PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE19526186C2 15.01.1998
Titel Rufeinrichtung für ein Kommunikationssystem
Anmelder Siemens AG, 80333 München, DE
Erfinder Schiemann, Helmut, Dipl.-Ing., 58730 Fröndenberg, DE
DE-Anmeldedatum 18.07.1995
DE-Aktenzeichen 19526186
Offenlegungstag 30.01.1997
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 15.01.1998
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.01.1998
IPC-Hauptklasse H04M 19/02
IPC-Nebenklasse H04M 1/00   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Rufeinrichtung gemäß den Merkmalen des Oberbegriffs des Patentanspruchs 1.

Derartige Rufeinrichtungen in einem Kommunikationssystem stellen bekannterweise Rufgeneratoren dar, die eine Tonruffolge erzeugen, die durch die Steuereinrichtung des Kommunikationssystems im Rahmen eines Verbindungsaufbau an ein angeschlossenes, betroffenes Kommunikationsendgerät übermittelt wird. Ein bekannte Tonruffolge stellt beispielsweise eine ca. 2 Sekunde lange 25Hz-Wechselspannungssignalfolge mit einer Spannung von ca. 70 Volt dar - im Fernsprechnetz der Deutschen Bundespost. In dem jeweiligen Kommunikationsendgerät wird die übermittelte Tonruffolge akustisch - mit Hilfe einer Klingel oder eines Lautsprechers - wiedergegeben.

Da die im Kommunikationssystem erzeugten Tonruffolgen hinsichtlich Frequenz und Pegel gleich sind, ist die akustische Wiedergabe mehrerer in einem Raum befindlichen Kommunikationsendgeräte sehr ähnlich.

In der deutschen Offenlegungsschrift DE 44 07 671 A1 wird beispielsweise ein Verfahren zum eindeutigen Anläuten eines Telefons beschrieben, bei dem für eine bestimmte, für einen einzelnen Teilnehmer registrierte Telefonleitung verschiedene, auswählbare Ruftakte vorgesehen sind. Die Ruftakte sind jeweils durch eine Rufnummer identifiziert, die unterschiedlich zu der für die Telefonleitung registrierten Rufnummer ist. Jeder Rufnummer sind Rufnummern-individuelle Ruftakt-Parameter zugeordnet, welche in einem einer Hauptsteuereinheit zugeordneten Speicher gespeichert sind. Bei einer Umleitung eines eingehenden Anrufes an das Telefon wird durch die Hauptsteuereinheit der eingehende Anruf anhand der Rufnummer identifiziert und das Telefon mit einem die zugeordneten Ruftakt-Parameter aufweisenden Ruftakt-Signal angeläutet, wobei die Ruftakt-Parameter Rufnummern-individuelle Zeit-Parameter für die Aktivierung und Deaktivierung von Tonsignalgebern repräsentieren.

Desweiteren ist in der deutschen Offenlegungsschrift 42 22 977 A1 ein zwischen einer Telefonsteckdose und einem Telefon bzw. Fernsprecher anordenbarer und mit diesen elektrisch verbundener Tonspeicher beschrieben, mittels dem durch ein Mikrofon beliebige Tonruffolgen erfaßbar und im Tonspeicher speicherbar sind. Bei einem eingehenden Anruf werden die in den Telefonamtsleitungen übermittelten Standard-Wecksignale durch den Tonspeicher in die erfaßte und gespeicherte Tonruffolge zur Meldung eines Anrufs umgesetzt und die Tonruffolge über einen mit dem Tonspeicher verbundenen Lautsprecher wiedergegeben.

Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe ist darin zu sehen, beliebige Kommunikationsendgeräte-individuelle Tonruffolgen in einem Speicher im Kommunikationssystem zu speichern.

Die Aufgabe wird ausgehend von einer Rufeinrichtung gemäß den Merkmalen des Oberbegriffs des Patentanspruchs 1 durch dessen kennzeichnende Merkmale gelöst.

Der wesentliche Aspekt der erfindungsgemäßen Rufeinrichtung ist darin zu sehen, daß Kommunikationsendgeräte-individuelle Tonruffolgen durch lokal in den Kommunikationsendgeräten angeordnete Erfassungsmittel erfaßt und in den Speicher der Rufeinrichtung des Kommunikationssystems geladen werden können und dadurch unterschiedliche Tonruffolgen bei den jeweiligen Kommunikationsendgeräten akustisch wiedergegeben werden. Hierdurch wird die akustisch Erkennung von räumlich nahegelegenen Kommunikationsendgeräten erheblich erhöht bzw. wesentlich erleichtert.

Vorteilhafte Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Rufeinrichtung sind den weiteren Ansprüchen zu entnehmen.

Im folgenden wird die Erfindung anhand eines Blockschaltbildes näher erläutert, wobei das Blockschaltbild die zur Erläuterung der Erfindung erforderlichen Einzelheiten zeigt.

Das Blockschaltbild zeigt ein Kommunikationssystem KS, an das über Anschlußleitungen ASL Kommunikationsendgeräte KE angeschlossen sind. Beispielhaft ist eine Anschlußleitung ASL und ein Kommunikationsendgerät KE(a) dargestellt. Das Kommunikationssystem KS enthält für den Anschluß der Kommunikationsendgeräte KE eine Teilnehmeranschlußeinrichtung SLM, in der die erfindungsgemäße Rufeinrichtung RE angeordnet-ist. Die Rufeinrichtung RE weist desweiteren einen Speicher SP auf. Der Speicher SP enthält alle Komponenten, die zur Speicheransteuerung und Analog/Digitalumwandlung von im Speicher SP zu speichernden oder zu lesenden Tonruffolgen trf. Durch die Rufeinrichtung RE werden die Tonruffolgen trf von Speicher SP an die Anschlußleitung ASL bzw. von dieser an den Speicher SP gesteuert bzw. übermittelt.

Eine weitere, nicht dargestellte Möglichkeit besteht in der Anschaltung der Rufeinrichtung RE an einen PCN-orienten Sprachbus - in der Fachwelt als PCM-Highway bekannt. Hierbei wird keine starre Zuordnung - wie in der Teilnehmeranschlußeinrichtung SLM, sondern eine flexible Zuordnung der Speicher SP zu dem jeweiligen Kommunikationsendgerät KE möglich. Die Zuordnung des Speichers (SP) zum jeweiligen Kommunikationsendgerät KE(a) geschieht jeweils durch eine Vergabe einer Speicheradresse - nicht dargestellt - im Rahmen einer Einspeicherung einer Tonruffolge trf. Hierbei wird ggfs. für das gleiche Kommunikationsendgerät KE(a) ein anderer Speicherbereich SB aktiviert als bei der Einspeicherung einer vorhergehend abgespeicherten Tonruffolge trf.

Das Kommunikationsendgerät KE(a) weist eine Eingabe-/Wiedergabeeinrichtung EWE auf, die zur Aufnahme von beliebigen Tonruffolgen trf vorteilhaft ein Kondensatormikrofon KM und zur Wiedergabe von Tonruffolgen trf einen Lautsprecher L enthält. In einem Fernsprechendgerät wird beispielsweise die vorhandene Eingabe-/Wiedergabeeinrichtung EWE für das Fernsprechen mitbenutzt, d. h. beliebige Tonruffolgen trf werden durch das Fernsprechmikrofon KM erfaßt bzw. durch den Fernsprechlautsprecher L wiedergegeben. Tonruffolgen trf können beispielsweise Musiktonfolgen oder Sprachtonfolgen - z. B. der Name des Kommunikationsendgeräteteilnehmers - sein.

Durch eine Einstellung am Kommunikationsendgerät KE(a) durch den Teilnehmer - beispielsweise eine Betätigung einer nicht dargestellten Aufnahmetaste - wird dem Kommunikationssystem KS durch eine Informationsübermittlung mitgeteilt, daß eine Tonruffolge trf in dem diesem Kommunikationsendgerät KE(a) zugeordneten Speicher Sp gespeichert werden soll. Im Kommunikationssystem KS wird die Rufeinrichtung RE in einen Aufzeichnungszustand gesteuert, d. h. die durch das Kondensatormikrofon KM erfaßten und übermittelten Tonruffolgen trf werden in einem dem Kommunikationsendgerät KE(a) zugeordneten Speicherbereich SB des Speichers SP gespeichert. Die aktuell gespeicherte Tonruffolge trf wird bei jeder im Rahmen eines Verbindungsaufbaus initialisierten Anrufsignalisierung aus dem Speicher Sp abgerufen, an das betreffende Kommunikationsendgerät KE(a) übermittelt und dort akustisch wiedergegeben.

Beispielsweise bei einem Fernsprechnetz FEN wird im Rahmen eines Verbindungsaufbaus anstelle der Anrufsignalisierung - 25Hz-Wechselspannungssignale mit 70 Volt - die gespeicherte Tonruffolge trf abgerufen und akustisch wiedergegeben. Bei dieser Ausgestaltung wird die gespeicherte Tonruffolge trf annähernd gleichzeitig anstelle der üblichen Anrufsignalisierung akustisch wiedergegeben. Eine akustische Wiedergabe der gespeicherten Tonruffolge trf während der Pausen der üblichen Anrufsignalisierung wird beispielsweise dadurch erreicht, daß die gespeicherte Tonruffolge trf verzögert abgerufen und an das betroffene Kommunikationsendgerät KE übermittelt und dort akustisch wiedergegeben wird.

Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Rufeinrichtung können einem Kommunikationsendgerät KE mehrere Speicherbereiche SB im Speicher SP des Kommunikationssystem KS zugeordnet werden. Hierbei ist den jeweilig gespeicherten Tonruffolgen trf jeweils eine Wiedergabeinformation wi zugeordnet. Hierbei werden in Abhängigkeit von den gespeicherten Wiedergabeinformationen wi unterschiedliche Tonruffolgen trf abgerufen und im Kommunikationsendgerät KE akustisch wiedergegeben. Die Wiedergabeinformationen können beispielsweise Zeitinformationen darstellen, d. h. bei unterschiedlichen Zeiten werden unterschiedliche Tonruffolgen trf akustisch wiedergegeben.

Alternativ kann die Wiedergabeinformation wi eine Rufnummerninformation repräsentieren; dies bedeutet, daß bei Anrufen von Kommunikationsendgeräten KE mit den angegebenen Rufnummern unterschiedliche Tonruffolgen trf akustisch wiedergegeben werden. Ist die Wiedergabeinformation wi durch eine einen vermittlungstechnischen Zustand anzeigende Information repräsentiert, so werden bei unterschiedlichen vermittlungstechnischen Zuständen, beispielsweise Anrufsignalisierung beim Verbindungsaufbau und Anrufsignalisierung während einer Verbindung - unterschiedliche Tonruffolgen trf wiedergegeben. Bei diesen Varianten werden die die Speicherbereiche SB enthaltenden Tonruffolgen trf durch unterschiedliche an den Speicher SP gesteuerte Adreßinformationen ausgewählt.

Desweiteren kann die akustische Anrufsignalisierung durch eine Mischung von gespeicherter Tonruffolge trf und von im Fernsprechnetz üblicher Anrufsignale erfolgen. Hierbei wird jede n-te, beispielsweise jede zweite, dritte oder vierte Fernsprechnetz-übliche Anrufsignalfolge durch die gespeicherte Tonruffolge trf ersetzt und diese im Kommunikationsendgerät KE akustisch wiedergegeben.


Anspruch[de]
  1. 1. Rufeinrichtung (RE) im Komunikationssystem (KS) für Kommunikationsendgeräte (KE), bei dem an ein Kommunikationssystem (KE) zumindest ein Kommunikationsendgerät (KE) mit einer Signalabgabeeinrichtung (L) angeschlossen ist, dadurch gekennzeichnet,
    1. - daß in der Rufeinrichtung (RE) jeweils einem Kommunikationsendgerät (KE) ladbare Speicher (SP) jeweils zur Aufnahme zumindest einer Tonruffolge (trf) zugeordnet sind, und
    2. - daß das zumindest eine Kommunikationsendgerät (KE) Erfassungsmittel (KM) zur Erfassung der zumindest einen Tonruffolge (trf) aufweist, wobei jeweils die zumindest eine von den Erfassungsmitteln (KM) erfaßte Tonruffolge (trf) von dem Kommunikationsendgerät (KE) an das Kommunikationssystem (KS) übermittelt und in den zugeordneten Speicher (SP) geladen wird.
  2. 2. Rufeinrichtung (RE) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Erfassungsmittel (KM) zur Erfassung der Tonruffolgen (trf) in den Kommunikationsendgeräten (KE) durch ein Mikrofon (KM) realisiert sind.
  3. 3. Rufeinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Speicher (SP) und das Kommunikationssystem (KS) derart ausgestaltet sind, daß bei einer Anrufsignalisierung die gespeicherte Tonruffolge (trf) abgerufen, an das jeweilige Kommunikationsendgerät (KE) übermittelt und dort mit Hilfe der Signalabgabeeinrichtung (EAE,L) akustisch wiedergegeben wird.
  4. 4. Rufeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Speicher (SP) und das Kommunikationssystem (KS) derart ausgestaltet sind, daß bei mehreren, gespeicherten Tonruffolgen (trf) jeweils eine Tonruffolge (trf) zumindest einer vom Kommunikationsendgerät (KE) übermittelten und im Kommunikationssystem (KS) gespeicherte Wiedergabeinformation (wi) zugeordnet ist, wobei durch die Wiedergabeinformation (wi) die vermittlungstechnischen Zustände bestimmt sind, bei deren Auftreten die zugeordnete Tonruffolge (trf) abgerufen und akustisch im Kommunikationsendgerät (KE) wiedergegeben wird.
  5. 5. Rufeinrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Wiedergabeinformation (wi) durch eine Zeit-, Rufnummern- oder eine einen vermittlungstechnischen Zustand repräsentierende Information gebildet ist.
  6. 6. Rufeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Speicher (SP) und das Kommunikationssystem (KS) derart ausgestaltet sind, daß ab einer im Kommunikationssystem (KS) initialisierten n-ten Anrufsignalisierung zeitgleich die gespeicherte Tonruffolge (trf) an das jeweilige Kommunikationsendgerät (KE) übermittelt und in diesem akustisch wiedergegeben wird.
  7. 7. Rufeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Speicher (SP) und das Kommunikationssystem (KS) derart ausgestaltet sind, daß ab einer im Kommunikationssystem (KS) initialisierten n-ten Anrufsignalisierung in den Pausen der folgenden Anrufsignalisierungen die gespeicherte Tonruffolge (trf) an das jeweilige Kommunikationsendgerät (KE) übermittelt und in diesem akustisch wiedergegeben wird.
  8. 8. Rufeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Tonruffolge (trf) ein Name ist.
  9. 9. Rufeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Speicher (SP) dem jeweiligen Kommunikationsendgerät (KE) flexibel oder starr zugeordnet ist.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com