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Dokumentenidentifikation DE69316361T2 30.04.1998
EP-Veröffentlichungsnummer 0644800
Titel TRÄGER FÜR EINEN DREIWEGKATALYSATOR UND METHODE ZUR DESSEN HERSTELLUNG
Anmelder Kemira Oy, Espoo, FI
Erfinder RAVOLA, Sointu, SF-90560 Oulu, FI;
AITTA, Eero, SF-91410 Jokirinne, FI
Vertreter Weitzel, W., Dipl.-Ing. Dr.-Ing., Pat.-Anw., 89522 Heidenheim
DE-Aktenzeichen 69316361
Vertragsstaaten DE, FR, GB, IT
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 12.02.1993
EP-Aktenzeichen 939040481
WO-Anmeldetag 12.02.1993
PCT-Aktenzeichen FI9300048
WO-Veröffentlichungsnummer 9315834
WO-Veröffentlichungsdatum 19.08.1993
EP-Offenlegungsdatum 29.03.1995
EP date of grant 14.01.1998
Veröffentlichungstag im Patentblatt 30.04.1998
IPC-Hauptklasse B01J 23/10
IPC-Nebenklasse B01D 53/96   F01N 3/28   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Träger für einen Dreiwegekatalysator; der Träger enthält Cer. Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zum Herstellen des Trägers. Die Erfindung betrifft außerdem einen Dreiwegekatalysator, der einen solchen Träger enthält.

Der Grundaufbau eines Katalysators umfaßt einen Träger, eine Tragschicht sowie Katalysatormetalle. Auf der Oberfläche einer keramischen oder metallischen Bienenwabe eines Trägers befindet sich üblicherweise als Unterlage gamma-Al&sub2;O&sub3;. Dessen Funktion besteht u.a. darin, eine maximale Fläche für Edelmetalle zu bilden, die als Katalysatoren dienen. So werden beispielsweise Erdalkalimetalle und Lanthanide als Additive verwendet, die u.a. die thermische Dauerhaftigkeit dieser Unterlage verbessern.

Unter "Dreiwegekatalysator" wird ein Katalysator verstanden, bei welchem gleichzeitig Kohlenmonoxid zu Kohlendioxid oxidiert wird, Kohlenwasserstoffe zu Kohlendioxid und Wasser oxidiert werden, und Stickoxide zu Stickstoff reduziert werden. Diese Reaktionen werden durch katalytisch aktive Elemente katalysiert. Diese Elemente sind üblicherweise beispielsweise Platin, Rhodium, Palladium und Ruthenium. Die katalytisch aktive Substanz, die bei einem Dreiwegekatalysator verwendet wird, kann ferner eine Anzahl von Basismetalen enthalten. Ruthenium und Nickel sind als Katalysatoren für die Reduktion von NO bekannt. Fe, Cu, Mn, Sn, Ge, U, Re, Ga und Y wurden ebenfalls als Additive verwandt. Die Basismetalle werden durch Imprägnierung mit ihren Nitrat-, Chlorid-, Azetat- und Citratlösungen hinzugegeben. Bei der Katalysatorunterlage wird im allgemeinen Cer verwendet, dessen Funktion darin besteht, Sauerstoff zu speichern. Dies geschieht durch Ändern von dessen Oxidationszahl, so wie weiter unten im einzelnen beschrieben.

DE 2 339 513 beschreibt ein Verfahren, wobei eine Metail-Bienenwabe vor dem Zugeben der Katalysatorschicht mit einer Aufschlemmung beschichtet wird, hergestellt durch Mischen von Ce(NO&sub3;)&sub3; 6H&sub2;O mit aktiviertem Al&sub2;O&sub3;- Pulver in Wasser. Die Aufschlemmung wurde getrocknet, gemahlen und kalziniert, worauf sie mit Wasser und Salpetersäure gemischt wurde. Die Bienenwabe wurde in diese Mischung eingetaucht, bevor sie mit einem Katalysator beschichtet wurde.

Die finnische Patentanmeldung 883971 beschreibt einen Abgasreinigungskatalysator, der aus einer monolithischen Unterlage hergestellt wurde, auf dessen Oberfläche eine Schicht aus aktivem Aluminium erzeugt wurde, das Ceroxid zusätzlich zu anderen Verbindungen enthielt. Gemäß der FI-Anmeldung 884977 wurde der Ceroxidgehalt entsprechend der Form verändert, in welcher Aluminium verwendet wird; Al&sub2;O&sub3; kann sich entweder auf der Oberfläche eines inerten, poräsen oder monolithischen Trägers befinden, oder in Gestalt von profilierten getrennten Teilen.

GB-PS 1 492 929 beschreibt einen Katalysator, bei welcher sich auf der Fläche eines Metallsubstrates eine Aluminiumschicht befindet, die u.a. Oxide und Seltene Erden enthält.

Im Abgas von Benzinmotorautos fluktuieren die Sauerstoffreduktionsbedingungen je nach dem Fahrzustand. Damit der Katalysator bei fluktuierenden Bedingungen optimal arbeitet, sollte sein Trägergemisch dazu in der Lage sein, je nach Bedarf Sauerstoff zu finden oder freizugeben. Bei den derzeitigen Produkten wird der Sauerstoff mittels Cer gespeichert, das in unterschiedlichen Mengen zugegeben wird, abhängig vom Hersteller des Materiales.

Die Fähigkeit von Cer, Sauerstoff zu binden und freizugeben, geht auf die folgende chemische Reaktion zwischen seinem gebundenen Sauerstoff und gasförmigem Sauerstoff zurück:

2 Ce&sub2;O&sub3; + O&sub2; ET 4 CeO&sub2; (I)

Die Reaktion ist reversibel, und das Reaktionsgleichgewicht herrscht auf beiden Seiten, abhängig vom Partialdruck des Sauerstoffes, d.h., daß Cer in Gestalt von CeO&sub2; unter oxidierenden Bedingungen und in Gestalt von Ce&sub2;O&sub3; unter reduzierenden Bedingungen vorliegt.

Insoweit basierte die Wartung und Verbesserung der Arbeitsweise von Cer darauf, die Stabilisierung der thermischen Dauerhaftigkeit zu nutzen, d.h. die Kristallgröße seiner Oxide durch irgendeines von verschiedenen Lantaniden. Lantan wird für diesen Zweck am meisten verwandt. WO 89/11906 beschreibt die Möglichkeit des Anwendens von Europium als Alternative zu Cer zum Speichern von Sauerstoff in einem Dreiwegekatalysator. Europium muß auch als Verunreinigung in heutigen Katalysatoren vorliegen, wenn ungereinigtes Ceroxid als Katalysatorträger verwendet wird. In diesem Falle ist es in viel kleineren Mengen nebst anderen Lantaniden vorhanden, so daß es ohne Bedeutung ist.

In der Literatur wurde auch eine Beobachtung wiedergegeben, gemäß welcher Gadolinium (Gd) die Fähigkeit aufweist, die Oxidationszahl von Cer von +3 auf +4 zu ändern. Die gegebene Erklärung für die Erleichterung der Veränderung der Oxidationszahl ist die Fähigkeit des Kations, das fremd ist, aber bezüglich seiner Eigenschaften und seiner Ionen-Größe sehr stark Cer ähnelt, um dahingehend zu wirken, daß es die Ionenleitfähigkeit des Ceroxidkristalls steigert.

Das bei derzeitigen Trägern von Dreiwegekatalysatoren vorliegende Problem besteht darin, daß die Wirkung des Cers in diesen nicht die bestmögliche ist. Der Gegenstand der Erfindung besteht darin, einen Träger anzugeben sowie ein Verfahren zu dessen Herstellung, womit die katalytische Wirkung von Cer wesentlich verbessert werden kann. Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung durch Anwenden eines solchen Trägers eines Dreiwegekatalysators gelöst, der im wesentlichen durch den kennzeichnenden Teil von Anspruch 1 definiert ist.

Die Erfindung beruht auf der überraschenden Beobachtung, daß durch Zugabe von Europium zu Cer in einer Menge, die wesentlich größer ist als jene Menge, in welcher es bei einem natürlichen Lanthanidoxid vorliegt, die katalytische Wirkung von Cer erheblich verbessert wird. Dasselbe trifft zu für das Zugeben von Terbium, Ytterbium, Samarium und Praseodymium, und zwar entweder getrennt oder gemeinsam.

Die stabilste Oxidationszahl von Lanthaniden in ihren Verbindungen ist +3. Cer, Europium und Ytterbium weichen in dieser Beziehung deutlich von den anderen Lanthaniden ab, da sie ebenfalls andere sehr stabile Oxidationszahlen haben. Bezüglich Cer ist die Oxidationszahl +4 bekannt, und für Europium und Ytterbium die Oxidationszahl +2 in ihren Verbindungen. Diese Erscheinung geht auf die spezielle Struktur der Umlaufbahn des 4f-Elektrons bei den genannten Elementen zurück. Das Einnehmen der Elektronen-Umlaufbahn findet derart statt, daß zuerst jede seiner Umlaufbahnen eingenommen wird durch 1 Elektron mit steigender Atomzahl (7 Umlaufbahnen auf der 4f-Umlaufbahn), und daß die Umlaufbahnen jeweils von einem zweiten Elektron erst dann eingenommen werden, nachdem jede Umlaufbahn 1 Elektron hat. Eine vollständig leere oder halbbelegte und eine volle Elektronen-Umlaufbahn sind stabiler bezüglich ihrer Energie als die Zwischenstufen. Ce4+, Eu 2+ und Yb 2+ stellen in dieser Reihenfolge eine leere, eine halbvolle und eine volle 4f-Elektronen- Umlaufbahn dar.

Der Erfindung liegt somit die Absicht zugrunde, Europium zu verwenden, um die Veränderung der Oxidationszahl von Cer auf der Basis der folgenden Reaktionen zu ändern:

2Ce&sub2;O&sub3; + O&sub2; ET 4CeO&sub2; (II)

2Eu&sub2;O&sub3; ET 4EuO+O&sub2; (III)

d.h. die Summenreaktion

Ce&sub2;O&sub3; +Eu&sub2;O&sub3; ET 2CeO&sub2; +2EuO (IV)

Diese Reaktionen, die bei einem gemischten Oxidkristall auftreten, erleichtern die Änderung der Oxidationszahl von Cer von 3 zu 4 und umgekehrt. Bei dem gemischten Oxid ersetzen die Europiumatome einige der Ceratome im Kristagitter von CeO&sub2;. Wird zusätzlich zu Europium dem Ceroxid ein weiteres Element zugefügt, so wird die Leistung des gemischten Oxids verhindert oder geschwächt. Das durch Europium hervorgerufene Phenomen verbessert die katalytische Leistung von Cer, d.h. dessen Fähigkeit, seine Oxidationszahl rasch zu ändern und damit Sauerstoff zu binden oder abzugeben. Der Erfindung liegt insbesondere die Aufgabe zugrunde, als Unterlage ein gemischtes Oxid anzugeben, bei welchem die Reaktionen gemäß der Formeln I-IV ablaufen. Weiterhin ist es gemäß der Erfindung wesentlich, daß die Europium-Menge im Verhältnis zur Cer-Menge klein ist (0 - 9 %), und daß andere Lanthanide im gemischten Oxid dieser beiden Elemente nicht vorliegen. Europium dient somit als Promoter von Cer in der Reaktion (I), was in den folgenden Beispielen veranschaulicht wird.

Die Unterlagenmaterialien, auf die sich die Erfindung bezieht, lassen sich durch Anwenden zweier Prinzipien erzeugen: Cer und Europium werden einer Aufschlemmung des Trägermateriales in Form von Lösungen zugegeben, beispielsweise wässrigen Lösungen von Nitratsalzen; sie bilden während der Kalzinierungsstufe der Produktion ein gemischtes Oxid miteinander. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, zunächst ein gemischtes Oxid von Salzen dieser Elemente herzustellen, beispielsweise ihre Nitrate, durch Anwenden einer Wärmebehandlung, und dieses gemischte Oxid erst dann dem Unterlagenmaterial zuzugeben. Das übrige Unterlagenmaterial kann beispielsweise Aluminium, Silicium oder Titanoxid sein. Die folgenden Beispielse beschreiben den Fördereffekt bezüglich der Leistung eines Katalysators, der dann Aluminium enthält, wenn Europium Cer zugegeben wird.

Die Erfindung betrifft ferner einen Dreiwegekatalysator zum Reinigen von Abgasen; der Katalysator umfaßt einen Träger, der beispielsweise eine keramische oder metallische Bienenwabe sein kann, und auf dem Träger die oben definierte Unterlage sowie wenigstens ein katalytisch aktives Element, das an der Unterlage anhaftet; das aktive Element ist beispielsweise Platin, Rhodium, Palladium und/oder Ruthenium.

Die Erfindung ist nachstehend im einzelnen mit Hilfe von Beispielen unter Bezugnahme auf Figur 1 beschrieben, die die Umwandlung von Kohlenmonoxid (CO), Kohlenwasserstoffen (HC) und Stickoxiden (NOx) als Funktion der Mischungsverhältnisse wiedergibt.

Beispiel 1

Um die Leistung eines Dreiwegekatalysators zu testen, der Europium, Terbium oder Praseodymium zusätzlich zu Cer enthält, und diesen mit einem Dreiwegekatalysator zu vergleichen, der lediglich Cer enthält, wurde eine Testserie mit Katalysatorproben 1-7 ausgeführt, die wie folgt hergestellt wurden. Probe 1, die als Referenzprobe bei den Testserien diente und lediglich Cer enthielt, wurde entsprechend der folgenden Zusammensetzung hergestellt:

Die Verbindungen wurden miteinander gemischt, während 2 Stunden naß gemahlen und auf eine heißfeste Stahlfohe aufgebracht. Die Probe wurde während 4 Stunden bei 550º C kalziniert und sodann mit einer Platinlösung (H&sub2;PtCl&sub8;) imprägniert, so daß die Platinmenge 0,23 Gewichtsprozent der gesamten Probe betrug. Die Probe wurde bei 480º C mit Wasserstoff reduziert. Nach der Reduktion wurde die Probe mit einer Rhodiumlösung (RhCl&sub3; 3 H&sub2;O) imprägniert, so daß die Menge von Rh 0,04 % des Gesamtgewichtes betrug, und die Reduktion mit Wasserstoff wurde wiederholt.

Auf dieselbe Weise wie Probe 1 wurden die Proben 2 bis 5 hergestellt, ausgenommen daß ein Teil des Cer durch Europium ersetzt wurde. Das verwendete Europiumreagenz war Europiumnitrat. Bei Probe 2 betrug die Eu&sub2;O&sub3;-Menge 2,2 % der Menge von CeO&sub2;, bei den Proben 3, 4 und 5 betrugen die Mengen von Eu&sub2;O&sub3; 4,4 % bzw. 8,8 % bzw. 44,0 % der Menge von CeO&sub2;. Die Probe 6 wurde auf dieselbe Weise wie die anderen Proben hergestellt, jedoch wurden 4,4 % CeO&sub2; durch Praseodynium ersetzt unter Verwendung von Praseodymiumnitrat. Probe 7 wurde derart hergestellt, daß 4,4 % CeO&sub2; durch Terbium ersetzt wurden, unter Verwendung von Terbiumnitrat.

Die Proben wurden unter Anwendung eines synthetischen Abgases getestet mit einer Zusammensetzung, die dem typischen Abgas eines Autos entsprach, das mit einem Dreiwegekatalysator ausgestattet war. Während des Testens wurde der Sauerstoffgehalt des Abgases mit einer Frequenz getaktet (1 Hz), die typisch ist für das Automobilkontrollsystem, beidseits der Abgaszusammensetzung entsprechend einem stöchiometrischen Gemisch. Somit wurde während des Testes eine Fluktuation zwischen sauerstoffreich und sauerstoffarm erzielt.

Die Leistung des Dreiwegekatalysators wird durch seinen Light-Off-Wert beschrieben, durch die Umwandlung von schädlichen Komponenten in nicht schädliche nach dem Light-Off, während der Katalysator bei voller Kapazität arbeitet, und durch den Einfluß der Fluktuation der Mischungsverhältnisse auf die Leistung innerhalb des Bereiches des sogenannten Lambda-Fensters. Der Light-Off-Wert ist üblicherweise die Temperatur, bei welcher die schädlichen Komponenten des Abgases zu 50 % gereinigt werden.

Die Tabellen 1 und 2 zeigen die Light-Off-Werte und die Reinigungskapazität der Bezugsprobe sowie der Katalysatorproben 1-5, mit verschiedenen Mengen Europium innerhalb des Bereiches der vollen Leistung in Bezug auf Kohlenmonoxid, Kohlenwasserstoffen und Stickoxiden.

Tabelle 1. Light-Off-Werte von Katalysatorproben in Bezug auf Kohlenmonoxid, Kohlenwasserstoffe und Stickoxide in Abgas.

* berechnet aus der Menge Ceroxid

Tabelle 2. Reinigungsleistung der Katalysatorproben bei voller Kapazität in Bezug auf Kohlenmonoxid, Kohlenwasserstoffe und Stickoxide.

Die Wirkung des Mischungsverhältnisses innerhalb des sogenannten Lambda- Fensters auf die Leistung des Katalysators wird ermittelt durch Messen des Reinigungswirkungsgrades beidseits des sogenannten stöchiometrischen Gemischpunktes. Je größer der Mischungsverhältnisbereich ist, innerhalb welchem der Katalysator arbeitet, umso besser ist der Katalysator. Bei der folgenden Tabelle ist das Ausmaß des sogenannten Lambda-Fensters aus Gründen der Vereinfachung in proportionalen Werten dargestellt. Eine höhere Anzahl von Punkten zeigt die Überlegenheit der Katalysatorprobe an.

Tabelle 3. Leistung der Katalysatorproben bei unterschiedlichen Mischungsverhältnissen innerhalb des sogenannten Lambda-Fensters.

Wie man sieht, verbessert Europium, dem Cer zugefügt, die Leistung des Dreiwegekatalysators innerhalb aller Bereiche, die die Leistung beschreiben: Light-Off-Wert, Vollkapazitätsumwandlung sowie unter Bezugnahme auf das Lambda-Fenster, wenn der Europium-Oxidgehalt geringer als 10 % der Menge des Ceroxid ist.

Beim Dreiwegekatalysator wird die Oxidation dadurch bewirkt, daß durch die Reduktionsreaktion Sauerstoff freigegeben wird. Somit sollte das Verhältnis jener Komponenten im Abgas, die zu oxidieren sind, zu jenen, die zu reduzieren sind, richtig sein. Dies wird dann erreicht, wenn der Motor bei einem stöchiometrischen Luft-Kraftstoff-Verhältnis, d.h. bei Lambda = 1, läuft. Figur 1 zeigt den Reinigungswirkungsgrad eines Dreiwegekatalysators als Funktion von Lambda. Das Kraftstoff-Luft-Verhältnis wird mit Hilfe der sogenannten Lambda-Sonde mit sich ändernder Motorlast justiert. Das Ziel besteht darin, das Mischungsverhältnis innerhalb des Lambda-Fensters in Figur 1 beizubehalten.

Beispiel 2

Der Erfindung liegt die ungewöhnlich starke Tendenz von Europium zugrunde, die Wertigkeit von +2 bei ihren Verbindungen zu haben. Um diese sicherzustellen, wurden die Leistungen von Katalysatoren, welche Europium, Praseodymium und Terbium bei der Reinigung von Kohlenmonoxiden, Kohlenwasserstoffen und Stickoxiden in Abgasen untersucht. Praseodymium mit einer Wertigkeit von +3 hat eine Ionengröße, die sehr nahe bei jener von Cer liegt (III). Terbium kann in ihren Verbindungen eine Wertigkeit von +3 oder +4 aufweisen, obgleich seine Tendenz zu einer Wertigkeit von +4 in Verbindungen geringer als jene von Cer ist. Die folgende Tabelle zeigt die Leistungen von Proben, die Europium, Praseodymium und Terbium enthielten sowie die ausgelegten Verwendungspunkte (Proben 3, 6 und 7).

Tabelle 4. Testergebnisse der katalytischen Leistungen der Katalysatorproben 1,3,6 und 7.

*ermittelt aus der Menge Ceroxid

Gemäß Tabelle 4 vermag lediglich Europium die Eigenschaften der Unterlage katalytisch zu verbessern. Somit steigert Praseodymium (III), das eine Ionengröße fast gleich wie Cer (III) aufweist, nicht die ionische Leitfähigkeit von Ceroxid, wie die Literatur von Gadolinium behauptet. Stattdessen geht der Verbesserungseffekt von Gadolinium auf die Sauerstoffreduktionseigenschaft von Ceroxid auf seine Eigenschaften zurück, die ähnlich (wenngleich schwächer) als jene von Europium sind. Die Fähigkeit von Terbium, die Wertigkeit von +4 in seinen Verbindungen zu haben, verbessert nicht die Eigenschaften der Unterlage; das Verbessern der Leistung von Ceroxid findet somit gemäß der Reaktionsgleichung (IV) statt. die Oxidation von Cer wird verbessert durch die Reduktion von Europium.

Tabelle 5 zeigt die Ergebnisse der an den Proben 1-7 ausgeführten Sauerstoffadsorptionsmessungen. Die Messungen wurden unter Anwendung eines Carlo Erba Sorptomatic 1900-Gerätes durchgeführt, und die Meßtemperatur betrug +250 C. Die durch Chemisorption der an den Katalysator gebundenen Sauerstoffmenge beschreibt in Tabelle 5 die Sauerstoffbindekapazität des Katalysators. Die Gesamtadsorption beinhaltet auch den Sauerstoff, der durch Physisorption an den Katalysator gebunden ist. Die Ergebnisse zeigen, daß Europium, Terbium und Praseodymium, Cer zugegeben, die Sauerstoffbindekapazität eines Dreiwegekatalysators steigern. Bei Europium ist jedoch der Effekt nicht sehr regelmäßig. Gemäß den Ergebnissen fördert Terbium noch am meisten die Sauerstoffbindekapazität eines Dreiwegekatalysators.

Die Fähigkeit von Ceroxid, die Leistung der Unterlage bei einem Dreiwegekatalysator zu verbessern, wird begleitet von dessen Fähigkeit, Sauerstoff zu binden und freizugeben, wenn der Sauerstoffgehalt von Abgas schwankt.

Tabelle 5. Ergebnisse der bei Dreiwegekatalysatoren durchgeführten Adsorptionsmessungen.

Somit kann unterstellt werden, daß die Leistung der Unterlage verbessert wird, wenn die Sauerstoffbindekapazität von Cer mittels eines Additivs verbessert wird. Ein Vergleich der Ergebnisse in Tabelle 4 (katalytische Leistung) mit den Ergebnissen in Tabelle 5 (Sauerstoffbindekapazität) zeigt, daß es nicht die gesteigerte Sauerstoffbindekapazität alleine ist, die die Leistung der Unterlage verbessert. Zusätzlich hat die Geschwindigkeit der Änderung der Sauerstoftzahl von Cer einen entscheidenden Einfluß auf die Leistung von Ceroxid. So wurde beispielsweise mit Terbium ein sehr hohes Sauerstoffadsorptionsergebnis erzielt, jedoch war dessen katalytische Leistung deutlich schwächer als jene von Europium.


Anspruch[de]

1. Unterlage, die für einen Dreiwegekatalysator geeignet ist und die Cer enthält, dadurch gekennzeichnet, daß die Unterlage Europium aufweist in einer Menge, die ausreicht, um die katalytische Leistung von Cer zu verbessern.

2. Unterlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß diese ein gemischtes Oxid von Cer und Europium enthält.

3. Unterlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Gehalt an Europium in der Unterlage weniger als 10 % der Menge Cer ist, jedoch oberhalb jener Menge liegt, die als Verunreinigung in Cerhaltigern Material, das in der Unterlage verwendet wird.

4. Verfahren zum Erzeugen einer Unterlage nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß Europium in die Unterlage eingeführt wird in einer Menge, die ausreicht, um die katalytische Leistung von Cer zu verbessern.

5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß ein Aufheizschritt angewandt wird, bei welchem ein gemischtes Oxid aus Cer und Europium gebildet wird.

6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das gemischte Oxid nach dem Heizschritt dem übrigen Unterlagenmaterial zugegeben wird.

7. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß vor dem Heizschritt eine Lösung oder ein Salz, enthaltend Europium, den anderen Unterlagenmaterialien zugegeben wird.

8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Lösung eine wässrige Lösung aus Europiumnitrat, und das genannte Salz Europiumnitrat ist.

9. Dreiwegekatalysator zum Reinigen von Abgasen, dadurch gekennzeichnet, daß dieser einen Träger und auf dem Träger eine Unterlage nach einem der Ansprüche 1 bis 3 aufweist, oder hergestellt nach einem der Ansprüche 4 bis 8 sowie wenigstens ein an der Unterlage haftendes, katalytisch aktives Element aufweist.







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