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Dokumentenidentifikation DE19610220A1 18.09.1997
Titel Vorrichtung zum Halten eines gepflanzten Baumes oder Strauches in einer gewünschten Stellung
Anmelder Meitinger, Herbert, 86857 Hurlach, DE
Erfinder Meitinger, Herbert, 86857 Hurlach, DE
Vertreter Jannig & Repkow Patentanwälte, 86199 Augsburg
DE-Anmeldedatum 15.03.1996
DE-Aktenzeichen 19610220
Offenlegungstag 18.09.1997
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.09.1997
IPC-Hauptklasse A01G 17/04
Zusammenfassung Es wird eine Vorrichtung zum Halten eines gepflanzten Baumes (1, 2) oder Strauches in einer gewünschten Stellung beschrieben. Die beschriebene Vorrichtung zeichnet sich dadurch aus, daß ein über oder um das Wurzelwerk (11) eines zu haltenden Baumes oder Strauches führbares Wurzelwerkumschlingungselement (3, 4; 36 bis 38), und mindestens ein mit dem Wurzelwerkumschlingungselement verbundenes Befestigungselement (31, 34), welches derart ausgebildet ist, daß es unter Fixierung des Wurzelwerks mit einem in Wurzelwerksnähe verankerten Verankerungselement (51 bis 54) in Eingriff bringbar ist, vorgesehen sind.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1, d. h. eine Vorrichtung zum Halten eines gepflanzten Baumes oder Strauches in einer gewünschten Stellung.

Derartige Vorrichtungen sind in Form von Stützpfählen bekannt, die neben dem zu haltenden bzw. zu stützenden Baum oder Strauch, im folgenden der Einfachheit halber kurz als zu haltendes Gehölz bezeichnet, angeordnet werden und an die das Gehölz angebunden wird.

Das Setzen und/oder Verankern der Stützpfähle kann sich bei ungünstiger Bodenbeschaffenheit und/oder dem Vorhandensein von Hindernissen im Boden (Gestein, Leitungen, Tiefbauobjekte wie beispielsweise Tiefgaragen und dergleichen) und/oder ungünstiger Wuchsform des Gehölzes (breite Krone, dichter und/oder weit nach unten gehender Bewuchs am Stamm etc.) als sehr mühsam oder gänzlich unmöglich erweisen.

Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, die Vorrichtung gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 derart weiterzubilden, daß diese weitestgehend unabhängig von den jeweiligen Boden- und Gehölzeigenschaften stets schnell, einfach und voll funktionsfähig zum Einsatz bringbar ist.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die im kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs 1 beanspruchten Merkmale gelöst.

Demnach sind ein über oder um das Wurzelwerk eines zu haltenden Baumes oder Strauches führbares Wurzelwerkumschlingungselement, und mindestens ein mit dem Wurzelwerkumschlingungselement verbundenes Befestigungselement vorgesehen, welches derart ausgebildet ist, daß es unter Fixierung des Wurzelwerks mit einem in Wurzelwerksnähe verankerten Verankerungselement in Eingriff bringbar ist.

Das Vorsehen dieser Merkmale ermöglicht das Halten eines Baumes oder Strauches in dessen gewünschter Stellung durch eine Unterflurverankerung, genauer gesagt durch ein das Wurzelwerk des zu haltenden Gehölzes ortsfest fixierendes Verklemmen desselben.

Das (mindestens eine) Verankerungselement, mit welchem das Wurzelwerkumschlingungselement (unter Zwischenschaltung des mindestens einen Befestigungselementes) zu diesem Zweck in Eingriff zu bringen ist, ist im Gegensatz zu einem Stützpfahl in seiner Form und Größe und Positionierung nicht in engen Grenzen festgelegt, sondern auf beliebige Weise an die jeweils gegebenen Umstände anpaßbar.

Die Tatsache, daß das Wurzelwerkumschlingungselement nicht etwa direkt mit dem mindestens einen Verankerungselement, sondern indirekt unter Zwischenschaltung eines Befestigungselementes in Eingriff zu bringen ist, eröffnet eine besonders ausgeprägte Flexibilität beim Einsatz der erfindungsgemäßen Vorrichtung.

Gestaltet man nämlich das Wurzelwerkumschlingungselement und das Befestigungselement so, daß das Befestigungselement austauschbar ist, dann ist das zugeordnete Verankerungselement - abgesehen von dessen ausreichender Stabilität - praktisch überhaupt keinen Beschränkungen mehr unterworfen. Dabei kann die Verbindung zwischen dem Wurzelwerkumschlingungselement und dem Befestigungselement unabhängig von der Art des Ineingriffbringens von Befestigungselement und Verankerungselement stets gleich bleiben, so daß keine Anpassung des das Wurzelwerk letztlich fixierenden Wurzelwerkumschlingungselementes an das Verankerungselement erforderlich ist. Die Austauschbarkeit des als mechanische Schnittstelle zwischen dem Wurzelwerkumschlingungselement und dem Verankerungselement wirkenden Befestigungselements eröffnet im Gegenteil sogar die Möglichkeit, daß das Wurzelwerkumschlingungselement in (alleiniger) Abhängigkeit von den Eigenschaften des jeweiligen Wurzelwerks auswählbar bzw. - anders ausgedrückt - jeweils individuell an das jeweilige Wurzelwerk anpaßbar ist.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung ermöglicht mithin eine ideale Anpassung sowohl an (beispielsweise auf Tiefgaragendächern) bereits vorhandene oder noch zu setzende Verankerungselemente als auch an das zu haltende Gehölz selbst, genauer gesagt dessen Wurzelwerk.

Es wurde damit eine Vorrichtung geschaffen, die weitestgehend unabhängig von den jeweiligen Boden- und Gehölzeigenschaften stets schnell, einfach und voll funktionsfähig zum Einsatz bringbar ist.

Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die Zeichnung näher erläutert.

Es zeigen

Fig. 1 eine Ansicht eines durch die erfindungsgemäße Vorrichtung in einer aufrechten Stellung gehaltenen Baumes,

Fig. 2 eine unter Schneiden des Stammes des Baumes gemäß Fig. 1 erfolgende Draufsicht auf einen in einem Pflanzloch befindlichen, mittels der erfindungsgemäßen Vorrichtung fixierten unteren Baumabschnitt, und

Fig. 3 eine schematische Seitenansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Halten eines gepflanzten Baumes oder Strauches in einer gewünschten Stellung.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Halten eines gepflanzten Baumes oder Strauches wird nachfolgend unter spezieller Bezugnahme auf einen aufrecht, d. h. nicht geneigt oder gekippt zu haltenden Baum beschrieben. Die Anwendbarkeit der Erfindung ist hierauf jedoch nicht beschränkt, sondern vielmehr ganz allgemein bei in beliebigen Stellungen zu haltenden Gehölzen jeder Art einsetzbar; die im Hinblick auf den gewählten Anwendungsfall gemachten Ausführungen mögen auch für alle nicht explizit erwähnten Anwendungsfälle entsprechend gelten.

Der zu haltende Baum ist in den Figuren mit den Bezugszeichen 1 und 2 bezeichnet, wobei das Bezugszeichen 1 den Stamm und das Bezugszeichen 2 die Krone des Baumes bezeichnet.

Der Baum wird, wie aus den Fig. 1 und 2 ersichtlich ist, im vorliegenden Ausführungsbeispiel durch zwei Wurzelwerkumschlingungselemente 3, 4 gehalten.

Jedes der Wurzelwerkumschlingungselemente 3, 4 besteht aus später noch genauer beschriebenen länglich ausgebildeten gurtartigen Elementen, die über das Wurzelwerk 11 des Baumes gespannt sind und dieses dabei derart gegen eine Auflagefläche, d. h. im beschriebenen Ausführungsbeispiel gegen den Bodenabschnitt eines Pflanzloches 20 pressen, daß das Wurzelwerk 11 (und damit der gesamte Baum) ortsfest fixiert ist.

Das genannte Wurzelwerk 11, über oder um welches die Wurzelwerkumschlingungselemente 3, 4 geführt werden, wird bei frisch gepflanzten oder zu pflanzenden Gehölzen in der Regel ein Wurzelballen sein. Hierauf besteht jedoch, wie unter anderem aus der Darstellung in der Fig. 1 ersichtlich ist, keine Einschränkung.

Die Wurzelwerkumschlingungselemente 3, 4 sind auf eine später noch genauer beschriebene Art und Weise mit Verankerungselementen 51 bis 54 verbunden, die ortsfest innerhalb des Pflanzloches 20 bzw. in Wurzelwerksnähe vorgesehen sind.

Die Verankerungselemente 51 bis 54 befinden sich im vorliegenden Ausführungsbeispiel auf einem Niveau, das unterhalb der Oberkante des Wurzelwerks 11, vorzugsweise in der Nähe des Bodenabschnittes des Pflanzlochs 20 liegt. Beim betrachteten Ausführungsbeispiel verläuft jedes der Wurzelwerkumschlingungselemente 3, 4 ausgehend von einem jeweiligen ersten Verankerungselement 51 bzw. 52 mehr oder weniger steil und in mehr oder weniger engem Kontakt zum Wurzelwerk 11 nach oben und überquert oder durchdringt dann das Wurzelwerk, um schließlich auf der gegenüberliegenden Seite des Wurzelwerkes wieder mehr oder weniger steil und in mehr oder weniger engem Kontakt zum Wurzelwerk nach unten zu einem jeweiligen zweiten Verankerungselement 53 bzw. 54 zu verlaufen.

Bei Vorsehen einer entsprechend stark ausgeprägten Spannung der Wurzelwerkumschlingungselemente 3, 4 zwischen den Verankerungselementen 51 und 53 bzw. 52 und 54 wird das Wurzelwerk 11 derart gegen-den Boden des Pflanzloches 20 gedrückt, das es in seiner Stellung ortsfest, d. h. unverrückbar fixiert ist.

Damit die Wurzelwerkumschlingungselemente 3, 4 dauerhaft ausreichend straff spannbar sind, müssen die Verankerungselemente 51 bis 54 entsprechend fest und im wesentlichen unverrückbar verankert sein.

Die gewählte Art und Weise der Verankerung der Verankerungselemente 51 bis 54 wird in erster Linie von der jeweiligen Bodenbeschaffenheit abhängen.

Bei "normalem" Boden ohne irgendwelche Besonderheiten wird man als Verankerungselemente 51 bis 54 in der Regel spiralbohrerartig ausgestaltete Erdanker wählen, die ins Erdreich eingedreht werden und dort bei ausreichender Dimensionierung zuverlässig halten; selbstverständlich können statt dessen auch beliebige andere Verankerungsverfahren, unter anderem beispielsweise ein bloßes Einrammen der Verankerungselemente in den Boden verwendet werden.

Ebenfalls bei normalen Böden, aber insbesondere bei sehr lockeren oder mit vielen relativ kleinen Hindernis sen wie Steinen und dergleichen durchsetzten Böden können die Verankerungselemente in oder an schwergewichtigen Halteelementen (beispielsweise Betonblöcken, Gesteinsblöcken und dergleichen) vorgesehen werden, welche in der Umgebung des zu pflanzenden Gehölzes angeordnet werden und insbesondere durch ihr hohes Gewicht und/oder ihre Form in ihrer bestimmungsgemäßen Position gehalten werden.

In Fällen, wo Tiefbauobjekte oder andere massive Hindernisse wie große Gesteinsbrocken und dergleichen vorhanden sind, können die Verankerungselemente direkt an diesen angebracht werden oder sein.

Wie aus den vorstehenden Erläuterungen ersichtlich ist, lassen sich bei jeder beliebigen Bodenbeschaffenheit Möglichkeiten finden, die Verankerungselemente ordnungsgemäß zu verankern. Erleichternd kommt ferner hinzu, daß die Verankerungselemente zur Erfüllung der ihnen zugedachten Aufgabe nicht zwangsläufig symmetrisch an genau definierten Positionen, sondern auch auf verschiedenen Niveaus und/oder aus der Symmetrielage oder einer Standardposition versetzt angeordnet werden können. Zur bestimmungsgemäßen Funktion der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist es auch nicht erforderlich, die Verankerungselemente derart anzuordnen, daß das Wurzelwerk durch die jeweiligen Wurzelwerkumschlingungselemente senkrecht nach unten ins Pflanzloch gepreßt wird. Die Richtung, in welche das Wurzelwerk gedrückt wird, kann vielmehr beliebig variiert werden. Im Extremfall wird das Wurzelwerk seitlich gegen ein Hindernis gepreßt, beispielsweise gegen eine die Verankerungselemente enthaltende vertikal verlaufenden Mauer oder dergleichen.

Der Abschnitt der Verankerungselemente, welcher zur Verbindung mit dem jeweiligen Wurzelwerkumschlingungselement dient, ist, wie nachfolgend noch detaillierter erläutert wird, in seiner Form ebenfalls nicht exakt festgelegt; es genügt vielmehr die bloße Eignung, einen Gegenstand dort dauerhaft und fest befestigen zu können.

Als Verankerungselement kann daher fast alles mechanisch Stabile und Unverrückbare verwendet werden, das in mehr oder weniger weiter Entfernung vom Pflanzort vorhanden oder anordenbar ist.

Bei der in der Fig. 1 gezeigten Darstellung verlaufen die Wurzelwerkumschlingungselemente 3, 4 teilweise oberhalb des umgebenden Erdreichs. Wenngleich eine derartige Verlegung der Wurzelwerkumschlingungselemente 3, 4 zweifellos möglich ist, dürfte es nicht die Variante sein, die beim praktischen Gebrauch bevorzugt wird. D.h., die Wurzelwerkumschlingungselemente 3, 4 werden in der Regel sowohl aus optischen wie auch aus praktischen Gründen derart um das Wurzelwerk gespannt sein, daß sie nach Abschluß des Pflanzvorgangs durch Erde, Unterflurroste und dergleichen bedeckbar sind. Die in der Fig. 1 gezeigte oberirdische Führung der Wurzelwerkumschlingungselemente 3, 4 dient in erster Linie der Veranschaulichung und stellt nicht den Regelfall dar.

Im Anschluß an die vorangehende Erläuterung der prinzipiellen Funktion und Wirkungsweise der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird diese nachfolgend anhand eines speziellen Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf Fig. 3 detailliert erläutert.

Die in der Fig. 3 gezeigte Vorrichtung besteht im wesentlichen aus einem Wurzelwerkumschlingungselement, einer Arretierungsvorrichtung zum Arretieren des Wurzelwerkumschlingungselementes in einem gespannten Zustand, und zwei Befestigungselementen, unter Zwischenschaltung derer das Wurzelwerkumschlingungselement mit zugeordneten Verankerungselementen verbindbar ist.

Das Wurzelwerkumschlingungselement ist im vorliegenden Ausführungsbeispiel ein langgestrecktes, flexibel ausgebildetes gurtartiges Element, dessen verschiedene Abschnitte in der Fig. 3 durch die Bezugszeichen 36 bis 38 bezeichnet sind. Das bei bestimmungsgemäßer Verwendung zumindest teilweise nicht unerheblich auf das Wurzelwerk drückende gurtartige Element sollte relativ breit (vorzugsweise mehrere Zentimeter) sein, um dadurch einen das Wurzelwerk nicht verletzenden großflächigen Kontakt mit dem Wurzelwerk eingehen zu können. Im Hinblick auf die zu fordernde Zugfestigkeit des gurtartigen Elements eignen sich vor allem Kunstfasern sehr gut zu dessen Herstellung; äußerst vorteilhaft wäre jedoch auch die Verwendung von sich mit der Zeit (vorzugsweise nach dem Anwachsen des Gehölzes) selbst zersetzenden bzw. auflösenden (Natur-)Produkten, da dies einerseits die Umwelt weniger belastet und andererseits auch nicht die Vergrößerung des Wurzelwerks des Gehölzes beim Wachsen behindert. Unabhängig davon erweist es sich als günstig, wenn zumindest die dem Wurzelwerk zugewandte bzw. zuzuwendende Seite des Wurzelwerkumschlingungselementes beispielsweise durch Vorsehen einer entsprechenden Oberflächen- und/oder Profilgestaltung derart ausgebildet ist, daß sich beim Zusammentreffen mit dem Wurzelwerk eine relativ starke Reibung zwischen diesen ausbildet.

Die Arretierungsvorrichtung wird im vorliegenden Ausführungsbeispiel durch eine Klemmvorrichtung 32 gebildet, in welcher dort hindurch verlaufende Abschnitte des gurtartigen Elementes festklemmbar sind.

Die Befestigungselemente sind im vorliegenden Ausführungsbeispiel durch Haken 31 und 34 realisiert, die in die jeweils zugeordneten Verankerungselemente einhängbar sind.

Der erste Haken 31 ist fest mit der Klemmvorrichtung 32 verbunden; der zweite Haken 34 weist einen Durchführungsabschnitt 35 mit einer in den Figuren nicht gezeigten Durchführung auf, die derart ausgebildet ist, daß das gurtartige Element dort durchführbar ist. Die Klemmvorrichtung 32 und der Durchführungsabschnitt 35 sind derart ausgebildet, daß die jeweiligen Abschnitte des gurtartigen Elements dort im wesentlichen widerstandslos und ohne übermäßige Deformierung ein- und/oder durchführbar sind.

Das gurtartige Element 36 bis 38 weist zwei Endabschnitte auf. Der erste, in den Figuren nicht sichtbare Endabschnitt befindet sich in der Klemmvorrichtung 32 und ist mit dieser fest verbunden (beispielsweise durch Einklemmen zwischen dem Gehäuse der Klemmvorrichtung 32 und einer ersten, unter Verwendung eines Schraubmechanismus bewegbaren Klemmplatte).

Der sich an den genannten ersten Endabschnitt des gurtartigen Elements anschließende Mittelabschnitt 36, 37 des gurtartigen Elements verläßt die Klemmvorrichtung 32, läuft zum zweiten Haken 34, durchläuft dessen Durchführungsabschnitt 35 und kehrt wieder in die Klemmvorrichtung 32 zurück. Der zweite Endabschnitt 38 tritt aus dem anderen Ende der Klemmvorrichtung 32 wieder aus.

Der zur Klemmvorrichtung 32 zurückgeführte Abschnitt des gurtartigen Elements ist dort durch eine separate Verbindungsvorrichtung befestigbar (beispielsweise wiederum durch Einklemmen zwischen dem Gehäuse der Klemmvorrichtung 32 und einer zweiten, unter Verwendung eines Schraubmechanismus 33 bewegbaren Klemmplatte).

Die in der Fig. 3 gezeigte erfindungsgemäße Vorrichtung oder mehrere davon werden mittels der jeweiligen Haken 31 und 34 vor, während und/oder nach dem Einsetzen des zu stützenden Gehölzes in das Pflanzloch in jeweils zugeordnete Verankerungselemente eingehängt.

Im Anschluß daran kann ein Spannvorgang zum Spannen der jeweiligen gurtartigen Elemente erfolgen. Zu diesem Zweck kann auf den jeweils freien Endabschnitt 38 eines jeden gurtartigen Elementes mittels einer in den Figuren nicht gezeigten separaten Spannvorrichtung eine Zugkraft ausgeübt werden, die bei (durch Lösen der Schraube 33) gelöster Arretierung des Endabschnittes 38 ein Herausziehen dieses Abschnittes des gurtartigen Elementes aus der Klemmvorrichtung 32 und damit einhergehend ein Spannen des gurtartigen Elementes in dessen das Wurzelwerk 11 verklemmenden Mittelabschnitt 36, 37 bewirkt.

Sobald eine ausreichend große Spannung des jeweiligen gurtartigen Elementes erreicht ist, wird der Spannvorgang angehalten und das jeweilige gurtartige Element durch Anziehen der Schraube 33 im gespannten Zustand arretiert bzw. in der Klemmvorrichtung 32 verklemmt.

Das Wurzelwerk des zu stützenden Gehölzes und damit das gesamte Gehölz sind in diesem Zustand ortsfest, d. h. unbeweglich fixiert. Das Zuschütten des Pflanzlochs mit Erde und/oder das Bedecken beispielsweise durch einen Unterflurrost oder dergleichen verstärkt diesen Effekt.

Das zu stützende Gehölz ist durch die erfindungsgemäße Vorrichtung mithin unter allen erdenklichen Umständen zuverlässig fest und dauerhaft haltbar.

Das beschriebene Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung und deren Verwendung als Pfahlersatz sind auf mannigfaltige Art modifizierbar.

So ist es beispielsweise nicht erforderlich, daß die in der Fig. 3 gezeigten Haken 31 und 34 in der gezeigten Weise orientiert sind. Sie können je nach den individuellen Verhältnissen beliebige Ausrichtungen einnehmen.

Auch besteht keine Einschränkung darauf, daß als Befestigungselemente Haken der gezeigten Form oder überhaupt Haken verwendet werden.

Die Form der Befestigungselemente wird vorteilhafter Weise unter (alleiniger) Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden Verankerungselemente festgelegt; die Befestigungselemente können dadurch in ihrem zur Verbindung mit einem Verankerungselement vorgesehenen Abschnitt beliebige Formen annehmen und für ein Ineingriffbringen unter Verwendung beliebiger Verbindungsarten ausgebildet sein.

Sofern als Befestigungselemente Haken verwendet werden, könnte in Betracht gezogen werden, Karabinerhaken zu verwenden, denn dies erleichtert unter Umständen die Montage.

Um an die individuellen Bedingungen leicht anpaßbar zu sein, kann vorgesehen werden, die Befestigungselemente und das Wurzelwerkumschlingungselement derart auszubilden, daß die Befestigungselemente austauschbar sind und die erfindungsgemäße Vorrichtung damit entsprechend individuellen Wünschen frei konfigurierbar ist.

Es besteht auch keine Einschränkung darauf, daß jede erfindungsgemäße Vorrichtung mit zwei Befestigungselementen versehen ist. Es ist ausreichend, wenn mindestens eine Befestigungsvorrichtung vorhanden ist, wobei der Anzahl an Befestigungsvorrichtungen nach oben hin keine Grenzen gesetzt sind.

Sofern nur eine Befestigungsvorrichtung vorgesehen ist, kann vorgesehen werden, das Wurzelwerkumschlingungselement direkt um das zweite Verankerungselement anstatt um ein zwischengeschaltetes zweites Befestigungselement zu führen.

Unabhängig hiervon, teilweise jedoch auch als eine mögliche Alternative zum gerade Erörterten kann vorgesehen werden, die Mittelabschnitte 36, 37 des Wurzelwerkumschlingungselementes nicht übereinander liegend über den Wurzelballen zu führen, sondern seitlich gegeneinander zu versetzen und mehr oder weniger weit auseinanderliegend zu führen oder zu spreizen und um gegenüberliegende Seiten des Wurzelwerkes unter Einklemmen des Wurzelwerkes zwischen sich zu führen.

In beiden Fällen ergibt sich eine im wesentlichen verdoppelte Kontaktfläche zwischen dem Wurzelwerkumschlingungselement und dem Wurzelwerk, was - bei gleichbleibender Spannkraft des Wurzelwerkumschlingungselementes - zu einer erheblich verringerten Bewegbarkeit des Wurzelwerkes führt bzw. - bei unveränderter Beweglichkeit des Wurzelwerkes - infolge der Verringerbarkeit der Spannkraft des Wurzelwerkumschlingungselementes die Gefahr einer Verletzung bzw. Beschädigung des Wurzelwerkes reduzieren hilft.

Ein vergleichbarer Effekt läßt sich auch durch ein wie beispielhaft in Fig. 2 gezeigtes Zwischenlegen von Unterlegehölzern 61, 62 zwischen das Wurzelwerk und Wurzelwerkumschlingungselemente erzielen. Derartige Unterlegehölzer sind beispielsweise durch entsprechende Oberflächen- und/oder Profilgestaltung vorzugsweise derart ausgebildet, daß sich zwischen diesen und dem Wurzelwerkumschlingungselement sowie zwischen diesen und dem Wurzelwerk eine möglichst große Reibung einstellt.

Beim beschriebenen Ausführungsbeispiel ist jedem Befestigungselement ein Verankerungselement zugeordnet. Auch hierauf besteht keine Einschränkung. Es können vielmehr auch beliebig viele Verankerungselemente weniger als Befestigungselemente vorgesehen werden, wobei mit jedem Verankerungselement beliebig viele Befestigungselemente beliebig vieler verschiedener Wurzelwerkumschlingungselemente (also unter anderem auch alle Befestigungselemente eines Wurzelwerkumschlingungselementes) verbunden werden können.

Die Wurzelwerkumschlingungselemente müssen darüber hinaus auch nicht wie in Fig. 2 gezeigt geradlinig und parallel über das Wurzelwerk verlaufen. Der Verlauf der im übrigen auch in der verwendeten Anzahl beliebig festlegbaren Wurzelwerkumschlingungselemente kann vielmehr ohne Einschränkung frei gewählt werden. Das Vorsehen von Überkreuzungen eines oder mehrerer Wurzelwerkumschlingungselemente ist dabei ebenso möglich wie ein teilweises, vollständiges oder mehrfaches Umschlingen des Stammes durch ein oder mehrere Wurzelwerkumschlingungselemente.

Der Mechanismus zum Arretieren des Wurzelwerkumschlingungselementes in einem gespannten Zustand, genauer gesagt die Arretierungsvorrichtung kann ebenfalls mannigfaltig abgewandelt werden.

So ist es schon nicht zwangsläufig erforderlich, die Arretiervorrichtung einstückig mit einem der Befestigungselemente auszubilden oder mit dieser zu verbinden. Darüber hinaus muß das Arretieren des Wurzelwerkumschlingungselementes auch nicht notwendigerweise durch ein Verklemmen desselben erfolgen. Ferner besteht auch keine Einschränkung darauf, den zum Spannen des Wurzelwerkumschlingungselementes zu greifenden Endabschnitt desselben und das Betätigungselement (Schraube 33) zum Arretieren des Wurzelwerkumschlingungselementes im gespannten Zustand wie in der Fig. 3 gezeigt anzuordnen. Hier bestehen beliebige Variationsmöglichkeiten.

Die vielfältigen Möglichkeiten zur Abwandlung der beschriebenen erfindungsgemäßen Vorrichtung ermöglichen unter allen nur erdenklichen Umständen eine jeweils optimale Anpassung der Vorrichtung an die jeweiligen Gegebenheiten.

Bezugszeichenliste

1 Baumstamm

2 Baumkrone

3 Wurzelwerkumschlingungselement

4 Wurzelwerkumschlingungselement

11 Wurzelwerk

20 Pflanzloch

31 Haken

32 Klemmvorrichtung

33 Schraube

34 Haken

35 Durchführungsabschnitt

36 Mittelabschnitt des Wurzelwerkumschlingungselements

37 Mittelabschnitt des Wurzelwerkumschlingungselements

38 Endabschnitt des Wurzelwerkumschlingungselements

51 Verankerungselement

52 Verankerungselement

53 Verankerungselement

54 Verankerungselement

61 Unterlegeholz

62 Unterlegeholz


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum Halten eines gepflanzten Baumes (1, 2) oder Strauches in einer gewünschten Stellung, gekennzeichnet durch ein über oder um das Wurzelwerk (11) eines zu haltenden Baumes oder Strauches führbares Wurzelwerkumschlingungselement (3, 4; 36 bis 38), und mindestens ein mit dem Wurzelwerkumschlingungselement verbundenes Befestigungselement (31, 34), welches derart ausgebildet ist, daß es unter Fixierung des Wurzelwerks mit einem in Wurzelwerksnähe verankerten Verankerungselement (51 bis 54) in Eingriff bringbar ist.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Wurzelwerkumschlingungselement (3, 4; 36 bis 38) als flexibel verformbares Element ausgebildet ist.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Wurzelwerkumschlingungselement (3, 4; 36 bis 38) derart ausgebildet ist, daß es im über oder um das Wurzelwerk (11) des zu verankernden Baumes (1, 2) oder Strauches geführten Zustand einen großflächigen Kontakt mit dem Wurzelwerk ermöglicht.
  4. 4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Wurzelwerkumschlingungselement (3, 4; 36 bis 38) ein langgestrecktes gurtartiges Element ist.
  5. 5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß eine Arretierungsvorrichtung (32) vorgesehen ist, durch welches eine wirkende Spannkraft des Wurzelwerkumschlingungselementes (3, 4; 36 bis 38) einstellbar ist.
  6. 6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das mindestens eine Befestigungselement (31, 34) derart ausgebildet ist, daß es mit dem Verankerungselement (51 bis 54) durch Einhängen in Eingriff bringbar ist.
  7. 7. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwei durch hakenartige Elemente gebildete Befestigungselemente (31, 34) vorgesehen sind, die an entgegengesetzten Endabschnitten des Wurzelwerkumschlingungselementes (3, 4; 36 bis 38) angeordnet sind.
  8. 8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Wurzelwerkumschlingungselement (3, 4; 36 bis 38) und die Befestigungselemente (31, 34) derart ausgebildet sind, daß sie einhergehend mit einem Festklemmen des Wurzelwerks (11) zwischen dem Wurzelwerkumschlingungselement (3, 4; 36 bis 38) und der Unterlage, auf welcher der Wurzelwerk aufliegt, in Verankerungselemente (51 bis 54) einhängbar sind, die auf gegenüberliegenden Seiten des Wurzelwerks vorgesehen sind.






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