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Dokumentenidentifikation DE69314254T2 29.01.1998
EP-Veröffentlichungsnummer 0580994
Titel Aus dehnbarem, bioabsorbierbarem Kunststoff hergestellte Klammer mit verknoteter Konfiguration sowie Verfahren und Gerät zu deren Verformung
Anmelder American Cyanamid Co., Madison, N.J., US
Erfinder Conners, John A., Fairfield, Connecticut 06430, US
Vertreter Wächtershäuser, G., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat., Pat.-Anw., 80331 München
DE-Aktenzeichen 69314254
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, DK, ES, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, NL, PT, SE
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 07.06.1993
EP-Aktenzeichen 931090898
EP-Offenlegungsdatum 02.02.1994
EP date of grant 01.10.1997
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.01.1998
IPC-Hauptklasse A61B 17/064
IPC-Nebenklasse A61B 17/068   

Beschreibung[de]
Gebiet der Erfindung

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Operationsklammer gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1, wie aus GB-A- 2293903 bekannt, und ein Verfahren und einen Amboß dafür.

Beschreibung des Standes der Technik

In der Vergangenheit ist das Nähen einer Operations- oder anderen Wunde in Organen und Gewebe von Hand vorgenommen worden. Herkömmliche Nähverfahren von Hand erfordern ein hohes Maß an chirurgischem Geschick. Von Chirurg zu Chirurg kann jedoch das fachmännische Können in solchen Techniken sehr verschieden sein, wodurch sich eine sehr verschiedene Qualität in der Ausführung der abschließenden Schritte eines operativen Eingriffs ergibt. Außerdem benotigen selbst sehr geübte Chirurgen eine beträchtliche Zeit, um sogar relativ kleine Wunden zu nähen. Daher ist es möglich, daß während des Nähvorgangs eine unerwünschte Menge Blut verloren werden kann.

Demgemäß bestand in den letzten Jahren eine zunehmende Tendenz, Operationsklammern zu verwenden, um nach einem medizinischen Eingriff Körperorgane und Gewebe zu nähen. Operationsklammern sind beim Nähen von Körperorganen und Gewebe besonders effektiv gewesen, wie z.B. der Lunge und auch des Ösophagus, des Magens, des Zwölffingerdarms und anderer Körperorgane im Verdauungstrakt.

Das Aufkommen des chirurgischen Klammerns hat gegenüber bekannten Nähverfahren von Hand mehrere deutliche Vorteile mit sich gebracht. Weil eine oder mehr Reihen von Operationsklammern unter Verwendung eines speziell angepaßten Instruments, das einfach betätigt wird, in ein Gewebe eingesetzt werden, ergibt sich erstens annähernd eine Gleichmäßigkeit des Verschließens von einem Chirurg zum nächsten. Außerdem werden alle Klammern beim Verschließen gewöhnlich gleichzeitig oder in schneller Folge über die ganze Wunde eingesetzt. Das Verschließen wird daher sehr schnell vorgenommen, um den Verlust an Blut zu minimieren.

Operationsklammern werden gewöhnlich in ein Gewebe mit chirurgischen Klammerinstrumenten mechanisch eingesetzt, wie z.B. denjenigen, die als Anastomosevorrichtungen bekannt sind, einschließlich Magen-Darm-Anastomosevorrichtungen und Quer- Anastomosevorrichtungen. In solchen Vorrichtungen sind die Klammern in einer oder mehr länglichen Reihen in ein Magazin oder eine Kassette geladen. Das Magazin wird dann in der Vorrichtung montiert, die einen Mechanismus enthält, um die Klammern aus dem Magazin durch zwei oder mehr Gewebeabschnitte zu einem verformenden Amboß hin zu drücken oder zu treiben. Bei Abschluß des Treibvorgangs sind die Beine jeder Klammer durch einen Eingriff mit dem Amboß in eine geschlossene Konfiguration herkömmlich geklammert oder gebogen, um das Nähen abzuschließen und die Gewebeabschnitte miteinander zu verbinden.

Vorrichtungen vom Magen-Darm-Anastomosetyp treiben und biegen die in einer Reihe ausgerichteten Klammern nacheinander in schneller Folge. Vorrichtungen vom Quer-Anastomosetyp treiben und biegen alle Klammern in einer Reihe gleichzeitig. Ein Typ einer in Figur 1 dargestellten herkömmlichen Klammer 10, die mit chirurgischen Klammervorrichtungen von sowohl dem Magen-Dann-Anastomose- als auch Quer-Anastomosetyp verwendet werden, ist aus Metall wie rostfreiem Stahl oder Titan hergestellt, das im Körper im wesentlichen inert ist. Die nicht verformte Klammer 10 oder der Klammerrohling ist im allgemeinen U-förmig und umfaßt eine hintere Spanne 12 und zwei Beine 14, die senkrecht von der hinteren Spanne aus parallel zueinander herabhängen Jedes Bein 14 hat einen scharfen ausgemeißelten bzw. scharf geschnitten (engl. chiselled) Endpunkt 16, um Körperorgane oder -gewebe sauber zu durchstechen. Der Klammerrohling aus Metall wird gebogen, indem man die Beine mit einem herkömmlichen Amboß in Eingriff bringt und sie ihm folgen läßt, um eine B-förmige geschlossene Klammer 18 zu bilden, wie in Figur 2 dargestellt ist.

Der Amboß, der verwendet wird, um die Operationsklammern aus Metall zu biegen, ist auch aus einem gehärteten Metall gebildet und umfaßt eine klammerbiegende Fläche mit einem Paar geprägte oder gestanzte Taschen, die so liegen, daß sie jeder Klammer im Magazin der Klammervorrichtung gegenüberliegen. Die Taschen sind gewöhnlich längliche bogenförmige Vertiefungen, die kollinear parallel zur hinteren Spanne einer entsprechenden Klammer angeordnet sind, die im Magazin gehalten wird. Somit ähnelt der Amboß sehr dem Amboß einer herkömmlichen Papierklammervorrichtung.

Wenn die Klammern 10 aus dem Magazin zum Amboß hin getrieben werden, kommen die Klammerbeine 14 jeweils mit einer Tasche so in Eingriff, daß beide Beine anfangs aufeinander zu und danach nach oben zur hinteren Spanne 12 hin gebogen werden. Wie in Figur 2 dargestellt ist, können folglich die Endspitzen bzw. Endpunkte 16 an der Unterseite der hinteren Spanne 12 anliegen.

Obwohl in der oben beschriebenen Art und Weise eingesetzte Metallklammern ein effektives und relativ einfaches Mittel zum Nähen liefern, besteht ein wichtiger Nachteil darin, daß sie permanent im Körper des Patienten verbleiben. Obwohl sie im allgemeinen für den Körper nicht schädlich sind, können sie nichtsdestoweniger postoperative Röntgenstrahl oder andere diagnostische Abbildungsverfahren des Patienten stören.

Dieser Nachteil kann durch Verwenden bioabsorbierbarer Polymerklammern überwunden werden, die nach einer kurzen Zeitspanne im Körper abbaubar sind. Herkömmliche Polymerklammern sind jedoch nicht verfonnbar bzw. schmiedbar und können somit nicht einfach in die in Figur 2 gezeigte B-förmige Konfiguration gebogen werden, um ein Nähen abzuschließen. Wie in Figur 3 dargestellt ist, werden daher derartige herkömmliche bioabsorbierbare Klammern statt dessen in zwei Teilen hergestellt, nämlich einem U-förmigen Polymerklammerkörper 20, dessen Beine 22 durch einen stabartigen Polymerverschluß 24 verbunden werden. Der Verschluß hat zwei endpunktaufnehmende Löcher 26, die über die Endpunkte des Klammerkörpers 20 passen, nachdem sie das zu nähende Gewebe durchstochen haben. Der Klammerkörper 20 und der Verschluß 24 werden dann aufeinander zu gezwungen, um das Nähen abzuschließen.

Obgleich sich diese zweiteilige Klammer im Körper zersetzt und daher postoperative Prozeduren nicht stört, hat sie den Nachteil, daß sie einen Teil zusätzlich zum Basisklammerrohling erfordert, und bedarf somit einer komplizierteren mechanischen Klammervorrichtung, um die beiden Teile richtig auszurichten und diese zusammenzutreiben.

In jüngster Zeit ist auf dem Gebiet bioabsorbierbarer Klammern ein Durchbruch erzielt worden. Genauer gesagt sind bioabsorbierbare oder teilweise bioabsorbierbare Operationsklammern unter Verwendung von Polymermaterialien entwickelt worden. (Im folgenden wird der Ausdruck "bioabsorbierbar" generell verwendet, um Operationsklammern des in beiden oben erwähnten Anwendungen beschriebenen Typs zu beschreiben.) Diese Klammern bewahren alle vorteilhaften Attribute bekannter bioabsorbierbarer Klammern, sind aber außerdem schmiedbar oder plastisch verform bar wie Metallklammern. Das heißt, diese Klammern können in komplizierte Formen gebogen werden, die dann beibehalten werden. Sie können daher aus einem einzigen Stück hergestellt werden, wobei unabhängige Klammerkörper und Verschlußteile nicht erforderlich sind.

Man hat nichtsdestoweniger festgestellt, daß die Spitzen quetschen oder brechen können, falls diese neuen bioabsorbierbaren Klammern in gleicher Weise wie herkömmliche Metallklammern wie in Figur 2 dargestellt so gebogen werden, daß die scharf geschnittenen Endpunkte der Klammerbeine auf die hintere Spanne treffen.

Daher sind Verbesserungen bei Operationsklammern und Vorrichtungen, um sie einzusetzen, wünschenswert, wobei die oben beschriebenen Eigenschaften neuer Polymermaterialien genutzt werden.

Es ist demgemäß eine Hauptaufgabe der vorliegenden Erfindung, die Vorteile zu verstärken, die durch Verwenden schmiedbarer bioabsorbierbarer Polymerklammern in chirurgischen Klammerverfahren erhalten werden.

Es ist eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine schmiedbare, bioabsorbierbare, in eine genaue Form verformte Polymerklammer zu schaffen, die Gewebeabschnitte mit minimaler Gewebeverletzung und Beschädigung an der Klammer selbst sicher miteinander verbindet.

Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, eine schmiedbare bioabsorbierbare Polymerklammer zu schaffen, die in eine verknotete Konfiguration verformt wird, um das geklammerte Gewebe besser festzuhalten bzw. zu sichern.

Es ist ein noch eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine schmiedbare bioabsorbierbare Polymerklammer mit einer veränderlichen Schließkraft zum Sichern des geklammerten Gewebes zu schaffen.

Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, einen Prazisionsamboß für chirurgische Klammervorrichtun gen zu schaffen, der schmiedbare bioabsorbierbare Polymerklammern sowie andere Klammern in eine gewünschte Konfiguration präzise und gleichmäßig verformt.

Es ist noch eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zum Verformen der schmiedbaren bioabsorbierbaren Polymerklammern in die gewünschte Form zu schaffen. Noch eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, einen einzigartigen Amboß zu schaffen, der die vorteilhaften Eigenschaften schmiedbarer bioabsorbierer Polymerklammern des oben beschriebenen Typs ausnutzt, um wiederum eine verbesserte chirurgische Klammervorrichtung zu schaffen. Diese und andere Aufgaben werden durch die schmiedbare bioabsorbiere Operationsklammer auf Polymerbasis des Anspruchs 1, durch ein Verfahren zu deren Verwendung, wie in Anspruch 5 definiert, und durch einen Amboß nach Anspruch 8 gelöst. Man erkennt natürlich, daß der Amboß einer chirurgischen Klammervorrichtung, der gemäß der vorliegenden Erfindung konfiguriert ist, mit Operationsklammern aus jedem beliebigen Material verwendet werden kann. Weil er speziell zum Gebrauch mit schmiedbaren bioabsorbierbaren Polymerklammern, die nichtmetallisch sind, konstruiert ist, kann er jedoch aus Kunststoffmaterialien hergestellt sein, die weniger teuer sind und in denen die taschenartigen Präzisionsvertiefungen leichter als bei bekannten Ambossen aus gehärtetem Metall geformt werden können.

Diese und andere Aufgaben, Aspekte, Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung werden aus der folgenden ausführlichen Beschreibung der bevorzugten Ausführungsformen einleuchten, die in Verbindung mit den Zeichnungen vorgenommen wird.

Figur 1 ist eine Vorderansicht eines herkömmlichen Metallklammerrohlings aus z.B. rostfreiem Stahl oder Titan;

Figur 2 ist eine Vorderansicht einer herkömmlichen Klammer in einer verformten Konfiguration;

Figur 3 ist eine Vorderansicht einer herkömmlichen zweiteiligen bioabsorbierbaren Polymerklammer;

Figur 4 ist eine Vorderansicht einer schmiedbaren bioabsorbierbaren Polymerklammer in einem alternativen verformten Zustand;

Figur 5 ist eine obere Draufsicht der in Figur 4 gezeigten Klammer;

Figur 6 ist eine Vorderansicht einer schmiedbaren bioabsorbierbaren Polymerklammer, die noch nicht verformt ist, gemäß der vorliegenden Erfindung;

Figur 7 ist eine Seitenansicht im Querschnitt einer schmiedbaren bioabsorbierbaren, zwei Gewebeschichten haltenden Polymerklammer in ihrem verformten Zustand gemäß der vorliegenden Erfindung;

Figur 8 ist eine obere Draufsicht der Klammer, die in der in Figur 7 gezeigten Form verformt ist, gemäß der vorliegenden Erfindung;

Figur 9 ist eine schematische perspektivische Ansicht eines Ambosses einer chirurgischen Klammervorrichtung, der gemäß einer Ausführungsform der Erfindung geformt ist;

Figur 10 ist eine schematische obere Draufsicht des in Figur 9 dargestellten Ambosses einer chirurgischen Klammervorrichtung; und

Figur 11 ist ein vertikaler Querschnitt des in den Figuren 9 und 10 dargestellten Ambosses einer chirurgischen Klammervorrichtung, und gelegt auf einer bogenförmigen Fläche A-A in Figur 10.

Wie oben angemerkt wurde, sind Operationsklammern gemäß der vorliegenden Erfindung aus einem Polymer- oder Kunststoffmaterial hergestellt. Weil sie aus diesem einzigartigen Material hergestellt sind, sind diese Klammern plastisch verformbar oder schmiedbar und auch bioabsorbierbar. Die vorliegende Erfindung nutzt diese einzigartigen Eigenschaften aus, um eine Operationsklammer mit einer verbesserten verformten Konfiguration, ein Verfahren zum Verformen der Klammer in diese Konfiguration und einen Amboß einer chirurgischen Klammervorrichtung zu schaffen, dessen Verwendung diese Konfiguration zur Folge hat. Natürlich können andere bioabsorbierbare oder teilweise bioabsorbierbare schmiedbare, später entwickelte Polymerklammern für die vorliegende Erfindung verwendet werden.

Eine alternative schmiedbare bioabsorbierbare Kunststoffklammer ist in den Figuren 4 und 5 dargestellt. Diese Figuren zeigen eine Kunststoffklammer mit Beinen 14', die anfangs aufeinander zu gebogen und dann nach oben zu entgegengesetzten Seiten einer hinteren Spanne 12' gelenkt werden, um eine sogenannte versetzte B-Form zu schaffen. Diese Konfiguration schützt die brüchigen Endpunkte davor, auf die Unterseite der hinteren Spanne zu treffen. Die vorliegende Erfindung ist auf eine alternative Konfiguration einer Kunststoffklammer und auf das Verfahren, um diese zu erreichen, gerichtet.

Die Operationsklammer oder der Klammerrohling 30 gemäß der vorliegenden Erfindung ist insbesondere in seinem in Figur 6 gezeigten, nicht verformten Zustand wie in Figur 1 dargestellte herkömmliche Klammern im allgemeinen U-förmig. Somit umfaßt die verbesserte Klammer 30 eine hintere Spanne 32, zwei Beine 34 und einen am äußersten Ende jedes Beins 34 ausgebildeten End punkt 36. Die Endpunkte bzw. -spitzen sind scharf geschnitten, um die Körperorgane oder das Gewebe, das genäht werden soll, sauber zu durchstechen.

Die Figuren 7 und 8 zeigen die Kunststoffklammer 30 gemäß der vorliegenden Erfindung in ihrem verformten Zustand. Die Klammer ist in einem Zustand dargestellt, in dem sie zwei Schichten eines zu nähenden Gewebes 50 durchstochen hat. Jedes Bein 34 ist ähnlich so verformt, daß sie eine Biegung 38 mit einem geraden ersten Abschnitt 40 zwischen der Biegung und der hinteren Spanne 32 und einem gebogenen zweiten Abschnitt 42 an einem Distalende der Biegung enthält.

Beim Verformen der Klammer mit einem Amboß, der unten beschrieben wird, wird eine erste Biegung 38 an einer Zwischenstelle an jedem Bein ausgebildet. Wie in Figur 7 dargestellt ist, geht der gerade erste Abschnitt im wesentlichen senkrecht von der hinteren Spanne in einer vertikalen oder x-Achsrichtung aus. Tatsächlich wird jedes Bein vorzugsweise ein wenig nach innen gebogen, wenn die Biegung ausgebildet wird, und bildet somit einen Winkel θ mit der horizontalen y-Achse von etwas mehr als 90º in der x-y-Ebene. Nachdem die Biegung ausgebildet ist, werden die gebogenen zweiten Abschnitte im Amboß aufeinander zu und dann nach oben zur hinteren Spanne entlang einem Weg geführt, der in der horizontalen Ebene, d.h. in der y-z-Ebene in Figur 7, bogenförmig gekrümmt ist.

Wie in Figur 8 am besten ersichtlich ist, geht jeder gebogene zweite Abschnitt von der Biegung unter einem Winkel α von annähernd 20º von der vertikalen x-y-Ebene aus und krümmt sich um und unter die hintere Spanne zurück, wobei so die vertikale x-y-Ebene gekreuzt wird, die durch die hintere Spanne 32 und die ersten Abschnitte der Beine 34 definiert ist. Weil jedes Bein in gleicher Weise gebogen ist, kreuzen die Beine die gebogenen zweiten Abschnitte so, daß sie einen Knoten 44 bilden, und die Endpunkte erstrecken sich durch eine Lücke zwischen der Unterseite der hinteren Spanne und Gewebeschichten und der Biegung des gegenüberliegenden Beins. Mit in dieser Weise verformten Beinen 34 ähnelt die Klammer ein wenig einer Brezel, und auf die Konfiguration kann als eine "Brezel"- oder "verknotete" Gestaltung verwiesen werden. Ein wichtiger Vorteil dieser Gestaltung gegenüber herkömmlich verformten Klammern ist, daß die Endpunkte jedes Beins in der Lücke zwischen der hinteren Spanne und der Biegung des gegenüberliegenden Beins sandwichartig angeordnet sind und die gebogene Konfiguration der Beine es schwierig, wenn nicht unmöglich, macht, daß sich die Klammer entspannt, um so aus der Lücke herauszugleiten Somit verbleibt die Klammer in ihrem verformten Zustand, und eine sichere Naht im Gewebe kann aufrechterhalten werden.

Ein anderer Vorteil der Brezelgestalt der Klammer ist, daß mit Verweis auf Figur 7 die Endpunkte der Beine das Gewebe nicht ein zweites Mal von der Unterseite her durchstechen. Vielmehr verformt die leichte aufwärts gerichtete Steigung des Ambosses die zweiten gebogenen Abschnitte der Beine unter solch einem geringen Winkel, daß die Beine tatsächlich das Gewebe mit einer Kraft gegen die hintere Spanne zusammendrücken können. Diese Kompressions- oder Schließkraft kann außerdem durch Verändern des Hubs der Klammervorrichtung gegen die Klammer im Amboß und somit der Länge des geraden ersten Abschnitts reguliert werden.

Ein Typ eines Ambosses 52, der verwendet wird, um die Polymerklammer gemäß der vorliegenden Erfindung zu verformen, ist in den Figuren 9 bis 11 dargestellt. Der Amboß 52 hat eine Auflagestruktur 54 mit einer klammeraufnehmenden Fläche 56. Die Fläche und Auflagestruktur können entweder einen ein- oder mehrteiligen Aufbau aufweisen.

Die Fläche 56 enthält zwei Führungswege 58 zum Aufnehmen und Führen oder Lenken der Klammerbeine in die gewünschte Konfiguration.

Man erkennt, daß im üblichen Fall eine längliche Reihe von Paaren solcher Taschen in einer ähnlich länglichen Auflagestruktur 54 ausgebildet wäre, so daß eine große Anzahl Operationsklammern gleichzeitig oder in schneller Folge getrieben werden kann, obgleich der in den Figuren 9 bis 11 dargestellte Amboß nur ein Paar Führungswege 58 enthält.

Die Führungswege 58 krümmen sich von jeweiligen Eintrittsenden 60 zu Austrittsenden 62. Die Führungswege krümmen sich in bezug auf die horizontale Ebene y-z, wie in Figur 10 dargestellt ist, um die bogenförmigen zweiten Abschnitte der Beine wie oben beschrieben zu biegen. Wie in Figur 11 dargestellt ist, enthalten die Führungswege 58 eine versenkte Tasche 64 zum Aufnehmen der Endpunkte und Ausbilden der Biegung in jedem Klammerbein. Die versenkten Taschen schließen einen Aussparungskanal 66 mit einer Breite ein, die geringer als die der Beine ist. Wenn die Beine in die versenkten Taschen eintreten, werden sich auf diese Weise die Endpunkte in den Aussparungskanal erstrecken, werden aber nicht dessen Bodenfläche erreichen. Dies schützt die scharf geschnittenen Endpunkte vor Abbruch. Die Führungswege 58 verlaufen von den versenkten Taschen schräg aufwärts, um die Beine zur hinteren Spanne zu führen, während gleichzeitig die horizontalen Kurven der Führungswege einander überkreuzen und sich an den Eintrittsenden des gegenüberliegenden Führungsweges vorbei erstrecken, so daß die Beine wie oben beschrieben in die Brezelform verformt werden.

Der Amboß ist in der chirurgischen Klammervorrichtung so angeordnet, daß eine Längsachse B-B (siehe Figur 10) zur hinteren Spanne einer Klammer, die auf den Amboß zu getrieben werden soll, im wesentlichen parallel ist. Die Eintrittsenden 60 der jeweiligen Wege 58 sind außerdem beabstandet, um so die jeweiligen Endpunkte 36 der Beine 34 der zum Amboß hin getriebenen Klammer aufzunehmen. Wenn die Klammer so getrieben wird, treffen folglich die Endpunkte 36 jeweils zuerst auf das Eintrittsende 60 eines Führungsweges 58. Während sich das Treiben der Klammer zum Amboß hin fortsetzt, werden die Endpunkte 36 entlang den gebogenen Führungswegen 58 so gelenkt, daß ein Knoten in den Beinen gebildet wird, und die Endpunkte werden schließlich innerhalb der Lücke getrieben, die zwischen der Unterseite der hinteren Spanne und der Biegung des gegenüberliegenden Beins ausgebildet ist, wenn das Treiben abgeschlossen ist.

Folglich kann man erkennen, daß der Amboß einer chirurgischen Klammervorrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung bewirkt, daß eine darauf zu getriebene schmiedbare Klammer eine einzigartige gewünschte verformte Konfiguration annimmt. Weil dieser Amboß speziell so konstruiert ist, daß er mit schmiedbaren bioabsorbierbaren Klammern verwendet wird, die aus einem Polymermaterial hergestellt sind, muß er außerdem selbst nicht aus einem gehärteten Material wie Metall hergestellt sein. Dieser Faktor ist wichtig, weil präzise geformte Amboßtaschen, wie z.B. oben beschrieben, durch andere als sehr teure Bearbeitungsverfahren in gehärtetem Metall schwierig zu bilden sind. Tatsächlich sind Präge- oder Stanzverfahren zum Bilden von Amboßtaschen einer herkömmlichen Form in bekannten Metallambossen zum Ausbilden der prazise geformten Amboßtaschen gemäß der vorliegenden Erfindung nicht geeignet. Folglich können Kunststoffe verwendet werden, um den erfindungsgemäßen Amboß unter Verwendung präziser, jedoch preiswerter Spritzgußverfahren im Produktionsprozeß herzustellen. Ferner sind Kunststoffe, aus denen der Amboß der vorliegenden Erfindung hergestellt werden kann, selbst weniger teuer als Metalle, die in herkömmlichen Ambossen verwendet werden. Die vorliegende Erfindung liefert daher gegenüber dem Stand der Technik wichtige Verbesserungen.

Man hat festgestellt, daß Materialien auf Polymerbasis, wie z.B. Polykarbonat und ein Flüssigkristallpolymer (LCP), für den erfindungsgemäßen Amboß geeigneterweise verwendet werden können.

Wie dem Fachmann ohne weiteres klar ist, liefert die vorliegende Erfindung merkliche Verbesserungen gegenüber bekannten Operationsklammern und Ambossen von Klammervorrichtungen. Sie erreicht alle Vorteile bekannter bioabsorbierbarer Polymerklammern ohne die damit verbundenen Nachteile. Durch Ausnutzen der einzigartigen Eigenschaften kürzlich entwickelter schmiedbarer bioabsorbierbarer Polymerklammern liefert diese Erfindung außerdem eine einzigartige verformte Klammerform und auch eine einzigartige Amboßstruktur für eine chirurgische Klammervorrichtung und ein Verfahren zum Herstellen dieser Form.


Anspruch[de]

1. Eine verformte schmiedbare bioabsorbiere Operationsklammer auf Polymerbasis mit:

einer hinteren Spanne (32); und

ersten und zweiten Beinen (34), die in einer ersten Richtung von entgegengesetzten Enden der hinteren Spanne (32) ausgehen, wobei jedes der ersten und zweiten Beine (34) in einem Endpunkt (36) endet, bei der

jedes Bein eine Biegung (38) und einen gebogenen Abschnitt (42) enthält, der sich von der Biegung (38) an einem Distalende des Beins und über eine vertikale Ebene erstreckt, in der ersten Richtung und durch die hintere Spanne verlaufend, wobei die gebogenen Abschnitte jedes jeweiligen Beins (34) einander kreuzen, dadurch gekennzeichnet, daß der gebogene Abschnitt (42) im entgegengesetzten Sinn zur Biegung (38) zurückgebogen ist.

2. Eine verformte schmiedbare bioabsorbierbare Operationsklammer auf Polymerbasis nach Anspruch 1, bei der sich jeder Endpunkt (36) zwischen der Biegung (38) in einem gegenüberliegenden Bein (34) und einer Unterseite der hinteren Spanne (32) erstreckt.

3. Eine verformte schmiedbare bioabsorbierbare Operationsklammer auf Polymerbasis nach Anspruch 2, bei der jedes Bein (34) einen geraden Abschnitt (40) zwischen der Biegung (38) und der hinteren Spanne (32) aufweist, wobei der gerade Abschnitt (40) im wesentlichen senkrecht von der hinteren Spanne (32) ausgeht.

4. Eine verformte schmiedbare bioabsorbierbare Operationsklammer auf Polymerbasis nach Anspruch 3, bei der sich der gebogene Abschnitt (42) zu einem gegenüberliegenden Bein und nach oben zur hinteren Spanne (32) erstreckt.

5. Ein Verfahren zum Verformen einer schmiedbaren bioabsorbierbaren Operationsklammer auf Polymerbasis mit einer hinteren Spanne (32), ersten und zweiten Beinen (34), die von entgegengesetzten Enden der hinteren Spanne (32) in einer ersten Richtung ausgehen und sich in einem nicht verformten Zustand im wesentlichen senkrecht dazu erstrecken, wobei die ersten und zweiten Beine (34) jeweils in einem Endpunkt (36) enden; wobei das Verfahren die Schritte umfaßt:

anfängliches Verformen der ersten und zweiten Beine (34) einwärts aufeinander zu, um eine Biegung (38) in jedem Bein (34) zu bilden, wobei jedes Bein einen geraden Abschnitt (40) zwischen der hinteren Spanne (32) und der Biegung (38) aufweist; und

danach Verformen eines gebogenen Abschnitts (42) in jedem Bein (34), der von der Biegung (38) wegführt und sich zu dem Endpunkt (36) in einer gebogenen Form erstreckt, die im entgegengesetzten Sinn der Biegung (38) zurückgebogen ist, und sich über eine vertikale Ebene erstreckt, die in der ersten Richtung definiert ist und durch die hintere Spanne (32) durchgeht, wobei die gebogenen Abschnitte (42) jedes Beins (34) einander kreuzen.

6. Ein Verfahren nach Anspruch 5, ferner aufweisend den Schritt Verformen der gebogenen Abschnitte (42) jedes Beins (34), so daß sich die jeweiligen Endpunkte (36) zwischen der Biegung (38) in einem gegenüberliegenden Bein (34) und einer Unterseite der hinteren Spanne (32) erstrecken.

7 Ein Verfahren nach Anspruch 6, ferner aufweisend den Schritt Regulieren einer anfangs auf die Klammer angewandten Verformkraft, um eine Länge des geraden Abschnitts (40) jedes Beins (34) einzustellen.

8. Ein Amboß zum Verformen einer schmiedbaren Operationsklammer mit einer hinteren Spanne (32) und ersten und zweiten Beinen (34), die in einer ersten Richtung von entgegengesetzten Enden der hinteren Spanne (32) ausgehen und sich in einem nicht verformten Zustand im wesentlichen senkrecht dazu erstrecken, und wobei jedes Bein eine Biegung (38) und einen gebogenen Abschnitt (42) enthält, der sich von der Biegung (38) an einem Distalende des Beins und über eine vertikale Ebene erstreckt, die sich in der ersten Richtung und durch die hintere Spanne erstreckt, wobei der Amboß aufweist:

einen Auflagekörper (54), der eine Längsachse aufweist und eine klammeraufnehmende Fläche (56) in einer horizontalen Ebene enthält;

erste und zweite Taschenvertiefungen (58), die jeweils mit einem an der klammeraufnehmenden Fläche (56) gelegenen Eintrittsende (60) beginnen, sich zu einem vertieften Abschnitt (64) innerhalb des Körpers unter der klammeraufnehmenden Fläche (56) fortsetzen und in einem Austrittsende (62) bei der klammeraufnehmenden Fläche (56) enden, wobei die ersten und zweiten Taschenvertiefungen (58) jeweils einen bogenförmigen Abschnitt aufweisen und sich in nicht-kollinearer Beziehung erstrecken, wobei jedes Eintrittsende (60) im wesentlichen auf der Längsachse liegt und jedes Austrittsende (62) auf einer Seite der Längsachse liegt, die der Seite gegenüberliegt, auf der das Austrittsende (62) der anderen Taschenvertiefung (58) liegt, wobei sich die bogenförmigen Abschnitte krümmen, um eine Biegung auszubilden und einander etwa bei der Längsachse zu kreuzen, wobei

die ersten und zweiten Beine (34) einer Klammer, die zum Amboß hin getrieben und in den Eintrittsenden (60) der jeweiligen ersten und zweiten Taschenvertiefungen (58) aufgenommen wird, zu deren Austrittsenden (62) geführt werden, um zur hinteren Spanne (32) hin verformt und so geformt zu werden, daß sich Distalenden (36) der ersten und zweiten Beine (34) zwischen einer Biegung (38) im gegenüberliegenden Bein (34) und der hinteren Spanne (32) erstrecken, wodurch der gebogene Abschnitt (42) im entgegengesetzten Sinn zur Biegung (38) zurückgebogen wird.

9. Ein Amboß nach Anspruch 8, bei dem die ersten und zweiten Taschenvertiefungen (58) einen Aussparungskanal (66) zum Aufnehmen von Endpunkten (36) der Klammerbeine (34) enthalten, wobei die Aussparungskanäle (66) eine Breite haben, die geringer als die der Klammerbeine (34) ist, so daß die Endpunkte deren Bodenfläche nicht berühren können.

10. Ein Amboß nach Anspruch 9, bei dem der Auflagekörper (54) und die Taschenvertiefungen (58) darin aus einem spritzgußgeformten Kunststoff geschaffen sind.







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