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Dokumentenidentifikation DE19604016C2 15.01.1998
Titel Snowboard
Anmelder YONEX K.K., Tokio/Tokyo, JP
Erfinder Yoneyama, Minoru, Niigata, JP
Vertreter Zumstein & Klingseisen, 80331 München
DE-Anmeldedatum 05.02.1996
DE-Aktenzeichen 19604016
Offenlegungstag 06.02.1997
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 15.01.1998
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.01.1998
IPC-Hauptklasse A63C 5/14
IPC-Nebenklasse B32B 21/08   B32B 5/08   B32B 5/10   B32B 5/18   B32B 5/26   A63C 5/00   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Snowboard nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

Üblicherweise besteht ein Snowboard aus einer Kernplatte aus Holz oder Schaumharz. Faserverstärkte Kunstharzschichten sind sowohl auf der Ober- wie auf der Unterseite der Kernplatte angeordnet. In den Kunstharzschichten sind Kunstharzlagen mit langen Fasern in Längsrichtung der Kernplatte vorgesehen.

Ein Nachteil eines solchen Snowboards besteht darin, daß das Gewicht des Snowboards wegen seiner geringen Dicke und seines Materials nicht mehr wesentlich verringert werden kann, ohne ein Ausreißen der Bindung befürchten zu müssen. Deshalb ist es z. B. bei Ski bekannt (vgl. DE-GM 74 05 074), unter den Bereichen, in denen die Bindung befestigt werden soll, Verstärkungsstreifen anzuordnen. Ein weiterer Nachteil besteht darin, daß die langen Fasern aufgrund ihrer Ausrichtung in Längsrichtung nicht zur Verbesserung der Drehsteifigkeit des Snowboards beitragen.

Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Snowboard zu schaffen, das bei verbesserter Drehsteifigkeit eine weitere Gewichtsreduzierung zuläßt.

Diese Aufgabe wird durch die im Patentanspruch 1 angegebenen Merkmale gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind Gegenstand der Unteransprüche.

Durch die Anordnung der zwei Verstärkungsplatten unter den Bindungsbefestigungspositionen und durch die langen Fasern in den Kunstharzlagen unter einem Winkel symmetrisch zur Längsachse der Kernplatte kann einerseits das Gewicht des Snowboards weiter verringert werden, ohne ein Ausreißen der Bindung befürchten zu müssen, und andererseits kann die Drehsteifigkeit des Snowboards erhöht werden. Durch eine Änderung des Winkels der langen Fasern zur Längsachse der Kernplatte kann darüber hinaus eine größere Flexibilität bei der Einstellung von Biegefestigkeit und Drehsteifigkeit erzielt werden.

Nachfolgend wird die Erfindung anhand der Zeichnung beispielhaft näher erläutert; es zeigen:

Fig. 1(a) und 1(b) eine Draufsicht bzw. einen Querschnitt eines Snowboards,

Fig. 2 eine Querschnittsansicht entlang der Linie A-A in Fig. 1(a),

Fig. 3 eine Querschnittsansicht entlang der Linie B-B in Fig. 1(a),

Fig. 4 eine teilweise aufgeschnittene perspektivische Ansicht entlang der Linie C-C in Fig. 1(a), und

Fig. 5 eine Ausrichtung der Fasern in der Kunstharzschicht.

In Fig. 1 ist ein Snowboard 2 gezeigt, bei dem in durch strichlierte Linien gezeigten Bereichen ein Paar von (nicht gezeigten) Bindungen befestigt werden kann.

Wie in Fig. 4 im einzelnen gezeigt, enthält ein Snowboard 2 eine Kernplatte 4, faserverstärkte Kunstharzschichten 6, die sowohl auf der Unterseite wie auf der Oberseite der Kernplatte 4 angeordnet sind, ABS-Harzlagen 8, die auf beiden faserverstärkten Kunstharzschichten 6 (außenliegend) angeordnet sind. Auf der ABS-Harzlage 8 ist auf der Bodenseite des Snowboards 2 außerdem eine Laufsohle 10 angeordnet. Entlang jedem Rand der Laufsohle 10 sind Stahlkanten 12 vorgesehen. Seitenwangen 14 aus ABS-Harz sind entlang beiden Seitenrändern der Kernplatte 4 angeordnet.

Wie in den Fig. 1 bis 3 gezeigt, umfaßt die Kernplatte 4 zwei Verstärkungsplatten 16, die an Stellen angeordnet sind, wo die jeweiligen Stiefelbindungen des Snowboards 2 angeordnet sind und die von der aus Schaumharz 18 bestehenden Kernplatte 4 umgeben sind.

Die Verstärkungsplatte 16 ist eine rechteckige Holzplatte oder eine Schaumharzplatte, die faserverstärkt ist, in der die Stiefelbindungen befestigt sind. Die Bindungsbefestigungseinrichtung in den Fig. 2 und 3 ist mit eingeformten Muttern 20 ausgerüstet.

Eine Verstärkungsfaser für die Verstärkungsplatten 16 kann beispielsweise eine Glasfaser, eine Faser aus aromatischem Polyamid, wie beispielsweise Kevlar, oder eine Kohlenstoffaser sein. Die Verstärkungsplatte 16 kann aus einem in Wärme aushärtendem Harz gebildet sein, wie beispielsweise Epoxidharz, oder ein ungesättigtes Polyesterharz, das Verstärkungsfasern enthält.

Das Schaumharz 18 der Kernplatte 4 ist um die Verstärkungsplatten 16 herum angeordnet. Da die Verstärkungsplatten 16 lediglich an den Stellen angeordnet sind, wo die Stiefelbindungen angeordnet sind, besteht der größte Teil der Kernplatte 4 aus einem leichtgewichtigen Schaumharz 18, so daß das Gesamtgewicht des Snowboards 2 verringert ist. Die mechanische Festigkeit des Schaumharzes 18 kann durch Zusetzen von (nicht gezeigten) Verstärkungsfasern darin verbessert werden. Es wird bemerkt, daß die mechanische Festigkeit des Verstärkungsplatten 16 so ausgelegt ist, daß sie größer ist als diejenige des Schaumharzes 18, selbst wenn Verstärkungsfasern sowohl zu den Verstärkungsplatten 16 wie zum Schaumharz 18 zugesetzt sind.

Die die Verstärkungsplatten 16 und das Schaumharz 18 enthaltende Kernplatte 4 kann durch einen Schaumformgebungsprozeß gebildet werden, indem ein Schaumharz in eine Form gespritzt wird, in welcher die Verstärkungsplatten 16 an vorbestimmten Positionen angeordnet sind.

Die faserverstärkte Kunstharzschicht 6 umfaßt eine erste Gruppe aus langen Fasern, die in einer Richtung entlang der Längsrichtung der Kernplatte 4 angeordnet ist, und zweite und dritte Gruppen langer Fasern, die in symmetrisch geneigten Richtungen gegen die Längsrichtung ausgerichtet sind. Diese Gruppen langer Fasern, die in drei unterschiedlichen Richtungen angeordnet sind, verbessern nicht nur die Biegefestigkeit in der Längsrichtung, sondern auch die Drehsteifigkeit des Snowboards 2.

Wie in Fig. 5 gezeigt, besteht die faserverstärkte Kunstharzschicht 6 aus drei Kunstharzlagen 6a, 6b und 6c, die gemeinsam gehärtet werden, wenn sie zusammengeschichtet werden. Jede der Kunstharzlagen 6a, 6b und 6c umfaßt lange Fasern, die in einer einzigen Richtung angeordnet sind. Die langen Fasern in der ersten Kunstharzlage 6a sind entlang der Längsrichtung der Kernplatte 4 angeordnet. Die Kunstharzlagen 6a sind auf beiden Seiten der Kernplatte 4 befestigt. Die langen Fasern, die in den Kunstharzlagen 6b und 6c angeordnet sind, sind in symmetrisch entgegengesetzten Richtungen über die Längsrichtung der Kernplatte 4 angeordnet. Mit anderen Worten legen die langen Fasern der Kunstharzlage 6b einen Winkel θ gegenüber der Längsrichtung der Kernplatte 4 fest, während die langen Fasern in der Kunstharzlage 6c denselben Winkel θ symmetrisch gegenüber der Längsrichtung der Kernplatte 4 festlegen. Kunstharzlagen 6b und 6c sind auf jeweils einer Kunstharzlage 6a angeordnet, die auf beiden Seiten der Kernplatte 4 befestigt ist.

Die Biegefestigkeit und die Drehsteifigkeit des Snowboards 2 hängen üblicherweise vom Winkel θ ab, der die Orientierung der langen Fasern anzeigt und von der Anzahl der langen Fasern, die in den Kunstharzlagen 6a, 6b und 6c angeordnet sind. Es ist möglich, die Drehsteifigkeit und die Biegefestigkeit jeweils einzustellen, indem der Winkel θ und die Anzahl der angeordneten Fasern variiert werden. Der Winkel θ kann zwischen 30° und 45° eingestellt sein.

Die derart vorbereitete faserverstärkte Kunstharzschicht 6, die zumindest zwei Kunstharzlagen 6b und 6c enthält, erlaubt eine leichte Modifikation der Ausrichtung der langen Fasern für die Längsrichtung der Kernplatte 4. Dies bedeutet, daß das Einstellen der Biegefestigkeit und der Drehsteifigkeit für verschiedene Typen von Snowboards 2 erhalten werden kann, wodurch der Bedarf des Benutzers befriedigt werden sollte.

Für die lange Fasern, die in den Kunstharzlagen 6a bis 6c angeordnet sind, werden beispielsweise Glasfasern, Kohlenstoffasern, Fasern aus aromatischem Polyamid, wie beispielsweise Kevlar, eingesetzt. Diese Fasermaterialien können jeweils alleine oder in Kombination miteinander verwendet werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Snowboard mit einer Kernplatte aus Schaumharz, in der wenigstens eine Verstärkungseinlage für die Befestigung der Bindung angeordnet ist, und mit je einer faserverstärkten Kunstharzschicht auf der Ober- und der Unterseite der Kernplatte, dadurch gekennzeichnet, daß die Verstärkungseinlage aus zwei Verstärkungsplatten (16) besteht, von denen je eine an einer Bindungsbefestigungsposition angeordnet ist, daß jede Verstärkungsplatte (16) auf ihrem Außenumfang von der Kernplatte (4) umgeben ist, so daß die Kernplatte (4) und die Verstärkungsplatte (16) im wesentlichen die gleiche Dicke aufweisen und daß die faserverstärkte Kunstharzschicht (6) auf der Ober- und der Unterseite von Kernplatte (4) und Verstärkungsplatte (16) jeweils wenigstens zwei Kunstharzlagen (6b, 6c) aufweist, in die jeweils lange Fasern eingelagert sind, wobei die Fasern jeder Kunstharzlage (6b, 6c) in einer einzigen Richtung orientiert sind und die Fasern der wenigstens zwei Kunstharzlagen (6b, 6c) symmetrisch in entgegengesetzten Richtungen unter einem Winkel (θ) zur Längsachse der Kernplatte (4) angeordnet sind.
  2. 2. Snowboard nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verstärkungsplatte (16) aus Holz besteht.
  3. 3. Snowboard nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verstärkungsplatte (16) aus faserverstärktem Material besteht.
  4. 4. Snowboard nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Winkel (θ) der langen Fasern zur Längsachse der Kernplatte (4) zwischen 30° und 45° liegt.
  5. 5. Snowboard nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zusätzlich zu den beiden Kunstharzlagen (6b, 6c) noch eine weitere Kunstharzlage (6a) vorgesehen ist, deren lange Fasern parallel zur Längsachse der Kernplatte (4) ausgerichtet sind.
  6. 6. Snowboard nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die langen Fasern aus Glas, Kohlenstoff oder Polyamidharz bestehen.






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