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Dokumentenidentifikation DE19541212C2 15.01.1998
Titel Tastenmechanik für ein Akkordeon
Anmelder Wörl, Hans, 82140 Olching, DE
Erfinder Wörl, Hans, 82140 Olching, DE
Vertreter Frenzel, H., Dipl.-Phys.Dr.rer.nat., Pat.-Anw., 82140 Olching
DE-Anmeldedatum 04.11.1995
DE-Aktenzeichen 19541212
Offenlegungstag 07.05.1997
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 15.01.1998
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.01.1998
IPC-Hauptklasse G10D 11/02

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Tastenmechanik für ein Akkordeon, bei der eine Klappe mittels einer Taste über einen zwischen einer Tonposition und einer Ruheposition beweglichen Clavishebel betätigt wird, wobei diese Ruheposition und diese Tonposition Endpositionen für die Bewegung des Clavishebels sind und die Klappe in der Ruheposition Tonlöcher zum Erzeugen eines Tons abdeckt sowie diese in der Tonposition freigibt, wobei ferner in der Tastenmechanik eine Federkraft vorgesehen ist, die den Clavishebel nach Tastenbetätigung in die Ruheposition rückführt gemäß Patentanspruch 1. Die Erfindung bezieht sich weiter auf eine derartige Tastenmechanik, bei der die Bewegung der Rückführung in die Ruheposition über eine Hemmeinrichtung gehemmt wird gemäß Anspruch 4.

Tastenmechaniken, bei denen eine Klappe über einen Clavishebel durch eine Taste betätigt wird, sind bei Akkordeons bekannt und werden allgemein eingesetzt. Störend bei dieser Art der Tastenmechanik ist jedoch das Nebengeräusch, das bei Erreichen der Ruheposition und der Tonposition entweder durch den Aufschlag der Taste an einem Anschlag oder der Klappe beim Schließen der Tonlöcher entsteht. Diese Geräusche werden in jüngerer Zeit vermehrt als störend empfunden, da immer häufiger mit Mikrofonen gespielt wird, die in der Nähe des Akkordeons angeordnet werden und auch die störenden Klappgeräusche über einen Verstärker mit Lautsprecher zum Zuhörer übertragen.

Zum Dämpfen des Aufschlags sind an Klappe oder dem Anschlag zwar Filzauflagen befestigt diese reichen aber bei weitem nicht aus, den störenden Schlag zu Dämpfen. Außerdem verschleißt der Filz beim Aufschlagen schnell, so daß dessen Wirkung nach kurzer Zeit aufgehoben ist.

Zum Dämpfen des Klappergeräuschs bei Repetitionstasten wurde in der DE 27 10 059 gelehrt, Repetitionsarm und Drucktastenarm mit einer Feder zu versehen, die das Spiel zwischen den Gelenken einschränkt. Diese Maßnahmen betreffen aber nicht die genannten Störgeräusche des Anschlags und können dafür keine Lehre geben.

In der DE 42 01 238 A1 wird vorgeschlagen, den die störenden Geräusche verursachenden Aufschlag der Klappe auf einem die Tonlöcher enthaltenden Boden mit einer Hemmeinrichtung zu dämpfen, die aus einem Kolben und einem Zylinder besteht. Beim Öffnen der Klappe wird der Kolben durch den Tastendruck herausgedrückt, so daß sich der Zylinder mit Luft füllt. Beim Loslassen der Taste kann der Kolben wegen der Luftfüllung nur langsam in den Zylinder zurückweichen, so daß sich die Klappe mit verringertem Aufschlag über die Tonlöcher senkt. Diese Tastenmechanik ist jedoch sehr aufwendig. Vor allem, da man bei einem Akkordeon eine Vielzahl von Tasten mit diesem Kolben- Zylindersystem ausrüsten müßte, steigen die Kosten für ein Akkordeon in inakzeptabler Weise.

Weiter erhöht diese Hemmeinrichtung auch die Kraft zur Betätigung der Taste, was für das schnelle Spielen von Musikstücken ebenfalls unerwünscht ist. Ferner ist zu berücksichtigen, daß der Zeitverlust beim Schließen der Klappe möglicherweise ebenfalls schnelle Tonfolgen verbietet.

Selbst wenn diese Hemmeinrichtung in Einzelfällen bezüglich Kraftaufwand und geringem Zeitverlust optimiert werden kann, so steht doch zu befürchten, daß ein aufgrund Verschleiß im Zeitverlauf sich änderndes Spiel zwischen Kolben und Zylinder diese Optimierung sehr schnell wirkungslos macht.

Im übrigen kann diese Hemmeinrichtung, wegen der unterschiedlichen Luftströmungen beim Tasten und Loslassen, auch nur das Geräusch, das beim Aufschlag auf einen die Tonlöcher enthaltenden Boden entsteht, vermindern. Wünschenswert wäre es, auch eine Hemmeinrichtung zur Verfügung zu haben, die das Geräusch des Aufschlags der Taste an einem zur Festlegung der Tonposition gegebenen Anschlag dämpft.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine Tastenmechanik zu schaffen, bei der Geräusche aufgrund des Aufschlags von Klappe oder Taste mit einfachen Mitteln gedämpft werden.

Die Aufgabe wird wie im Stand der Technik mit einer Hemmeinrichtung gelöst, jedoch weist diese erfindungsgemäß zum Aufbringen einer Zusatzkraft eine oder mehrere Federn auf, die nur innerhalb eines kurzen Bereichs in der Nähe einer der Endpositionen gleichermaßen in beide Bewegungsrichtungen des Clavishebels wirksam sind.

Wenn im folgenden Federn genannt sind, sind damit alle federnden Elemente gemeint, also nicht nur Stahlfedern, sondern auch geeignete elastische Gummiplatten oder Gummibänder, mit denen sich eine der genannten Feder gleichwirkende Wirkung erzielen läßt.

Statt eines kombinierten Kolben-Zylindersystems verwendet die Erfindung einfache Federn. Diese arbeiten weitgehend verschleißarm. Ferner sind Federn Massenware, so daß sich die erfindungsgemäße Tastenmechanik ohne wesentlichen Kostenaufwand herstellen läßt.

Wesentliches Merkmal der Erfindung ist aber, daß die durch diese Federn aufgebrachte Zusatzkraft nur in einem geringen Bereich vor der jeweiligen Endposition, Ton- oder Ruheposition, wirksam ist. Dadurch wird der normale Tastvorgang für den Clavishebel nur in einem geringen Bereich behindert. Der Clavishebel hat daher zum Öffnen der Klappe immer noch genügend Schwung. Der Aufschlag der Klappe auf den Boden wird jedoch durch die Zusatzkraft bei Einnahme der Ruheposition abgefangen.

Demgemäß ist für das Aufschlagen bei Einnehmen der Tonposition eine eine oder mehrere Federn enthaltende Hemmeinrichtung vorgesehen, die bei Tastenbetätigung eine entgegen der Betätigungsbewegung gerichtete Zusatzkraft erzeugt, die nur in der Nähe der der Tonposition zugeordneten Endposition in einem Teilbereich wirksam ist.

Weiterbildungen der Erfindung betreffend der Dämpfung des Aufschlags der Tasten sind im folgenden angegeben. Bei diesen sind die eine oder die mehreren Federn in der Nähe der Taste unter dem Clavishebel angeordnete Druckfedern und optional die eine oder die mehreren Federn auf der dem Clavishebel zugewandten Seite mit einer Filzauflage versehen.

Insbesondere mit der Filzauflage werden Störgeräusche durch den Aufschlag des Clavishebels auf die Feder vermieden.

Bei einer anderen vorzugsweisen Weiterbildung sind die eine oder die mehreren Federn mit ihrer Federkraft gegen den Tastendruck wirksam angeordnet und bringen eine Federkraft auf, welche die Taste und/oder den Clavishebel bei einer Belastung der Taste von 0,2 N vor einem die Tonposition definierenden Anschlag hält.

Gemäß der Erfindung und deren Weiterbildungen wird mit der Feder oder den Federn der Aufschlag nicht nur gedämpft, sondern die Taste bei üblichen Tastendrucken von dem Anschlag ferngehalten. Dadurch ergibt sich ein unerwarteter Vorteil. Durch kräftigeres Drücken kann der Spieler die Lautstärke einzelner Töne erhöhen. Es ergeben sich so ganz neue Spielmöglichkeiten, die künstlerisch zur Erhöhung des Ausdrucks eines Musikstücks einsetzbar sind.

Die erfindungsgemäße Tastenmechanik erlaubt so eine Verringerung des Aufschlags der Taste beim Einnehmen der Tonposition. Dazu werden eine oder mehrere der Federn zum Abfangen des Stoßes in der Nähe der Taste angeordnet. Diese Möglichkeit der Geräuschdämpfung wird später noch in Zusammenhang mit einem Ausführungsbeispiel der Erfindung näher beschrieben.

Erfindungsgemäß ist beim Einnehmen der Ruheposition für das Verringern von Störgeräuschen vorgesehen, daß die Hemmeinrichtung eine oder mehrere Federn aufweist, die in einem Teilbereich in der Nähe der Ruheposition zugeordneten Endpositionen des Clavishebels eine die Bewegung des Clavishebels hemmende Zusatzkraft erzeugen, wobei die Federn mit den an ihnen angreifenden Massen in dieser Endposition ein schwingungsfähiges System bilden.

Da die Federn mit den an ihnen angreifenden Massen ein schwingungsfähiges System bilden, wird nahezu die gesamte Stoßenergie im Masse-Federsystem aufgenommen, das anschließend die Stoßenergie über Reibung als Wärme abführt, so daß das Aufschlagen der Klappe akustisch stark gedämpft ist.

Bei einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß der Teilbereich, in dem die Zusatzkraft wirksam ist, kleiner als 3 mm ist. Die Größe dieses Bereiches bestimmt im wesentlichen, wie wirkungsvoll der Aufschlag abgefangen werden kann, engt aber auch den Bewegungsspielraum für den Clavishebel ein, da er in diesem Bereich unter der üblichen Federkraft und Tastkraft arbeitet. Das angegebene Maximum hat sich in der Praxis als zweckmäßige Obergrenze ergeben.

Damit die Zusatzkraft auch ein schnelles Spiel nicht behindert, ist bei einer bevorzugten Weiterbildung vorgesehen, daß die eine oder die mehreren Federn bezüglich ihrer Federkonstanten so ausgewählt sind, daß der Clavishebel bei Rückführung in die Ruheposition den Bereich in weniger als 0,1 s durchläuft.

Erfindungswesentlich ist vor allem, daß durch einen Aufschlag entstehende Geräusche gedämpft werden. Beim Aufschlag nehmen die erfindungsgemäßen Federn die gesamte Energie des Aufschlags auf und führen diese, wie von Masse-Federsystemen bekannt, durch Schwingung wieder ab.

Damit die so erzeugten Federschwingungen nicht neue Störgeräusche erzeugen, die sich beispielsweise in einem Klirren äußern könnten, ist bei einer anderen vorteilhaften Weiterbildung vorgesehen, daß die Gesamtfederkraft der einen oder der mehreren Federn zusammen mit der den Clavishebel bei unbelasteter Taste in die Ruheposition rückführenden Federkraft in mindestens einer der beiden Endpositionen eine Federkonstante hat, bei der sich aufgrund der in dieser Endposition an der einen oder den mehreren Federn angreifenden Massen eine Resonanzfrequenz ergibt, die unterhalb von 50 Hz und insbesondere unterhalb von 16 Hz liegt.

Die Berechnung der Resonanzfrequenz bei einem Masse-Federsystem ist jedem Ingenieur bekannt, so daß sich weitere Angaben zur Auslegung der Federkonstanten erübrigen. Im Zweifelsfall lassen sich die Resonanzfrequenzen aber auch an probeweise eingesetzten Federn nach Aufschlag messen. Falls die Resonanzfrequenz zu hoch ist, können nach diesem Versuch schwächere Federn eingesetzt werden.

Die erste angegebene Grenze von 50 Hz schließt störende Geräusche im Tonumfang eines Akkordeons weitgehend aus. Das gestattet ein Ausfiltern dieser Geräusche durch Frequenzfiltern in dem dem Mikrofon nachgeschalteten Verstärker, ohne daß die Grundfrequenz oder die akkordeontypischen Oberwellen mitgedämpft werden. Die zweite angegebene Grenze verringert Störfrequenzen innerhalb des menschlichen Hörbereichs, so daß das Schwinggeräusch ohne spezielle Maßnahmen im Verstärker wenig zur Geltung kommt.

Bei einer anderen bevorzugten Weiterbildung ist vorgesehen, daß die eine oder die mehreren Federn zwischen Clavishebel und Klappe angeordnete Druckfedern sind.

Mit dieser Weiterbildung läßt sich die Hemmeinrichtung für den Aufschlag der Klappe in besonders einfacher Weise verwirklichen, wie insbesondere aus einem nachfolgend beschriebenen Ausführungsbeispiel deutlich wird.

Bei diesem Ausführungsbeispiel werden auch die drei folgenden, bezüglich der Einfachheit der Ausbildung der Hemmeinrichtung vorteilhaften Weiterbildungen der Erfindung deutlich. Bei der ersten ist vorgesehen, daß mindestens zwei Federn zwischen Clavishebel und Klappe angeordnet sind, mit denen die Klappe auch in der Tonposition im wesentlichen parallel zu einem die Tonlöcher enthaltenden Boden gehalten wird. Durch das Parallelhalten der Klappe wird zusätzlich ein schnelles und gleichmäßiges Schließen der Tonlöcher durch die Klappe gewährleistet.

Bei der zweiten dieser Weiterbildungen der Erfindung ist ein parallel sich zur Klappe erstreckendes Befestigungsteil zum Eingriff des Clavishebels vorgesehen, und die Federn sind jeweils mit einem Ende am Befestigungsteil an der dem Clavishebel abgewandten Seite und mit dem anderen Ende an der Klappe an der dem Clavishebel zugewandten Seite, insbesondere durch Kleben, befestigt.

Bei der dritten dieser Weiterbildungen der Erfindung sind die eine oder die mehreren Federn Spiralfedern. Die Klappe weist dabei an der den Tonlöchern abgewandten Seite und das Befestigungsteil an der dem Clavishebel abgewandten Seite jeweils zylindrische Senklöcher auf, an deren Boden die Spiralfedern befestigt sind.

Aufgrund der Senklöcher steht den Federn ein größerer Bereich zum Zusammendrücken zur Verfügung. Weiter können die Federn soweit zusammengedrückt werden, daß sie voll in den Senklöchern aufgenommen werden.

Zur Vereinfachung der Herstellung sind diese Senklöcher zweckmäßigerweise als Bohrungen ausgeführt, so daß diese Löcher zylindrische Form haben und eine ebenfalls zylindrische Spiralfeder mit Spiel in radialer Richtung aufnehmen können.

Neben der Dämpfung der Störgeräusche bei Schließen der Klappe oder Anschlagen der Taste hat sich auch der unerwartete Vorteil der Erfindung mit seinen Weiterbildungen gezeigt, daß die Clavishebel weniger leicht brechen, die Reparaturanfälligkeit aufgrund der Erfindung also stark gemindert ist. Dies ist wohl darauf zurückzuführen, daß die Materialbeanspruchung aufgrund des stark gedämpften Aufschlags wesentlich geringer ist. Aus demselben Grund muß ferner eine geringere Beanspruchung von Filzen an der Klappe und am Anschlag erwartet werden, so daß sich die Wartungsintervalle bei einem mit der erfindungsgemäßen Tastenmechanik ausgestatteten Akkordeon verringern.

Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich auch aus der folgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen in Verbindung mit der Zeichnung. Es zeigen:

Fig. 1 ein Ausführungsbeispiels der Erfindung unter Einsatz von Druckfedern zur Dämpfung von Klappen- und Tastengeräuschen,

Fig. 2 ein anderes Ausführungsbeispiel bei dem Zugfedern oder elastische Bänder eingesetzt werden.

Bei der in Fig. 1 gezeigten Tastenmechanik sind in einem Boden 1 Tonlöcher 3 vorgesehen, die mittels einer Klappe 5 geschlossen sind. Die Klappe 5 weist sowohl zur Verringerung von Störgeräuschen als auch zur Abdichtung der Tonlöcher 3 einen Filz 6 und ein Leder 7 auf. An der Klappe 5 greift ein Clavishebel 10 an, der um eine Achse 12 drehbar gelagert ist. Mit diesem Clavishebel 10 wird die Bewegung einer Taste 14 zu der Klappe 5 übertragen.

Die Fig. 1 zeigt die Klappe 5 in der Position, in der die Tonlöcher 3 geschlossen sind. Dies ist die Ruheposition. Diese Ruheposition wird bei unbelasteter Taste 14 durch eine an dem Clavishebel 10 im Bereich der Taste 14 angreifenden Feder 16 eingehalten, mit deren Federkraft die Klappe 5 an den Boden 1 angedrückt wird. Bei Betätigung der Taste 14 wird der Clavishebel 10 um die Achse 12 gedreht, die Klappe 5 vom Boden 1 abgehoben und die Tonlöcher 3 geöffnet. Je weiter die Tonlöcher 3 geöffnet sind, desto mehr Luft kann ausströmen, so daß sich mit der Öffnungsweite, also dem Abstand der Klappe 5 vom Boden 1, in gewissem Maße die Lautstärke einstellen läßt.

Der Clavishebel 10 kann soweit um die Achse 12 geschwenkt werden, bis die Taste 14 auf einem Anschlag 18 trifft. Diese Position wird im folgenden als Tonposition bezeichnet. Zur Dämpfung des Tons beim Aufschlag der Taste 14 ist auf dem Anschlag 18 ein weiterer Filz 19 zwischen Taste 14 und Anschlag 18 vorgesehen.

Die Filze 6 und 19 können die Geräusche beim Aufschlag nur geringfügig dämpfen. Filz nimmt zwar einen Teil der Energie des Aufschlags durch im wesentlichen plastische Verformung auf, setzt aber einem Aufschlag der Taste 14 oder der Klappe 5 einen im wesentlichen harten Widerstand entgegen, so daß eine Dämpfung des Aufschlagtons nur begrenzt möglich ist. Außerdem hat die Wirkungsweise der Energieaufnahme über plastische Verformung auch zur Folge, daß die Filze 6 oder 19 nach einer Vielzahl von Tastenbetätigungen zerstört sind und ersetzt werden müssen.

Deswegen wird die Aufschlagenergie erfindungsgemäß durch Federn 20 und 22 abgebaut. Diese nehmen die im Aufschlag steckende Energie beim Zusammendrücken auf, führen diese aber nachfolgend wieder an den Clavishebel 10 ab, wodurch eine Schwingung entsteht, bei der die Energie an die umgebende Luft durch Reibung als Wärme abgegeben wird. Durch diese Art der Energieabfuhr, werden die Filze 19 und 6 geschont, da deren plastische Verformung über den Aufschlag stark verringert wird.

Die Federn 20 sind zwischen der Klappe 5 und dem Clavishebel 10 angeordnet. Dafür ist am Clavishebel 10 ein gesondertes Befestigungsteil 24 vorgesehen. Dieses weist eine dem Clavishebel 10 angepaßte Rille auf, in die er eingreift und in der er festgehalten wird.

In der der Klappe 5 zugewandten Seite des Befestigungsteils 24 sind Bohrungen mit etwas größerem Durchmessers als der der als Feder 20 verwendete Spiralfeder vorgesehen. In diese Bohrungen sind die Spiralfedern eingeführt und wurden am Boden der Bohrungen verklebt. Die Bohrungen erlauben einen größeren Weg zum Zusammendrücken der Spiralfedern.

In der Klappe 5 sind korrespondierende Bohrungen vorgesehen, in welche die Spiralfedern mit ihrer anderen Seite in gleicher Weise mit einem radialen Spiel befestigt sind. Die Federn 20 sind Druckfedern, die im Ausführungsbeispiel zwischen Befestigungsteil 24 und Klappe 5 einen Abstand von kleiner als drei Millimetern aufrecht hielten. Dieser Abstand ist zweckmäßig, um einerseits die Bewegung des Clavishebels 10 bei Drücken der Taste 14 nicht unnötig zu behindern und um andererseits genügend Weg, größer als 2 mm, zum Zusammendrücken der Feder 20 zu bieten, damit diese die Energie des Aufschlags möglich vollständig aufnehmen kann.

Nach Aufschlag der Klappe 5 auf dem Boden 1 entspannt sich die Feder 20 und gibt ihre Energie an den Clavishebel 10 ab. Das Zusammenwirken von Clavishebel 10 und Feder 20 führt zu einer Schwingung. Im Ausführungsbeispiel wurde die Feder 20 so ausgelegt, daß die Schwingfrequenz ungefähr 10 Hz betrug. Damit sind diese Schwingungen unterhalb des hörbaren Bereichs. Prinzipiell kann man auch stärkere Federn 20 verwenden, die zusammen mit der effektiv wirksamen Masse des Clavishebels 10 höhere Frequenzen erzeugen. Die Frequenz sollte möglichst im Infraschallbereich von unter 16 Hz, also außerhalb des menschlichen Hörbereichs, bleiben. Zumindest sollten die Federkonstante der Feder 20 aber so gewählt werden, daß die Schwingungsfrequenz unterhalb von 50 Hz liegt. Dann können die aufgrund der Schwingungen möglicherweise erfaßbaren Störgeräusche immer noch in einem Mikrofonverstärker ohne Qualitätsverlust der zum Hören zu bringenden Akkordeontöne ausgefiltert werden.

Eine Obergrenze für die Stärke der Federn 20 ergibt sich ferner daraus, daß die Klappe 5, um ein schnelles Spielen zu ermöglichen, innerhalb eines kleineren Zeitintervalls als 0,1 s geschlossen oder geöffnet wird. Das heißt, der Weg des Clavishebels 10 in dem die Federn 20 wirksam sind sollte bei üblichen Tastendrucken von kleiner als 0,2 N und größer als 0,05 N in Zeitintervallen kleiner als 0,1 s durchlaufen werden.

Im Ausführungsbeispiel sind zwei Federn 20 vorgesehen. Diese halten die Klappe 5 im wesentlichen parallel zum Befestigungsteil 24, damit ein sicheres Schließen über die gesamte Auflagefläche der Klappe 5 am Boden 1 erfolgen kann. Diese vorteilhafte Ausgestaltung läßt sich allerdings auch mit mehr als zwei Federn 20 erreichen.

Die Feder 22 dient in gleicher Weise zum Abbau von Schwingungen. Beim Ausführungsbeispiel wurde deren Federkraft aber so hoch gewählt, daß diese die Taste 14 bei üblichen Tastkräften von unterhalb 0,2 N etwa 2 mm über dem Filz 19 hält. Mit der Feder 22 wird dann der Aufschlag wirkungsvoll aufgefangen. Allerdings werden dann die Tonlöcher 3 nicht unbedingt vollständig geöffnet. Das hat den Vorteil, daß man die Lautstärke mit dem ausgeübten Tastendruck erhöhen kann, so daß sich eine ähnliche Spielmöglichkeit wie bei Keyboards mit der sogenannten "Touch Response"-Funktion ergibt. Bei gleichem Luftdruck wurden am Ausführungsbeispiel in 10 cm Abstand von den Tonlöchern die folgenden Lautstärken eines Akkordeontons gemessen: 50 dB bei Auflage des Clavishebels 10 auf der Feder 22 und 60 dB bei Auflage der Taste 14 auf dem Anschlag 18. Diese Lautstärkeunterschiede lassen sich durch andere Federlängen und der Ausgestaltung des Klappenbereichs zur Änderung der Luftströmung je nach Bedarf erhöhen oder erniedrigen.

Zur Dämpfung des Aufschlaggeräusches vom Clavishebel 10 ist über der Feder 22 noch ein Filz 26 vorgesehen.

Im Ausführungsbeispiel von Fig. 1 wurden Druckfedern eingesetzt. Ähnlich läßt sich die Erfindung auch mit Zugfedern verwirklichen. Dies wird in Fig. 2 beispielhaft dargestellt:

Die Feder 20 ist im Ausführungsbeispiel von Fig. 2 mit einem Ende an einer Befestigungsstelle 30 am Clavishebel 10 befestigt. Das andere Ende der Feder 20 ist dagegen bei 32 mit einem praktisch nichtelastischen Band 34 verbunden, das wiederum an einer Befestigungsstelle 36 am Akkordeongehäuse befestigt ist. Die Kombination von nichtelastischem Band 34 mit der Feder 20 sorgt dafür, daß die Federkraft nur in dem begrenzten Wegbereich von unter 3 mm wirksam wird.

Anstelle dieser Kombination kann man auch ein einzelnes Gummiband verwenden, das dann, wenn die Klappe 5 im genannten Abstand von unter 3 mm vom Boden 1 entfernt ist, spannungslos ist und bei Auflage der Klappe 5 auf dem Boden 1 gespannt ist. Dann wird auch die Federkraft des Gummibandes nur innerhalb einer Wegstrecke von unter 3 mm wirksam. Dieses Beispiel zeigt beispielhaft mit welch einfachen Mitteln sich die Erfindung im Gegensatz zu der Kolben-Zylinderanordnung verwirklichen läßt, die aus dem Stand der Technik bekannt ist.

Allerdings ist bei der Tastenmechanik wird gemäß der Tastenmechanik gemäß Fig. 1 in Ruhestellung eine größere Kraft auf die Klappe 5 aufgebracht. Dies ist vorteilhaft, da dann die Tonlöcher fester geschlossen werden. Allerdings läßt sich diese Art der Zugfederhemmung besonders günstig als Ersatz der Feder 22 in Fig. 1 einsetzen.


Anspruch[de]
  1. 1. Tastenmechanik für ein Akkordeon, bei der eine Klappe (5) mittels einer Taste (14) über einen zwischen einer Tonposition und einer Ruheposition beweglichen Clavishebel (10) betätigt wird, wobei diese Ruheposition und diese Tonposition Endpositionen für die Bewegung des Clavishebels (10) sind und die Klappe (5) in der Ruheposition Tonlöcher (3) zum Erzeugen eines Tons abdeckt sowie diese in der Tonposition freigibt, wobei in der Tastenmechanik eine Federkraft vorgesehen ist, die den Clavishebel (10) nach Tastenbetätigung in die Ruheposition rückführt, dadurch gekennzeichnet, daß eine eine oder mehrere Federn (22) enthaltende Hemmeinrichtung vorgesehen ist, die bei Tastenbetätigung eine entgegen der Betätigungsbewegung gerichtete Zusatzkraft erzeugt, die nur in der Nähe der der Tonposition zugeordneten Endposition in einem Teilbereich wirksam ist.
  2. 2. Tastenmechanik nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die eine oder die mehreren Federn (22) mit ihrer Federkraft gegen den Tastendruck wirksam angeordnet sind und eine Federkraft aufbringen, welche die Taste (14) und/oder den Clavishebel (10) bei einer Belastung der Taste (14) von 0,2 N vor einem die Tonposition definierenden Anschlag (18) hält.
  3. 3. Tastenmechanik nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die eine oder die mehreren Federn (22) in der Nähe der Taste (14) unter dem Clavishebel (10) angeordnete Druckfedern sind.
  4. 4. Tastenmechanik für ein Akkordeon, bei der eine Klappe (5) mittels einer Taste (14) über einen zwischen einer Tonposition und einer Ruheposition beweglichen Clavishebel (10) betätigt wird, wobei diese Ruheposition und diese Tonposition Endpositionen für die Bewegung des Clavishebels (10) sind und die Klappe (5) in der Ruheposition Tonlöcher (3) zum Erzeugen eines Tons abdeckt sowie diese in der Tonposition freigibt, wobei in der Tastenmechanik eine Federkraft vorgesehen ist, die den Clavishebel (10) nach Tastenbetätigung in die Ruheposition rückführt und eine diese Bewegung hemmende Hemmeinrichtung aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß die Hemmeinrichtung eine oder mehrere Federn (20; 22) aufweist, die in einem Teilbereich in der Nähe der Ruheposition zugeordneten Endpositionen des Clavishebels (10) eine die Bewegung des Clavishebels (10) hemmende Zusatzkraft erzeugen, wobei die Federn mit den an ihnen angreifenden Massen in dieser Endposition ein schwingungsfähiges System bilden.
  5. 5. Tastenmechanik nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Teilbereich, in dem die Zusatzkraft wirksam ist, kleiner als 3 mm ist.
  6. 6. Tastenmechanik nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die eine oder die mehreren Federn (20; 22) bezüglich ihrer Federkonstanten so ausgewählt sind, daß der Clavishebel (10) bei Rückführung in die Ruheposition den Teilbereich in weniger als 0,1 s durchläuft.
  7. 7. Tastenmechanik nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Gesamtfederkraft der einen oder der mehreren Federn (20; 22) zusammen mit der den Clavishebel (10) bei unbelasteter Taste (14) in die Ruheposition rückführenden Federkraft eine Federkonstante hat, bei der sich aufgrund der in dieser Endposition an der einen oder den mehreren Federn (20; 22) angreifenden Massen eine Resonanzfrequenz ergibt, die unterhalb von 50 Hz und insbesondere unterhalb von 16 Hz liegt.
  8. 8. Tastenmechanik nach Anspruch 4 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß die eine oder die mehreren Federn (20) zwischen Clavishebel (10) und Klappe (5) angeordnete Druckfedern sind.
  9. 9. Tastenmechanik nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens zwei Federn (20) zwischen Clavishebel (10) und Klappe (5) angeordnet sind, mit denen die Klappe (5) auch in der Tonposition im wesentlichen parallel zu einem die Tonlöcher (3) enthaltenden Boden (1) gehalten wird.
  10. 10. Tastenmechanik nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß ein parallel sich zur Klappe (5) erstreckendes Befestigungsteil (24) zum Eingriff des Clavishebels (10) vorgesehen ist, und daß die Federn (20) jeweils mit einem Ende am Befestigungsteil (24) an der dem Clavishebel (10) abgewandten Seite und mit dem anderen Ende an der Klappe (5) an der dem Clavishebel (10) zugewandten Seite, insbesondere durch Kleben, befestigt sind.
  11. 11. Tastenmechanik nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die eine oder die mehreren Federn (20) Spiralfedern sind und daß die Klappe (5) an der den Tonlöchern (3) abgewandten Seite sowie das Befestigungsteil (24) an der dem Clavishebel (10) abgewandten Seite zylindrische Senklöcher aufweist, an deren Boden die Spiralfedern befestigt sind.
  12. 12. Tastenmechanik nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die eine oder die mehreren Federn (22) auf der dem Clavishebel (10) zugewandten Seite mit einer Filzauflage (26) versehen sind.






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