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Dokumentenidentifikation DE19625334A1 15.01.1998
Titel Luftpolsterhufbeschlag
Anmelder Schwab, Martin, 97280 Remlingen, DE
Erfinder Schwab, Martin, 97280 Remlingen, DE
DE-Anmeldedatum 25.06.1996
DE-Aktenzeichen 19625334
Offenlegungstag 15.01.1998
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.01.1998
IPC-Hauptklasse A01L 5/00
IPC-Nebenklasse A01L 7/02   

Beschreibung[de]

Luftpolsterbeschlag um Hufe elastisch zu beschlagen.

Es ist seit rund 1500 Jahren bekannt, Hufe mit Eisen zu beschlagen und in letzter Zeit auch mit Kunststoffen oder Gummi- oder Kunststoffummanteltem Eisen oder Aluminium (Zeitschrift "Der Huf" Jahrgang Dez. 1995, Heft Nr. 57, Seiten 42-46).

Zur Befestigung am Huf ist außer Nageln auch das Ankleben mit seitlichen Laschen bekannt (DE 38 32 705 C2).

Es ist auch bekannt, die ganze Hufunterseite mit elastischer Sohle abzudecken und den Hufhohlraum mit Werk-Silikon und ähnlichen elastischen Materialien und Hohlraum-polsternden Sohlen auszufüllen, was allerdings mehr den Hufhohlraum und nur sehr gering den eigentlichen Huftragerand elastisch unterstützt.

Das der Erfindung zugrunde liegende Problem ist, den Huftragerand so stark zu polstern, daß die Elastizität einem weichen Wiesenboden, auf dem ein Pferd bekanntlich am natürlichsten läuft, auch auf härteren Böden gleich kommt. Zusätzlich kann dieser Beschlag Bodenunebenheiten ausgleichen. Die Griffigkeit des Beschlags kann jederzeit und auch ohne Hufschmied geändert werden.

Hufe beschlagen darf nur ein ausgebildeter und staatlich geprüfter Hufschmied. Mit speziellen Formen versehene oder ummantelte Hufeisen können, da manchmal nur bedingt erwärm-, schmied- und biegbar auch vom Fachmann meist nur ungenau der Hutform angepaßt werden. Ist der Schmied dabei an die im Hufeisen vorgegebenen Nagellöcher gebunden, können die Nägel in nicht hufverträgliche Zonen geraten.

Dieses Problem wird durch die im Patentanspruch 5 aufgeführten Merkmale, durch in der Tiefe abwechselnd versetzte Nagellöcher gelöst, wodurch dem Schmied Auswahlmöglichkeit gegeben ist.

Desweiteren besteht die Erfindung darin, daß das Hufeisen auf einem druckgefüllten Laufreifen steht.

Das Hufeisen hat am Innenrand bodenseits eine hakenförmige Umbördelung zur Befestigung des Laufreifens. Der Laufreifen hat am Innenrand Hufseits einen Metallbügel, dessen Enden mit Haken und/oder Gewinde versehen sind. Dieser Metallbügel hängt in der hakenförmigen Umbördelung des Hufeisens und ist an den Hufeisenenden, je nach Ausführung, eingehakt oder verschraubt.

Der Laufreifen hat Bodenseits eine Verschleißfläche, ein Profil, das unterschiedlichsten Musters sein kann, als auch unterschiedliche Verschleißfestigkeiten haben kann und in verschiedenen Ausführungen zur Verfügung steht.

Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, daß gegenüber der bisherigen Möglichkeiten für den Huftragerand eine enorme Vergrößerung der Elastizität des Beschlages erzielt wird, wobei einem Pferd beim Auffußen, in der Stützbeinphase und beim Abfußen, auch Abrollen genannt, auch auf hartem Boden, Laufeigenschaften zugute kommen, die mit idealem Geläuf (Weide, Sand, etc.) zu vergleichen sind. Das Pferd hat praktisch seinen idealen Boden unter den Hufen immer dabei.

Hochfrequente Schwingungen, die sich beim Auffußen, vor allem beim reinen Eisenbeschlag ergeben, werden weitgehend vermieden. Je nach momentanem Gebrauchszweck eines Pferdes und den Bodenverhältnissen, kann der Reiter, Fahrer, Schmied oder Tierarzt, auch aus orthopädischen Gesichtspunkten, aus verschiedenen Laufreifenprofilen, Profilhärten und Laufreifenluftdrücken auswählen und selbst jederzeit auswechseln, ohne daß das Hufeisen vom Huf abgenommen werden muß.

Da sich das Hufeisen 2 nicht abläuft, darf es dünner und dadurch sehr leicht sein, gegenüber einem herkömmlichen Eisenbeschlag. Das Hufeisen 2 kann auch besonders leicht aus Aluminium, stabilem Kunststoffe Glasfaser- oder Kohlefaserverstärktem Kunststoff hergestellt sein. Auch der Laufreifen 3 hat durch wenig Materialvolumen nicht viel Gewicht, was für ein Pferd naturlicher ist. Sollte demgegenüber viel Gewicht benötigt werden, z. B. bei töltenden Pferden, können flüssigkeits- oder Silikongefüllte Laufreifen hergestellt werden.

Durch Überstehen des Laufreifens über das gesamte Hufeisen, d. h. der Laufreifen ist im Umfang und Durchmesser etwas größer als sein dazugehörendes Hufeisen, an dem er befestigt ist, werden das Hufeisenabtreten, sowie Verletzungen durch Ballen- und Kronentritte weitgehend vermieden.

Einige Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und werden im folgenden näher beschrieben.

Es zeigen

Fig. 1 eine Seitenansicht eines Hufes mit Luftpolsterbeschlag in genagelter Ausführung

Fig. 2 einen Schnitt nach Linie A-B in Fig. 1

Fig. 3 eine Untersicht gemäß Fig. 1 und Fig. 2 auf einen Luftpolster-Laufreifen mit integriertem Stahlbügel mit Gewindeendungen

Fig. 4 eine Draufsicht ohne Huf auf einen Luftpolsterhufbeschlag, also dem speziellen Hufeisen und dem darunter befestigten Laufreifen gemäß Fig. 3

Fig. 5 eine Darstellung einer Variante der Stahlbügelbefestigung am Hufeisen.

Fig. 6 einen Schnitt nach Linie A-B in Fig. 1, ohne Nägel, jedoch in einer an den Huf geklebten Ausführung.

Fig. 1 zeigt einen erfindungsgemäß beschlagenen Huf 1 der auf einem der Erfindung entsprechendem Hufeisen 2 steht.

Unter diesem Hufeisen 2 befindet sich der mit Druck gefüllte Luftpolster-Laufreifen 3.

Der Huf 1 ist zurechtgeschnitten wie für einen herkömmlichen Beschlag. Ein erfindungsgemäßes und der nötigen Größe entsprechendes Hufeisen 2 ist, bis ausreichend zur Hufform passend geschmiedet und/oder zurechtgebogen und unter den Huf 1 genagelt. Der unter dem Hufeisen 2 befindliche Laufreifen 3 ist wie Fig. 2 zeigt, mit dem Stahlbügel 4 in die hakenförmige Umbördelung 5 des Hufeisens 2 eingehängt.

Auf die in Fig. 3 gezeigten Stahlbügelgewindeendungen 6 werden wie in Fig. 4 Muttern 7 gesetzt und angeschraubt, bis der Stahlbügel mit dem daran verbundenen Laufreifen genügend am Hufeisen festhält.

Fig. 4 zeigt auch die abwechselnd versetzten Nagellöcher 8.

Eine andere Variante der Stahlbügelbefestigung zeigt Fig. 5. Hier ist ein Ende 9 zum Einhaken gebogen und das andere Ende um 90 Grad gebogen und verschraubt 10. Die Befestigung des Luftpolsterbeschlags am Huf kann, wie Fig. 2 zeigt, genagelt 11 und zusätzlich geklebt oder wie Fig. 6 zeigt, nur geklebt sein. Bei Fig. 6 ist die Lasche 12 unter dem Eisen angesetzt und die Lasche 13 aufgesetzt. Abgesehen von den verschiedenen vorteilhaften Ausführungsvarianten des Luftpolsterbeschlages ist dem Erfinder die enorme Elastizität des Luftpolsters das Wichtigste.


Anspruch[de]
  1. 1. Luftpolsterhufbeschlag um Hufe elastisch zu beschlagen, dadurch gekennzeichnet, daß der Luftpolsterbeschlag aus einem Hufeisen, das auch aus anderen, festen Werkstoffen bestehen kann, und einem jederzeit auswechselbaren Laufreifen besteht.
  2. 2. Luftpolsterhufbeschlag nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Laufreifen mit Luft oder Stickstoff oder anderen Inhalten druckgefüllt ist und auch in mehrere Kammern unterteilt sein kann, wobei wenigstens eine der Kammern druckgefüllt ist; Dauerdruck gefüllt oder mit Ventil.
  3. 3. Luftpolsterhufbeschlag nach Patentanspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß im Laufreifen ein hufeisenförmiger Metallbügel eingearbeitet ist, dessen Enden mit Haken oder Verschraubungen verschiedener Art zum Befestigen am Hufeisen versehen ist.
  4. 4. Luftpolsterbeschlag nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Hufeisen eine hakenförmige Umbördelung zur Befestigung des auswechselbaren Laufreifens aufweist.
  5. 5. Luftpolsterhufbeschlag nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die im Hufeisen befindlichen Nagellöcher vom äußeren Hufeisenrand aus in der Tiefe abwechselnd versetzt sind.
  6. 6. Luftpolsterhufbeschlag, nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Laufreifen drucklos mit Dauerelastischem Material z. B. Silikon, gefüllt sein kann.
  7. 7. Luftpolsterhufbeschlag, nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Laufreifen nicht nur "U-förmig" sondern auch "O-förmig", also der Form eines "Ringeisens" entsprechen kann.
  8. 8. Luftpolsterhufbeschlag, nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Profil des Laufreifens mit Metallen oder anderen harten Werkstoffen bestückt sein kann (Spikes).






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