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Dokumentenidentifikation DE69307976T2 28.08.1997
EP-Veröffentlichungsnummer 0588335
Titel Trennungssäule und Verfahren zum Verhindern ihrer Verschlechterung
Anmelder Hitachi, Ltd., Tokio/Tokyo, JP
Erfinder Miura, Junkichi, Hitachi-shi, JP;
Yasuda, Kenji, Nakano-ku, Tokyo, JP;
Ito, Mitsuo, Nishiibaraki-gun, Ibaraki-ken, JP;
Ito, Masahito, Katsuta-shi, JP
Vertreter Strehl, Schübel-Hopf, Groening & Partner, 80538 München
DE-Aktenzeichen 69307976
Vertragsstaaten DE, FR, GB
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 15.09.1993
EP-Aktenzeichen 931148787
EP-Offenlegungsdatum 23.03.1994
EP date of grant 05.02.1997
Veröffentlichungstag im Patentblatt 28.08.1997
IPC-Hauptklasse B01J 39/06
IPC-Nebenklasse B01D 15/08   G01N 30/96   

Beschreibung[de]
HINTERGRUND DER ERFINDUNG 1) Bereich der Erfindung

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Trennsäule zur Verwendung bei einer Flüssigkeits-Chromatographie, insbesondere 4 eine Trennsäule mit einer verbesserten Aufbewahrungsstabilität und ein Verfahren zur Präparierung einer Trennsäule, das deren Verschlechterung beispielsweise während eines Transports verhindert.

2) Verwandter Stand der Technik

Trennsäulen und Packungsmaterialien zur Verwendung bei einer Flüssigkeits-Chromatographie sind in Chuichi Hirayama und Yoshio Okamoto, Resin for Chromatography, herausgegeben von Kyoritsu Shuppan K.K. (1989), genau offenbart, wobei darin neue Materialien erwähnt sind, die insbesondere auf ein besseres Wirken von Packungsmaterialien und eine mögliche Ausweitung von Anwendungsbereichen von Packungsmaterialien ausgerichtet sind.

Trennsäulen, welche die auf ein besseres Wirken abzielenden neuen Materialien als Packungsmaterial verwenden, sind mit Problemen, wie einer verhältnismäßig geringen Stabilität, einer schnelleren Verschlechterung während des Aufbewahrungszeitraums von der Präparation der Säulen bis zu deren Anwendung oder sogar bis nach deren Anwendung, das heißt mit einer kürzeren Lebensdauer als gewöhnliche Trennsäulen, behaftet.

Bis vor kurzem war lediglich ein auf eine klinische, chemische Analyse ausgerichteter Flüssigkeits-Chromatograph im Handel erhältlich. Wenn ein Bediener eine Flüssigkeits Chromatographie mit einer erheblich verschlechterten Trennsäule durchführt, ohne den Verschlechterungszustand in irgendeinster Weise zu berücksichtigen, so treten leicht Erkennungsfehler oder eine fehlerhafte Eichung der Basislinie auf, was größere Fehler bei einer quantitativen Bestimmung nach sich zieht. Wenn der Bediener, der die Verschlechterung der Trennsäule berücksichtigt, Parameter des Flüssigkeits-Chromatographen ändert oder die verschlechterte Trennsäule gegen eine neue austauscht, lassen sich Erkennungsfehler verhindem, jedoch ist der Bediener gezwungen, eine derartige zusätzliche komplizierte Arbeit zu leisten.

Ferner ist es schwierig, völlig gleiche Trennsäulen zu präparieren, selbst wenn das gleiche Packungsmaterial in die Säulen gepackt wird, so daß bei Trennsäulen mit kürzerer Lebensdauer die Häufigkeit des Austauschs von Säulen größer ist, was das Risiko einer Verschlechterung der resultierenden Chromatogramm-Qualität erhöht. Daher müssen manche Trennsäulen in gekühltem Zustand aufbewahrt werden, um eine Verschlechterung während der Aufbewahrung zu verhindern. Dieses Verfahren benötigte jedoch viel Zeit und eine zusätzliche Steuereinrichtung für die Aufbewahrung und den Transport der Trennsäule.

Herkömmliche Trennsäulen und Verfahren zu deren Behandlung sind in EP-A-0 563 865 (Stand der Technik unter Art. 54(3) EPC) und in DE-A-3 908 302 offenbart, wovon der Oberbegriff von Anspruch 1 ausgeht. In Anbetracht der Tatsache, daß diese Trennsäulen mit einem Packungsmaterial mit einer bestimmten chemisch funktionellen Gruppe gefüllt sind, werden sie im Betrieb mit einem Eluierungsmittel mit der gleichen bzw. einer ähnlichen funktionellen Gruppe gespült. Gemäß EP A-0 368 092 weist das Eluierungsmittel Ladungen von der gleichen Art wie das Ionentausch-Packungsmaterial auf. Diese Eluierungsmittel befreien Moleküle, die vom Packungsmaterial adsorbiert sind, und tragen sie aus der Säule hinaus.

ZUSAMENFASSUNG DER ERFINDUNG

Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine gepackte Trennsäule zu schaffen, die sich leicht über längere Zeit aufbewahren läßt. Eine weitere Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein einfaches Verfahren zur Aufbewahrung einer Trennsäule zu schaffen. Diese Aufgaben sind durch die in Anspruch 1 dargelegte Trennsäule und das in Anspruch 8 definierte Verfahren gelöst. Die Unteransprüche zielen auf bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung ab.

Eine Realisierung der vorliegenden Erfindung schafft eine Trennsäule, die in der Lage ist, eine Verschlechterung der Leistung eines Packungsmaterials mittels einer einfachen Struktur ohne irgendeine spezielle, gekühlte Aufbewahrungseinrichtung während des Aufbewahrungszeitraums von Zeitpunkt der Präparation an bis zum Anwendungszeitpunkt oder sogar bis nach der Anwendung zu verhindern.

Die vorliegende Erfindung kann eine Verschlechterung von Eigenschaften eines Packungsmaterials während des Transports der Trennsäule verhindern.

In Untersuchungen eines Verfahrens zum Verhindern von Anderungen hinsichtlich der Trennleistung, Retentionszeit etc. während der Aufbewahrung bzw. nach der Anwendung, um diese Probleme zu lösen, haben die Erfinder der vorliegenden Erfindung festgestellt, daß die Verschlechterung der Eigenschaften der Trennsäule in Anderungen chemisch funktioneller Gruppen begründet ist, die im Packungsmaterial eingefügt sind, und haben die vorliegende Erfindung auf der Grundlage dieses Untersuchungsergebnisses geschaffen. Erfindungsgemäß lassen sich diese Probleme demnach mittels einer Lösung als Füllflüssigkeit der Trennsäule lösen, die Moleküle mit der gleichen Struktur wie das Packungsmaterial enthält, wodurch Veränderungen des Packungsmaterials in einer Trennsäule während der Aufbewahrung verhindert werden und die Trennsäule lange Zeit während der Aufbewahrungszeitspanne oder sogar nach der Anwendung in einem hinsichtlich der Säulenleistung weniger verschlechterten Zustand gehalten wird.

Erfindungsgemäß wird die Trennsäule transportiert, nachdem die Lösung, die Moleküle mit der gleichen Struktur wie das Packungsmaterial enthält, zusammen mit dem Packungsmaterial in die Trennsäule gefüllt wird.

Ferner wird die Trennsäule erfindungsgemäß einer Probenanalyse unterzogen, indem nach einem Durchgang einer Probenlösung durch die Trennsäule ein Durchgang der Lösung, die Moleküle mit der gleichen Struktur wie das Packungsmaterial enthält, durch die Trennsäule erfolgt.

Ferner wird erfindungsgemäß die Lösung, die Moleküle mit der gleichen Struktur wie das Packungsmaterial enthält, als Füllflüssigkeit verwendet, um eine Verschlechterung der Leistung der Trennsäule zu verhindern.

GENAUE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG

Nachfolgend werden Wirkungsweisen der vorliegenden Erfindung genau beschrieben.

Trägersubstanzen, denen bei der vorliegenden Erfindung funktionelle Gruppen hinzugefügt werden müssen, umfassen zum Beispiel Silikagel, organische Polymergele etc.. Die Erläuterung erfolgt unter Bezugnahme auf ein auf Methacrylsäureester basierendes Gel, das für die organischen Polymergels typisch ist.

Monomere zur Verwendung bei einer Gelsynthese umfassen zum Beispiel hydrophile Methacrylsäureester etc., wie Hydroxyethyl-Methacrylsäureester, Polyäthylenglykol-Methacrylsäureester, Glyzerin-Methacrylsäureester etc..

Vernetzungsmittel zur Verwendung bei der Gelsynthese umfassen zum Beispiel Mehrzweck-Methacrylsäureester etc., wie Äthylenglykol-Dimethacrylsäureester, Triäthylenglykol-Dimethacrylsäureester etc. Die Polymerisation der Monomere und des Vernetzungsmittels ist nicht besonders begrenzt, und es lassen sich für die Polymerisation gewöhnliche Verfahren verwenden. Die Polymerisation und Hinzufügung von Ionenaustauschgruppen lassen sich durch in JP-A 2-196810 und JP-A 3-2553601 offenbarte Verfahren durchführen.

Das durch ein beliebiges dieser Verfahren vorbereitete Gel wird in eine Säule aus rostfreiem Stahl oder Kunstharz gepackt, um die Trennsäule zu präparieren. Der Packungsvorgang ist nicht besonders begrenzt. Das Packen kann zum Beispiel durch ein Schlammpackungsverfahren erfolgen, bei dem ein Gel in einer wäßrigen, verdünnten Lösung eines Salzes suspendiert wird, wodurch ein Gelschlamm vorbereitet wird, und der Schlamm unter hohem Druck in eine Trennsäule gepackt wird.

Im Falle einer Trennsäule, die mit einem Gel gefüllt ist, in welches Carboxylgruppen oder Carboxyalkylgruppen als schwache Kationenaustauschgruppen eingeführt wurden, ist eine Verschlechterung der Leistung, insbesondere eine Verkürzung der Retentionszeit infolge eines Ausfalls von Ionenaustauschgruppen, einer Dehydratisierungs-Kondensation von Ionenaustauschgruppen selbst etc., während der Aufbewahrung sogar im unbenutzten Zustand sogar nach dem Packen zu beobachten.

Selbst bei einer derartigen Trennsäule lassen sich die oben erwähnten Änderungen von Ionenaustauschgruppen mittels einer wäßrigen Lösung mit Carboxylgruppen und Carboxyalkylgruppen als Füllflüssigkeit der Trennsäulen unterdrücken, und als Folge daraus kann eine Verschlechterung der Leistung, wie eine Verkürzung der Retentionszeit etc., verhindert werden.

BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN

Fig. 1A und Fig. 1B sind Diagramme, die jeweils die Zustände von Packungsmaterialien in einem Vergleichsbeispiel und einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung darstellen.

Fig. 2 ist eine Strukturansicht einer Trennsäule gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung.

Fig. 3 ist ein Diagramm, das die Retentionszeit für glykolisiertes Hämoglobin-A1C zwischen der Trennsäule von Beispiel 1 und der Trennsäule eines Vergleichsbeispiels im Falle der Analyse von Hämoglobinen darstellt.

Fig. 4A, Fig. 4B und Fig. 4C sind Chromatogramme einer Trennsäule eines Ausführungsbeispiels der vorliegenden Erfindung und derjenigen eines Vergleichsbeispiels in Vergleichsanalysen in Beispiel 1.

Fig. 5 ist eine Strukturansicht einer transportablen Trennsäule gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung.

Fig. 6 ist ein Diagramm der Retentionszeit für glykolisiertes Hämoglobin zwischen der Trennsäule von Beispiel 2 und einem Vergleichsbeispiel.

Fig. 7 ist ein Flußdiagramm, das den Einzweck-Analysator gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung darstellt.

BEVORZUGTE AUSFÜHRUNGSBEISPIELE DER ERFINDUNG

Nachfolgend werden unter Bezugnahme auf die Zeichnungen Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung erläutert.

Bei einer einen Flüssigkeits-Chromatographen verwendenden Analyse wurde eine Analyse von Hämoglobinen in Menschenblut durchgeführt. Bei den Ausführungsbeispielen der vorliegenden Erfindung bezieht sich eine Erläuterung hauptsächlich auf eine Trennsäule, die mit einem auf eine Analyse von Hämoglobinen ausgerichteten Packungsmaterial gepackt ist, jedoch ist das Packungsmaterial, auf das die vorliegende Erfindung anwendbar ist, nicht auf das auf diesen einzigen Zweck ausgerichtete Packungsmaterial beschränkt.

Es ist praktisch, unter S-Carboxyalkylcysteinen S-Carboxymethylcystein als Komponente der Füllflüssigkeit zum Verhindern einer Verschlechterung der Packungsmaterialien zu verwenden, jedoch läßt sich auch S-Carboxyethylcystein verwenden, um die gleiche Wirkung zu erzielen. Bei den folgenden Beispielen erfolgt eine Erläuterung unter Bezugnahme auf S- Carboxymethylcystein, das für X-Carboxyalkylcystein typisch ist.

Beispiel 1

Ein Kationenaustauschgel wurde durch Einführen von Carboxymethylgruppen gemäß dem in JP-A 2-196810 offenbarten Verfahren präpariert. Das Gel wurde mit warmem Wasser gespült und anschließend einer quantitativen Bestimmung von Carboxymethylgruppen unterzogen. Es wurde festgestellt, daß darin 0,33 n eq./g Carboxylgruppen eingeführt waren. Anschließend wurde der Ionenaustauscher in eine Säule mit einem Durchmesser von 4,6 mm und einer Länge von 35 mm gepackt, um eine Trennsäule für eine Analyse von glykolisierten Hämoglobinen zu präparieren.

Die so präparierte Trennsäule ist in Fig. 2 dargestellt, wo eine mit einem Ionenaustauscher 12 gepackte Trennsäule 10 in einer chromatographischen Säule 11 eingeschlossen ist, und in einem Durchgang, durch welchen eine Probenlösung geführt wird, ist ein poröses Filter 13 vorgesehen.

Eine von zwei Trennsäulen 10 wurde mit einer Füllflüssigkeit gefüllt, die Moleküle mit der gleichen Struktur wie die eines Packungsmaterials enthält, und eine andere Trennsäule 10 wurde lediglich mit Füllflüssigkeit gefüllt, die keine derartigen Moleküle enthält.

Es war ein neutraler pH-Wert der Füllflüssigkeit zum Verhindern einer Verschlechterung der Trennsäulen, insbesondere ein pH-Wert zwischen 5 und 9, bevorzugt, so daß wäßrige Lösungen mit einem Gehalt an Natriumchlorid von 0,1 mol/l als Basis für die Füllflüssigkeit verwendet wurden. Eine Konzentration von in der Füllflüssigkeit aufzulösenden Molelekülen mit der gleichen Struktur wie die des Packungsmaterials berug 0,1 bis 100 mmol/l, vorzugsweise 1 bis 10 mmol/l, so daß der Basis-Füllflüssigkeit 2 mmol/l S-Carboxymethylcystein hinzugefügt wurde.

Fig. 1A und Fig. 1B sind schematische Ansichten, die jeweils die Zustände von Partikeln des Packungsmaterials und der in die Trennsäulen gefüllten Füllflüssigkeit darstellen. Das Packungsmaterial war in einer chromatographischen Säule eingeschlossen und wies, wenn es unter Normaldruck gepackt war, eine interstitielle Fraktion von 50 % innerhalb der Säule bezogen auf das Gesamt-Säulenvolumen auf. Die Füllflüssigkeit umgab die Partikel der Packungsmaterialien. Kunstharzträger 20 wiesen funktionelle Ionenaustauschgruppen 22 auf, und die Eüllflüssigkeit umgab die Träger 20 und war innerhalb von Poren 24 vorhanden. Fig. 1A stellt den Fall dar, bei dem die Füllflüssigkeit eine wäßrige Lösung lediglich von Natriumchlorid 26 war, wohingegen Fig. 1B den Zustand der erfindungsgemäßen Trennsäule darstellt, bei der in der Füllflüssigkeit S-Carboxymethylcystein 28 zusammen mit Natriumchlorid 26 vorhanden ist. Diese Trennsäulen wurden jeweils an Analysatoren angebracht.

Die Analysatoren waren jeweils mit einer Speisepumpe des Typs L-6300 und einem Detektor des Typs L-4200 (beide Typen von Hitachi, Ltd., Japan, hergestellt) ausgestattet. Es wurde eine schrittweise Elution mit drei Arten von Eluierungsmitteln (Eluierungsmittel A, Eluierungsmittel B und Eluierungsmittel C) mit verschiedenen Salzkonzentrationen und einer Erfassungswellenlänge von 415 nm durchgeführt.

Das Eluierungsmittel A war eine Phosphatpufferlösung mit einer Konzentration von 52,5 mmol/l (pH 6,2), das Eluierungsmittel B eine Phosphatpufferlösung mit einer Konzentration von 67,5 mmol/l (pH 6,2) und das Eluierungsmittel C eine Phosphatpufferlösung mit einer Konzentration von 210,0 mmol/l (pH 6,1), wobei der folgende Eluierungsmittelzuführungs-Zeitplan galt: Eluierungsmittel A: 0 - 0,2 min.; Eluierungsmittel B: 0,3 - 1,4 min.; Eluierungsmittel C: 1,5 - 1,8 min.; und Eluierungsmittel A: 1,9 - 3,5 min., bei einer Strömungsrate von 1,2 ml/min. und einer Säulentemperatur von 40 ºC. Bei den Analyseproben handelte es sich um Blut normaler Gegenstände, das jeweils 100fach mit 0,1% Triton X-100, einer von Rohm und Haas, USA, hergestellten oberflächenaktiven Substanz, verdünnt war.

Die mit der S-Carboxymethylcystein enthaltenden Füllflüssigkeit gefüllte Trennsäule und die mit der kein S-Carboxymethylcystein enthaltenden Füllflüssigkeit gefüllte Trennsäule wurden in einem Thermostatbehälter bei 70 ºC aufbewahrt, um die Stabilität während der Aufbewahrung zu untersuchen. Die Säulen wurden jeweils an den Analysatoren für glykolisiertes Hämoglobin angebracht, um Beziehungen zwischen der Aufbewahrungszeit und der Retentionszeit von glykolisiertem Hämoglobin A1C zu untersuchen. Die Ergebnisse sind in Fig. 3 dargestellt. Wie aus Fig. 3 deutlich hervorgeht, war das Fortschreiten einer Verschlechterung der mit der S-Carboxynethylcystein enthaltenden Füllflüssigkeit gefüllten Trennsäule im Test der wärmebeschleunigten Verschlechterung bei 70 ºC langsamer als das Fortschreiten einer Verschlechterung der mit der kein S-Carboxymethylcystein enthaltenden Füllflüssigkeit gefüllten Trennsäule, so daß die erste Säule eine bessere Aufbewahrungsstabilität aufwies.

Fig. 4A stellt ein Chronatogramm einer mit einer S-Carboxymethylcystein enthaltenden Füllflüssigkeit gefüllten Trennsäule und einer mit der kein S-Carboxymethylcystein enthaltenden Flüssigkeit gefüllten Trennsäule zu Beginn des Tests dar, und Fig. 4B und Fig. 4C stellen Chromatogramme der erstgenannten Säule und der letztgenannten Säule 40 Stunden danach dar. Wie in Fig. 4B dargestellt, bestimmte die S-Carboxymethylcystein enthaltende Füllflüssigkeit die jeweiligen Bestandteile selbst 40 Stunden nach dem Beginn des Tests präzise, wohingegen die kein S-Carboxymethylcystein enthaltende Füllflüssigkeit, wie in Fig. 4C dargestellt, eine beträchtlich kürzere Retentionszeit von Spitzen für Bestandteile früherer Elutionen als A1C aufwies, was zu einer schlechten Trennung von A1-Spitze und Alb-Spitze führte.

Wenn bezüglich der Verschlechterung der Trennsäulen angenommen werden kann, daß diese gemäß dem Gesetz einer chemischen Reaktion auf der Grundlage dieser Ergebnisse fortschreitet, so ist im Falle der mit der kein S-Carboxymethylcystein enthaltenden Füllflüssigkeit gefüllten, bei Raumtemperatur (30 ºC) aufbewahrten Trennsäule die Retentionszeit für glykolisiertes Hämoglobin A1C etwa am 13. Tag durch eine Verschlechterung der Säule um mindestens 0,2 Minuten kürzer, und eine Verschlechterung der Trennsäule wird offensichtlich. Wird hingegen die erfindungsgemäß mit der S-Carboxymethylcystein enthaltenden Füllflüssigkeit gefüllte Trennsäule ebenso bei 30 ºC aufbewahrt, so ergibt sich eine längere Retentionszeit, wie etwa 2 Monate, bis eine Verschlechterung der Trennsäule offensichtlich wird.

Beispiel 2

Fig. 5 stellt ein Ausführungsbeispiel der vorliegenden Trennsäule in transportabler Form dar. Die transportable Trennsäule ist mit einer S-Carboxymethylcystein enthaltenden Füllflüssigkeit 30 zusammen mit einem Packungsmaterial 32 gefüllt und mit Verschlußstopfen 34 an beiden Enden verschlossen, so daß das Packungsmaterial während des Transports nicht trocknen kann.

Da die Säule mit einer Lösung gefüllt ist, die Moleküle mit der gleichen Struktur wie die des Packungsmaterials der Säule enthält, läßt sich eine Verschlechterung der Trennsäule gemäß dem vorliegenden Verfahren zum Transportieren der Trennsäule lediglich durch Aufbewahren der Säule an einem kühlen und dunklen Ort ohne irgendeine Kühlung verhindern, wogegen es die herkömmliche Praxis ist, Trennsäulen an gekühlten Orten auf zubewahren, um eine Verschlechterung der Säulen, zum Beispiel während des Transports vom Ort der Präparation von Trennsäulen zum Ort des Benutzers der Trennsäulen und ferner bis zur Verwendung der Säulen bei einer Analyse durch die Benutzer, zu unterdrücken.

Beispiel 3

50 Proben von Hämoglobinen wurden als ein Satz im Analysator von Beispiel 1 analysiert, wobei Trennsäulen und das Eluierungsmittel von Beispiel 1 verwendet wurden, und die Trennsäulen wurden nach dem Analyseende 2 Tage stehengelassen. Bevor sie stehengelassen wurden, wurde nach dem Analyseende eine der Säulen 20 Minuten mit dem Eluierungsmittel A, einer Phosphatpufferlösung mit einer Konzentration von 52,5 mmol/l (pH 6,2) und ferner einem Gehalt an S-Carboxymethylcystein von 2 mmol/l, gespült, während eine andere Säule ebenso nach dem Analyseende 20 Minuten mit dem Eluierungsmittel C, einer Phosphatpufferlösung mit einer Konzentration von 210, mmol/l (pH 6,1) ohne S-Carboxymetyhlcystein, gespült wurde. Anderungen bezüglich der Retentionszeit von Hämoglobin A1C bei Wiederholung der vorhergehenden Prozedur sind in Fig. 6 dargestellt. Aus Fig. 6 ist ersichtlich, daß eine Verschlechterung derjenigen Säule, die nach dem Ende jedes Analysesatzes und vor dem Stehengelassenwerden mit der S-Carboxymethylcystein enthaltenden Lösung gespült wurde, langsamer fortschritt und eine höhere Stabilität erhalten werden konnte.

Beispiel 4

Ein Ausführungsbeispiel eines Einzweck-Analysators gemäß der vorliegenden Erfindung ist in Fig. 7 dargestellt.

Bei dem Analysator, der nur auf eine Analyse von glykolisiertem Hämoglobin ausgerichtet ist, sind eine nicht direkt die Analyse betreffende Spüllösung 59 und ein Schaltventil 52d in der Leitung, um die Spüllösung 59 nach dem Ende eines Satzes von Analysen dadurch hindurchzuleiten, vorgesehen. Eluierungsmittel S1A bis S1C sind jeweils Eluierungsmitteln A, B und C von Beispiel 1 entsprechende Phosphatpufferlösungen und werden einer Trennsäule 55 über einen Selbst-Probenehmer 54 durch eine Pumpe 53 zugeführt. Hämoglobine enthaltende Fraktionen werden durch einen Sichtdetektor 56 erfaßt, und Signale vom Detektor 56 werden in einem Datenprozessor 57 aufgezeichnet. Leitungsschaltventile 52a bis 52c durchlaufen Öffnungs- und Schließwiederholungen in vorbestimmten Zeitintervallen, um geeignetste Chromatogramme zu erhalten. Die Leitungsschaltventile 52a bis 52d, die Pumpe 53, der Selbs- Probenehmer 54, der Detektor 56 und der Datenprozessor 57 werden individuell durch einen Computer 58 gesteuert. Bei diesem Ausführungsbeispiel ist die S-Carboxymethylcystein enthaltende Spüllösung 59 getrennt von den Eluierungsmitteln vorgesehen.

Als Spüllösung kann die gleiche Lösung wie das Eluierungsmittel nach Auflösung von S-Carboxymethylcystein darin verwendet werden. Bei diesem Ausführungsbeispiel wird eine durch Zugabe von 2mmol/l von S-Carboxymethylcystein zum Eluierungsmittel 51A vorbereitete wäßrige Lösung verwendet. Als Füllflüssigkeit der Trennsäule wird, wie in Beispeil 1 dargestellt, eine wäßrige Lösung mit einem Gehalt an Natriumchlorid von 0,1 mol/l und einem Gehalt an S-Carboxymethylcystein von 2 mmol/l in die Trennsäule gefüllt, wodurch die Säule für die Analyse bereitgemacht wird.

Geht es lediglich um den Zweck der Säulenstabilisierung, so kann sämtlichen Eluierungsmitteln 51A bis 51C oder einigen von ihnen ein Stabilisator hinzugefügt werden. Da jedoch der Stabilisator die gleiche Struktur aufweist wie die funktionellen Gruppen des Packungsmaterials im Molekül, erfährt der Stabilisator eine Wechselwirkung mit den Interessen an der Probe. Daher kann eine Trennung stattfinden, die von der Trennung bei einer Analyse mit Eluierungsmitteln ohne Stabilisator je nach Art und Konzentration des Stabilisators ganz verschieden ist. Bei diesem Ausführungsbeispiel betrifft die Spüllösung 59 die Analyse nicht direkt, so daß die Zusammensetzung der Spüllösung 59 wählen läßt, ohne die Trennungsdaten zu berücksichtigen.

Für eine Analyse mit dem Analysator dieses Ausführungsbeispiels und für eine Analyse mit dem Analysator von Beispiel 1 ohne irgendeine Spülung mit der S-Carboxymethylcystein enthaltenden Spüllösung untersuchte Anderungen der Retentionszeit von glykolisiertem Hämoglobin A1C weisen ähnliche Ergebnisse auf wie jene in Fig. 6 dargestellten.

Nach Hindurchführen der Spüllösung 59 durch die Trennsäule 55 mittels der Pumpe 53 für eine vorbestimmte Zeit ist es möglich, die Spüllösung 59 innerhalb der Trennsäule 55 durch Stoppen der Pumpe 53 zu stauen. So ist es möglich, die Verschlechterung der Trennsäule 55 während der Zeitspanne vom Ende eines Satzes von Analysen bis zum Beginn des folgenden Satzes von Analysen zu verzögern, wodurch die Stabiliät verbessert wird.

Da sich beim Analysator dieses Ausführungsbeispiels nach dem Ende eines Satzes von Analysen eine Spülung der Säule durchführen läßt, kann ferner die Zusammensetzung der Spüllösung gewählt werden, ohne das Trennungsmuster von Hämoglobinen zu berücksichtigen, und der Trennsäule kann in wirksamer Weise eine längere Lebensdauer verliehen werden, ohne daß ein Bediener hierauf ein besonderes Augenmerk richten muß.

Wie aus der vorhergehenden Erläuterung deutlich hervorgeht, läßt sich die Stabilität einer Trennsäule während der Aufbewahrung erhöhen, indem als Füllflüssigkeit für die Trennsäule eine Lösung verwendet wird, die einen Bestandteil mit der gleichen Struktur im Molekül wie die der in ein Packungsmaterial eingeführten funktionellen Gruppe enthält, wodurch eine Aufbewahrung und ein Transport der Säule bei Raumtemperatur ermöglicht wird und die Steuerschritte reduziert werden. Ferner läßt sich die Stabilität erhöhen, indem als Spüllösung eine Lösung verwendet wird, die den gleichen Bestandteil wie die Füllflüssigkeit enthält, wodurch der Trennsäule eine längere Lebensdauer verliehen wird. Die längere Lebensdauer kann die Austauschfrequenz der Säule verringern und daher Anderungen bezüglich der Qualität von Analysedaten infolge des Säulenaustauschs wirksam verhindern.


Anspruch[de]

1. Trennsäule, aufweisend:

ein Packungsmaterial (12, 20, 32) mit einer chemisch funktionellen Gruppe (22), und

eine Flüssigkeit (26, 28, 30),

dadurch gekennzeichnet, daß die Trennsäule zur Aufbewahrung an beiden Enden verschlossen und mit einer Füllungsflüssigkeit (26, 28, 30) einer Lösung mit einer Komponente (28), die die gleiche Struktur wie die chemisch funktionelle Gruppe (22) des Packungsmaterials aufweist, gepackt ist.

2. Trennsäule nach Anspruch 2, wobei das Packungsmaterial Carboxylgruppen oder Carboxyalkylgruppen als Ionenaustausch-gruppen aufweist und die Lösung S-Carboxyalkylcystein enthält.

3. Trennsäule nach Anspruch 2, wobei das Packungsmaterial ein mit Carboxylgruppen oder Carboxyalkylgruppen modifiziertes Kationenaustauschharz ist.

4. Trennsäule nach Anspruch 2 oder 3, wobei das S-Carboxyalkylcystein S-Carboxymethylcystein ist.

5. Trennsäule nach Anspruch 2 oder 3, wobei das S-Carboxyalkylcystein S-Carboxyethylcystein ist.

6. Trennsäule nach einem der Ansprüche 2 bis 5, wobei die S-Carboxyalkylcystein enthaltende Lösung einen neutralen pH- Wert aufweist.

7. Trennsäule nach einem der Ansprüche 2 bis 6, wobei die Lösung S-Carboxyalkylcystein in einer Konzentration von 0.1 bis 100 m mol/l enthält.

8. Verfahren zur Aufbewahrung einer mit einem Packungsmaterial (12, 20, 32) gepackten Trennsäule, wobei eine Lösung (26, 28, 30) mit einer Komponente (28), die die gleiche Struktur wie eine chemisch funktionelle Gruppe (22) des Packungsnaterials aufweist, als Füllungsflüssigkeit in der Trennsäule behalten wird, während die Säule aufbewahrt wird.

9. Verfahren nach Anspruch 8, wobei die Trennsäule bei Umgebungstemperatur ohne Temperatursteuerung transportiert wird.

10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, wobei das Packungsmaterial Carboxylgruppen oder Carboxyalkylgruppen als Ionenaustauschgruppen und die Lösung S-Carboxyalkylcystein aufweisen.







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