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Dokumentenidentifikation DE69031210T2 11.12.1997
EP-Veröffentlichungsnummer 0432696
Titel Polyindane als Verfahrenshilfsmittel für Thermoplasten
Anmelder Hercules Inc., Wilmington, Del., US
Erfinder Chu, Sung G., Hockessin, Delaware 19707, US;
Patnaik, Birendra Kumar, West Chester, Pennsylvania 19382, US;
Shih, Keith Shann, Newark, Delaware 19711, US
Vertreter Lederer, Keller & Riederer, 80538 München
DE-Aktenzeichen 69031210
Vertragsstaaten BE, DE, FR, GB, IT, NL, SE
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 10.12.1990
EP-Aktenzeichen 901236984
EP-Offenlegungsdatum 19.06.1991
EP date of grant 06.08.1997
Veröffentlichungstag im Patentblatt 11.12.1997
IPC-Hauptklasse C08L 71/12
IPC-Nebenklasse C08L 81/06   C08L 69/00   C08L 53/00   

Beschreibung[de]
Polyindane als Verfahrenshilfsmittel für Thermoplasten

Die Erfindung betrifft thermoplastische Harz-Zusammensetzungen, enthaltend Mischungen eines harzhaltigen Modifiziermittels mit einem thermoplastischen Blockcopolymeren, und ein Verfahren zur Herstellung derselben.

Thermoplastische Tri-Blockcopolymere, die in der Mitte einen elastomeren Block und an jedem Ende einen thermoplastischen Block haben, weisen Verarbeitungsschwierigkeiten auf, die Bestrebungen motiviert haben, deren Eigenschaften zu modifizieren. Beispielsweise verlieren Blockcopolymere, wie Styrol-Isopren-Styrol-, Styrol-Butadien-Styrol- und Styrol-Ethylen-Butylen-Styrol- Blockcopolymere, durch Shell Chemical Company unter der Handelsmarke Kraton auf den Markt gebracht, wenn sie als Klebstoffe hergestellt wurden, das Haftvermögen, wenn sie bis zu einer für eine wirksame Verarbeitung benötigten Temperaturhöhe erhitzt werden, beispielsweise bis zu einer solchen, die zur Erzielung einer Schmelzviskosität erforderlich ist, welche erwünschterweise dünne überzüge des Klebstoffs erleichtert.

Typische Beschreibungen von Modifiziermitteln für thermoplastische Blockcopolymere sind in den US-Patentschriften 4 732 936, 4 104 323 und 4 360 568 zu finden, welche α-Methylstyrol-p- methylstyrol-Copolymere, Poly(2,6-dimethyl-1,4-phenylen)-ether oder Poly(2,6-dimethyl-1,4-phenylen)-ether in Kombination mit Poly(a-methylstyrol) als solche Modifiziermittel in druckempfindlichen Klebstoff-Anwendungen beschreiben.

Jedoch können diese Modifiziermittel die Glasübergangstemperaturen der aromatischen Endblöcke der thermoplastischen Blockcopolymeren erniedrigen und dadurch die Bindefestigkeit der Klebstoffe bei hohen Temperaturen reduzieren, und das relativ hohe Molekulargewicht von vielen der modifizierenden Harze macht sie mit den aromatischen Endblöcken der thermoplastischen Blockcopolymeren unverträglich, unter Erniedrigung der Klebrigkeitseigenschaften von Klebstoffen auf Basis der modifizierten Mischungen und der Ermöglichung einer dritten dispergierten Phase, sich abzuscheiden.

Die US-Patentschrift 4 098 845 (Keck) beschreibt die Verwendung von Polyindanen zur Verbesserung der Kristallisationsrate von Polyethylenterephthalaten, und gewöhnlich wird der Indan- Gehalt der verwendeten Polymeren 90 % oder weniger betragen.

Polymere, die Einheiten von Indan-, 1-Penten- und 2-Penten- Strukturen enthalten, sind in der US-Patentschrift 4 205 160 beschrieben. Diese Polymere sind als Gleitmittel und als Formungshilfen für kristallisierbare Polyesterharze, insbesondere für Polyethylenterephthalat, brauchbar.

Es besteht daher ein Bedarf für thermoplastische Harz-Zusammensetzungen, enthaltend Mischungen von einem harzhaltigen Modifiziermittel mit thermoplastischen Blockcopolymeren, wie oben angegeben, um thermoplastische Zusammensetzungen mit verbesserter Verarbeitbarkeit, erwünschtem Erhöhen der Ring- und Kugel- Erweichungstemperatur der Mischungen und der Glasübergangstemperatur (Tg) der aromatischen Blockkomponente des thermoplastischen Blockcopolymeren vorzusehen, ohne Erniedrigung der Glasübergangstemperaturen (Tg) der Mittelblöcke der Copolymeren oder der Verursachung von Unverträglichkeitsproblemen.

Gemäß der Erfindung ist eine thermoplastische Harz-Zusammensetzung, enthaltend eine Mischung eines harzhaltigen Modifiziermittels mit einem thermoplastischen Blockcopolymeren, dadurch gekennzeichnet, daß sie 50 bis 99 Gewichtsteile eines thermoplastischen Blockcopolymeren, enthaltend eine aromatische Blockkomponente, und 1 bis 50 Gewichtsteile eines Polyindanharzes mit einem Gewichtsmittel-Molekulargewicht von weniger als 10 000, einem Schmelzpunkt von zumindest 150ºC, einer Ungesättigtheit-Funktionalität, die 3 Molprozent (auf Basis von Diisopropenylbenzol) nicht übersteigt, und einem Indan-Gehalt von zumindest 90 %, enthält.

Die in dieser Erfindung verwendeten Polyindanharz-Modifiziermittel können mit thermoplastischen Tri-block-(ABA)-copolymeren gemischt sein, die einen elastomeren Block in der Mitte und einen thermoplastischen Block an jedem Ende haben, beispielsweise Styrol-Isopren-Styrol-(SIS)-, Styrol-Butadien-Styrol-(SBS)- und Styrol-Ethylen-Butylen-Styrol-Blockcopolymere, auf den Markt gebracht durch Shell Chemical Company unter der Handelsmarke Kraton , als auch Blockcopolymere, enthaltend substituierte vinylaromatische und aliphatische Blöcke und Legierungen oder Mischungen dieser Polymeren. Die bevorzugten Blockcopolymeren sind diejenigen, welche unter der Handelsmarke Kraton auf den Markt gebracht sind.

Die bevorzugten Mischungen des Polyindanharzes mit den Blockcopolymeren gemäß der Erfindung enthalten 1 bis 50 Gewichtsprozent des im wesentlichen gesättigten Polyindanharzes. Wie in den Beispielen 9 bis 11 gezeigt wird, erniedrigt die Anwesenheit von Polyindanharz die Schmelzviskosität des Blockcopolymeren, erhöht die Glasübergangstemperatur der Endblöcke, ohne auf die des Mittelblocks einzuwirken und verbessert die Zugfestigkeit, den Modul und die Härte, ohne die Dehnung abzuschwächen.

Wie angegeben, sollten die Polyindanharze im wesentlichen gesättigt sein und bevorzugterweise sollte die Ungesättigtheit- Funktionalität 1 Molprozent (basierend auf Dusopropenylbenzol) nicht übersteigen, und sie sollte bevorzugterweise Null sein. Wie angegeben, sollte der Indan-Gehalt des Harzes zumindest 90 %, bevorzugterweise 95 % und besonders bevorzugt 100 % sein. Das Gewichtsmittel-Molekulargewicht des Harzes sollte niedriger als 10 000 sein, und das Harz sollte einen Schmelzpunkt von 150ºC oder höher, bevorzugterweise höher als 200ºC, haben.

Die Herstellung der Polyindanharze mit variiertem Indan- Gehalt, Molekulargewicht und Glasübergangstemperaturen ist dem Fachmann auf diesem Gebiet bekannt, beispielsweise durch kationische Polymerisation von Dusopropenylbenzol, wie von H. Brunner et al., J. Polymer Science - Polymer Letters edition, 1958, Vol. 28, S. 629, oder, wie in der US-Patentschrift 4 205 160 beschrieben, durch die Polymerisation von m- oder p-Diisopropenylbenzoldiol oder m- oder p-Diisopropenylbenzol.

Der Stand der Technik lehrt, daß solche kationische Polymerisationen Harze liefern, enthaltend Indan-, 1-Penten- und 2- Penten-Einheiten, wie in den nachstehenden Formeln I, II und III gezeigt wird. Der relative Gehalt von diesen Polymeren in einer

Zusammensetzung kann leicht durch C-NMR-Analyse bestimmt werden, um sicherzustellen, daß der verhältnismäßige Anteil der Indan-Einheiten I zumindest 90 % beträgt.

In der Herstellung der Polyindanharze für die Verwendung in den Zusammensetzungen gemäß der Erfindung durch die Polyinensation von m- oder p-Diisoprapenylbenzoldiol oder m- oder p-Diisopropenylbenzol, ist das m-Diisopropenylbenzol-Isomere das bevorzugte Monomere. Wenn das para-Isomere zugegen ist, sollte der Gehalt an meta-Isomerem zumindest 95 Gewichtsprozent, und bevorzugterweise 98 Gewichtsprozent oder höher, sein. Die Konzentration der Monomeren in dem Polymerisationsmedium kann in einem weiten Bereich variiert sein, obwohl aus Ökonomiegründen ein Gehalt von 25 bis 50 Gewichtsprozent bevorzugt wird.

Das aromatische Lösungsmittel, das in dieser Erfindung verwendet werden kann, schließt alle substituierten aromatischen Verbindungen ein, die typischerweise als Lösungsmittel verwendet werden. Diese umfassen allgemein übliche Lösungsmittel, wie Toluol, Xylole und Ethylbenzol. Die halogenierten aromatischen Lösungsmittel, wie Chlorbenzol und 1,2-Dichlorbenzol, sind wegen ihrer Fähigkeit, den Prozentsatz der gesättigten Indan-Einheiten in dem Polymeren zu erhöhen, bevorzugt. Halogenierte aliphatische Lösungsmittel können ebenfalls verwendet werden.

Die in der Herstellung der Polyindane der vorliegenden Erfindung brauchbaren Katalysatoren schließen sauren Tonkatalysator ein, wie diejenigen, die von Harshaw Filtrol Corporation, Los Angeles, California, auf den Markt gebracht werden. Diese Tone sind säureaktivierte kristalline Tone, bestehend im wesentlichen aus Siliciumdioxid und Aluminiumoxid. Eine besonders geeignete Sorte ist Filtrol 22. Andere säurebehandelten Tone können ebenfalls verwendet werden, wie Filtrol 113 und Filtrol 13. Der angesäuerte Tonkatalysator sollte in einer ausreichenden Menge vorhanden sein, um das gewünschte Polyindan zu liefern. Basierend auf dem Gehalt an Monomeren sollte die Katalysatormenge 1 bis 20 Gewichtsprozent, und bevorzugterweise von 5 bis 10 Gewichtsprozent, betragen. Andere wirksame Katalysatoren schliessen Bronsted-Säuren und Lewis-Säuren ein, wie Bortrifluorid, Aluminiumtrichlorid, Ethylaluminiumdichlorid, Titantetrachlorid, etc.

Die Polymerisationstemperatur sollte über 80ºC, und bevorzugterweise zumindest 100ºC, oder höher bis zu einem Maximum von 180ºC, liegen. Niedrigere Polymerisationstemperaturen führen zu erhöhten Graden von Ungesättigtheit oder liefern vernetzte Produkte. Typischerweise wird die Polymerisation durch tropfenweise Zugabe des m-Diisopropenylbenzol-Monomeren zu einer Mischung des Lösungsmittels und des Katalysators, gehalten auf der gewünschten Polymerisationstemperatur, durchgeführt. Die Länge des Zugabezeitraums für das Monomere ist nicht kritisch, sollte jedoch sobald wie möglich beendet sein.

Nach beendeter Zugabe des Monomeren ist dieses in einer Konzentration von größer als 25 Gewichtsprozent der Mischung vorhanden. Die Polymerisation wird typischerweise während eines Zeitraums von 1 bis 5 Stunden, und bevorzugterweise von 1 bis 2 Stunden, nach der Beendigung der Zugabe des Monomeren, durchgeführt. Es wurde gefunden, daß kürzere Polymerisationszeiten Polymere liefern, die unerwünschte Ungesättigtheit-Funktionalitäten enthalten, während längere Polymerisationszeiten Materialien liefern, die breitere Molekulargewichtsverteilungen aufweisen.

Gemäß der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung einer thermoplastischen Harz-Zusammensetzung, umfassend die Herstellung eines harzhaltigen Modifiziermittels und das Mischen desselben mit einem thermoplastischen Blockcopolymeren, dadurch gekennzeichnet, daß das harzhaltige Modifiziermittel hergestellt ist durch die Stufen der Bildung einer Mischung, enthaltend Diisopropenylbenzol, ein aromatisches Lösungsmittel, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Toluol, Xylol, Ethylbenzol, halogenierten aromatischen Lösungsmitteln und halogenierten aliphatischen Lösungsmitteln und einem sauren Tonkatalysator, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Bronsted-Säuren, Lewis-Basen und Säureton-Katalysatoren, worin das erwähnte Dusopropenylbenzol 25 bis 50 Gewichtsprozent der genannten Mischung enthält, Halten der Mischung bei einer Temperatur im Bereich von 80º bis 180ºC, während eines Zeitraums von 1 bis 5 Stunden, und anschließendes Isolieren eines Polyindan-Polymeren aus der erwähnten Mischung, das einen Indan- Gehalt von 98 bis 100 % und einen Ungesättigtheitsgehalt von weniger als 3 % aufweist.

Das Polyindanharz ist mit Blockcopolymeren in verschiedenen Graden mischbar. Die Schmelzviskosität der Mischungen mit Blockcopolymeren, definiert gemäß der vorliegenden Erfindung, ist erniedrigt (und die Ring- und Kugel-Erweichungstemperatur und die Tg der aromatischen Blockkomponente des thermoplastischen Blockcopolymeren unverändert oder erhöht), ohne Erniedrigung der kritischen Glasübergangstemperatur (Tg) der Endblöcke der Copolymeren.

Die thermoplastischen Blockcopolymeren schließen die herkömmliche Verschiedenheit von Dienkautschuken, AB, und ABA-Blockcopolymer-Kautschuken ein; beispielsweise die ABA-Blockcopolymeren mit Endblöcken A, gebildet aus vinylaromatischem Kohlenwasserstoff-Monomeren, wie Styrol, Methylstyrol oder Mischungen derben, und ein Mittelblock B, gebildet aus einem 1,3-Dien, wie Butadien oder Isopren. Die ABA-Blockcopolymeren können auch hydriert sein, um den ethylenischen Ungesättigtheitsgehalt zu reduzieren. Das Verhältnis der A- und B-Einheiten und der Molekulargewichte der ABA-Blockcopolymeren können in hohem Maße variiert sein; die A-Blöcke sollten bevorzugterweise 2 bis 31 Gewichtsprozent des Blockcopolymeren enthalten. Solche Blockcopolymere sind in weitem Umfang kommerziell verfügbar, sowohl in hydrierten und nicht-hydrierten Ausführungen. Besonders bevorzugt sind die Styrol-Isopren-Styrol-, Styrol-Butadien-Styrol- und Styrol-Ethylen-Butadien-Styrol-Blockcopolymeren, im Handel unter dem Handelsnamen Kraton. Andere thermoplastische Blockcopolymere schließen Styrol-1,3-dien-Copolymere und gepfropfte Copolymere, und Polyolefin-Copolymere, wie Ethylen-Propylen-Copolymere, ein.

Wie angegeben, können die Zusammensetzungen dieser Erfindung in einem Bereich von 1 bis 50 Gewichtsprozent Polyindanharz variiert sein, in Abhängigkeit von der Mischbarkeit der Harze und den gewünschten physikalischen Eigenschaften. Zusammensetzungen, die 1 bis 20 Gewichtsprozent enthalten, sind bevorzugt.

Die Zusammensetzungen dieser Erfindung können entweder durch Mischen in Lösung oder durch Schmelzmischen hergestellt werden. So können die Harze in einem üblichen Lösungsmittel, wie Chlorbenzol oder Chloroform, gemischt und die Harzmischung nach der Fällung in überschüssigem Methanol gesammelt werden. Die Harzmischung wird anschließend getrocknet. Noch passender werden die Zusammensetzungen durch Vormischen der Komponenten und Hindurchleiten der Mischung durch einen Extruder, gehalten bei einer Temperatur im Bereich von 290º bis 310ºC bei 15d UpM, hergestellt. Die Zusammensetzungen sind für ihre Schmelzviskosität, Glasübergangstemperatur (Tg) und die Wärmestörungstemperatur gekennzeichnet. Die Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung können durch dem Fachmann auf diesem Gebiet bekannte Mittel geformt oder zu brauchbaren Fertigungsartikeln extrudiert werden. Herkömmliche Additive, wie verstärkende und nicht-verstärkende Füllstoffe, Pigmente, Stabilisatoren und Schmiermittel, können in dem Verfahren der vorliegenden Erfindung verwendet werden.

BEISPIEL 1 Herstellung von Polyindanharz

Chlorbenzol (50 g) und Filtrol 22-angesäuerter Ton (5 g) wurden in einen Dreihalskolben eingefüllt und unter Rühren bei 100ºC gehalten. m-Diisopropenylbenzol (50 g) wurde tropfenweise zugegeben, während die Temperatur bei 100ºC gehalten wurde. Die Polymerisation wurde während 1 Stunde bei 100ºC durchgeführt, wonach der Ton abfiltriert und das Polymere in überschüssigem Methanol ausgefällt wurde. Das Polymere wurde abfiltriert und in einem Vakuumofen getrocknet. Das Polymere hatte die folgenden Eigenschaften: Schmelzpunkt 215ºC, Tg 173ºC und Gewichtsmittel-Molekulargewicht (SEC) 4370, Indan-Gehalt 100 %. Andere Polyindanharze, die verschiedene Indan-Gehalte hatten und verschiedene Tg's aufwiesen, wurden in einer ihnlichen Weise durch Variieren der Polymerisationsbedingungen, einschließend Polymerisationstemperatur und das Reaktionsmedium, hergestellt.

BEISPIELE 2 BIS 5

Die Tabelle I faßt die Schmelzviskosität, Tg und HDT der Polyphenylenether-Prallzusammensetzungen, enthaltend einen Poly(2,6-dimethyl-1,4-phenylen)-ether, ein Blockcopolymeres vom ABA-Typ und das Polyindanharz von Beispiel 1, zusammen. Die Beispiele 2 und 3 sind Kontrollen, die das Blockcopolymere nicht enthalten.

Diese Daten zeigen, daß der Einschluß des Polyindans die Schmelzviskosität im wesentlichen erniedrigt, mit lediglich einer Erniedrigung am Rande in der Tg oder der HDT.

Tabelle I Prallmodifiziermittel enthaltende Polyphenylenether-Zusammensetzungen

(1) Kraton G 1650: SEBS-Block-Copolymeres - Shell Chemical Kraton G 1652: SEBS-Block-Copolymeres - Shell Chemical

(2) PPE: Poly(2,6-dimethyl-1,4-phenylen)-ether - Borg Warner Chemicals

(3) Durch DMA-Analyse

BEISPIELE 6 BIS 8

In der Tabelle II werden die physikalischen Eigenschaften einer Polyphenylenether-Prallzusammensetzung gezeigt, enthaltend 85/15/5 Gewichtsteile Poly(2,6-dimethyl-1,4-phenylen)-ether, Polyindanharz und Kraton G 1652 (Beispiel 8). Die Beispiele 6 und 7 sind nur für Bezugszwecke. Die Ergebnisse zeigen, daß die PPE- Zusammensetzung von Beispiel 8 eine gute Schlagfestigkeit mit anderen physikalischen Eigenschaften aufweist, die beinahe mit denjenigen der Kontroll-PPE vergleichbar sind. Die Schmelzviskosität der Zusammensetzung ist die Hälfte der Kontrolle und außerdem ist die HDT nur am Rande erniedrigt.

1 Tabelle II Physikalische Eigenschaften von Polyphenylenether-Prallmodifiziermitteln

(1) Zur Beschreibung - siehe Fußnote von Tabelle I

(2) Bei 280ºC/100 rad. s&supmin;¹

BEISPIELE 9 BIS 11

Die Tabelle III vergleicht die Eigenschaften eines Styrol- Ethylen-Butadien-Styrol-(SEBS)-linearen Blockcopolymeren, welches unverändert ist durch Polyindanharz (Beispiel 9) mit 80/20- und 70/30-Mischungen (Beispiele 10 bzw. 11) des Blockcopolymeren zu Polyindan. Das verwendete SEBS-Blockcopolymere war Kraton G 1650, verkauft durch Shell Chemical Company, Oak Brook, Illinois. Die Anwesenheit des Polyindanharzes resultiert in einer erhöhten Glasübergangstemperatur des Endblocks, ohne diejenige des Mittelblocks zu beeinflussen, und verbessert die Zugfestigkeit, den Modul und die Härte, ohne die Dehnung zu erniedrigen.

Tabelle III Eigenschaften von Polyindanharz Styrol-Ethylen-Butadien-Styrol- Blockcopolymeren (Kraton G 1650)

BEISPIELE 12 BIS 23

Die Tabelle IV vergleicht die Eigenschaften des modifizierten SEBS-Blockcopolymeren Kraton G 1650 mit den Eigenschaften von anderen Blockcopolymeren, kommerziell verfügbar von Shell Chemical Company, Oak Brook, Illinois, wenn gemäß der Erfindung durch die angegebenen Verhältnisse der Polyindanharze modifiziert.

Tabelle IV Glasübergangstemperatur von thermoplastischen Blockcopolymerem - Polyindanharz-Mischungen (1)

Tg durch DMA-Analyse Mischungszusammensetzung 70/30 (Gew./Gew.) Blockcopolymere/Polyindanharz

(2) Temperatur bei welcher Tan = 1

(3) Mischungszusammensetzung 80/20 (gew./Gew.) Blockcopolymeres/Polyindanharz

(4) Styrol-Butadien-Styrol

(5) Styrol-Isopren-Styrol

(6) Styrol-Ethylen-Butadien-Styrol


Anspruch[de]

1. Eine thermoplastische Harz-Zusammensetzung, enthaltend eine Mischung eines harzhaltigen Modifiziermittels mit einem thermoplastischen Blockcopolymeren, dadurch gekennzeichnet, daß sie 50 bis 99 Gewichtsteile eines thermoplastischen Blockcopolymeren umfaßt, enthaltend eine aromatische Blockkomponente und 1 bis 50 Gewichtsteile eines Polyindanharzes mit einem Gewichtsmittel-Molekulargewicht von weniger als 10 000, einem Schmelzpunkt von zumindest 150ºC, einer Ungesättigtheit-Funktionalität, die 3 Molprozent (basierend auf Diisopropenylbenzol) nicht übersteigt, und einem Indan-Gehalt von zumindest 90 %.

2. Eine thermoplastische Harz-Zusammensetzung nach Anspruch 1 ferner dadurch gekennzeichnet, daß die Ungesättigtheit-Funktionalität der Polyindanharze 1 Molprozent (auf Basis von Diisopropenylbenzol) nicht übersteigt.

3. Eine thermoplastische Harz-Zusammensetzung nach Anspruch 2, ferner dadurch gekennzeichnet, daß der Indan-Gehalt des Harzes zumindest 95 % beträgt.

4. Eine thermoplastische Harz-Zusammensetzung nach Anspruch 3, ferner dadurch gekennzeichnet, daß der Indan-Gehalt des Harzes 100 % beträgt.

5. Eine thermoplastische Harz-Zusammensetzung nach einem der vorstehenden Ansprüche, ferner dadurch gekennzeichnet, daß der Schmelzpunkt des Indanharzes über 200ºC liegt.

6. Eine thermoplastische Harz-Zusammensetzung nach einem der vorstehenden Ansprüche, ferner dadurch gekennzeichnet, daß sie 50 bis 99 Gewichtsprozent eines thermoplastischen Tri-block- (ABA)-copolymeren enthält, das einen elastomeren Block in der Mitte und einen thermoplastischen Block an jedem Ende aufweist.

7. Eine thermoplastische Harz-Zusammensetzung nach Anspruch 6, ferner dadurch gekennzeichnet, daß das ABA-Copolymere ein Styrol-Isopren-Styrol-(SIS)-, ein Styrol-Butadien-Styrol-(SBS)- oder ein Styrol-Ethylen-Butylen-Styrol-Blockcopolymeres ist.

8. Ein Verfahren zur Herstellung einer thermoplastischen Harz- Zusammensetzung, umfassend das Herstellen eines harzhaltigen Modifiziermittels und das Mischen desselben mit einem thermoplastischen Blockcopolymeren, enthaltend eine aromatische Blockkomponente, dadurch gekennzeichnet, daß das harzhaltige Modifiziermittel hergestellt wird durch die Stufen der Bildung einer Mischung, enthaltend Dusopropenylbenzol, ein aromatisches Lösungsmittel, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Toluol, Xylol, Ethylbenzol, halogenierten aromatischen Lösungsmitteln und halogenierten aliphatischen Lösungsmitteln und einen sauren Tonkatalysator, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Bronsted-Säuren, Lewis-Basen und sauren Tonkatalysatoren, worin das erwähnte Dusopropenylbenzol 25 bis 50 Gewichtsprozent der erwähnten Mischung enthält; Halten der erwähnten Mischung bei einer Temperatur im Bereich von 80ºC bis 180ºC für einen Zeitraum von etwa 1 bis 5 Stunden und anschließendes Isolieren eines Polyindan- Polymeren aus der erwähnten Mischung, das einen Indan-Gehalt von 98 % bis 100 % und einen Ungesättigtheitsgehalt von weniger als 3 % aufweist.

9. Ein Verfahren zur Herstellung einer thermoplastischen Harz- Zusammensetzung nach Anspruch 8, ferner dadurch gekennzeichnet, daß das Polyindan-Polymere mit dem thermoplastischen Blockcopolymeren durch Mischen der Komponenten in Lösung und anschließendes Fällen der Mischung, durch Schmelzmischen, oder durch Extrudieren einer Mischung der Komponenten, gemischt wird.

10. Das Verfahren nach Anspruch 8, worin das thermoplastische Blockcopolymere aus der Gruppe bestehend aus Styrol-Butadien- Styrol-Blockcopolymeren, hydrierten Styrol-Butadien-Styrol-Blockcopolymeren, Styrol-1,3-dien-Copolymeren und Pfropfcopolymeren und Polyolefin ausgewählt ist.







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