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Dokumentenidentifikation DE19543629A1 22.05.1997
Titel Verfahren zum Ausrichten und Fixieren von Hilfsbauwerken sowie Richtpfahl
Anmelder Nef, Marcel, Bichwil, CH;
Nef, Kurt, Flawil, CH
Erfinder Nef, Marcel, Bichwil, CH;
Nef, Kurt, Flawil, CH
Vertreter Weber, W., Dipl.-Ing.(FH), Pat.- u. Rechtsanw., 69115 Heidelberg
DE-Anmeldedatum 23.11.1995
DE-Aktenzeichen 19543629
Offenlegungstag 22.05.1997
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.05.1997
IPC-Hauptklasse E04G 21/00
IPC-Nebenklasse E04G 17/14   E04G 25/08   E04H 12/08   
Zusammenfassung Der neue Richtpfahl (1) weist eine längsverschiebliche und auf den Boden absenkbare Boden-Klemmvorrichtung (3) auf, die mit einer Durchgangsöffnung für das Einschieben und Festklemmen einer Stützlatte (4) versehen ist. Insbesondere Hilfsbauwerke können mit den weniger als meterlangen Richtpfählen exakt fixiert, gerichtet und verstrebt werden. Die Festklemmung erfolgt schraubstockartig durch eine Gewindespindel (3), oder über eine Keilverbindung, so daß selbst große Kräfte von Hilfsbauwerken abgefangen werden können, ohne daß sich die Verbindung verschiebt. Die Boden-Klemmvorrichtung kann mit weiteren Klemmstellen z. B. für das Sichern von Armierungen versehen werden. Der erfindungsgemäße Richtpfahl kann ferner auch in großen Längen bzw. entsprechenden Aufsetzteilen für das Abstützen von Abschrankungen oder Abschalungen verwendet werden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Richtpfahl sowie ein Verfahren zum Ausrichten und Fixieren von Hilfsbauwerken wie z. B. Abschalungen und Verstrebungen im Baugewerbe, mit einem im Abstand von dem Hilfsbauwerk in den Boden einschlagbaren Richtpfahl sowie beidseitig festmachbarer Stützlatte.

Im Baugewerbe werden seit jeher Richtpfähle für die verschiedensten Zwecke verwendet. Das Hauptproblem besteht darin, daß bei einem Bau "auf grüner Wiese" bzw. in einer frisch ausgehobenen Baugrube oder einem Baugraben außer dem Erdboden keine Fixationsmöglichkeiten vorhanden sind. Richtpfähle sind meistens die ersten Befestigungsstellen für das Festlegen und Verankern von Hilfsbauwerken. Es sind dies Bodenplattenabschalungen, Bodenwand-Anschlußarmierungen, Verstrebungen von Wandschalungen, Schnurgerüste, Brustwehre, aber auch Schutzgeländer und Schutzwände, welche exakt ausgerichtet gegenüber Richtpfählen fixiert werden. Im Gegensatz zu normalen Abschrankungs- oder Zaunpfählen, die üblicherweise eine totale Länge von über 1,2 bis 1,8 Meter und mehr aufweisen sind Richtpfähle kurz und dick und weniger als 1,2 Meter, meistens sogar nur etwa 0,5 bis 0,9 Meter lang. Holzrichtpfähle werden im Abstand von dem zu erstellenden Hilfsbauwerk in den Boden geschlagen und Holzlatten an dem Bauwerk sowie an dem Richtpfahl fest vernagelt. Obwohl die Holzlatten in einem optimalen Winkel festgemacht werden, muß der Verbund doch relativ große Querkräfte von vielen hundert kg auffangen können. Der Richtpfahl ist ein kurzer, dicker, starker Holzpfahl und muß auch unter großer Belastung z. B. beim Betoneinfüllen und Vibrieren stabil bleiben und das Hilfsbauwerk millimetergenau sichern. Die bekannten Holzrichtpfähle haben zwei wesentliche Nachteile. Zum einen sind Holzpfähle nur einmal oder nur wenige Male verwendbar, da sie vielfach schon beim Einschlagen beschädigt werden und im Baugelände, besonders durch Feuchtigkeit schnell verderben. Der zweite Nachteil liegt darin, daß das Annageln der Stützlatten problematisch sein kann, da das Bauwerk meistens in zwei Richtungen genau ausgerichtet werden muß. Es ist dies z. B. die senkrechte Richtung und die Geradlinigkeit für die Längserstreckung. Längere Bauwerke müssen an mehreren Stellen über je einen starken Richtpfahl gesichert werden. Das Ausrichten erfolgt in Schritten, wobei anfänglich die Stützlatte z. B. nur mit einem halb eingeschlagenen Nagel gesichert wird, was oft ein Nachrichten bedingt. Sowohl der Holzverschleiß wie auch der Arbeitsaufwand ist groß. Es sind schon verschiedentlich spezielle Richtpfähle und Vorrichtungen vorgeschlagen worden z. B. für das Abschalen von Betonplatten. Weil diese speziellen Richtpfähle aber nur für ganz besondere Arbeiten verwendbar sind, konnten sie in der Praxis nicht in größerem Umfang Eingang finden.

Der Erfindung wurde nun die Aufgabe zugrunde gelegt, einen Richtpfahl zu entwickeln, dessen Anwendungsmöglichkeiten sich nicht nur auf einen Arbeitsvorgang beschränken, sondern für verschiedene Arbeiten beliebig oft verwendbar ist, und in der Anwendung den zeitlichen Arbeitsaufwand für das Ausrichten und Fixieren auf ein Minimum beschränkt und auch bei sehr großen Querkräften millimetergenau stand hält.

Das erfindungsgemäße Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, daß der Richtpfahl bis zu einer genügenden Standfestigkeit in den Boden gerammt und am Richtpfahl eine Boden-Klemmvorrichtung auf Erdbodenhöhe gesetzt, eine von der Klemmvorrichtung, bzw. von der Bodenhöhe bis zum Hilfsbauwerk reichende Stützlatte angesetzt, einseitig festgemacht und die Stützlatte nach allfälligem Ausrichten oder Nachrichten des Hilfsbauwerkes zwischen Richtpfahl und Hilfsbauwerk fixiert wird.

Die Erfindung betrifft ferner einen Richtpfahl, insbesondere von weniger als 1,2 m totaler Länge für das Festmachen von Stützlatten für das Ausrichten und Fixieren von Hilfsbauwerken wie z. B. Abschalungen und Verstrebungen im Baugewerbe, und ist dadurch gekennzeichnet, daß der Richtpfahl eine, auch bei unterschiedlicher Einschlagtiefe etwa auf Erdbodenhöhe setzbare Boden-Klemmvorrichtung aufweist, durch welche nach allfälligem Ausrichten oder Nachrichten des Hilfsbauwerkes die Stützlatte an dem Richtpfahl kraftschlüssig fixierbar ist, so daß die Kräfte über dem Richtpfahl selbst unmittelbar in den Boden abfangbar sind.

Von den Erfindern sind insbesondere zwei Sachverhalte erkannt worden. Zum einen muß der Richtpfahl im Bereich der üblichen Pfahltiefen beliebig tief einschlagbar sein. Dies bedeutet, daß der Pfahl in sehr weichen, stark homosen oder lehmigen Böden in die maximale Tiefe von z. B. 40 cm oder mehr eingeschlagen werden muß. Anderseits ist bei sehr steinigem Untergrund oft nur eine Tiefe von 20 bis 30 cm möglich. Die geringe Einschlagtiefe ergibt aber oft eine ebenso gute Standfestigkeit für den Richtpfahl. Zum zweiten wurde erkannt, daß die großen quer zu dem Richtpfahl wirkenden Kraftkomponenten von dem Hilfsbauwerk möglichst in Bodennähe abgefangen werden soll. Wichtig ist deshalb, daß die Klemmung der Stützlatte unabhängig der Einschlagtiefe unmittelbar über dem Boden bzw. im Bodenbereich erfolgt. Wie in der Folge gezeigt wird, ist der Kraftübergang derart eindeutig, daß die Klemmvorrichtung an sich gar nicht an dem Richtpfahl verschraubt werden muß. Es genügt, wenn diese ösenartig am Pfahl eingehängt und über der wesentlichen Länge des Richtpfahles hin- und hergleiten kann und die kraftmäßige Verbindung erst durch die Klemmung von Stützlatte und Pfahleisen entsteht. Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Stützlatte unmittelbar in Bezug auf den Richtpfahl fixiert wird. Es ist aber auch denkbar, die Klemmvorrichtung so auszugestalten, daß die Stützlatte in der Klemmvorrichtung selbst vollständig eingespannt wird. In diesem Fall muß aber dafür gesorgt werden, daß zwischen der Klemmvorrichtung und dem Richtpfahl jegliches Spiel aufgehoben und auch eine vertikale Verschiebung der Stützlatte und eine Verdrehung ausgeschlossen bleibt. Das unmittelbare Fixieren der Stützlatte auf den Richtpfahl ergibt auf einfachste Weise den gleichen Effekt wie das Annageln der Holzlatte an einen Holzpfahl.

Die Erfindung erlaubt eine ganze Anzahl weiterer vorteilhafter Ausgestaltungen. Vorzugsweise wird der Richtpfahl als massives Pfahleisen von etwa 20 bis 30 mm Querschnitt z. B. als Rundeisen oder Armierungseisen, vorzugsweise mit gehärteter Pfahlspitze und im wesentlichen einheitlichem Querschnitt ausgebildet, wobei die Boden-Klemmvorrichtung in Bezug auf das Pfahleisen in wählbarer Lage frei schiebbar bzw. setzbar ist. Funktionell weist das Pfahleisen zwei ähnlich lange Abschnitte von etwa 40 bis 50 cm Länge mit gleichem Querschnitt auf, einem Einschlagabschnitt sowie einem Kulissenabschnitt, wobei die Boden-Klemmvorrichtung für unterschiedliche Einschlagtiefen über beide Abschnitte verschiebbar ist. Dies bedeutet, daß im praktischen Einsatz das obere, freie Ende des Pfahleisens je nach Einschlagtiefe die Klemmvorrichtung um ein variierendes Maß überragt.

Die Boden-Klemmvorrichtung weist einen Stützbügel für die Aufnahme der Stützlatte sowie ein Spannelement für die Stützlatte auf, wobei der Stützbügel vorzugsweise über zwei Parallelführungen auf den Pfahleisen in wählbarer Lage setzbar ist. Der Stützbügel kann eine mehr rechteckige, gerundete oder dreieckige Form aufweisen. Bei der gerundeten oder dreieckigen Form ist das Klemmittel im Bereich der äußersten Stelle im mittleren oder unteren Teil angeordnet. Das Klemmittel kann z. B. eine Gewindespindel oder auch ein Keil sein. Wichtig ist für das Klemmittel, daß es schnell und leicht lösbar und spannbar ist. Für die Parallelführungen liegt die einfachste Lösung in zwei Rohrstücken, die einen etwas größeren Innendurchmesser haben, als das Pfahleisen. Ganz besonders bevorzugt weist das Pfahleisen einen runden Querschnitt auf, so daß der Stützbügel mit den Parallelführungen um die Achse des Pfahleisens drehbeweglich sich frei einstellt. Der große Vorteil liegt darin, daß sich die Klemmvorrichtung in eine optimale Richtung zu der Stützlatte einstellt und die Klemmung ohne unnötige Verspannkräfte erfolgt. Es ist ferner möglich, daß die Boden-Klemmvorrichtung zwei, vorzugsweise in einem Winkel von 90° versetzte Stützbügel aufweist, oder daß an dem Richtpfahl zwei unabhängig einsetzbare Klemmvorrichtungen für entsprechende Stützlatten angeordnet sind. Gemäß einem weiteren Ausgestaltungsgedanken wird an der Boden-Klemmvorrichtung wenigstens eine zusätzliche Klemmstelle insbesondere für die Festklemmung eines Rundeisens angeordnet. Die Boden- Klemmvorrichtung kann ferner kulissenartig auf dem Richtpfahl derart geführt sein, daß sie in beliebiger Höhenlage und beliebiger Drehlage frei einsetzbar ist, derart, daß die Klemmung der Stützlatte zwischen Spannelement und Pfahleisen sich über dem Erdboden frei ergibt. Obwohl die Klemmvorrichtung sowie der Richtpfahl als vollständig getrennte Teile verwendet werden können, werden sie bevorzugt als Arbeitseinheit als verbundene Elemente konzipiert, wenn auch nur in loser Schiebeverbindung. Es sind aber auch andere Verbindungen möglich, so lange die Kräfte sicher und einfach übertragen werden können.

Die neue Erfindung erlaubt ferner eine Verwendung des Richtpfahles, sei es mit einer Länge von z. B. 1 bis 2 Metern oder mit Aufsatzteil für das Abstützen von Abschrankungslatten, Abschrankungswänden oder Abschalungen. In diesen Fällen wird der Richtpfahl nicht mehr in seiner Grundbestimmung sondern als Stützpfahl verwendet. Z.B. auch in der Art der Stützleisten für Abschrankungslatten wie sie als einfacher Bauzaun oft in Gebrauch sind.

In der Folge wird die Erfindung nun an Hand einiger Ausführungsbeispiele mit weiteren Einzelheiten beschrieben. Es zeigen:

Fig. 1, 1a einen erfindungsgemäßen Richtpfahl im Arbeitseinsatz;

Fig. 2, 2a eine Vorder- und Seitenansicht des Richtpfahles;

Fig. 3, 3a und 3b verschiedene Ausgestaltungen mit Längskeilklemmung;

Fig. 4, 4a und 4b weitere Ausgestaltungen mit Querkeilklemmung;

Fig. 5 die Sicherung von Verstrebungen eines Bauvisieres;

Fig. 6 den Einsatz für das Sichern eines Schnurgerüstes;

Fig. 7 eine Bodenbetonplatten-Abschalung mit Fixierung der Bodenwand-Anschlußarmierung;

Fig. 8 das Aufstellen, Verstreben und Ausrichten einer Wandverschalung;

Fig. 9, 9a die Anwendung von Richtpfählen für das Stellen einer Schaltafel- oder Bretterschutzwand, wobei 7a in Schnitt VII-VII der Fig. 7 ist.

In der Folge wird nun auf die Fig. 1, 1a, 2 und 2a Bezug genommen. In der Fig. 1 ist ein Richtpfahl 1 perspektivisch im Einsatz dargestellt, wobei mit OKB die Oberkante des Erdbodens bezeichnet ist. Der Richtpfahl 1 ist in das Erdreich E eingeschlagen. Der Richtpfahl 1 besteht im wesentlichen aus einem massiven Pfahleisen 2 an dem kulissenartig eine Bodenklemmvorrichtung 3 kulissenartig verschiebbar angeordnet und für den Arbeitseinsatz auf den Erdboden abgesenkt ist. Für das Einschlagen des Pfahleisens 2 kann die Boden-Klemmvorrichtung 3 entweder über dem Erdboden gehalten oder direkt auf den Erdboden gesetzt werden. Der Richtpfahl dient in erster Linie für das Fixieren und die Übernahme der Kräfte, die über eine Stützlatte 4 von einem Bauwerk B wirken (Fig. 1a). Die Boden-Klemmvorrichtung 3 weist einen U-förmigen Bügel 5 mit Verstärkungsrippe 6 für die Aufnahme verschiedenster Querschnitte von Latten sowie einer Gewindehülse 7 auf. In der Gewindehülse ist drehbeweglich eine Gewindespindel 8 angeordnet, die mittels einem Flügelgriff schraubstockartig verstellt werden kann. Die Boden- Klemmvorrichtung 3 kann vor der Klemmung über zwei Führungsrohre 10 und 11, welche einen etwas größeren inneren Durchmesser als der äußere Durchmesser D des Pfahleisens 2 aufweisen, gegenüber dem Pfahleisen ohne Reibung leicht verschoben werden. Dadurch daß das Hilfsbauwerk B mit dem Richtpfahl 1 über die Stützlatte 4 starr verbunden wird, entsteht ein entsprechend starres Kräftedreieck: Bauwerk/Stützlatte/Erdboden. Die Krafteinleitung erfolgt von der Stützlatte in den Bereich des Erdbodens, wie mit dem Punkt DP angedeutet ist. Die dabei entstehenden Querkräfte auf den Richtpfahl 1 reduzieren sich sehr stark auf eine reine Schubkraft S über dem Erdboden. Die Beanspruchung des Richtpfahles ist auf diese Weise sogar verbessert gegenüber dem bisherigen Holzpfahl, bei dem die Krafteinwirkung über Nägel erfolgt, die oft zu hoch z. B. 5 bis 20 cm über den Erdboden eingeschlagen werden. Da in vielen Fällen eine weitere Sicherung z. B. von Armierungseisen erwünscht ist, ist an dem Richtpfahl eine weitere Klemmstelle 12 angeordnet. Bevorzugt wird die Spitze 13 des Pfahleisens gehärtet, damit auch bei jahrelangem Einsatz die Spitze 13 erhalten bleibt.

In den Fig. 2 und 2a ist der Richtpfahl 1 nochmals dargestellt. Mit Et ist die Einschlagtiefe bezeichnet. Et1 ist eine geringe, Et2 eine große Einschlagtiefe, es verschiebt sich in Bezug auf den Richtpfahl die Oberkante des Bodens von OKB1 zu OKB2. Entsprechend wird die Bodenklemmvorrichtung 3 gemäß Fig. 2a um das Maß As1 oder As2 abgesenkt bzw. auf den Boden gesetzt. Es wäre denkbar, das untere Klemmrohr sogar in den Boden zu stoßen, damit die Krafteinleitung noch tiefer erfolgt. Bei sehr schwierigem Baugrund oder bei der Übernahme von sehr großen Kräften können sogar zwei Pfahleisen in kurzem Abstand nacheinander in den Boden geschlagen werden, so daß die Stützlatte durch zwei Richtpfähle gehalten wird.

Die Fig. 3 und 4 zeigen Lösungen mit Keilklemmung. In der Fig. 3 ist der Bügel 5 als U- oder Winkeleisen hergestellt. An dessen horizontalen Schenkeln 15, 15&min; ist je ein Durchgangsloch 14, das um ein kleines Spiel größer ist, als der Durchmesser des Pfahleisens 2 angebracht. Ein Keil 16 ist durch eine entsprechende Schlitzöffnung in den horizontalen Schenkel 15, 15&min; geschlagen und fixiert die Stützlatte 4 gegenüber dem Pfahleisen. Die Fig. 3a zeigt einen Bügel 5&min;&min; der als Flacheisen ausgebildet ist. In der Fig. 3b ist der ganze Bügel aus Rundprofileisen hergestellt, hat aber die gleiche Funktion wie Fig. 3 und 3a. Bei Lösungen gemäß Fig. 3 ist die Krafteinwirkung des Keiles in Bezug auf den Bügel optimal, da keine Biegekräfte auftreten. Bei Lösungen gemäß Fig. 1 und 2 sowie auch gemäß Fig. 4 muß der Bügel eine genügende Biegesteifigkeit haben. In der Fig. 4, 4a und 4b ist der Keil als Querkeil 16&min; ausgebildet und hat den Vorteil, daß sowohl das Einschlagen wie das Lösen sehr praktisch ist. Der besondere Vorteil der Lösungen gemäß Fig. 1, 2 sowie 4 ist der, daß die Krafteinwirkung auf die Stützlatte auch bei nicht ganz planen Stützlatten eindeutiger ist. Die Lösungen gemäß der Fig. 3 bedingt ein stärkeres Einschlagen des Keiles 16, damit die Fixation besonders auch in Bodennähe eindeutig ist.

Die Fig. 5 zeigt ein erstes Anwendungsbeispiel für die Sicherung einer Visierstange 20, welche durch zwei Stützlatten 4, 4&min; gehalten ist. Beide Stützlatten werden in der üblichen winkligen Anordnung fixiert, an der Visierstange vernagelt, über die Richtpfähle 1, 1&min; geklemmt und gesichert.

Die Fig. 6 stellt eine besonders interessante Anwendung, für das Sichern eines Schnurgerüstes 30 dar. Zwei Richtpfähle 1, 1&min; sind im Einsatz und übernehmen gemäß Fig. 1 die Kräfte, wobei es hier Zugkräfte sind. Eine Richtlatte 31 wird über zwei Eisenpfähle 32 resp. 32&min; gehalten. Die Eisenpfähle entsprechen vorteilhafterweise dem Pfahleisen gemäß Fig. 1, sind jedoch je nach Bedarf beliebig lang. Der weitere Vorteil liegt nun darin, daß bei beiden Eisenpfählen je zwei Klemmvorrichtungen 3&min; eingesetzt sind. Der Aufbau der Klemmvorrichtungen ist vorteilhafterweise identisch zu der Lösung gemäß Fig. 1 und 2. Die Klemmvorrichtungen 3&min; werden dabei nicht auf den Boden abgesenkt sondern nach einem genauen Ausrichten der Richtlatte 31 bzw. Stützlatte 4 in der entsprechenden Höhenlage fixiert.

Die Fig. 7 zeigt die Abschalung von Bodenbetonplatten. Ein Schalbrett 40 wird über eine horizontal gesetzte Stützlatte bzw. ein Stützbrett 41 exakt in der gewünschten Position gehalten. Dieses Beispiel zeigt, wie mit einer weiteren Klemmstelle 12 ein Paßstück in der Form eines Rundeisens 42 fixiert und z. B. eine Bodenwandarmierung 43 in Position gehalten werden kann.

In Fig. 8 ist eine Möglichkeit dargestellt, wie eine Wandschalung 50 erfindungsgemäß z. B. mit den Schritten X, Y und Z ausgerichtet werden kann. Bei X ist die die Wandschalung noch nicht im Senkel, was mit α1 angedeutet ist. Wie an Hand der Fig. 1 dargestellt wurde, wird nun ein Richtpfahl 1 in einem Abstand a in den Boden geschlagen, die Boden-Klemmvorrichtung auf Erdbodenhöhe gesetzt und eine Stützlatte 4 eingesetzt und gemäß Schritt Y oben provisorisch mit Nagel 51 vernagelt. Die Wandschalung wird nun senkrecht und horizontaler Flucht ausgerichtet (α2) und in der gewünschten Lage durch Festziehen der Klemmvorrichtung 3 fixiert (Schritt Z). Danach kann die Stützlatte soweit erforderlich mit weiteren Nägeln 52 gesichert werden.

Die Fig. 9 und 9a zeigt wie die erfindungsgemäßen Richtpfähle auch für die Errichtung von Schaltafel- oder Bretterschutzwänden 60 verwendbar ist. Hier werden entsprechend Fig. 4 längere bzw. verlängerte Eisenpfähle 32, 32&min; z. B. von einer Länge von 1,6 m verwendet. An den Eisenpfählen werden Längslatten 61 festgeklemmt, an denen die Bretter oder Schalltafeln angenagelt werden können. Die Eisenpfähle 32, 32&min; können auch hier zusätzlich mit Richtpfählen, sofern erforderlich, gestützt werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Ausrichten und Fixieren von Hilfsbauwerken wie z. B. Abschalungen und Verstrebungen im Baugewerbe mit einem oder mehreren im Abstand von den Hilfsbauwerken in den Boden einschlagbaren Richtpfählen sowie beidseits festmachbare Stützlatten, dadurch gekennzeichnet, daß der Richtpfahl bis zu einer genügenden Standfestigkeit in den Boden gerammt und eine am Richtpfahl angebrachte Boden- Klemmvorrichtung auf Erdbodenhöhe gesetzt, eine von der Klemmvorrichtung bis zum Hilfsbauwerk reichende Stützlatte am Hilfsbauwerk angesetzt, einseitig festgemacht und die Stützlatte nach allfälligem Ausrichtungen oder Nachrichten des Hilfsbauwerkes zwischen Richtpfahl und Hilfsbauwerk fixiert wird.
  2. 2. Richtpfahl, insbesondere von weniger als 1,2 m totaler Länge für das Festmachen von Stützlatten und das Ausrichten und Fixieren von Hilfsbauwerken wie z. B. Abschalungen und Verstrebungen im Baugewerbe, dadurch gekennzeichnet, daß der Richtpfahl als Pfahleisen ausgebildet ist und eine auch bei unterschiedlicher Einschlagtiefe etwa auf Erdbodenhöhe setzbare Boden-Klemmvorrichtung aufweist, durch welche nach allfälligem Ausrichten oder Nachrichten des Hilfsbauwerkes die Stützlatte an dem Richtpfahl kraftschlüssig fixierbar ist, so daß die Kräfte über den Richtpfahl unmittelbar in Bodennähe abfangbar sind.
  3. 3. Richtpfahl nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß er als vorzugsweise massives Pfahleisen mit einheitlichem Querschnitt ausgebildet und die Klemmvorrichtung frei schiebbar an dem Pfahleisen angebracht und in wählbarer Position mit der Stützlatte fixierbar ist.
  4. 4. Richtpfahl nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß er zwei ähnlich lange Abschnitte von etwa 40 bis 50 cm Länge mit gleichem Querschnitt aufweist, einem Einschlagabschnitt sowie einem Kulissenabschnitt, wobei die Klemmvorrichtung für unterschiedliche Einschlagtiefen über beide Abschnitte verschiebbar ist.
  5. 5. Richtpfahl nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Klemmvorrichtung einen Stützbügel für die Aufnahme der Stützlatte, sowie ein Spannelement für die Stützlatte aufweist, wobei der Stützbügel vorzugsweise über zwei Parallelführungen an dem Pfahleisen in wählbare Lage setzbar ist.
  6. 6. Richtpfahl nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Pfahleisen einen runden Querschnitt aufweist und der Stützbügel mit den Parallelführungen um die Achse des Pfahleisens drehbeweglich frei einstellbar ist.
  7. 7. Richtpfahl nach einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Klemmvorrichtung zwei, vorzugsweise in einem Winkel von 90° versetzte Stützbügel aufweist, oder daß an dem Richtpfahl zwei unabhängig einsetzbare Klemmvorrichtungen angeordnet sind.
  8. 8. Richtpfahl nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß an der Klemmvorrichtung wenigstens eine weitere Klemmstelle insbesondere für die Festklemmung eines Rundeisens angeordnet ist.
  9. 9. Richtpfahl nach einem der Ansprüche 2 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Klemmvorrichtung kulissenartig auf dem Richtpfahl derart geführt ist, daß sie in beliebige Höhenlage und beliebiger Drehlage frei setzbar ist, und die Klemmung der Stützlatte zwischen Spannelement und Pfahleisen insbesondere durch einen Keil oder eine Spannschraube erfolgt.
  10. 10. Verwendung des Richtpfahles, mit einer Länge von 1 bis 2 m insbesondere mit einem Aufsatzteil für das Abstützen von Abschrankungslatten, Abschrankungswänden oder Abschalungen.






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