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Dokumentenidentifikation DE69128679T2 23.04.1998
EP-Veröffentlichungsnummer 0479187
Titel Filter zur Filtration von Flüssigkeit
Anmelder Pall Corp., Glen Cove, N.Y., US
Erfinder Wollinsky, Kurt H., Dr., W-7901 Illerkirchberg, DE;
Saefkow, Michael W. K., Dr., W-6070 Langen, DE
Vertreter Bardehle, Pagenberg, Dost, Altenburg, Frohwitter, Geissler & Partner Patent- und Rechtsanwälte, 81679 München
DE-Aktenzeichen 69128679
Vertragsstaaten DE, FR, GB, SE
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 30.09.1991
EP-Aktenzeichen 911166437
EP-Offenlegungsdatum 08.04.1992
EP date of grant 14.01.1998
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.04.1998
IPC-Hauptklasse B01D 69/02
IPC-Nebenklasse A61M 1/36   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Filtration von zerebrospinalem Liquor, insbesondere zur Behandlung von neurologischen Krankheiten, die von entzündlichen Prozessen (Neuritis-Krankheiten, z. B. Polyradiculitis, Radiculoneuritis oder Guillain Barré-Syndrom (GBS)) begleitet sind oder nicht-entzündliche Prozesse (Neuropathien) darstellen, sowie von Intoxikationen des Liquors (wie Diphtherie oder Tollwut) oder von Infektionen durch Bakterien (beispielsweise Borreliose) oder Viren (z. B. Virus-Encephalitis und Kinderlähmung), die sich kausal oder symptomatisch im Nervensystem manifestieren.

GBS ist beispielsweise eine aufsteigende motorische und nervenbezogene Paralyse bzw. eine aufsteigende Nervenparalyse, die die unteren Gehirnnerven (die sich zunächst zu den Extremitäten erstrecken) einschließt, so daß der Patient nicht mehr gehen kann bzw. bettlägerig wird. Die Krankheit kann zu einer totalen Paralyse sämtlicher Muskeln führen, so daß eine Langzeit-Beatmungsbehandlung des Patienten erforderlich wird. Eine Degeneration von Nerven mit Langzeitschäden ist möglich.

Die vorgenannten Krankheiten verursachen eine Veränderung der Liquorzusammensetzung. Die Gründe für diese Symptome sind noch unklar, wobei insbesondere eine Kausalität zwischen der veränderten Liquorzusammensetzung und den Krankheitssymptomen nicht nachgewiesen worden ist. Die Therapie des Guillain Barré-Syndroms besteht in einer therapeutischen Plasmapherese, d. h. einem (partiellen) Plasmaaustausch, wobei nach Blutentnahme beim Patienten eine mechanische Trennung von korpuskulären Elementen und Plasma, beispielsweise durch Zentrifugation, stattfindet Die korpuskulären Bestandteile werden nach einem Ersatz des gesamten oder eines partiellen Volumens des entnommenen Plasmas in Plasmaersatz resuspendiert und dem Patienten wieder infundiert. Bei zahlreichen Patienten bringt das Verfahren der Plasmapherese jedoch nur eine geringe oder gar keine Besserung der Krankheitssymptome mit sich.

Es wurde nunmehr festgestellt, daß die letztgenannte Behandlung eine wesentliche Besserung des Zustands des Patienten herbeiführt und eine vollständige Linderung von Symptomen erreicht werden kann, wenn der Liquor des Patienten einer Filtration durch einen speziellen Filter unterzogen wird.

Demgemäß betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zur Filtration von zerebrospinalem Liquor, die einen intrathekalen Katheter mit zwei Dreiweghähnen, eine 10 ml-Spritze und einen Filter umfaßt, wobei der Filter durch eine Membranfilterschicht mit einer Porengröße von 0,04 bis 0,45 µm und eine Dicke von 0,1 bis 1 mm gekennzeichnet ist, wobei der Filter eine geometrische Oberfläche von 50 bis 300 cm² und ein Porenvolumen von 50 bis 90% aufweist. Ein derartiger Filter zeigt eine Pyrogen-Trennkapazität von mindestens 500 µg.

Die in µg angegebene Pyrogen-Trennkapazität bedeutet, daß der Filter die angegebene Menge des Pyrogens, bezogen auf E. coli-Endotoxin-Standard in einem Konzentrationsbereich von 0,6 bis 6,9 ng/ml im Ausgangsmaterial, zurückhält, wobei die Konzentration im Filtrat unter der Nachweisgrenze des LAL-Tests (Limulus-Amoebocytes-Lysat-Test) (etwa 0,006 ng/ml) liegt.

Pyrogene Verbindungen (Pyrogene) (fiebererzeugende Verbindungen) sind vorwiegend wärmebeständige, dialysierbare Verbindungen von pathogenen Bakterien, Pilzen oder Viren, die bei Verabreichung in äußerst geringen Mengen ((1 µg/kg) beim Menschen Schüttelfrost und eine Temperaturerhöhung (Fieber) verursachen. Was ihren chemischen Charakter betrifft, handelt es sich bei pyrogenen Verbindungen vorwiegend um Oligo-, Poly- und Lipopolysaccharide oder Polypeptide, wobei die am stärksten wirkenden pyrogenen Verbindungen solche von gram-negativen Bakterien sind.

Pyrogene Verbindungen sind von Bedeutung als Verunreinigungen in Injektions- oder Infusionslösungen, aus denen sie mittels sogenannter Bakterienfilter entfernt werden müssen. Definitionsgemäß handelt es sich bei derartigen Bakterienfiltern um mirkoporöse Materialien, mit deren Hilfe Bakterien aus Gasen oder Flüssigkeiten durch Sieb- oder Adsorptionswirkung entfernt werden können, wobei es sich beispielsweise um Glas-, Membran- oder Siebfilter handelt (vgl. Roche Lexikon Medizin, 1. Auflg., 1984, S. 135). Die Bestimmung des Pyrogen-Trennvermögens erfolgt unter Verwendung einer pyrogenen Standardverbindung, d. h. mit einem E. coli- Endotoxin, wobei der Wirkungsgrad der Trennung mit dem Kaninchentest oder dem LAL-Test geprüft wird (vgl. Pharm. In., Bd. 47 (1985), S. 407-411). Handelsübliche Bakterienfilter, die als Infusionsfilter zum Schutz von Patienten verwendet werden, weisen Pyrogen-Trennkapazitäten unter 100 µg und eine geometrische Filterfläche von etwa 10 cm² auf.

Die Verwendung der erfindungsgemäßen Vorrichtung läßt sich auf sehr einfache Weise vornehmen. In der Praxis wird beim Patienten nach Einsetzen eines Intrathekalkatheters, der zwei Dreiweghähne, eine 10 ml-Spritze und den Liquorfilter umfaßt, ein geschlossenes System installiert. Anschließend werden 10-40 ml Liquor jeweils manuell entnommen und nach Passage durch den Filter zurückgeführt. Mit diesem Verfahren wurden 6 GBS- Patienten behandelt, von denen 4 eine akute und 2 eine chronische Krankengeschichte hatten. Bei 3 der Patienten wurde vorher eine intensive Plasmapherese durchgeführt, die aber keinen Einfluß auf die Symptome der Patienten hatte. Bei einer einmaligen oder zweimaligen Behandlung pro Tag für einen Zeitraum bis zu 5 Tagen wurden maximal jeweils 150 ml Liquor filtriert. Das Verfahren war für sämtliche Patienten gut verträglich und führte zu keinen Komplikationen. Kopfschmerzen traten nur vorübergehend auf und waren nicht so intensiv, wie sie üblicherweise bei Lumbalpunkturen beobachtet werden. Bei sämtlichen Patienten konnte in zeitlichem Zusammenhang mit der Liquorfiltration und gelegentlich während der Behandlung eine ausgeprägte oder gelegentlich eine signifikante Besserung der klinischen Symptome festgestellt werden. Bei akuten Patienten und bei Patienten in frühen Stadien von GBS war die Besserung ausgeprägter und rascher als bei chronischen Patienten.

Eine Filtration von Liquor kann auch bei anderen Symptomen indiziert sein, die mit einer Veränderung des Liquors verbunden sind, beispielsweise bei multipler Sklerose oder ALS.

Die Membranfilterschicht des erfindungsgemäßen Filters weist eine Porengröße von 0,04 bis 0,45 µm, vorzugsweise von 0,1 bis 0,3 µm und insbesondere von 0,1 bis 0,2 µm auf. Membranfilterschichten mit einer derartigen Porengröße sind an sich bekannt und werden in Bakterienfiltern für die Verabreichung von Infusionslösungen verwendet, bei denen Membranen mit einer Porengröße unter 0,1 µm auch als Virusfilter verwendet werden. Die herkömmlichen Bakterienfilter sind jedoch erfindungsgemäß nicht geeignet, da sich bei ihrer Verwendung bei der Liquorfiltration keine signifikante Veränderung erreichen läßt. Ferner konnte aufgrund der ungewissen Ursachen des Guillain Barré-Syndroms eine signifikante Besserung der Krankheit mit dem beanspruchten Filter nicht erwartet werden.

Mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird eine Pyrogen-Trennkapazität von mindestens 500 µg, beispielsweise von mindestens 600 oder 700 µg und vorzugsweise von mindestens 1000 µg erreicht, wobei ein Bereich von 1000 bis 2000 µg besonders bevorzugt ist.

Die Membranfilterschicht weist eine Dicke von 0,1 bis 1 mm auf, wobei der Filter eine geometrische Oberfläche von 50 bis 300 cm² besitzt.

Innerhalb der genannten Bereiche von 0,04 bis 0,45 µm für die Porengröße, von 50 bis 300 cm² für die geometrische Oberfläche und von 0,1 bis 1 mm für die Dicke der Membranfilterschicht läßt sich eine Korrelation insofern herstellen, als die erforderliche Pyrogen-Trennkapazität von mindestens 500 µg und eine für praktische Zwecke ausreichende Strömungsgeschwindigkeit erreicht werden. Im allgemeinen ist die Strömungsgeschwindigkeit in etwa proportional zur Porengröße und zur Oberfläche und in etwa umgekehrt proportional zur Schichtdicke, während die Trennkapazität proportional zur Schichtdicke und zur geometrischen Oberfläche ist.

Ein weiterer Parameter zur Steuerung der Pyrogen-Trennkapazität und der Strömungsgeschwindigkeit ist das Porenvolumen, angegeben als prozentualer Anteil des Porenvolumens, bezogen auf das Gesamtvolumen, wobei innerhalb bestimmter Grenzen sowohl die Trennkapazität als auch die Strömungsgeschwindigkeit in etwa proportional zum Porenvolumen sind. Das Porenvolumen soll so groß wie möglich sein, um den Filter möglichst klein halten zu können. Das Porenvolumen weist jedoch Obergrenzen auf. In der Praxis beträgt das Porenvolumen im allgemeinen 50-90%, wobei aus den vorgenannten Gründen höhere Werte bevorzugt werden. Als Material für die Membranfilterschicht sind sämtliche inerten polymeren Materialien zweckmäßig, aus denen Membranen mit den angegebenen Porenbereichen nach bekannten Verfahren hergestellt werden können. Beispiele für geeignete Materialien sind gegen Körperflüssigkeiten inerte Kunststoffe, wie Polyolefine, z. B. Polyethylen oder Polypropylen, Polyamide, z. B. Nylon 6,6 oder Polycaprolactam, Polyester oder Polyvinylidenfluorid.

In einer bevorzugten Ausführungsform handelt es sich bei der Membranfilterschicht um eine ladungsmodifizierte Membran, was darauf zurückzuführen ist, daß die Trennkapazität auf diese Weise leichter erreicht werden kann. Ladungsmodifizierte Membranen sind sowohl mit positivem zeta-Potential als auch mit negativem zeta-Potential im Handel erhältlich. Die bevorzugten ladungsmodifizierten Membranen sind solche, die durch Zugabe eines ladungsmodifizierenden Mittels zur Dotierungslösung, aus der die Membran gegossen wird, hergestellt worden sind.

Die ladungsmodifizierten Membranen mit einem positiven zeta-Potential werden auch als kationische Membranen bezeichnet. Eine geeignete Membran besteht beispielsweise aus einem Polyamid, z. B. Nylon 6,6, wobei die Ladungsmodifikation der Membran durch Zugabe eines hitzehärtenden Polymeren mit quaternären Ammoniumgruppen zur Polymer-Dotierung erreicht wird. Da die positive Ladung dieser Membranen auf die Anwesenheit von quaternären Ammoniumgruppen zurückzuführen ist, behalten sie ihre positive Ladung in sauren, neutralen und alkalischen pH-Bereichen.

Die ladungsmodifizierten Membranen mit einem negativen zeta-Potential werden auch als anionische Membranen bezeichnet. Quellen für die negative Ladung sind ionisierbare funktionelle polare Gruppen, wie Carbonsäuregruppen, Sulfonsäuregruppen, phenolische Aminogruppen, Sulfhydryl-, Sulfid-, Thiocarbonyl-, Phosphin-, Phosphoryl- oder Thiophosphorylgruppen. Carboxylgruppen werden bevorzugt.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform handelt es sich beim erfindungsgemäßen Filter um einen Verbundfilter, wobei der Filter eine zweite Membranfilterschicht mit einer Porengröße im Bereich von 0,1 bis 5 µm und einer Dicke von 0,1 bis 1 mm umfaßt. In diesem Fall kann die erste Membranfilterschicht sehr dünn ausgestaltet werden, da ihre Funktion nur in der Abtrennung von Bakterien bzw. Viren besteht, während in der zweiten (vorausgehenden) Schicht der Hauptanteil an schädlichen Bestandteilen bereits durch Adsorption entfernt worden ist. In dieser Ausführungsform wird der wesentliche Anteil der Trennkapazität durch die vorausgehende zweite Schicht bereitgestellt. Die Hauptbedeutung der zweiten Filterschicht besteht in ihrer Adsorptionskapazität und weniger in ihrer Porengröße Aus diesem Grund eignet sich auch eine höhere Porengröße, beispielsweise von 0,8 µm oder 1,2 µm bis zu 5 µm. Jedoch ergeben geringere Porengrößen auch für die zweite Schicht bessere Ergebnisse. Aus diesem Grund wird eine Porengröße von 0,1 bis 0,45 µm bevorzugt.

Die Dicke der zweiten Filterschicht beträgt 0,1 bis 1 mm. Mit zunehmender Porengröße (und mit zunehmendem Porenvolumen) kann aufgrund der höheren Strömungsgeschwindigkeit die Schichtdicke erhöht werden, was andererseits eine Veränderung der geometrischen Oberfläche des Filters im Bereich von 50 bis 300 cm² auf kleinere Werte ermöglicht, wobei die minimale Pyrogen-Trennkapazität von 500 µg aufrechterhalten wird.

Somit kann die erfindungsgemäße Filtervorrichtung einschichtig oder mehrschichtig sein. Bei der einschichtigen Ausführungsform handelt es sich bei der einzigen Membranfilterschicht vorzugsweise um eine ladungsmodifizierte Membran, z. B. gemäß den vorstehenden Ausführungen.

Bei der mehrschichtigen Ausführungsform besteht der Verbundfilter aus mindestens zwei Schichten, wobei es sich vorzugsweise bei der zweiten (vorausgehenden) Filterschicht um eine ladungsmodifizierte Membran handelt. In einer speziellen Ausführungsform dieses Verbundfilters handelt es sich bei der ersten Filterschicht um eine ladungsneutrale Membran, beispielsweise aus Nylon 6,6, und bei der zweiten Filterschicht um eine ladungsmodifizierte Membran, wobei die Ladung entweder positiv oder negativ sein kann (positives oder negatives zeta-Potential). In einer weiteren speziellen Ausführungsform eines zweischichtigen Filters handelt es sich bei der ersten Schicht um eine positiv ladungsmodifizierte Membran und bei der zweiten (vorausgehenden) Schicht um eine negativ ladungsmodifizierte Membran. In einer weiteren speziellen Ausführungsform eines dreischichtigen Filters handelt es sich bei der zweiten Schicht um eine positiv ladungsmodifizierte Membran und bei der dritten Schicht um eine negativ ladungsmodifizierte Membran.

Für die praktische Anwendung weist der erfindungsgemäße Filter unabhängig von der Anzahl und der Art seiner Schichten eine oder mehrere Halte- oder Trägerschichten auf, die dem Filter mechanische Festigkeit verleihen, ohne dessen Eigenschaften zu verändern. Ferner ist der Filter für die praktische Anwendung vorzugsweise in einem Filtergehäuse mit entsprechenden Anschlüssen angeordnet, wobei die vorerwähnten Trägerschichten ebenfalls im Filtergehäuse integriert sein können.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist der Filter mit einer Einrichtung zur Entlüftung ausgerüstet. Es wurde festgestellt, daß sich während des Betriebs des Liquorfilters Gasblasen entwickeln können, die zu einem Blockieren des Filters führen können. Die Entlüftung gestattet ein Entweichen der Gasblasen aus dem Filtergehäuse unter Beibehaltung von dessen steriler Beschaffenheit. Bei einer geeigneten Entlüftung handelt es sich beispielsweise um ein übliches Entlüftungsventil Vorzugsweise wird diese Aufgabe durch eine Entlüftungsmembran erreicht, bei der es sich um eine hydrophobe Membran mit einer solchen Porengröße handelt, daß ein Austreten von Liquor verhindert wird, aber Gasbiasen beim Filtrationsdruck passieren können. Die Entlüftungsmembran ist an der Einlaßseite des Filtergehäuses angeordnet, d. h. an der Seite, an der der zu futrierende Liquor in das Filtergehäuse eintritt.

Die beigefügte Zeichnung erläutert die Erfindung, wobei die Figg. 1 bis 4 in schematischer Darstellung einschichtige und mehrschichtige Ausführungsformen der in der erfindungsgemäßen Vorrichtung eingesetzten Liquorfilter zeigen.

Fig. 1 zeigt eine einschichtige Membranfilterschicht für den erfindungsgemäßen Liquorfilter;

Fig. 2 zeigt eine zweischichtige Ausführungsform;

Fig. 3 zeigt ebenfalls eine zweischichtige Ausführungsform; und

Fig. 4 zeigt eine dreischichtige Ausführungsform Es sind nur die jeweiligen Schichten ohne die Trägerschichten und das Gehäuse abgebildet.

Fig. 1 zeigt eine Membranfilterschicht 11 mit einer Schichtdicke von 0,2 mm und einer Porengröße von 0,2 µm. Beim Material handelt es sich um Nylon 6,6, wobei die Membran durch Einführung von quaternären Ammoniumgruppen so ladungsmodifiziert ist, daß ein positives zeta-Potential vorherrscht. Derartige Membranen werden beispielsweise von der Fa. Pall Corporation unter der Warenbezeichnung Posidyne vertrieben.

Die vorstehende Membranfilterschicht wird zur Herstellung eines Liquorfilters verwendet, wobei die geometrische Oberfläche des Filters 160 cm² beträgt und der Filter eine Pyrogen-Trennkapazität von 560 µg aufweist.

Fig. 2 zeigt eine zweischichtige Ausführungsform Die erste Schicht 21 ist aus Nylon 6,6 und weist eine Dicke von 0,1 mm und eine Porengröße von 0,04 µm auf. Dieser ersten Schicht 21 geht eine zweite Schicht 22 aus dem Poaisyne -Material von Fig. 1 voraus, wobei diese Schicht eine Dicke von 0,2 mm und eine Porengröße von 0,2 µm aufweist.

Ein hieraus hergestellter Filter mit einer geometrischen Oberfläche von 160 cm² weist eine Pyrogen-Trennkapazität von 560 µg auf. Aufgrund der Porengröße von 0,04 µm für die erste Schicht 21 zeigt der Verbundfilter ein Retentionsvermögen für Viren.

In Fig. 3 besteht die erste Membranfilterschicht 31 aus Posidyne und weist eine Dicke von 0,2 mm und eine Porengröße von 0,2 µm auf. Bei der zweiten Schicht 32 handelt es sich um eine negativ ladungsmodifizierte Membran, d. h. eine Membran mit einem negativen zeta-Potential. Derartige Membranen werden von der Fa. Pall Corporation unter der Warenbezeichnung Carboxydyner vertrieben. Die zweite Schicht 32 weist eine Dicke von 0,2 mm und eine Porengröße von 0,2 µm auf.

Ein aus dem vorerwähnten Verbundmaterial hergestellter Liquorfilter zeigt eine Pyrogen-Trennkapazität von 560 µg bei einer geometrischen Oberfläche von 160 cm².

In Fig. 4 weist die erste Schicht 41 eine Dicke von 0,1 mm und eine Porengröße von 0,04 µm auf. Sie ist aus Nylon 6,6 gefertigt. Diese erste Schicht 41 bewirkt eine Virus-Retention ähnlich dem Verbundfilter von Fig. 2.

Bei der zweiten Schicht 42 handelt es sich um eine Posidyne -Membran mit einer Dicke von 0,2 mm und einer Porengröße von 0,2 µm.

Die dritte Schicht 43 weist eine Dicke von 0,2 mm und eine Porengröße von 0,04 µm auf. Es handelt sich um eine Carboxydyne -Memran Ein aus dem vorerwähnten Verbundmaterial hergestellter Liquorfilter zeigt eine Pyrogen-Trennkapazität von 560 pg bei einer geometrischen Oberfläche von 160 cm².


Anspruch[de]

1. Vorrichtung zur Filtration von zerebrospinalem Liquor, umfassend einen intrathekalen Katheter mit zwei Dreiweghähnen, einer 10 ml- Spritze und einem Filter, der eine Membranschicht mit einer Porengröße von 0,04 bis 0,45 µm und eine Schichtdicke von 0,1 bis 1 mm aufweist, wobei der Filter eine geometrische Oberfläche von 50 bis 300 cm² und ein Porenvolumen von 50 bis 90% besitzt.

2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Membranschicht eine Porengröße von 0,1 bis 0,3 µm aufweist.

3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Membranschicht eine Porengröße von 0,1 bis 0,2 µm aufweist.

4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Membranschicht eine Pyrogen-Trennkapazität von 1000 bis 2000 µg aufweist.

5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Membranschicht aus einem Polyamid besteht.

6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei der Membranschicht um eine ladungsmodifizierte Membran handelt.

7. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Filter als Verbundfilter aufgebaut ist, wobei der Membranschicht eine zweite Membranschicht mit einer Porengröße im Bereich von 0,1 bis 5 µm und einer Dicke von 0,1 bis 1 mm vorausgeht.

8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Membranschicht eine Porengröße von 0,1 bis 0,45 µm aufweist.

9. Vorrichtung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei der zweiten Membranschicht (22, 32, 42) um eine ladungsmodifizierte Membran mit einem positiven zeta-Potential handelt.

10. Vorrichtung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei der ersten Membranschicht (31) um eine ladungsmodifizierte Membran mit einem positiven zeta-Potential handelt und es sich bei der zweiten Membranschicht (32) um eine ladungsmodifizierte Membran mit einem negativen zeta-Potential handelt.

11. Vorrichtung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei der zweiten Membranschicht (42) um eine ladungsmodifizierte Membran mit einem positiven zeta-Potential handelt, und eine dritte Membranschicht (43) vorgesehen ist, bei der es sich um eine ladungsmodifizierte Membran mit einem negativen zeta-Potential handelt.

12. Vorrichtung nach Anspruch 9 oder 11, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Membranschicht (21, 41) , die zur Virus-Retention dient, eine Porengröße unter 0,1 µm und vorzugsweise von 0,04 µm aufweist.

13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, gekennzeichnet durch die Gegenwart von einer oder mehreren Trägerschichten, die dem Filter mechanische Festigkeit verleihen, ohne die Filtrationseigenschaften zu verändern.

14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, gekennzeichnet durch die Anwesenheit eines Filtergehäuses mit Anschlußstücken zur Aufnahme des Filters.

15. Vorrichtung nach Anspruch 14, gekennzeichnet durch die Anwesenheit einer Entlüftungsmembran an der Einlaßstelle des Filtergehäuses.







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