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Dokumentenidentifikation DE19547463C2 27.11.1997
Titel Antrieb von Flügeln und von Spulenspindeln einer Vorspinnmaschine
Anmelder Zinser Textilmaschinen GmbH, 73061 Ebersbach, DE
Erfinder Gräßle, Herbert, 73529 Schwäbisch Gmünd-Metlangen, DE;
Weeger, Hans-Peter, 73110 Hattenhofen, DE
Vertreter Patentanwälte Eder & Schieschke, 80796 München
DE-Anmeldedatum 19.12.1995
DE-Aktenzeichen 19547463
Offenlegungstag 26.06.1997
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 27.11.1997
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.11.1997
IPC-Hauptklasse D01H 1/04
IPC-Nebenklasse D01H 1/241   D01H 7/50   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf einen Antrieb von Flügeln und von Spulenspindeln einer Vorspinnmaschine, wobei die Flügel und die Spulenspindeln mittels Zahnriemen jeweils für sich antreibbar sind.

Als Stand der Technik ist bereits eine derartige Konstruktion bekannt, wobei hier der Antrieb der Vorspinnmaschinenflügel und -spulenspindeln mittels mehrerer, Flügel bzw. Spulenspindeln beaufschlagender Zahnriemen relativ kompliziert aufgebaut ist (DE 40 04 524 C2). Er ist zudem störanfällig und kostenaufwendig.

Weiterhin sind Konstruktionen in Form von sog. Felderantrieben bekannt, bei welchen mehrere, Flügel bzw. Spulenspindeln beaufschlagende Zahnriemen oder andere Antriebselemente eingesetzt werden (DE 70 46 263 U, DE 21 45 187 A, DE 37 01 873 A1, US-PS 4,090,348).

Demgegenüber liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen Antrieb der eingangs genannten Art zu schaffen, bei welchem trotz einfachen Aufbaus eine höhere Effektivität erzielbar ist.

Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen im kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 gelöst.

Vorteilhafterweise wird hierdurch die Anzahl erforderlicher Motoren reduziert; sie ist nur halb so groß wie die Anzahl der Sektionen.

An den Sektions-Stoßstellen, an welchen keine Antriebe angeordnet sind, werden die Sektionen durch Koppelzahnriemen verbunden. Hieraus resultiert, daß bei allen Antriebsstellen ein synchroner Antrieb erreicht wird, und zwar auch dann, wenn Antriebe ausfallen sollten oder einem Antrieb so hoher Widerstand entgegensteht, daß dies - beispielsweise im Anlauf der Vorspinnmaschine - zu einer Drehzahlverminderung führen könnte.

Eine aus antriebstechnischen Gesichtspunkten erfolgende Aufteilung einer Textil- bzw. Zwirnmaschine in Felder bzw. Sektionen sowie deren antriebstechnischer Kopplung mit der jeweiligen Nachbarsektion ist als Stand der Technik in diesem Zusammenhang bereits bekannt (DE 36 22 215 A1). Dementsprechend liegt das Besondere der vorliegenden Erfindung in dem spezielleren, an eine Vorspinnmaschine angepaßten Aufbau der Sektionen und deren Kopplung sowie der besonderen antriebsmäßigen Lösung, d. h. Antriebsmotoren für höchstens jede zweite Sektion.

Die erfindungsgemäße Konstruktion weist vorzugsweise eine durch vier teilbare Anzahl von Flügeln bzw. Spulenspindeln auf, welche durch jeweils einen Zahnriemen antreibbar ist. Hierdurch ergibt sich der Vorteil, daß die Anzahl erforderlicher Umlenkrollen minimal wird.

Flügel- und Spulenspindelantriebe der Vorspinnmaschine sind erfindungsgemäß im Prinzip gleich aufgebaut. Eine Sektion umfaßt im allgemeinen eine gerade Anzahl von Flügeln oder Spulenspindeln zwischen 4 und 16 Einheiten, wobei durch vier teilbare Einheiten bevorzugt sind.

Die Endsektion der Vorspinnmaschine kann auch eine abweichende Anzahl von Flügeln und Spulenspindeln aufweisen, um deren angestrebte Gesamtzahl zu erreichen.

Jede Sektion weist mindestens eine Spannrolle auf; es besteht jedoch auch die Möglichkeit, daß eine der Umlenkrollen als Spannrolle verlagerbar ausgebildet ist. Die Flügel- und Spulenmotoren sind vorteilhafterweise höhen- und seitenversetzt angeordnet.

Zweckmäßige und weiterhin vorteilhafte Weiterbildungen des Gegenstandes des Anspruchs 1 sind in den auf diesen Anspruch rückbezogenen Ansprüchen 2 bis 6 angegeben.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen näher beschrieben. In der Zeichnung zeigen:

Fig. 1 eine schematische Draufsicht auf einen Felderantrieb einer Vorspinnmaschine, teils gebrochen,

Fig. 2 eine schematische Seitenansicht eines anderen Antriebes,

Fig. 3 die Ansicht nach Fig. 1 mit den kompletten Sektionen a, b und c,

Fig. 4 verschiedene Anwendungsmöglichkeiten des Antriebs, in schematischer Draufsicht,

Fig. 5 eine andere Ausführungsmöglichkeit der Erfindung in schematischer Draufsicht, teils gebrochen.

In Fig. 1 sind die ersten Sektionen a, b, c einer eine Mehrzahl derartiger Sektionen aufweisenden Vorspinnmaschine dargestellt. Jede dieser Sektionen besitzt in einer Flügelbank 20 angeordnete Antriebsritzel 2, 2&min; für Flügel 12 und 13 (Fig. 2) sowie weitere in einer Spulenbank 10 angeordnete Antriebsritzel 2, 2&min;&min; für Spulenspindeln 22 und 23, auf welchen Spulen 25 und 25&min; gelagert sind. Die Antriebsritzel 2, 2&min;, 2&min;&min; der Flügel 12 und 13 bzw. der Spulenspindeln 22 und 23 sind jeweils über einen Zahnriemen 5 miteinander verbunden, welcher zwischen jeweils zwei Antriebsritzeln um eine Umlenkrolle 3 läuft. Weiterhin kann jeweils eine justierbare Spannrolle 4 vorgesehen sein. Vorzugsweise ist eine durch vier teilbare Anzahl von Flügeln 12, 13 bzw. Spulenspindeln 22, 23 durch jeweils einen Zahnriemen 5 antreibbar.

Wie insbesondere aus Fig. 1 und 3 zu entnehmen ist, sind benachbarte Sektionen a, b, c der Vorspinnmaschine 1 über gemeinsame Koppelzahnriemen 6, 6&min; sowie 6&min;&min; miteinander verbunden. Hierbei wird der Koppelzahnriemen 6 von einem Motor 7 für die Flügel 12, 13angetrieben und läuft - wie aus Fig. 1 und 2 erkennbar - über auf der Welle je eines Flügels 12 der Sektionen a und b angeordnete Ritzel 2&min; und 2&min;&min;.

Der Koppelzahnriemen 6&min; ist mit einem Motor 8 für die Spulenspindeln 22 und 23 verbunden und läuft über Ritzel 2X, 2XX auf je einer der Spulenspindeln der Sektionen a und b. Diese den Ritzeln 2&min; und 2&min;&min; entsprechenden Ritzel 2X, 2XX sind koaxial unter jenen angeordnet und daher in der Draufsicht nicht sichtbar.

Die Koppelzahnriemen 6&min;&min; zwischen den Sektionen b und c für die Flügel und für die Spulenspindeln, die ebenfalls übereinander liegen und von denen daher in der Draufsicht nur der obere für die Flügel sichtbar ist, sind nicht mit Antriebsmotoren verbunden. Sie stellen die Verbindung zwischen den beiden Zahnriemen 5 der Sektion b und den beiden Zahnriemen der Sektion c her und laufen ebenfalls über Ritzel 2&sub1;&min; und 2&sub1;&min;&min; sowohl auf Wellen der Flügel 12 als auch auf Wellen der Spulenspindeln 22, die koaxial übereinander liegen.

Die Koppelzahnriemen 6&min;&min; sind mittels Spannrollen 4&min; spannbar. Die Koppelzahnriemen 6 und 6&min; können über die verschiebbar gelagerten Motoren 7, 8 gespannt werden.

Insbesondere aus Fig. 1 und 3 ist ersichtlich, daß die Motoren 7, 8 in der Antriebssektion a angeordnet sind - auch die Sektion c ist wieder eine Antriebssektion.

Aus Fig. 3 ist darüberhinaus erkennbar, daß bei ungerader Anzahl von Sektionen (im vorliegenden Fall die drei Sektionen a, b und c) die Endsektion c jeweils als Antriebssektion ausgebildet, also mit Motoren 7, 8 ausgestattet ist.

Aus Fig. 1 und 3 ist ersichtlich, daß der Antrieb der Spulenspindeln 22 und 23 bzw. der Flügel 12 und 13 gleich aufgebaut ist, wobei jede Sektion a, b, c eine Anzahl von Flügel bzw. Spulenspindeln zwischen 4 und 16 aufweist.

Da der untere, zum Antrieb der Spulenspindeln 22, 23 dienende Motor 8 sich mit der Spulenbank 10 auf und ab bewegt, ist er, um nicht mit dem oberen, fest angeordneten Motor 7 für den Antrieb der Flügel 12, 13 zu kollidieren, seitlich gegenüber diesem Motor versetzt (Fig. 1 und 3). Gemäß Fig. 2 besteht auch die Möglichkeit, die Motoren 7 und 8 mit entsprechendem Freiraum senkrecht übereinander anzuordnen.

Fig. 4 zeigt drei verschiedene Ausführungsmöglichkeiten des Antriebsschemas der vorliegenden Erfindung:

Ausgehend von der Ausführungsform der Fig. 1 und 3 treiben die beiden Motoren 7 und 8 gemäß Fig. 4I jeweils zwei Sektionen an, nämlich a-b bzw. c-d bzw. e-f usw. Gemäß Fig. 4II werden antriebslose Sektionen c, f, usw. durch die benachbarten unmittelbar angetriebenen Sektionen a-b, d-e, usw. mit angetrieben. Gemäß Fig. 4III wird auch die erste antriebslose Sektion a durch die benachbarte, unmittelbar angetriebene Sektion b-c mit angetrieben; die Aufeinanderfolge der mittelbar und unmittelbar angetriebenen Sektionen verschiebt sich demgemäß um jeweils eine Position.

Fig. 5 zeigt eine andere Ausführungsmöglichkeit der Erfindung: Hier wirken die Antriebsmotoren 7 und 8 über gesonderte Antriebsriemen 30 und 30&min; auf ein mit Koppelzahnriemen 6&min;&min; verbundenes Ritzel 2&min;. Der mit dem Ritzel 2&min; in Wirkverbindung stehende Koppelzahnriemen 6&min;&min; läuft seinerseits analog der Ausführungsform nach Fig. 1 über eine Umlenkrolle 4&min; sowie ein Ritzel 2&min;&min; und stellt damit die Antriebsverbindung für den folgenden Zahnriemen 5 her.

Bei dieser Konstruktion werden die Flügel und Spulenspindeln mindestens einer Sektion über die Antriebsmotoren 7 und 8 und über gesonderte Antriebsriemen 30 und 30&min; unmittelbar angetrieben, während die Flügel und Spulenspindeln benachbarter Sektionen mittelbar über den Koppelzahnriemen 6&min;&min; von der unmittelbar angetriebenen Sektion aus antreibbar sind.

Wenn von der Ausführungsform der Fig. 5 ausgegangen wird, treiben die beiden Motoren 7 und 8 jeweils die Sektionen a, c, e, g, usw. direkt an, während die dazwischen liegenden Sektionen b, d, f, usw. über Koppelzahnriemen 6&min;&min; indirekt angetrieben werden. Gemäß Fig. 4 II werden die Sektionen a, d, g, usw. direkt, die Sektionen b, c, d, f, usw. indirekt angetrieben. Wie aus Fig. 4 III erkennbar, können Anfangs- oder Endsektionen wie a auch einseitig durch einen Koppelzahnriemen 6&min;&min; angetrieben sein.

Die Motoren 7, 8 könnten auf ein beliebiges der Ritzel 2 einer Sektion wirken. Wenn sie ein von einem Koppelzahnriemen 6&min;&min; umschlungenes Ritzel 2&min;, 2&min;&min; usw. antreiben, hat dies den Vorteil, daß die Antriebsleistung für benachbarte Sektionen nicht über die Zahnriemen 5 geleitet werden muß, sondern direkt auf die Koppelzahnriemen geht, die dementsprechend dimensioniert sein können.

Durch die Erfindung wird ein in verschiedenen Variationen möglicher, einfach aufgebauter Antrieb mit Sektionen a, b, c usw. für eine Vorspinnmaschine 1 geschaffen, welcher bei hoher Leistungsfähigkeit infolge des im Prinzip gleich aufgebauten Antriebs für Flügel und Spulen zu einer Reduzierung der Gesamtkosten führt.


Anspruch[de]
  1. 1. Antrieb von Flügeln und von Spulenspindeln einer Vorspinnmaschine, wobei die Flügel und die Spulenspindeln mittels Zahnriemen jeweils für sich antreibbar sind, dadurch gekennzeichnet,

    daß die Vorspinnmaschine Sektionen (a, b, c, usw.) mit je mindestens sechs Flügeln und Spulenspindeln aufweist,

    daß jeder Sektion ein Zahnriemen für die Flügel und ein Zahnriemen für die Spulenspindeln zugeordnet ist, welcher durch Leitrollen (3) in Eingriff mit den Antriebsritzeln gehalten ist,

    daß jeweils ein Antriebsritzel eines Flügels und ein Antriebsritzel einer Spulenspindel einer Sektion mit jeweils einem Antriebsritzel eines Flügels und einem Antriebsritzel einer Spulenspindel der benachhbarten Sektion bzw. Sektionen über einen Koppelzahnriemen (6, 6&min;, 6&min;&min;) verbunden ist und

    daß an höchstens jeder zweiten Sektion Antriebsmotoren (7, 8) vorgesehen sind, welche mit einem Antriebsritzel eines Flügels bzw. einer Spulenspindel oder mit einer der Koppelzahnriemen in Antriebsverbindung stehen.
  2. 2. Antrieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebsmotoren (7, 8) über gesonderte Antriebsriemen (30, 30&min;) auf mit Koppelzahnriemen (6&min;&min;) verbundene Ritzel (2&min;) wirken (Fig. 5).
  3. 3. Antrieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Spindelantrieb und der Flügelantrieb gleich aufgebaut sind, wobei jede Sektion (a, b, c) eine Zahl von Flügeln (12, 13) bzw. Spulenspindeln (22, 23) zwischen 6 und 16 aufweist.
  4. 4. Antrieb nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß jede Sektion (a, b, c, usw.) mindestens eine Spannrolle (4) für jeden Zahnriemen (5) und eine Spannrolle (4&min;) für jeden Koppelzahnriemen (6&min;&min;) aufweist.
  5. 5. Antrieb nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebsmotoren (7, 8) für die Koppelzahnriemen (6, 6&min;) des jeweiligen Spulenspindelantriebs (22, 23) und des jeweiligen Flügelantriebs (12, 13) nebeneinander und übereinander angeordnet sind.
  6. 6. Antrieb nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß an einem Ende der Reihe der Sektionen (a, b, c, usw.) einer Vorspinnmaschine (1) beginnend die erste und die zweite Sektion (a oder b) und darauffolgend die jeweils zweiten oder dritten Sektionen mit Antriebsmotoren (7, 8) ausgestattet sind.






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