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Dokumentenidentifikation DE69127067T2 12.02.1998
EP-Veröffentlichungsnummer 0506955
Titel APOCHROMATISCHES LINSENÜBERTRAGUNGSSYSTEM FÜR ANWENDUNGEN MIT HOHEN AUFLÖSUNGSANFORDERUNGEN
Anmelder Eastman Kodak Co., Rochester, N.Y., US
Erfinder DeJAGER, Donald, Rochester, NY 14615, US
Vertreter Lewandowsky, K., Pat.-Ass., 73342 Bad Ditzenbach
DE-Aktenzeichen 69127067
Vertragsstaaten DE, FR, GB
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 12.12.1991
EP-Aktenzeichen 929027928
WO-Anmeldetag 12.12.1991
PCT-Aktenzeichen US9109256
WO-Veröffentlichungsnummer 9210773
WO-Veröffentlichungsdatum 25.06.1992
EP-Offenlegungsdatum 07.10.1992
EP date of grant 30.07.1997
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.02.1998
IPC-Hauptklasse G02B 13/24
IPC-Nebenklasse G02B 13/00   G02B 13/16   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft optische Linsen und insbesondere lichtstarke Linsensysteme und/oder apochromatische Linsensysteme, die beispielsweise als Übertragungssysteme für den Einsatz in hochauflösenden Telekine-Filmabtastern verwendbar sind, die, für die eine apochromatische Farbkorrektur erforderlich ist.

Einem in einem hochauflösenden Telekinegerät verwendbaren Linsensystem liegt die Aufgabe zugrunde, ein Bild von einem Kinefilm auf ein System aus linear angeordneten CCD-Detektoren zu übertragen. Soweit das Telekinegerät einen Film bei normalen Projektionsgeschwindigkeiten verarbeitet (in Echtzeit), ist ein sehr lichtstarkes Linsensystem erforderlich. Da es sich hierbei um ein Übertragungslinsensystem handelt, muß das Linsensystem in endlich konjugierten Räumen arbeiten.

Zwischen dem Übertragungslinsensystem und den CCD-Detektoren befindet sich ein Strahlenteilungsprisma, das einen Eingangsstrahl in zwei Ausgangsstrahlen teilt. Einer dieser Strahlen fällt in einen hochauflösenden "Detail"- oder "Luminanzkanal", wobei dieser Strahl einen großen Anteil grünen Lichtes (60 %), einen geringeren Anteil roten Lichtes (30 %) und einen kleinen Anteil blauen Lichtes (10 %) aufweist. Der "CCD-Detaildetektor" kann aus einer linearen Anordnung von 1920 lichtempfindlichen Elementen von je 0,015 mm Länge bestehen, woraus sich eine Gesamtlänge von 28,8 mm ergibt.

Der andere aus dem Strahlenteilungsprisma austretende Strahl fällt in einen "Farbkanal", der aus einem System von drei seitlich benachbarten linearen CCD- Anordnungen besteht und denen rote, grüne und blaue dichroitische Streifenfilter vorgelagert sind. Diese Anordnung wird als "Farbkanal" bezeichnet. Jede dieser CCD-Anordnungen besteht aus 960 lichtempfindlichen Elementen von je 0,030 mm Länge, woraus sich eine Gesamtlänge von 28,8 mm ergibt.

In dem "Farbkanal" liegen die roten, grünen und blauen CCD-Anordnungen alle in der gleichen Brennebene. Darüber hinaus muß die Größe des Bildes in allen drei Farben gleich sein. Aufgrund der zuvor genannten sowie weiterer Systemanforderungen muß es sich bei dem Linsensystem um einen sehr gut korrigierten Apochromaten handeln. Diese Anforderungen sind strenger als diejenigen, die an Linsen für viele Farbfernsehkameras gestellt werden. Das hat folgende Ursachen.

Viele Farbfernsehkameras benutzen ein Strahlenteilungsprisma, das sich zwischen der Aufnahmelinse und den Sensoren befindet, z. B. wie die Vidiconröhren. Das Strahlenteilungsprisma gibt drei Strahlen aus, einen für rot, einen zweiten für grün und einen dritten für blau. Bei diesem System braucht die Linse nicht farbkorrigiert zu sein, damit alle drei Farben in gleichem Abstand zur Linse fokussiert werden. Statt dessen können die roten, grünen und blauen Sensoren im unterschiedlichen Abstand zur Linse angeordnet sein, um somit eine von der Linse ggf. verursachte axiale Brennpunktverschiebung zwischen Farben zu kompensieren. Wenn es sich bei diesen Sensoren um Vidiconröhren handelt, dann ist es noch nicht einmal erforderlich, daß die drei Bilder genau die gleiche Größe aufweisen. Die elektrischen und magnetischen Felder innerhalb und in der Umgebung jeder Röhre können zur Kompensierung dieses Zustands elektronisch justiert werden.

US-A-4,702,569 beschreibt mehrere Arten von Linsensystemen mit apochromatischer Farbkorrektur, die von Teleskopobjektiven mit zwei Elementen bis hin zu fotografischen Objektiven des Typs Petzval mit zehn Linsenelementen reichen. Das genannte Patent enthält eine umfassende Liste von Veröffentlichungen zum Thema apochromatische Farbkorrektur. Es beschreibt darüber hinaus einen neuen Weg zur Wahl bestimmter Gläser, die zur Erzielung einer apochromatischen Farbkorrektur herangezogen werden können.

Defninitionsgemäß sollte ein apochromatisches Linsensystem derart farbkorrigiert sein, daß mindestens drei Lichtwellenlängen, die aus einem axialen Objektivpunkt austreten, im gleichen Abstand zur Rückseite der Linse fokussiert werden. Dies sollte zumindest für paraxiale Strahlen der Fall sein und dies gilt normalerweise für Zonen- und Randstrahlen in der Pupille.

Einige der im zuvor genannten Patent beschriebenen Linsensysteme sind für mehr als drei Wellenlängen korrigiert. Diese Linsensysteme werden als Superachromate bezeichnet.

In der Grundkonfiguration benutzt ein typisches Linsensystem vom Gauß-Typ normalerweise 4 bis 8 Linsenelemente, die in zwei Gruppen angeordnet sind. Die erste Gruppe steht einer Aperturblende voraus, die zweite Gruppe steht der Aperturblende nach. In jeder Gruppe sind die der Aperturblende benachbarten inneren Einzellinsen meniskusförmig ausgebildet, wobei ihre konkaven Flächen der Aperturblende zugewandt sind. Jede dieser inneren Einzellinsen ist typischerweise eine negative Einzellinse oder ein Duplet, in einigen Fällen kann sie aber auch ein Triplet sein. Das innere Duplet oder Triplet enthält mindestens ein positives und ein negatives Element, die miteinander verkittet sind. In einigen Fällen sind das positive Linsenelement und das negative Linsenelement durch einen sehr kleinen Luftraum getrennt, der normalerweise meniskusförmig ausgebildet ist. In jeder Gruppe können die äußeren Einzellinsen, die von der Aperturblende abgewandt sind, aus einer Kombination von ein oder zwei positiven Einzelelementen oder aus einem Duplet bestehen, das aus einem positiven und einem negativen Element besteht.

Die doppelte Konfiguration des Gauß-Typs ist einerseits für Objektive in der Einstellung "unendlich" gut geeignet, aber auch für endlich konjugierte Räume mit einfacher Vergrößerung. Dies resultiert aus der annähernden Symmetrie um die mittlere Aperturblende.

Ein Beispiel eines abgewandelten doppelten Gauß-Systems wird in US-A-4,767,199 genannt. Hier wird ein Projektionslinsensystem mit 8 Elementen zur Projektion eines auf einer Kathodenstrahlröhre dargestellten Bildes auf einen Schirm beschrieben. Das Projektionssystem ist zur Handhabung von Weitwinkeln in der Lage, indem ein negatives hinteres Linsenelement hinter einer Linsenanordnung des Gauß-Typs benutzt wird.

Ein Beispiel eines gut farbkorrigierten doppelten Linsensystems des Gauß-Typs wird in US-A-4,704,011 beschrieben. Dieses Linsensystem besteht aus 6 Elementen und ist für ein in Entfernung "unendlich" befindliches Motiv optimiert. Die beschriebenen Linsensysteme sind echte Apochromaten, d.h. sie sind für drei Lichtwellenlängen korrigiert. Diese Linsensysteme wurden auf ihre Leistung in und außerhalb der Brennachse analysiert. Die Analyse hat ergeben, daß die Leistung des Linsensystems in der Brennachse exzellent ist, wobei die Achsenfarbe für mindestens drei Wellenlängen korrigiert ist. Das System erfüllt somit die Anforderungen an einen echten Apochromaten. Bei einem Winkel von 3º beträgt die Differenz in der optischen Bahn jedoch bereits mehr als eine halbe Welle. Mit Anwachsen des Feldwinkels auf 6º kommt es zu einer weiteren Verschlechterung der Leistung aufgrund der Feldkrümmung und des tangentialen Asymmetriefehlers. Ein derartiges Linsensystem ist zwar möglicherweise für andere Anwendungen geeignet (es war wahrscheinlich zur Verwendung in einer Kleinbildkamera gedacht), aber es ist zur Verwendung in einem Telekinegerät völlig ungeeignet. Es weist eine nur ungenügende Apertur für diese Art Anwendung auf. Es ist nicht für endlich konjugierte Räume bei einer Vergrößerung von eins korrigiert. Es weist eine zu starke Feldkrümmung und einen tangentialen Asymmetriefehler auf. Es wäre nicht wünschenswert, daß die Bildstruktur so stark innerhalb des Sichtfeldes abweicht.

Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein leistungsstarkes Linsensystem bereitzustellen, das in verschiedenen Anwendungen benutzt werden kann, etwa in Anwendungen, die eine apochromatische Farbkorrektur und/oder ein schnelles, endlich konjugiertes Linsensystem erfordern, oder in Anwendungen, die ein Übertragungslinsensystem in einem hochauflösenden Telekine-Filmabtaster erfordern.

Gemäß der vorliegenden Erfindung werden lichtstarke, hochwertige apochromatische Linsensysteme nach Anspruch 1 entworfen. Das resultierende Linsensystem weist eine hervorragende Bildqualität über das gesamte erforderliche Sichtfeld und innerhalb eines Bereichs des Spektrums von blau bis rot auf, wodurch dieses Linsensystem für die Verwendung in einem hochauflösenden Fernsehfilmabtaster geeignet ist.

Die vier dargestellten Ausführungsformen sind als abgewandelte oder erweiterte doppelte Gauß-Typen gekennzeichnet. Sie umfassen jeweils zwei Gruppen von Einzellinsen mit annähernder Symmetrie um eine Aperturblende, wie in einer Grundkonfiguration eines doppelten Objektivsystems vom Gauß-Typ, plus einer oder zwei zusätzlicher verkitteter oder nicht verkitteter Einzellinsen, die vorne an der ersten Gruppe von Einzellinsen und/oder hinten an der zweiten Gruppe angeordnet sind. Diese zusätzliche(n) Einzellinse(n) umfaßt/umfassen mindestens zwei Elemente, die aus Glastypen hergestellt sind, die einen erheblichen Unterschied im Brechungsindex aufweisen. Wie die dargestellten Ausführungsformen zeigen, besteht/bestehen diese zusätzliche(n) Einzellinse(n) jeweils aus mindestens einem positiven Element und einem negativen Element, die dicht nebeneinander angeordnet sind. Das negative Element besteht aus einem optischen Material, das einen erheblich höheren Brechungsindex aufweist als das Material für das positive Element. Die Grenzfläche zwischen den beiden Elementen der Einzellinse hat eine negative Brechkraft.

Für die Luftraumgrenzfläche zwischen den beiden Elementen ist die Brechkraft der Grenzfläche wie folgt definiert:

Brechkraft = [(1-N1)/R1] + ((N2-1)/R2].

Für eine verkittete Grenzfläche (wie in den dargestellten Ausführungsformen eins, zwei und drei) wird in der zuvor genannten Formel zur Berechnung der Brechkraft R1 = R2 gesetzt, und die Formel wird wie folgt gekürzt:

Brechkraft = (N2 - N1)/R2,

wobei folgendes gilt:

N1 ist der Brechungsindex des Glases links der Grenzfläche,

N2 ist der Brechungsindex des Glases rechts der Grenzfläche,

R 1 ist der Krümmungsradius der linken Seite

R 2 ist der Krümmungsradius der rechten Seite

Der Krümmungsradius R1 oder R2 ist positiv, wenn der Krümmungsmittelpunkt rechts der Fläche liegt. Er ist negativ, wenn der Krümmungsmittelpunkt links der Fläche liegt. Dies ist die heute in den meisten Linsenberechnungen verwendete Standardkonvention.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform beträgt die Differenz des Brechungsindex der zuvor genannten zusätzlichen Einzellinsen mehr als 0,10, wobei die beste Leistung bei 0,15 oder höher erzielt wird. Wie in den folgenden bevorzugten Beispielen gezeigt, liegt die Differenz im Brechungsindex (Δ N) der bevorzugten Beispiele im Bereich 0,14 < ΔN < 0,31.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform sind die aus dem Glastyp mit dem höheren Brechungsindex hergestellten Elemente physisch zur Außenseite der Linse (vorne oder hinten) angeordnet.

Diese zusätzlichen Einzellinsen dienen hauptsächlich dazu, den Astigmatismus der dritten Ordnung, den elliptischen Asymmetriefehler der fünften Ordnung und die schräge sphärische Aberration zu korrigieren. Selbstverständlich haben diese Einzellinsen auch eine spürbare Wirkung auf alle anderen Aberrationen, etwa die sphärische Aberration der dritten Ordnung, den tangentialen Asymmetriefehler, die Feldkrümmung, die Verzerrung und die Farbfehler. Gemeinsam stellen sie eine Konfiguration für ein Linsensystem bereit, das über das gesamte Sichtfeld hinsichtlich der optischen Abbildungsleistung deutlich dem der Grundkonfiguration des doppelten Gauß-Typs überlegen ist.

Vorausgehend wurden die wesentlichen Aspekte der Erfindung beschrieben. Doch darüber hinaus nutzt jede der vier Ausführungsformen Gläser mit anomaler relativer Teildispersion, so daß die Farbkorrektur deutlich besser als die ist, die mit normalen Glastypen erreicht werden könnte. Tatsächlich hat jede Ausführungsform eine apochromatische Farbkorrektur, wie in den nachfolgenden Beschreibungen detailliert erläutert wird.

Die Erfindung wird im folgenden anhand in der Zeichnung dargestellter Ausführungsbeispiele näher erläutert.

Es zeigen

Fig. 1 eine Schnittdarstellung einer ersten Ausführungsform;

Fig. 2 eine Schnittdarstellung einer zweiten Ausführungsform;

Fig. 3 eine Schnittdarstellung einer dritten Ausführungsform;

Fig. 4 eine Schnittdarstellung einer vierten Ausführungsform;

Fig. 1a eine Kurve der Achsenfarbe für den Achsenstrahl, der durch die Linse der ersten Ausführungsform tritt;

Fig. 2a eine Kurve der Achsenfarbe für den Achsenstrahl, der durch die Linse der zweiten Ausführungsform tritt;

Fig. 3a eine Kurve der Achsenfarbe für den Achsenstrahl, der durch die Linse der dritten Ausführungsform tritt;

Fig. 4a eine Kurve der Achsenfarbe für den Achsenstrahl, der durch die Linse der vierten Ausführungsform tritt.

Die Figuren 1, 2, 3 und 4 zeigen erste, zweite, dritte bzw. vierte Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung. Die Tabellen 1, 2, 3 und 4 zeigen die verschiedenen Parameter für die ersten, zweiten, dritten bzw. vierten Ausführungsformen, einschließlich der Flächenradien der Linsenemente, der Dicke der Linsenelemente und der Abstände zwischen den Linsenelementen.

Tabelle 1

* Gläser mit anormalen relativen Teildispersionen

Tabelle 2

* Gläser mit anormalen relativen Teildispersionen

Tabelle 3

* Gläser mit anormalen relativen Teildispersionen

Tabelle 4

* Gläser mit anormalen relativen Teildispersionen

Die in Fig. 1 gezeigte erste Ausführungsform weist die in Tabelle 1 aufgeführten Herstellungsdaten auf. Die erste Ausführungsform umfaßt Linsenelemente aus Einzellinsen, die nacheinander von links nach rechts wie folgt angeordnet sind:

- Eine bikonvexe Einzellinse, die ein einzelnes Linsenelement (E1a) ist, das aus Schott LGSK2 oder einem ähnlichen Material hergestellt ist.

- Ein erstes verkittetes Duplet, das aus einem bikonvexen Linsenelement (E2a) besteht, das mit einem binkonkaven Linsenelement (E3a) verkittet ist. Diese Elemente sind aus Schott LGSK2 bzw. Schott KZFSN4 hergestellt.

- Ein zweites verkittetes Duplet, das aus einem positiven bikonvexen Linsenelement (E4a) und einem negativen bikonkaven Linsenelement (Esa) besteht, hergestellt aus Schott FK51 und Schott LAF20.

- Eine Aperturblende (ASa).

- Ein drittes verkittetes Duplet, das aus Schott KZFSN4 und Schott LGSK2 hergestellt ist und aus einem negativen bikonkaven Linsenelement (E6a) besteht, das mit einem positiven bikonvexen Linsenelement (E7a) verkittet ist.

- Ein viertes verkittetes Duplet, das ebenfalls aus Schott KZFSN4 und Schott LGSK2 hergestellt ist und ebenfalls aus einem negativen bikonkaven Linsenelement (E8a) und einem positiven bikonvexen Linsenelement (E9a) besteht.

- Eine bikonvexe Einzellinse aus einem einzelnen Linsenelement (E10a), hergestellt aus Schott LGSK2.

- Ein verkittetes Duplet, das aus einem bikonvexen Linsenelement E(11a) und einem negativen bikonkaven Linsenelement E(12a) besteht, hergestellt aus Schott BALF5 und Schott LAK10.

Die beiden Gläser BALF5 und LAK10 für die Linsenelemente E11a und E12a weisen eine Differenz in ihrem Brechungsindex von ca. 0,17 auf. Die Brechkraft der verkitteten Grenzfläche beträgt -0,00642.

Die in Fig. 2 gezeigte zweite Ausführungsform weist die in Tabelle 2 aufgeführten Herstellungsdaten auf. Das Linsensystem der zweiten Ausführungsform besteht aus den folgenden Linsenelementen, Einzellinsen und Glastypen:

- Ein erstes verkittetes Duplet, hergestellt aus Schott KZFSN5 und Schott K10. Dieses Duplet besteht aus einem bikonkaven negativen Linsenelement (E1b) und einem bikonvexen positiven Linsenelement (E2b).

- Eine bikonvexe Einzellinse, die aus einem positiven einzelnen Linsenelement (E3b) besteht, hergestellt aus Schott LGSK2.

- Eine Meniskus-Einzellinse, die aus einem einzelnen Linsenelement (E4b) besteht, hergestellt aus Schott LGSK2.

- Eine bikonvexe Einzellinse, die aus einem einzelnen Linsenelement (E5b) besteht, hergestellt aus Schott FK51.

- Eine bikonkave Einzellinse, die aus einem einzelnen Linsenelement (E6b) besteht, hergestellt aus Schott KZFSN2.

- Eine Aperturblende (ASb).

- Eine bikonkave Einzellinse, die aus einem einzelnen Linsenelement (E7b) besteht, hergestellt aus Schott KZFSN2.

- Eine bikonvexe Einzellinse, die aus einem einzelnen Linsenelement (E8b) besteht, hergestellt aus Schott FK51.

- Eine Meniskus-Einzellinse, die aus einem einzelnen Linsenelement (E9b) besteht, hergestellt aus Schott LGSK2.

- Eine bikonvexe Einzellinse, die aus einem einzelnen Linsenelement (E10b) besteht, hergestellt aus Schott LGSK2.

- Ein verkittetes Duplet, das aus einem bikonvexen positiven Linsenelement (E11b) besteht, das mit einem bikonkaven negativen Linsenelement (E12b) verkittet ist, hergestellt aus Schott K10 bzw. Schott KZFSN5.

Die beiden Gläser K10 und KZFSN5 weisen eine Differenz in ihrem Brechungsindex von ca. 0,15 auf. Die Brechkraft der verkitteten Grenzfläche beträgt -0,0019 für die vordere bzw. -0,00231 für die hintere Grenzfläche Die Brechkraft berechnet sich nach folgender Gleichung:

Brechkraft = (N2 - N1)/R2

Beispielsweise ist die Brechkraft der hinteren Grenzfläche

1,65412 - 1,50137/- 66,2266 = -0,0023

Das in Fig. 3 gezeigte Linsensystem weist die in Tabelle 3 aufgeführten Herstellungsdaten auf. Diese Ausführungsform besteht aus den folgenden Linsenelementen, Einzellinsen und Glastypen:

- Ein erstes verkittetes Duplet aus einem negativen bikonvexen Linsenelement (E1c), das mit einem positiven bikonvexen Linsenement (E2c) verkittet ist und aus Ohara LASF014 sowie Schott LGSK2 besteht.

- Eine bikonvexe Einzellinse, die aus einem aus Schott LGSK2 hergestellten einzelnen Linsenement (E3c) besteht.

- Eine meniskusförmige Einzellinse, die aus einem aus Schott LGKS2 hergestellten einzelnen Linsenelement (E4c) besteht.

- Ein zweites verkittetes Duplet aus einem positiven bikonvexen Linsenelement (E5c), das mit einem negativen bikonkaven Linsenelement (E6c) verkittet ist, hergestellt aus Schott FK51 bzw. Ohara LAK09.

- Eine Aperturbende (ASc).

- Ein drittes verkittetes Duplet aus einem negativen bikonkaven Linsenelement (E7c), das mit einem positiven bikonvexen Linsenelement (E8c) verkittet ist, hergestellt aus Ohara LAK09 bzw. Schott FK51.

- Eine meniskusförmige Einzellinse aus einem einzelnen Linsenelement, hergestellt aus Schott LGSK2.

- Eine bikonvexe Einzellinse aus einem einzelnen Linsenelement (E10c), hergestellt aus Schott LGSK2.

- Ein viertes verkittetes Duplet aus einem positiven bikonvexen Linsenelement (E11c), das mit einem negativen bikonkaven Linsenelement (E12c) verkittet ist, hergestellt aus Schott LGSK2 bzw. Ohara LASF014.

Die beiden Gläser LGSK2 und LASF014 weisen eine Differenz in ihrem Brechungsindex von ca. 0,20 auf. Die Brechkraft der verkitteten Grenzfläche beträgt -0,00337 für die vordere bzw. -0,00420 für die hintere Grenzfläche

Das in Fig. 4 gezeigte Linsensystem weist die in Tabelle 4 aufgeführten Herstellungsdaten auf. Diese Ausführungsform besteht aus den folgenden Linsenelementen, Einzellinsen und Glastypen:

- Ein erstes nicht verkittetes Duplet aus einem negativen bikonvexen Linsenelement (E1d), das zu einem positiven bikonvexen Linsenelement (E2d) dicht benachbart ist, hergestellt aus Schott LASFN31 bzw. LGSK2.

- Eine bikonvexe Einzellinse aus einem einzelnen Linsenelement (E3d), hergestellt aus Schott LGSK2.

- Eine meniskusförmige Einzellinse aus einem einzelnen Linsenelement (E4d), hergestellt aus Schott LGSK2.

- Ein zweites nicht verkittetes Duplet aus einem positiven bikonvexen Linsenelement (E5d), das zu einem negativen bikonkaven Linsenelement (E6d) dicht benachbart ist, hergestellt aus Schott FK51 bzw. Schott KZFSN2.

- Eine Aperturblende (ASd).

- Ein drittes nicht verkittetes Duplet aus einem negativen bikonkaven Linsenelement (E7d), das zu einem positiven bikonvexen Linsenelement (E8d) dicht benachbart ist, hergestellt aus Schott KZFSN2 bzw. Schott FK51.

- Eine bikonvexe Einzellinse aus einem einzelnen Linsenelement (E9d), hergestellt aus Schott LGSK2.

- Eine bikonvexe Einzellinse aus einem einzelnen Linsenelement (E9d), hergestellt aus Schott LGSK2.

- Ein viertes nicht verkittetes Duplet aus einem positiven bikonvexen Linsenelement (E11d), das zu einem negativen bikonkaven Linsenelement (E12d) dicht benachbart ist, hergestellt aus Schott LGSK2 bzw. Schott LASFN31.

Die beiden aus den ersten und vierten Duplets bestehenden Gläser LGSK2 und LASFN31 weisen eine Differenz in ihrem Brechungsindex von ca. 0,3 auf. Die Brechkraft der Grenzfläche beträgt -0,00217 für die vordere bzw. -0,00055 für die hintere Grenzfläche. Die Brechkraft für die nicht verkittete Grenzfläche berechnet sich nach folgender Formel:

Brechkraft = [(1-N1)/R1] + [(N2-1)/R2]

Die optische Brechkraft für die hintere Grenzfläche beträgt beispielsweise:

Brechkraft

Der Abstand von der Motivebene zur Bildebene, auch als Bahnlänge bezeichnet, ist ein sehr wichtiger Parameter des Linsensystems. Er bestimmt die Größe der Linsenaberrationen. Beispielsweise ist die zweite Achsenfarbe eines Linsensystems proportional zum Produkt der Bahnlänge und der Vergrößerung, mit der das Linsensystem arbeitet. Die hier beschriebenen Ausführungsformen wurden alle auf eine Spurlänge von ca. 300 mm ausgelegt.

Die Größe des Motivs und die des Bildes bestimmen die Vergrößerung, mit der das Linsensystem arbeiten muß sowie den Bildfeldwinkel des Linsensystems. Im vorliegenden Fall gibt es eine Abbildungslinie auf einem Kinefilm von 35 mm Breite, die 20,96 mm lang ist und auf einen linearen CCD-Sensor von 28,8 mm Länge übertragen werden muß. Die erforderliche Vergrößerung beträgt somit 1,374. Der Bildfeldwinkel ermittelt sich nach dem optischen Mittelpunkt des Linsensystems, wobei die Bahn von 300 mm Länge in zwei Bereiche von 126,367 mm und 173,633 mm aufgeteilt wird. Der Bildfeldwinkel beträgt in bezug auf den optischen Mittelpunkt des Linsensystems +/- 4,74 Grad.

Es ist üblich, ein Linsensystem so zu entwerfen und zu testen, daß das "Motiv" im langen konjugierten Raum auf der linken Seite des Linsensystems liegt und das "Bild" im kurzen konjugierten Raum auf der rechten Seite des Linsensystems. Alle Strahlen werden von links nach rechts übertragen, was im vorliegenden Fall der entgegengesetzten Richtung entspricht, in der sich das Licht tatsächlich fortpflanzt. Die Vergrößerung, für die das Linsensystem ausgelegt ist, ist der reziproke Wert von 1,374 oder 0,7278. Diese Richtungsumkehr findet man normalerweise bei der Konstruktion eines Linsensystems für eine Projektionsvorrichtung. Das Licht pflanzt sich von dem kurzen konjugierten Raum (dem Film) zum langen konjugierten Raum (dem Projektionsschirm) fort, doch das Objektiv ist für Strahlen konstruiert, die sich in entgegengesetzter Richtung fortpflanzen. Die konstruktiven Einzelheiten für das Linsensystem der in dieser Patentanmeldung beschriebenen Ausführungsformen werden in der im Konstruktionsprozeß verwendeten Reihenfolge genannt, d.h. für die Strahlen, die von links von einem "Motiv" nach rechts zu einem "Bild" wandern, wobei sich das "Motiv" auf dem CCD-Sensor befindet und das "Bild" auf dem Kinefilm.

Die "Lichtstärke" oder Apertur des in den erfindungsgemäßen Ausführungsformen beschriebenen Linsensystems ist in der folgenden Tabelle aufgeführt:

Hinweis: Laut der ANSI-Formel (American National Standards Institute) ist die Blendenzahl einer Linse, die in einem endlichen konjugierten Raum arbeitet, der reziproke Wert des Doppelten aus der Summe der numerischen Aperturen der beiden Seiten des Linsensystems.

Diese Blendenzahlen (f) sind für Linsensysteme mit apochromatischer Farbkorrektur ungewöhnlich klein (d.h. die Linsen sind ungewöhnlich "lichtstark". Mit Ausnahme für apochromatische Mikroskopieobjektive weist die große Mehrheit der apochromatischen Linsensysteme Blendenzahlen im Bereich von 2,8 bis 11 auf. Die hohe "Lichtstärke" der hier beschriebenen Linsensysteme ist daher eine ihrer bemerkenswerten Eigenschaften.

Die ungewöhnlich großen numerischen Aperturen waren notwendig, damit das Telekinegerät einen Film bei normalen Projektionsgeschwindigkeiten (in Echtzeit) verarbeiten kann. Auch mit einem hoch optimierten Beleuchtungssystem wäre die Photonenmenge zur Ansteuerung der CCP-Sensoren nicht ausreichend gewesen, wenn die Linsen um mehr als einen Wert lichtschwächer gewesen wären.

Eine der Anforderungen des Linsensystems besteht darin, daß bei geöffneter Bühne die Ausleuchtung gleichmäßig ist. Angenommen, es befindet sich kein Film in der Bühne, sollten alle lichtempfindlichen Elemente innerhalb eines Toleranzbereichs von +/-5% idealerweise mit der gleichen Menge von Photonen beaufschlagt werden. Um diese Anforderung zu erfüllen, darf die Linsenkonstruktion keine Pupilenvignettierung bei schräg einfallenden Strahlen zulassen.

Die numerischen Aperturen auf der Motivseite der Linsensysteme bestimmen die Größe des Airy-Scheibchen-Beugungsflecks auf den CCD-Sensoren. Die Durchmesser des Beugungsflecks berechnen sich nach folgender Formel: Beugungsfleck-Durchmesser = d1,22 (WL)/(NA)

wobei WL = Wellenlänge und NA = numerische Apertur ist.

Bei einer Wellenlänge von 0,55 µm ergeben sich folgende Beugungsfleck-Durchmesser:

1. Ausführungsform 5,4 µm

2. Ausführungsform 6,7 µm

3. Ausführungsform 6,2 µm

4. Ausführungsform: 6,2 µm

Diese theoretischen Beugungsfleck-Durchmesser sind erheblich kleiner als die lichtempfindlichen Elemente des CCD-Sensors, die im Detaisensor 15 µm betragen. Es ist also nicht erforderlich, daß diese Linsensysteme in ihrer vollen Apertur wie Linsen mit perfektem Beugungsverhalten arbeiten. Wenn es die Bildqualität erfordert, daß die Bildpunktdurchmesser auf einem CCD-Sensor kleiner als 15 µm sind, dann besteht ein zwar kleiner aber nutzbarer Brennpunktabstand. Auf der CCD-Seite (Motivseite) des Linsensystems kann der Brennpunktabstand als Arbeitstoleranzwert mit +/- 0,055 mm vorausgesetzt werden. Auf der Filmseite (Bild) der Linse beträgt diese Toleranz ca. +/- 0,03 mm.

Die Achsenfarbeneigenschaften jeder der vier Ausführungsformen werden in den Fig. 1a, 2a, 3a und 4a gezeigt. Jede Figur zeigt eine Kurve der relativen Brennpunktposition in Längsrichtung für die Strahlen, die durch die Linse übertragen werden, ausgehend von der axialen Motivposition (wo sich die CCDs befinden), und in Nähe der axialen Bildposition endend (wo sich der Film befindet). Es werden drei Arten von Strahlen übertragen: Paraxialstrahlen, Zonenstrahlen, die durch die 0,7 Zone der Pupille treten, und Randstrahlen, die durch den Rand der Pupille sowie durch den Rand der Aperturblende treten. Diese Strahlen werden mit Wellenlängen von 400 nm bis 850 nm übertragen. In jedem Fall wird die Brennpunktposition für die Paraxialstrahlen bei 550 nm willkürlich mit 0 angegeben. Die Brennpunktposition bei anderen Wellenlängen können somit zur paraxialen Brennpunktposition bei 550 nm in Bezug gesetzt werden.

Die Kurven der Achsenfarben geben Aufschluß darüber, ob es sich bei dem Linsensystem um einen Apochromaten handelt. Wenn man eine gerade horizontale Linie ziehen kann, die eine bestimmte Brennpunktposition darstellt, und die die paraxialen Kurven in 3 Punkten schneidet, die drei Wellenlängen darstellen, dann handelt es sich um einen Apochromaten. Die Identität dieser 3 Wellenlängen hängt selbstverständlich von der jeweils gewählten Brennpunktposition ab. Da dies einer gewissen Willkürlichkeit unterworfen war, sind die drei durch diese Punkte dargestellten Wellenlängen nicht von Bedeutung.

Ein wichtiger Wert ist die Brennpunktverschiebung im Grünbereich bei 550 nm und im Rotbereich bei ca. 670 nm sowie die Brennpunktverschiebung zwischen dem Grünbereich bei 550 nm und dem Blaubereich bei ca. 450 nm. Diese Brennpunktverschiebungen führen direkt zu einem Verlust der Abbildungsleistung. Da die relative Empfindlichkeit des "Detailsensors" nur ca. 10 % gegen blaues Licht beträgt, aber gegen rotes Licht dreimal so hoch ist, liegt es auf der Hand, daß die Brenn punktverschiebung zwischen den grünen und den roten Strahlen wichtiger ist als die Brennpunktverschiebung zwischen den grünen und den blauen Strahlen. Wie zuvor erwähnt beträgt der Brennpunktabstand auf der Bildseite des Linsensystems ca. + /- 0,03 mm. Die Betrachtung der in Fig. 1a, 2a, 3a und 4a gezeigten Achsenfarbenkurven zeigt, daß die Brennpunktverschiebung zwischen den grünen und roten Strahlen deutlich in diesen Brennpunktabstand fällt.

In Fig. 1a, 2a und 4a ist zu erkennen, daß die Kurven für die Paraxialstrahlen, für die Zonenstrahlen und für die Randstrahlen für den größten Teil des Bereichs, der den sichtbaren Bereich des Spektrums umfaßt, ungefähr "parallel" zueinander verlaufen. Bei diesem Verhalten verändert sich die sphärische Aberration mit der Wellenlänge nicht nennenswert. Der Begriff "Sphärochromatismus" bezieht sich auf die sich mit der Wellenlänge verändernde sphärische Aberration. Die beschriebenen Linsensysteme sind somit relativ frei von Sphärochromatismus, und zwar bis in Nähe des blauen Endes des sichtbaren Spektrums.

In Fig. 3a ist zu beobachten, daß die Zonen- und Randkurven mit der Paraxialkurve nicht "parallel" laufen. Bei 670 nm ist die Linsenkonstruktion sphärisch unterkorrigiert. Bei 450 nm ist die Konstruktion sphärisch überkorrigiert. Diese Konstruktion zeigt somit ein gewisses Maß an Sphärochromatismus. Das in den Fig. 1a, 2a und 4a gezeigte Verhalten ist allgemein dem in Fig. 3a gezeigten vorzuziehen. Doch auch das in Fig. 3a gezeigte Verhalten ist noch annehmbar, wenn dessen Leistung im Detail analysiert wird. Wenn der tiefblaue Bereich des Spektrums (450 nm) für die Leistung des Linsensystems von sehr großer Bedeutung wäre, würde das in Fig. 3a gezeigte Leistungsverhalten gegenüber dem in Fig. 2a gezeigten bevorzugt, da die Brennpunktverschiebung zwischen 450 nm und 550 nm in Fig. 3a kleiner als die in Fig. 2a ist.

Die in Fig. 1, 2, 3 und 4 gezeigten Ausführungsformen wurden für ein hochauflösendes Telekinegerät konstruiert. Wegen der vorgesehenen Anwendung ist an der Vorderseite, also an der Motivseite der Linse ein dicker Glasblock angeordnet. Dieser zwei Planflächen aufweisende Glasblock ist aus dem gleichen Glas wie das Strahlenteilungsprisma, wurde aber um verschiedene Farbfilter ergänzt.

Jedes Linsensystem der vier Ausführungsformen hat zudem an der Vorder- und Rückseite Planfenster. Diese Fenster schützen die Linsenelemente. Sie bestehen aus dem Kronenglas BK7. Die Fenster lassen sich einfach reinigen und können ausgetauscht werden, falls sie beschädigt würden. Bei der Bezugnahme auf die Anzahl der Elemente in jeder Linsenkonstruktion (in allen 4 Ausführungsformen 12 Elemente) wurden diese Fenster nicht mitgezählt. Die Verwendung dieser Fenster wurde durch die Anwendung notwendig. Die Erfindung kommt jedoch auch ohne die genannten Fenster oder ohne den genannten Glasblock aus, wenn sie in anderen Anwendungen zum Einsatz kommt.

Die Erfindung wurde mit besonderem Bezug auf vier bevorzugte Ausführungsformen beschrieben. Selbstverständlich können jedoch Abwandlungen und Anderungen vorgenommen werden. Beispielsweise kann statt eines außen verkitteten Duplets ein außen verkittetes Triplet verwendet werden.

Zwar sind bei den beschriebenen Ausführungsformen alle Flächen sphärisch, aber selbstverständlich können andere Ausführungsformen dieser Erfindung auch nicht sphärische Flächen aufweisen.

Desgleichen können die Brennweite, die Bahnlänge sowie andere Systemparameter der Ausführungsformen für verschiedene Anwendungen verkleinert oder vergrößert werden. Auch können unter Nutzung der Konstruktionsparameter Veränderungen an der Feldweite oder an der Vergrößerung vorgenommen werden.

Die erfindungsgemäßen Linsensysteme sind nicht auf die Verwendung in hochauflösenden Telekine-Filmabtastern beschränkt, sondern können auch in anderen Anwendungen eingesetzt werden, für die ein hochwertiges Linsensystem erforderlich ist.

Die Erfindung wurde unter Bezug auf bestimmte Beispiele unter Verwendung von kommerziell verfügbaren Glastypen beschrieben. Diese Beispiele dienen nur zur Veranschaulichung der Erfindung. Selbstverständlich kann ein einschlägiger Fachmann andere Glaskombinationen finden, um den jeweiligen Anforderungen einer Anwendung gerecht zu werden. Der Schutzumfang der Erfindung wird allgemein gemäß der anhängenden Ansprüche festgelegt.


Anspruch[de]

1. Linsensystem mit einer Vielzahl optischer Elemente (E1a - E12a; E1b - E12b; E1c - E12c; E1d - E12d), wobei die optischen Elemente

als zwei Gruppen von Einzellinsen (E1a - E5a, E6a - E10a; E3b - E6b, E7b - E10b; E3c - E6c, E7c - E10c; E3d - E6d, E7d - E10d) in der Grundkonfiguration eines Objektivsystems vom Gauß-Typ mit annähernder Symmetrie um eine Aperturblende (ASa; ASb; ASc; ASd) herum angeordnet sind, wobei die inneren Einzellinsen einer jeden, der Aperturblende benachbarten Gruppe miniskusförmig ausgebildet und mit ihren konkaven Flächen der Aperturblende zugewandt sind, und

als zusätzliche Einzellinse (E11a - E12a; E1b - E2b, E11b - E12b; E1c - E2c, E11c - E12c; E1d - E2d, E11d - E12d) außerhalb der beiden Gruppen angeordnet sind, die aus einem positiven (11a; E2b, E11b; E2b, E11c; E2d, E11d) und einem negativen Linsenelement (E12a; E1b, E12b; E1b, E12c; E1d, E12d) besteht, wobei das positive und das negative Linsenelement entweder eine Luftraum- Grenzfläche negativer Brechkraft oder eine verkittete Grenzfläche negativer Brechkraft aufweisen, dadurch gekennzeichnet, daß das Linsensystem einen Glasblock oder ein Strahlenteilungsprisma aufweist und daß der Brechungsindex des negativen Linsenelements (E12a; E1b, E12b; E1b, E12c; E1d, E12d) um mehr als 0,14 und weniger als 0,31 größer ist als der Brechungsindex des positiven Linsenelements (E11a; E2b, E11b; E2b, E11c; E2d, E11d).

2. Linsensystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das negative Linsenelement zur Außenseite des Linsensystems hin angeordnet ist.

3. Linsensystem nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die zusätzliche Einzellinse auf der kurzen konjugierten Seite des Linsensystems angeordnet ist.

4. Linsensystem nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die zusätzliche Einzellinse ein Duplet ist.

5. Linsensystem nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die zusätzliche Linse ein Duplet ist.

6. Linsensystem nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das positive Linsenelement mit dem negativen Linsenelement verkittet ist und eine verkittete Grenzfläche bildet, die eine negative Brechungskraft hat.

7. Linsensystem nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das positive Linsenelement mit dem negativen Linsenelement verkittet ist und eine verkittete Grenzfläche bildet, die eine negative Brechungskraft hat.

8. Linsensystem nach Anspruch 1, 5 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß die zusätzliche Einzellinse auf der kurzen konjugierten Seite des Linsensystems angeordnet ist.

9. Linsensystem nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das positive Linsenelement eine konvexe Rückseite und das negative Linsenelement eine konkave Vorderseite aufweist.

10. Linsensystem nach Anspruch 2, 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Linsensystem mehrere Linsenelemente umfaßt, die aus optischen Materialien mit anormaler relativer Teildispersion bestehen, um eine verbesserte Farbkorrektur zu erhalten.

11. Linsensystem nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß Linsensystem mehrere Linsenelemente umfaßt, die aus optischen Materialien mit anormaler relativer Teildispersion bestehen, um eine verbesserte Farbkorrektur zu erhalten.

12. Linsensystem nach Anspruch 2, 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß mehr als die Hälfte der Linsenelemente aus optischen Materialien mit anormaler relativer Teildispersion bestehen, um eine apochromatische Farbkorrektur zu erhalten.

13. Linsensystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Linsenelemente und die Aperturblende (ASa; ASb; ASc; ASd) derart angeordnet sind, daß sie ein Linsenübertragungsystem mit einer Blendenzahl von kleiner als 2,8 bilden.

14. übertragungssystem nach Anspruch 13 zur Verwendung in einem hochauflösenden Telekinegerät.

15. Linsensystem nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, daß das negative Linsenelement zur Außenseite des Linsensystems hin angeordnet ist.

16. Linsensystem nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die verkittete Einzellinse auf der kurzen konjugierten Seite des Linsensysteins angeordnet ist.

17. Linsensystem nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß das Linsensystem mehrere Linsenelemente umfaßt, die aus optischen Materialien mit anormaler relativer Teildispersion bestehen, um eine apochromatische Farbkorrektur zu erhalten.

18. Linsensystem nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die zusätzliche verkittete Einzellinse ein verkittetes Duplet ist.

19. Linsensystem nach Anspruch 1, mit zwei Gruppen von Einzellinsen und einer dazwischen angeordneten Aperturblende, wobei die beiden Gruppen von Einzellinsen in der Grundkonfiguration eines Objektivsystems vom Gauß-Typ angeordnet sind, gekennzeichnet durch

ein erstes, vor den beiden Gruppen von Einzellinsen angeordnetes Duplet und

ein zweites, an der Rückseite der beiden Gruppen von Einzellinsen angeordnetes Duplet, wobei das erste und zweite Duplet jeweils aus einem zur Innenseite des Linsensystems hin angeordneten positiven Linsenelement und einem zur Außenseite des Linsensystems hin angeordneten negativen Linsenelement besteht und daß die Grenzfläche zwischen den beiden Linsenelementen eines jeden Duplets eine negative Brechungskraft hat.

20. Linsensystem nach Anspruch 1, wobei das Linsensystem von vorne nach hinten gesehen ein erstes, außen liegendes Duplet mit einem negativen und einem positiven Linsenelement aufweist, gekennzeichnet durch

- eine bikonvexe Einzellinse,

- eine Meniskus-Einzellinse,

- ein innen liegendes Duplet mit einem Linsenelement, das eine zu einer Aperturblende hin gerichtete konkave Fläche aufweist; eine Aperturblende,

- ein innen liegendes Duplet mit einem Linsenelement, das eine zur Aperturblende hin gerichtete konkave Fläche aufweist;

- eine Meniskus-Einzellinse,

- eine bikonvexe Einzellinse und

- ein Duplet, das ein positives und ein negatives Linsenelement aufweist.

21. Linsensystem nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden innen liegenden Duplets nicht verkittet sind und aus positiven und negativen Linsenelementen bestehen.

22. Linsensystem nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden innen liegenden Duplets verkittete Duplets sind und aus miteinander verkitteten positiven und negativen Linsenelementen bestehen.

23. Linsensystem nach Anspruch 1, wobei das Linsensystem von vorne nach hinten gesehen ein erstes, außen liegendes, verkittetes Duplet mit einem negativen bikonkaven und einem positiven bikonvexen Linsenelement aufweist, gekennzeichnet durch

- ein einzelnes bikonvexes Linsenelement,

- ein einzelnes Meniskus-Linsenelement,

- ein erstes, innen liegendes, verkittetes Duplet mit einer zu einer Aperturblende hin gerichteten konkaven Fläche; eine Aperturblende,

- ein zweites, innen liegendes, verkittetes Duplet mit einer zur Aperturblende hin gerichteten konkaven Fläche,

- ein einzelnes Meniskus-Linsenelement,

- ein bikonkaves Linsenelement, und

- ein zweites, außen liegendes, verkittetes Duplet mit einem positiven bikonvexen und einem negativen bikonkaven Linsenelement.

24. Linsensystem nach Anspruch 1, wobei das Linsensystem von vorne nach hinten gesehen ein erstes, außen liegendes, verkittetes Duplet mit einem negativen bikonkaven und einem positiven bikonvexen Linsenelement aufweist, gekennzeichnet durch

- ein einzelnes bikonvexes Linsenelement,

- ein einzelnes Meniskus-Linsenelement,

- ein einzelnes bikonvexes, positives Linsenelement,

- ein einzelnes negatives Linsenelement mit einer zu einer Aperturblende hin gerichteten konkaven Fläche; eine Aperturblende,

- ein einzelnes negatives Linsenelement mit einer zur Aperturblende hin gerichteten konkaven Fläche,

- ein einzelnes bikonvexes Linsenelement,

- ein einzelnes Meniskus-Linsenelement,

- ein bikonvexes Linsenelement und

- ein zweites, außen liegendes, verkittetes Duplet mit einem positiven bikonvexen und einem negativen bikonkaven Linsenelement

25. Linsensystem nach Anspruch 1, wobei das Linsensystem von vorne nach hinten gesehen gekennzeichnet ist durch

- eine bikonvexe Einzellinse,

- eine Meniskus-Einzellinse,

- ein innen liegendes, verkittetes Duplet mit einer zur Aperturblende hin gerichtete konkave Fläche; eine Aperturblende,

- ein weiteres, innen liegendes, verkittetes Duplet mit einer zur Aperturblende hin gerichteten konkaven Fläche,

- eine Meniskus-Einzellinse,

- eine bikonvexe Einzellinse und

- ein außen liegendes, verkittetes Duplet.

26. Linsensystem nach Anspruch 1, wobei das Linsensystem von vorne nach hinten gesehen gekennzeichnet ist durch

- ein erstes bikonvexes Linsenelement,

- ein erstes, innen liegendes Duplet, das aus einem positiven und einem negativen Linsenelement besteht,

- ein zweites, innen liegendes Duplet, das aus einem positiven Linsenelement besteht, gefolgt von einem negativen Linsenelement mit einer zu einer Aperturblende hin gerichteten konkaven Fläche; eine Aperturblende,

- ein drittes, innen liegendes Duplet mit einem negativen Linsenelement, das eine zur Aperturblende hin gerichtete konkave Fläche aufweist,

- ein viertes, innen liegendes Duplet,

- eine bikonvexe Einzellinse und

- ein außen liegendes, verkittetes Duplet mit einem positiven bikonvexen und einem negativen bikonkaven Linsenelement

27. Linsensystem nach Anspruch 1, wobei das Linsensystem von vorne nach hinten gesehen gekennzeichnet ist durch

- ein einzelnes bikonvexes Linsenelement,

- ein erstes, verkittetes Duplet, das aus einem bikonvexen, mit einem bikonkaven Linsenelement verkitteten Linsenelement besteht,

- ein zweites, innen liegendes, verkittetes Duplet mit einer zu einer Aperturblende hin gerichteten konkaven Fläche; eine Aperturblende,

- ein drittes, innen liegendes, verkittetes Duplet mit einer zu einer Aperturblende hin gerichteten konkaven Fläche,

- ein viertes, verkittetes Duplet mit einem mit einem positiven bikonvexen Linsenelement verkitteten negativen Linsenelement,

- eine bikonvexe Einzellinse und

- ein außen liegendes, verkittetes Duplet mit einem positiven bikonvexen und einem negativen bikonkaven Linsenelement.

28. Linsensystem nach Anspruch 20, 23, 24, 25, 26 oder 27, gekennzeichnet durch eine Vielzahl von Linsenelementen, die aus Glas mit anormaler relativer Teildispersion bestehen, um eine apochromatische Farbkorrektur zu erhalten.

29. Linsensystem nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch folgende Radien der Flächen, Dicke der Elemente und optische Materialien:

30. Linsensystem nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch folgende Radien der Flächen, Dicke der Elemente und optische Materialien:

31. Linsensystem nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch folgende Radien der Flächen, Dicke der Elemente und optische Materialien:

32. Linsensystem nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch folgende Radien der Flächen, Dicke der Elemente und optische Materialien:







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