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Dokumentenidentifikation DE69314849T2 30.04.1998
EP-Veröffentlichungsnummer 0573328
Titel Selbstzerlegungssystem für Submunition mittels chemischer Ätzung
Anmelder Giat Industries, Versailles, FR
Erfinder Chemiere, Patrice, F-18570 La Chapelle Saint Ursin, FR;
Dupuy, Jean-Paul, F-18000 Bourges, FR;
Ruet, Jean-Pierre, F-18390 Saint Germain du Puy, FR;
Bayard, Bernard, F-18330 Neuvy sur Barangeon, FR
Vertreter Prinz und Kollegen, 81241 München
DE-Aktenzeichen 69314849
Vertragsstaaten DE, FR, GB, IT, SE
Sprache des Dokument Fr
EP-Anmeldetag 25.05.1993
EP-Aktenzeichen 934013301
EP-Offenlegungsdatum 08.12.1993
EP date of grant 29.10.1997
Veröffentlichungstag im Patentblatt 30.04.1998
IPC-Hauptklasse F42C 9/14
IPC-Nebenklasse F42C 15/184   F42C 15/38   F42C 15/21   F42C 15/44   F42B 12/58   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein mechanisches Selbstzerstörungssystem für eine Munition, in erster Linie eine Submunition die über einen Träger, wie zum Beispiel ein Kargogeschoß verstreubar ist, wobei die Munition mit einer Sprengladung versehen ist, die von einer pyrotechnischen Kette gezündet wird.

Die pyrotechnische Kette kann zum Beispiel einen Hauptschlagbolzen und eine Zündvorrichtung umfassen, die aus einen Stößel besteht, der von einer Sicherungsposition bis zu einer Entsicherungsposition beweglich ist, und der ein Zündmittel für die Ladung trägt.

Das Selbstzerstörungssystem umfaßt einen Sekundärschlagbolzen (oder Selbstzerstörungsschlagbolzen) der im Inneren eines Hohlraums des Stößels beweglich ist und dazu bestimmt ist, das Zündmittel zu durchschlagen. Außerdem umfaßt das System eine Vorrichtung zur Steuerung der Verschiebung des Sekundärschlagbolzens in Richtung des Zündmittels nach einer vorausbestimmten Verzögerung.

Im allgemeinen kommt der Stößel, der das Zündmittel für die Ladung trägt, nach den Auswurf einer Submunition außerhalb eines Trägers in die Entsicherungsposition.

Sobald die Submunition mit dem Boden oder einem Ziel in Berührung kommt, zündet der Hauptschlagbolzen die Sprengladung durch Durchschlagen des Zündmittels.

Bei einem Funktionsfehler in der pyrotechnischen Kette, wird die Munition jedoch bei der Berührung mit dem Boden oder einem Ziel nicht explodieren. Die Munition bleibt nach ihrer Stabilisierung auf dem Boden trotzdem gefährlich, denn jeder neue Stoß kann eventuell das Funktionieren der pyrotechnischen Kette herstellen und zur Explosion der Munition führen.

Um diesem Funktionsmangel abzuhelfen, kann man eine solche Submunition, die in einem Kargogeschoß mitgeführt wird, mit einem selbstzerstörungssysten versehen, das das Explodieren der Sprengladung nach einer vorausbestimmten Verzögerung hervorruft, die länger ist als die Flugzeit der Munition in freiem Fall, bevor diese den Boden oder ein Ziel erreicht, das sich am Boden fortbewegt.

Das Dokument US4873927 beschreibt ein Selbstzerstörungssystem durch ein pyrotechnisches Verzögerungselement, das im Moment der Entsicherung des Zünderträgerstößels ausgelöst wird. Nach einer gewissen Verbrennungszeit des pyrotechnischen Verzögerungselements, wird der Zünder der Sprengladung gezündet.

Ein solches System weist jedoch den Nachteil auf, daß es sehr kostspielig ist.

Das Dokument US4998476 beschreibt ein Selbstzerstörungssystem mit einen hydraulischen oder pneumatischen Kolben.

Dieser Kolben liegt an eine Ölkammer an und verschiebt sich, sobald sich infolge des Öffnens einer geeichten Öffnung, durch die das Öl im Moment des Übergangs des Stößels in die Entsicherungsposition ausfließen kann, sobald eine Verringerung des Volumens dieser Kammer eintritt.

Der Kolben wird dann verschoben, und am Ende seines Hubs befreit er einen Schlagbolzen, der das Zündmittel der Sprengladung zündet. Ein solches System ist in Wirklichkeit ein Mikromechanismus, bei dem sehr große Präzision bei der Herstellung, Montage und beim Betrieb erforderlich ist.

Daher ist dieser Mikromechanismus für Umwelteinflüsse sehr empfänglich und in der Herstellung kostspielig.

Das Dokument EF0205956, das die Einleitungen der unabhängigen Ansprüche 1 und 3 bildet, beschreibt ein Selbstzerstörungssystem mit einem Kolben, der mit einen Sekundärschlagbolzen versehen ist, der von einem Stift zurückgehalten wird. Nach dem Auswurf der Submunition und DEM Übergang des Stößels in die Entsicherungsposition, fließt der Stößel allmählich, und bricht nach einer vorausbestimmten Zeit unter der Einwirkung der Feder ab.

Bei diesem System besteht der Nachteil, daß es nicht präzis ist, denn die Verzögerung wird durch die Fließzeit des Stifts gegeben, die sich nur schwer beherrschen läßt.

Das Patent GB585026 beschreibt ein verzögertes Abfeuersystem, das vor allem für Bomben bestimmt ist. Dieses System umfaßt einen Mantel, der mit einem Lösemittel gefüllt ist, und der beim Aufschlagen der Bombe auf ein Ziel durchbohrt wird. Das Lösemittel kommt dabei mit einer schmelzbaren Scheibe in Berührung.

Sobald die Scheibe aufgelöst ist, befreit sie einen Schlagbolzen, der von einer Feder geschoben wird und einen Zünder auslöst.

Das System ist relativ platzaufwendig und schwer in eine Submunition einzubauen, die von einem Träger verstreut wird, und vor allen in eine "kleine Bombe", die von einem Artillerie-Kargogeschoß verstreut wird. Die Zuverlässigkeit dieses Systems ist ebenfalls reduziert, denn sie hängt von einem Aufprallen auf einem Ziel in einer ganz bestimmten Richtung ab.

Das Dokument US2314678 beschreibt eine Selbstzerstörungsvorrichtung für Bomben, die einen Säuretank enthält, der beim Öffnen eines Fallschirms durch einen Hammer zerschlagen wird.

Die Säure verteilt sich dann in der Vorrichtung und frißt den Haltering eines Schlagbolzens durch.

Diese Vorrichtung braucht ebenfalls sehr viel Platz. Außerdem funktioniert sie nur in senkrechter Stellung, denn die Säure muß mit dem Ring durch Schwerkrafteinwirkung in Berührung kommen.

Das Patent DE116726 beschreibt eine Auslösevorrichtung für einen Zünder nach Ablaufen einer Verzögerung. Die Vorrichtung kombiniert einen Schwamm, der ein Lösemittel aufnimmt, und eine auflösbare Scheibe, die einen Schlagbolzen hält.

Bei einer solchen Vorrichtung muß das Lösemittel "manuell" eingebracht werden, was für die Selbstzerstörung einer Munition oder einer Submunition nicht angewandt werden kann.

Das Patent DE3538787 beschreibt ein Selbstzerstörungssystem für eine verstreubare Panzerabwehr- Submunition. Dieses System enthält eine Birne mit einer Säure, die den Schaft des Hauptschlagbolzens durchfressen soll. Die Säurebirne wird beim Zurückziehen des Schlagbolzens zerstört, d. h. auf der Bahn der Submunition, nach dem Abschrauben der Mutter mit der der Schlagbolzen verbunden ist.

Die Effizienz dieses Systems ist fraglich, denn es läßt sich nicht erkennen, warum eben dieser Schlagbolzen im Falle eines Versagens des Hauptbolzens beim Auftreffen auf dem Ziel ein neues Durchschlagen des Zünders gewährleisten könnte, so daß die Selbstzerstörung eintritt.

Das Dokument US3559580 beschreibt einen Zeitschalter, der die Sicherstellung einer Neutralisierung einer Marinemine ermöglicht. Eine Batterie versorgt das System, das eine in einem Elektrolyt auflösbare Anode enthält, mit elektrischem Strom. Sobald die Anode komplett aufgelöst ist, bewirkt sie das Öffnen eines Schiebers, durch den Meerwasser in die Mine eindringt, wodurch sie neutralisiert wird.

Eine solche Vorrichtung kann nicht in einfacher Weise zum Neutralisieren oder zum Zerstören einer Munition verwendet werden, vor allem nicht bei einer verstreubaren Submunition. Außerdem bedarf es einer starken Energiequelle.

Das Ziel der Erfindung besteht darin, ein Selbstzerstörungssystem für eine Munition zu konzipieren, das besser ist als die bekannten Systeme und vor allem ein System, das einfach, kostengünstig herzustellen und in der Lage ist, mit einer Verzögerung zu wirken, die im Vergleich zu bekannten Systemen relativ präzise vorausbestimmt werden kann.

Die Erfindung liefert außerdem ein Selbstzerstörungssystem mit geringen Maßen, das in einer verstreubaren Submunition leicht anzubringen ist. Dieses System kann auch in einer beliebigen Position der Submunition funktionieren und bietet ausgezeichnete Zuverlässigkeit im ganzen Bereich der Betriebstemperaturen (-40ºC, +60ºC).

Gemäß einer ersten Durchführungsart, ist der Gegenstand der Erfindung ein Selbstzerstörungssystem für eine Munition, vor allem für eine Submunition, die durch einen Träger, wie zum Beispiel ein Kargogeschoß verstreubar ist, und eine Zündvorrichtung enthält, die einen Stößel aufweist, der zwischen einer Sicherungsposition und Entsicherungsposition beweglich ist, und der ein Zündmittel für eine Sprengladung trägt, wobei das Selbstzerstörungssystem einerseits einen Sekundärschlagbolzen aufweist, der im Inneren einer Aussparung des Stößels montiert ist, und zwischen einer Sicherungsposition und einer Durchschlagposition des Zündmittels beweglich ist, und, anderseits, eine Steuervorrichtung, die den Sekundärschlagbolzen nach einer vorausbestimmten Verzögerung freigibt, wobei der Sekundärschlagbolzen fest mit einem Rückhalteelement verbunden ist und unter der Einwirkung der Feder auf einen Sockel angedrückt gehalten werden soll, wobei der Sockel sich im Inneren der Aussparung des Stößels befindet, und wobei das System dadurch gekennzeichnet ist, daß:

- die Steuervorrichtung des Sekundärschlagbolzens ein ätzendes Mittel in einem Mantel enthält, das das Rückhalteelement zur Freigabe des Sockels nach besagter vorausbestimmter Verzögerung chemisch angreifen soll, so daß der Sekundärschlagbolzen in Richtung des Zündmittels unter dem Schub der Feder verschoben wird,

- das System ein Wurfmittel für den Mantel in Richtung des Rückhalteelements sowie ein Durchschlagmittel des Mantels aufweist, wobei das Wurfmittel aus einer Feder besteht, die durch ein Verriegelungsorgan, das im Inneren des Stößels vorsteht, gespannt gehalten wird,

- Abdichtungsmittel vorgesehen sind, die das ätzende Mittel daran hindern sollen, sich in der Aussparung des Stößels nach dem Durchschlagen des Mantels und vor der Freigabe des Rückhalteelements zu verbreiten.

Der Mantel kann von einem Kolben getragen werden, der unter der Einwirkung der Feder in Verschiebung beweglich ist.

Gemäß einer zweiten Durchführungsart, umfaßt das Selbstzerstörungssystem eine Zündvorrichtung, die aus einem Stößel besteht, der zwischen einer Sicherungsposition und einer Entsicherungsposition beweglich ist und ein Zündmittel für eine Sprengladung enthält, wobei das Selbstzerstörungssystem einerseits einen Sekundärschlagbolzen enthält, der im Inneren einer Aussparung des Stößels montiert ist und zwischen einer Sicherungsposition und einer Durchschlagposition des Zündmittels beweglich ist, und, andererseits, eine Steuervorrichtung, die den Sekundärschlagbolzen nach einer vorausbestimmten Verzögerung freigibt, wobei der Sekundärschlagbolzen fest mit einem Rückhalteelement verbunden ist, das unter der Einwirkung einer Feder gegen einen Sockel gehalten werden soll, wobei der Sockel im Inneren der Aussparung des Stößels angebracht ist und sich das System dadurch auszeichnet,

- daß die Steuervorrichtung des Sekundärschlagbolzens ein ätzendes Mittel in einem Mantel enthält, das das Rückhalteelement chemisch angreifen soll, um es vom Sockel nach Ablaufen der vorausbestimmten Verzögerung zu befreien und die Verschiebung des Sekundärschlagbolzens in Richtung des Zündmittels unter Einwirkung der Feder verursachen soll,

- daß das System ein Mittel zum Werfen für den Sockel enthält, das fest mit dem Rückhalteelement verbunden ist, und zwar in Richtung des stationären Mantels und ein Durchschlagmittel für den Mantel,

- daß Abdichtungsmittel vorgesehen sind, die das ätzende Mittel daran hindern sollen, sich in der Aussparung des Stößels nach dem Durchschlagen des Mantels und vor der Freigabe des Rückhalteelements zu verbreiten.

Das Wurfmittel kann aus Federn bestehen, die von einer Verriegelungskugel im Inneren des Stößels gespannt gehalten werden, und die sich zwischen den Sockel und den Mantel schiebt, wobei diese Kugel den Sockel bei der Passage des Stößels in die Entsicherungsposition freigibt.

In diesem Fall enthält der Sockel vorteilhafterweise zwei seitliche Flügel, die aus dem Stößel hervorstehen, und auf welche sich Federn stützen, wobei sich die Federn außerdem auf den Körper stützen und das Übergehen des Stößels in Entsicherungsposition erlauben.

Gemäß einer dritten Durchführungsart besteht das Mittel zum Werfen des Sockels auf den Mantel aus einer Feder, die auf einer Seite auf dem Sockel aufliegt, und auf der anderen auf dem Stößel, und welche Feder von einem Finger zusammengedrückt gehalten wird, der den Sockel und den Stößel fest verbindet.

In diesem Fall wird der Sekundärschlagbolzen vorteilhafterweise durch den Finger fest mit dem Sockel verbunden, wobei die Entsicherungsfeder in dieser Position zwischen dem Sockel und dem Sekundärschlagbolzen zusammengedrückt gehalten wird und das Rückhalteelement nicht auf dem Sockel aufliegt, wobei das Zurückziehen des Fingers zuerst das Aufliegen des Rückhalteelements auf den Sockel durch Einwirkung der Entsicherungsfeder bewirkt.

Die Abdichtungsmittel umfassen in diesem Fall einen O- Ring, der in einer Ringnute untergebracht ist, die auf der Außenfläche des Sockels eingerichtet wird, und eine zweite Dichtung, die zwischen dem Rückhalteelement und dem Sockel angebracht wird.

Gemäß einer besonderen Durchführungsart kann der Finger durch eine Feder ausgeworfen werden, und er wird von einem Riegel in seiner Ruhestellung des Sockels gehalten, wobei die Achse des Riegels senkrecht auf die des Fingers steht.

Der Riegel kann dann von einer Feder ausgeworfen werden, die durch eine danebenliegende Submunition beim Anbringen der Submunitionen im Träger zusammengedrückt gehalten wird.

Das System kann eine elastische Zunge aufweisen, die das Halten der Feder im zusammengedrückten Zustand vor dem Anbringen der Submunition im Träger gewährleistet, und die durch eine danebenliegende Submunition beim Anbringen der Submunitionen im Träger aus dem Weg geschafft gemacht wird.

Bei den drei beschriebenen Durchführungsarten wird der Mantel durchschlagen, wenn das Verriegelungsorgan der Vorrichtung zum Öffnen des Mantels, der das ätzende Mittel enthält, freigegeben wird. Das Rückhalteelement wird mit den ätzenden Mittel in Kontakt gebracht, und wird chemisch angegriffen.

Außerdem gewährleistet das Wurfmittel auch das Unterdruckhalten des ätzenden Mittels nach dem Bruch des Mantels. Die Abdichtungsmittel verhindern das Lecken des ätzenden Mittels während dieser Druckbeaufschlagung.

Eine solche Vorrichtung gewährleistet ein gutes Benetzen des Rückhalteelements und somit eine gute Wiederholbarkeit der Bedingungen der chemischen Atzung des Rückhalteelements durch das ätzende Mittel.

Sobald das Rückhalteelement nicht mehr auf seinen Sitz aufliegt, wird der Sekundärschlagbolzen nach einer gewissen Verzögerung freigegeben und von der dazugehörenden Feder in Richtung des Zündmittels, wie zum Beispiel eines Detonatorzünders, geschoben. Nach dem Durchschlagen des Zünders wird die Ladung gezündet und die Munition wird zerstört.

Im allgemeinen kann die Verriegelungsvorrichtung zum Öffnen des Mantels, der das ätzende Mittel enthält, beim Übergang des Stößels in die Entsicherungsposition freigegeben werden. In diesem Fall unterliegt das Funktionieren des Selbstzerstörungssystems dem Übergehen des Stößels in die Entsicherungsposition.

Die zweite Durchführungsart beschreibt eine solche Art von Verriegelung.

Das Freigeben der Verriegelungsvorrichtung kann auch realisiert werden, wenn die Submunition zum Beispiel vom Kargogeschoß ausgeworfen wird, damit das Selbstzerstörungssystem in jeder beliebigen Position des Stößels funktioniert.

Die dritte Durchführungsart beschreibt einen solchen Verriegelungstyp.

In diesem letzteren Fall, und wenn der Stößel in der Sicherungsposition blockiert bleibt, ergibt sich keine eigentliche Selbstzerstörung der Munition, sondern eine Neutralisierung durch Zerstörung des Detonatorzünders.

Die Verzögerung, die das ätzende Mittel braucht, um den Sekundärschlagbolzen freizugeben, muß größer angesetzt werden als die Flugzeit der Submunition in freiem Fall, vor dem Erreichen des Bodens, so daß die pyrotechnische Hauptkette bei normalen Funktionieren die Ladung der Submunition beim Aufprallen der Submunition auf dem Boden zünden kann. Das Selbstzerstörungssystem ist so konzipiert, daß die Munition beim Versagen der pyrotechnischen Kette nach dem Aufprallen der Submunition auf dem Boden zerstört wird.

Die Erfindung gilt in erster Linie für eine Munition, vor allem für eine auf einem Träger, zum Beispiel auf einem Kargogeschoß mitgeführte Submunition.

Sie kann auch auf andere Munitionstypen angewandt werden, zum Beispiel auf Minen.

Mit einem Selbstzerstörungssystem gemäß der Erfindung kann man die Zeit der chemischen Reaktion, die zur Freigabe des Sekundärschlagbolzens erforderlich ist, ziemlich genau in Abhängigkeit von der Beschaffenheit des ätzenden Mittels, vom Werkstoff des Rückhalteelenents und dessen Maßen vorausbestimmen.

Einer der Vorteile des Selbstzerstörungssystems gemäß der Erfindung besteht in der Tatsache, daß es aus einfachen mechanischen Elementen besteht, die leicht anzuwenden sind und zuverlässig funktionieren.

Weitere Vorteile, Merkmale und Details der Erfindung ergeben sich aus der folgenden erläuternden Beschreibung, die sich auf die Zeichnungen im Anhang bezieht, die bloße Beispiele sind, und von welchen:

- die Abbildung 1 eine Ansicht in schematischem Schnitt eines Selbstzerstörungssystems gemäß der Erfindung ist,

- die Abbildung 2 ein axialer teilweiser Schnitt einer ersten Durchführungsart eines Selbstzerstörungssystems gemäß der Erfindung in der ursprünglichen Stellung vor dem Funktionieren ist,

- die Abbildungen 3 und 4 ähnliche Ansichten wie die der Abbildung 2 sind, jedoch jeweils den Zustand des Systems in einer Zwischenstellung und in der Endstellung an Ende des Funktionierens darstellen,

- die Abbildung 5 eine axiale teilweise Schnittansicht einer Munition mit einem Selbstzerstörungssystem gemäß einer zweiten Durchführungsart der Erfindung ist, wobei der Stößel, in den sich das Selbstzerstörungssystem befindet, in Sicherungsstellung dargestellt ist,

- die Abbildung 6 eine axiale Schnittansicht wie in Abbildung 5 ist, bei der jedoch der Stößel in der Entsicherungsstellung dargestellt ist,

- die Abbildung 7 eine Schnittansicht entlang der Linie VII-VII der Abbildung 5 ist.

- die Abbildungen 8 und 9 einen Schnitt eines Selbstzerstörungssystems gemäß einer dritten Durchführungsart der Erfindung darstellen, wobei die Abbildung 9 ein Schnitt der Abbildung 8 gemäß der Ebene IX- IX und die Abbildung 8 ein Schnitt der Abbildung 9 gemäß der Ebene VIII-VIII ist.

- die Abbildungen 10, 11, 12, 13 und 14 die Montage eine Submunition des Selbstzerstörungssystems gemäß dieser dritten Durchführungsart in darstellen. Die Abbildung 10 ist ein Schnitt der Abbildung 11 gemäß der Ebene X-X, die Abbildung 11 ist ein Schnitt der Abbildung 10 gemäß der Ebene XI-XI, die Abbildung 12 ist ein Schnitt der Abbildung 10 gemäß der Ebene XII-XII, die Abbildung 13 ist ein Schnitt der Abbildung 12 gemäß der Ebene XIII-XIII, und die Abbildung 14 ist ein Schnitt der Abbildung 11 gemäß der Ebene XIV-XIV.

- die Abbildung 15 der Abbildung 9 entspricht und das System beim Anlegen der Vorspannung des Rückhalteelement darstellt,

- die Abbildung 16 der Abbildung 9 entspricht und das System nach dem Wurf des Sockels auf den Mantel darstellt.

Das Konzept der Erfindung ist in Abbildung 1 mit der Darstellung einer pyrotechnische Kette 1 dargestellt, die einen Hauptschlagbolzen 2, eine Zündvorrichtung 3 und, zum Beispiel, eine Sprengladung 4 enthält. Die Zündvorrichtung 3 besteht aus einem Stößel 5, der in Verschiebung beweglich ist und einen Detonatorzünder 6 trägt, der vom Hauptschlagbolzen 2 durchgeschlagen werden soll, um die Ladung 4 in bekannter Weise zu zünden.

Der Stößel 5 ist zwischen einer Sicherungsposition, in der der Zünder 6 nicht entlang der Achse des Schlagbolzens 2 gefluchtet ist, und einer Entsicherungsposition, in der der Zünder 6 dem Schlagbolzen gegenüberliegt, beweglich. Letztere Stellung ist in Abbildung 1 dargestellt. Die Zündvorrichtung 3 bildet eine Unterbrechung der pyrotechnische Kette 1, denn die Ladung 4 kann nur gezündet werden, wenn der Stößel 5 in die Entsicherungsstellung gefahren ist.

Eine solche pyrotechnische Kette 1 ist vor allem in eine Munition eingebaut, besonders in eine Submunition für Kargogeschosse, und aus den eingangs erwähnten Gründen ist eine solche Munition mit einem Selbstzerstörungssystem 10 versehen, das mit der Zündvorrichtung 3 der pyrotechnische Kette 1 verbunden ist. Dieses System hat die Aufgabe, die Munition nach einer vorausbestimmten Verzögerung im Falle des Nichtfunktionierens der pyrotechnischen Kette 1 zu zerstören.

Im allgemeinen umfaßt der Stößel 2 Aussparungen 5a und 5b, die von einander durch eine Innenwand 11 getrennt sind, in die eine Durchgangsöffnung 12 gebohrt ist. Die Aussparung Sa enthält den Detonatorzünder 6 und mündet über die zwei Öffnungen 13a und 13b nach draußen, die einander gegenuberliegen und dazu bestimmt sind, jeweils gegenüber dem Hauptschlagbolzen 2 und der Ladung 4 zu liegen, während der Stößel 5 in Entsicherungsposition ist. Die Aussparung 5b soll das Selbstzerstörungssystem 10 aufnehmen.

Das Selbstzerstörungssystem 10 umfaßt einen Sekundärschlagbolzen 15 (oder Selbstzerstörungsschlagbolzen) sowie eine Steuervorrichtung 16, die den Schlagbolzen 15 in Richtung des Zünders 6 nach einer vorausbestimmten Verzögerung freigibt.

Der Sekundärschlagbolzen 15 ist auf der Vorderseite eines Kolbens 18 befestigt, der sich im Inneren der Aussparung Sb des Stößels 5 verschieben kann. Die andere Fläche des Kolbens 18 wird durch einen axialen Schaft 19 verlängert, der frei durch eine Mittenöffnung 20 eines radialen Sockels 21 reicht, der im Inneren der Aussparung 5b montiert ist.

Der axiale Schaft 19 endet in einem Rückhalteelement 25, wie zum Beispiel in einem Kragen. Eine Feder 26 ist in gespanntem Zustand um den Schaft 19 montiert und liegt jeweils auf dem Sockel 21 und dem Kolben 18 auf, um das Rückhalteelement 25 um die Öffnung 20 des Sockels 21 zu drücken, der einen Sitz 28 bildet.

Das Rückhalteelement 25 besteht zum Beispiel aus einem einzigen Teil mit dem Schaft 19 und wird zum Beispiel durch Verschrauben auf den Kolben 18 befestigt.

Die Steuervorrichtung 16 des Sekundärschlagbolzens 15 umfaßt ein ätzendes Mittel 30, das in einem Mantel 31 eingeschlossen ist, so wie eine Vorrichtung zum Öffnen dieses Mantels 31, so daß das ätzende Mittel 31 mit dem Rückhalteelement 25 in Berührung kommen kann.

Die Vorrichtung zum Öffnen des Mantels 31 umfaßt ein Wurfmittel bestehend aus einem Kolben 32, der unter Einwirkung einer Feder 33 verschoben werden kann, so wie ein Durchschlagmittel, das vorteilhafterweise aus dem Rückhalteelement 25 besteht. Der Mantel 31 ist zum Beispiel fest mit der Vorderseite des Kolbens 32, zum Beispiel durch Kleben verbunden, und die Feder 33 liegt jeweils auf der Hinterfläche des Kolbens 32 und auf einer Scheibe 34, die die Aussparung 5b des Stößels 5 verschließt, auf.

Ein Verriegelungsorgan 35 steht radial im Inneren der Aussparung 5b hervor, um den Kolben 32 aufzuhalten und den Mantel 31 von Rückhalteelenent 25 zu trennen. Das Verriegelungsorgan 35, wie zum Beispiel ein Pion, steht zum Beispiel in eine Hohlkehle 36 hinein, die in der peripheren Oberfläche des Kolbens 32 vorgesehen ist.

Wenn das Verriegelungsorgan 35 dann aus der Hohlkehle 36 des Kolbens 32 freigegeben wird, wird der Mantel 31 durch die Feder 33 auf das Rückhalteelement 25 geworfen und von diesem Rückhalteelement 25 durchstoßen. Nach einer gewissen Verzögerung hat das Rückhalteelement 25, das vom ätzenden Mittel 30 chemisch angegriffen wird, nicht mehr ausreichende Maße, um auf seinem Sitz 28 aufzuliegen.

Der Sekundärschlagbolzen 15 wird dadurch freigegeben und von der Feder 26 geschoben, bis er den Zünder 6 durch die Öffnung 12 der Wand 11, die die beiden Aussparungen 5a und 5b des Stößels 5 trennt, durchschlägt. Der Zünder 6 zündet dann die Ladung 4, die die Munition zerstört.

Das Selbstzerstörungssystem 10 gemäß der ersten Durchführungsart, die oben beschrieben wurde, wird in Abbildung 2 mit gewissen Elementen übernommen, die detailliert beschrieben werden, um ein konkretes Durchführungsbeispiel zu geben.

Der radiale Sockel 21, der den Sitz 28 für das Rückhalteelement 25 bildet, enthält einen zentralen, axialen hohlen Höcker 40, dessen Bodenwand die Öffnung 20 aufweist. Der Sockel 21 ist zum Beispiel in Inneren der Aussparung 5b des Stößels 5 durch einen Falz 21a befestigt.

Der Mantel 31, der das ätzende Mittel 30 enthält, ist zum Beispiel eine Glasbirne, die im Inneren des Kolbens 32 untergebracht wird.

Dieser Kolben hat die Form eines röhrenförmigen Elements, das an einem Ende einen O-Ring zur Abdichtung 42 trägt, der von einem radialen internen Falz 32a an Ort und Stelle gehalten wird, der in besagtem Ende des Kolbens 32 angebracht ist.

Der Kolben 32 hat an seinem anderen Ende einen ringförmigen inneren Höcker 43, der der Hohlkehle 36 entspricht, die das Verriegelungsorgan 35 aufnimmt. Die Feder 33, die den Kolben 32 schiebt, liegt einerseits auf dem Höcker 43 auf und, andererseits, auf der Scheibe 34.

Der Mantel 31 befindet sich in Kolben 32 zwischen dem Höcker 43 und dem Dichtungsring 42, und wird zum Beispiel festgeklebt.

Das Rückhalteelement 25 besteht zum Beispiel aus einem Metallwerkstoff, das ätzende Mittel 30 ist eine Säure, wie zum Beispiel Salzsäure.

Als Variante kann das Rückhalteelement 25 aus einem Kunststoff hergestellt werden, und das ätzende Mittel 30 kann ein Lösemittel sein, wie zum Beispiel Aceton.

Wenn das Entriegelungsorgan 35 vom Stößel 5 freigegeben wird, schiebt die Feder 33 den Kolben 32 und wirft den Mantel 31 auf das Rückhalteelement 25, das den Mantel durchstößt, wie das in Abbildung 3 gezeigt ist.

Das ätzende Mittel 30 kommt dadurch mit dem Rückhalteelement 25 in Berührung, der Dichtungsring 42, der auf dem Sockel 21 aufliegt, hindert das ätzende Mittel daran, aus dem Mantel 31 auszutreten, denn dieser ist im vorliegenden Beispiel nicht geplatzt, sondern wurde nur vom Rückhalteelement 25 durchstoßen.

Nach dem chemischen Angriff durch das ätzende Mittel 30, ist das Rückhalteelement 25 zerstört, und der Sekundärschlagbolzen wird freigegeben und von der Feder 26 geschoben, wie das in Abbildung 4 schematisch dargestellt ist.

Unter Bezugnahme auf die Abbildungen 5 bis 7, ist eine Munition teilweise dargestellt, vor allem eine Submunition 50, die in einem Kargogeschoß mitgeführt wird. Diese Submunition ist von dem genauer im Patent US4488488 beschriebenen Typ und ist außerdem mit einem Selbstzerstörungssystem 10 gemäß einer zweiten Durchführungsart der Erfindung versehen.

Im allgemeinen umfaßt die Submunition 50 einen Mantel, in dem die Sprengladung untergebracht ist. Über diesen Mantel befindet sich eine Sicherungs- / Entsicherungsvorrichtung 51, die unter anderem den Hauptschlagbolzen 2 umfaßt, sowie die Zündvorrichtung 3, bestehend aus dem Stößel 5, der den Detonatorzünder 6 trägt.

Aus Vereinfachungs- und Klarheitsgründen wurde die Darstellung der Submunition 50 absichtlich auf ihre Sicherungs- und Entsicherungsvorrichtung 51 beschränkt, in der das Selbstzerstörungssystem 10 montiert ist.

Unter Bezugnahme auf die Abbildung 5, ist der Stößel 5 gleitend im Inneren einer Aussparung 52 des Körpers 53 der Sicherungs- und Entsicherungsvorrichtung 51 montiert. Er wird in erster Linie vom Hauptschlagbolzen 2 in Sicherungsposition gehalten, welcher in eine radiale Öffnung 54 des Stößels 5 vorsteht.

Der Hauptschlagbolzen 2 ist in bekannter Weise in die Mutter 55 geschraubt, die in Drehung fest mit dem Körper 53 verbunden ist. Der Stößel wirkt mit den beiden Federn 57 zusammen, die sich zu beiden Seiten des Stößels 5 befinden, und es ermöglichen, diesen in die Entsicherungsposition zu schieben (Abbildung 7).

Im Selbstzerstörungssystem 10, das im Inneren des Stößels 5 untergebracht ist, ist der Sockel 21, der den Sitz 28 für das Rückhalteelement 25 bildet, beweglich, und der Mantel 31, der das ätzende Mittel 30 enthält, ist stationär.

Das Rückhalteelement besteht hier aus einem Teil mit dem Kolben 18, der den Sekundärschlagbolzen 15 trägt. Was die Montage betrifft, wird die Feder 26 zuerst in ihrer Aussparung des Kolbens 18 positioniert, dann wird der Schaft 19, der fest mit den Kolben verbunden ist, in die Öffnung des Sockels 21 eingebracht. Das Ende des Schafts 19 wird dann auf den Sockel 21 gefalzt, so daß das Rückhalteelement 25 gebildet wird.

Wie das aus Abbildung 7 ersichtlich ist, verlängert sich der Sockel seitlich durch zwei Flügel 22, die durch seitliche Öffnungen 58 aus dem Stößel 5 vorstehen.

Die beiden Federn 57 liegen auf den beiden Flügeln auf, so daß die Vorrichtung zum Öffnen des Mantels 31 ein Wurfmittel bestehend aus dem Sockel 21 enthält, der unter dem Schub der Federn 57 verschiebbar ist, sowie ein Durchschlagmittel, das vorteilhafterweise immer aus dem Rückhalteelement 25 besteht.

Das Verriegelungsorgan, das den Sockel 21 vom Mantel 31 entfernt hält, solange das Selbstzerstörungssystem 10 nicht betätigt ist, besteht aus einer Kugel 60, die zwischen dem Sockel 21 und dem Kolben 32 untergebracht ist.

Die Kugel 60 wird durch die Einwirkung der Federn 57, welche auf einer Seite an den Scheiben 57a, die auf den Körper 53 gefalzt sind, und, auf der anderen Seite, auf dem Sockel 21 anliegt, gedrückt.

Die Kugel 60 liegt auf einer Grundplatte 61 durch eine Öffnung 62 auf, die im Stößel 5 eingerichtet ist. Der Kolben 32 weist einen kegelstumpfförmigen Falz 32a auf, der einerseits den Dichtungsring 42 halten soll, und, anderseits, den Auswurf der Kugel 60 begünstigen soll, wie das weiter unten erläutert wird.

Nach dem Abschuß des Kargogeschosses und in einem bestimmten Augenblick auf der Bahn des Kargogeschosses, wird die Submunition aus dem Kargogeschoß ausgeworfen (erste Phase oder Auswurfphase).

In einer zweiten Phase (oder Entsicherungsphase), wird ein Stabilisierungsband (nicht dargestellt), das am Hauptschlagbolzen 2 befestigt ist, während des Fallens des Submunition 15 ausgebreitet.

Dieses Band bewirkt unter der Einwirkung seines aerodynamischen Luftwiderstands, kombiniert mit einer Drehbewegung der Submunition 50, das teilweise Herausschrauben des Hauptschlagbolzens 2, der in die Mutter 55 geschraubt ist.

Der Hauptschlagbolzen befreit sich dann aus der Öffnung 54 des Stößels 5. Letzterer wird von den Entsicherungsfedern 57 geschoben und verschiebt sich in seiner Entsicherungsposition, die in Abbildung 6 dargestellt ist.

Zuerst schieben die Entsicherungsfedern 57 den Stößel 5 über den Sockel 21, der gegen die Kugel 6 zum Aufliegen kommt, die selbst gegen den Kolben 32 aufliegt, der fest mit dem Stößel 5 verbunden ist.

In der zweiten Phase steht der Stößel 5 außerhalb der Aussparung 52 des Körpers 53 der Sicherungs- und Entsicherungsvorrichtung 51 heraus.

Diese Verschiebung bewirkt, daß die Öffnung 62 des Stößels 5 mit einer Aussparung 63, die in der Grundplatte 61 angebracht ist, zum Gegenüberliegen kommt. Die Kugel 6 wird über diese Aussparung ausgeworfen.

Das Auswerfen der Kugel wird durch das kegelstumpfförmige Profil des Falzes 32a des Kolbens 32 begünstigt. Nach dem Auswurf der Kugel, werfen die Federn 57 den Sockel 21 auf den Mantel 31, und das Rückhalteelement 25 durchstößt den Mantel.

Der Hub des Stößels 5 wird gestoppt, wenn die seitlichen Flügel 22 des Sockels 21 auf einen ringförmigen inneren Anschlag 64 stoßen, der in der Aussparung 52 vorgesehen ist (siehe Abbildung 7).

Der Stößel 5 befindet sich nun in seiner Entsicherungsposition, die in Abbildung 6 dargestellt ist.

Während der dritten Phase, die dem Ende des Flugs der Submunition 50 zum Boden entspricht, wird die Zündladung 4 gezündet.

Die Zündung erfolgt beim normalen Funktionieren durch das Durchschlagen des Detonatorzünders 6 durch den Hauptschlagbolzen 2, der plötzlich durch die Bremsbewegung verschoben wird, die sich durch das Aufschlagen der Submunition auf ein Ziel oder auf dem Boden ergibt.

Funktioniert der Hauptschlagbolzen 2 zum Beispiel nicht, wird die Submunition 50 nicht gezündet, und das Selbstzerstörungssystem 10 übernimmt, um den Detonatorzünder 6 zu zünden und die Submunition 50 nach einer vorausbestimmten berechneten Verzögerung zu zerstören, welche Verzögerung größer ist als die Fallzeit der Submunition 50 bis zum Boden. Diese Verzögerung entspricht der Zeit, die das ätzende Mittel 30 braucht, um das Rückhalteelement 25 zu zerstören, das den Sekundärschlagbolzen 25 hält.

Allerdings funktioniert in diesem Fall das Selbstzerstörungssystem nicht, wenn der Stößel 5 nicht in die Entsicherungsposition übergegangen ist.

So ist es als Variante möglich, eine Freigabe des Pions 35 oder der Verriegelungskugel 60 infolge des Auswurfs der Submunition 50 außerhalb des Kargogeschosses vorzusehen und nicht nach dem Übergehen des Stößels 5 in die Entsicherungsposition.

Dazu braucht man nur einen Verriegelungspion 35 zum Beispiel in radialer Richtung in bezug auf die Achse der Submunition 50 in einer Aussparung unterzubringen, so daß der Pion 35 von der zentrifugalen Trägheitskraft ausgeworfen wird, egal in welcher Stellung sich der Stößel 5 befindet.

Die Bedeutung einer solchen Anordnung liegt darin, daß sie das Neutralisieren der Submunition 50 durch Zerstören des Zünders 6 nach einer gewissen Verzögerung ermöglicht, und zwar auch, wenn sich der Stößel nicht in der Entsicherungsposition befindet.

Die Abbildungen 8 bis 16 stellen eine dritte Durchführungsart der Erfindung vor.

Die Abbildungen 8, 9, 15 und 16 stellen den Stößel 5 dar, im Inneren dessen das Selbstzerstörungssystem 10 und der Zünder 6 untergebracht sind.

Das Selbstzerstörungssystem umfaßt den Sekundärschlagbolzen 15 (oder Selbstzerstörungsschlagbolzen), der in einer zylindrischen axialen Aussparung 65 untergebracht ist, die im Sockel 21 angeordnet ist. Außerdem erhält er einen Mantel 31, der mit dem ätzende Mittel 30 gefüllt ist.

Der Mantel besteht aus Glas und ist in etwa zylindrisch mit einer Achse 29, die senkrecht zur Achse 23 des Sockels 21 steht und an einem Ende mit einem kegelstumpfförmigen Teil endet. Der Mantel wird nach dem Füllen mit einer Schweißung am kegelstumpfförmigen Ende verschlossen.

Die Glasbirne wird so verschlossen, daß nach dem Verschließen im Inneren ein Minimum an Luft bestehen bleibt. Eine lokale Hochtemperaturschweißung ergibt gute Ergebnisse, zum Beispiel eine Laserschweißung.

Bei einer solchen relativen Anordnung zerbricht der Sockel 21 den Mantel 31 auf der Ebene der zylindrischen Fläche des Mantels, die einen mechanischen Widerstand aufweist, der geringer ist als der des Bodens des Mantels 31.

Der Mantel 31 ist mit dem Stößel 5 mit Harzstoffen 24 (zum Beispiel Silikon) fest verbunden, die nach dem Positionieren des Mantels in einer kegelstumpfförmigen Aussparung 27 im Stößel 25 auf den Mantel 31 gegossen werden.

Diese Stopfen ermöglichen es auch, Stöße zu dämpfen, was ein gutes Halten des Mantels unter den Umgebungsbedingungen der Munition sicherstellt (Stöße, Schwingungen, usw.).

Der Sockel 21 ist insgesamt zylindrisch. Er wird in der Aussparung 5b des Stößels 5 untergebracht. Eine erste O-Ring-Dichtung 42 wird in einer Ringhohlkehle untergebracht, die auf der Außenfläche des Sockels 21 angebracht ist. Diese Dichtung soll, wie das schon zuvor beschrieben wurde, verhindern, daß das ätzende Mittel 18 nach dem Zerstoßen des Mantels aus dem Mantel herausfließt.

Das Wurfmittel des Sockels 21 besteht aus einer Feder 59, die auf einer Seite auf der Innenwand 11 des Stößels 5 aufliegt, und auf der anderen Seite auf einem Ansatz 66 des Sockels 21.

Die Feder 59 wird von einem Verriegelungsorgan zusammengedrückt gehalten, das aus einem Finger 67 besteht, der den Stößel 5 auf der Ebene einer seitlichen Öffnung 67a durchquert und in den Sockel 21 durch eine Öffnung 67b eindringt.

Der Sekundärschlagbolzen 15 hat einen zylindrischen Teil 68, der gleitend in der Aussparung 65 angepaßt ist, und in dem eine Ringhohlkehle 69 angebracht wird.

Das Ende des Fingers 67 dringt in die Hohlkehle 69 ein und gewährleistet damit eine axiale Blockierung des Sekundärschlagbolzens 15 in der Aussparung 65.

Der Sekundärschlagbolzen 15 hat außerdem eine Gewindeverlängerung 70, auf der ein zylindrischer Träger 71 aufgeschraubt ist, der fest mit dem Rückhalteelement 25 verbunden ist, das hier die Form eines Kragens hat.

Der zylindrische Träger 71 und das Rückhalteelement 25 bilden ein einziges Teil, das zum Beispiel aus Kunststoff Typ Polycarbonat hergestellt wird.

Die Entsicherungsfeder 26 liegt auf einer Seite auf dem zylindrischen Teil 68 des Sekundärschlagbolzens 15 auf, und, auf der anderen Seite, auf einer Innenwand 72 des Sockels 21.

Die Entsicherungsfeder 26 wird vom Finger 67 zusammengedrückt gehalten, der in die Hohlkehle 69 des zylindrischen Teils 68 eindringt, und dadurch die axiale Verschiebung in bezug auf den Sekundärschlagbolzen 15 und des Sockels 21 verhindert.

In dieser Stellung wird das Rückhalteelement 25 nicht gegen die Innenwand 72 anliegend gehalten. Ein solche Anordnung ermöglicht es, das Halten des Rückhalteelements in einem vorgespannten Zustand während aller Phasen der Lagerung des Selbstzerstörungssystems zu erhalten.

Dadurch verbessert man die Wiederholbarkeit der Zeit, die erforderlich ist, bis das ätzende Mittel das Rückhalteelement zerstört, und somit die Zeit der Verzögerung der Selbstzerstörung. Eine solche Anordnung steigert die Zuverlässigkeit des Selbstzerstörungssystems.

Ein zweiter O-Ring 73 ist zwischen dem Rückhalteelement 25 und der Innenwand 72 angebracht. Diese zweite Dichtung ist nicht zusammengedrückt, wenn sich das System in der Lagerposition befindet, die in den Abbildung 8 und 9 dargestellt ist. Er wird zusammengedrückt, wenn die Entsicherungsfeder 26 das Rückhalteelement 25 sich gegen die Wand 72 drückt, wie das hiernach beschrieben wird.

Die Abbildung 15 zeigt das System in dem Moment, in dem der Finger 67 beginnt, aus dem Stößel 5 in die Richtung Z gezogen zu werden.

Sobald der Finger 67 die Hohlkehle 69 des zylindrischen Teils 68 des Sekundärschlagbolzens verlassen hat, kann dieser unter der Einwirkung des Schubs der Entsicherungsfeder 26 in die Richtung Y verschoben werden.

Die Entsicherungsfeder drückt dann das Rückhalteelement 25 gegen die Wand 72, und bewirkt damit das Zusammendrücken des zweiten O-Rings 73.

Der Finger 67 blockiert noch den Sockel 21 in bezug auf den Stößel 5.

Die Abbildung 16 zeigt das System in dem Moment, in dem der Finger 67 praktisch völlig aus dem Stößel 5 gezogen ist.

Der Finger wird aus der Öffnung 67b geholt, was den Sockel 21 befreit, der vom Schub der Feder 59 auf den Mantel 31 geworfen wird.

Der Mantel 31 wird durch einen Stirnteil 37 des Sockels 21 zerbrochen, der das Profil einer Schneide hat.

Das Rückhalteelement 25 wird nun mit dem ätzenden Mittel 30 in Berührung gebracht.

Die O-Ringe 73 und 42 hindern das ätzende Mittel 30 daran, sich in der Aussparung 5b des Stößels 5 auszubreiten, nachdem der Mantel 31 zerstoßen wurde.

Eine solche Anordnung steigert die Zuverlässigkeit des Selbstzerstörungssystems, denn sie bürgt dafür, daß das Rückhalteelement mit dem gesamten ätzenden Mittel in Berührung kommt, egal in welcher Position sich die Submunition auf dem Boden befindet.

Außerdem gewährleistet die Feder 59 einen Teil des Wurfs des Sockels und, anderseits, das Unterdruckhalten des ätzenden Mittels. Die Dichtungen gewährleisten eine leckfreie Druckbeaufschlagung des ätzenden Mittels.

Eine solche Anordnung ermöglicht es, das Volumen der restlichen Luftblase zu minimieren, die nach dem Schließen der Glasbirne in dieser verbleibt, was zu einem guten Benetzen des Rückhalteelements 25 und somit zu einer guten Wiederholbarkeit der Bedingungen des chemischen Angreifens des Rückhalteelements 25 durch das ätzende Mittel 30 beiträgt.

Diese Wiederholbarkeit wird gewährleistet, egal in welcher Position sich die Submunition auf dem Boden befindet und im gesamten Einsatztemperaturbereich, was eine ausgezeichnete Zuverlässigkeit des Selbstzerstörungssystems ergibt.

Die Druckbeaufschlagung des ätzenden Mittels durch das Wurfmittel, kombiniert mit den Dichtungen, wird ebenfalls bei allen zuvor beschriebenen Durchführungsarten sichergestellt.

Nach der Freigabe des Rückhalteelements 25 könnte sich das ätzende Mittel in der Aussparung 5b des Stößels ausbreiten, was keine Folgen nach sich zieht, denn der Sekundärschlagbolzen 15 wurde bereits befreit und hat den Zünder 6 gezündet.

Im allgemeinen kann man bei den zuvor beschriebenen Durchführungsarten eine Säure als ätzendes Mittel verwenden, wie zum Beispiel Salzsäure oder Schwefelsäure, und als Werkstoff für das Rückhalteelement ein Metall, Aluminium.

Man kann das Rückhalteelement auch aus Kunststoff, wie zum Beispiel aus Polycarbonat herstellen, und als ätzendes Mittel ein Lösemittel nehmen, wie zum Beispiel Trichlorethylen.

Bevorzugt wird Polycarbonat (verkauft unter dem Markennamen Makrolon) mit einem Lösemittel kombiniert, das aus einem Gemisch zu 40 % des Volumens aus Methylisobuthylceton und 60 % aus Methylethylceton zusammengesetzt wird.

Die für die Herstellung des Rückhalteelements verwendeten Werkstoffe müssen ein Minimum an inneren Spannungen aufweisen, um die Wiederholbarkeit der Korrosionszeiten sicherzustellen. Daher werden Polycarbonate bevorzugt, die durch Formen hergestellt werden.

Außerdem wird wie bei der dritten Durchführungsart, die oben beschrieben wurde, vorgezogen, Mittel vorzusehen, die das Spannen des Rückhalteelements während der Lagerphasen zu vermeiden helfen.

Die Werte der gewünschten Verzögerungszeiten lassen sich variieren, indem man auf die Maße des Rückhalteelements einwirkt und auf den Wert seiner Oberfläche, die mit dem ätzenden Mittel in Berührung kommt (zum Beispiel durch Einrichten einer axialen Öffnung im Rückhalteelement 25, siehe Abbildungen 8 und 9).

Außerdem kann man den Druck variieren, den die Feder, die das Wurfmittel bildet, auf das ätzende Mittel auswirkt.

Die Abbildungen 10 bis 14 zeigen die Integration dieser dritten Durchführungsart in eine Submunition 50 des Typs "kleine Bombe". Die Submunition 50 umfaßt eine Sicherungs- und Entsicherungsvorrichtung 51, deren Körper 53 eine Aussparung 52 für den Stößel 5 aufweist.

Die Sicherungs- und Entsicherungsvorrichtung 51 umfaßt außerdem den Hauptschlagbolzen 2, der in die Mutter 55 geschraubt ist. Der Hauptschlagbolzen trägt in bekannter Weise ein Stabilisierungsband (das hier nicht dargestellt wurde), und das dazu dient, die Submunition in bezug auf den Boden bei ihrem Verstreuen richtig zu orientieren und dann den Schlagbolzen 2 aus der Mutter 55 heraus zuschrauben.

Die Abbildung 10 zeigt teilweise zwei Submunitionen 50a und 50b, so wie sie im Inneren eines Kargogeschosses positioniert werden. Der Mantel 74a der Submunition 50a liegt im Anschlag gegen einen Ansatz 75, der auf dem Mantel 74b der Submunition 50b vorgesehen wird. Die Sicherungsund Entsicherungsvorrichtung 51 befindet sich dadurch im Innenraum, den die Beschichtung der geformten Charge 76 der Submunition 50a abgrenzt.

Wenn man sich an die Abbildungen 11 und 14 hält, (die Abbildung 14 zeigt die Sicherungs- und Entsicherungsvorrichtung allein), stellt man fest, daß der Finger 67, der gleichzeitig das Fixieren des Sockels 21 in bezug auf den Stößel 5 sicherstellt und das Fixieren des Sekundärschlagbolzens 15 in bezug den Sockel, gleitend in einer Aussparung 77 montiert ist, die im Körper 53 vorgesehen wurde.

Der Finger 67 trägt ein verbreitetes Ende 78, das nach außerhalb des Körpers 53 gerichtet ist, und auf dem ein Ende einer Auswurffeder 79 aufliegt. Das andere Ende dieser Feder liegt auf dem Körper 53 auf.

Der Finger 67 enthält eine Hohlnute 80, die einen Riegel 81 aufnehmen soll, dessen Achse im rechten Winkel zur Achse des Fingers 67 liegt.

Die Abbildungen 12 und 13 zeigen den Riegel 81 genauer. Dieser besteht aus einer zylindrischen Hülse, die in eine Aussparung gepaßt ist, die im Körper 53 angebracht wurde. Ein Schaft 82 ist teleskopisch in die Hülse 81 montiert. Er umfaßt eine Scheibe 83, die auf den hinteren Teil des Schafts montiert ist und gegen den Falz 84 der Hülse 81 zum Aufliegen kommen soll.

Der Schaft 82 umfaßt außerdem einen Ansatz 85, auf dem eine Auswurffeder 86 zum Aufliegen kommt. Das andere Ende dieser Feder soll auf einem Ansatz der Aussparung der Hülse 81 zum Aufliegen kommen.

Die Auswurffeder 86 ist in Abbildung 13 zusammengedrückt dargestellt.

Eine Bodenplatte 61 gewährleistet das Verschließen der Sicherungs- und Entsicherungsvorrichtung 51, diese Platte besteht aus Stahlblech. Eine Zunge 87 wird durch einen Ausschnitt in der Bodenplatte gebildet. In ihrer Ruhestellung gemäß Abbildung 12, bildet die Zunge 87 einen Anschlag für den Ansatz 85 des Schafts 82.

Die Zunge 87 gewährleistet dadurch über den Schaft 82 das Halten der Feder 86 im zusammengedrückten Zustand

Beim Stapeln der Submunitionen, bevor sie im Kargogeschoß untergebracht werden, drückt der Ansatz 88 des Mantels 74a der Submunition 50a auf die Zunge 87 und verformt sie elastisch, so daß sie für den Ansatz 85 des Schafts 82 nicht mehr als Anschlag dient.

Die Auswurffeder 86 schiebt dann den Finger nach außerhalb des Körpers 53 der Sicherungs- und Entsicherungsvorrichtung 51. Ein abgerundetes Ende 89 des Schafts 82 kommt dann zum Anschlag auf der Beschichtung der geformten Ladung 76.

Das Verschieben des Schafts hat keine ausreichende Amplitude, um das Zurückziehen des Riegels 81 zu bewirken.

Beim Verstreuen trennen sich die Submunitionen von einander unter der Einwirkung der aerodynamischen Kräfte.

Der Schaft 82 liegt dann nicht mehr im Anschlag gegen die Beschichtung der geformten Ladung der danebenliegenden Submunition. Die Auswurffeder 86 bewirkt daher den kompletten Auswurf des Schaftes 82, der außerdem den Riegel 81 über die Scheibe 83 mitreißt.

Sobald der Riegel 81 entfernt ist, ist der Finger 67 nicht mehr blockiert. Er wird ebenfalls von seiner Feder 79 aus dem Körper 53 ausgeworfen.

Der Auswurf der Feder 67 bewirkt das Zünden des Selbstzerstörungssystems, das zuvor beschrieben wurde.

Man erkennt, daß das Zünden dieses Systems im Moment des Verstreuens der Submunition erfolgt und noch bevor der Stößel 5, von den Entsicherungsfedern 90 geschoben, in die entsicherte Position gelangt.

Diese besondere Durchführungsart ist somit besonders zuverlassig, denn sie gewährleistet ein Zünden der Selbstzerstörung, auch wenn das Entsichern des Stößels versagt.

Verschiedene Varianten sind möglich, ohne daß der Rahmen der Erfindung gesprengt würde, so wie man Selbstzerstörungssysteme gemäß der Erfindung in verschiedenen Submunitionen verwenden kann, zum Beispiel in verstreubaren Minen oder in Panzerabwehr-Submunitionen mit Infrarotzieldetektoren oder mit Millimeterwellen.


Anspruch[de]

1 - Selbstzerstörungssystem einer Munition vor allem einer über einen Träger, wie zum Beispiel über ein Kargogeschoß, verstreubaren Submunition, mit einem Zündsystem bestehend aus einem Stößel (5) der zwischen einer Sicherungsposition und einer Entsicherungsposition beweglich ist, und der ein Zündmittel einer Sprengladung enthält, wobei das Selbstzerstörungssystem einerseits einen Sekundärschlagbolzen (15) umfaßt, der im Inneren einer Aussparung des Stößels (5) montiert ist, und zwischen einer Sicherungs- und Durchschlagposition eines Zündmittels beweglich ist, und, andererseits, eine Steuervorrichtung (16), die den Sekundärschlagbolzen nach einer vorausbestimmten Verzögerung befreit, wobei der Sekundärschlagbolzen (15) fest mit einem Rückhalteelement (25) verbunden ist, das unter der Spannung einer Entsicherungsfeder (26) gegen einen Sockel (21) aufliegend gehalten werden soll, wobei der Sockel (21) im Inneren der Aussparung (Sb) des Stößels (5) angebracht ist, und wobei das System dadurch gekennzeichnet ist, daß:

- die Steuervorrichtung (16) des Sekundärschlagbolzen (15) ein ätzendes Mittel (30) in einem Mantel (31) enthält, das das Rückhalteelement (25) chemisch angreifen soll, um den Sockel (21) nach dem Ablaufen der vorausbestimmten Verzögerung freizugeben und die Verschiebung des Sekundärschlagbolzens (15) in Richtung des Zündmittels (6) unter der Einwirkung des Schubs der Entsicherungsfeder (26) zu bewirken,

- das System ein Wurfmittel (33) des Mantels (31) in Richtung des Rückhalteelements (25) enthält sowie ein Durchschlagmittel des Mantels, wobei das Wurfmittel aus einer Feder (33) besteht und von einem Verriegelungsorgan (35), das in das Innere des Stößels (5) hineinsteht, gespannt gehalten wird,

- Abdichtungsmittel (42) vorgesehen sind, die das ätzende Mittel daran hindern sollen, sich in der Aussparung (Sb) des Stößels (5) nach dem Durchschlagen des Mantels (31) und vor dem Befreien des Rückhalteelements (25) zu verteilen.

2 - System gemäß dem Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß der Mantel (31) von einem Kolben (32) getragen wird, der in Verschiebung unter der Einwirkung des Schubs der Feder (33) beweglich ist.

3 - Selbstzerstörungssystem einer Munition, vor allem einer über einen Träger, wie zum Beispiel über ein Kargogeschoß, verteilbaren Submunition mit einem Zündsystem bestehend aus einem Stößel (5), der zwischen einer Sicherungs- und Entsicherungsposition beweglich ist und ein Zündmittel für eine Sprengladung trägt, wobei das Selbstzerstörungssystem einerseits einen Sekundärschlagbolzen (15) aufweist, der im Inneren einer Aussparung des Stößels (5) befestigt ist und zwischen einer Sicherungs- und einer Durchschlagposition des Zündmittels beweglich ist, und, andererseits, mit einer Steuervorrichtung (16), die den Sekundärschlagbolzen nach einer vorausbestimmten Verzögerung freigibt, wobei der Sekundärschlagbolzen (15) fest mit einem Rückhalteelement (25) verbunden ist, das unter der Einwirkung einer Entsicherungsfeder (26) auf einen Sockel (21) in Auflage gehalten werden soll, wobei der Sockel (21) im Inneren der Aussparung (5b) des Stößels (5) angebracht ist, und das System dadurch gekennzeichnet ist, daß

- die Steuervorrichtung (16) des Sekundärschlagbolzens (15) ein ätzendes Mittel (30) in einem Mantel (31) enthält, das dazu bestimmt ist, das Rückhalteelement (25) chemisch anzugreifen, um den Sockel (21) nach einer vorausbestimmten besagten Verzögerung freizugeben und die Verschiebung des Sekundärschlagbolzens (15) in Richtung des Zündmittels (6) unter der Einwirkung des Schubs der Entsicherungsfeder (26) zu bewirken,

- das System ein Mittel zum Werfen des Sockels (21) umfaßt, das fest mit dem Rückhalteelement (25) verbunden ist, in Richtung des stationären Mantels (31) so wie ein Durchschlagmittel des Mantels (31),

- Abdichtungsmittel (42) vorgesehen sind, die das ätzende Mittel daran hindern sollen, sich nach dem Durchschlagen des Mantels (31) und vor der Befreiung des Rückhalteelements (25) in der Aussparung (5b) des Stößels (5) auszubreiten.

4 - System gemäß dem Anspruch 3, gekennzeichnet dadurch, daß das Wurfmittel aus den Federn (57) besteht, die von einer Verriegelungskugel (60), die im Inneren des Stößels (5) angebracht ist, gespannt gehalten werden, und welche Kugel sich zwischen den Sockel (21) und den Mantel (31) legt, und den Sockel bein Übergehen des Stößels in die Entsicherungsposition freigibt.

5 - System gemäß dem Anspruch 4, gekennzeichnet dadurch, daß der Sockel (21) zwei seitliche Flügel (21a) aufweist, die aus dem Stößel (5) herausstehen, und auf welchen die Federn (57) aufliegen, und dadurch, daß die Federn (57) ebenfalls auf dem Körper (53) aufliegen und es ermöglichen, den Stößel (5) in Entsicherungsposition zu schieben.

6 - System gemäß dem Anspruch 3, gekennzeichnet dadurch, daß das Wurfmittel aus einer Feder (59) besteht, die auf einer Seite auf dem Sockel (21) aufliegt, und auf der anderen Seite auf dem Stößel (5), wobei diese Feder von einem Finger (67) zusammengedrückt gehalten wird, der den Sockel (21) und den Stößel (5) fest miteinander verbindet.

7 - System gemäß dem Anspruch 6, gekennzeichnet dadurch, daß der Sekundärschlagbolzen (15) mit dem Sockel (21) durch den Finger (67) fest verbunden wird, wobei die Entsicherungsfeder (26) in dieser Position zwischen dem Sockel (21) und dem Sekundärschlagbolzen (15) zusammengedrückt gehalten wird, und das Rückhalteelement (25) nicht auf dem Sockel (21) aufliegt, und wobei das Zurückziehen des Fingers (67) zuerst bewirkt, daß das Rückhalteelement (25) auf dem Sockel (21) durch die Wirkung der Entsicherungsfeder (26) zum Aufliegen kommt.

8 - System gemäß dem Anspruch 7, gekennzeichnet dadurch, daß die Abdichtungsmittel eine erste O-Ring- Dichtung (42) aufweisen, die in einer Ringnute untergebracht ist, die auf der äußeren Oberfläche des Sockels (21) eingerichtet ist, und eine zweite Dichtung (73) zwischen den Rückhalteelement (25) und dem Sockel (21).

9 - System gemäß einem der Ansprüche 6 bis 8, gekennzeichnet dadurch, daß der Finger (67) von einer Feder (79) ausgeworfen werden kann, und dadurch, daß er in der Ruhestellung des Sockels (21) von einem Riegel (81) gehalten wird, wobei die Achse des Riegels senkrecht zur Achse des Fingers (67) steht.

10 - System gemäß dem Anspruch 9, gekennzeichnet dadurch, daß der Riegel (81) von einer Feder (79) ausgeworfen werden kann, die von der danebenliegenden Submunition beim Anbringen der Submunitionen im Träger im zusammengedrücktem Zustand gehalten wird.

11 - System gemäß dem Anspruch 10, gekennzeichnet dadurch, daß es eine elastische Zunge (87) enthält, die das Halten der Feder (79) vor dem Anbringen der Submunition im Träger im zusammengedrücktem Zustand sicherstellt, wobei die Zunge durch eine der danebenliegenden Submunitionen beim Anbringen der Submunitionen im Träger in ihrer Wirkung annulliert wird.

12 - System gemäß einem der Ansprüche 1 bis 11, gekennzeichnet dadurch, daß das Rückhalteelement (25) aus Metall besteht, und dadurch, daß das ätzende Mittel (30) eine Säure ist.

13 - System gemäß einem der Ansprüche 1 bis 11, gekennzeichnet dadurch, daß das Rückhalteelement (25) aus einem Kunststoff besteht, und dadurch, daß das ätzende Mittel (30) ein Lösemittel ist.







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