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Dokumentenidentifikation DE69406115T2 30.04.1998
EP-Veröffentlichungsnummer 0689674
Titel SERUM ANTIOXYDATIONSMITTEL ZUR VORAUSSAGE VON ADULT RESPIRATORY DISTRESS SYNDROME
Anmelder The Webb-Waring Institute for Biomedical Research, Denver, Col., US;
The Regents of the University of Colorado, Boulder, Col., US
Erfinder REPINE, John E., Englewood, CO 80110, US;
LEFF, Joanathan A., New Jersey 08822, US
Vertreter Rechts- und Patentanwälte Lorenz Seidler Gossel, 80538 München
DE-Aktenzeichen 69406115
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, DK, ES, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 18.03.1994
EP-Aktenzeichen 949122527
WO-Anmeldetag 18.03.1994
PCT-Aktenzeichen US9402925
WO-Veröffentlichungsnummer 9422016
WO-Veröffentlichungsdatum 29.09.1994
EP-Offenlegungsdatum 03.01.1996
EP date of grant 08.10.1997
Veröffentlichungstag im Patentblatt 30.04.1998
IPC-Hauptklasse G01N 33/573
IPC-Nebenklasse C12Q 1/30   

Beschreibung[de]
HINTERGRUND

Die vorliegende Erfindung betrifft im allgemeinen Verfahren und eine Vorrichtung zur Durchführung von Assays für Erkrankungszustände, und im besonderen Verfahren und eine Vorrichtung zur Durchführung von Assays für das Adult Respiratory Distress Syndrome (ARDS).

Bei ARDS handelt es sich um einen akuten entzündlichen Prozeß, der durch Lungenneutrophilen-Ansammlung, Lungenödem und progressive Hypoxämie gekennzeichnet ist Lancet, 339, 466-469 (1992)]. ARDS tritt als erschwerender Faktor bei Patienten mit Sepsis als auch bei zahlreichen anderen prädisponierenden Umständen auf. Da viele verbreitete und verschiedenartige Risikofaktoren zur Entstehung von ARDS führen, ARDS aber dennoch relativ selten auftritt, ist eine Vorbehandlung jedes Patienten mit ARDS-Risiko nicht zweckmäßig [Fowler et al., Ann. Intern. Med., 98, 593-597 (1983)]. Da ARDS besser verstanden wird und verschiedene Maßnahmen zur Eingrenzung der Entzündung bereitstehen, ist es zum Hauptanliegen geworden, leicht zugängliche und wiederholbare Marker bei Risikopatienten zu identifizieren, die die Entstehung von ARDS voraussagen. Hierdurch wird eine prospektive und wirksame Auswertung experimenteller Therapien in kleineren, besser definierten Patientengruppen ermöglicht.

ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG

Die vorliegende Erfindung stellt ein Verfahren zur Identifizierung septischer Patienten für die prospektive Behandlung des Adult Respiratory Distress Syndrome bereit, umfassend den Schritt des Bestimmens eines hohen (größer als eine festgestellte Grundlinie) Serumgehalts an Mangansuperoxiddismutase.

Die vorliegende Erfindung stellt auch ein Verfahren zur Identifizierung septischer Patienten für eine prospektive Behandlung des Adult Respiratory Distress Syndrome bereit, umfassend den Schritt des Bestimmens eines hohen (größer als eine festgestellte Grundlinie) Serumgehalts an Katalase.

Gemäß der vorliegenden Erfindung umfaßt eine Vorrichtung zur Identifizierung septischer Patienten für eine prospektive Behandlung des Adult Respiratory Distress Syndrome eine Einrichtung zum Bestimmen eines hohen (größer als eine festgestellte Grundlinie) Serumgehalts an Mangansuperoxiddismutase.

Die vorliegende Erfindung stellt auch eine Vorrichtung zur Identifizierung septischer Patienten für eine prospektive Behandlung des Adult Respiratory Distress Syndrome bereit, umfassend eine Einrichtung zum Bestimmen eines hohen (größer als eine festgestellte Grundlinie) Serumgehalts an Kataase.

Weitere, durch die vorliegende Erfindung bereitgestellte Ausführungsformen sind in den Ansprüchen im Anhang zu finden.

KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN

In Abb. 1 ist ein Diagramm der MnSOD-Gehalte bei gesunden Kontrolpersonen gezeigt (Quadrate); und von septischen Patienten, die kein ARDS entwickelten (Dreiecke) und septischen Patienten, die ARDS entwickelten (Kreise) zu drei Zeitpunkten: bei Diagnose der Sepsis (1), bei Diagnose von ARDS (2) und nach Diagnose von ARDS (3);

in Abb. 2 ist ein Diagramm der CAT-Aktivität bei gesunden Kontrolpersonen gezeigt (Quadrate); und von septischen Patienten, die kein ARDS entwickelten (Dreiecke) und septischen Patienten, die ARDS entwickelten (Kreise) zu drei Zeitpunkten: bei Diagnose der Sepsis (1), bei Diagnose von ARDS (2) und nach Diagnose von ARDS (3);

in Abb. 3 ist ein Diagramm der GPX-Aktivität bei gesunden Kontropersonen gezeigt (Quadrate); und von septischen Patienten, die kein ARDS entwickelten (Dreiecke) und septischen Patienten, die ARDS entwickelten (Kreise) zu drei Zeitpunkten: bei Diagnose der Sepsis (1), bei Diagnose von ARDS (2) und nach Diagnose von ARDS (3);

in Abb. 4 ist ein Diagramm der LDH-Aktivität bei gesunden Kontrollpersonen gezeigt (Quadrate); und von septischen Patienten, die kein ARDS entwickelten (Dreiecke) und septischen Patienten, die ARDS entwickelten (Kreise) zu drei Zeitpunkten: bei Diagnose der Sepsis (1), bei Diagnose von ARDS (2) und nach Diagnose von ARDS (3);

in Abb. 5 ist ein Diagramm der Faktor-VIII-Gehalte bei gesunden Kontrollpersonen gezeigt (Quadrate); und von septischen Patienten, die kein ARDS entwickelten (Dreiecke) und septischen Patienten, die ARDS entwickelten (Kreise) zu drei Zeitpunkten: bei Diagnose der Sepsis (1), bei Diagnose von ARDS (2) und nach Diagnose von ARDS (3); und

in Abb. 6 ist ein Diagramm der Gehalte an α&sub1;Pi-Elastase-Komplexen bei gesunden Kontrollpersonen gezeigt (Quadrate); und von septischen Patienten, die kein ARDS entwickelten (Dreiecke) und septischen Patienten, die ARDS entwickelten (Kreise) zu drei Zeitpunkten: bei Diagnose der Sepsis (1), bei Diagnose von ARDS (2) und nach Diagnose von ARDS (3).

Bei den in Abbn. 1-6 veranschaulichten Experimenten wurden septische Patienten aufgenommen (0 Std.) und sequentiell über die folgenden 48 Std. untersucht. Die Punkte wurden bei Diagnose der Sepsis (0 Std. bei 1), bei Diagnose von ARDS (6-24 Std. nach Diagnose der Sepsis bei 2) und nach Diagnose von ARDS (6-24 Std. nach Diagnose von ARDS bei 3) aufgetragen. Bei jedem Wert handelt es sich um den Mittelwert ± SF von 3-20 Bestimmungen.

AUSFÜHRLICHE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG

Bei der vorliegenden Untersuchung wurden drei Antioxidans-Enzyme [Mangansuperoxiddismutase (MnSOD), Katalase und Glutathionperoxidase (GPX)] mit drei anderen potentiellen Markern [Faktor VIII [Carvalho et al., N. Engl. J. Med., 307,1113-1119(1982) and Rubin et al., J. Clin. Invest., 86,474-480(1990)] LDH [Ward et al., J. Clin. Invest. 76, 517-527 (1985) and Dwenger et al., in: Sturm, ed. Adult Respiratory Distress Syndrome, Berlin Heidelberg: Springer-Verlag, 91-127 (1991)] und α&sub1;Pi-Elastase-Komplexen Lancet, 1,120-123 (1989) und Hilgenfeldt et al., Eur. J. Clin. Pharmacol, 38,125-131(1990)] auf ihre Fähigkeit zur Voraussage der Entwicklung von ARDS bei Patienten mit Sepsis verglichen.

Bei ARDS und anderen Erkrankungszuständen treten Veränderungen im Oxidans- Antioxidans-Gleichgewicht auf, die in ihrer Pathogenese Sauerstoffradikale mit sich zu bringen scheinen [Leff et al., Free Radicalbiol. Med., 13,143-149 (1992); Leff et al., Am. Rev. Respir Dis., 146, 985-989 (1992); Buhl et al., Lancet, 2,1294-1298 (1989); Bernard et al., Am. Rev. Resp. Dis., 139, A221 (Auszug) (1989); und Pacht et al., Chest, 100,1397-1403 (1991)]. Außerdem weisen Patienten mit festgestelltem ARDS eine erhöhte Serumkatalase-Aktivität auf [Leif et al., Am. Rev. Respir Dis., 146, 985-989 (1992)]. Die Serumkatalase-Aktivität war bei einem Rattenmodell mit durch Verbrennung verursachter akuter Lungenverletzung erhöht [Leif et al., Infiammation (in Druck) (1992)].

BEISPIEL

Patienten-Einverständniserklärung und -Auswahl. Nach Erhalt der schriftlichen Einverständniserklärung vom Patienten oder einem Familienmitglied wurde jeder Patient anhand eines Protokolls untersucht, welches durch eine institutionelle Versuchspersonen-Ethikkommission genehmigt worden war. Alle Patienten (n--26), die innerhalb von 8 Std. mit der Diagnose Sepsis identifiziert worden waren, waren zur Aufnahme geeignet. Patienten mit Sepsis wiesen eine schwere bakterielle Infektion und entweder (a) eine rektale oder Kerntemperatur von über 39ºC oder

(b) eine periphere Leukozytenzählung von > 12.000 Zelien/mm³ oder > 20% unreife Neutrophile auf. Septische Patienten wiesen auch mindestens eines der folgenden auf: eine positive Blutkultur, enthaltend ein allgemein anerkanntes Pathogen, eine stark vermutete oder nachgewiesene systemische Infektionsquelle, dichten Eiter in einem abgegrenzten Zwischenraum, unabgeklärte systemische arterielle Hypotension (systolischer Blutdruck kleiner als 80 mm Hg), systemischen Gefäßwiderstand kleiner als 800 dyn x s x cm² und/oder unabgeklärte metabolische Azidose [Parsons et al., Am. Rev. Resp. Dis., 140, 294-301(1989)].

Patienten mit ARDS (n=6) erfüllten die folgenden Kriterien: (1) akute respiratorische Insuffizienz, welche mechanische Beatmung erforderte, (2) bilaterale pulmonale lnfiltrate, (3) pulmonaler Kapillardruck ( 18 mm Hg, (4) statische pulmonale Compliance < 50 ml/cm H&sub2;O und (5) Partialdruck des Arterien-/Alveolen-Sauerstoffverhältnisses von < 0,25 [Parsons et al., Am. Rev. Resp. Dis., 140, 294-301(1989)]. Die Serum- und Plasma-Proben wurden bei Diagnose der Sepsis (0 Std.) und bei Diagnose von ARDS (6-24 Std. nach Diagnose von Sepsis) und nach Diagnose von ARDS (6-24 Std. nach Diagnose von ARDS) entweder durch einen Arterien- oder Venen-Verweilkatheder oder durch direkte Venenpunktion erhalten. Die Patienten wurden in zwei Gruppen eingeteilt: Septische Patienten, die kein ARDS entwickelten und septische Patienten, die später ARDS entwickelten. Die Patienten wurden prospektiv und sequentiell bis züm Tod oder der Entlassung aus der Studie untersucht. Alle Assays wurden von Personen vorgenommen, die die Diagnose nicht kannten. Bei den Kontrollpersonen (n=15) handelte es sich um gesunde Personen.

Quelle der Reagenzien. Hanks Salzlösung (HBSS) wurde von Gibco Laboratories (Grand Island, New York) bezogen. Alle anderen Reagenzien wurden von Sigma Chemical Company (St. Louis, Missouri) erhalten.

Messung der Serum-Marker. MnSOD [Kawaguchi et al., Biochem Biophys. Res. Commun. 171,1378-1386 (1990)], Faktor-VIII-Antigen [Cejka, Clin. Chem., 28(6), 1356-1358 (1982)] und α&sub1;Pi-Elastase-Komplexe [Duswald et al., Surgery, 98, 892- 899 (1985)] wurden mittels ELISA gemessen. Die Kataase wurde durch polarographische Beurteilung der O&sub2;-Entstehung bewertet [Leif et al., J. Appl. Physiol., 71(5), 1903-1906 (1991)]. GPX wurde als die Oxidation von NADPH bei 340 nm in Glutathionreduktase, Glutathion und t-Butylhydroperoxid gemessen [Beutler, A Manual of Biochemical Methods, Orlando, Grune & Stratton, Inc., 1-172 (1984)], LDH A Manual of Biochemical Methods, Orlando, Grune & Stratton, Inc., 1-172 (1984)] und Albumin [Corcoran et al., Clin. Chem., 23, 765-766 (1977)] wurden spektrophotometrisch analysiert. Die Harnsäure wurde mittels HPLC gemessen [Terada et al., J. Appl. Physiol., 65, 2349-2353 (1988)].

Statistische Analysen. Die Patientengruppen wurden unter Anwendung einer Varianzanalyse mit einem Student-Newman-Keuls-Test der multiplen Mittelwertvergleiche verglichen. Ein ungepaarter t-Test wurde zum Vergleich der klinischen Eigenschaften septischer Patienten mit oder ohne ARDS verwendet. Für die Berechnungen von Empfindlichkeit, Spezifität positiven oder negativen Voraussagewerten und Wirksamkeit wurden 95%ige Konfidenzintervalle auf der Basis der Binomialverteilung bestimmt [Cochran, in: Sampling Techniques, 2nd ed., New York, John Wiley & Sons, Inc., 54-59 (1963)]. Die Signifikanz wurde bei einem p-Wert von < 0,05 angenommen.

Klinische Parameter. Septische Patienten, die anschließend ARDS entwickelten, und septische Patienten, die kein ARDS entwickelten, glichen sich (p> 0,05) hinsichtlich des Alters, Geschlechts, Hämatokrits, Hämoglobins, der Blutleukozytenzählung, Blutneutrophilenzählung, des Serum-AST, Bilirubins, Albumins, der Harnsäurekonzentrationen und der APACHE-II-Bewertung [Leif et al., Ann. Rev. Respir Dis., 146, 985-989 (1992); Knaus et al., Crit. Care Med., 13, 818-289 (1985)]. Die Mortalität bei septischen Patienten, die ARDS entwickelten, betrug 50% (3 von 6) im Vergleich zu einer Mortalität von 30% (6 von 20) bei septischen Patienten, die kein ARDS entwickelten.

Blutmarker-Muster. Die septischen Patienten wiesen im Vergleich zu den Kontrollpersonen erhöhte (p< 0,05) Serum-MnSOD-Gehalte auf (Abb. 1). Bei der Ausgangs-Diagnose der Sepsis (etwa 6-24 Std. vor Diagnose von ARDS) wiesen die septischen Patienten, die schließlich ARDS entwickelten, jedoch erhöhte (p< 0,05) Serum-MnSOD-Gehalte auf im Vergleich zu den septischen Patienten, die kein ARDS entwickelten. Die Serum-MnSOD-Gehalte blieben über die nächsten 48 Std. bei den Patienten, die ARDS entwickelten, erhöht, wohingegen die MnSOD-Gehalte bei den septischen Patienten, die kein ARDS entwickelten, während der nächsten 48 Std. auf die Niveaus der Kontrolle zurückfielen.

In ähnlicher Weise zeigte das Serum septischer Patienten, bei Diagnose von Sepsis, eine höhere (p< 0,05) Katalase-Aktivität als das Serum von kontrollpersonen. Auch hier, bei Ausgangs-Diagnose von Sepsis, zeigten die Patienten, die später ARDS entwickelten, eine höhere (p< 0,05) Serumkatalase-Aktivität als die septischen Patienten, die kein ARDS entwickelten (Abb. 2). Während der nächsten 48 Std. stieg die Serumkatalase-Aktivität bei den septischen Patienten, die ARDS entwickelten, progressiv an, veränderte sich dagegen bei den septischen Patienten, die kein ARDS entwickelten, nicht.

Im Gegensatz zu den MnSOD-Gehalten und Katalase-Aktivitäten, blieb die Serum- GPX-Aktivität (p< 0,05) bei Kontrollpersonen und septischen Patienten, unabhängig davon, ob ARDS entwickelt wurde oder nicht, im wesentlichen dieselbe (Abb. 3).

Das Serum der septischen Patienten, die anschließend ARDS entwickelten, wies auch eine erhöhte (p< 0,05) LDH-Aktivität auf im Vergleich zum Serum septischer Patienten, die kein ARDS entwickelten. Das Serum septischer Patienten, die kein ARDS entwickelten, wies dieselbe (p< 0,005) LDH-Aktivität wie das Serum der Kontrollpersonen auf (Abb. 4). Die Serum-LDH-Meßwerte stiegen während der Studiendauer von 48 Std. bei den septischen Patienten, die ARDS entwickelten, an, bei den septischen Patienten, die kein ARDS entwickelten, jedoch nicht.

Septische Patienten, gleich, ob sie ARDS entwickelten oder nicht (Abb. 5), wiesen ähnlich erhöhte (p< 0,05) Serum-Faktor-VIII-Gehalte im Vergleich zu den Kontrollpersonen auf. Septische Patienten, gleich, ob sie ARDS entwickelten oder nicht, wiesen ähnliche (p< 0,05) Faktor-VIII-Gehalte auf.

Schließlich waren die Plasma-α&sub1;Pi-Elastase-Kompiexe bei allen septischen Patienten bei der Ausgangs-Diagnose der Sepsis erhöht, doch waren Unterschiede zwischen den septischen Patienten, die ARDS entwickelten oder auch nicht, erst zum Zeitpunkt der Diagnose von ARDS offenkundig (6-24 Std. nach Diagnose von Sepsis) (Abb. 6). Bis spätestens 48 Std. nach Ausgangs-Diagnose der Sepsis hatten die α&sub1;Pi-Elastase-Komplexe bei septischen Patienten, gleich, ob sie ARDS entwickelten oder nicht, in ähnlichem Maße abgenommen.

Analysen der Serum-Marker. Erstens wurden keine Korrelationen zwischen irgendwelchen der sechs Marker zu irgendeinem Zeitpunkt festgestellt; zweitens waren die positiven und negativen Voraussagewerte und die Empfindlichkeit und Spezifität von Serum-MnSOD-Gehalten (≥ 450 ng/ml), Katalase-Aktivität (≥ 30 U/ml), LDH-Aktivität ≥ 250 U/l und Faktor-VIII-Gehalten ≥ 445% Kontrolle bezüglich der Voraussage der Entwicklung von ARDS bei septischen Patienten vergleichbar (Tabelle 1). Drittens überstiegen die Serum-MnSOD-Gehalte, Katalase- und LDH- Aktivität 450 ng/ml, 30 U/ml bzw. 250 U/l durchschnittlich etwa 9 Std., 12 Std. bzw. 12 Std. vor Diagnose von ARDS. Weitere Ergebnisse sind in Tabelle 1 gezeigt.

TABELLE 1 Vergleich der Empfindlichkeit und Spezifität von Blutmarkern zur Voraussage von ARDS bei septischen Patienten

In Tabelle 1 steht jeder Wert für 3-20 Bestimmungen bei Studienbeginn (t=0 Std.). Die Werte in Klammern stehen für 95%ige Konfidenzintervalle. Ebenso in Tabelle 1: Empfindlichkeit = TP/TP + FN; Spezifität = TN/TN + FP; Positiver Voraussagewert = TP/TP + FP; Negativer Voraussagewert = TN/TN + FN; und Wirksamkeit = TP + TN/TP+FP+TN+FN.

In Tabelle 1 sind die Ergebnisse für sechs sequentiell gemessene Faktoren im Blut septischer Patienten gezeigt, die für die Entwicklung von ARDS prädisponiert waren. Neun bis zwölf Stunden vor Entstehung von ARDS waren zwei Serum-Antioxidans- Enzyme, MnSOD und Katalase, bei den septischen Patienten, die später ARDS entwickelten, im Vergleich zu den septischen Patienten, die kein ARDS entwickelten, erhöht, so daß diese beiden Faktoren die Entstehung von ARDS bei septischen Patienten mit derselben Empfindlichkeit, Spezifität und Wirksamkeit wie die Messungen von LDH und Faktor VIII voraussagten. Im Vergleich dazu waren die Messungen von GPX und α&sub1;Pi-Elastase-Komplexen weder bei septischen Patienten, die anschließend ARDS entwickelten oder auch nicht, verschieden noch in der Voraussage der Entwicklung von ARDS bei septischen Patienten wirksam.

Die Auswertung von MnSOD und Kataase ist für die Definition der Pathogenese von ARDS oder zur Identifikation von Patienten mit ähnlichen Pathophysiologien nützlich. Jede Messung ist leicht zugänglich, wiederholbar und relativ leicht durchführbar. Die Untersuchung der prophylaktischen Behandlung ist durch die Auswertung dieser Marker erleichtert, da sich die Zahl der zu untersuchenden Risikopatienten zum Erhalt von Patienten mit ARDS reduziert.

Anstiegen der Serum-MnSOD-Gehalte und der Serumkatalase-Aktivität kann auch eine funktionelle Wichtigkeit zukommen. MnSOD und Katalase können Oxidans- Anfälle abschwächen, wie durch Superoxidanion (O&sub2;&supmin;) oder Wasserstoffperoxid (H&sub2;O&sub2;) oder deren Produkte, wie etwa Hydroxylradikal (OH) vermittelt. Diese Möglichkeit kann von besonderer Bedeutung sein, da eine beschleunigte intravaskuläre Erzeugung von Sauerstoffradikalen aus stimulierten Neutrophilen, zirkulierender Xanthinoxidase oder anderen Quellen bei der Pathogenese von Sepsis und ARDS miteinbezogen ist (McGuire et al., J. Clin. Invest., 69, 543-553 (1982); Cochrane et al., J. Clin. Invest. 71, 754-758 (1983); Baldwin et al., Lancet, 1, 11-14 (1986) und Grum et al., J. Crit. Care, 2, 22-26 (1987)].

Da die Muster für verschiedene Marker verschieden waren und keineswegs zwei der Marker miteinander korrelierten, kann jeder Faktor für einen eigenständigen Prozeß stehen, weshalb diese Faktoren zutreffende rerweise verschiedene Prozesse widerspiegeln können, die eher bei septischen Patienten mit ARDS als bei ARDS als solchem auftreten. Die vorliegende Arbeit konzentrierte sich auf Sepsis-induziertes ARDS, obschon verschiedene Mechanismen bei Patienten vorliegen können, die ARDS infolge eines Traumas oder anderer Prädispositionen entwickeln.

Die Ursprünge der Faktoren sind, obschon unklar, mit größter Wahrscheinlichkeit vielfältig. Eine Verletzung des Lungengewebes ist eine mögliche Quelle für die Anstiege bei den LDH-, MnSOD-, Katalase- und Faktor-VIII-Gehalten. Endothelzeilen sind reich an diesen Faktoren und können, wenn gestört, die Gehalte dieser Faktoren im Blut leicht erhöhen. Für Anstiege bei α&sub1;Pi-Elastase-Komplexen kann allerdings eine intravaskuläre Neutrophilen-Aktivierung verantwortlich sein, da Elastase lediglich in Neutrophilen vorhanden sein kann. Bemerkenswerterweise traten die Anstiege bei den α&sub1;Pi-Elastase-Komplexen relativ spät, bei Diagnose von ARDS, auf und nahmen dann bis spätestens 48 Std. nach Diagnose der Sepsis wieder ab, was auf eine Abnahme der Neutrophilen-Aktivität hindeuten kann. Die Hämolyse der roten Blutkörperchen (RBC) kann eine Quelle für Anstiege bei Serumkatalase und LDH-Aktivität darstellen, doch nicht die MnSOD- oder Faktor- VIII-Gehalte, da RBCs letztere nicht enthalten. Die Serumkatalase-Aktivität ist im Serum von Ratten, die einer Hautverbrennung unterzogen wurden, ebenfalls erhöht (Leff et al., Inflammation (in Druck) (1992)], ebenso wie bei Patienten mit dem erworbenen Immundefekt-Syndrom [Leff et al., Am. Rev. Respir Dis., 146, 985-989 (1992)], doch ist auch in diesen Fällen die Quelle unklar. Erhöhungen von IL-1, Tumor-Nekrose-Faktor (TNF) und Endotoxin wurden bei ARDS-Patienten festgestellt [Parsons et al., Am. Rev. Resp. Dis., 140, 294-301(1989); Suter et al., Am. Rev. Resp. Dis., 145,1016-1022(1992); Siler et al., Exp. Lung Res., 15(6)881-894 (1989); Hyers et al., Am. Rev. Respir Dis., 144, 268-271(1991) und Marks et al., Am. Rev. Resp. Dis., 141, 94-97 (1990)] und können zu Anstiegen bei den Antioxidantien führen, wie etwa bei MnSOD und Kataase [White et al., J. Appl. Physiol., 66,1003-1007 (1989); Wong et al., Science, 242, 941-944 (1988); Brown et al., Proc. Natl. Acad. Sci. (USA), 86, 2516-2520 (1989) und Taniguchi, Adv. Clin. Chem., 29,1-59 (1992)].


Anspruch[de]

1. Verfahren zur Voraussage der Entstehung von Adult Respiratory Distress Syndrome (ARDS) bei einem septischen Patient, umfassend die folgenden Schritte: Bestimmen des Gehalts an Mangansuperoxiddismutase (MnSOD) im Serum eines septischen Patients; und Voraussagen der Entstehung von ARDS bei diesem Patient aus dem Gehalt an MnSOD im Serum dieses Patients.

2. Verfahren nach Anspruch 1 zur Voraussage der Entstehung von ARDS bei einem septischen Patient, umfassend die folgenden Schritte: Bestimmen des Gehalts an MnSOD im Serum eines septischen Patients; Bestimmen des Gehalts an Katalase im Serum dieses Patients; und Voraussagen der Entstehung von ARDS bei diesem Patient aus den Gehalten an MnSOD und Katalase im Serum dieses Patients.

3. Verfahren nach Anspruch 1 zur Voraussage der Entstehung von ARDS bei einem septischen Patient, umfassend die folgenden Schritte: Bestimmen des Gehalts an MnSOD im Serum eines septischen Patients; Bestimmen des Niveaus der Katalase-Aktivität im Serum dieses Patients; und Voraussagen der Entstehung von ARDS bei diesem Patient aus den Niveaus von MnSOD und Katalase-Aktivität im Serum dieses Patients.

4. Verfahren nach Anspruch 1 zur Voraussage der Entstehung von ARDS bei einem septischen Patient, umfassend die folgenden Schritte: Bestimmen des Gehalts an MnSOD im Serum eines septischen Patients; Bestimmen des Gehalts an Faktor VIII im Serum dieses Patients; und Voraussagen der Entstehung von ARDS bei diesem Patient aus den Gehalten an MnSOD und Faktor VIII im Serum dieses Patients.

5. Verfahren nach Anspruch 1 zur Voraussage der Entstehung von ARDS bei einem septischen Patient, umfassend die folgenden Schritte: Bestimmen des Gehalts an MnSOD im Serum eines septischen Patients; Bestimmen des Niveaus der Kataase-Aktivität im Serum dieses Patients; Bestimmen des Gehalts an Faktor VIII im Serum dieses Patients; und Voraussagen der Entstehung von ARDS bei diesem Patient aus den Niveaus von MnSOD, Katalase-Aktivität und Faktor VIII im Serum dieses Patients.

6. Verfahren nach Anspruch 1 zur Voraussage der Entstehung von ARDS bei einem septischen Patient, umfassend die folgenden Schritte:

(a) Bereitstellen von Serum eines septischen Patients;

(b) Bestimmen des Gehalts an MnSOD im Serum dieses Patients;

(c) Vergleichen des Gehalts an MnSOD im Serum dieses Patients mit einem festgestellten Grundlinien-Serumgehalt an MnSOD; wobei ein Serumgehalt an MnSOD grtßer als dieser festgestellte Grundlinien-Serumgehalt an MnSOD die Entstehung von ARDS bei septischen Patienten voraussagt; und

(d) Voraussagen der Entstehung von ARDS bei diesem Patient, wenn der Gehalt an MnSOD im Serum dieses Patients größer als der festgestellte Grundlinien-Serumgehalt an MnSOD ist.

7. Verfahren nach Anspruch 6, außerdem umfassend die Schritte des Bestimmens des Gehalts an Katalase im Serum dieses Patients, Vergleichen des Gehalts an Katalase im Serum dieses Patients mit einem festgestellten Grundlinien- Serumgehalt an Katalase, wobei ein Serumgehalt an Katalase größer als der festgestellte Grundlinien-Serumgehalt an Katalase die Entstehung von ARDS bei septischen Patienten voraussagt, und Voraussagen der Entstehung von ARDS bei diesem Patient, wenn der Gehalt an Katalase im Serum dieses Patients größer als der festgestellte Grundlinien-Serumgehalt an Katalase ist.

8. Verfahren nach Anspruch 6, außerdem umfassend die Schritte des Bestimmens des Niveaus der Katalase-Aktivität im Serum dieses Patients, Vergleichen des Niveaus der Katalase-Aktivität im Serum dieses Patients mit einem festgestellten Grundinien-Serumgehalt an Kataase-Aktivität, wobei ein Serumniveau der Katalase-Aktivität größer als das festgestellte Grundlinien-Serumniveau der Katalase-Aktivität die Entstehung von ARDS bei septischen Patienten voraussagt, und

Voraussagen der Entstehung von ARDS bei diesem Patient, wenn das Niveau der Katalase-Aktivität im Serum dieses Patients größer als das festgestellte Grundlinien-Serumniveau der Katalase-Aktivität ist.

9. Verfahren nach Anspruch 8, wobei das festgestellte Grundlinien-Serumniveau der Katalase-Aktivität 30 Uiml beträgt.

10. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 9, außerdem umfassend die Schritte des Bestimmens des Gehalts an Faktor VIII im Serum dieses Patients, Vergleichen des Gehalts an Faktor VIII im Serum dieses Patients mit einem festgestellten Grundlinien-Serumgehalt an Faktor VIII, wobei ein Serumgehalt an Faktor VIII größer als der festgestellte Grundinien-Serumgehalt an Faktor VIII die Entstehung von ARDS bei septischen Patienten voraussagt, und Voraussagen der Entstehung von ARDS bei diesem Patient, wenn der Gehalt an Faktor VIII im Serum dieses Patients größer als der festgestellte Grundlinien- Serumgehalt an Faktor VIII ist.

11. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 10, wobei der festgestellte Grundlinien-Serumgehalt an MnSOD 450 ng/ml beträgt.

12. Verfahren nach Anspruch 1 zur Voraussage der Entstehung von ARDS bei einem septischen Patient, umfassend die folgenden Schritte:

(a) Bereitstellen von Serum eines septischen Patients;

(b) Bestimmen des Gehalt an MnSOD im Serum dieses Patients, und

(c) Voraussagen der Entstehung von ARDS bei diesem Patient, wenn der Gehalt an MnSOD im Serum dieses Patients größer als 450 ng/ml ist.

13. Verfahren nach Anspruch 1 zur Voraussage der Entstehung von ARDS bei einem septischen Patient, umfassend die folgenden Schritte:

(a) Bereitstellen von Serum eines septischen Patients;

(b) Bestimmen des Gehalts an MnSOD im Serum dieses Patients;

(c) Bestimmen des Niveaus im Serum dieses Patients von mindestens einem weiteren ARDS-Marker, gewählt aus der Gruppe, bestehend aus Kataase, Katalase-Aktivität und Faktor VIII;

(d) Durchführen eines Vergleichs des Gehalts an MnSOD im Serum dieses septischen Patients mit einem Grundlinien-Serumgehalt an MnSOD, wobei ein Serumgehalt an MnSOD größer als dieser Grundinien-Serumgehalt an MnSOD die Entstehung von ARDS bei septischen Patienten voraussagt;

(e) Durchführen eines Vergleichs des Niveaus im Serum dieses septischen Patients mindestens eines weiteren ARDS-Marker mit einem Grundlinien- Serumniveau dieses mindestens einen weiteren ARDS-Markers, wobei ein Serumniveau dieses mindestens einen weiteren ARDS-Markers größer als dieses Grundlinien-Serumniveau dieses mindestens einen weiteren ARDS- Markers die Entstehung von ARDS bei septischen Patienten voraussagt; und

(f) Voraussagen der Entstehung von ARDS bei diesem Patient aus diesen Vergleichen.

14. Verfahren nach Anspruch 13, wobei dieser mindestens eine weitere ARDS- Marker Faktor VIII ist.

15. Verfahren nach Anspruch 13, wobei dieser mindestens eine weitere ARDS- Marker Katalase-Aktivität ist.

16. Verfahren nach Anspruch 13, wobei dieser mindestens eine weitere ARDS- Marker Katalase-Aktivität und Faktor VIII ist.

17. Verfahren zur Beurteilung des Risikos für einen septischen Patient von Entstehung des Adult Respiratory Distress Syndrome (ARDS), umfassend die Schritte des Bestimmens des Gehalts an Mangansuperoxiddismutase (MnSOD) im Serum eines septischen Patients, Bestimmen eines Unterschieds zwischen dem Gehalt an MnSOD im Serum dieses septischen Patients mit einem Gehalt an MnSOD im Serum gesunder Personen, und Beurteilen des Risikos dieses septischen Patients von Entstehung von ARDS aus diesem Unterschied.

18. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 17, wobei der Gehalt an MnSOD im Serum des Patienten mittels ELISA bestimmt wird.

19. Vorrichtung zur Voraussage der Entstehung von Adult Respiratory Distress Syndrome (ARDS), umfassend:

(a) Einrichtung zur immunologischen Bestimmung eines Gehalts an Mangansuperoxiddismutase in einer Serumprobe; und

(b) Einrichtung zur Bestimmung eines Niveaus der Katalase-Aktivität in einer Serumprobe.

20. Vorrichtung nach Anspruch 19, außerdem umfassend eine Einrichtung zur Bestimmung eines Gehalts an Faktor VIII in einer Serumprobe.

21. Vorrichtung nach Anspruch 19 oder 20, wobei die Einrichtung zur Bestimmung eines Gehalts an Mangansuperoxiddismutase in einer Serumprobe einen ELISA-Assay umfaßt.

22. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 19 bis 21, bei der es sich um einen Analysesatz zur Voraussage der Entstehung von Adult Respiratory Distress Syndrome bei einem septischen Patient unter Verwendung einer Probe des Serums des Patients handelt, wobei die Vorrichtung zur Bestimmung eines Gehalts an Mangansuperoxiddismutase im Serum eines septischen Patients umfaßt:

(a) einen ersten monoklonalen Antikörper mit einer hohen spezifischen Immunreaktivität gegen humane Mangansuperoxiddismutase, wobei dieser erste monoklonale Antikörper zur Bildung eines ersten immunreaktiven Komplexes mit der Mangansuperoxiddismutase im Serum eines septischen Patients fähig ist;

(b) einen zweiten monoklonalen Antikörper mit einer hohen spezifischen Immunreaktivität gegen mindestens eines von diesem ersten monoklonalen Antikörper, diesem ersten immunreaktiven Komplex und der humanen Mangansuperoxiddismutase, wobei der zweite monoklonale Antikörper mit einem Enzym markiert ist und zur Bildung eines zweiten immunreaktiven Komplex fähig ist; und

(c) ein Substrat für das Enzym, das zur Erzeugung eines nachweisbaren Signals proportional zur Menge an Mangansuperoxiddismutase im zweiten immunreaktiven Komplex fähig ist.

23. Verwendung eines ELISA zur Bestimmung eines Gehalts an Mangansuperoxiddismutase in einer Probe zum Voraussagen des Entstehens des Adult Respiratory Distress Syndrome bei septischen Patienten.







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