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Dokumentenidentifikation DE69222222T2 26.02.1998
EP-Veröffentlichungsnummer 0516081
Titel Viskoelastische Harzzusammensetzung für Schwingungsdämpfungsmaterial
Anmelder Toyo Boseki K.K., Osaka, JP;
Nippon Steel Corp., Tokio/Tokyo, JP
Erfinder Nakamura, Masanori, c/o Toyo Boseki K.K., Otsu-shi, Shiga-ken, JP;
Hirakouchi, Hiroshi, c/o Toyo Boseki K.K., Otsu-shi, Shiga-ken, JP;
Yatsuka, Takeshi, c/o Toyo Boseki K.K., Otsu-shi, Shiga-ken, JP;
Kadowaki, Nobuo, c/o Nippon Steel Corporation, Futtsu-shi, Chiba-ken, JP;
Endoh, Hiroshi, c/o Nippon Steel Corporation, Futtsu-shi, Chiba-ken, JP
Vertreter Vossius & Partner GbR, 81675 München
DE-Aktenzeichen 69222222
Vertragsstaaten DE, FR, GB, IT, SE
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 27.05.1992
EP-Aktenzeichen 921089462
EP-Offenlegungsdatum 02.12.1992
EP date of grant 17.09.1997
Veröffentlichungstag im Patentblatt 26.02.1998
IPC-Hauptklasse C08L 67/00
IPC-Nebenklasse C08L 63/00   C08G 18/42   F16F 9/30   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine viskoelastische Harzzusammensetzung für Schwingungsdämpfungsmaterial und insbesondere eine viskoelastische Harzzusammensetzung für Schwingungsdämpfungsmaterial, um eine Zwischenschicht im Laminatbauteil von Maschinen, Gebäuden und Fahrzeugen zu erzeugen.

In diesen Tagen gut entwickelter Verkehrseinrichtungen und gestörter städtischer Umgebungen, wo Wohnhäuser nahe bei Fabriken sind, stellen Lärm und Vibration ein soziales Problem als öffentliches Ärgernis dar. Lärm und Vibration beeinträchtigen auch die Arbeitsumgebung. Versuche werden unternommen, Lärm und Vibration zu vermindern, indem ein metallisches Material als Quelle für Lärm und Vibration mit schwingungsdämpfender Funktion bereitgestellt wird, um Schwingungsenergie zu absorbieren und in thermische Energie umzuwandeln, wodurch die Schwingungsgeschwindigkeit oder Schwingungsamplitude gedämpft und die akustische Abstrahlung vermindert wird.

Um die schwingungsdämpfende Funktion zu verbessern, wurde ein schwingungsdämpfendes Verbundmaterial mit Laminatstruktur vorgeschlagen, das aus Metallschichten und einer zwischen diesen eingebauten viskoelastischen Zwischenschicht besteht. Es ist jetzt als Bauteil für Automotorhauben und -ölwannen, Fülltrichter, Förderanlagenabsperrvorrichtungen, elektrische Haushaltsgeräte, Metallbearbeitungsmaschinen und Präzisionsmaschinen, die so wenig Vibrationen wie möglich erzeugen dürfen, in Verwendung.

Im allgemeinen ist das vorstehend erwähnte schwingungsdämpfende Verbundmaterial bei seiner Leistungsfähigkeit von der viskoelastischen Zwischenschicht abhängig. Die schwingungsdämpfende Leistungsfähigkeit wird als Verlustfaktor ausgedrückt (der den Umwandlungsgrad von äußerer Schwingungsenergie in thermische Energie durch innere Reibung oder eine Menge an durch Vibration verursachtem mechanischem Hystereseverlust angibt). Der Verlustfaktor hat bei einer bestimmten Temperatur einen Spitzenwert, und das schwingungsdämpfende Material kann am wirksamsten in der Umgebung dieser Temperatur eingesetzt werden.

Nach der bekannten Technologie nach dem Stand der Technik hat das schwingungsdämpfende Verbundmaterial eine viskoelastische Zwischenschicht, die aus Polyester allein (*1), Polyester mit eingelagertem Weichmacher (*2), Polyester mit eingelagertem organischen Polyvinylbutyral-Polyvinylacetat-Zusammensetzung mit eingelagertem Weichmacher und Klebrigmacher (*10), Copolymer aus Isocyanatpräpolymer und Vinylmonomer (*11) oder einem spezifischen Copolymer (*12, *13, *14) hergestellt ist.

*1 Japanisches Patent Kokai Nr.143 880/1975

*2 Japanisches Patent Kokai Nr.93 770/1976

*3 Japanisches Patent Kokai Nr.41 080/1976

*4 Japanisches Patent Kokai Nr.83 640/1976

*5 Japanisches Patent Kokai Nr.295 949/1987

*6 Japanisches Patent Kokai Nr.202 446/1988

*7 Japanisches Patent Kokai Nr.91 981/1976

*8 Japanisches Patent Kokai Nr.159 160/1981

*9 Japanisches Patent Kokai Nr.34949/1982

*10 Japanisches Patent Kokai Nr.27 975/1980

* 11 Japanische Patentveröffentlichung Nr.27 975/1980

* 12 Japanisches Patent Kokai Nr.258 262/1985

*13 Japanische Patentveröffentlichung Nr.12 451/1964

*14 Japanische Patentveröffentlichung Nr.34 703/1970

Das schwingungsdämpfende Verbundmaterial muß einen hohen Verlustfaktor und eine hohe Haftfestigkeit zwischen der viskoelastischen Zwischenschicht und der Metallschicht haben. Jedoch wurden diese Anforderungen nicht vollständig erfüllt. Beispielsweise können schwingungsdämpfende Leistungsfähigkeit und Haftfestigkeit bei Zimmertemperatur nicht zusammen vorkommen, wenn die viskoelastische Zwischenschicht aus Polyesterharz (wie in den Japanischen Patenten Kokai Nrn. 143 880/1975, 93 770/1976,41 080/1976 und 83 640/1976) besteht, oder selbst wenn die viskoelastische Zwischenschicht aus einer Vielzahl von Polyestern (die sich im Glasumwandlungspunkt unterscheiden) in Kombination besteht, so daß sie ihre schwingungsdämpfende Wirkung über einen breiten Temperaturbereich liefert (wie in den Japanischen Patenten Kokai Nrn. 295 949/1987 und 202446/1988).

Darüberhinaus sollte sich das schwingungsdämpfende Verbundmaterial mit einer viskoelastischen Zwischenschicht beispielsweise durch Pressen und Biegen verarbeiten lassen. Die herkömmlichen erfüllen diese Anforderung jedoch nicht; sie neigen zu Faltenbildung und Zerbrechen während der Verarbeitung und auch zum Abblättern zwischen viskoelastischer Zwischenschicht und Metalischicht während der Wärmebehandlung (wie Einbrennvergütung), die auf die Verarbeitung folgt.

Die vorliegende Erfindung wurde fertiggestellt, um sich den vorstehend erwähnten Problemen zuzuwenden. Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine viskoelastische Harzzusammensetzung für ein schwingungsdämpfendes Material mit verbesserter Leistungsfähigkeit, Haftfestigkeit, Formbarkeit und Hitzebeständigkeit bereitzustellen.

Die vorliegende Erfindung wird verkörpert durch eine viskoelastische Harzzusammen- Setzung für schwingungsdämpfendes Material, umfassend

(A) wenigstens ein amorphes Polyesterharz mit niedrigem spezifischen Gewicht, in dem mehr als 35 Mol% der zweibasigen Säureeinheit vom aromatischen Typ ist,

(B) wenigstens ein amorphes Polyesterharz mit hohem spezifischen Gewicht, in dem mehr als 80 Mol% der zweibasigen Säureeinheit vom aromatischen Typ ist, und

(C) wenigstens einen Härter, gewählt aus Polyisocyanatverbindungen, epoxygruppenhaltigen Verbindungen und Säureanhydriden,

wobei die Bestandteile (A) und (B) im Gewichtsverhältnis von 90:10 bis 30:70 vorliegen und sich voneinander im spezifischen Gewicht (bei 30 ºC) um 0,06 bis 0,15 und ebenso im Zahlenmittel des Molekulargewichts um mehr als 10.000 unterscheiden, wobei es bei beiden höher als 5.000 ist.

Die vorliegende Erfindung erfordert, daß die viskoelastische Harzzusammensetzung aus zwei oder mehr Polyesterharzen besteht, die sich voneinander im Zahlenmittel des Molekulargewichts um mehr als 10.000 und im spezifischen Gewicht um 0,06-0,15 unterscheiden. Die Polyesterharze, die diese Anforderungen erfüllen, erzeugen einen Mikrophasentrennungsaufbau, aber machen keine vollständige Phasentrennung durch. Dies führt zu ihrer überlegenen schwingungsdämpfenden Leistungsfähigkeit (über einen breiten Temperaturbereich), Adhäsion und Formbarkeit. Außerdem zeigen sie beim Heißhärten verbesserte Haftfestigkeit und Hitzebeständigkeit nach dem Formen.

Die Polyesterharze werden aus zweibasigen Säuren und Glykolen erzeugt. Die zweibasigen Säuren umfassen aromatische Dicarbonsäuren (wie Terephthalsäure, Isophthalsäure, Orthophthalsäure, 1 ,5-Naphthalindicarbonsäure, 2,6-Naphthalindicarbonsäure, 4,4'-Biphenyldicarbonsäure, 2,2'-Biphenyldicarbonsäure und 5-Natriumsulfoisophthalsäure), alicyclische Dicarbonsäuren (wie 1,4-Cyclohexandicarbonsäure, 1,3-Cyclohexandicarbonsäure und 1,2-Cyclohexandicarbonsäure) und aliphatische Dicarbonsäuren (wie Bernsteinsäure, Adipinsäure, Azelainsäure, Sebacinsäure, Dodecandicarbonsäure und Dimersäure). Diese zweibasigen Säuren können in Kombination mit dreibasigen Säuren (wie Trimellitsäure und Pyromellitsäure) in für die Harzeigenschaften unschädlichen Mengen eingesetzt werden.

Die Glykole werden beispielhaft veranschaulicht durch aliphatische Glykole (wie Ethylenglykol, Propylenglykol, 1,4-Butandiol, 1,3-Butandiol, 1,5-Pentandiol, Neopentylglykol, 3-Methylpentandiol, 1,6-Hexandiol, Trimethylpentandiol, 1,9-Nonandiol, 2-Methyl- 1,8-octandiol, 2,2'-Diethyl- 1,3-propandiol, 2-Ethyl-2-butyl-1,3-propandiol, Diethylenglykol und Triethylenglykol), alicyclische Diole (wie 1,4-Cyclohexandimethanol) und aromatische Diole, die Ringe enthalten (wie ein Addukt von Bisphenol A oder Bisphenol 5 mit Ethylenoxid oder Propylenoxid). Diese Glykole können in Kombination mit trifunktionellen oder multifunktionellen Bestandteilen, wie Trimethylolpropan, Glycerin und Pentaerythrit, in für die Harzeigenschaften unschädlichen Mengen eingesetzt werden.

Die Polyesterharze können als ihre Bestandteile Hydroxycarbonsäuren (wie Hydroxybenzoesäure und p-(2-Hydroxyethoxy)benzoesäure) oder cyclische Esterverbindungen (wie ε-Caprolacton und δ-Valerolacton) verwenden.

Nach der vorliegenden Erfindung verwendet die viskoelastische Harzzusammensetzung 2 Arten von Polyesterharzen, (A) eines, in dem mehr als 35 Mol% der zweibasigen Säureeinheit vom aromatischen Typ sind, und (B) ein weiteres, in dem mehr als 80 Mol% der zweibasigen Säureeinheit vom aromatischen Typ sind. Mit einer geringeren Menge an aromatischen Dicarbonsäuren als vorstehend angegeben sind die Polyesterharze schlecht in der Kohäsionskraft und deshalb in der Haftfestigkeit.

Nach der vorliegenden Erfindung ist es wichtig, daß die zwei Polyesterharze sich voneinander im Zahlenmittel des Molekulargewichts um wenigstens 10.000, vorzugsweise mehr als 12.000, und auch im spezifischen Gewicht (bei 30 ºC) um 0,06-0,15, vorzugsweise 0,08- 0,125, unterscheiden. Auf Grund dieses Unterschieds in Molekulargewicht und spezifischem Gewicht bilden die zwei Polyesterharze den Mikrophasentrennungsaufbau, und folglich neigt die erfindungsgemäße viskoelastische Harzzusammensetzung nicht zur Phasentrennung, wenn sie in einem organischen Lösungsmittel gelöst wird, und die Phasentrennung, die nach langer Lagerung auftreten kann, kann leicht durch einfaches Umrühren beseitigt werden. Wenn der Unterschied im Molekulargewicht und im spezifischen Gewicht außerhalb des vorstehend angegebenen Bereichs liegt, vermischen sich die zwei Polyesterharze gleichmäßig miteinander oder trennen sich vollständig in zwei Phasen in der viskoelastischen Harzzusammensetzung. Der erstere Fall führt zu ungenügenden Verbesserungen bei der schwingungsdämpfenden Leistungsfähigkeit, Haftfestigkeit, Formbarkeit und Hitzebeständigkeit nach dem Formen. Der letztere Fall hat nachteilige Auswirkungen auf die mechanische Festigkeit, Haftfestigkeit, Formbarkeit und Hitzebeständigkeit nach dem Formen.

Nach der vorliegenden Erfindung sollte eines der zwei Polyesterharze ein Zahlenmittel des Molekulargewichts höher als 5.000, vorzugsweise höher als 7.000, haben, was niedriger ist als das des anderen. Wenn diese Bedingung nicht erfüllt ist, ist die Harzzusammensetzung schlecht in Haftkraft und Formbarkeit.

Nach der vorliegenden Erfindung sollten die zwei Polyesterharze, eines mit niedrigem spezifischen Gewicht und das andere mit hohem spezifischen Gewicht, miteinander im Verhältnis 90:10 bis 30:70, vorzugsweise 85:15 bis 50:50, gemischt werden. Wenn die Menge des letzteren weniger als vorstehend angegeben beträgt, zeigt die Kombination der zwei Polyesterharze nicht die gewünschte Wirkung. Im umgekehrten Fall tritt ein unstabiler Mikrophasentrennungsaufbau auf, der die Wirkung der Erfindung abschwächt.

Nach der vorliegenden Erfindung sollten die Polyesterharze amorphe sein, die keinen definierten Schmelzpunkt geben, wenn sie unter Verwendung eines Differentialscanningcalorimeters mit einer Geschwindigkeit von 10 ºC je Minute erhitzt werden. Kristalline Polyesterharze sind schlecht in schwingungsdämpfender Leistungsfähigkeit und Formbarkeit.

Nach der vorliegenden Erfindung sollten die Polyesterharze mit wenigstens einem Härter, gewählt aus Polyisocyanatverbindungen, epoxygruppenhaltigen Verbindungen und Säureanhydriden, gemischt werden, so daß sie beim Erhitzen gehärtet werden. Die thermisch gehärteten Polyesterharze zeigen verbesserte Haftfestigkeit, Formbarkeit, Hitzebeständigkeit nach dem Formen und Hydrolysebeständigkeit (was zu verbesserter Lebensdauer des schwingungsdämpfenden Verbundmaterials führt). Die Polyisocyanatverbindungen schließen aliphatische, alicyclische und aromatische ein, die eine Funktionalität von zwei oder höher haben. Vom Gesichtspunkt der Flüchtigkeit, Adhäsion und Lebensdauer sind die mit einer Funktionalität von drei oder höher wünschenswert. Die epoxygruppenhaltigen Verbindungen schließen die mit zwei oder mehr Glycidylgruppen je Molekül ein, wie Epoxyharz vom Epi-bis-Typ, aliphatisches Epoxyharz, Glycidylesterharz, Glycidylaminharz, Glycidyletherharz und Epoxyharz vom Novolaktyp. Die Säureanhydride schließen aliphatische, alicyclische und aromatische ein, wobei die mit zwei oder mehr Säureanhydridgruppen je Molekül wünschenswert sind.

Nach der vorliegenden Erfindung werden die Polyesterharze mit den vorstehend erwähnten Härtem vermischt, die allein (z. B. Polyisocyanatverbindung) oder in Kombination miteinander (z. B. Polyisocyanatverbindung plus Epoxyharz, Epoxyharz plus Säureanhydrid sowie Epoxyharz plus Säureanhydrid plus Polyisocyanatverbindung) verwendet werden.

Wenn der Härter eine Kombination von Epoxyharz und Säureanhydrid ist, reagieren die Polyesterharze schneller damit, wenn ihre terminalen funktionellen Gruppen Carboxylgruppen sind, als wenn sie Hydroxylgruppen sind. Die schnellere Reaktivität führt zur verbesserten Adhäsion und Lebensdauer. Vom Gesichtspunkt der Formbarkeit und Hitzebeständigkeit nach dem Formen ist es wünschenswert, daß wenigstens eines von Polyesterharz mit niedrigem spezifischen Gewicht und Polyesterharz mit hohem spezifischen Gewicht einen Säurewert größer als 25 Äquivalente, stärker bevorzugt 50 Äquivalente, je Tonne aufweist.

Ferner wird bevorzugt, daß der mittlere Säurewert der Polyesterharze insgesamt 25 Äquivalente oder mehr je Tonne beträgt.

Die Menge an Härter variiert vorzugsweise von 5 bis 50 Gewichtsteilen für 100 Gewichtsteile Polyesterharze insgesamt, abhängig von der Art der verwendeten Polyesterharze und den für das schwingungsdämpfende Verbundmaterial erforderlichen charakteristischen Eigenschaften.

Die viskoelastische Harzzusammensetzung kann vermischt werden mit einem beliebigen oder mehreren aus:

Faser- (wie Glasfaser, Polyesterfaser und Kohlefaser) und teilchenförmigen Stoffen (wie Calciumcarbonat und Magnesiumcarbonat) zur Verstärkung,

Metallpulver und -faser (aus Edelstahl, Nickel, Aluminium usw.) und elektrisch leitenden Teilchen (aus Ruß, Graphit usw.), um Punktschweißbarkeit zu geben,

Kupplungsmitteln, um die Adhäsion zwischen dem Harz und der anorganischen Substanz zu erhöhen,

Egalisiermitteln, um die Beschichtungseigenschaften zu verbessern, und

Antioxidantien (vom Phenoltyp und vom Typ des gehinderten Amins), um die Hitzebeständigkeit zu erhöhen.

Um ein schwingungsdämpfendes Material mit Laminataufbau zu erzeugen, wird die vorstehend erwähnte viskoelastische Harzzusammensetzung zwischen Metallplatten aus Stahl, Aluminium, Kupfer oder Messing eingelegt. Drei oder mehr Metallplatten können verwendet werden, und Metallplatten verschiedener Arten können miteinander kombiniert werden.

Um ein schwingungsdämpfendes Verbundmaterial herzustellen, wird die viskoelastische Harzzusammensetzung in einem organischen Lösungsmittel aufgelöst, die entstandene Lösung wird auf die Metallplatten aufgebracht, und die beschichteten Metallplatten werden nach dem Trocknen miteinander durch Heißpressen verbunden.

BEISPIELE

Die Erfindung wird ausführlicher unter Bezug auf die folgenden Beispiele erläutert, in denen "Teile" "Gewichtsteile" bedeuten.

Tabelle 1 zeigt die Zusammensetzung und charakteristischen Eigenschaften der in den Beispielen und Vergleichsbeispielen verwendeten Polyesterharze. Jedes Polyesterharz wurde auf die übliche Weise durch Veresterung und Tetrabutyltitanat-katalysierte Polykondensation unter vermindertem Druck (0,1 mm Hg) bei 260 ºC hergestellt. Im übrigen beinhaltete die Herstellung der Polyesterharze Nrn. 2, 3,4 und 7 die Zugabe von ε-Caprolacton, die nach der Polykondensation bei 210 ºC durchgeführt wurde, wobei die Atmosphäre durch Einführung von Stickstoff auf Normaldruck gebracht wurde. Die Herstellung der Polyesterharze Nrn. 5,6,9 und 10 beinhaltete die Addition einer Carbonsäure (Trimellitsäure) bei 220 ºC an die terminale Gruppe nach der Polykondensation, wobei die Atmosphäre durch Einführung von Stickstoff auf Normaldruck gebracht wurde.

Das entstandene schwingungsdämpfende Verbundmaterial wurde hinsichtlich der folgenden Punkte bewertet.

(1) Adhäsionseigenschaften

Die Adhäsionseigenschaften wurden geprüft, indem die Haftfestigkeit unter Scherung an einem überlappten Teil (25 x 10 mm) gemessen wurde, und ebenso indem die Winkelschälfestigkeit einer 25 mm breiten Probe bei einer Zuggeschwindigkeit von 50 mm/min und 20 ºC gemessen wurde. Die Messungen wurde durchgeführt, bevor und nachdem die Proben 30 Minuten auf 200 ºC erhitzt wurden. Diese Hitzebehandlung simuliert das Beschichtungsverfahren.

(2) Schwingungsdämpfende Eigenschaften

Die schwingungsdämpfenden Eigenschaften wurden geprüft, indem der Dämpfungsfaktor (η) einer laminierten Stahlplatte (30 x 300 mm) als Prüfstück bei verschiedenen Temperaturen und 500 Hz nach dem mechanischen Impedanzverfahren gemessen wurde. Je größer der Dämpfungsfaktor, desto besser die schwingungsdämpfenden Eigenschaften.

(3) Formbarkeit

Eine laminierte Stahlplatte (300 x 300 mm) als Prüfstück wurde unter Verwendung einer Presse durch Tiefziehformen zu einem Zylinder (100 mm Durchmesser und 150 mm tief) geformt. Der Zylinder wurde vor und nach dem 30minütigen Erhitzen auf 200 ºC mit Ultraschall geprüft, um zu erkennen, ob in der Seitenwand Abblättern auftrat. Die Formbarkeit wurde bezüglich des abgeblätterten Bereichs wie folgt bewertet:

Gut: abgeblätterter Bereich kleiner als 10%

Mittel: abgeblätterter Bereich von 10 bis 50%

Schlecht: abgeblätterter Bereich größer als 50%

Tabelle 1 Zusammensetzung und charakteristische Eigenschaften der Polyesterharze

Anmerkung zu Tabelle 1 (Abkürzungen der Rohmaterialien)

T: Terephthalsäure

I: Isophthalsäure

Az: Azelainsäure

AA: Adipinsäure

TMA: Trimellitsäure

CL: ε-Caprolacton

EG: Ethylenglykol

NPG: Neopentylglykol

MPD: 3-Methyl-1,5-pentandiol

DMH: 2-Ethyl-2-butyl- 1,3-propandiol

BD: 1,4-Butandiol

BPE: Addukt von Bisphenol A mit Ethylenoxid (mit einem Molekulargewicht von 320)

CHDM: 1,4-Cyclohexandimethanol

Beispiele 1 bis 7 und Vergleichsbeispiele 1 bis 8

In einem 1: 1-Lösungsmittelgemisch aus Cyclohexanon und Xylol wurden 70 Teile Polyesterharz (Nr.1) und 30 Teile Polyesterharz (Nr.9), die in Tabelle 1 gezeigt werden, aufgelöst, so daß sich eine Lösung mit 35% Feststoffen ergab. Diese Lösung wurde mit 4 Teilen Benzophenontetracarbonsäuredianhydrid (BTDA) als Säureanhydrid, 20 Teilen Epoxyharz vom Epi-bis-Typ ("Epo Tohto YD8125", hergestellt von Tohto Kasei Co., Ltd.) als Epoxyharz und 0,3 Teilen Triphenylphosphin als Katalysator für die Epoxyringöffnung vermischt. Die entstandene Zusammensetzung wurde so auf eine 0,5 mm dicke, phosphat-behandelte Stahlplatte aufgebracht, daß die Beschichtungsdicke nach dem Trocknen 25 µm betrug. Nach 2minutigem Trocknen durch Heißluft bei 180 ºC wurden zwei Stücke der beschichteten Stahlplatten miteinander verbunden, indem sie 30 Sekunden bei 180 ºC verpresst wurden, wobei die Beschichtungsfilme aufeinander zu zeigten. Das so erhaltene Laminat ergab die in Tabelle 2 gezeigten Bewertungsergebnisse.

In vergleichbarer Weise wurden aus den Polyesterharzen und Härtem, die in den Tabellen 2 und 3 gezeigt sind, Laminate hergestellt. Die Bewertungsergebnisse sind in Tabelle 2 gezeigt. Im übrigen wurden BTDA und YD8125 (als Härter) in Mengen von 4 bzw. 20 Teilen für 100 Teile aller Polyesterharze eingesetzt. "Colonate-L" als Härter ist eine Polyisocyanatverbindung, die von Nippon Polyurethane Co., Ltd., hergestellt wird.

In den Vergleichsbeispielen 1 bis 5 unterscheiden sich die zwei Polyesterharze im spezifischen Gewicht um einen Wert außerhalb des beanspruchten Bereichs. In Vergleichsbeispiel 6 hat eines der Polyesterharze ein Molekulargewicht kleiner als 5.000. In den Vergleichsbeispielen 7 und 8 werden die zwei Polyesterharze in einem Verhältnis außerhalb des beanspruchten Bereichs kombiniert.

Tabelle 2 Leistungsfähigkeit der Laminate
Tabelle 3 Leistungsfähigkeit der Laminate

Aus dem Vorhergehenden wird beobachtet, daß die erfindungsgemäße viskoelastische Harzzusammensetzung auf schwingungsdämpfende Materialien mit Laminataufbau angebracht werden kann, die nicht nur ausgezeichnete schwingungsdämpfende Eigenschaften und Haftfestigkeit über einen breiten Temperaturbereich zeigen, sondern auch ausgezeichnete Formbarkeit und Hitzebeständigkeit. Man nimmt an, daß diese Effekte auf den Mikrophasentrennungsaufbau zurückzuführen sind, der sich aus der Verwendung zweier Polyesterharze mit jeweils einem spezifischen Bereich charakteristischer Eigenschaften ergibt.


Anspruch[de]

1. Viskoelastische Harzzusammensetzung für schwingungsdämpfendes Material, umfassend

(A) wenigstens ein amorphes Polyesterharz mit niedrigem spezifischen Gewicht, in dem 35 Mol% oder mehr des zweibasigen Säurebestandteus eine aromatische Dicarbonsäure ist,

(B) wenigstens ein amorphes Polyesterharz mit hohem spezifischen Gewicht, in dem 80 Mol% oder mehr des zweibasigen Säurebestandteus eine aromatische Dicarbonsäure ist, und

(C) wenigstens ein Härter, gewählt aus Polyisocyanatverbindungen, epoxygruppenhaltigen Verbindungen und Säureanhydriden,

dadurch gekennzeichnet, daß der Unterschied im Zahlenmittel des Molekulargewichts zwischen (A) und (B) 10.000 oder mehr beträgt, das Zahlenmittel des Molekulargewichts von (A) und (B) 5.000 oder höher ist, der Unterschied im spezifischen Gewicht bei 30 ºC zwischen (A) und (B) im Bereich von 0,06-0,15 liegt und das Gewichtsverhältnis von (A):(B) im Bereich von 90:10 - 30:70 liegt.

2. Zusammensetzung nach Anspruch 1, in der der Säurewert von wenigstens einem aus amorphem Polyesterharz mit niedrigem spezifischen Gewicht und amorphem Polyesterharz mit hohem spezifischen Gewicht 25 Äquivalente oder mehr je Tonne Harz beträgt.

3. Zusammensetzung nach Anspruch 1, in der der Unterschied im spezifischen Gewicht zwischen amorphem Polyesterharz mit niedrigem spezifischen Gewicht und amorphem Polyesterharz mit hohem spezifischen Gewicht im Bereich von 0,07-0,15 liegt.

4. Zusammensetzung nach Anspruch 3, in der der Unterschied im spezifischen Gewicht im Bereich von 0,08-0,125 liegt.

5. Zusammensetzung nach Anspruch 1, in der das Molekulargewicht von einem aus amorphem Polyesterharz mit niedrigem spezifischen Gewicht und amorphem Polyesterharz mit hohem spezifischen Gewicht 7.000 oder höher ist.

6. Zusammensetzung nach Anspruch 1, in der das Gewichtsverhältnis von (A) amorphem Polyesterharz mit niedrigem spezifischen Gewicht und (B) amorphem Polyesterharz mit hohem spezifischen Gewicht, d.h. (A):(B), 85:15 - 50:50 ist.

7. Zusammensetzung nach Anspruch 2, in der der Härter eine epoxygruppenhaltige Verbindung und ein Säureanhydrid umfaßt.

8. Zusammensetzung nach Anspruch 7, in der die Menge an Härter 5-50 Gewichtsteile je 100 Gewichtsteile des gesamten Polyesterharzes beträgt.

9. Zusammensetzung nach Anspruch 8, in der das Säureanhydrid zwei Anhydridgruppen in einem Molekül enthält.

10. Zusammensetzung nach Anspruch 7, in der der Härter ferner eine Phosphorverbindung als Katalysator für die Epoxyringöffnung enthält.

11. Zusammensetzung nach Anspruch 10, in der die Phosphorverbindung ein tertiäres Phosphin ist.







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