PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE69312334T2 26.02.1998
EP-Veröffentlichungsnummer 0552110
Titel Vakuumentgasungsvorrichtung und Verfahren
Anmelder Eastman Kodak Co., Rochester, N.Y., US
Erfinder Eaton, Donald E. Eastman Kodak Company, Rochester, New York 14650-2201, US;
Francis, Errol S., Eastman Kodak Company, Rochester, New York 14650-2201, US;
Dillenbeck, Eric Lee, Eastman Kodak Company, Rochester, New York 14650-2201, US;
Meston, Lawrence D., Eastman Kodak Company, Rochester, New York 14650-2201, US;
Johannes, Walter, Eastman Kodak Company, Rochester, New York 14650-2201, US
Vertreter Lewandowsky, K., Pat.-Ass., 73342 Bad Ditzenbach
DE-Aktenzeichen 69312334
Vertragsstaaten BE, DE, FR, GB, NL
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 05.01.1993
EP-Aktenzeichen 934200023
EP-Offenlegungsdatum 21.07.1993
EP date of grant 23.07.1997
Veröffentlichungstag im Patentblatt 26.02.1998
IPC-Hauptklasse B01D 19/00
IPC-Nebenklasse B04B 11/02   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Entgasen von Flüssigkeiten, insbesondere eine Vorrichtung zum Entgasen von Flüssigkeiten bei unteratmosphärischem Druck, und ein Verfahren zum Entgasen von Flüssigkeiten.

Viele für industrielle Prozesse verwendeten Flüssigkeiten enthalten infolge der Art ihrer Herstellung oder Reinigung eingefangene und/oder aufgelöste Gase, wie z.B. Luft. Die Beseitigung dieser Gase ist häufig eine notwendige Voraussetzung für die einwandfreie Durchführung der erwähnten industriellen Prozesse, die jedoch häufig mit Schwierigkeiten verbunden ist, wie z.B. bei schäumenden oder viskosen Flüssigkeiten. Insbesondere bei der Herstellung fotografischer Produkte kommt es wesentlich darauf an, Luftblasen aus den angesetzten Lösungen, die als schäumende ebenso wie als viskose Flüssigkeiten vorliegen können, zu entfernen und die nachträgliche Bildung neuer Blasen in den Lösungen zu verhindern, um eine gleichmäßige, glatte Beschichtung mit der geforderten Dicke zu gewährleisten.

US-A-2,634,907 offenbart ein Zentrifugierverfahren und eine Vorrichtung zum kontinuierlichen Entnehmen von Gas, bei dem bzw. der die zu entgasende Flüssigkeit in die Schleuderzone eines zylindrischen Rotors eingeführt und die entgaste Flüssigkeit über eine Flüssigkeitsvorlage in eine im wesentlichen gasfreie Auffangzone abgeleitet wird. Der Flüssigkeitspegel in der Rotorkammer wird dabei vorzugsweise über die Größe der Öffnung in einem am Auslaß angeordneten Meßblendenventil reguliert.

US-A-2,785,765 offenbart eine Zentrifugiervorrichtung zum Entgasen von Flüssigkeiten mit einem luftdichten Gehäuse, einem im wesentlichen kuppelförmigen drehbaren Element in einem Teilvakuum, in das Flüssigkeit eingespeist und aus dem die behandelte Flüssigkeit mit einem Schöpflöffel entnommen wird, der als hohles Rohr mit gekrümmtem Umriß ausgebildet ist.

US-A-3,228,595 offenbart eine Zentrifugenabzugsvorrichtung, die als Schaumkelle mit einem langgestreckten Körper und einem in eine obere Öffnung und eine untere Öffnung unterteilten vorderen Ende ausgebildet ist. Im Betrieb taucht die Schaumkelle nur teilweise in die Flüssigkeit ein, um die Schäumneigung der Flüssigkeit zu reduzieren.

Zuweilen liegen die zu entgasenden Flüssigkeiten nicht als Lösungen, sondern als Suspensionen oder Emulsionen vor. US-A-3,966,117 offenbart eine Abzugsvorrichtung zum Entnehmen einer Flüssigkeit aus einer Flüssigkeitsverarbeitungsvorrichtung, die die Flüssigkeit zwingt, zirkulationsfrei um die konvergierenden Seitenflächen zu strömen, und unterhalb der Oberfläche genügend Turbulenz erzeugt, um die anfangs dispergierten Partikel in der gesamten Flüssigkeit daran zu hindern, sich am Boden abzulagern, und bei der die Fiiissigkeit über eine oder mehrere Einlaßtffnungen in den Seitenflächen zum Auslaß der Flüssigkeitsverarbeitungsvorrichtung strömen kann.

Eine Unterdruckentgasungszentrifuge arbeitet im Idealfall in einem Beharrungszustand, in dem der Pegel der Entgasungsflüssigkeit in der ringförmigen Rinne der Zentrifugenschale im wesentlichen konstant gehalten wird. Theoretisch läßt sich dieser Zustand durch den Einsatz von zwei perfekt aufeinander abgestimmten Pumpen herstellen, die exakt gleich große Einlaß- und Auslaßmengen fördern. In der Praxis ist dies jedoch so gut wie unmöglich, insbesondere, wenn man berücksichtigt, daß dieser theoretische Gleichgewichtszustand auch durch andere Ursachen unterbrochen werden kann, wie z.B. durch die Notwendigkeit, einen Filter im System auszutauschen. Unter diesen Umständen ist eine zusätzliche Vorrichtung zur Regulierung des Fiiissigkeitspegels in der Zentrifugenschale erforderlich.

Bei einer bekannten Vorrichtung dieser Art zur Regulierung des Flüssigkeitspegels sind innerhalb des Rings der Zentrifugenschale Abtastsonden angeordnet. So ist beispielsweise die in US-A-3,966,117 offenbarte Zentrifugenentleerungsvorrichtung an der Vorderkante mit Leitfähigkeitssensoren versehen. Wenn ein in die aufgefangene Flüssigkeit eingetauchter Leitfähigkeitssensor von der Flüssigkeit nicht mehr bedeckt wird, öffnet sich ein Ventil, damit Flüssigkeit in die Schale nachströmen kann. Wenn dann der Sensor erneut von der Flüssigkeit bedeckt wird, schließt das Ventil, um den Zufluß zu unterbrechen.

Das vorstehend beschriebene Verfahren zum Abtasten und Regulieren des Flüssigkeitspegels in der Zentrifugenschale hat den Nachteil, daß das Ventil schlagartig betätigt wird, was zu erheblichen Druckschwankungen führt. Besonders große Druckschwankungen haben Schlagwirkungen zur Folge, durch die im System vorhandene Filter beschädigt werden. Kleinere Druckänderungen bewirken dagegen ein plötzliches Ansteigen der aus der Vorrichtung austretenden entgasten Flüssigkeitsmenge. Wenn es sich bei dieser Flüssigkeit beispielsweise um eine aufzutragende fotografische Emulsion handelt, ergibt sich in diesem Falle eine ungleichmäßige, fehlerhafte Beschichtung.

Eine Vorrichtung zum Entgasen eines Flüssigkeitsstroms, die eine Zentrifugenschale aufweist, wird ferner auch in BE-A-456534 und BE-A-447328 offenbart.

Die vorliegende Erfindung schafft eine Vorrichtung zum Entgasen eines kontinuierlich fließenden Flüssigkeitsstroms mit einem luftdichten Gehäuse, in dem eine einen kreisrunden Querschnitt aufweisende Zentrifugenschale um eine Achse drehbar gelagert ist. Die Drehachse erstreckt sich durch den Mittelpunkt des Querschnitts der Schale und senkrecht dazu. Die Schale weist eine Innenfläche zum Verteilen zentrifugal geschleuderter Flüssigkeit in einer dünnen Schicht und eine im Bereich des Außenumfangs liegende ringförmige Rinne auf, die bei Drehung der Schale zentrifugal geschleuderte Flüssigkeit zurückhält. Die erfindungsgemäße Vorrichtung umfaßt ferner eine Vorrichtung zum Zuführen des Flüssigkeitsstroms in die Zentrifugenschale und ein Mittel zum Entnehmen eines entgasten Flüssigkeitsstroms aus der Schale, das ein von einer Austrittslinie außerhalb des Gehäuses bis zu einem offenen Ende mit langgestrecktem Querschnitt verlaufendes Rohr aufweist, das innerhalb der ringförmigen Rinne der Schale positioniert und in die entgaste Flüssigkeit eintauchbar ist. Die erfindungsgemäße Vorrichtung umfaßt darüberhinaus eine Vorrichtung zum Messen des Drucks des durch das erwähnte Rohr aus der Zentrifugenschale entnommenen entgasten Flüssigkeitsstroms, ein auf die Vorrichtung zum Messen des Flüssigkeitsdrucks der entgasten Flüssigkeit ansprechendes Mittel zur Regulierung des Durchsatzes des Flüssigkeitsstroms in die Zentrifugenschale, um in der ringförmigen Rinne der Schale einen im wesentlichen konstanten Flüssigkeitspegel aufrechtzuerhalten, ein Mittel zum Entnehmen von Gas aus dem Gehäuse der Vorrichtung und zum Aufrechterhalten eines unteratmosphärischen Drucks in dem Gehäuse und eine Vorrichtung zum Regulieren der Strömung der entgasten Flüssigkeit, die den Druck der entgasten Flüssigkeit außerhalb der Schale mißt.

Die Erfindung schafft ferner auch ein Verfahren zum Entgasen eines kontinuierlich fließenden Flüssigkeitsstroms gemäß Anspruch 8.

Die Erfindung wird im folgenden an Hand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert.

Es zeigen:

Fig. 1 eine schematische Darstellung der erfindungsgemäßen Vorrichtung.

Fig. 2 eine teilweise im Schnitt dargestellte Vorderansicht der Zentrifugenschale, des Rohrs und des Gehäuses einer Ausführungsform der Erfindung.

Fig. 3 einen stimseitigen Querschnitt durch die in Fig. 2 gezeigte Vorrichtung.

Fig. 4 eine seitliche Einzelansicht des bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung verwendeten Rohres und Spritzschutzes.

Fig. 5 eine stimseitige Einzelansicht des in Fig. 4 gezeigten Teils der Vorrichtung.

Fig. 6 und 7 eine stimseitige bzw. seitliche Einzelansicht des in Fig. 4 und 5 gezeigten Rohrs.

Fig. 8 eine der Darstellung in Fig. 2 entsprechende Ansicht, die die Lage des Rohrs in der Zentrifugenschale und die Ausrichtung des offenen Endes des Rohrs bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung zeigt.

Die vorliegende Erfindung überwindet die vorher genannten Nachteile der bekannten Verfahren zum Abtasten und Regulieren des Flüssigkeitspegels in der Zentrifugenschale dadurch, daß der Druck der entgasten Flüssigkeit in der Austrittsleitung außerhalb der Entgasungsvorrichtung, der bei steigendem Flüssigkeitpegel in der Schale zunimmt, gemessen und der gemessene Druck zur Regulierung des Flüssigkeitsstroms in die Schale verwendet wird, um den Flüssigkeitspegel in der Zentrifugenschale im wesentlichen konstant zu halten.

Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung der erfindungsgemäßen Unterdruckentgasungsvorrichtung. Die zu entgasende Flüssigkeit wird über die Einlaßleitung 1 in die Mitte der Innenfläche 2 einer Zentrifugenschale 3 eingespeist, die in einem luftdichten Gehäuse 4 angeordnet und um eine Achse 5 drehbar gelagert ist. In der in Fig. 1 gezeigten Darstellung ist die Schale um eine horizontale Achse drehbar gelagert.

Fig. 1 zeigt ferner die im Bereich des Außenumfangs liegende ringförmige Rinne 6 der Zentrifugenschale, die bei Drehung der Schale zentrifugal geschleuderte Flüssigkeit zurückhält. Ein Rohr 7 mit einem offenen Ende 8 ist innerhalb der ringförmigen Rinne der Schale positioniert und mit der Austrittsleitung 9 verbunden. Eine Vorrichtung zum Messen des Drucks der entgasten Flüssigkeit, der Drucksensor 10, ist mit einer Vorrichtung zum Regulieren der Strömung des Flüssigkeitsstroms, dem Steuerelement 11 und der Pumpe 12, verbunden. Dadurch wird in der Rinne der Zentrifugenschale ein im wesentlichen konstanter Flüssigkeitspegel aufrechterhalten. Über die Unterdruckleitung 13 wird mittels der Unterdrucksteuerung 14 und der Unterdruckquelle 15 Gas aus dem luftdichten Gehäuse entnommen. Die Dosierpumpe 16 reguliert die Strömung der entgasten Flüssigkeit.

In Fig. 1 ist zum Einspeisen des Flüssigkeitsstroms in die Schale eine Druckpumpe 12 mit regelbarer Drehzahl abgebildet. Eine Kreiselpumpe, eine Zahnradpumpe, ein Ventil, ein mit Druck beaufschlagter Vorratsbehälter, ein Falltank oder eine Kombination dieser Mittel sind dafür ebenfalls geeignet.

Erfindungsgemäß wird der Druck des entgasten Flüssigkeitsstroms in der Leitung 9 mit einem Drucksensor 10 gemessen. Dafür eignen sich die verschiedensten bekannten Vorrichtungen zum Messen des Drucks eines Flüssigkeitsstroms, wie z.B. ein elektrischer Druckwandler. Ein pneumatischer Druckwandler, ein hydraulisches Meßinstrument oder eine Kombination solcher Vorrichtungen sind ebenfalls geeignet.

Als Steuerelement 11, das auf den Drucksensor 10 anspricht, kann ein Computer, ein programmierbarer logischer Regler, ein PID-Regler oder eine Kombination dieser Mittel verwendet werden.

Erfindungsgemäß werden zum Entnehmen von Gas aus dem luftdichten Gehäuse eine Unterdrucksteuerung 14 in Form eines Ventils, eines Computers, eines programmierbaren logischen Reglers oder einer Kombination solcher Vorrichtungen und eine Unterdruckquelle 15 verwendet, die vorzugsweise als Wasserringpumpe ausgebildet ist. Eine Diffusionspumpe, eine mechanische Pumpe, ein Exhauster oder eine Kombination dieser Mittel sind ebenfalls geeignet.

Die Dosierpumpe 16 ist in Fig. 1 als Druckpumpe abgebildet. Zum Regulieren der Strömung der entgasten Flüssigkeit eignen sich jedoch auch eine Kreiselpumpe, eine Zahnradpumpe, ein Ventil oder eine Kombination dieser Vorrichtungen.

Fig. 2 und 3 zeigen Einzelheiten einer Ausführungsform der Erfindung mit der Einlaßleitung 1, mit der die Flüssigkeit der Innenfläche 2 der in dem luftdichten Gehäuse 4 angeordneten und um die Achse 5 drehbar gelagerten Zentrifugenschale 3 zugeführt wird. Über der Öffnung der Schale ist ein Spritzschutz 17 angebracht. Ebenfalls dargestellt sind die im Bereich des Außenumfangs liegende ringförmige Rinne 6 und das Rohr 7, dessen offenes Ende 8 innerhalb der Rinne positioniert und mit der Austrittsleitung 9 verbunden ist. An dem Rohr ist ein Spritzschutz 18 befestigt.

Fig. 4, 5 und 6 zeigen eine bevorzugte Ausführungsform des Rohrs 7, bei dem dessen offenes Ende 8 einen langgestreckten Querschnitt mit einem Verhältnis von Länge zu Breite von etwa 3:1 bis etwa 20:1 und vorzugsweise etwa 10:1 aufweist. Ebenfalls dargestellt ist der Spritzschutz 18.

Fig. 7 zeigt weitere Einzelheiten des abgeschrägten offenen Endes 8 des Rohrs 7, das hier eine langgestreckte Form mit einer scharfen, stromlinienförmigen Kante aufweist.

Fig. 8 zeigt eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung, bei der das offene Ende 8 des Rohrs 7 entgegengesetzt zu der Richtung angeordnet ist, in der sich die Schale dreht, und vorzugsweise im wesentlichen senkrecht zu der Richtung verläuft, in der sich die Flüssigkeit bewegt, und zur Verringerung der Spritzwirkung vorzugsweise in einem Winkel von etwa 90º bis etwa 45º angeordnet ist, gemessen von der Senkrechten zur Achse bis zum untersten Punkt der Zentrifugenschale.

Die Form des offenen Endes 8 des Rohrs 7 beeinflußt die Druckschwankungen der aus der erfindungsgemäßen Vorrichtung austretenden entgasten Flüssigkeit. Dies zeigen die in dem folgenden Beispiel beschriebenen Versuche.

Beispiel

Aus Edelstahlrohr mit einem Nenn-Innendurchmesser von 1,27 cm (1/2") wurden vier Rohre angefertigt, die durch Biegen in die in Fig. 3 gezeigte Form gebracht wurden.

Die Innenkante des offenen Endes des Rohrs wurde zu einer scharfen, stromlinienförmigen Kante geglättet und die Enden der Rohre zu langgestreckten Querschnitten unterschiedlicher Abmessungen umgefalzt. Der Umschlag wies in allen Fällen eine Länge von 2,54 mm (1 Zoll) auf, wobei durch getrennte Versuche nachgewiesen werden konnte, daß Änderungen der Länge des Umschlags auf Druckschwankungen keinen nennenswerten Einfluß haben. Die so angefertigten Rohre wiesen langgestreckte Querschnitte mit einem Verhältnis von Länge zu Breite von 5:1, 10:1 und 20:1 auf. Zusätzlich wurde ein nicht umgefalztes Rohr mit einem runden offenen Ende geprüft. Die Rohre wurden in der Zentrifugenschale der Unterdruckentgasungsprüfvorrichtung positioniert. Dann wurde eine Gelatinelösung mit einer Viskosität von 4,10&supmin;² Pa.s (40 cp) mit einer Strömungsgeschwindigkeit von etwa 18 kg/min in die Vorrichtung eingespeist. Die Rohre in der Entgasungsvorrichtung wurden mit einem 3,6 m langen Schlauch an einen Data Instruments AB -Druckwandler mit einem Meßbereich von 0 - 100 psi (0 - 689,5 KPa) angeschlossen. Die von dem Druckwandler abgegebenen Signale wurden einem Keithley-Datenerfassungssystem (der Firma Keithley/Asyst Co.) zugeführt, das für die Erfassung von Druckmeßwerten mit einer Frequenz von 25 Hz während einer Meßdauer von 12 Sekunden konfiguriert worden war.

Die für die vier geprüften Rohre ermittelten Standardabweichungen im Druck der austretenden Flüssigkeit sind in der folgenden Tabelle aufgeführt:

Die Ergebnisse zeigen, daß eine Änderung des Querschnitts der Rohröffnung von einem runden in einen langgestreckten Querschnitt mit einem Dimensionierungsverhältnis von 10:1 eine erhebliche Reduzierung der Druckschwankungen in der Flüssigkeit zur Folge hatte. Eine weitere Senkung der Druckschwankungen wurde beobachtet, wenn das Rohr eine Öffnung mit einem langgestreckten Querschnitt von 20:1 aufwies. Da diese Verbesserung mit einer weiteren Reduzierung der Strömungsgeschwindigkeit verbunden war, wurde jedoch die langgestreckte Rohröffnung mit einem Verhältnis von 10:1 bevorzugt.

Der Druck der aus der Zentrifugenschale austretenden entgasten Flüssigkeit, der erfindungsgemäß zur Regulierung der Strömung des Flüssigkeitsstroms und zum Aufrechterhalten eines im wesentlichen konstanten Flüssigkeitspegels in der Schale verwendet wird, ist von dem erwähnten Flüssigkeitspegel, von der vorgegebenen Drehgeschwindigkeit der Schale und in einem geringeren Maße von der Viskosität der Flüssigkeit abhängig. Bei entsprechender Einstellung des Solldrucks kann die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Entgasen von Lösungen mit Viskositäten von weniger als 10&supmin;³ Pa.s (1 cp) bis etwa 2,5 10&supmin;¹ Pa.s (250 cp) verwendet werden.

Durch Messen des Drucks der entgasten Flüssigkeit in der Austrittsleitung außerhalb der Entgasungsvorrichtung und eine erfindungsgemäße Verwendung des gemessenen Drucks zum Regulieren des Zustroms von Flüssigkeit mittels einer Druckpumpe mit veränderlicher Drehzahl zum Aufrechterhalten eines im wesentlichen konstanten Flüssigkeitspegels in der Zentrifugenschale konnten Schwankungen im Druck der austretenden Flüssigkeit minimiert und im Bereich von etwa 1,4 bis etwa 2,8 KPa gehalten werden. Bei Steuerung des Zustroms von Flüssigkeit in die Zentrifugenschale mittels eines Ventils, das von einem Leitfähigkeitssensor innerhalb der Schale reguliert wurde, wurden in der Flüssigkeit Druckschwankungen von etwa 35 bis etwa 50 KPa beobachtet. Im Vergleich zu diesen Ergebnissen stellt das vorher beschriebene Verfahren eine wesentliche Verbesserung dar.

Die erfindungsgemäße Verwendung von Druckmessungen anstelle von Leitfähigkeitsmessungen zum Aufrechterhalten eines im wesentlichen konstanten Flüssigkeitspegels in der Schale hat darüberhinaus den Vorteil, daß die erfindungsgemäße Vorrichtung auch zum Entgasen von Flüssigkeiten mit geringer Leitfähigkeit, beispielsweise von organischen Lösungsmitteln, verwendet werden kann.

Erfindungsgemäß wird in dem luftdichten Gehäuse der Unterdruckentgasungsvorrichtung ein unteratmosphärischer Druck aufrechterhalten. Bei einer bevorzugten Ausführungsform wird dafür eine Wasserringpumpe verwendet, die einen Druck von etwa 10 KPa erzeugt.


Anspruch[de]

1. Vorrichtung zum Entgasen eines kontinuierlich fließenden Flüssigkeitsstroms, mit einer einen kreisrunden Querschnitt aufweisenden Zentrifugenschale (3), die um eine sich durch den Mittelpunkt des Querschnitts und senkrecht dazu erstreckende Achse (5) drehbar gelagert ist,

wobei die Zentrifugenschale eine Innenfläche (2) zum Verteilen zentrifugal geschleuderter Flüssigkeit in einer dünnen Schicht umfaßt,

einer Vorrichtung (1) zum Zuführen des Flüssigkeitsstroms in die Schale,

einem Mittel zum Entnehmen eines entgasten Flüssigkeitsstroms aus der Schale, das ein von einer Austrittslinie außerhalb des Gehäuses bis zu einem offenen Ende (8) mit langgestrecktem Querschnitt verlaufendes Rohr (7) aufweist, das in die in der Schale befindliche Flüssigkeit eintauchbar ist,

einer Vorrichtung (10) zum Messen des Drucks des durch das Rohr (7) aus der Schale entnommenen entgasten Flüssigkeitsstroms, und

einer Vorrichtung (16) zum Regulieren der Strömung der entgasten Flüssigkeit,

gekennzeichnet durch ein luftdichtes Gehäuse (4), in dem die Schale angeordnet ist,

eine in der Schale vorgesehene, im Bereich des Außenumfangs liegende ringförmige Rinne (6), die bei Drehung der Schale zentrifugal geschleuderte Flüssigkeit zurückhält, wobei das offene Ende (8) des Rohrs (7) innerhalb der ringförmigen Rinne (6) positioniert ist,

Mittel (13,14,15) zum Entnehmen von Gas aus dem Gehäuse und zum Aufrechterhalten eines unteratmosphärischen Drucks im Gehäuse, und

Mittel (11,12), die auf die Vorrichtung (10) zum Messen des Flüssigkeitsdrucks ansprechen und den Durchsatz des Flüssigkeitsstroms in die Schale regulieren, um in der ringförmigen Rinne (6) der Schale einen im wesentlichen konstanten Flüssigkeitspegel aufrechtzuerhalten und Druckschwankungen in der Strömung der entgasten Flüssigkeit zu reduzieren, wobei die Vorrichtung (10) den Druck der entgasten Flüssigkeit außerhalb der Schale mißt.

2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schale (3) drehbar um eine horizontale Achse gelagert ist.

3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der langgestreckte Querschnitt ein Verhältnis von Länge zu Breite von etwa 3: 1 bis etwa 20: 1 hat.

4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der langgestreckte Querschnitt ein Verhältnis von Länge zu Breite von etwa 10: 1 hat.

5. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das offene Ende (8) des Rohrs (7) im wesentlichen entgegengesetzt zu der Richtung angeordnet ist, in der sich die Schale dreht.

6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das offene Ende (8) des Rohrs (7) im wesentlichen senkrecht zu der Richtung verläuft, in der sich die Flüssigkeit bewegt.

7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das offene Ende (8) des Rohrs (7) in einem Winkel von etwa 90º bis etwa 45º angeordnet ist, gemessen von der Senkrechten zur Achse bis zum untersten Punkt der Schale.

8. Verfahren zum Entgasen eines kontinuierlich fließenden Flüssigkeitsstroms, dadurch gekennzeichnet, daß

der Flüssigkeitsstrom in eine drehbar gelagerte Zentrifugenschale (3) gelenkt wird,

auf der Innenfläche (2) der Schale (3) eine dünne Schicht zentrifugal geschleuderter Flüssigkeit gebildet wird, um eingefangenes Gas zu entfernen,

entgaste Flüssigkeit in der Schale gesammelt wird, die entgaste Flüssigkeit mittels eines ein offenes Ende (8) aufweisenden Rohrs (7) aus der Schale entnommen wird,

der Druck der durch das offene Ende (8) des Rohrs (7) aus der Schale (3) austretenden Flüssigkeit gemessen wird,

der Durchsatz des Flüssigkeitsstroms reguliert wird, dadurch gekennzeichnet, daß Gas aus einem luftdichten Gehäuse (4) entnommen wird, in dem die Schale angeordnet ist, so daß im Inneren des Gehäuses ein unteratmosphärischer Druck aufrechterhalten bleibt, und

der Flüssigkeitsstrom in die Schale in Abhängigkeit von der Druckmessung reguliert wird, um einen im wesentlichen konstanten Flüssigkeitspegel in einer ringförmigen Rinne (6) der Schale aufrechtzuerhalten und um Druckschwankungen in der Strömung der entgasten Flüssigkeit zu reduzieren, wobei die entgaste Flüssigkeit aus der ringförmigen Rinne (6) innerhalb der Schale entnommen und das offene Ende (8) des Rohrs (7) innerhalb der Rinne (6) positioniert wird.

9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Flüssigkeit eine fotografische Gelatineemulsion ist.

10. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Flüssigkeitsstrom mittels einer Druckpumpe (12) in die Schale gelenkt wird.

11. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Flüssigkeit aus der Schale mittels eines ein offenes Ende (8) mit einem langgestreckten Querschnitt aufweisenden Rohrs (7) entnommen wird.

12. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Druck der aus der Schale (3) austretenden Flüssigkeit mittels eines Druckwandlers gemessen wird.

13. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Flüssigkeitspegel in der ringförmigen Rinne (6) der Schale (3) aufrechterhalten wird, indem die Drehgeschwindigkeit der Druckpumpe in Abhängigkeit von der Druckmessung gesteuert wird.







IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

  Patente PDF

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com