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Dokumentenidentifikation EP0808940 08.01.1998
EP-Veröffentlichungsnummer 0808940
Titel Verfahren zum Trichromie-Färben oder-Bedrucken
Anmelder Ciba Specialty Chemicals Holding Inc., Basel, CH
Erfinder Hurter, Rudolf, 4058 Basel, CH;
Adam, Jean-Marie, 68300 Rosenau, FR;
Casi, Francine, 68440 Eschentzwiller, FR
Vertreter derzeit kein Vertreter bestellt
Vertragsstaaten BE, CH, DE, ES, FR, GB, IT, LI
Sprache des Dokument De
EP-Anmeldetag 09.05.1997
EP-Aktenzeichen 978102929
EP-Offenlegungsdatum 26.11.1997
Veröffentlichungstag im Patentblatt 08.01.1998
IPC-Hauptklasse D06P 3/04
IPC-Nebenklasse C09B 67/22   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Trichromie-Färben oder -Bedrucken von natürlichen und synthetischen Polyamidfasermaterialien.

Die der vorliegenden Erfindung zugrundeliegende Aufgabe war es, ein Verfahren zum Färben oder Bedrucken von natürlichen und synthetischen Polyamidfasermaterialien mit zur Kombination nach dem Trichromie-Prinzip geeigneten Farbstoffen zu finden.

Es wurde nun gefunden, dass man diese Aufgabe erfindungsgemäss durch das nachfolgend beschriebene Verfahren lösen kann. Die so erhaltenen Färbungen genügen den gestellten Aufgaben. Insbesondere zeichnen sich die erhaltenen Färbungen durch einen gleichmässigen Farbaufbau bei gleichzeitiger Nuancenkonstanz in verschiedenen Konzentrationen und eine gute Kombinierbarkeit aus.

Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zum Trichromie-Färben oder -Bedrucken von natürlichem oder synthetischem Polyamidfasermaterial, welches dadurch gekennzeichnet ist, dass man

mindestens einen blaufärbenden Farbstoff der Formel (1) oder (2)

worin

R1, R2, R3 und R4 unabhängig voneinander Wasserstoff, C1-C4-Alkyl, C1-C4-Alkoxy, C2-C4-Alkanoylamino, Ureido, Halogen oder Sulfo sind,

zusammen mit mindestens einem rotfärbenden Farbstoff der Formel (3)
worin
  • R und R' unabhängig voneinander Wasserstoff oder gegebenenfalls substituiertes C1-C4-Alkyl,
  • R5, R6, R7 und R8 unabhängig voneinander Wasserstoff, C1-C4-Alkyl, C1-C4-Alkoxy, C2-C4-Alkanoylamino, Ureido, Halogen oder Sulfo sind und
  • X1 Halogen ist,
und zusammen mit mindestens einem gelb- oder orangefärbenden Farbstoff der Formel (4) oder (5)
worin
  • R und R' unabhängig voneinander Wasserstoff oder gegebenenfalls substituiertes C1-C4-Alkyl,
  • X2 und X3 Halogen und
  • R9, R10, R11, R12, R13, R14, R15 und R16 unabhängig voneinander Wasserstoff, C1-C4-Alkyl, C1-C4-Alkoxy, Ureido, Halogen, Sulfo oder gegebenenfalls im Alkylteil substituiertes C2-C4-Alkanoylamino oder C1-C4-Alkoxycarbonylamino bedeuten,
verwendet.

Unter Trichromie ist die additive Farbmischung passend gewählter gelb- bzw. orange-, rot- und blaufärbender Farbstoffe zu verstehen, mit denen jede gewünschte Nuance des sichtbaren Farbspektrums durch geeignete Wahl der Mengenverhältnisse der Farbstoffe eingestellt werden kann.

Als C1-C4-Alkyl kommen für R, R', R1, R2, R3, R4, R5, R6, R7, R8, R9, R10, R11, R12, R13, R14, R15 und R16 z.B. Methyl, Aethyl, Propyl, Isopropyl, Butyl, Isobutyl, sek.-Butyl oder tert.-Butyl in Betracht. Bevorzugt sind hierbei Methyl oder Aethyl, insbesondere Methyl. Die Reste R und R' in der Bedeutung als C1-C4-Alkyl können unsubstituiert oder beispielsweise durch Hydroxy, C1-C4-Alkoxy, Halogen oder Sulfato substituiert sein. Vorzugsweise sind diese Reste unsubstituiert.

Als C1-C4-Alkoxy kommen für R1, R2, R3, R4, R5, R6, R7, R8, R9, R10, R11, R12, R13, R14, R15 und R16 beispielsweise Methoxy, Aethoxy, Propoxy, Isopropoxy, Butoxy, sek.-Butoxy, Isobutoxy oder tert.-Butoxy, insbesondere Methoxy, in Betracht.

Als C2-C4-Alkanoylamino kommen für R1, R2, R3, R4, R5, R6, R7, R8, R9, R10, R11, R12, R13, R14, R15 und R16 z.B. Propionylamino oder insbesondere Acetylamino in Betracht. Die Reste R9, R10, R11, R12, R13, R14, R15 und R16 in der Bedeutung als C2-C4-Alkanoylamino können unsubstituiert oder z.B. im Alkylteil durch C1-C4-Alkoxy oder Hydroxy substituiert sein.

Als C1-C4-Alkoxycarbonylamino kommen für R9, R10, R11, R12, R13, R14, R15 und R16 insbesondere Methoxy- oder Aethoxycarbonylamino in Betracht. Die Reste R9, R10, R11, R12, R13, R14, R15 und R16 in der Bedeutung als C1-C4-Alkoxycarbonylamino können unsubstituiert oder z.B. im Alkylteil durch C1-C4-Alkoxy oder Hydroxy substituiert sein.

Als Halogen kommen für R1, R2, R3, R4, R5, R6, R7, R8, R9, R10, R11, R12, R13, R14, R15 und R16 beispielsweise Fluor oder Brom und insbesondere Chlor in Betracht.

X1, X2 und X3 sind vorzugsweise Fluor oder Chlor, insbesondere Chlor.

R und R' sind bevorzugt unabhängig voneinander Wasserstoff oder C1-C4-Alkyl, insbesondere Wasserstoff.

R1, R2, R3 und R4 sind bevorzugt unabhängig voneinander Wasserstoff, C1-C4-Alkyl, C1-C4-Alkoxy, C2-C4-Alkanoylamino, Ureido oder Halogen, insbesondere Wasserstoff.

R5, R6, R7 und R8 sind bevorzugt unabhängig voneinander Wasserstoff, C1-C4-Alkyl, C1-C4-Alkoxy, C2-C4-Alkanoylamino, Ureido oder Halogen, insbesondere Wasserstoff.

R9, R10, R11, R12, R13, R14, R15 und R16 sind bevorzugt unabhängig voneinander Wasserstoff, C1-C4-Alkyl, C1-C4-Alkoxy, Ureido, Halogen oder gegebenenfalls im Alkylteil durch C1-C4-Alkoxy oder Hydroxy substituiertes C2-C4-Alkanoylamino oder C1-C4-Alkoxycarbonylamino.

Als blaufärbenden Farbstoff verwendet man bevorzugt mindestens einen Farbstoff der Formel

oder
wobei für R1, R2, R3 und R4 die oben angegegebenen Bedeutungen und Bevorzugungen gelten. Vorzugsweise sind hierbei R1, R2, R3 und R4 Wasserstoff.

Besonders bevorzugt verwendet man als blaufärbenden Farbstoff mindestens einen Farbstoff der Formel (1), insbesondere mindestens einen Farbstoff der Formel (6).

Von Interesse sind ferner als blaufärbende Farbstoffe Mischungen der Farbstoffe der Formeln (1) und (2), insbesondere Mischungen der Farbstoffe der Formeln (6) und (7). Bezogen auf die Gesamtmenge der Farbstoffe der Formeln (1) und (2) ist hierbei der Anteil des Farbstoffs der Formel (1) bevorzugt 5 bis 95 Gew.-%, insbesondere 10 bis 90 Gew.-% und vorzugsweise 20 bis 80 Gew.-%. Besonders bevorzugt ist hierbei ein Anteil des Farbstoffs der Formel (1) von 40 bis 60 Gew.-%.

Als rotfärbenden Farbstoff verwendet man bevorzugt mindestens einen Farbstoff der Formel

wobei für R, R', R5, R6, R7, R8 und X1 die oben angegebenen Bedeutungen und Bevorzugungen gelten.

Besonders bevorzugt als rotfärbende Farbstoffe sind solche der Formel (3), insbesondere solche der Formel (8), worin

  • R und R' unabhängig voneinander Wasserstoff oder C1-C4-Alkyl, insbesondere Wasserstoff,
  • R5, R6, R7 und R8 unabhängig voneinander Wasserstoff, C1-C4-Alkyl, C1-C4-Alkoxy, C2-C4-Alkanoylamino, Ureido oder Halogen, insbesondere Wasserstoff, sind, und
  • X1 Fluor oder insbesondere Chlor bedeutet.

Ganz besonders bevorzugt verwendet man als rotfärbenden Farbstoff einen Farbstoff der Formel

Die gelb- oder orangefärbenden Farbstoffe der Formeln (4) und (5) enthalten bevorzugt in den Naphthalinringen jeweils nur eine oder zwei Sulfogruppen, insbesondere jeweils nur eine Sulfogruppe. Die Gesamtzahl der Sulfogruppen der Farbstoffe der Formeln (4) und (5) ist bevorzugt jeweils zwei bis vier, insbesondere zwei.

Bevorzugt als gelb- oder orangefärbende Farbstoffe der Formel (4) sind solche der Formel

wobei für R, R', R9, R10, R11, R12 und X2 die oben angegebenen Bedeutungen und Bevorzugungen gelten.

Besonders bevorzugt als gelb- oder orangefärbende Farbstoffe der Formel (4), insbesondere als Farbstoffe der Formel (10), sind solche, worin

  • R und R' unabhängig voneinander Wasserstoff oder C1-C4-Alkyl, insbesondere Wasserstoff, sind,
  • R9, R10, R11 und R12 unabhängig voneinander Wasserstoff, C1-C4-Alkyl, C1-C4-Alkoxy, Ureido, Halogen oder gegebenenfalls im Alkylteil durch C1-C4-Alkoxy oder Hydroxy substituiertes C2-C4-Alkanoylamino oder C1-C4-Alkoxycarbonylamino sind, wobei R9 und R11 vorzugsweise Wasserstoff bedeuten,
  • X2 Fluor oder insbesondere Chlor ist und
die Naphthalinringe der Farbstoffe der Formel (4) bzw. der Formel (10) jeweils nur eine oder zwei Sulfogruppen, insbesondere jeweils nur eine Sulfogruppe,

enthalten.

Ganz besonders bevorzugt als gelb- oder orangefärbende Farbstoffe der Formel (4) sind solche der Formel

wobei für R10 und R12 die oben angegebenen Bedeutungen und Bevorzugungen gelten. Bevorzugt bedeuten R10 und R12 hierbei Wasserstoff, C1-C4-Alkyl, C1-C4-Alkoxy, Ureido, Halogen oder gegebenenfalls im Alkylteil durch C1-C4-Alkoxy oder Hydroxy substituiertes C2-C4-Alkanoylamino oder C1-C4-Alkoxycarbonylamino, insbesondere C1-C4-Alkyl, C1-C4-Alkoxy, Ureido, Halogen oder gegebenenfalls im Alkylteil durch C1-C4-Alkoxy oder Hydroxy substituiertes C2-C4-Alkanoylamino oder C1-C4-Alkoxycarbonylamino und vorzugsweise Ureido.

Bevorzugt als gelb- oder orangefärbende Farbstoffe der Formel (5) sind solche der Formel

wobei für R, R', R13, R14, R15, R16 und X2 die oben angegebenen Bedeutungen und Bevorzugungen gelten.

Besonders bevorzugt als gelb- oder orangefärbende Farbstoffe der Formel (5), insbesondere als Farbstoffe der Formel (12), sind solche, worin

  • R und R' unabhängig voneinander Wasserstoff oder C1-C4-Alkyl, insbesondere Wasserstoff, sind,
  • R13, R14, R15 und R16 unabhängig voneinander Wasserstoff, C1-C4-Alkyl, C1-C4-Alkoxy, Ureido, Halogen oder gegebenenfalls im Alkylteil durch C1-C4-Alkoxy oder Hydroxy substituiertes C2-C4-Alkanoylamino oder C1-C4-Alkoxycarbonylamino sind, wobei R13 und
  • R15 vorzugsweise Wasserstoff bedeuten,
  • X3 Fluor oder insbesondere Chlor ist und
die Naphthalinringe der Farbstoffe der Formel (5) bzw. der Formel (12) jeweils nur eine oder zwei Sulfogruppen, insbesondere jeweils nur eine Sulfogruppe,

enthalten.

Von besonderem Interesse als gelb- oder orangefärbende Farbstoffe sind solche der Formel (4), insbesondere solche der Formel (10) und vorzugsweise solche der Formel (11). Von ganz besonderem Interesse als gelb- oder orangefärbende Farbstoffe sind solche der Formel (11), worin R10 und R12 Ureido bedeuten.

Eine bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemässen Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet, dass man mindestens einen roffärbenden Farbstoff der Formel (8) zusammen mit mindestens einem gelb- oder orangefärbenden Farbstoff der Formel (4), insbesondere der Formel (10) und vorzugsweise der Formel (11), verwendet. Für die blaufärbenden Farbstoffe der Formeln (1) und (2) gelten hierbei die oben angegebenen Bedeutungen und Bevorzugungen. Insbesondere verwendet man als blaufärbende Farbstoffe mindestens einen Farbstoff der Formeln (6) und (7), wobei R1, R2, R3 und R4 vorzugsweise Wasserstoff bedeuten.

Eine besonders bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemässen Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet, dass man einen rotfärbenden Farbstoff der Formel (9) zusammen mit mindestens einem gelb- oder orangefärbenden Farbstoff der Formel (4), insbesondere der Formel (10) und vorzugsweise der Formel (11), verwendet. Für die blaufärbenden Farbstoffe der Formeln (1) und (2) gelten hierbei die oben angegebenen Bedeutungen und Bevorzugungen. Insbesondere verwendet man als blaufärbende Farbstoffe mindestens einen Farbstoff der Formeln (6) und (7), wobei R1, R2, R3 und R4 vorzugsweise Wasserstoff bedeuten.

Eine ganz besonders bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemässen Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet, dass man einen rotfärbenden Farbstoff der Formel (9) zusammen mit einem gelb- oder orangefärbenden Farbstoff der Formel (11), worin R10 und R12 Ureido sind, verwendet. Für die blaufärbenden Farbstoffe der Formeln (1) und (2) gelten hierbei die oben angegebenen Bedeutungen und Bevorzugungen. Bevorzugt verwendet man als blaufärbende Farbstoffe mindestens einen Farbstoff der Formeln (6) und (7), wobei R1, R2, R3 und R4 vorzugsweise Wasserstoff bedeuten. Von ganz besonderem Interesse ist hierbei der Farbstoff der Formel (6).

Eine weitere interessante Ausführungsform des erfindungsgemässen Verfahrens betrifft die Erstellung von schwarzen Farbtönen. Vorteilhafterweise verwendet man hierbei die Farbstoffe der Formeln (1) und/oder (2) in einer Menge von 30 bis 70 Gew.-%, insbesondere 40 bis 60 Gew.-%, die Farbstoffe der Formel (3) in einer Menge von 3 bis 20 Gew.-%, insbesondere 5 bis 15 Gew.-%, und die Farbstoffe der Formeln (4) und/oder (5) in einer Menge von 30 bis 50 Gew.-%, insbesondere 35 bis 45 Gew.-%. Die Mengenangaben beziehen sich hierbei auf die Gesamtmenge der Farbstoffe der Formeln (1) bis (5). Die Summe der eingesetzten Mengen der Farbstoffe der Formeln (1) bis (5) beträgt daher 100 Gew.-%.

Einen weiteren Gegenstand der vorliegenden Erfindung stellen Farbstoffmischungen dar, welche eine Mischung von

  • mindestens einen blaufärbenden Farbstoff der Formel (1) oder (2),
  • zusammen mit mindestens einem rotfärbenden Farbstoff der Formel (3) und
  • zusammen mit mindestens einem gelb- oder orangefärbenden Farbstoff der Formel (4) oder (5) enthalten. Hierbei gelten für die Farbstoffe der Formeln (1), (2), (3), (4) und (5) sowie für deren Mischungen die oben angegebenen Bedeutungen und Bevorzugungen.

Die Farbstoffe der Formeln (1), (2), (3), (4) und (5) sind bekannt oder können in Analogie zu bekannten Farbstoffen hergestellt werden. So können z.B. Farbstoffe der Formeln (1) und (2) gemäss den Angaben der US-A-4,009,156 und der US-A-4,591,634 erhalten werden.

Farbstoffe der Formel (3) können beispielsweise erhalten werden, indem man Cyanurhalogenid mit den Aminen der Formeln

kondensiert.

Farbstoffe der Formel (4) können z.B. erhalten werden, indem man Cyanurhalogenid mit den Aminen der Formeln

kondensiert.

Farbstoffe der Formel (5) können z.B. erhalten werden, indem man Cyanurhalogenid mit den Aminen der Formeln

kondensiert.

Vorzugsweise setzt man das Cyanurhalogenid zunächst mit in etwa stöchiometrischen Mengen einer der zwei Aminoazoverbindungen bei einer Temperatur von -5 bis 20°C um, wobei der pH-Wert durch Zugabe geeigneter Basen, z.B. Alkalimetallbasen wie Lithium-, Natrium- oder Kaliumhydroxid oder -carbonat, neutral bis leicht sauer, vorzugsweise bei 5 bis 7, gehalten wird. Das erhaltene Triazinderivat kann abgeschieden werden oder es kann das Reaktionsgemisch direkt für eine weitere Reaktion verwendet werden. Zu dem erhaltenen Reaktionsgemisch oder dem zuvor abgeschiedenen Triazinderivat werden zweckmässigerweise in etwa stöchiometrische Mengen der anderen der zwei Aminoazoverbindungen gegeben und diese bei leicht erhöhter Temperatur, vorzugsweise bei 30 bis 50°C und einem neutralen bis leicht sauren pH-Wert, der vorzugsweise 6 bis 7 beträgt, mit dem Triazinderivat zur Reaktion gebracht. Handelt es sich bei den zwei Aminoazoverbindungen um identische Aminoazoverbindungen, so setzt man ca. 2 Aequivalente dieses Aminoazofarbstoffes mit 1 Aequivalent Cyanurhalogenid um, wobei die Temperatur vorzugsweise zunächst bei -5 bis 20°C gehalten und dann auf ca. 30 bis 50°C erhöht wird.

Die Aminoazoverbindungen sind bekannt oder können in Analogie zu bekannten Verbindungen hergestellt werden. So können diese Azoverbindungen durch allgemein übliche Diazotierungs- und Kupplungsreaktionen erhalten werden.

Die Diazotierung erfolgt üblicherweise mit einem Nitrit, z.B. mit einem Alkalimetallnitrit wie Natriumnitrit, in einem mineralsauren Medium, z.B. in einem salzsauren Medium, bei Temperaturen von beispielsweise -5 bis 30°C und vorzugsweise bei 0 bis 10°C.

Die Kupplung erfolgt üblicherweise bei sauren, neutralen bis schwach alkalischen pH-Werten und Temperaturen von beispielsweise -5 bis 30°C, vorzugsweise 0 bis 25°C.

Die in dem erfindungsgemässen Verfahren zum Trichromie-Färben oder -Bedrucken verwendeten Farbstoffe liegen entweder in der Form ihrer freien Sulfonsäure oder vorzugsweise als deren Salze vor.

Als Salze kommen beispielsweise die Alkali-, Erdalkali- oder Ammoniumsalze oder die Salze eines organischen Amins in Betracht. Als Beispiele seien die Natrium-, Lithium-, Kalium- oder Ammoniumsalze oder das Salz des Mono-, Di- oder Triäthanolamins genannt.

Die in dem erfindungsgemässen Verfahren verwendeten Farbstoffe können weitere Zusätze, wie z.B. Kochsalz oder Dextrin, enthalten.

Das erfindungsgemässe Verfahren zum Trichromie-Färben oder -Bedrucken kann auf die üblichen Färbe- bzw. Druckverfahren angewendet werden. Die Färbeflotten oder Druckpasten können ausser Wasser und den Farbstoffen weitere Zusätze, beispielsweise Netzmittel, Antischaummittel, Egalisiermittel oder die Eigenschaft des Textilmaterials beeinflussende Mittel wie z.B. Weichmachungsmittel, Zusätze zum Flammfestausrüsten oder schmutz-, wasser- und öl-abweisende Mittel sowie wasserenthärtende Mittel und natürliche oder synthetische Verdicker, wie z.B. Alginate und Celluloseäther, enthalten.

Das erfindungsgemässe Verfahren zum Trichromie-Färben oder -Bedrucken ist auch zum Färben aus Kurzflotten, wie z.B. bei Kontinuefärbeverfahren oder diskontinuierlichen und kontinuierlichen Schaumfärbeverfahren, geeignet.

Die Mengen, in denen die einzelnen Farbstoffe in den Färbebädern oder Druckpasten verwendet werden, können je nach der gewünschten Farbtiefe in weiten Grenzen schwanken, im allgemeinen haben sich Mengen von 0,01 bis 15 Gew.-%, insbesondere 0,1 bis 10 Gew.-%, bezogen auf das Färbegut bzw. die Druckpaste, als vorteilhaft erwiesen.

Bevorzugt ist das Färben, welches insbesondere nach dem Ausziehverfahren erfolgt.

Vorzugsweise färbt man bei einem pH-Wert von 3 bis 7, insbesondere 3 bis 5. Das Flottenverhältnis kann innerhalb eines weiten Bereichs gewählt werden, z.B. von 1:5 bis 1:50, vorzugsweise 1:5 bis 1:30. Vorzugsweise färbt man bei einer Temperatur von 70 bis 110°C, insbesondere 80 bis 105°C.

Die in dem erfindungsgemässen Verfahren verwendeten Farbstoffe zeichnen sich beim Trichromie-Färben oder -Bedrucken durch gleichmässigen Farbaufbau, gutes Aufziehverhalten, gute Nuancenkonstanz auch in verschiedenen Konzentrationen, gute Echtheiten und Löslichkeit sowie insbesondere durch sehr gute Kombinierbarkeit aus.

Das erfindungsgemässe Verfahren zum Trichromie-Färben oder -Bedrucken eignet sich zum Färben oder Bedrucken sowohl von natürlichen Polyamidmaterialien wie z.B. Wolle, wie insbesondere von synthetischen Polyamidmaterialien, wie z.B. Polyamid 6 oder Polyamid 6.6, und ist geeignet zum Färben oder Bedrucken von Woll- und synthetischen Polyamid-Mischgeweben oder -Garnen.

Das genannte Textilmaterial kann dabei in den verschiedensten Verarbeitungsformen vorliegen, wie z.B. als Faser, Garn, Gewebe, Gewirke oder in Form von Teppichen.

Es werden egale Färbungen mit guten Allgemeinechtheiten, insbesondere guter Reib-, Nass-, Nassreib- und Lichtechtheit erhalten.

In den folgenden Beispielen stehen Teile für Gewichtsteile. Die Temperaturen sind Celsiusgrade. Die Beziehung zwischen Gewichtsteilen und Volumenteilen ist dieselbe wie diejenige zwischen Gramm und Kubikzentimeter.

Beispiel 1: 200 Teile entmineralisiertes Wasser werden bei Raumtemperatur mit Essigsäure auf einen pH-Wert von 3,5 gestellt. Dann gibt man eine Mischung von 1 Teil eines Farbstoffs, der in Form der freien Säure der Verbindung der Formel

entspricht,

0,19 Teilen eines Farbstoffs, der in Form der freien Säure der Verbindung der Formel
entspricht, und

0,8 Teilen eines Farbstoffs, der in Form der freien Säure der Verbindung der Formel
entspricht, zu. In die erhaltene Farbstofflösung geht man mit 10 Teilen Polyamid-6.6 Fasermaterial (Helancatrikot) ein und erwärmt das Färbebad innerhalb von 45 Minuten auf eine Temperatur von ca. 100°C. Man hält die Temperatur 60 Minuten, kühlt anschliessend auf eine Temperatur von 70°C ab und entnimmt das Färbegut, welches mit Wasser gespült und anschliessend getrocknet wird. Man erhält ein in einem schwarzen Farbton gefärbtes Gewebe.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zum Trichromie-Färben oder -Bedrucken von natürlichem oder synthetischem Polyamidfasermaterial, dadurch gekennzeichnet, dass

    man mindestens einen blaufärbenden Farbstoff der Formel (1) oder (2)
    worin

    R1, R2, R3 und R4 unabhängig voneinander Wasserstoff, C1-C4-Alkyl, C1-C4-Alkoxy, C2-C4-Alkanoylamino, Ureido, Halogen oder Sulfo sind,

    zusammen mit mindestens einem rotfärbenden Farbstoff der Formel (3)
    worin
    • R und R' unabhängig voneinander Wasserstoff oder gegebenenfalls substituiertes C1-C4-Alkyl,
    • R5, R6, R7 und R8 unabhängig voneinander Wasserstoff, C1-C4-Alkyl, C1-C4-Alkoxy, C2-C4-Alkanoylamino, Ureido, Halogen oder Sulfo sind und
    • X1 Halogen ist,
    und zusammen mit mindestens einem gelb- oder orangefärbenden Farbstoff der Formel (4) oder (5)
    worin
    • R und R' unabhängig voneinander Wasserstoff oder gegebenenfalls substituiertes C1-C4-Alkyl,
    • X2 und X3 Halogen und
    • R9, R10, R11, R12, R13, R14, R15 und R16 unabhängig voneinander Wasserstoff, C1-C4-Alkyl, C1-C4-Alkoxy, Ureido, Halogen, Sulfo oder gegebenenfalls im Alkylteil substituiertes C2-C4-Alkanoylamino oder C1-C4-Alkoxycarbonylamino bedeuten,
    verwendet.
  2. Verfahren gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man als blaufärbenden Farbstoff mindestens einen Farbstoff der Formel
    oder
    verwendet, worin

    R1, R2, R3 und R4 die in Anspruch 1 angegegebenen Bedeutungen haben.
  3. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass R1, R2, R3 und R4 Wasserstoff sind.
  4. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass man als rotfärbenden Farbstoff mindestens einen Farbstoff der Formel
    verwendet, worin

    R, R', R5, R6, R7, R8 und X1 die in Anspruch 1 angegebenen Bedeutungen haben.
  5. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass R5, R6, R7 und R8 unabhängig voneinander Wasserstoff, C1-C4-Alkyl, C1-C4-Alkoxy, C2-C4-Alkanoylamino, Ureido oder Halogen, insbesondere Wasserstoff, sind.
  6. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass man als gelb- oder orangefärbenden Farbstoff mindestens einen Farbstoff der Formel
    verwendet, worin

    R, R', R9, R10, R11, R12 und X2 die in Anspruch 1 angegebenen Bedeutungen haben.
  7. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass R9, R10, R11, R12, R13, R14, R15 und R16 unabhängig voneinander Wasserstoff, C1-C4-Alkyl, C1-C4-Alkoxy, Ureido, Halogen oder gegebenenfalls im Alkylteil durch C1-C4-Alkoxy oder Hydroxy substituiertes C2-C4-Alkanoylamino oder C1-C4-Alkoxycarbonylamino sind.
  8. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass

    R und R' Wasserstoff sind.
  9. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass X1, X2 und X3 Chlor sind.
  10. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass man als rotfärbenden Farbstoff einen Farbstoff der Formel
    und als gelb- oder orangefärbenden Farbstoff mindestens einen Farbstoff der Formel
    worin R10 und R12 unabhängig voneinander Wasserstoff, C1-C4-Alkyl, C1-C4-Alkoxy, Ureido, Halogen oder gegebenenfalls im Alkylteil durch C1-C4-Alkoxy oder Hydroxy substituiertes C2-C4-Alkanoylamino oder C1-C4-Alkoxycarbonylamino, insbesondere Ureido, sind, verwendet.
  11. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass man Wolle oder synthetisches Polyamidfasermaterial färbt oder bedruckt.
  12. Verfahren gemäss Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass man synthetisches Polyamidfasermaterial färbt oder bedruckt.
  13. Farbstoffmischungen, dadurch gekennzeichnet, dass sie mindestens einen blaufärbenden Farbstoff der Formel (1) oder (2)
    worin

    R1, R2, R3 und R4 unabhängig voneinander Wasserstoff, C1-C4-Alkyl, C1-C4-Alkoxy, C2-C4-Alkanoylamino, Ureido, Halogen oder Sulfo sind,

    zusammen mit mindestens einem rotfärbenden Farbstoff der Formel (3)
    worin
    • R und R' unabhängig voneinander Wasserstoff oder gegebenenfalls substituiertes C1-C4-Alkyl,
    • R5, R6, R7 und R8 unabhängig voneinander Wasserstoff, C1-C4-Alkyl, C1-C4-Alkoxy, C2-C4-Alkanoylamino, Ureido, Halogen oder Sulfo sind und
    • X1 Halogen ist,
    und zusammen mit mindestens einem gelb- oder orangefärbenden Farbstoff der Formel (4) oder (5)
    worin
    • R und R' unabhängig voneinander Wasserstoff oder gegebenenfalls substituiertes C1-C4-Alkyl,
    • X2 und X3 Halogen und
    • R9, R10, R11, R12, R13, R14, R15 und R16 unabhängig voneinander Wasserstoff, C1-C4-Alkyl, C1-C4-Alkoxy, Ureido, Halogen, Sulfo oder gegebenenfalls im Alkylteil substituiertes C2-C4-Alkanoylamino oder C1-C4-Alkoxycarbonylamino bedeuten,
    enthalten.






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