine der Bedienungskraft entgegenwirkende Kraftzunahme beisteuert, sowie einen Hochtemperaturbereich, indem diese Kraftzunahme nicht wirkt, wobei das Fluid an dem Kolben vorbei durch die Umgehung mit dem dann offenen thermostatischen Ventil fließt. In jedem Bereich ändert sich die durch Gasdruck bedingte Kraft auf die Stange als Funktion der durch Temperaturänderungen bedingten Gasdruckänderungen. Am Oberende jedes der beiden Bereiche ist die der Bedienungskraft entgegenwirkende Kraft der Gasfeder beträchtlich höher als am unteren Ende.

Zusammenfassung der Erfindung

Ziel der vorliegenden Erfindung ist es, eine Gasfeder anzugeben, in der durch Gasdruckänderungen aufgrund Temperaturänderungen bedingte Schwankungen der der Bedienungskraft entgegenwirkenden Kraft der Gasfeder minimiert werden; d.h., die der Bedienungskraft entgegenwirkende Kraft der Gasfeder über einen Teil des Betriebsbereichs oder den gesamten Betriebsbereich der Gasfeder im wesentlichen konstant bleibt. Die vorliegende Erfindung ist insbesondere eine Verbesserung in einer Gasfeder derjenigen Bauart, die ein federbelastetes Sperrventil oder ein auf Temperatur ansprechendes Schnappsperrventil aufweist, das einen Bypass über den Gasfederkolben gegen Fluidfluß von dem Raum am geschlossenen Ende zu dem Raum am Stangendichtungsende schließt. Bei der Gasfeder dieser Bauart ist die dem Schließen der Last entgegenwirkende Kraft der Gasfeder die Summe der Kraft des auf die Kolbenstange wirkenden Gasdrucks (der normalen Ausgangskraft der Gasfeder), und einer Kraft, die zum Öffnen des federbelasteten Ventils erforderlich ist.

Nach der vorliegenden Erfindung wird eine Gasfeder angegeben, umfassend: ein eine Kammer begrenzendes Zylinderelement, einen Verschluß an einem Ende des Zylinders, eine Kolbenstange, die in Dichtbeziehung zu dem Zylinderelement an dem anderen Ende des Zylinderelements aufgenommen ist und zu dem Verschluß hin und von diesem weg beweglich ist, und einen Kolben, der an der Kolbenstange in der Kammer befestigt ist und Dichtmittel und Ventilmittel aufweist, welche die Kammer in einen inneren Raum nahe dem einen Ende des Zylinders und einen äußeren Raum nahe dem anderen Ende des Zylinders teilen, wobei die Volumina der Räume entsprechend der Stellung des Kolbens veränderlich sind. Ein Teil der Kammer enthält Flüssigkeit, und in dem anderen Teil des Zylinders befindet sich Gas mit über Atmosphärendruck liegendem Druck. Einen ersten Bypass bildende Mittel an dem Kolben gestatten, daß Flüssigkeit und Gas von dem äußeren Raum zu dem inneren Raum fließt, wenn sich in Antwort auf die Stange nach außen drückende Kräfte der Kolben und die Stange zum äußeren äußeren Raum hin bewegen. Ein Einwegventilmittel verschließt den ersten Bypass, um zu verhindern, daß Gas und Flüssigkeit durch ihn hindurch von dem inneren Raum zu dem äußeren Raum fließt, wenn der Kolben und die Stange zu dem inneren Raum bewegt werden. Mittel an dem Kolben bilden einen zweiten Bypass und gestatten, daß bei Bewegung der Stange zu dem inneren Raum das Gas und die Flüssigkeit von dem inneren Raum zu dem äußeren Raum fließt, und ein dem zweiten Bypass zugeordnetes federbelastetes Einwegventilmittel verhindert eine Strömung durch dieses bei Fehlen einer vorbestimmten Druckdifferenz zwischen der Flüssigkeit und dem Gas in den inneren und äußeren Räumen. Eine solche Gasfeder ist aus der US-A-5.106.065 bekannt.

Die Verbesserung nach der Erfindung besteht in einer auf Temperatur ansprechenden Bimetallfeder, welche dem zweiten Bypassventilmittel betriebsmäßig zugeordnet ist, um an das zweite Bypassventilmittel eine Vorspannkraft anzulegen, die sich als Funktion der Temperatur des Gases in der Kammer ändert und durch Ändern der Gastemperatur bedingte Schwankungen des Gasdrucks kompensiert und hierdurch Schwankungen jener Kraft, die auf die Stange in Richtung entgegen einer Bewegung einer Stange zu dem inneren Raum hin wirkt, minimiert.

In einigen Ausführungen umfaßt das zweite Bypassventilmittel einen Sitz und ein mit dem Sitz in Dichteingriff bringbares Ventilelement, und wobei die Bimetallfeder das Ventilelement in Dichteingriff mit dem Sitz mit einer Kraft spannt, die als Funktion abnehmender Temperatur zunimmt. Die Bimetallfeder kann an einer Druckfeder angreifen, um Toleranzschwankungen zu kompensieren und ein Klappern der Feder zu verhindern, wenn diese bei hohen Temperaturen schrumpft.

In anderen Ausführungen umfaßt das zweite Bypassventilmittel einen Sitz und ein mit dem Sitz in Dichteingriff bringbares Ventilelement, wobei eine Druckfeder das Ventilelement in Dichteingriff mit dem Sitzelement spannt und wobei die auf Temperatur ansprechende Bimetallfeder angeordnet ist, um der Druckfeder entgegenzuwirken um an das Ventilelement in dessen Öffnungsrichtung eine Kraft anzulegen, die als Funktion zunehmender Temperatur des Gases in der Kammer zunimmt.

Die Wirkung der Bimetallfeder ist es, die mit zunehmender Gastemperatur auf das zweite Bypassventil wirkende Kraft stufenlos in zur Temperaturzunahme allgemein proportionalen Beträgen zu reduzieren und hierdurch die durch Gasdruck der Gasfeder bedingte Zunahme der Kraft auf die Stange auszugleichen. Am unteren Ende des Betriebstemperaturbereichs der Gasfeder trägt das federbelastete Ventil des zweiten Bypassmittels einen relativ großen Teil der gesamten Offenhaltekraft der Gasfeder bei. Am oberen Ende ist der Beitrag des federbelasteten Ventils des zweiten Bypassmittels zu der Offenhaltekraft relativ gering oder kann sogar null sein. Beispielsweise kann die Bimetallfeder derart ausgestaltet sein, daß sie über einer bestimmten Temperatur inaktiv ist. Bei Temperaturen unter einem gewählten Wert ändert sich die zum Öffnen des zweiten Bypassventils erforderliche Kraft im wesentlichen linear. Demzufolge werden Änderungen der der Handhaltekraft entgegenwirkenden Offenhaltekraft der Gasfeder über den Betriebstemperaturbereich minimal gehalten.

Zum besseren Verständnis der Erfindung wird auf die folgende Beschreibung beispielhafter Ausführungen in Verbindung mit den beigefügten Zeichnungen verwiesen.

Beschreibung der Zeichnungen

Fig. 1 ist eine Axialquerschnittsansicht einer Ausführung;

Fig. 2, 3 und 4 sind axiale Querschnittsteilansichten des Kolbenabschnitts der Ausführung von Fig. 1 mit Darstellung des stationären Modus, des Stangenausfahrmodus des Stangeneinfahrmodus;

Fig. 5 ist eine Axialquerschnittsansicht des Kolbenabschnitts einer zweiten Ausführung der Erfindung;

Fig. 6 ist eine Axialquerschnittsansicht des Kolbenabschnitts einer dritten Ausführung der Erfindung.

Beschreibung der Ausführungen

Die Gasfeder 10 der Fig. 1 bis 4 umfaßt ein kreiszylindrisches Rohr (einen Zylinder) 12, das an einem Ende durch einen gewalzten und geschweißten Zylinderendverschluß 16 verschlossen ist. Eine Kolbenstange 18 erstreckt sich durch eine Stangendichtungsanordnung 20 in dem Stangenende 21 des Zylinders in den Zylinder 12. An dem Zylinderendverschluß 16 und der Kolbenstange 18 sind jeweilige Beschläge 22 und 24 befestigt, um die Gasfeder an einer Vorrichtung, wie etwa einer Kraftfahrzeugkarosserie, sowie einer Last, wie etwa einer Haube, einem Kofferraumdeckel und dergleichen anzubringen. Eine Kolbenanordnung 26 ist an dem in dem Zylinder 12 befindlichen Ende der Kolbenstange befestigt und umfaßt eine Dichtung und ventilgesteuerte Bypasse, die die Kammer in dem Zylinder in zwei Räume unterteilen, deren Volumina sich entsprechend der Stellung des Kolbens ändern. Vorhanden sind ein innerer Raum IC zwischen dem Kolben und dem Zylinderendverschluß 16 und ein äußerer Raum OC zwischen dem Kolben und der Stangendichtungsanordnung 20.

Die Umfangsfläche des Kolbens 26 hat einen Abstand zur Innenwand des Zylinders 12. Eine Ringnut 28 nimmt einen elastomeren Dichtring 30 auf, der an der Wand des Zylinders 12 in Dichteingriff entlang läuft. Ein Großteil des freien Volumens der Zylinderkammer enthält Luft oder Stickstoff bei einem Druck von etwa 300 bis etwa 4500 psi. Der Rest enthält eine Flüssigkeit, wie etwa Hydraulikbremsflüssigkeit oder Mineralöl.

Ein erster Bypass, der eine Passage 32 mit einem Einweg- Schirm-Sperrventil 34 umfaßt, ermöglicht einen Gas- und Flüssigkeitsfluß in die Zylinderkammer von dem äußeren Raum OC zu dem inneren Raum IC, wenn sich die Stange zum Heben der Last unter der Kraft des Gasdrucks herausbewegt, schließt sich jedoch, wenn die Last oder eine Bedienungskraft auf das Fluid in dem inneren Raum IC drückt und wenn sich die Stange unter einer Bedienungskraft zu dem geschlossenen Ende der Kammer bewegt. Ein zweiter Bypass, der eine Passage 36 und ein federbelastetes Einwegventil 38 umfaßt, schließt sich, wenn die Stange zum Anheben der Last herausbewegt wird, und schließt sich auch, wenn die Stange unter Bedienungskraft hineinbewegt wird, bis der Druck des Gases in dem inneren Raum IC den Druck des Gases in dem äußeren Raum OC um einen Betrag überschreitet, der zum Überwinden der Kraft ausreicht, welche das federbelastete Ventil geschlossen hält.

Die Passagen 32 und 36 und die Ventile 34 und 38 sind in dem Kolben 26 enthalten, der allgemein rohrförmig ist und einen Hohlraum 40 aufweist, der über den Großteil seiner Länge verläuft, welche einen Teil beider Bypasse bildet. Der Kolben ist an einer Haltescheibe 42 durch vier Stifte 44 angebracht, die Löcher in der Scheibe 42 durchsetzen und umgebogen sind. Die Scheibe 42 ist an der Kolbenstange 18 durch einen Stift 18a befestigt, der ein Loch in der Scheibe durchsetzt und umgebogen ist. Nuten 46 in der an der Scheibe abgestützten Seite des Kolbens ermöglichen einen Fluidfluß zwischen dem äußeren Raum OC und dem Hohlraum 40, wenn eines der beiden Bypassventile offen ist.

Die Feder, welche das Ventil 38 gegen dessen Sitz 38a am Kopf des Kolbens in eine geschlossene Stellung spannt, ist eine auf Temperatur ansprechende Bimetallfeder 50, die in dem Kolbenhohlraum 40 aufgenommen ist und unter Druck zwischen dem Stiftabschnitt 18a der Stange 18 und einem elastomeren Ventilelement 38b angreift. Die Feder ist so ausgestaltet, daß sie mit einer Kraft auf das Ventilelement 38b einwirkt, die als Funktion der Abnahme ihrer Temperatur allgemein linear zunimmt. Wenn somit die Temperatur des Gases in der Gasfeder abnimmt und einhergehend die Ausgangskraft der Gasfeder abnimmt, nimmt die durch die Bimetallfeder 50 auf das Ventilelement 38b einwirkende Kraft zu.

Wenn der Verwender, unterstützt durch die Kraft der Gasfeder, die Last angehoben hat und die Last losläßt, fällt die Last einen kurzen Weg und die Stange und der Kolben bewegen sich in den Zylinder zu dem geschlossenen Ende hin, weit genug, um eine Druckdifferenz zwischen dem inneren Raum und dem äußeren Raum zu erzeugen, wobei der Druck in dem inneren Raum IC größer wird als jener in dem äußeren Raum OC. Das federbelastete Ventil 38 ist derart ausgestaltet, daß die durch die Last bei geringen Temperaturen erzeugte Druckdifferenz nicht ausreicht, um dieses zu öffnen, und die Last wird unter der gemeinsamen Kraft des Gasdrucks und der Druckdifferenz über dem Kolben auf den Kolben und die Stange offen gehalten. In der offen gehaltenen Stellung (Fig. 2) verhindert das Einwegbypassventil 34, daß Fluid aus dem inneren Raum IC durch den ersten Bypass in den äußeren Raum OC fließt.

Wenn der Verwender zum Schließen der Last eine Bedienungskraft anlegt, nimmt die Druckdifferenz über dem Kolben zu, bis sie groß genug ist, das federbelastete Ventil 38 zu öffnen, wodurch das Gas und die Flüssigkeit von dem inneren Raum durch den zweiten Bypass in den äußeren Raum fließen können, wenn sich die Stange und der Kolben zu dem geschlossenen Ende des Zylinders bewegen und die Last geschlossen wird.

Weil die zum Öffnen des Bypassventils 38 erforderliche Druckdifferenz als Funktion zunehmender Temperatur allgemein linear abnimmt, während die durch Gasdruck bedingte Kraft auf die Stange als Funktion zunehmender Temperatur im wesentlichen linear zunimmt, besteht die Neigung, daß sich die jeweiligen Änderungen der zwei Kräfte, die zum Stützen einer Bedienungskraft zusammenwirken, einander ausgleichen. Demzufolge kompensiert das federbelastete Ventil 38 durch Änderungen der Gastemperatur bedingte Schwankungen des Gasdrucks und minimiert hierdurch Schwankungen der auf die Stange wirkenden Kraft in einer Richtung, welche der Einwärtsbewegung der Stange in Richtung des Verschlusses unter einer Bedienungskraft entgegenwirkt. Natürlich läßt sich durch sorgfältige Ausgestaltung einer die vorliegende Erfindung enthaltenden Gasfeder die Bedienungskraft derart einstellen, daß sie über einen breiten Temperaturbereich im wesentlichen konstant bleibt. In Hinblick auf Kraftverluste der Stange durch reduzierten Gasdruck wird es jedoch ausreichen, die Offenhaltekraft (die Ausgangskraft der Gasfeder) nur unter einer Grenze von z.B. 15ºC mittels der Bimetallfeder 50 anzuheben. Über der Grenztemperatur drückt die Feder 50 nicht auf das Ventilelement 38 und es bleibt offen. In diesem Fall stellt die Gasfederausgangskraft allein die Offenhaltekraft dar, welche die Last und die Bedienungskraft stützt.

Wenn sich der zweite Bypass öffnet, kann Fluid von dem inneren Raum IC durch die Ventilpassage 36, den Hohlraum 40 und die Nuten 46 in den äußeren Raum CC fließen, wie in Fig. 4 mit den Pfeilen gezeigt. Demzufolge können sich die Stange 18 und der Kolben 26 durch den Zylinder 12 zu dem Zylinderendverschluß 16 unter der Bedienungskraft bewegen, die in Fig. 4 mit dem Pfeil CF bezeichnet ist.

Wenn sich die Last unter der Gasfederkraft, die durch eine Bedienungskraft unterstützt werden kann oder nicht, wie in Fig. 3 mit dem Pfeil OF gezeigt zu einer offenen Stellung bewegt wird, öffnet sich das Schirmventil 34 in der Passage reltiv frei und erlaubt einen Fluidfluß aus dem äußeren Raum OC durch die Nuten 46, den Hohlraum 40 und die Passage 32 in den inneren Raum IC, wie in Fig. 3 mit den Pfeilen gezeigt. Während dessen bleibt der zweite Bypass geschlossen.

Die Ausführung von Fig. 5 gleicht in vielerlei Hinsicht jener der Fig. 1 bis 4. Demzufolge sind in Fig. 5 die gleichen Bezugszeichen verwendet, jedoch mit einem hochgestellten Index (') versehen. Um Toleranzschwankungen zu kompensieren und die Bimetallfeder 50' vor Klappern zu schützen, wenn diese bei hohen Temperaturen schrumpft, ist eine Druckfeder, wie etwa ein Paar von Tellerfedern 52, in Serie zu der Bimetallfeder in dem Hohlraum angebracht.

In der in Fig. 6 gezeigten Ausführung nimmt ein Kolben 100 mit einem Hohlraum 102 und einer Innenpassage 104 ein elastomeres Ventilsitzelement 106 auf, das durch einen an dem Kolbenkopf befestigten Halter 108 an Ort und Stelle gehalten wird. Ein in einer Passage 112 aufgenommenes Schirmventil 110 bildet einen Einwegbypass, durch den Fluid von dem äußeren Raum zu dem inneren Raum fließen kann, wenn sich die Stange unter der Ausgangskraft der Gasfeder aus dem Zylinder heraus bewegt. Eine Schraubendruckfeder 114 spannt ein Ventilelement 116 in eine dicht geschlossene Stellung in Eingriff mit dem Ventilsitzelement 106. Eine Bimetallfeder 118 steht zwischen einem Stiftabschnitt 116a des Ventilelements und dem Federhalter 108 in Eingriff und wirkt der Vorspannkraft der Feder 114 mit einer Kraft entgegen, die in allgemein linearer Funktion der Zunahme ihrer Temperatur zunimmt. Demzufolge wirkt sie bei geringen Temperaturen mit relativ geringen Kräften auf das Ventilelement 116, und das Ventil wird durch die Schraubenfeder 114 mit relativ hoher Kraft geschlossen gehalten, um hierdurch bei geringen Temperaturen die reduzierte Gasfederausgangskraft zu kompensieren. Wenn ihre Temperatur zunimmt, wirkt die Bimetallfeder mit zunehmenden Kräften auf das Ventilelement, um hierdurch die auf das Ventil wirkende Nettokraft zu reduzieren und es geschlossen zu halten und die durch zunehmende Temperatur bedingte Zunahme der Ausgangskraft der Gasfeder auszugleichen.

Der Fachmann kann zahlreiche Anderungen und Modifikationen der oben beschriebenen Ausführungen durchführen. Beispielsweise kann das Ventil in dem ersten Bypass in der Kolbendichtung enthalten sein. Ferner kann die Rate des Fluidflusses durch den ersten Bypass durch geeignete Ausgestaltung der Nuten 46 begrenzt sein, um die Bewegungsgeschwindigkeit der Last von der geschlossenen zur offenen Stellung zu verlangsamen.


Anspruch[de]

1. Gasfeder (10), umfassend ein eine Kammer (IC, OC) begrenzendes Zylinderelement (12), einen Verschluß (16) an einem Ende des Zylinderelements (12), eine Kolbenstange (18), die in Dichtbeziehung zu dem Zylinderelement (12) an dem anderen Ende (21) des Zylinderelements (12) aufgenommen ist und zu dem Verschluß (16) hin und von diesem weg beweglich ist, einen Kolben (26; 100), der an der Kolbenstange (18) in der Kammer (IC, OC) befestigt ist und Dichtmittel (30) ünd Ventilmittel (34, 38; 34', 38'; 110, 106, 116) aufweist, welche die Kammer (IC, OC) in einen inneren Raum (IC) nahe dem einen Ende des Zylinders und einen äußeren Raum (OC) nahe dem anderen Ende des Zylinders trennen, wobei die Volumina der Räume (IC, OC) entsprechend der Stellung des Kolbens (26; 100) veränderlich sind, eine in einem Teil der Kammer (IC, OC) enthaltene Flüssigkeitsmenge, eine in dem verbleibenden Teil der Kammer (IC, OC) enthaltene Gasmenge mit über Atmosphärendruck liegendem Druck, Mittel (46, 32, 40; 40' ; 112) , welche an dem Kolben (26; 100) einen ersten Bypass festlegen, um einen Flüssigkeits- und Gasfluß von dem äußeren Raum (OC) zu dem inneren Raum (IC) zu gestatten, wenn sich der Kolben (26; 100) und die Stange (18) in Antwort auf die Stange (18) nach außen drückende Kräfte (OF) zu dem äußeren Raum (OC) hin bewegen, ein Einwegventilmittel (34; 34' ; 110) zum Schließen des ersten Bypasses, um zu verhindern, daß Gas und Flüssigkeit durch ihn hindurch von dem inneren Raum (IC) zu dem äußeren Raum (OC) fließen, wenn die Stange (18) und der Kolben (26; 100) zu dem inneren Raum (IC) hin bewegt werden, Mittel (46, 36, 40; 40' ; 104) , welche an dem Kolben (26; 100) einen zweiten Bypass festlegen, um bei Bewegung der Stange (18) zu dem inneren Raum (IC) hin einen Gas- und Flüssigkeitsfluß von dem inneren Raum (IC) zu dem äußeren Raum (OC) zu gestatten, sowie ein dem zweiten Bypass zugeordnetes federbelastetes Einwegventilmittel (38; 38'; 106, 116), um bei Fehlen einer vorbestimmten Druckdifferenz zwischen der Flüssigkeit und dem Gas in dem inneren Raum (IC) und dem äußeren Raum (OC) einen Fluß durch jenes hindurch zu verhindern, dadurch gekennzeichnet, daß eine auf Temperatur ansprechende Bimetallfeder (50, 50'; 118) dem zweiten Bypassventilmittel (38; 38' ; 106, 116) betriebsmäßig derart zugeordnet ist, daß es auf das zweite Bypassventilmittel (38; 38' ; 106, 116) mit einer Vorspannkraft wirkt, die sich als Funktion der Temperatur des Gases in der Kammer (IC, OC) ändert und durch Anderungen der Gastemperatur bedingte Schwankungen des Gasdrucks kompensiert und hierdurch Schwankungen jener Kraft, die auf die Stange (18) in Richtung entgegen einer Bewegung der Stange (18) zu dem inneren Raum (IC) hin wirkt, minimiert.

2. Gasfeder nach Anspruch 1, in der das zweite Bypassventilmittel (38; 38') einen Sitz (38a) und ein mit dem Sitz (38a) in Dichteingriff bringbares Ventilelement (38b) umfaßt, und wobei die Bimetallfeder (50; 50') das Ventilelement (38b) in Dichteingriff mit dem Sitz (38a) mit einer Kraft spannt, die als Funktion abnehmender Temperatur zunimmt.

3. Gasfeder nach Anspruch 2, welche ferner eine an der Bimetallfeder (50') angreifende Druckfeder (52) umfaßt.

4. Gasfeder nach Anspruch 1, in der das zweite Bypassventilmittel (106, 116) einen Sitz (106) und ein mit dem Sitz (106) in Dichteingriff bringbares Ventilelement (116) aufweist, und die ferner eine das Ventilelement (116) in Dichteingriff mit dem Dichtelement (106) spannende Druckfeder (114) umfaßt, und wobei die Bimetallfeder (118) angeordnet ist, um der Druckfeder (114) entgegenzuwirken und an das Ventilelement (116) in dessen Öffnungsrichtung eine Kraft anzulegen, die als Funktion zunehmender Temperatur des Gases in der Kammer zunimmt.







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