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Dokumentenidentifikation DE19653296C1 02.04.1998
Titel Stickmaschine mit Greiferwechsel
Anmelder ZSK Stickmaschinen GmbH, 47800 Krefeld, DE
Erfinder Gessmann, Hans-Rainer, 47803 Krefeld, DE;
Helgert, Karl, 47803 Krefeld, DE;
Zieschang, Rolf, Dipl.-Ing., 47228 Duisburg, DE
Vertreter Cohausz Hase Dawidowicz & Partner, 40237 Düsseldorf
DE-Anmeldedatum 20.12.1996
DE-Aktenzeichen 19653296
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 02.04.1998
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.04.1998
IPC-Hauptklasse D05B 59/04
IPC-Nebenklasse D05B 57/26   D05C 3/00   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Stick-, Stepp- oder Nähmaschine mit Ober- und Unterfadensystem und mit einer Vorrichtung zum Wechseln eines an der Arbeitsstelle unterhalb der Stichplatte gelagerten Greifers, wobei die Maschine mehrere derselben Arbeitsstelle zugeordnete Greifer aufweist, die an einem Greiferträger angeordnet sind, der derart verfahrbar ist, daß die Greifer einzeln unterhalb der Stichplatte positionierbar sind, wobei die Greifer in einer Achse linear am Greiferträger gelagert sind, und der Greiferträger in Richtung dieser Achse linear verfahrbar ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Stick-, Stepp- oder Nähmaschine mit Ober- und Unterfadensystem und mit einer Vorrichtung zum Wechseln eines an der Arbeitsstelle unterhalb der Stichplatte gelagerten Greifers, wobei die Maschine mehrere derselben Arbeitsstelle zugeordnete Greifer aufweist, die an einem Greiferträger angeordnet sind, der derart verfahrbar ist, daß die Greifer einzeln unterhalb der Stichplatte positionierbar sind.

Die Wirtschaftlichkeit dieser Maschinen wird neben den Herstellungskosten maßgeblich durch ihre Schnelligkeit, insbesondere bei Fadenwechsel und bei der Behebung von Störfällen, wie beispielsweise Fadenbruch, bestimmt. Dabei ist nicht nur der Oberfaden, sondern auch der Unterfaden von entscheidender Bedeutung.

Das Wechseln der Unterfadenspule ist bei herkömmlichen Maschinen ein aufwendiges und langdauerndes Verfahren, das die Bedienperson in der Regel von Hand ausführen muß. Im einzelnen muß dabei zunächst die Spulenkapsel mit Unterfadenspule aus dem Greifer herausgenommen werden. Danach wird die darin gelagerte Unterfadenspule gegen eine neue Fadenspule ausgewechselt. Anschließend muß die Spulenkapsel mit der neuen Unterfadenspule in den Greifer eingesetzt und verriegelt werden.

Während der Durchführung dieser Schritte muß die Maschine, zumindest an der betroffenen Arbeitsstelle, angehalten werden. Durch solche Stillstandszeiten wird die Bearbeitung des Textilguts erheblich verteuert.

Es wurden daher verschiedene Vorrichtungen zum automatischen Auswechseln der Spulenkapsel vorgeschlagen. So ist aus der DE-OS 17 60 106 eine Nähmaschine bekannt, die ein Magazin für mehrere Spulenkapseln mit Unterfadenspulen aufweist. Ein hin und her beweglicher Spulenträger transportiert bei einem Wechsel eine Spulenkapsel aus dem Magazin zum Greifer, wo eine Greifeinrichtung die alte Spulenkapsel mit der leeren Unterfadenspule aus dem Greifer entnimmt und die neue Spulenkapsel mit der vollen Unterfadenspule in den Greifer einsetzt.

Zur Vereinfachung dieser sehr aufwendigen Vorrichtung wurde in der DE 40 25 475 A1 vorgeschlagen, ein rohrförmiges Magazin für mehrere spulenkapseln mit einer Auswurfeinrichtung, sowie eine Vorrichtung zur Entnahme von Spulenkapseln aus dem Greifer vorzusehen. Diese Kombination von zwei Vorrichtungen zum Entfernen und Einsetzen von Spulenkapseln aus bzw. in den Greifer ist ebenfalls konstruktiv sehr aufwendig und ein Spulenkapselwechsel dauert relativ lange. Außerdem ist die Kapazität des Magazins begrenzt, so daß nach einer entsprechenden Anzahl von Spulenkapselwechseln eine längere Maschinenstillstandszeit erforderlich wird, um das Magazin neu zu bestücken.

Auch ist bei dieser Maschine ein Spulenkapselwechsel nur dann vorgesehen, wenn eine Unterfadenspule leer ist. Ein mehrfacher programmgemäßer Spulenkapselwechsel mit verschiedenfarbigen Unterfäden zum Erzielen bestimmter Stick- oder Nähmuster ist nicht möglich.

Um diese Nachteile zu vermeiden wurde in der JP 59-166187 vorgeschlagen, eine Stickmaschine mit den eingangs genannten Merkmalen auszubilden. Dabei sind mehrere Greifer über den Umfang eines trommelförmigen Hilfskörper gelagert, der durch Drehung jeweils einen Greifer unterhalb der Stichplatte positionieren kann. Eine derartige Trommel benötigt insbesondere bei einer großen Anzahl von Greifern einen großen Bauraum, der sich nicht nur zu den Seiten, sondern auch nach unten erstreckt. Zur Steuerung der Drehbewegungen der Trommel ist ein aufwendig konstruierter Kupplungsmechanismus erforderlich, der hohe Herstellungskosten verursacht.

Aus der DE 35 15 627 C2 ist eine gattungsfremde Kettenstich-Stickmaschine bekannt, die nach dem Einfadensystem mit nur einem Stickfaden arbeitet. Daher kann bei dieser Maschine nicht das Problem auftreten, daß der Unterfaden gewechselt werden muß. Für diese Stichbildung ist daher auch kein Greifer erforderlich, sondern ein Schlingenbildner, der als Fadenleger hin und her schwingt. Um bei dieser Maschine das Sticken eines mehrfarbigen Musters zu ermöglichen, wurde vorgeschlagen, mehrere Schlingenbildner verfahrbar nebeneinander anzuordnen. Für jede Farbe wird der Faden von einem großen Fadenkonus oder Fadenspule abgezogen, so daß der Fadenvorrat wesentlich seltener aufgebraucht ist, als bei den vergleichweise sehr viel kleineren Unterfadenspulen in den Greifern einer Zweifaden-Stickmaschine. Die Behebung von Fadenbrüchen ist bei einer Maschine nach der DE 35 15 627 C2 nicht möglich.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine preiswert herzustellende und leicht handhabbare Maschine der eingangs genannten Art zu schaffen, die bei einfacher Steuerbarkeit einen schnellen, vorzugsweise automatischen Wechsel der Greifer ermöglicht und die bei einfacher und kompakter Konstruktion nur einen kleinen Bauraum beansprucht. Dabei soll der Wechsel sowohl bei leerer Unterfadenspule als auch bei Fadenbruch oder zum Farbwechsel des Unterfadens erfolgen können.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Greifer in einer Achse linear am Greiferträger gelagert sind, und der Greiferträger in Richtung dieser Achse linear verfahrbar ist.

Auf diese Weise wird eine besonders kompakte und platzsparende Bauweise erreicht, die ein schnelles Wechseln der Greifer bei kurzen Verfahrwegen ermöglicht. Auf einfache Weise ist eine exakte Positionierung der Greifer in der Arbeitsposition unterhalb der Stichplatte möglich. Der Greiferwechsel kann manuell oder automatisch ausgelöst werden. Durch einen automatischen Greiferwechsel ist die Maschine sehr schnell wieder einsatzbereit, wobei die Arbeitsstelle der Maschine während eines Wechsels, d. h. während des Verfahrens des Greiferträgers nur sehr kurze Zeit angehalten ist. Das Textilgut ist dadurch preisgünstig, auch mit verschiedenfarbigen Unterfäden, zu bearbeiten.

Der zum Bedienen und Kontrollieren der Maschine erforderliche Zeitaufwand einer Bedienperson kann auf ein Minimum reduziert werden. Eine Bedienperson kann mehrere erfindungsgemäße Maschinen gleichzeitig bedienen und beaufsichtigen, da Produktionsunterbrechungen durch leere Unterfadenspulen oder Bruch des Unterfadens automatisch behoben werden können. Nach einem erfolgten automatischen Greiferwechsel hat die Bedienperson ausreichend Zeit, um festzustellen, ob eine neue Unterfadenspule in einen in einer Parkposition befindlichen Greifer eingesetzt werden muß oder ob nach einem Fadenbruch mit derselben Unterfadenspule weitergearbeitet werden kann.

Die erfindungsgemäße Wechslervorrichtung ist preiswert herzustellen und leicht zu handhaben und zu steuern. Sie ist konstruktiv einfach aufgebaut, einfach zu montieren und zeichnet sich durch eine kompakte Bauweise und geringen Raumbedarf aus.

An dem verfahrbaren Greiferträger können zwei oder mehr Greifer angeordnet sein und gleichzeitig verfahren werden. Das Verfahren des Greiferträgers ist über eine Steuereinheit steuerbar.

Besonders vorteilhaft ist es, wenn für alle Greifer ein einziger Antrieb vorgesehen ist, durch den der jeweils unterhalb der Stichplatte in der Arbeitsposition positionierte Greifer über eine Kupplung antreibbar ist. Besonders günstig ist dabei der Antrieb durch einen Elektromotor und formschlüssig kuppelbare Kupplungsmittel.

Dabei ist es außerdem vorteilhaft, wenn die momentan nicht angetriebenen Greifer in Parkpositionen drehfest am Greiferträger arretiert sind. Dadurch ist sowohl zusätzlicher Verschleiß als auch die Geräuschentwicklung durch rotierende, aber momentan nicht benötigte Greifer vermeidbar, ohne daß jeder einzelne Greifer durch einen eigenen Motor antreibbar sein muß, was zu weiteren hohen Kosten führen würde. Die Arretierung kann auf einfache Weise über eine Hälfte der Kupplung erfolgen, wobei eine formschlüssige Kupplung besonders günstig ist.

Der Greiferträger kann in bevorzugen Ausführungsformen über einen Zahnriemen, über einen Seilzug, über eine Zahnstange mit Ritzel oder über eine Spindel, vorzugsweise eine Trapezgewinde- oder Kugelrollspindel verfahren werden. Dabei können vorzugsweise elektrische, pneumatische, hydraulische und/oder magnetische Antriebsmittel zum Einsatz kommen.

Um bei einem Fadenwechsel den momentan verarbeiteten Unterfaden von dem Textilgut trennen zu können, ist es vorteilhaft, wenn unterhalb der Stichplatte mindestens eine Fadenschneideinrichtung vorgesehen ist. Eine erste Fadenschneideinrichtung kann aus zwei beweglichen Messern bestehen, die von einer Steuereinheit insbesondere bei einem beabsichtigten Unterfadenwechsel betätigbar sind.

Eine zweite, besonders einfache Fadenschneideinrichtung kann durch zwei unterhalb der Stichplatte und in der Verfahrrichtung des Greiferträgers seitlich angeordnete, feststehende Messer gebildet sein, an denen der Unterfaden beim Verfahren der Greifer geschnitten wird.

Ebenso kann unterhalb der Stichplatte ein Fadenwächter mit einem Sensor, vorzugsweise einem Drahtbügel, vorgesehen sein, durch den ein Fadenbruch oder eine leere Unterfadenspule erkennbar ist und der entsprechende Signale an die Steuereinheit des Greiferträgers übermittelt.

Der Greiferträger mit den Greifern sowie gegebenenfalls die Fadenschneideinrichtung(en) und der Fadenwächter können vorteilhafterweise zu einem Arbeitskopf zusammengefaßt sein. Eine besonders rationelle Arbeitsweise kann dadurch erreicht werden, daß die Maschine mehrere Arbeitsköpfe aufweist. Die erfindungsgemäße Greiferwechselvorrichtung ist jedoch auch bei einer Maschine mit nur einem Arbeitskopf einsetzbar.

Bei mehreren Arbeitsköpfen kann eine besonders platzsparende Bauweise der Maschine bei sehr kleinen Arbeitskopfabständen dadurch erreicht werden, daß der Greiferträger senkrecht hoch und runter verfahrbar und während des Verfahrens schwenkbar oder drehbar ist. Um Kollisionen bei sehr kleinen Arbeitskopfabständen während der Rotationsbewegung der Greiferträger zu vermeiden, kann der Greiferwechsel in zwei Durchgängen nacheinander jeweils nur an jedem zweiten Arbeitskopf erfolgen, oder die Rotationsbewegungen der einzelnen Greiferträger werden nacheinander durchgeführt, so daß zwei benachbarte Greiferträger nicht zeitgleich rotieren. Auf diese Weise wird der kleinstmögliche Arbeitskopfabstand nicht durch die Länge, die Breite oder den Durchmesser der Wechseleinrichtung, sondern durch die schmalere Arbeitskopfbreite bestimmt. Außerdem sind nicht am Stickprozeß beteiligte Greifer aufgrund der Senkrechtanordnung zum Spulenwechsel besser zugänglich, weil sie sich nicht mehr in der Tischplattenebene befinden. Auch für weitere Bauelemente, insbesondere für Fadenschneider, Fadenwächter und für die X- und Y-Pantographenantriebe ist mehr Bauraum vorhanden.

Wenn die Maschine mehrere Arbeitsköpfe hat, kann jeder einzelne Greiferträger von einem eigenen Antrieb, vorzugsweise von einem Schrittmotor, verfahren werden oder es kann ein einziger Antrieb vorgesehen sein, der alle Greiferträger, insbesondere über eine Antriebsspindel, über eine Zahnstangen-Ritzel-Kombination, über einen Seilzug oder über einen Zahnriemen, gleichzeitig verfährt. Diese Antriebsweise ist besonders dann von Vorteil, wenn eine Vielzahl gleicher Stickmuster mit verschiedenfarbigen Unterfäden nebeneinander ausgeführt werden sollen.

Vorteilhaft ist es, wenn ein oder mehrere Greiferträger in eine Zwischenposition verfahrbar sind, in der alle Greifer dieses/dieser Greiferträger(s) drehfest arretiert sind. Dadurch wird der Verschleiß der Greifer reduziert, wenn insbesondere bei großen Mustern nur bestimmte Arbeitsköpfe arbeiten und die nicht benötigten Arbeitsköpfe abgeschaltet sind.

Eine weitere Automatisierung des Arbeitsablaufs der Maschine kann dadurch erreicht werden, daß mindestens eine ansich bekannte Spulenkapselwechselvorrichtung zum Wechseln der Spulenkapseln mit darin gelagerten Unterfadenspulen aus den Greifern vorgesehen ist. Solche Vorrichtungen zum Wechseln der Spulenkapseln können für die gesamte Maschine oder für jeweils einen einzelnen Arbeitskopf sowie feststehend oder verfahrbar angeordnet sein. Ein Bestücken der Wechselvorrichtungen mit neuen spulenkapseln ist erst nach einem relativ langen Zeitraum erforderlich, so daß der zum Bedienen und Kontrollieren- der Maschine erforderliche Zeitaufwand einer Bedienperson noch weiter reduziert werden kann.

Wenn der momentan verarbeitete Unterfaden gewechselt werden soll, wird zunächst die Maschine angehalten. Anschließend wird der momentan verarbeitete Unterfaden vom Textilgut abgetrennt und der Greiferträger verfährt so weit, bis der Greifer mit dem gewünschten Unterfaden sich in der Arbeitsposition unterhalb der Stichplatte befindet. Sodann kann der Arbeitsprozeß mit dem neuen Unterfaden unverzüglich fortgesetzt werden.

Außer einem solchen durch das Stick- oder Nähprogramm vorgegebenen Greiferwechsel kann ein Wechsel auch dann erfolgen, wenn der Unterfaden gebrochen ist oder die Unterfadenspule leer ist, was insbesondere durch einen Fadenwächter auf einfache Weise feststellbar ist.

Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen sowie aus der nachfolgenden Beschreibung und den in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispielen

Es zeigen:

Fig. 1 Ansicht einer Arbeitsstelle mit zwei Greifern

Fig. 2 Draufsicht der Arbeitsstelle aus Fig. 1 (Stichplatte ist nicht dargestellt)

Fig. 3 Seitenansicht der Arbeitsstelle aus Fig. 1

Fig. 4a und 4b vergrößerte Darstellung des Bereichs Z aus Fig. 3 mit zwei unterschiedlichen Ausführungsformen der Kupplung für den Greiferantrieb

Fig. 5a und 5b zwei unterschiedliche Ausführungsformen eines in einer Parkposition arretierten Greifers

Fig. 6 Ansicht von vier Arbeitsstellen, deren Greiferträger von einem gemeinsamen Motor verfahren werden

Fig. 7 Ansicht von vier Arbeitsstellen, wobei jeder Greiferträger von einem eigenen Motor verfahrbar ist

Fig. 8 Ansicht einer Arbeitsstelle aus Fig. 7, bei der der Greiferträger in eine Zwischenposition verfahren ist (Greiferabschaltung)

Fig. 9 Schematisch dargestellte Anordnung der Greifer an einem Greiferträger

Fig. 10 Schematische Darstellung eines senkrecht verfahrbaren und schwenkbaren Greiferträgers

Fig. 11 Seitenansicht einer Arbeitsstelle mit einer Spulenkapselwechselvorrichtung

Die in den Fig. 1 bis 3 dargestellte Arbeitsstelle 1 einer Stickmaschine hat zwei Greifer 3, die jeweils eine Spulenkapsel 4 mit darin gelagerter Unterfadenspule 5 aufweisen. Die beiden Greifer 3 sind an einem in Richtung 6 hin und her verfahrbaren Greiferträger 7 drehbar gelagert.

Der Greiferträger 7 kann dabei derart verfahren werden, daß die Greifer 3 einzeln unterhalb der Stichplatte 8 und der Nadel 9 in einer Arbeitsposition A positionierbar sind. Der Antrieb des Greiferträgers 7 erfolgt durch einen Schrittmotor 10 und über eine Spindel 11, auf der eine drehfest an dem Greiferträger 7 befestigte Spindelmutter 12 gelagert ist.

Wenn die Maschine mehrere Arbeitsstellen 1 aufweist, kann der Greiferträger 7 jeder einzelnen Arbeitsstelle 1 von jeweils einem eigenen Schrittmotor 10 verfahren werden (Fig. 7), oder alle Greiferträger 7 werden von einem einzigen Schrittmotor 10 gleichzeitig verfahren, wobei die einzelnen Spindeln 11 über Kupplungen 13 und Zwischenwellen 14 miteinander drehfest verbunden sind (Fig. 6).

Der Greiferträger 7 ist verfahrbar in einer Schiene 15 gelagert, die über eine Fußplatte 16 am Maschinengestell 17 befestigt ist. Unterhalb der Fußplatte 16 und hinter dem Greiferträger 7 ist eine über alle Arbeitsstellen 1 der Maschine sich erstreckende Greiferantriebswelle 18 gelagert, die von einem Elektromotor angetrieben wird. Über ein nicht näher dargestelltes Getriebe treibt die Greiferantriebswelle 18 eine an der Arbeitsposition A der Arbeitsstelle 1 gelagerte, formschlüssig kuppelbare Greiferkupplung 29 an (Einzelheit Z aus Fig. 3).

Die Greiferkupplung 29 kann dabei durch ein mit einer Nut ausgebildetes erstes Kupplungsteil 19a gebildet sein, in das das stegförmig abgeflachte Ende der Greiferwelle 20 als zweites Kupplungsteil 20a einschiebbar ist (Fig. 4a).

In einer zweiten Variante der Greiferkupplung 29 kann das Ende der Greiferwelle 20 als zweites Kupplungsteil 20b mit einer Nut ausgebildet sein, die auf das stegförmig abgeflachte erste Kupplungsteil 19b aufschiebbar ist (Fig. 4b).

Wenn sich die Greifer 3 in einer Parkposition B oder in einer Zwischenposition C befinden, sind sie über das zweite Kupplungsteil 20a an einer Halteschiene 21a (Fig. 5a) bzw. über das zweite Kupplungsteil 20b an einer Halteschiene 21b (Fig. 5b) formschlüssig drehfest arretiert. Die Halteschienen 21a bzw. 21b sind dabei insbesondere in ihrer vertikalen Ausrichtung den ersten Kupplungsteilen 19a bzw. 19b entsprechend angeordnet, so daß ein problemloses Kuppeln der Greiferkupplung 29 beim Verschieben des Greiferträgers 7 möglich ist, wenn die Nut bzw. der Steg des ersten Kupplungsteils 19a bzw. 19b waagerecht ausgerichtet ist.

Bei einer Maschinen mit mehreren Arbeitsstellen 1 kann es bei großen, sich über mehrere Arbeitsstellen 1 erstreckenden Mustern vorkommen, daß bestimmte Arbeitsstellen 1 nicht benutzt werden können. Bei der in Fig. 7 gezeigten Maschine arbeiten nur die Arbeitsstellen 1a und 1c, während die Arbeitsstellen 1b und 1d nicht genutzt werden. Da beim Betrieb der Maschine das erste Kupplungsteil 19a bzw. 19b der Greiferkupplung 29 jeder Arbeitsstelle 1 über die über die gesamte Maschine sich erstreckende Greiferantriebswelle 18 permanent angetrieben wird, werden die Greiferträger 7 der momentan nicht benutzten Arbeitsstellen 1b und 1d derart verfahren, daß sich die beiden Greifer 3 jedes Greiferträgers 7 jeweils in einer Zwischenposition C befinden, in der die Greifer 3 abgeschaltet und über die zweiten Kupplungsteile 20a bzw. 20b und die Halteschienen 21a bzw. 21b drehfest arretiert sind. Eine momentan nicht genutzte Arbeitsstelle 1b bzw. 1d mit den beiden in einer Zwischenposition C arretierten Greifern 3 ist in Fig. 8 vergrößert dargestellt (Greiferabschaltung).

Die Spulenkapseln 4 mit den darin gelagerten Unterfadenspulen 5 werden durch einen Haltefinger 22 drehfest in jedem Greifer 3 gehalten.

An der Arbeitsposition A der Arbeitsstelle 1 befindet sich unter der Stichplatte 8 eine aus einem hin und her bewegbaren Hakenmesser 23 und einem feststehenden Gegenmesser 24 bestehende Fadenschneideinrichtung 25.

Zusätzlich ist unterhalb der Stichplatte 8 ein Drahtbügel 26 als Sensor für einen Unterfadenwächter angeordnet, der federnd gegen den zwischen Textilgut und Unterfadenspule 5 gespannten Unterfaden anliegt. Bei einem möglichen Unterfadenbruch federt der Drahtbügel 26 in seine Ruheposition zurück, so daß der Fadenbruch für den Unterfadenwächter erkennbar ist.

Zusätzlich können unterhalb der Stichplatte 8 zwei feststehende Schneidemesser 27 vorgesehen sein, die den zwischen Textilgut und Unterfadenspule 5 gespannten Unterfaden beim Verfahren der Greifer 3 aus der Arbeitsposition A in eine Parkposition B automatisch abschneiden. An jedem Greiferträger 7 können auch drei oder mehr Greifer 3 linear angeordnet sein (Fig. 9).

In den Fig. 10a bis 10e sind verschiedene Momentaufnahmen während eines Greiferwechsels dargestellt, wobei der Greiferträger 7 senkrecht verfahrbar und schwenkbar ist. Zunächst wird der Greiferträger 7 nach unten verfahren (Fig. 10a). Dabei erfolgt in dem unteren Bereich eine Verschwenkung des Greiferträgers um 180° (Fig. 10b bis 10d). Schließlich wird der Greiferträger 7 wieder nach oben verfahren, so daß der Greifer 3b, der zuerst in der Parkposition B war, sich nunmehr in der Arbeitsposition A befindet. Der Greifer 3a ist dabei aus der Arbeitsposition A in die Parkposition B verfahren worden (Fig. 10e). Eine Greiferabschaltung ist bei dieser Ausführung ebenfalls einfach möglich, wenn der Greiferträger 7 senkrecht in seine untere Position (Fig. 10c) verfahren wird und dort verbleibt. Ein Verschwenken des Greiferträgers 7 ist dabei nicht erforderlich, kann aber ebenfalls durchgeführt werden.

Bei der in Fig. 11 dargestellten Arbeitsstelle 1 ist eine parallel zum Greiferträger 7 verfahrbare Spulenkapselwechselvorrichtung 28 vorgesehen, in der mehrere Spulenkapseln 4 mit Unterfadenspulen 5 gelagert sind. Die Spulenkapselwechselvorrichtung 28 kann an die Parkpositionen B der Greifer 3 verfahren werden, um hier eine neue Spulenkapsel 4 in den arretierten Greifer 3 einzusetzen. Dieser Spulenkapselwechsel kann auch während des Stickbetriebes der Maschine erfolgen. Eine oder mehrere Spulenkapselwechselvorrichtungen 28 können auch feststehend oder über alle Arbeitsstellen 1 der Maschine verfahrbar angeordnet sein.


Anspruch[de]
  1. 1. Stick-, Stepp- oder Nähmaschine mit Ober- und Unterfadensystem und mit einer Vorrichtung zum Wechseln eines an der Arbeitsstelle unterhalb der Stichplatte gelagerten Greifers, wobei die Maschine mehrere derselben Arbeitsstelle zugeordnete Greifer aufweist, die an einem Greiferträger angeordnet sind, der derart verfahrbar ist, daß die Greifer einzeln unterhalb der Stichplatte positionierbar sind, dadurch gekennzeichnet daß die Greifer (3) in einer Achse (6) linear am Greiferträger (7) gelagert sind, und der Greiferträger (7) in Richtung dieser Achse (6) linear verfahrbar ist.
  2. 2. Maschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß für alle Greifer (3) ein einziger Antrieb, insbesondere ein Elektromotor, vorgesehen ist, durch den der jeweils unterhalb der Stichplatte (8) in der Arbeitsposition (A) positionierte Greifer (3) über eine Kupplung (29) antreibbar ist.
  3. 3. Maschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die nicht angetriebenen Greifer (3) in einer Parkposition (B) insbesondere über eine Kupplung (20, 21) drehfest am Greiferträger (7) arretiert sind.
  4. 4. Maschine nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Greiferträger (7) durch einen elektrischen, pneumatischen oder hydraulischen Antrieb (10) verfahrbar ist.
  5. 5. Maschine nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Greiferträger (7) über einen Zahnriemen, über eine Zahnstange mit Ritzel oder über eine Spindel (11) verfahrbar ist.
  6. 6. Maschine nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß unterhalb der Stichplatte (8) mindestens eine Fadenschneideinrichtung (25, 27) vorgesehen ist.
  7. 7. Maschine nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß eine ein schwenkbar gelagertes Messer (23) und ein feststehendes Gegenmesser (24) umfassende erste Fadenschneideinrichtung (25) sowie eine zwei feststehende Schneidmesser (27) umfassende zweite Fadenschneideinrichtung vorgesehen ist.
  8. 8. Maschine nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß unterhalb der Stichplatte (8) ein Fadenwächter mit einem Sensor (26) zum Ansteuern des Greiferträgers (7) vorgesehen ist.
  9. 9. Maschine nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Greiferträger (7) mit den Greifern (3) sowie gegebenenfalls die Fadenschneideinrichtung (25, 27) und der Fadenwächter (26) an einem Arbeitskopf (1) angeordnet sind.
  10. 10. Maschine nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Maschine mehrere Arbeitsköpfe (1) hat.
  11. 11. Maschine nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Greiferträger (7) senkrecht hoch und runter verfahrbar und während des Verfahrens schwenkbar oder drehbar ist.
  12. 12. Maschine nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Greiferträger (7) von einem eigenen Antrieb (10), vorzugsweise von einem Schrittmotor antreibbar ist.
  13. 13. Maschine nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, daß alle Greiferträger (7) von einem einzigen Antrieb (10) insbesondere über eine Antriebswelle (14) antreibbar und gleichzeitig verfahrbar sind.
  14. 14. Maschine nach einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß ein oder mehrere Greiferträger (7) in eine Zwischenposition (C) verfahrbar sind, in der kein Greifer (3) angetrieben ist.
  15. 15. Maschine nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Maschine mindestens eine Spulenkapselwechselvorrichtung (28) zum Wechseln der Spulenkapseln (4) mit darin gelagerten Unterfadenspulen (5) aus den Greifern (3) aufweist.






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