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Dokumentenidentifikation DE19626691A1 15.01.1998
Titel Verfahren zur Herstellung einer photochromen Schicht
Anmelder VEGLA Vereinigte Glaswerke GmbH, 52066 Aachen, DE
Erfinder Weidlich, Jürgen, 06766 Wolfen, DE;
Dieckmann, Udo, Dr., 06844 Dessau, DE;
Otto, Volker, Dr., 06766 Wolfen, DE
DE-Anmeldedatum 03.07.1996
DE-Aktenzeichen 19626691
Offenlegungstag 15.01.1998
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.01.1998
IPC-Hauptklasse G02B 5/23
IPC-Nebenklasse B32B 15/06   
Zusammenfassung Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung einer photochromen Schicht aus einer lichtdurchlässigen Matrix aus einem Polymer mit darin dispergierten Silberhalogeniden und einem Oxidationsmittel mit mehreren Oxidationsstufen, wobei die Schicht unter Verwendung einer die Reaktionspartner enthaltenden photochromen Emulsion gebildet wird. Zur Herstellung der photochromen Emulsion wird zunächst ein Silbersol mit einer mittleren Teilchengröße des Silbers von kleiner als 500 nm hergestellt. Dieses Silbersol wird mit einem geeigneten Oxidationsmittel in Gegenwart eines Halogenids umgesetzt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer photochromen Schicht aus einer lichtdurchlässigen Matrix aus einem Polymer mit darin dispergierten Silberhalogeniden und wenigstens einem in der reduzierten Form vorliegenden geeigneten Oxidationsmittel, bei dem eine die Reaktionspartner enthaltende Emulsion hergestellt und zu einer Schicht verarbeitet wird.

Verfahren dieser Art sind beispielsweise aus den Dokumenten DE 27 07 602 A1 und WO 91/16644 bekannt. Bei diesen bekannten Verfahren wird bei der Herstellung der photochromen Emulsion grundsätzlich so vorgegangen, daß die Silberhalogenide durch die Umsetzung von gelösten Silbersalzen mit gelösten Halogeniden hergestellt werden, und zwar in Gegenwart von polymeren Bindemitteln. Die polymeren Bindemittel müssen so ausgewählt sein, daß sie die Halogene nicht irreversibel binden. Dabei ist es auch bekannt, die Silberhalogenidkristalle mit Kupferionen zu dotieren, und zwar sowohl im Volumen als auch an der Oberfläche. Ferner ist es bekannt, zur Verbesserung des photochromen Effektes der Emulsion weitere Metallsalze zuzusetzen, beispielsweise Salze von Kobalt, Chrom, Mangan, Magnesium oder Seltenen Erden.

Während bei den bekannten photochromen Gläsern, bei denen die Silberhalogenide in der Glasmatrix dispergiert sind, offenbar jedes Silberhalogenidzentrum unabhängig von den anderen seine photochromen Eigenschaften aufweist, scheint das bei einer Polymermatrix nicht der Fall zu sein. Die bekannten photochromen Polymerschichten jedenfalls neigen dazu, im Laufe der Zeit nicht mehr vollständig reversibel zu reagieren und Streuzentren zu bilden, so daß die Schichten eine zunehmende Trübung aufweisen. Um das Verhalten solcher Schichten zu verbessern, wird in den Dokumenten DE 27 07 602 A1 und WO 91/16644 vorgeschlagen, die Polymermatrix mit einer bestimmten elektrischen Mindestleitfähigkeit zu versehen, indem der Emulsion beispielsweise Säuren, Ammoniumsalze oder Glycerin zugesetzt werden.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung einer photochromen Polymerschicht zu entwickeln, die als solche auch über lange Zeiträume eine minimale Trübung und eine vollständige Reversibilität der photochromen Reaktion aufweist. Die Schichten sollen ferner bei möglichst niedrigem Silberanteil unter Lichteinwirkung einen hohen Verdunklungsgrad, und im aufgehellten Zustand eine hohe Transparenz aufweisen. Außerdem sollen die Schichten die gewünschten Eigenschaften auch bei erhöhten Temperaturen voll beibehalten.

Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß zur Herstellung der photochromen Emulsion ein Silbersol mit einer mittleren Teilchengröße des Silbers von < 500 nm hergestellt und mit einem geeigneten Oxidationsmittel in Gegenwart wenigstens eines Halogenids oder Pseudohalogenids umgesetzt wird.

Als Halogenidionen können Chlorid-, Bromid- und Iodidionen einzeln oder in Mischungen eingesetzt werden. Dabei sind grundsätzlich alle Kombinationen möglich. Als Pseudohalogenidionen werden vorrangig Thiozyanationen in Kombination mit Chlorid- und Bromidionen eingesetzt.

Die Umsetzung des Silbersols mit dem Oxidationsmittel wird vorzugsweise in der Größenordnung der stöchiometrischen Konzentrationsverhältnisse vorgenommen.

Durch das erfindungsgemäße Verfahren wird erreicht, daß bei der Einwirkung der Lichtstrahlung die maximal mögliche Silbermenge erzeugt wird, so daß die erreichbare Verdunkelung maximal ist. Als Reaktionsprodukte bei der Einwirkung der Lichtstrahlung auf die Silberhalogenidkristalle werden nur Silbercluster und die oxidierte Form des Metallsalzes gebildet. Auf diese Weise entsteht kein freies Halogen, so daß es nicht erforderlich ist, daß die Silberhalogenidkristalle mit einer halogenundurchlässigen Schicht überzogen sind, wie es beim Stand der Technik der Fall ist. Außerdem ist es bei dem erfindungsgemäßen Verfahren nicht notwendig, nur solche Bindemittel einzusetzen, die Halogene nur reversibel binden.

In zweckmäßiger Weiterbildung der Erfindung werden die Bedingungen bei der Umsetzung des Silbersols mit dem Oxidationsmittel so gewählt, daß die sich bildenden Silberhalogenide möglichst klein bleiben, um eine maximale Abdunklung und geringste Lichtstreuung zu erreichen. Vorzugsweise werden die Reaktionsbedingungen, wie Temperatur, Rührgeschwindigkeit, Dosiergeschwindigkeit usw. so gewählt, daß die sich bildenden Silberhalogenide eine mittlere Teilchengröße von etwa 300 nm nicht überschreiten.

Das Redoxpotential des Oxidationsmittels ist vorzugsweise so einzustellen, daß die Lage des Gleichgewichts bei Abwesenheit der Lichtstrahlung vollständig auf der Seite der Silberionen und der reduzierten Form des Oxidationsmittels liegt, und bei maximaler Einwirkung der Lichtstrahlung vollständig auf die Seite des Silbers und des Oxidationsmittels verlagert wird.

Die Herstellung geeigneter Silbersole kann auf verschiedene Weise nach bekannten Verfahren erfolgen. So läßt sich beispielsweise durch Gleichstromzerstäubung von Silberdraht im reinen Wasser ein Silbersol herstellen, dessen Teilchengröße von der angelegten Spannung abhängt. Aber auch durch kontinuierliche Hochfrequenzentladungen, sowie durch Elektrolyse einer 10-4 n NaOH-Lösung in Gegenwart von Gummiarabikum zwischen zwei Silberelektroden sind geeignete Silbersole herstellbar. Andererseits kann auch eine Ag&sub2;O-Suspension im Wasser durch Erhitzen in ein Silbersol überführt werden. Weitere Möglichkeiten zur Herstellung von Silbersolen bestehen in der Reduktion von löslichen Silbersalzen durch geeignete Reduktionsmittel, wie Wasserstoffgas, Hydrazinverbindungen, Phosphin, unterphosphorige Säure, Natriumdithionit, Natriumsulfit, Hydrochinon, Formaldehyd und andere Aldehyde, Formamidinsulfinsäure, Ascorbinsäure, Eisencitrat und -tatrat und alkalische Lösungen mit Dextrin, Stärke oder/und Gelatine.

Bei allen Herstellungsverfahren der Silbersole können zu ihrer Stabilisierung polymere Schutzkolloide wie Gelatine, Polyvinylpyrrolidon, Polyvinylalkohol, Gummiarabikum, Stärke, Agar-Agar etc. anwesend sein. So hergestellte Silbersole können, falls erforderlich, von den überschüssigen Anionen und Kationen durch Behandeln mit Ionenaustauschern befreit werden. Wenn die Sole gelierungsfähige Bindemittel enthalten, kann das auch durch Behandlung mit fließendem, kaltem Wasser erfolgen.

Andererseits besteht die Möglichkeit, die Sole zu flocken und die überschüssige Lösung durch Zentrifugieren oder Dekantieren abzutrennen und danach das Silbersol durch Suspendieren des Silberniederschlages in der gewünschten Lösung wieder herzustellen. Dadurch ist es nicht nur möglich, die Konzentration des Sols an Silber unabhängig vom Herstellungsprozeß einzustellen, sondern auch, falls erforderlich, ein anderes polymeres Bindemittel oder Bindemittelgemisch einzuführen.

Die Entfernung der überschüssigen und störenden Ionen und Reaktionsprodukte kann in besonders wirkungsvoller Weise durch Anwendung der Ultrafiltration erfolgen. Durch den Einsatz eines Filters mit geeigneter Molekulargewichtstrenngrenze kann dabei auch eine gezielte Abtrennung bestimmter Produkte erfolgen. Gleichzeitig besteht auch hier, wie bei dem Flock- und Sedimentationsprozeß, die Möglichkeit, die gewünschte Silberkonzentration einzustellen, ohne das gebildete Sol im ersten Schritt zu zerstören.

Als Oxidationsmittel für das Silbersol werden Schwermetallionen eingesetzt, die in verschiedenen Oxidationsstufen vorkommen, so daß die höhere Oxidationsstufe das Silber im Sol bei der Abwesenheit einer elektromagnetischen Strahlung geeigneter Wellenlänge oxidiert. Die dabei gebildete niedere Oxidationsstufe der Schwermetallionen reduziert bei der Einwirkung der Lichtstrahlung die Silberionen wieder zu Silber und wird dabei wieder in die höhere Oxidationsstufe überführt. Geeignete Schwermetalle dafür sind z. B. Eisen, Kobalt, Mangan, Chrom, Vanadium, Titan, Kupfer, Cer, Terbium, Europium und Ytterbium.

Damit für den reversiblen photochromen Prozeß das richtige Redoxpotential zwischen zwei Oxidationsstufen der Schwermetallionen erreicht wird, können die Schwermetallionen komplex gebunden sein. Geeignete Komplexbildner sind z. B. Fluorid, Chlorid, Bromid, Iodid, Cyanid, Cyanat, Thiocyanat, Selenocyanat, Derivate der Essigsäure, wie Aminoessigsäure, Nitrilotrieessigsäure und Phthalocyanin oder auch Oxogruppen.

Wenn bei den Redoxprozessen das Redoxpotential von der Wasserstoffkonzentration abhängt, kann auch der pH-Wert der polymeren Schicht auf das notwendige Maß eingestellt werden.

Die Polymermatrix kann beispielsweise aus Polyvinylalkohol, Polyacrylsäuren, Polymethacrylsäuren oder Mischungen solcher Polymere bestehen. Den Schichten können zur Erzielung definierter physikalisch-mechanischer Eigenschaften weitere Substanzen in den verschiedenen Stufen der Herstellung zugesetzt werden, z. B. Silane, bei deren Hydrolyse vernetzte SiO&sub2;-Strukturen entstehen, die dann die polymeren Bindemittel in ihren Eigenschaften modifizieren.

Wenn nötig, können geeignete anionische oder kationische oder nichtionische Netzmittel zugesetzt werden, um trübungsfreie Schichten zu erhalten oder/und die Benetzung mit anderen Substanzen zu verbessern.

Um den Ablauf des ionischen Teils der photochromen Reaktion zu gewährleisten, ist eine Mindestionenbeweglichkeit in der polymeren Schicht erforderlich. Das wird dadurch erreicht, daß durch bestimmte Zusätze eine gewisse Restfeuchte in der Schicht aufrechterhalten wird. Solche Zusätze sind z. B. Glycerin, Polyethylenglykole und Mineralsäuren wie Phosphor- und Schwefelsäure, besonders deren alkylsubstituierte Derivate mit Alkylkettenlängen von 1-5 Kohlenstoffatomen.

Nachfolgend werden einige Ausführungsbeispiele für die Herstellung photochromer Schichten nach dem erfindungsgemäßen Verfahren näher beschrieben.

Beispiel 1

Zur Herstellung eines geeigneten Silbersols wird wie folgt vorgegangen:

Es werden folgende Lösungen hergestellt:

Lösung 1:

100 g Dextrin auf

400 ml mit dest. Wasser aufgefüllt

Lösung 2:

6000 ml dest. Wasser

Lösung 3:

150 g NaOH auf

700 ml mit dest. Wasser aufgefüllt

Lösung 4:

100 g AgNO&sub3; auf

160 ml mit dest. Wasser aufgefüllt

Lösung 5:

30 g Na&sub2;HPO&sub4; auf

200 ml mit dest. Wasser aufgefüllt

Lösung 6:

3 ml NH&sub3; 25% auf

1070 ml mit dest. Wasser aufgefüllt

Lösung 7:

100 g Polyvinylalkohol

50 ml Natriumdioctylsulfosukzinat 3% auf

700 ml mit dest. Wasser aufgefüllt

Lösung 8:

4,4 g H&sub2;SO&sub4; 98% auf

70 ml mit dest. Wasser aufgefüllt.

Alle Feststoffe werden unter gutem Rühren aufgelöst. Die Lösung 1 wird bei 40°C innerhalb von 2 min unter Rühren (Propellerrührer 200 U/min) in die Lösung 2 gegeben. In diese Lösung wird nach einer Pause von 10 min die Lösung 3 bei einer Rührerdrehzahl von 350 U/min mit einer Dosiergeschwindigkeit von 75 ml/min dosiert, und anschließend bei der selben Rührgeschwindigkeit mit 10 ml/min die Lösung 4. Das Reaktionsgemisch wird auf 25°C abgekühlt und die Lösung 5 eingegossen. Danach wird noch 15 min mit 150 U/min gerührt. Das Produkt wird in einer Vollmantelzentrifuge bei 1000 U/min zentrifugiert, die überstehende Lösung verworfen und das Zentrifugat bei einer Rührerdrehzahl von 250 U/min in die Lösung 6 eingebracht. Nach einer Rührzeit von 20 min wird die Lösung 7 bei 100 U/min innerhalb von 15 min zudosiert. Es wird noch 3 min gerührt und anschließend die Lösung 8 innerhalb von 4 min dosiert. Das Reaktionsprodukt wird abschließend 30 min gerührt. Man erhält auf diese Weise ein schwarzes Silbersol mit einem Silbergehalt von 0,294 Mol/l (92% Silberausbeute). Die Silberpartikel haben einen mittleren Durchmesser (elektronenmikroskopisch bestimmt) von 250 nm.

Zur Herstellung der das Oxidationsmittel enthaltenden Lösung werden folgende Lösungen angesetzt:



Die Gelatine wird mit dem kalten Wasser (+5°C) 2 h gequollen. Danach wird auf 50°C unter gutem Rühren (Propellerrührer 250 U/min) aufgeheizt und nach dem Erreichen der Temperatur noch 30 min gerührt. Bei dieser Temperatur wird die Lösung 2 mit 1 ml/min hinzugegeben und anschließend noch 60 min mit 300 U/min gerührt. Danach wird die Lösung auf 25°C abgekühlt und die Lösungen 3-6 in der angegebenen Reihenfolge mit 10 ml/min hinzudosiert. Zwischen jeder Dosierung ist eine Pause von 10 min. Nach dem Abschluß der Dosierung wird auf 40°C aufgeheizt und noch 60 min gerührt.

Um aus dem Silbersol und der Oxidationsmittellösung die photochrome Schicht herzustellen, werden 14 ml der Oxidationsmittellösung in 8,5 ml gut gerührtes destilliertes Wasser von 35°C innerhalb von 10 min gegeben. Nach weiteren 5 min Rühren werden 7,5 ml Silbersol mit einer Dosierungsgeschwindigkeit von 1 ml/min zugegeben. Anschließend wird die gebildete Emulsion noch 300 min lang gerührt. Die fertige photochrome Lösung wird sodann auf Glasplatten aufgegossen, wo sie erstarrt und getrocknet wird. Der Silberauftrag beträgt 0,7 g/m².

An der so beschichteten Glasplatte werden die Lichttransmission vor und nach der Belichtung, sowie das Streulichtverhalten gemessen. Die Messung der Transmission erfolgte als Status-A-Messung nach DIN 4512 Teil 9 am X-Rite 310 bei drei festgelegten Wellenlängen b (blau), g (grün) und r (rot). Die Belichtung der Probe erfolgte im Suntest CPS mit 700 Watt Tageslichtverteilung. Die Messungen wurden vor der Belichtung der Probe, nach einer Belichtungszeit von 20 min und nach einem Zeitraum von 20 min nach dem Belichten jeweils bei Raumtemperatur ausgeführt.

Das Streulichtverhalten wurde vor dem Belichten mit einem Hazemeter (haze-gard plus) nach AST M D 1003 und 1044 ermittelt, ebenfalls bei Raumtemperatur.

Die Messungen ergaben folgende Werte:



Nach 2000 Zyklen Verdunkeln-Aufhellen wurden die Messungen wiederholt. Die Meßwerte waren im wesentlichen unverändert.

Beispiel 2

Es wird ein Silbersol aus folgenden Lösungen hergestellt:

Lösung 1:

150 g Dextrin auf

500 ml mit dest. Wasser aufgefüllt

Lösung 2:

80 g NaOH auf

500 ml mit dest. Wasser aufgefüllt

Lösung 3:

45 g Gelatine auf

500 ml mit dest. Wasser aufgefüllt

Lösung 4:

100 g AgNO&sub3; auf

1500 ml mit dest. Wasser aufgefüllt

Lösung 5:

96 ml Essigsäure 50%.

Unter Rühren mit einem Propellerrührer mit 250 U/min wird Lösung 2 mit 35 ml/min bei einer Temperatur von 45°C in die Lösung 1 dosiert. Nach dem Dosierende wird noch 10 min weitergerührt. Anschließend wird bei der gleichen Drehzahl Lösung 3 innerhalb von 1 min zugesetzt und 30 min gerührt, Danach wird die Temperatur auf 35°C herabgesetzt und unter intensiverem Rühren (350 U/min) Lösung 4 mit 15 ml/min dosiert. Nach dem Dosierende wird 20 min weitergerührt und Lösung 5 innerhalb von 2 min zugegeben. Nach einer weiteren Rührzeit von 60 min bei einer Drehzahl von 200 U/min wird das Produkt durch Ultrafiltration mittels eines Filters mit einer minimalen Molekulargewichtstrenngrenze von 100 000 von überschüssigen Salzen und Reaktionsprodukten gereinigt. Die Konzentration an Silber wird im Sol konstant gehalten, indem das Filtrat jeweils kontinuierlich durch destilliertes Wasser ersetzt wird, bis die Leitfähigkeit des Silbersols den Wert von 1000 µS (gemessen bei 40°C) erreicht hat. Es wird ein gelbes Silbersol erhalten. Der Silbergehalt beträgt bei einer Ausbeute von 90% 0,171 Mol/l. Elektronenmikroskopisch wurde der mittlere Durchmesser der Silberpartikel mit 20 nm bestimmt.

Als Oxidationsmittellösung wird wiederum die in Beispiel 1 beschriebene Lösung verwendet.

Zur Herstellung der photochromen Schicht aus dem Silbersol und der Oxidationsmittellösung werden 14 ml der Oxidationsmittellösung in 3,0 ml destilliertes gut gerührtes Wasser von 35°C innerhalb von 10 min gegeben. Nach weiteren 5 min Rühren werden 13,1 ml des Silbersols mit einer Dosiergeschwindigkeit von 1 ml/min zugegeben. Die weitere Behandlung der Lösung und die Herstellung der photochromen Schicht erfolgen wie im Beispiel beschrieben.

Die an den Proben durchgeführten Tests entsprechen ebenfalls den im Beispiel 1 beschriebenen Tests. Sie führen zu folgenden Meßergebnissen:



Die Wiederholung der Messungen nach 2000 Zyklen Verdunkeln-Aufhellen ergab keine wesentliche Veränderung der Meßergebnisse.

Beispiel 3

Es wird ein Silbersol aus folgenden Lösungen hergestellt:

Lösung 1:

100 g Polyvinylpyrrolidon K 25

36 ml Natriumdioctylsulfosukzinat 3% auf

700 ml mit dest. Wasser aufgefüllt

Lösung 2:

10 g Gelatine auf

100 ml mit dest. Wasser aufgefüllt

Lösung 3:

100 g AgNO&sub3; auf

300 ml mit dest. Wasser aufgefüllt

Lösung 4:

8 g Na&sub2;SO&sub3;

4,7 g Hydrochinon auf

50 ml mit dest. Wasser aufgefüllt.

Unter gutem Rühren mit einem Propellerrührer mit 200 U/min wird bei 40°C die Lösung 2 mit einer Geschwindigkeit von 20 ml/min in die Lösung 1 dosiert und nach einer weiteren Rührzeit von 10 min werden 80% der Lösung 3 innerhalb von 1 min zugegeben. Die Temperatur wird auf 30°C abgesenkt und nach einer Rührzeit von 30 min bei einer Drehzahl von 300 U/min Lösung 4 mit einer Geschwindigkeit von 5 ml/min dosiert. Zum Abschluß der Reaktion wird noch 120 min gerührt. Es wird ein orangerotes Silbersol erhalten. Die Silberausbeute beträgt 99%. Der mittlere Durchmesser der Silberpartikel wurde elektronenmikroskopisch mit 32 nm bestimmt.

Zur Herstellung des Oxidationsmittels werden folgende Lösungen angesetzt:



Die Gelatine wird mit kaltem Wasser (+5°C) 2 h gequollen. Danach wird auf 65°C mit einer Aufheizgeschwindigkeit von 1°/min erwärmt und 45 min bei dieser Temperatur gerührt (Propellerrührer 250 U/min). Danach wird die Lösung 2 mit 0,1 ml/min zugegeben und nach dem Dosierende noch 120 min gerührt. Anschließend wird innerhalb von 25 min auf 40°C abgekühlt und Lösung 3 mit 5 ml/min und nach einer Pause von 10 min Lösung 4 mit 0,6 ml/min dosiert. Zum Abschluß wird das Oxidationsmittel noch 150 min gerührt.

Zur Herstellung der photochromen Schicht aus dem Silbersol und der Oxidationsmittellösung werden in 12,1 ml gut gerührtes destilliertes Wasser von 35°C 17,1 ml der Oxidationsmittellösung innerhalb von 10 min gegeben. Nach weiteren 5 min Rühren werden 0,9 ml des Silbersols mit einer Dosiergeschwindigkeit von 1 ml/min zugegeben. Die weitere Behandlung der Lösung und die Herstellung der photochromen Schicht erfolgen auf dieselbe Weise wie beim Beispiel 1.

An den so hergestellten Proben wurden die gleichen Messungen durchgeführt, wie sie in Beispiel 1 beschrieben wurden. Die Messungen führten zu folgenden Ergebnissen:



Die Wiederholung der Messungen nach 2000 Zyklen Verdunkeln-Aufhellen ergab keine wesentliche Veränderung der Meßwerte.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur Herstellung einer photochromen Schicht aus einer lichtdurchlässigen Matrix aus einem Polymer mit darin dispergierten Silberhalogeniden und wenigstens einem in der reduzierten Form vorliegenden geeigneten Oxidationsmittel, bei dem eine die Reaktionspartner enthaltende Emulsion hergestellt und zu einer Schicht verarbeitet wird, dadurch gekennzeichnet, daß zur Herstellung der photochromen Emulsion ein Silbersol mit einer mittleren Teilchengröße des Silbers von < 500 nm hergestellt und mit dem Oxidationsmittel in Gegenwart wenigstens eines Hologenids oder Pseudohologenids umgesetzt wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein Silbersol mit einer mittleren Teilchengröße des Silbers von 20 bis 250 nm verwendet wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Silbersol durch Reduktion von löslichen Silbersalzen mit geeigneten Reduktionsmitteln wie Wasserstoff, Hydrazinverbindungen, Phosphin, unterphosphorige Säure, Natriumdithionit, Natriumsulfit, Hydrochinon, Formaldehyd, Formamidinsulfinsäure, Ascorbinsäure, Eisencitrat, Eisentatrat und alkalischen Lösungen mit Dextrin, Stärke und/oder Gelatine hergestellt wird.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß aus den hergestellten Silbersolen die überschüssigen Reaktionsprodukte entfernt werden.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß aus rein wäßrigen Solen die überschüssigen Anionen und Kationen durch Behandeln mit Ionenaustauschern entfernt werden.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Sol geflockt und die überschüssige Lösung durch Zentrifugieren oder Dekantieren abgetrennt wird und anschließend durch Suspensieren des Silberniederschlags das Silbersol wieder hergestellt wird.
  7. 7. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Entfernung der überschüssigen und störenden Ionen und Reaktionsprodukte durch Anwendung der Ultrafiltration erfolgt.
  8. 8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß bei der Herstellung des Silbersols zu dessen Stabilisierung polymere Schutzkolloide wie Gelatine, Polyvinylpyrrolidon, Polyvinylalkohol, Gummiarabicum, Stärke, Agar-Agar oder dergleichen zugesetzt werden.
  9. 9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Umsetzung des Silbersols mit dem Oxidationsmittel in jeweiligen Konzentrationen durchgeführt wird, die in der Größenordnung der stöchiometrischen Konzentrationsverhältnisse liegen.
  10. 10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Reaktionsbedingungen bei der Umsetzung des Silbersols mit der oxidierten Form des Reduktionsmittels, insbesondere die Temperatur, die Rührgeschwindigkeit und die Dosierungsgeschwindigkeit, so gewählt werden, daß die sich bildenden Silberhalogenide eine mittlere Teilchengröße von kleiner als 300 nm aufweisen.
  11. 11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß als Oxidationsmittel Schwermetallionen eingesetzt werden, die unterschiedliche Oxidationsstufen bilden, wie Ionen von Eisen, Kobalt, Mangan, Chrom, Vanadium, Titan, Kupfer, Cer, Terbium, Europium und Ytterbium.
  12. 12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß Schwermetallionen eingesetzt werden, die zur Einstellung des richtigen Redoxpotentials komplex gebunden sind.
  13. 13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß komplex gebundene Schwermetallionen eingesetzt werden, bei denen als Komplexbildner Halogenide, Pseudohalogenide, Aminoessigsäure, Nitrilotriessigsäue, Ethylendiaminotetraessigsäure, Zitronensäure, Salyzylsäure, Phenantrolin, Porphyrin, Phalozyanin oder Oxogruppen dienen.
  14. 14. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß das Redoxpotential der photochromen Emulsion mit Hilfe der Wasserstoffionenkonzentration eingestellt wird.
  15. 15. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß als Polymere für die lichtdurchlässige Matrix Gelatine, Polyvinylalkohol, Polyvinylpyrrolidon, Polyacrylsäure, Polymethacrylsäure, Polyalkylamin, Zelluloseacetat, Agar-Agar, Gummiarabicum und deren Mischungen verwendet werden.






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