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Dokumentenidentifikation DE19620077A1 27.11.1997
Titel Vorrichtung zum Ziehen von Nägeln
Anmelder Bukatsch, Werner, 97236 Randersacker, DE
Erfinder Bukatsch, Werner, 97236 Randersacker, DE
Vertreter Jaeger, Böck, Köster, Tappe, 97072 Würzburg
DE-Anmeldedatum 20.05.1996
DE-Aktenzeichen 19620077
Offenlegungstag 27.11.1997
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.11.1997
IPC-Hauptklasse B25C 11/00
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Ziehen von in einen Körper eingeschlagenen Nägeln oder dergleichen mit einem Mitnehmerelement, das einen im wesentlichen keilförmigen Einschnitt zum hintergriffartigen Erfassen des Nagelkopfes aufweist, und ist gekennzeichnet durch ein zumindest abschnittsweise im wesentlichen hülsen- oder rohrförmiges zumindest einseitig offenes Gehäuse, dessen offenes Stirnende am den zu ziehenden Nagel aufweisenden Körper zur Anlage bringbar ist, eine im wesentlichen im Inneren des Gehäuses angeordnete in axialer Richtung, bezogen auf die Gehäuselängsachse, bewegliche Stelleinrichtung, und eine das Mitnehmerelement bildende Stirnplatte, die am ersten Ende der Stelleinrichtung durch diese in axialer Richtung mitnehmbar derart angeordnet ist, daß die Stirnplatte bei Betätigung der Stelleinrichtung aus einer ersten Stellung, in der die Stirnplatte durch das offene Stirnende aus dem Gehäuse austritt und den Nagelkopf ergreifen kann, unter Mitnahme des Nagels unter gleichzeitiger Anlage des Stirnendes des Gehäuses am Körper in eine zweite Stellung innerhalb des Gehäuses bringbar ist, in der der Nagel vollständig aus dem Körper herausgezogen ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Ziehen von in einen Körper eingeschlagenen Nägeln oder dergleichen mit einem Mitnehmerelement, das einen im wesentlichen keilförmigen Einschnitt zum hintergriffartigen Erfassen des Nagelkopfes aufweist, nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

Es sind Nagelzieher in Form handbetätigter Werkzeuge bekannt, die ein Mitnehmerelement in Form eines Fußes mit einem keilförmigen Einschnitt aufweisen. Zum Ziehen eines eingeschlagenen Nagels wird der Fuß so unter den Nagelkopf geschoben, daß der Nagelkopf von den Rändern des keilförmigen Einschnitts hintergriffen wird, worauf dann der Nagel zunächst herausgehebelt und dann herausgezogen wird. Nachteilig bei diesen bekannten Nagelziehern ist insbesondere, daß beim hebelnden Aufsetzen des Nagelziehers in der Regel die Oberfläche des den Nagel aufweisenden Körpers erheblich beschädigt wird. Zudem erfordert das Herausziehen insbesondere großer Nägel in harten Hölzern erhebliche Ausziehkräfte, die von schwächeren Personen oft nicht aufzubringen sind.

Ausgehend von diesem Stand der Technik ist es die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung zum Ziehen von in einen Körper eingeschlagenen Nägeln zu schaffen, die bei schonender Behandlung der Oberfläche des Körpers ein leichtes Herausziehen ermöglicht.

Diese Aufgabe wird durch eine Vorrichtung nach der Lehre des Patentanspruchs 1 gelöst.

Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.

Erfindungsgemäß weist die Vorrichtung zum Ziehen von Nägeln zunächst ein zumindest abschnittsweise im wesentlichen hülsen- oder rohrförmiges zumindest einseitig offenes Gehäuse auf, dessen offenes Stirnende am den zu ziehenden Nagel aufweisenden Körper zur Anlage bringbar ist. Im Inneren des Gehäuses ist eine in axialer Richtung, bezogen auf die Gehäuselängsachse bzw. die Längsachse des hülsen- oder röhrenförmigen Abschnitts des Gehäuses, bewegliche Stelleinrichtung angeordnet. Am ersten Ende der Stelleinrichtung, das heißt an dem Ende, das zum offenen Stirnenende des Gehäuses weist, ist eine das Mitnehmerelement bildende Stirnplatte durch die Stelleinrichtung in axialer Richtung mitnehmbar derart angeordnet, daß die Stirnplatte bei Betätigung der Stelleinrichtung aus einer ersten Stellung, in der die Stirnplatte durch das offene Stirnende aus dem Gehäuse austritt und den Nagelkopf ergreifen kann, unter Mitnahme des Nagels unter gleichzeitiger Anlage des Stirnendes des Gehäuses am Körper in eine zweite Stellung innerhalb des Gehäuses bringbar ist, in der der Nagel vollständig aus dem Körper herausgezogen ist.

Dies bedeutete mit anderen Worten, daß nach der Erfassung des Nagelkopfes mittels der Stirnplatte keinerlei Hebelkräfte mehr auf die Oberfläche des den zu ziehenden Nagel aufweisenden Körpers wirken, sondern ausschließlich Kräfte in Richtung der Längsachse des Gehäuses bzw. der darin angeordneten Stelleinrichtung, die im Regelfall senkrecht zur Oberfläche des Körpers verlaufen. Bereits dadurch wird eine übermäßige Beschädigung der Oberfläche vermieden. Durch die Verwendung einer Stelleinrichtung zur Aufbringung der Ausziehkraft ist zudem die vom Bediener aufzubringende Ausziehkraft in leichter und einfacher Weise zu verringern.

Die Stelleinrichtung kann aus einem kraftübertragenden Hebelsystem, wie beispielsweise bei Korkenziehern bekannt, oder aus einem sonstigen kraftübertragenden System, sei dies nun mechanisch, hydraulisch pneumatisch oder elektrisch, bestehen. Vorzugsweise jedoch weist gemäß einem besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel die Stelleinrichtung eine Gewindespindel auf, die drehbar derart in mindestens einer orts- und drehfest im Gehäuse angeordneten Spindelmutter gelagert ist, daß beim Drehen der Spindel diese unter Mitnahme der am ersten axialen Ende der Spindel angeordneten Stirnplatte axial bewegbar ist. Vorzugsweise sind mindestens zwei solcher Spindelmuttern vorgesehen. Durch Drehung der Spindel kann in einfacher Weise die in axialer Richtung wirkende Ausziehkraft aufgebracht werden.

Um ein unerwünschtes Austreten der Gewindespindel aus den ortsfesten Spindelmuttern zu verhindern, sind vorzugsweise auf der Gewindespindel Anschlagelemente zur Begrenzung der Spindelbewegung in beide axiale Richtungen angeordnet. Die Position dieser Anschlagelemente bestimmt dabei im Zusammenspiel mit der Position der Spindelmutter oder gegebenenfalls der Spindelmuttern den maximal möglichen Ausziehweg und damit letztendlich die Länge der mit der Vorrichtung ausziehbaren Nägel. Die Anschlagelemente können in einfacher Weise aus auf der Spindel axial fixierbaren Muttern bestehen. Dabei kann die Fixierung fest, beispielsweise durch Schweißen, oder lösbar sein.

Die Befestigung der Stirnplatte an der Gewindespindel kann grundsätzlich beliebig sein, solange eine axiale Mitnahme bei der Bewegung der Gewindespindel gewährleistet ist. Nach einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung jedoch ist die Stirnplatte an der Gewindespindel drehbar befestigbar. Dadurch kann insbesondere unabhängig von der jeweiligen Drehposition der Gewindespindel die Stirnplatte genau positioniert werden. Zudem wird dadurch die Verletzungsgefahr für den Bediener erheblich verringert, da die Stirnplatte im Regelfall das einzige aus dem Gehäuse austretende bewegliche Teil darstellt.

Nach einem besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel weist die erfindungsgemäße Vorrichtung ein im wesentlichen U-förmiges oder rechteckig kastenförmiges Bügelelement auf, dessen erster Schenkel die den keilförmigen Einschnitt aufweisende Stirnplatte bildet und dessen zweiter gegenüberliegender Schenkel eine Ausnehmung zum Durchtritt der Gewindespindel aufweist. Dabei ist das Bügelelement derart an der Gewindespindel angeordnet, daß der zweite von der Gewindespindel mit zumindest geringem radialen Spiel durchgriffene Schenkel zwischen zwei an der Gewindespindel befestigten als Mitnehmer wirkenden Anschlageelementen positioniert ist. Das axial äußere Anschlagelement wirkt dabei als Mitnehmer für die Stirnplatte beim Ziehvorgang, während das axial innere Anschlagelement als Mitnehmer beim Ausfahren der Stirnplatte in die erste Stellung, in der der zu ziehende Nagel ergriffen werden soll, wirkt. Weiter wird durch das Merkmal, daß der zweite Schenkel bzw. dessen Ausnehmung mit radialem Spiel von der Gewindespindel durchgriffen wird, nicht nur eine Drehbewegung, sondern auch ein zumindest geringfügiges Verschwenken oder Verkippen des Bügelelementes und damit der Stirnplatte relativ zur Gewindespindelachse ermöglicht, wodurch sichergestellt ist, daß auch bei unterschiedlich dicken Nägeln, die unterschiedlich im keilförmigen Einschnitt der Stirnplatte positioniert sind, die Nagelachse zur Gewindespindelachse fluchtet. Eine U-förmige Gestalt des Bügels ist dabei bei kleineren zu übertragenden Ausziehkräften durchaus ausreichend. Wenn jedoch größere Ziehkräfte übertragen werden sollen, ist der Bügel vorzugsweise im wesentlichen kastenartig geschlossen ausgebildet, um zum einen eine zentrische Krafteinleitung zu gewährleisten und zum anderen ein Aufbiegen des Bügels zu verhindern.

Um auch bei großen beim Herausziehen von Nägeln zwischen Nagel und Stirnplatte einerseits und dem äußeren Anschlagelement bzw. Mitnehmer andererseits wirkenden Kräften sicherzustellen, daß sich die Stirnplatte nicht aufgrund von Reibungskräften mit der Gewindespindel mitdreht, sind vorzugsweise zwischen dem zweiten Schenkel und dem axial äußeren Anschlagelement reibungserniedrigende Mittel angeordnet. Diese können beispielsweise aus reibungsvermindernden Anschlagscheiben aus Teflon, Lagerbronze oder dergleichen bestehen. Vorzugsweise jedoch finden Axialkugellager Verwendung.

Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel ist ein zwischen dem Axialkugellager und dem zweiten Schenkel angeordnetes in axialer Richtung wirkendes Federelement vorgesehen, das in unbelastetem Zustand, das heißt, wenn kein Nagelziehvorgang stattfindet, den zweiten Schenkel gegen das Anschlagelement zwingt. Dadurch wird zum einen ein loses Wackeln des Bügelelementes vermieden und zum anderen erfolgt dadurch automatisch die gewünschte Ausrichtung der Stirnplatte relativ zur Spindellängsachse.

Um Beschädigungen der Oberfläche des den zu ziehenden Nagel aufweisenden Körpers zu vermeiden oder zumindest erheblich zu vermindern, ist nach einem weiteren Ausführungsbeispiel die offene Stirnseite des Gehäuses zumindest bereichsweise als Auflagefläche ausgebildet. Dies kann beispielsweise durch eine einstückig an das Gehäuse angeformte lokale oder die gesamte Stirnseite umlaufende die Stirnfläche vergrößernde Verdickung des Stirnrandes erreicht werden, wodurch die Flächenpressung verringert wird. Vorzugsweise ist zu diesem Zweck jedoch ein an der offenen Stirnseite des Gehäuses befestigbares, insbesondere im wesentlichen kappenartig aufsteckbares eine Auflagefläche bildendes Auflageelement aus einem die Oberfläche des Körpers schonenden Material, vorzugsweise Kunststoff, vorgesehen.

In grundsätzlich beliebiger Weise kann die Stelleinrichtung beispielsweise nach Art eines Korkenziehers von Hand betätigbar sein. Nach einem bevorzugten Ausführungsbeispiel weist die erfindungsgemäße Vorrichtung jedoch einen Antrieb für die Stelleinrichtung auf. Dieser kann dabei in beliebiger Weise elektrisch, mechanisch oder fluidisch sein.

Beispielsweise kann der Antrieb einen Elektromotor, gegebenenfalls mit einem separaten Getriebe, oder einen Elektrogetriebemotor aufweisen. Nach einem weiteren Ausführungsbeispiel kann der Elektromotor oder Elektrogetriebemotor im Gehäuse unmittelbar auf oder an der Gewindespindel angeordnet sein. Dadurch ergibt sich eine kompakte und einfache Bauweise.

Eine besonders bevorzugte und gut handhabbare Bauweise einer erfindungsgemäßen Vorrichtung wird durch die Anordnung eines pistolenartigen Griffs seitlich am Gehäuse im Bereich des Antriebs erhalten, wobei der Griff gleichzeitig zur Aufnahme mindestens eines Betätigungselementes, beispielsweise eines Schalters, des Antriebs, des Getriebemotors und/oder der Stromversorgung für den Antrieb, beispielsweise durch Akkumulatoren, dienen kann. Dabei kann ein Schalter mit verschiedenen Schaltstellungen für Vorwärts und Rückwärts, bezogen auf die Axialbewegung der Spindel, Verwendung finden oder es können getrennte Schalter für Vorwärts- und Rückwärtsbewegung zu Anwendung kommen.

Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung weist die Stelleinrichtung eine Gewindespindel auf, die axial gesichert drehbar derart in mindestens einer axial beweglichen und drehfest im Gehäuse angeordneten Spindelmutter, an der die Stirnplatte befestigbar ist, gelagert ist, daß beim Drehen der Gewindespindel die Spindelmutter unter Mitnahme der Stirnplatte axial bewegbar ist. Mit anderen Worten, während bei den vor stehend beschrieben Ausführungsbeispielen die Gewindespindel axial verfahren wird, erfolgt bei diesem Ausführungsbeispiel die Ziehbewegung durch die axiale Bewegung der, gegebenenfalls vorderen, Spindelmutter, an der die Stirnplatte befestigt ist. Bei diesem Ausführungsbeispiel ergibt sich der Vorteil einer geringen Baulänge der Vorrichtung, wobei insbesondere die Gewindespindel nicht am der Stirnseite gegenüberliegenden Ende des Gehäuses aus diesem austritt.

Im folgenden ist die Erfindung anhand lediglich Ausführungsbeispiele zeigender Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt

Fig. 1 in schematischer Darstellung einen Längsschnitt durch ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung; und

Fig. 2 ebenfalls in schematischer Darstellung in Ansicht von vorne das Stirnende einer erfindungsgemäßen Vorrichtung.

Die in Fig. 1 dargestellte erfindungsgemäße Vorrichtung zum Ziehen von in einen Körper eingeschlagenen Nägeln weist zunächst einmal ein im wesentlichen pistolenförmiges Gehäuse 1 auf. Das Gehäuse 1 besteht beim hier dargestellten Ausführungsbeispiel aus Kunststoff und wird durch zwei Halb schalen gebildet, deren Trennungs- bzw. Verbindungsebene im wesentlichen in der Zeichenebene liegt.

Das Gehäuse 1 weist einen hülsen- oder rohrförmigen Abschnitt 2 auf, an den ein pistolengrifförmiger Handgriff 3 einstückig angeformt ist. Im pistolenförmigen Griff 3 ist ein Elektromotor 4 angeordnet, der eine Stromversorgung 5 in Form eines Akkus aufweist. Der Elektromotor 4 ist mit einem Getriebe 6 gekoppelt.

An der zum Stirnende der erfindungsgemäßen Vorrichtung weisenden Seite des Griffs 3 sind zwei Betätigungselemente 7 und 8 angeordnet, wobei das Betätigungselement 7 die Betätigung des Elektromotors 4 in einer Drehrichtung und das Betätigungselement 8 die Betätigung des Elektromotors 4 in der anderen Drehrichtung bewirkt. Dies kann beispielsweise durch einen Polumschalter geschehen.

Mit Abstand ist vor den Betätigungselementen 7 und 8 ein ebenfalls einstückig am Gehäuse 1 angeformter Schutzbügel 9 angeordnet, der zuverlässig eine versehentliche Betätigung der Bedienungselemente 7 und 8 verhindert.

Im hülsenförmigen Abschnitt 2 des Gehäuses 1 ist Stelleinrichtung 30 vorgesehen. Diese weist eine Gewindespindel 10 auf deren Längsmittelachse im wesentlichen koaxial zur Längsmittelachse des rohrförmigen Gehäuseabschnitts 2 verläuft. Die Gewindespindel 10 ist im Abschnitt 2 des Gehäuses 1 über zwei Spindelmuttern 11 und 12 drehbar gelagert. Die Spindelmuttern 11 und 12 sind in einstückig am Abschnitt 2 des Gehäuses 1 angeformten Lagerschalen 13 und 14 orts- und drehfest fixiert. "Ortsfest" bedeutet dabei insgesamt eine Lagerung der Spindelmuttern gegen jegliches axiales Verschieben in Richtung der Mittellängsachse der Gewindespindel 10.

Im Bereich zwischen den beiden Spindelmuttern 11 und 12 ist die Spindelmutter 10 an das Getriebe 6 derart angebunden, daß eine Betätigung des Getriebes 6 mittels des Elektromotors 4 eine Drehung der Gewindespindel 10 bewirkt. Aufgrund der ortsfesten Anordnung der Spindelmuttern 11 und 12 erfolgt dabei in an sich bekannter Weise eine axiale Verschiebung der Gewindespindel 10, wobei die Achsrichtung von der Drehrichtung des Getriebes 6 und damit der Drehrichtung der Gewindespindel 10 abhängt. Am axial hinteren Ende 15 der Gewindespindel 10 ist ein Anschlagelement 16 zumindest in axialer Richtung fixiert angeordnet. Dieses Anschlagelement 16 wirkt dabei als Begrenzung des Weges der Gewindespindel 10 beim Verfahren in Richtung der offenen Stirnseite der erfindungsgemäßen Vorrichtung.

Am dem Anschlagelement 16 gegenüberliegenden Ende der Gewindespindel 10 ist ein im Querschnitt im wesentlichen rechteckig kastenförmiges Bügelelement 17 angeordnet. Das Bügelelement 17 weist einen ersten Schenkel 18 auf, der einen keilförmigen Einschnitt 19 zum Erfassen eines zu ziehenden Nagels besitzt. Der gegenüberliegende Schenkel 20 ist mit einer Ausnehmung 21 versehen, deren Durchmesser größer als der Außendurchmesser der Gewindespindel 10 ist. Diese Ausnehmung wird mit radialem Spiel von der Gewindespindel 10 durchgriffen. Die beiden Schenkel 18 und 20 des Bügelelementes 17 sind unter Bildung eines im Querschnitt im wesentlichen rechteckigen Kastens über zwei Längsträger 22 und 23 miteinander verbunden.

Der Schenkel 20 des Bügelelementes 17 gelangt mit seiner zum Inneren des Gehäuses 1 weisenden Fläche zur Anlage an einem Anschlagelement 24, das zumindest in axialer Richtung fest an der Gewindespindel 10 angeordnet ist. Das Anschlagelement 24 dient dabei zum einen als Widerlager für das Bügelelement 17 und zum anderen zur Begrenzung des axialen Verfahrweges der Gewindespindel 10 in Richtung zum hinteren Ende des hülsenförmigen Abschnittes 2 des Gehäuses 1. Dabei gelangt in der Endstellung der Gewindespindel 10 das Anschlagelement 24 zur Anlage an der Spindelmutter 11.

Am axial äußersten vorderen Ende der Gewindespindel 10 ist ein weiteres Anschlagelement 25 befestigt. Zwischen den Anschlagelementen 25 und 24 sind in Wirkrichtung nacheinander ein Axialkugellager 26, eine Schraubenfeder 27 und der Schenkel 20 des Bügelelementes 17 kraftübertragend derart hintereinander angeordnet, daß in der in Fig. 1 dargestellten nichtbelasteten Stellung durch die Schraubenfeder 27 das Axialkugellager gegen den Anschlag 25 und der Schenkel 20 des Bügelelementes gegen den Anschlag 24 gepreßt wird.

Wie insbesondere Fig. 2 zu entnehmen ist, ist der erste Schenkel 18 des Bügelelementes 17 als im wesentlichen ebene Stirnplatte ausgebildet. Dabei weist die Stirnplatte einen im wesentlichen keilförmigen Einschnitt 19 auf, der sich zu einem Randbereich hin öffnet. Bei dem in Fig. 2 dargestellten Ausführungsbeispiel ist der keilförmige Einschnitt 19 gestuft in Anpassung an verschiedene Durchmesser der zu ziehenden Nägel ausgebildet.

Am offenen Stirnende des Abschnitts 2 des Gehäuses 1 ist ein Auflageelement 28 aus Kunststoff angeordnet. Das Auflageelement ist im wesentlichen kappenartig ausgebildet und auf das Stirnende des Gehäuses 1 aufgesteckt. Die Stirnfläche des Auflageelementes 28 ist als Anlagefläche 29 zur bestimmungsgemäßen Anlage an die Oberfläche des den zu ziehenden Nagel aufweisenden Körpers ausgebildet. Die Auflagefläche 29 ist dabei im wesentlichen ringförmig ausgestaltet und läßt in ihrem mittleren Bereich eine Durchtrittsöffnung für das Bügelelement bzw. die Stirnplatte 18 bei der Betätigung der erfindungsgemäßen Vorrichtung frei.

Zum bestimmungsgemäßen Ziehen eines Nagels mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung aus einem Körper wird zunächst einmal die Gewindespindel 10 durch Betätigung des Schalters 7 in die in Fig. 1 gezeigte Stellung gebracht, wobei das Bügelelement 20 durch die stirnseitige Öffnung des rohrförmigen Abschnitts 2 des Gehäuses 1 derart nach außen ragt, daß mittels des keilförmigen Einschnitts 19 der Stirnplatte 18 der Kopf eines nicht dargestellten Nagels hintergriffen werden kann. Dabei ist die Auflagefläche 29 zunächst der Oberfläche des nicht dargestellten Körpers mit zumindest geringem Abstand gegenüberliegend. Nach Umschalten der Drehrichtung des Elektromotors 4 und damit der Gewindespindel 10 mittels des Betätigungselementes 8 erfolgt durch weitere Betätigung des Betätigungselementes 7 ein zunächst praktisch unbelastetes Zurückziehen der Gewindespindel 10, bis die Auflagefläche 29 zur Anlage auf die Oberfläche des Körpers kommt. Aufgrund des Merkmals, daß die Ausnehmung 21 größer ist als der Durchmesser der Gewindespindel 10, und aufgrund der Anordnung des Axialkugellagers im Kraftweg erfolgt beim drehenden Verfahren der Gewindespindel 10 keine Übertragung der Drehbewegung auf das Bügelelement 17, so daß dieses rotatorisch unbewegt bleibt. Aufgrund der Anordnung des Federelementes 27 erfolgt ein weiches, ruckloses Ansetzen der durch die Gewindespindel aufgebrachten Ziehkraft, wobei nach dem zusammenpressenden Verspannen des Federelementes 27 die gesamte durch die Gewindespindel wirkende Ziehkraft auf das Bügelelement 17 und damit auf den nicht dargestellten Nagel wirkt.

Beim Verfahren der Gewindespindel 10 in Richtung vom Stirnende der Vorrichtung weg erfolgt ein Eintauchen des Bügelelementes 27 und damit des erfaßten Nagelkopfes in den hülsenförmigen Abschnitt 2 des Gehäuses 1, wobei gleichzeitig beim dargestellten Ausführungsbeispiel das gegenüberliegende Ende der Gewindespindel 10 mit dem Anschlagelement 16 rückwärtig aus dem Gehäuse 1 austritt.

Aufgrund der federnden Lagerung des Bügelelementes 17 mit radialem Spiel auf der Gewindespindel 10 ist neben der durch das Federelement 27 begrenzten Axialbewegung auch zumindest in geringem Maße ein Verkippen des Bügelelementes 17 bezüglich der Längsachse der Gewindespindel 10 möglich und zulässig. Dadurch kann, abhängig von den Gehäuseabmessungen, insbesondere auch erreicht werden, daß auch bei unterschiedlich dicken Nägeln die Nagelachse im wesentlichen koaxial zur Gewindespindelachse verläuft, beziehungsweise zumindest, daß die Achsabweichung möglichst gering gehalten wird.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum Ziehen von in einen Körper eingeschlagenen Nägeln oder dergleichen mit einem Mitnehmerelement, das einen im wesentlichen keilförmigen Einschnitt zum hintergriffartigen Erfassen des Nagelkopfes aufweist, gekennzeichnet durch
    1. - ein zumindest abschnittsweise im wesentlichen hülsen- oder rohrförmiges zumindest einseitig offenes Gehäuse (1), dessen offenes Stirnende am den zu ziehenden Nagel aufweisenden Körper zur Anlage bringbar ist,
    2. - eine im wesentlichen im Inneren des Gehäuses (1) angeordnete in axialer Richtung, bezogen auf die Gehäuselängsachse, bewegliche Stelleinrichtung (30), und
    3. - eine das Mitnehmerelement bildende Stirnplatte (18), die am ersten Ende der Stelleinrichtung (30) durch diese in axialer Richtung mitnehmbar derart angeordnet ist, daß die Stirnplatte (18) bei Betätigung der Stelleinrichtung (30) aus einer ersten Stellung, in der die Stirnplatte (18) durch das offene Stirnende aus dem Gehäuse (1) austritt und den Nagelkopf ergreifen kann, unter Mitnahme des Nagels unter gleichzeitiger Anlage des Stirnendes des Gehäuses (1) am Körper in eine zweite Stellung innerhalb des Gehäuses (1) bringbar ist, in der der Nagel vollständig aus dem Körper herausgezogen ist.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Stelleinrichtung (30) eine Gewindespindel (10) aufweist, die drehbar derart in mindestens einer orts- und drehfest im Gehäuse (1) angeordneten Spindelmutter (11,12) gelagert ist, daß beim Drehen der Spindel (10) diese unter Mitnahme der am ersten axialen Ende der Spindel (10) angeordneten Stirnplatte (18) axial bewegbar ist.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 2, gekennzeichnet durch auf der Gewindespindel (10) angeordnete Anschlagelemente (16,24) zur Begrenzung der Spindelbewegung in beide axiale Richtungen.
  4. 4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Stirnplatte (18) an der Gewindespindel (10) drehbar befestigbar ist.
  5. 5. Vorrichtung nach Anspruch 4, gekennzeichnet durch ein im wesentlichen U-förmiges oder rechteckig kastenförmiges Bügelelement (17), dessen erster Schenkel die den keilförmigen Einschnitt (19) aufweisende Stirnplatte (18) bildet und dessen zweiter gegenüberliegender Schenkel (20) eine Ausnehmung (21) zum Durchtritt der Gewindespindel (10) aufweist, wobei das Bügelelement (17) derart an der Gewindespindel (10) angeordnet ist, daß der zweite von der Gewindespindel (10) mit zumindest geringem radialen Spiel durchgriffene Schenkel (20) zwischen zwei an der Gewindespindel (10) befestigten als Mitnehmer wirkenden Anschlageelementen (24,25) angeordnet ist.
  6. 6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem zweiten Schenkel (20) und dem axial äußeren Anschlagelement (25) reibungserniedrigende Mittel angeordnet sind.
  7. 7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die reibungserniedrigenden Mittel ein Axialkugellager (26) aufweisen.
  8. 8. Vorrichtung nach Anspruch 7, gekennzeichnet durch ein zwischen dem Axialkugellager (26) und dem zweiten Schenkel (20) angeordnetes in axialer Richtung wirkendes Federelement (27), das in unbelastetem Zustand den zweiten Schenkel (20) gegen das Anschlagelement (24) zwingt.
  9. 9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die offene Stirnseite des Gehäuses (1) zumindest bereichsweise als Auflagefläche ausgebildet ist.
  10. 10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, gekennzeichnet durch ein an der offenen Stirnseite des Gehäuses (1) befestigbares, insbesondere im wesentlichen kappenartig aufsteckbares eine Auflagefläche (29) bildendes Auflagelement (28) aus einem die Oberfläche des Körpers schonenden Material, vorzugsweise Kunststoff.
  11. 11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10 dadurch gekennzeichnet, daß die Stelleinrichtung (30) von Hand betätigbar ist.
  12. 12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Stelleinrichtung (30) mittels eines Antriebs (4, 6) betätigbar ist.
  13. 13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß der Antrieb einen Elektromotor (4) oder einen Elektrogetriebemotor aufweist.
  14. 14. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß der Elektromotor oder Elektrogetriebemotor im Gehäuse (1) unmittelbar auf oder an der Gewindespindel (10) angeordnet ist.
  15. 15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, gekennzeichnet durch einen seitlich am Gehäuse (1) im Bereich des Antriebs (4, 6) angeordneten pistolenartigen Griff (3) zur Aufnahme mindestens eines Betätigungselementes (7, 8), des Antriebs (4, 6), des Getriebemotors und/oder der Stromversorgung (5) für den Antrieb (4, 6).
  16. 16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 9 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Stelleinrichtung eine Gewindespindel aufweist, die axial gesichert drehbar derart in mindestens einer axial beweglichen und drehfest im Gehäuse angeordneten Spindelmutter, an der die Stirnplatte befestigbar ist, gelagert ist, daß beim Drehen der Gewindespindel die Spindelmutter unter Mitnahme der Stirnplatte axial bewegbar ist.






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