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Dokumentenidentifikation DE19602537C2 18.12.1997
Titel Vorschubeinrichtung zum Transport von sich in Längsrichtung erstreckenden Werkstücken, zum Beispiel einem Balken oder einem Träger
Anmelder Schneider, geb. Knöpfel, Ute, 34497 Korbach, DE
Erfinder Schneider, Karl-Heinz, 34516 Wöhl-Asel, DE;
Tepel, Herbert, 34516 Wöhl-Dorfitter, DE
Vertreter Walther, Walther & Hinz, 34130 Kassel
DE-Anmeldedatum 25.01.1996
DE-Aktenzeichen 19602537
Offenlegungstag 31.07.1997
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 18.12.1997
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.12.1997
IPC-Hauptklasse B23Q 5/22
IPC-Nebenklasse B23Q 1/03   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine im Bereich eines Tisches einer Bearbeitungsmaschine angeordnete Vorschubeinrichtung zum Transport von sich in Längsrichtung erstreckenden Werkstücken, zum Beispiel einem Balken oder einem Träger in Richtung auf ein Bearbeitungswerkzeug umfassend mindestens einen antreibbaren Vorschubrollkörper und einen dem Vorschubrollkörper gegenüberliegenden Gegendruckrollkörper, wobei durch den Vorschubrollkörper und den Gegendruckrollkörper das Werkstück unter Einwirkung einer Druckkraft in Richtung auf das Bearbeitungswerkzeug verschiebbar ist, wobei die beiden Rollkörper in im wesentlicher vertikaler und zueinander fluchtender Stellung auf das Werkstück zugerichtet sind.

Vorschubeinrichtungen der eingangs genannten Art sind bekannt: bekannt sind hierbei insbesondere Vorschubeinrichtungen, die mittels Reibschluß das zu bearbeitende Werkstück in Richtung auf das Werkzeug zuführen. Das heißt, daß durch die Vorschubeinrichtung während des Vorschubs der Tisch, auf dem das Werkstück lagert, immer einer Belastung ausgesetzt ist, was auf Dauer Einfluß auf die Genauigkeit hinsichtlich der Führung des Werkzeuges durch den Tisch hat.

Aus der DE 39 39 563 A1 ist eine Vorschubeinrichtung bekannt, bei der Werkstücke mittels eines Schlittens geführt gehalten werden. Durch einen Rollengang mit Rollen wird der Schlitten soweit angehoben, daß eine Bearbeitung möglich ist. Irgendwelche Rollkörper beziehungsweise Gegendruckrollkörper zur Fixierung des Werkstückes sind hierbei nicht vorgesehen.

Aus der EP 0 060 501 A2 ist eine Vorschubeinrichtung der eingangs genannten Art bekannt, wobei hierbei durch zwei hintereinander angeordnete Vorschubrollenpaare das Werkstück beispielsweise eine Leiste, über ein Kreissägeblatt geführt wird, um beispielsweise eine Nut in diese Leiste einzubringen. Zur Führung der Leiste oder des Balkens sind allerdings immer Führungsmittel erforderlich, die dafür sorgen, daß das Werkstück konstant in einem bestimmten Winkel zum Werkzeug mit dem Kreissägeblatt geführt wird. Hierzu ist ein Anschlag erforderlich der eine Zwangsführung des Werkstückes bewirkt. Eine solche Führung des Werkstückes entlang des Anschlags kann allerdings nur dann funktionierten, wenn auf das Werkstück eine Kraft in Richtung auf den Anschlag ausgeübt wird. Eine derartige Konstruktion ist aufwendig und teuer.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs genannten Art derart weiterzubilden, daß mit dieser eine genaue Führung des Werkstückes entlang des Werkzeuges gewährleistet ist, ohne daß hierbei auf eine Einrichtung zurückgegriffen werden müßte, mit Hilfe derer während der Bearbeitung das Werkstück gegen den Anschlag gedrückt wird.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der antreibbare Vorschubrollkörper und korrespondierend hierzu der Gegendruckrollkörper horizontal verschwenkbar ausgebildet sind.

Hieraus folgt, daß der Gegendruckrollkörper und auch der Vorschubrollkörper in der Art winklig zum Anschlag des Tisches verschwenkbar sind, daß bei Vorschub des Werkzeuges, zum Beispiel des Balkens, dieser immer am Anschlag entlanggeführt wird. Hierbei können die nach dem Stand der Technik bislang noch erforderlichen, an dem Balken oder der Leiste seitlich angreifenden Gegendruckrollen, durch die der Balken während des Vorschubs seitlich gegen den Anschlag gepreßt gehalten wird, entfallen. Derartige Gegendruckrollen sind insbesondere dann erforderlich, wenn das zu bearbeitende Werkstück, zum Beispiel ein Balken, vor und zurück geschoben wird, wie dies beim Auskehlen, Abgraten oder beim Kappschnitt der Fall ist. Das heißt aber auch, daß beispielsweise dann, wenn der Balken parallel zu seiner Längsachse durch eine Kreissäge durchtrennt oder genutet werden soll, keine Kräfte mehr auf das Sägeblatt einwirken, wie dies der Fall ist, wenn, wie nach dem Stand der Technik, der Balken seitlich an den Anschlag gedrückt wird. Das heißt, daß das Sägeblatt bei einem derartigen Schnitt keine seitlich einwirkenden Kräfte erfährt.

Vorteilhaft sind beiden Rollkörper an einem Gestell anordbar, wobei das Gestell um eine vertikale Achse horizontal verschwenkbar ist: das heißt, daß durch die Verschwenkung des Gestells und korrespondierend hierzu, die daran angelenkten Rollkörper ebenfalls entsprechend zusammen verschwenkt werden. Hierdurch wird demzufolge die Handhabbarkeit bei der Verschwenkung erleichtert,

Nach einem besonderen Merkmal der Erfindung ist zwischen der vertikal angeordneten Schwenkachse für das Gestell und dem Vorschubrollkörper ein Abstand in horizontaler Richtung vorgesehen. Durch diesen Abstand wird erreicht, daß entsprechend der Drehrichtung des Vorschubrollkörpers das Werkstück immer am Anschlag entlang geführt wird. Dies deshalb, weil sich das Gestell entsprechend der Drehrichtung des Vorschubrollkörpers horizontal so verschwenkt, daß durch die Rollkörper das Werkstück immer in Richtung auf den seitlichen Anschlag am Tisch geführt gehalten wird, ohne das beispielsweise gesonderte Gegendruckrollen erforderlich wären.

Nach einer bevorzugten Ausführungsform weist das Gestell einen Kolben-Zylinder-Antrieb auf, durch den der Vorschubrollkörper und der Gegendruck-Rollkörper aufeinander zubewegbar verbindbar sind. Hierdurch wird erreicht, daß durch den Kolben-Zylinder-Antrieb die beiden Körper, also Insbesondere Rollkörper und Gegendruckkörper, auf das Werkstück zubewegt werden. Das heißt aber auch, daß bei einer vorgegebenen Druckkraft, die durch den Kolben-Zylinder- Antrieb auf das Werkstück ausgeübt wird, eine Einstellung auf die Höhe des Werkstückes entfallen kann, weil nämlich die Höhe des aufzunehmenden Werkstückes durch den maximalen bzw. minimalen Abstand der am Kolben-Zylinder-Antrieb angeordneten Rollkörper zueinander vorgegeben wird.

Weitere vorteilhafte Merkmale sind aus den Unteransprüchen entnehmbar.

Anhand der Zeichnungen wird nachstehend die Erfindung beispielhaft näher erläutert.

Fig. 1 zeigt die Schubeinrichtung in einer Vorderansicht;

Fig. 2 zeigt eine Draufsicht gemäß Fig. 1;

Fig. 3 zeigt eine Seitenansicht der Vorschubeinrichtung.

Gemäß den Fig. 1 bis 3 ist die an dem Rollentisch 1 angeordnete Vorschubeinrichtung insgesamt mit 2 bezeichnet.

Zur Aufnahme der insgesamt mit 2 bezeichneten Vorschubeinrichtung weist der Rollentisch 1 eine Traverse 3 auf, die die beiden Längsträger 4 und 5 des Tisches 1, ähnlichen den Rollen 6 verbindet. Die Traverse 3 besitzt eine Halterung 10, wobei die Halterung 10 durch zwei Arme 12, 13 die Drehachse 11 für das insgesamt mit 20 bezeichnete Gestell aufnimmt. Das insgesamt mit 20 bezeichnete Gestell besteht aus dem rechtwinklig gebogenen Arm 30 (Fig. 2) mit den Armelementen 31 und 32, wobei das Armelement 32 über den Längsträger 4, der den Anschlag 4a aufnimmt, seitlich hinausragt. An dem Armelement 32 befindet sich die Wippe 40, die durch die horizontal verlaufende Achse 41 vertikal verschwenkbar den Motor 42 für den Vorschubrollkörper 43 aufnimmt. Die Wippe 40 besitzt den Ausleger 50, der parallel zu dem Armelement 32 verlaufend ebenfalls über den Längsträger 4 des Rollentisches 1 hinausragt. Der Ausleger 50nimmt den Spannzylinder 60 auf, der wiederum mit der Schwinge 70 verbunden ist. Die Schwinge 70 Ist wiederum gelenkig an dem Armelement 32 angelenkt. Die Drehachse 71 für die Schwinge 70 ist korrespondierend zu der Drehachse 41 ebenfalls horizontal ausgerichtet, und ermöglicht korrespondierend zu der Schwenkbewegung der Wippe 40 ein vertikales Verschwenken der Schwinge 70.

Die konstruktive Anordnung der Schwinge 70 an dem Armelement 32 Ist hierbei derart, daß das Armelement 32 In seinem Endbereich eine Stütze 33 (Fig. 1) besitzt, an dem die Schwinge angeordnet ist. Die Schwinge 70 selbst ist ebenfalls winklig auf den Tisch 1 zu gebogen und besitzt an ihrem einen Ende den Gegendruckrollkörper 80. Dieser Gegendruckrollkörper 80 ist an der Schwinge 70 derart angeordnet, daß er fluchtend über dem Vorschubrollkörper 43 angeordnet ist. Das heißt, daß bei Bewegung des Kolbens des Spannzylinders 60 der Gegendruckrollkörper 80 entweder in Richtung auf den Vorschubrollkörper zu- oder weggeschwenkt wird.

Zwischen dem Gegendruckrollkörper 80 und dem Vorschubrollkörper 43 befindet sich das zu bearbeitende Werkstück. Aufgrund des Abstandes X zwischen der Drehachse 11 und dem Gegendruckrollkörper 80 bzw. dem Vorschubrollkörper 43 erfolgt nun bei angetriebenem Vorschubrollkörper 43 ein Verschwenken des Gestells 20 um die Drehachse 11, und zwar in Abhängigkeit von der Drehrichtung des Vorschubrollkörpers 43. Das heißt, daß das zu bearbeitende Werkstück, beispielsweise ein auf dem Rollentisch aufliegender Balken, in Abhängigkeit von der Drehrichtung des Vorschubrollkörpers 43 immer an dem Anschlag 4a entlang gleitet, der auf dem Längsträger 4 angeordnet ist, da sich das Gestell 20 aufgrund des Momentes, das durch den Abstand X hervorgerufen wird, entsprechend verschwenkt.


Anspruch[de]
  1. 1. Im Bereich eines Tisches einer Bearbeitungsmaschine angeordnete Vorschubeinrichtung zum Transport von sich in Längsrichtung erstreckenden Werkstücken, zum Beispiel einem Balken oder einem Träger in Richtung auf ein Bearbeitungswerkzeug, umfassend mindestens einen antreibbaren Vorschubrollkörper (42) und einen dem Vorschubrollkörper (43) gegenüberliegenden Gegendruckrollkörper (80), wobei durch den Vorschubrollkörper (43) und den Gegendruckrollkörper (80) das Werkstück unter Einwirkung einer Druckkraft in Richtung auf das Bearbeitungswerkzeug verschiebbar ist, wobei die beiden Rollkörper in im wesentlichen vertikaler und zueinander fluchtender Stellung auf das Werkstück zugerichtet sind, dadurch gekennzeichnet, daß der antreibbare Vorschubrollkörper (43) und korrespondierend hierzu der Gegendruckrollkörper (80) horizontal verschwenkbar ausgebildet sind.
  2. 2. Vorschubeinrichtung nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Rollkörper (43, 80) an einem Gestell (20) anordbar sind, wobei das Gestell um eine vertikale Achse (11) horizontal schwenkbar ist.
  3. 3. Vorschubeinrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der vertikal angeordneten Schwenkachse (11) für das Gestell (20) und dem Vorschubrollkörper (43) ein Abstand in horizontaler Richtung vorgesehen ist.
  4. 4. Vorschubeinrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, gekennzeichnet dadurch, daß das Gestell (20) einen winklig gebogenen Arm (30) umfaßt, an dein durch eine Wippe (40) der antreibbare Vorschubrollkörper (43) angeordnet ist, wobei die Wippe (40) einen Ausleger (50) aufweist, an dem ein Spannzylinder (60) angeordnet ist, wobei der Spannzylinder (60) mit einer Schwinge (70) verbindbar ist, die den Gegendruckrollkörper (80) aufweist.
  5. 5. Vorschubeinrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Wippe (40) sind die Schwinge (70) jeweils um eine horizontale Achse (41, 71) von dem Gestell (20) schwenkbar gehalten sind.
  6. 6. Vorschubeinrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet daß die Achsen (41, 71) derart an dem Gestell (20) angeordnet sind, daß der Gegendruckrollkörper (80) und der Vorschubrollkörper (43) aufeinander zu- bzw. voneinander weg verschiebbar sind.






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