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Dokumentenidentifikation DE3808802C2 28.08.1997
Titel Wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial
Anmelder Fuji Photo Film Co., Ltd., Minami-ashigara, Kanagawa, JP
Erfinder Shimomura, Akihiro, Fujinomiya, Shizuoka, JP;
Usami, Toshimasa, Fujinomiya, Shizuoka, JP;
Hatakeyama, Seiji, Fujinomiya, Shizuoka, JP
Vertreter Patentanwälte Dr. Solf & Zapf, 81543 München
DE-Anmeldedatum 16.03.1988
DE-Aktenzeichen 3808802
Offenlegungstag 29.09.1988
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 28.08.1997
Veröffentlichungstag im Patentblatt 28.08.1997
IPC-Hauptklasse B41M 5/28
IPC-Nebenklasse B41M 5/26   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial nach dem Oberbegriff von Anspruch 1.

Als konventionelle Filmfolien für die Verwendung in einem Lichtbildprojektor wurden früher Filmfolien verwendet, die bei einem wärmeempfindlichen Kopierverfahren unter Verwendung von wärmereaktiven Substanzen erhalten werden, während in den letzten Jahren solche verwendet wurden, die durch thermische Verformung eines Films selbst oder einer auf einen Film aufgebrachten Harzschicht erhalten wurden und solche, bei welchen gefärbte Pulver an einem transparenten Träger fest haften, oder solche vom wärmeempfindlichen Übertragungstyp, wobei eine Druckfolie für einen Faksimiledrucker verwendet wird.

Aus US-A-3 684 552 ist ein gefärbtes wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial bekannt, welches eine durch Wärme entfärbbare Farbschicht aufweist, die einen aminreaktiven Farbstoff und ein spezifisches Salz, wie ein Tetraalkylammoniumcyanoacetat, in Lösung in einem filmbildenden Bindemittel enthält.

DE 30 10 858 A1 beschreibt eine Transparentfolie für die Overhead-Projektion mit einer Beschichtung in einem dunklen Farbton, der im Bereich der auf der Folie erzeugten Schriftzeichen in einen hellen, kontrastierenden Farbton umschlägt, wobei dieser Farbumschlag durch Löschen des dunklen Farbtones entsteht, wobei der Farbumschlag im Wege des Thermokopierens unter Zuhilfenahme eines Entwicklerblattes erfolgt, das in einer Bindemittelschicht ein schmelz- bzw. sublimierbares Alkali enthält.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial zu schaffen, das für den Overhead-Projektor geeignet ist und welches mittels eines Wärmedruckkopfes kontrastreiche Bilder vom Negativtyp liefern kann.

Diese Aufgabe wird durch das in Anspruch 1 angegebene wärmeempfindliche Aufzeichnungsmaterial gelöst.

Die Unteransprüche geben vorteilhafte Ausgestaltungen solch eines wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmediums an.

Beispiele für transparente Filmträger sind Polyester-, Acrylharz-, Styrol/Acryl-Copolymer- und Celluloseacetatfilme. Der Filmträger ist jedoch nicht auf diese Materialien beschränkt. Wenn andererseits die Beschichtungszusammensetzung auf einen Papierträger aufgebracht wird, erhält man ein negatives wärmeempfindliches Papier.

Eine wärmeempfindliche Schicht des erfindungsgemäßen wärmeempfindlichen Materials wird nachstehend näher beschrieben.

Die Elektronen abgebenden Farbstoffvorläufer sind bekannte farblose oder schwach (hell)gefärbte Verbindungen, die ihre Farbe entwickeln können durch Abgabe eines Elektrons oder durch Aufnahme eines Protons einer Säure. Diese Verbindungen besitzen als Teil ihrer Struktur das Grundgerüst beispielsweise eines Lactons, Lactams, Sultons, Spriropyrans, Esters und Amids, und diese Grundgerüste unterliegen beim Kontakt mit einem Farbentwickler einer Ringöffnung oder Bindungsspaltung. Zu bevorzugten Beispielen für solche Verbindungen gehören Triarylmethanverbindungen, Diphenylmethanverbindungen, Xanthenverbindungen, Thiazinverbindungen und Spiropyranverbindungen.

Die Farbentwickler, die mit Elektronen abgebenden farblosen Vorläufern beim Erhitzen eine Farbentwicklungsreaktion eingehen können, können solche sein, die in geeigneter Weise aus bekannten Farbentwicklern ausgewählt werden. Zu geeigneten Beispielen für Farbentwickler, die mit Leukofarbstoffen kombiniert werden können, gehören beispielsweise Phenolverbindungen, Triphenylmethanverbindungen, Schwefel enthaltende Phenolverbindungen, Carbonsäureverbindungen, Sulfonverbindungen, Harnstoff- oder Thioharnstoffverbindungen u. dgl. Einzelheiten bezüglich der Farbentwickler sind beispielsweise in "Kami Pulp Gijutsu Times", Seiten 49-54, und Seiten 65-70 (1985), beschrieben. Unter diesen Farbentwicklern sind diejenigen mit Schmelzpunkten von 50 bis 250°C, insbesondere Phenole und organische Säuren mit Schmelzpunkten von 60 bis 200°C, die in Wasser kaum löslich sind, bevorzugt. Die kombinierte Verwendung von zwei oder mehr Farbentwicklern ist wegen der Zunahme der Löslichkeit erwünscht.

Besonders bevorzugte Farbentwickler sind solche der nachstehend angegebenen allgemeinen Formeln (I) bis (V):



m = 0-2, n = 2-11



worin R&sub1; eine Alkylgruppe, eine Arylgruppe, eine Aryloxygruppe oder eine Aralkylgruppe bedeutet. Bevorzugt ist R&sub1; eine Methylgruppe, eine Ethylgruppe und eine Butylgruppe.



worin R&sub2; eine Alkylgruppe bedeutet. Bevorzugt ist R&sub2; eine Butylgruppe, eine Pentylgruppe, eine Heptylgruppe und eine Octylgruppe und R&sub3; steht für ein Wasserstoffatom oder eine Methylgruppe und n steht für 0 bis 2.



worin R&sub4; eine Alkylgruppe, eine Aryloxygruppe oder eine Aralkylgruppe bedeutet.



worin R&sub5; und R&sub6; jeweils ein Wasserstoffatom, ein Halogenatom, eine Hydroxylgruppe, eine Nitrogruppe, eine Alkylgruppe, eine Allylgruppe, eine Aralkylgruppe und eine Alkylallylgruppe bedeutet.

Den obengenannten Entwicklern kann gewünschtenfalls ein Lichtentfärbungsinhibitor zugesetzt werden, wie beispielsweise in JP-A-60-125 470, 60-125 471 und 60-125 472 beschrieben ist.

Erfindungsgemäß wird ein solcher Farbentwickler in Form einer emulgierten Dispersion verwendet. Die Dispersion kann hergestellt werden durch Auflösen von Farbentwicklern in einem in Wasser schwach löslichen oder unlöslichen organischen Lösungsmittel und Mischen der resultierenden Lösung mit einer wäßrigen Phase, die ein oberflächenaktives Agens und ein wasserlösliches hohes Polymeres als Schutzkolloid enthält, um die Lösung in der wäßrigen Phase zu emulgieren und zu dispergieren.

Ein organisches Lösungsmittel, das zum Auflösen der Elektronen abgebenden Farbstoffvorläufer und Farbentwickler verwendet werden kann, kann in geeigneter Weise ausgewählt werden aus den generell in einem druckempfindlichen Aufzeichnungsmaterial verwendeten Ölen oder Estern mit einem hohen Siedepunkt. Unter diesen Ölen sind insbesondere die Ester und Öle mit mehr als zwei Benzolringen erwünscht.

Die Öle sind Ester oder Verbindungen der nachstehend angegebenen allgemeinen Formeln (VI) bis (VIII), Triarylmethane (wie Tritoluylmethan, Toluyldiphenylmethan), Terphenylverbindungen (wie Terphenyl), alkylierte Diphenylether (wie Propyldiphenylether), hydrierte Terphenylverbindungen (wie Hexahydroterphenyl), Diphenylether und chlorierte Paraffine.



worin bedeuten:

R¹ ein Wasserstoffatom oder eine Alkylgruppe mit 1 bis 18 Kohlenstoffatomen;

R² eine Alkylgruppe mit 1 bis 18 Kohlenstoffatomen; und

p¹ und q¹ jeweils eine ganze Zahl von 1 bis 4, mit der Maßgabe, daß die Gesamtanzahl der Alkylgruppen 4 oder weniger beträgt.

Bevorzugte Alkylgruppen, die durch R¹ und R² dargestellt werden, enthalten 1 bis 18 Kohlenstoffatome.



worin bedeuten:

R³ ein Wasserstoffatom oder eine Alkylgruppe mit 1 bis 12 Kohlenstoffatomen;

R&sup4; eine Alkylgruppe mit 1 bis 12 Kohlenstoffatomen;

n die Zahl 1 oder 2; und

p² und q² jeweils eine ganze Zahl von 1 bis 4.

Die Gesamtanzahl der Alkylgruppen beträgt 4 oder weniger für den Fall, daß n=1, während sie 6 oder weniger beträgt, für den Fall, daß n=2.



worin bedeuten:

R&sup5; und R&sup6;, die gleich oder verschieden sein können, jeweils ein Wasserstoffatom oder eine Alkylgruppe mit 1 bis 18 Kohlenstoffatomen;

m eine ganze Zahl von 1 bis 13; und

p³ und q³ jeweils eine ganze Zahl von 1 bis 3, mit der Maßgabe, daß die Gesamtanzahl der Alkylgruppen 3 oder weniger beträgt.

Unter den durch R&sup5; und R&sup6; dargestellten Alkylgruppen sind diejenigen, die 2 bis 4 Kohlenstoffatome enthalten, besonders bevorzugt.

Beispiele für die durch die Formel (VI) dargestellten Verbindungen sind Dimethylnaphthalin, Diethylnaphthalin und Diisopropylnaphthalin.

Beispiele für die durch die Formel (VII) dargestellten Verbindungen sind Dimethylbiphenyl, Diethylbiphenyl, Diisopropylbiphenyl und Diisobutylbiphenyl.

Beispiele für die durch die Formel (VIII) dargestellten Verbindungen sind 1-Methyl-1-dimethylphenyl- 1-phenylmethan, 1-Ethyl-1-dimethylphenyl-1-phenylmethan und 1-Propyl-1-dimethylphenyl-1-phenylmethan.

Beispiele für Ester sind Phosphate (wie Triphenylphosphat, Tricresylphosphat, Butylphosphat, Octylphosphat, Cresyl-biphenylphosphat), Phthalate (wie Dibutylphthalat, 2-Ethylhexylphthalat, Ethylphthalat, Octylphthalat, Butylbenzylphthalat, Tetrahydrodioctylphthalat), Benzoate (wie Ethylbenzoat, Propylbenzoat, Butylbenzoat, Isopentylbenzoat, Benzylbenzoat), Abietate (wie Ethylabietat, Benzylabietat), Dioctyladipat, Diethylsuccinat, Isodecylsuccinat, Dioctylazelat, Oxalate (wie Dibutyloxalat, Dipentyloxalat), Diethylmalonat, Maleate (wie Dimethylmaleat, Diethylmaleat, Dibutylmaleat), Tributylcitrat, Sorbinsäureester (wie Methylsorbat, Ethylsorbat, Butylsorbat), Sebacinsäureester (wie Dibutylsebacat, Dioctylsebacat), Ethylenglycolester (wie Ameisensäuremonoester und -diester, Buttersäuremonoester und -diester, Laurinsäuremonoester und -diester, Palmitinsäuremonoester und -diester, Stearinsäuremonoester und -diester, Ölsäuremonoester und -diester), Triacetin, Diethylcarbonat, Diphenylcarbonat, Ethylencarbonat, Propylencarbonat, Borsäureester (wie Tributylborat, Tripentylborat). Unter diesen Estern ist die Verwendung von Tricresylphosphat vom Standpunkt der Stabilisierung der emulgierten Dispersion der Farbentwickler besonders bevorzugt.

Die obengenannten Öle können in Form einer Mischung von zwei oder mehr derselben oder in Kombination mit anderen Ölen verwendet werden.

Außerdem können Hilfslösungsmittel mit niedrigen Siedepunkten, die als Auflösungshilfsmittel fungieren, den obengenannten organischen Lösungsmitteln erfindungsgemäß zugesetzt werden. Einige dieser organischen Lösungsmittel sind Ethylacetat, Isopropylacetat, Butylacetat und Methylenchlorid.

Wasserlösliche hohe Polymere, die als Schutzkolloid in einer wäßrigen Phase enthalten sein können, die mit einer öligen Phase gemischt werden soll, in der die Elektronen abgebenden Farbstoffvorläufer und Farbentwickler gelöst sind, können in geeigneter Weise aus bekannten anionischen, nichtionischen oder amphoteren hohen Polymeren ausgewählt werden. Unter diesen hohen Polymeren sind Polyvinylalkohol, Gelatine und Cellulosederivate bevorzugt.

Die oberflächenaktiven Agentien, die zusätzlich in der wäßrigen Phase enthalten sein können, können in geeigneter Weise ausgewählt werden aus anionischen oder nicht-ionischen oberflächenaktiven Agentien, die keine Ausfällung oder Kondensation durch Wechselwirkung mit den vorstehend beschriebenen Schutzkolloiden hervorrufen. Beispiele für oberflächenaktive Agentien, die bevorzugt verwendet werden können, sind Natriumalkylbenzolsulfonate (wie Natriumdodecylbenzolfulfonat), Natriumalkylsulfate (wie Natriumlaurylsulfat), Natriumdioctylsulfosuccinate und Polyalkylenglycole (wie Polyoxyethylennonylphenyläther).

Eine emulgierte Dispersion von Elektronen abgebenden Farbstoffvorläufern und Farbentwicklern, die erfindungsgemäß verwendet werden, kann leicht hergestellt werden durch Mischen einer die Elektronen abgebenden Farbstoffvorläufer und die Farbentwickler enthaltenden Ölphase mit einer ein Schutzkolloid und ein oberflächenaktives Agens enthaltenden wäßrigen Phase unter Verwendung einer generellen Vorrichtung zur Herstellung einer feinkörnigen Emulsion, wie z. B. eines Hochgeschwindigkeitsrührers oder einer Ultraschalldispergiervorrichtung, um die erstgenannte Phase in der letztgenannten Phase zu dispergieren.

Zu der auf diese Weise erhaltenen emulgierten Dispersion können gegebenenfalls Mittel zur Herabsetzung des Schmelzpunkts für die Farbentwickler zugesetzt werden. Einige dieser Mittel besitzen die Funktion, auch die Glasumwandlungspunkte der vorstehend beschriebenen Materialien für die Kapselwände zu steuern. Beispiele für diese Mittel sind Hydroxyverbindungen, Carbamatverbindungen, Sulfonamidverbindungen und aromatische Methoxyverbindungen. Einzelheiten dieser Verbindungen sind in JP-A-59-244 190 beschrieben.

Diese Mittel zur Herabsetzung des Schmelzpunkts können in einer Menge von 0,1 bis 2 Gew.-Teilen, vorzugsweise von 0,5 bis 1 Gew.-Teil pro Gew.-Teil Farbentwickler, verwendet werden. Es ist erwünscht, daß das Mittel zur Herabsetzung des Schmelzpunkts und der Farbentwickler, dessen Schmelzpunkt herabgesetzt werden kann, an der gleichen Stelle verwendet werden. Wenn sie an getrennten Stellen zugesetzt werden, beträgt eine bevorzugte Zugabemenge des Mittels zur Herabsetzung des Schmelzpunkts das 1- bis 3fache derjenigen der obengenannten Menge.

Die Menge des Farbentwicklers in Form einer Schicht beträgt 0,05 bis 8 g/m² und diejenige des Elektronen abgebenden Farbstoffvorläufers beträgt 0,02 bis 4 g/m².

Ein Entfärbungsmittel, das erfindungsgemäß verwendet wird, besitzt eine Entfärbungswirkung auf das Farbbildungssystem, das aus einem basischen Farbstoff und einem Farbentwickler besteht. Beispiele für erfindungsgemäß verwendbare Entfärbungsmittel sind:

  • (a) Addukte, hergestellt aus Bisphenolen und Alkylenoxiden (wie in JP-A-53-46 689 beschrieben):



    worin A eine Methylen- oder Alkylidengruppe bedeutet,
  • (b) Methylolamide und -bisamide mit einem Schmelzpunkt von 110°C oder höher (wie in JP-A-53-99 563 beschrieben),
  • (c) langkettige 1,2-Glycole (wie in JP-A-53-99 563 beschrieben),
  • (d) Terephthalsäure/Ethylenoxid-Addukt (wie in JP-A-53-96 666 beschrieben),
  • (e) feste Alkohole, wie Stearylalkohol, Tripropylcarbinol, Polyethylenglycol, Polypropylenglycol, 1,8-Octandiol, Dimethylpentaglycerin, 1,2,3,4-Tetraoxybutan u. dgl. (wie in JP-B-50-17 865 beschrieben),
  • (f) Polyether oder Polyethylenglycolderivate, wie Polyoxydecamethylen, Polyoxymethylen, Polyethylenoxid, Trimethylenoxid, Polymere, 1,3-dioxolanpolymere, Polyoxyethylenalkylamine, Sorbitanmonostearat, Polyoxyethylenoleyläther, Polyethylenglycolmonostearat, Polyoxyethylenalkylamide und Oxyethylenalkylamine (wie in JP-B-50-17 867 und 50-17 868 beschrieben),
  • (g) Acetamid, Stearoamid, Phthalonitril, m-Nitroanilin und β-Naphthylamin (wie in JP-B-51-19 991 beschrieben),
  • (h) Guanidinderivate, wie 1,3-Dichlorohexyl-1,2-phenyl- guanidin, 1,3-Dicyclohexyl-2-naphthyl-guanidin, 2,3-Dicyclo- hexyl-1-phenyl-guanidin, 1,2,3-Triphenyl-guanidin u. dgl. (wie in JP-B-51-29 024 beschrieben), und
  • (i) Aminde oder quaternäre Ammoniumsalze, wie Tribenzylamin, N,N,N&min;, N&min;-Tetrabenzylethylendiamin, Tricyclohexylamin, Dioctadecylamin, 2-Aminobenzoxazol, Dodecyltrimethylammoniumchlorid, Hexadecyltrimethylammoniumchlorid u. dgl. (wie in JP-A-50-18 048 beschrieben).


Das Entfärbungsmittel wird in einer zum Entfärben der aus dem basischen Farbstoff erzeugten Farbe ausreichenden Menge aufgebracht, die experimentell bestimmt werden kann. Im allgemeinen liegt die bevorzugt verwendete Menge des Entfärbungsmittels in dem Bereich von 0,05 bis 8 g/m².

Erfindungsgemäß kann die Mikroeinkapselung eines solchen Entfärbungsmittels, wie vorstehend beschrieben, verhindern, daß eine Entfärbung bei der Herstellung des wärmeempfindlichen Materials auftritt, und gleichzeitig wird dadurch eine Verbesserung der Eigenschaften bei der Lagerung sowohl bezüglich der Frische des wärmeempfindlichen Materials als auch bezüglich der darin erfolgten Aufzeichnung gewährleistet. Darüber hinaus kann die zum Zeitpunkt der Aufzeichnung erzielbare Bilddichte erhöht werden durch eine geeignete Auswahl eines Wandmaterials und eines geeigneten Herstellungsverfahrens für die Mikrokapseln.

Beispiele für Wandmaterialien für die Mikrokapseln sind Polyurethan, Polyharnstoff, Polyester, Polycarbonat, Harnstoff/Formaldehyd-Harz, Melaminharz, Polystyrol, Styrol/Methacrylat-Copolymer, Styrol/Acrylat-Copolymer, Gelatine, Polyvinylpyrrolidon und Polyvinylalkohol. Diese makromolekularen Substanzen können in Form von Kombinationen von zwei oder mehreren verwendet werden.

Unter den obengenannten makromolekularen Substanzen sind Polyurethan, Polyharnstoff, Polyamid, Polyester und Polycarbonat bevorzugt. Polyurethan und Polyharnstoff ergeben besonders gute Ergebnisse.

Die Mikrokapseln, die erfindungsgemäß verwendet werden sollen, werden vorzugsweise hergestellt durch Emulgieren eines eine reaktionsfähige Substanz, wie ein Entfärbungsmittel, enthaltenden Kernmaterials und anschließendes Ausbilden einer Wand aus einer makromolekularen Substanz um die Tröpfchen des Kernmaterials herum, um das Kernmaterial in Mikrokapseln einzuschließen. Zu diesem Zweck werden Reaktanten zur Herstellung einer makromolekularen Substanz dem Innern und/oder dem Äußern der Öltröpfchen zugesetzt. Einzelheiten bezüglich der Mikrokapseln, die erfindungsgemäß bevorzugt verwendet werden können, beispielsweise bezüglich der Herstellungsverfahren der Mikrokapseln, die bevorzugt verwendet werden können, sind in JP-A-59-222 716 beschrieben.

Als eines der Kernmaterialien der Mikrokapseln kann ein organisches Lösungsmittel zusammen mit dem Entfärbungsmittel zugegeben werden. Ähnliche organische Lösungsmittel, die zum Auflösen der Elektronen abgebenden Farbstoffvorläufer und Farbentwickler verwendet werden können, können als obengenannte organische Lösungsmittel verwendet werden.

Um die Transparenz des thermisch bedruckten Teils in hohem Ausmaß aufrechtzuerhalten, ist es erwünscht, daß der Brechungsindex des Kernmaterials der Mikrokapseln nahezu gleich demjenigen der Ölphase ist, in der der Elektronen abgebende Farbstoffvorläufer und der Farbentwickler gelöst sind.

Eine bevorzugte Größe der erfindungsgemäß zu verwendenden Mikrokapseln beträgt 2 µm oder weniger, insbesondere 1 µm oder weniger, bezogen auf den Volumendurchschnitt nach dem Bewertungsverfahren, wie es beispielsweise in JP-A-60-214 990 beschrieben ist.

Erwünschte Mikrokapseln, die auf die vorstehend beschriebene Weise hergestellt werden, sind nicht solche, die durch Wärme oder Druck zerbrechen, sondern solche, die eine Mikrokapselwand aufweisen, durch welche im Innern bzw. außerhalb der einzelnen Mikrokapseln vorhandene reaktive Substanzen bei einer hohen Temperatur passieren können, um miteinander zu reagieren.

Das erfindungsgemäße wärmeempfindliche Aufzeichnungsmaterial kann unter Anwendung einer Beschichtungstechnik unter Zuhilfenahme eines geeigneten Bindemittels hergestellt werden.

Als Bindemittel können wasserlösliche Polymere und verschiedene Arten von Emulsionen, wie Polyvinylalkohol, Methylcellulose, Carboxymethylcellulose, Hydroxypropylcellulose, Gummiarabikum, Gelatine, Polyvinylpyrrolidon, Casein, Styrol/Butadien- Latex, Acrylnitril-Butadien-Latex, Polyvinylacetat, Polyacrylat und Ethylen/Vinylacetat-Copolymer-Emulsion verwendet werden. Die Menge, in der das Bindemittel verwendet wird, beträgt 0,02 bis 5 g/m², bezogen auf Feststoffbasis.

Das erfindungsgemäße wärmeempfindliche Aufzeichnungsmaterial wird hergestellt durch Aufbringen einer wärmeempfindlichen Schicht auf einen Träger, beispielsweise aus Papier oder aus Kunstharzfilm, durch Aufbringen und Trocknen einer Beschichtungszusammensetzung, in der Mikrokapseln enthalten sind, welche ein Entfärbungsmittel in einer Dispersion umschließen, die mindestens einen Elektronen abgebenden Farbstoffvorläufer und einen Farbentwickler im emulgierten Zustand als Hauptkomponente enthält, und außerdem durch Einarbeiten eines Bindemittels und andere Zusätze unter Anwendung eines konventionellen Beschichtungsverfahrens, wie z. B. eines Stabbeschichtungsverfahrens, eines Klingenbeschichtungsverfahrens, eines Luftmesserbeschichtungsverfahrens, eines Gravürebeschichtungsverfahrens, eines Walzenbeschichtungsverfahrens, eines Sprühbeschichtungsverfahrens und eines Tauchbeschichtungsverfahrens. Die Beschichtungsmenge der wärmeempfindlichen Schicht wird so eingestellt, daß sie 2,5 bis 25 g/m², bezogen auf Feststoffbasis, beträgt.

Um ein Anhaften an einem Wärmekopf zu verhindern und die Beschreibbarkeit zu verbessern, kann das erfindungsgemäße wärmeempfindliche Aufzeichnungsmaterial ein Pigment, wie z. B. ein Siliciumdioxid, Bariumsulfat, Titanoxid, Aluminiumhydroxid, Zinkoxid, Calciumcarbonat, und feinpulvrige Styrolperlen oder ein Harnstoffmelaminharz enthalten. Um die Transparenz der wärmeempfindlichen Schicht aufrechtzuerhalten, ist es erwünscht, eine Schutzschicht aufzubringen, um die Frischhaltequalität und die Stabilität des aufgezeichneten Bildes zu verbessern, und dann werden die obengenannten Pigmente der Schutzschicht zugesetzt. Einzelheiten der Schutzschicht sind beispielsweise in "Kami Pulp Gijutsu Times" (November 1985), Seiten 2-4, zu finden.

Zur Verhinderung des Anhaftphänomens können auch Metallseifen verwendet werden. Eine geeignete Menge, in der diese Zusätze verwendet werden, beträgt 0,2 bis 7 g/m².

Hinter dem Träger kann eine Rückschicht (Unterlagenschicht) ausgebildet werden, um bestimmte Eigenschaften, wie z. B. die Neigung zum Aufrollen, die antistatischen Eigenschaften und die Glätte, zu verbessern. Als Komponenten für die Rückschicht (Unterlagenschicht) ist es zweckmäßig, ähnliche, wie sie zur Herstellung der Schutzschicht verwendet werden, und ein Antistatikmittel zu verwenden.

Die Erfindung wird durch die folgenden Beispiele näher erläutert, ohne jedoch darauf beschränkt zu sein.

Beispiel 1

Farbentwickler (a), (b), (c) und ein Elektronen abgebender Farbstoffvorläufer (d), dargestellt durch die nachstehend angegebenen Strukturformeln, werden in Mengen von 2 g, 1g, 8 g bzw. 2 g einem Lösungsmittelgemisch aus 5 g Diethylmaleat und 10 g Ethylacetat zugegeben. Die so erhaltene Lösung der Farbentwickler wird mit 40 g einer 8%igen wäßrigen Lösung von Polyvinylalkohol, 50 g Wasser und 0,5 g Natriumdodecylbenzolsulfonat gemischt und unter Rühren mit 10 000 UpM 5 Minuten lang bei Raumtemperatur unter Verwendung eines Ace-Homogenisators zur Herstellung einer emulgierten Dispersion mit einer Korngröße von 0,5 µm emulgiert.

Farbentwickler (a) Zinksalz von
Farbentwickler (b)
Farbentwickler (c)
Elektronen abgebender Farbstoffvorläufer (d)
Entfärbungsmittel (e)


worin a+b+c+d=12. Herstellung einer Entfärbungsmittel-Kapsel-Lösung

10 g des nachstehend angegebenen Entfärbungsmittels, 20 g 1-Phenyl-1-xylylethan, 10 g Ehylacetat und 25 g Takenate D 110 N (Handelsname für ein Kapselwandmaterial) werden miteinander gemischt. Dann wird die erhaltene Lösung mit 60 g einer 8gew.-%igen wäßrigen Lösung von Polyvinylalkohol 217 E und 20 g Wasser gemischt und unter Rühren mit 10 000 UpM 5 Minuten lang unter Verwendung eines Ace-Homogenisators emulgiert. Dann wird die resultierende Emulsion mit 150 g Wasser verdünnt und 3 Stunden lang bei 40°C stehengelassen, um die Mikroeinkapselungsreaktion durchzuführen. Auf diese Weise erhält man eine Lösung, die Mikrokapseln mit einer Größe von 0,7 µm enthält.

Herstellung eines wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterials

Ein 5,0-g-Anteil der obengenannten Kapsel-Lösung, ein 10,0-g- Anteil der obengenannten emulgierten Dispersion des Elektronen abgebenden Farbstoffvorläufers und Farbentwicklers und 5,0 g Wasser werden unter Rühren miteinander gemischt, in Form einer Schicht auf einen 70 µm dicken transparenten Polyethylenterephthalat(PET)-Filmträger in einer Beschichtungsmenge von 15 g/m², bezogen auf Feststoffbasis, aufgebracht und getrocknet. Darauf wird eine 2 µm dicke Schutzschicht mit der nachstehend angegebenen Zusammensetzung zur Herstellung eines transparenten wärmeempfindlichen Films aufgebracht.

Zusammensetzung der Schutzschicht Modifizierter Polyvinylalkohol mit Silikon 1 Gew.-Teil (auf Feststoffbasis) Kolloidales Siliciumdioxid 1,5 Gew.-Teil (auf Feststoffbasis) Zinkstearat 0,02 Gew.-Teile (Feststoffbasis) Paraffinwachs 0,01 Gew.-Teil (Feststoffbasis)

Vergleichsbeispiel Herstellung einer ein Färbungsmittel enthaltenden Lösung

30 g des Elektronen abgebenden Farbstoffvorläufers (d) und 30 g Benzilhydroxybenzoat werden zu 250 g wäßrigem Polyvinylalkohol zugegeben, dann wird die Temperatur der Lösung auf 96°C erhöht und diese Temperatur wird 1 Stunde lang unter Rühren aufrechterhalten. Die Temperatur der Lösung wird auf Raumtemperatur abgesenkt, und es wird unter Verwendung einer Kugelmühle dispergiert, so daß eine Emulsion mit einer durchschnittlichen Größe von 3 µm erhalten wird.

Herstellung einer ein Entfärbungsmittel enthaltenden Lösung

Andererseits werden 30 g Triphenylguanidin zu 150 g Polyvinylalkohol zugegeben, und es wird mit einer Kugelmühle dispergiert, so daß die durchschnittliche Größe der Emulsion 2 µm beträgt.

2) Herstellung einer Beschichtungslösung für die Bildung einer wärmeempfindlichen Schicht und eines Überzugs darauf

Die nachstehend angegebene Mischung wird in Form einer Schicht auf einen 70 µm dicken Polyethylenterephthalatträger in einer Beschichtungsmenge von 10 g/m², bezogen auf Feststoffbasis, aufgebracht:

Färbemittel enthaltende Lösung 30 g Entfärbungsmittel enthaltende Lösung 70 g 50%iger Styrol-Butadien-Latex 10 g

3) Herstellung einer Beschichtungslösung zur Herstellung der Schutzschicht und eines Überzugs darauf

Die Schutzschicht wird auf die gleiche Weise wie in dem obigen Beispiel hergestellt.

Bewertung

Bei jeder Probe wird eine thermische Aufzeichnung durchgeführt unter Verwendung einer Faksimile-Vorrichtung. Der Teil mit der Aufzeichnung ist transparent geworden und die Aufzeichnungsprobe kann für den OHP verwendet werden, wobei die in dem Beispiel erhaltene Probe eine derart verbesserte Transparenz gegenüber der in dem Vergleichsbeispiel erhaltenen Probe aufweist, daß das Projektionsbild der zuerst genannten Probe viel besser ist als dasjenige der zuletzt genannten Probe.


Anspruch[de]
  1. 1. Wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial, umfassend eine auf einem Träger aufgebrachte, durch Wärme entfärbbare gefärbte Schicht, dadurch gekennzeichnet, daß die gefärbte Schicht aus einer emulgierten Dispersion eines farblosen oder schwach gefärbten, Elektronen abgebenden Farbstoffvorläufers und eines Farbentwicklers in einem in Wasser schwach löslichen oder unlöslichen organischen Lösungsmittel hergestellt wurde und Entfärberlösung enthaltende Mikrokapseln aufweist, deren Wandmaterial beim Erwärmen der gefärbten Schicht für den Entfärber durchlässig ist.
  2. 2. Wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das organische Lösungsmittel ein Ester oder ein Gemisch aus Estern ist.
  3. 3. Wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Farbentwickler einen Schmelzpunkt zwischen 50 und 250°C besitzt.
  4. 4. Wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Farbentwickler aus in Wasser schwach löslichen Phenolen und organischen Säuren besteht.






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