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Dokumentenidentifikation DE19620485A1 27.11.1997
Titel Werkzeugeinheit für eine Fräsmaschine
Anmelder W. Ludt Zerspanungstechnik, 66119 Saarbrücken, DE
Erfinder Ludt, Wolfgang, 66119 Saarbrücken, DE;
Erb, Martin, 63463 Fernwald, DE
Vertreter Bernhardt, W., Dipl.-Ing. Dr.-Ing., Pat.-Anw., 66123 Saarbrücken
DE-Anmeldedatum 21.05.1996
DE-Aktenzeichen 19620485
Offenlegungstag 27.11.1997
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.11.1997
IPC-Hauptklasse B23C 9/00
IPC-Nebenklasse B23C 3/00   
IPC additional class // B23C 3/20  
Zusammenfassung Eine Werkzeugeinheit mit einem Basisteil (1), einem an diesem angeordneten schnellaufenden Antrieb (8) für ein Fräswerkzeug (11), insbesondere einem Schnellfrequenz-Motor, und einem an der Abtriebswelle (9) des Antriebes (8) angeordneten Spannfutter (10) für das Fräswerkzeug (11), die an das Spannfutter der Spindel einer Fräsmaschine ansetzbar ist und zugleich an einen an der Fräsmaschine vorgesehenen Anschluß für die Antriebsenergie für Kühlwasser und Druckluft ankuppelbar (13) ist, ist dadurch gekennzeichnet, daß der Antrieb (8) über ein mit der Spindel der Fräsmaschine gleichachsiges oder achsparalleles Drehlager in einem Winkel von 25 bis 30° zur Achse des Drehlagers an dem Basisteil (1) angebracht ist und durch einen Stellantrieb in dem Drehlager programmgesteuert beliebig einstellbar ist.
Das solchermaßen mit schräger Achse angeordnete Fräswerkzeug, das nach allen Seiten hin ausgerichtet werden kann, ist zur Bearbeitung senkrechter Flächen bis in größere Tiefen imstande.
Damit lassen sich beispielsweise die Formwerkzeuge zur Herstellung von Kunststoffteilen weitgehend auf der Fräsmaschine herstellen. Auch kleine Radien in größerer Tiefe können gearbeitet werden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Werkzeugeinheit mit einem Basisteil, einem an diesem angeordneten schnellaufenden Antrieb für ein Fräswerkzeug, insbesondere einem Schnellfrequenz-Motor, und einem an der Abtriebswelle des Antriebes angeordneten Spannfutter für das Fräswerkzeug, die an eine auf- und abbewegliche Halterung einer Fräsmaschine, insbesondere die Werkzeugaufnahme der Spindel einer Fräsmaschine, ansetzbar ist und zugleich an einen an der Fräsmaschine vorgesehenen Anschluß mindestens für die Antriebsenergie, insbesondere ferner für Kühlwasser und/oder Druckluft, ankuppelbar ist.

Eine solche Werkzeugeinheit ist durch Benutzung sowie aus der Prospektliteratur bekannt. Die bekannte Werkzeugeinheit wird zusammen mit einem Satz verschiedener Fräswerkzeuge und in gleicher Weise wie diese an einem Tellermagazin sitzend zur Verfügung gehalten, von dem sie selbsttätig in das Spannfutter der Spindel eingewechselt werden kann. Ihr Fräswerkzeug befindet sich dann auf der Achse der Spindel, wird aber nicht von dieser mit normaler Drehzahl angetrieben, sondern von ihrem eigenen, schnellaufenden Antrieb. Die Spindel dient nur noch zur Höheneinstellung; die Einstellung in den beiden waagerechten Richtungen erfolgt wie üblich durch den Maschinentisch. Mit dem schnellaufenden Fräswerkzeug können an einer normalen Fräsmaschine weitere Bearbeitungen durchgeführt werden, vor allem ein Schlichten.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Bearbeitungsmöglichkeiten an einer Fräsmaschine weiter zu steigern.

Gemäß der Erfindung ist zu diesem Zweck eine Werkzeugeinheit der eingangs genannten Art vorgesehen, bei der der Antrieb über ein mit der Spindel der Fräsmaschine gleichachsiges oder achsparalleles Drehlager in einem Winkel zur Achse des Drehlagers an dem Basisteil angebracht ist und durch einen Stellantrieb in dem Drehlager einstellbar ist.

Das solchermaßen mit schräger Achse angeordnete Fräswerkzeug, das nach allen Seiten hin ausgerichtet werden kann, ist zur Bearbeitung senkrechter Flächen bis in größere Tiefe imstande. Damit lassen sich beispielsweise die Formwerkzeuge zur Herstellung von Kunststoffteilen weitgehend auf der Fräsmaschine herstellen. Auch kleine Radien in größerer Tiefe können gearbeitet werden. Ein anschließendes Erodieren ist nur noch in Einzelfällen nötig und nur noch für einen viel kleineren Rest des Materials. Es können wesentliche Verkürzungen der Bearbeitungszeit erzielt werden.

Der Winkel des Antriebs zur Achse des Drehlagers wird zwischen 20 und 350, vorzugsweise zwischen 25 und 30°, betragen. Damit ergibt sich bei den Abmessungen der derzeit verfügbaren Antriebe der benötigte Überstand des Fräswerkzeuges in seitlicher Richtung.

Vorzugsweise ist bei mit der Spindel achsparallelem Drehlager der Antrieb derart exzentrisch zu dem Drehlager angeordnet, daß der Mittelpunkt der Rundung der Fräswerkzeugspitze auf der Spindelachse liegt. Das bedeutet, daß die oben erwähnten Einstellungen des Werkstückes in den beiden waagerechten Richtungen durch den Maschinentisch ungeschmälert bleiben; sie müssen keinen Abstand des Fräswerkzeuges von der Achse kompensieren.

Die Verstellbarkeit durch den Stelltrieb wird in aller Regel beliebig und programmgesteuert sein. Grundsätzlich sind aber auch beschränkte Möglichkeiten denkbar und ggf. schon vorteilhaft.

Die Zeichnung gibt ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wieder. Sie zeigt eine Werkzeugeinheit in Ansicht.

Ein Basisteil 1 ist mit einem Zentrierkonus 2 und einem Zugzapfen 3 versehen, um mittels dieser an die Werkzeugaufnahme der Spindel einer Fräsmaschine angesetzt zu werden. Ein Bund 4 mit einer Umfangsrille 5 dient zur Aufnahme der Werkzeugeinheit an einem Tellermagazin.

In dem Basisteil 1 befinden sich ein Drehlager und ein Stelltrieb, wobei ein flacher Abtriebszapfen 6 nach unten heraustritt.

An dem Abtriebszapfen 6 ist exzentrisch ein senkrecht nach unten ragender Halter 7 angebracht, an den unter einem Winkel von 30° ein Antrieb 8 in Form eines Schnellfrequenz-Motors angesetzt ist. Die Abtriebswelle 9 des Antriebes 8 trägt ein Spannfutter 10 für ein Fräswerkzeug 11. Die Anordnung ist so getroffen, daß der Mittelpunkt der Rundung der Fräswerkzeugspitze auf der Achse der Spindel der Fräsmaschine liegt.

An einem Ausleger 12 des Basisteils 1 ist ein Kupplungsteil 13 ausgebildet zur Verbindung mit einem an entsprechender Stelle fest an der Fräsmaschine installierten Gegenstück. Durch die Kupplung werden die Antriebsenergie sowie Kühlwasser für den Antrieb 8 und ferner Druckluft in die Werkzeugeinheit eingeführt. Das Kühlwasser und die Druckluft werden innerhalb des Basisteils und durch das Drehlager und den Halter 7 hindurch in den Antrieb 8 weitergeführt. Die Druckluft tritt an dem Spannfutter 10 in Richtung parallel zum Fräswerkzeug 11 aus. Für das Wasser besteht eine Rückführungsleitung zu dem Kupplungsteil 13. Die Antriebsenergie fließt unter Umgehung des Drehlagers durch ein Wendelkabel 20 aus dem Basisteil direkt in den Antrieb 8.

Geschnitten dargestellt ist ein Werkstück 14 mit einem Hohlraum 15. Der Hohlraum 15 ist zunächst mit unmittelbar an der Spindel eingesetzten Fräswerkzeugen herausgearbeitet worden; bei Drehzahlen bis zu 8000 min-1 wurde geschruppt und anschließend semigeschlichtet. Mit der dargestellten Werkzeugeinheit wird mit bis zu 60 000 min-1 feingeschlichtet. Wie aus der Zeichnung ersichtlich, ist beim Bearbeiten der senkrechten Fläche 16 des Hohlraumes der Antrieb 8 nicht im Wege. Zu diesem Zweck ist sein unteres Ende 17noch konisch gestaltet. Der Konuswinkel beträgt 30° wie auch die Schrägstellung des Antriebes 8 gegenüber dem Drehlager durch das Winkelstück 7. Zur Bearbeitung der gegenüberliegenden senkrechten Fläche 18 wird der Antrieb 8 mit dem Fräswerkzeug 11 durch den Stellantrieb herumgeschwenkt. Entsprechend verhält es sich mit den übrigen senkrechten Flächen.

Unter Verwendung eines gröberen Fräswerkzeuges 11 kann auch das Herausarbeiten des Hohlraumes bei Bedarf vervollständigt werden, vor allem, um kleinere Radien zu erzeugen als sie mit einem Fräskopf möglich sind, insbesondere bei Rillen an den senkrechten Flächen oder Ecken zwischen diesen.


Anspruch[de]
  1. 1. Werkzeugeinheit mit einem Basisteil (1), einem an diesem angeordneten schnellaufenden Antrieb (8) für ein Fräswerkzeug (11), insbesondere einem Schnellfrequenz-Motor, und einem an der Abtriebswelle (9) des Antriebes (8) angeordneten Spannfutter (10) für das Fräswerkzeug (11), die an eine auf- und abbewegliche Halterung einer Fräsmaschine, insbesondere die Werkzeugaufnahme der Spindel einer Fräsmaschine, ansetzbar ist und zugleich an einen an der Fräsmaschine vorgesehenen Anschluß mindestens für die Antriebsenergie, insbesondere ferner für Kühlwasser und/oder Druckluft, ankuppelbar (13) ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Antrieb (8) über ein mit der Spindel der Fräsmaschine gleichachsiges oder achsparalleles Drehlager in einem Winkel zur Achse des Drehlagers an dem Basisteil (1) angebracht ist und durch einen Stellantrieb in dem Drehlager einstellbar ist.
  2. 2. Werkzeugeinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Winkel des Antriebes zur Achse des Drehlagers 20 bis 35°, vorzugsweise 25 bis 30°, beträgt.
  3. 3. Werkzeugeinheit nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß bei mit der Spindel achsparallelem Drehlager der Antrieb derart exzentrisch zu dem Drehlager angeordnet ist, daß der Mittelpunkt der Rundung der Fräswerkzeugspitze auf der Spindelachse liegt.
  4. 4. Werkzeugeinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Antrieb (8) in dem Drehlager durch den Stellantrieb beliebig verstellbar ist.
  5. 5. Werkzeugeinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Stellantrieb programmgesteuert ist.






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