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Dokumentenidentifikation DE19706835C1 26.03.1998
Titel Einrichtung zum Färben einer textilen Stoffprobe
Anmelder A. Monforts Textilmaschinen GmbH & Co, 41238 Mönchengladbach, DE
Erfinder Karmann, Bettina, 48149 Münster, DE;
Lukasch, Axel, 65479 Raunheim, DE;
Wersch, Kurt van, 41844 Wegberg, DE
Vertreter von Creytz, D., Dipl.-Phys., Pat.-Anw., 41844 Wegberg
DE-Anmeldedatum 21.02.1997
DE-Aktenzeichen 19706835
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 26.03.1998
Veröffentlichungstag im Patentblatt 26.03.1998
IPC-Hauptklasse D06B 23/12
Zusammenfassung Es wird eine Einrichtung zum Färben einschließlich Trocknen und/oder Fixieren einer textilen Stoffprobe beschrieben. Um zu erreichen, daß die thermische Behandlung einer nach dem Aufbringen der Farbe noch feuchten Stoffprobe unter Bedingungen erfolgt, die eine Übertragung vom Labor auf die Produktion nicht erfordert, wird an der Produktionsanlage, z. B. an deren Türseite, eine Schleuse für einen eine Stoffprobe aufnehmenden Rahmen angebracht. Mit Hilfe des Rahmens ist eine Stoffprobe mit noch feuchter Farbe in die Behandlungskammer an eine Stelle einzuschieben, unmittelbar benachbart zu der gleichzeitig eine Stoffbahn annähernd gleicher Feuchte thermisch behandelt wird.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Färben einschließlich Trocknen und/oder Fixieren einer textilen Stoffprobe.

In der textilen Färberei, insbesondere auch beim Färben textilen Stoffbahnen, besteht permanent, z. B. beim Ansetzen weiterer Farbflotte oder einer neuen Farbe sowie vor dem Einführen einer neuen Stoffbahn, das Bedürfnis, die Wirkung der angesetzten Farbflotte auf eine Stoffprobe zu prüfen. Hierzu gibt es diverse Laborgeräte, mit deren Hilfe die Stoffprobe in eine Farbprobe der angesetzten Flotte getaucht und nach dem Tauchen gegebenenfalls mechanisch abgequetscht werden kann. Je nach Paarung von Farbflotte und zu färbendem Textilmaterial folgt dann das Trocknen und/oder Fixieren der Farbe sowie gegebenenfalls der Stoffprobe. Während der im wesentlichen mechanische Teil des Tauchens und Abquetschens mit praktisch demselben Ergebnis erfolgt, wie in der Produktionsmaschine, gibt es erhebliche Probleme bei der Übertragung des thermischen Teils der Laborbehandlung auf die Verhältnisse der Trocknung und/oder Fixierung in der normalen Produktionsanlage. Unter anderem ist der Vergleich der Luftströmungen und deren Wirkung von Laborgerät und Produktionsanlage schwierig und unzuverlässig.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Laborgerät eingangs genannter Art zu schaffen, mit dessen Hilfe die Temperatur und Luftverhältnisse der Produktionsanlage in ihrer Wirkung auf eine textile Stoffprobe so zu simulieren sind, daß die Probe unter praktisch denselben Bedingungen thermisch behandelt wird wie die Stoffbahn im kontinuierlichen Betrieb der Produktionsanlage.

Für die Einrichtung zum Probefärben eingangs genannter Art ist die erfindungsgemäße Lösung gekennzeichnet durch einen im wesentlichen ebenen Rahmen mit Mitteln zum flächigen Aufspannen einer frisch mit Farbflotte beaufschlagten und gegebenenfalls mechanisch abgequetschten Stoffprobe und eine dem Rahmen angepaßte Schleuse zur Behandlungskammer einer Produktionsanlage zum kontinuierlichen Trocknen und/oder Fixieren von textilen Stoffbahnen, wobei die Schleuse zum Einschieben des Rahmens in die Behandlungskammer der in Betrieb befindlichen Produktionsanlage sowie zum Herausziehen des Rahmens aus der Behandlungskammer ausgebildet ist.

Erfindungsgemäß wird also die Stoffprobe wie herkömmlich unter praktisch denselben mechanischen Bedingungen wie in der Produktionsanlagen mit Farbe beaufschlagt und - falls erforderlich - entwässert, das heißt z. B. abgequetscht. Dann wird die so vorbehandelte Stoffprobe nach der Erfindung in dem Rahmen eingespannt und zusammen mit dem Rahmen durch die Schleuse unmittelbar in die Behandlungskammer einer in Betrieb befindlichen Produktionsanlage gebracht. Dort soll die Probe bevorzugt in den Bereich gelangen, in dem eine gleichzeitig gefärbte Stoffbahn getrocknet und/oder fixiert wird. Erfindungsgemäß erfolgt also die thermische Behandlung der Stoffprobe nicht nur unter den gleichen, sondern sogar unter denselben Konditionen wie die Stoffbahn während der kontinuierlichen Produktion.

Durch die Erfindung wird es möglich, eine Stoffprobe mit dem als Probenhalter ausgebildeten Rahmen in das Original-Behandlungsmedium zu bringen. Da das Beaufschlagen mit der Farbflotte ebenso wie bisher im Labor erfolgen kann, betrifft die Erfindung in erster Linie den Teil der auch als Abmusterung bezeichneten Probefärbung, bei dem die Stoffprobe thermisch behandelt wird. Hierzu werden erfindungsgemäß ein Rahmen zum Aufspannen der noch feuchten, mit Farbflotte beaufschlagten Stoffprobe und eine Schleuse in der Produktionsanlage zum Einschieben des Rahmens in den Behandlungsraum an eine Stelle, an der die Farbe eines wegen der Vorbehandlung und des Zustandes vergleichbaren Stoffbahnteils fixiert bzw. getrocknet wird. Die Stoffprobe kann je nach Behandlungsaufgabe für eine bestimmte vorgegebene Zeit in der Behandlungskammer (im Rahmen) gelassen werden. Sie kann beispielsweise auch so lange in der Kammer bleiben, bis sie vollständig getrocknet bzw. fixiert ist.

Ein wichtiger Vorteil der Erfindung besteht darin, daß die Stoffprobe während des Betriebs der Produktionsanlage thermisch behandelt werden kann. Die Verwendung der Schleuse in der Produktionsanlage erlaubt es nämlich, während der Produktion einer Stoffbahn auch andere Muster labormäßig für neue Färbungen einzustellen. Einige Verbesserungen und Ausgestaltungen der Erfindung werden in den Unteransprüchen beschrieben.

Anhand der schematischen Darstellung eines Ausführungsbeispiels werden Einzelheiten der Erfindung erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 einen Schnitt durch einen Teil einer Hotflue;

Fig. 2 einen Schnitt längs der Linie II-II von Fig. 1; und

Fig. 3 eine Ausschnittsvergrößerung von Fig. 2.

In Fig. 1 wird ein Schnitt durch einen Teil einer Hotflue - gesehen parallel zur Ebene der behandelten Stoffbahn 1 und senkrecht zur Förderrichtung 2 - dargestellt. Die Stoffbahn 1 läuft in Förderrichtung 2 in Schleifen 3, 4 über obere Rollen 5 und untere Rollen 6 auf und ab durch die Produktionsanlage 7. Jeder der Schleifen 3, 4 werden Ausblasdüsen 8 von Blaskästen 9 (oben und unten) zugeordnet. Mit Hilfe der Blasdüsen wird heißes Gas, beispielsweise heiße Luft 10, in die Schleifen 3, 4 geblasen, um die Stoffbahn 1 in jeweils vorgesehener Weise thermisch, z. B. zum Trocknen und/oder Fixieren von Farbe bzw. Faser, zu behandeln. Insoweit handelt es sich um eine Produktionsanlage 7 herkömmlicher Art, die eine im allgemeinen geschlossene Behandlungskammer 11 mit einem Einlaßschlitz 12 und einem Auslaßschlitz 13 für die Stoffbahn 1.

Erfindungsgemäß wird an einer Stelle der Wandung der Behandlungskammer 11, beispielsweise in einer auf der parallel zur Zeichnungsebene liegenden Seite der Kammer vorgesehenen Tür, eine Schleuse 14 vorgesehen. Die Schleuse 14 besteht beispielsweise aus einer in einem Wandteil 15 der Behandlungskammer (Fig. 2 und 3) vorgesehenen Öffnung 16 mit nach außen zu öffnender Tür 17. Die Tür 17 ist bei normalem Betrieb der Produktionsanlage 7 geschlossen. Die Tür 17 kann auch durch Klappen nach innen zu öffnen sein, in dem der Rahmen 18 gegen die Tür 17 gedrückt wird. Dadurch wird gegebenenfalls die Schleusenwirkung verbessert.

Zur erfindungsgemäßen Einrichtung gehört außer der Schleuse 14 ein insgesamt mit 18 bezeichneter Rahmen, der Befestigungsmittel 19 zum Aufspannen einer frisch gefärbten Stoffprobe 20 besitzt. Zu dem Rahmen 18 gehört außerdem eine Halterung 21, z. B. mit Griff 22, die es erlaubt, den Rahmen 18, beispielsweise geführt in Schienen 23, durch die Öffnung 16 der Schleuse 14 in das Innere der Behandlungskammer 11, z. B. in eine Schleife 3 nach Fig. 1, einzuschieben. Die Halterung 21 soll an dem Ende mit dem Griff 22 eine Dichtplatte 24 oder dergleichen besitzen, um einen Luftaustausch (von Umgebung und Kammerinnern) an der Schleuse 14 möglichst auszuschließen.

Bei Anwendung der beschriebenen Einrichtung besteht die Erfindung darin, daß an der Produktionsanlage 7, z. B. an der Türseite, eine Schleuse 14 vorgesehen wird, durch die ein Rahmen 18 mit einer gefärbten Stoffprobe 20 in die Behandlungskammer 11 an eine Position einzuschieben ist, an der normalerweise Farbstoff gleicher Art auf der zugleich behandelten textilen Stoffbahn 1 zu trocknen und/oder zu fixieren ist. Das bietet den Vorteil, daß Laborabmusterungen im Orginal-Trocknungsund/oder -Fixier- bzw. -Thermosolmedium der Produktionsanlage 7 zu behandeln sind und Übertragungsprobleme von Labor auf Produktion nicht mehr bestehen.

Für die erfindungsgemäße Einrichtung ist es im Prinzip unerheblich, wie breit eine gerade produzierte Stoffbahn ist, während eine Stoffprobe 20 thermisch behandelt wird. Fig. 2 zeigt mit vollen Linien eine Stoffbahn 1a und in gestrichelten Linien eine Stoffbahn 1b, die jeweils über eine untere Rolle 6 geführt wird. Die in dem Rahmen 18 gehaltene Stoffprobe 20 befindet sich neben der schmalen Stoffbahn 1a bzw. deren Schleife 3, 4, aber gegebenenfalls innerhalb einer Schleife 4 einer breiten Stoffbahn 1b. Da jedoch in beiden Positionen im wesentlichen dieselbe heiße Luft 10 aus den Düsen 8 der Blaskästen 9 an die Probe 20 gelangt, spielt die Stoffbahnbreite für das Ergebnis der erfindungsgemäßen Probenbehandlung im allgemeinen keine entscheidende Rolle.

Es wird eine Einrichtung zum Färben einschließlich Trocknen und/oder Fixieren einer textilen Stoffprobe beschrieben. Um zu erreichen, daß die thermische Behandlung einer nach dem Aufbringen der Farbe noch feuchten Stoffprobe unter Bedingungen erfolgt, die eine Übertragung vom Labor auf die Produktion nicht erfordert, wird an der Produktionsanlage, z. B. an deren Türseite, eine Schleuse für einen eine Stoffprobe aufnehmenden Rahmen angebracht. Mit Hilfe des Rahmens ist eine Stoffprobe mit noch feuchter Farbe in die Behandlungskammer an eine Stelle einzuschieben, unmittelbar benachbart zu der gleichzeitig eine Stoffbahn annähernd gleicher Feuchte thermisch behandelt wird.


Anspruch[de]
  1. 1. Einrichtung zum Färben einschließlich Trocknen und/oder Fixieren einer textilen Stoffprobe (20), gekennzeichnet durch einen im Prinzip ebenen Rahmen (18) mit Mitteln (19) zum flächigen Aufspannen einer frisch mit Farbflotte beaufschlagten und gegebenenfalls mechanisch abgequetschten Stoffprobe (20) und eine dem Rahmen (18) angepaßte Schleuse (14) zur Behandlungskammer (11) einer Produktionsanlage (7) zum kontinuierlichen Trocknen und/oder Fixieren von textilen Stoffbahnen (1), wobei die Schleuse (14) zum Einschieben des Rahmens (18) in die Behandlungskammer (11) der in Betrieb befindlichen Produktionsanlage (7) sowie zum Herausziehen des Rahmens (18) aus der Behandlungskammer (11) ausgebildet ist.
  2. 2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schleuse (14) in einem etwa senkrecht zur Ebene der behandelten Stoffbahn (1) gelegenen Wandteil (15), insbesondere in einer Tür, der Produktionsanlage (7) vorgesehen ist.
  3. 3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Schleuse (14) aus einer Öffnung (16) des Wandteils (15) mit Tür (17) besteht.
  4. 4. Einrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Rahmen (18) Befestigungsmittel (19) zum Aufspannen der Stoffprobe (20) sowie eine Halterung (21) zum Einschieben des Rahmens (18) durch die Öffnung (16) bei geöffneter Tür (17) in den Produktionsbereich der Behandlungskammer (11), vorzugsweise geführt in Schienen (23), besitzt und daß die Öffnung (16) bei eingeschobenem Rahmen (18) mit Hilfe einer Dichtplatte (24) zu verschließen ist.
  5. 5. Einrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Schleuse (14) in dem Teil der Produktionsanlage (7) bzw. der Behandlungskammer (11) vorgesehen ist, in dem die gleichzeitig behandelte Stoffbahn (11) noch feucht ist.






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