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Dokumentenidentifikation DE69407858T2 30.04.1998
EP-Veröffentlichungsnummer 0624388
Titel Stripping von Fuselöl
Anmelder The M.W. Kellogg Co., Houston, Tex., US
Erfinder Cialkowski, Edward Jay, Houston, Texas 77095, US;
Joshi, Girish Chimanlal, Sugar Land, Texas 77479, US;
Schneider III, Robert Veeley, The Woodlands, Texas 77381, US
Vertreter H. Weickmann und Kollegen, 81679 München
DE-Aktenzeichen 69407858
Vertragsstaaten DE, ES, FR, GB, GR, IT, NL
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 13.05.1994
EP-Aktenzeichen 941074981
EP-Offenlegungsdatum 17.11.1994
EP date of grant 14.01.1998
Veröffentlichungstag im Patentblatt 30.04.1998
IPC-Hauptklasse B01D 3/38
IPC-Nebenklasse C07C 29/151   C07C 29/80   

Beschreibung[de]
Gebiet der Erfindung

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Methanol- Syntheseverfahren mit dem Ziel die Menge von Fuselölabfall, die zu verbrennen oder anderweitig zu entsorgen ist, zu verringern oder zu beseitigen.

Hintergrund der Erfindung

Anstrengungen, um Herstellungskosten chemischer Produkte zu verringern, werden fortgesetzt. Besondere Aufmerksamkeit wurde darauf verwendet Energiekosten zu senken durch Realisierung von Wärmeintegrationsdesign, d.h die prozeßweite Paarung von Wärmefreisetzenden Strömen mit Wärme-aufnehmenden Strömen. Zusätzlich wurde der Energieeinsatz gesenkt durch die Übernahme einer thermodynamisch wirkungsvolleren Ausführung von Grundverfahren wie etwa Destillation, Wärmetausch und dergleichen. Es ist ebenfalls vorteilhaft die Erzeugung flüssiger Abfallströme zu verringern, um Verbrennungs- oder andere Entsorgungskosten, die von laufend wachsenden Bedenken hinsichtlich der Umwelt auferlegt werden, zu senken.

Bei der Herstellung von Methanol ist Fuselöl, welches vorwiegend wässriges Methanol und andere flüchtige organische Reaktionsnebenprodukte umfaßt, ein primärer Flüssigkeits- Abfallstrom. Es war bekannt, den rohen, unbehandelten Fuselölstrom der Zufuhr zu der Reformieranlage rückzuführen, entweder direkt zu den Einlaßspiralen der Reformieranlage oder mittels einer Zufuhrgas-Sättigungsvorrichtung bei der Kohlenwasserstoffgas-Zufuhr der Reformieranlage. Dabei besteht ein Potential zur Schädigung des Reformierkatalysators, wenn das Fuselöl irgendwelche Feststoffe wie etwa Methanolsynthese- Katalysatorteilchen, basische oder andere aus der Methanolsynthese mitgeschleppte Komponenten, die den Reformierkatalysator schädigen können, enthält. Üblicherweise wurden Fuselöl-Abfallströme als Brennstoff zur Erwärmung einer Reformieranlage verbrannt. In jüngerer Zeit sieht jedoch eine auf die Umwelt gerichtete Denkweise Fuselöl als einen zur Verbrennung ungeeigneten Gefahrstoff an und sie hat die Kosten und die Komplexität der Fuselöl-Entsorgung potentiell erhöht. Schließlich wird Bezug genommen auf EP-A-0 040 481, die ein Methanol-Syntheseverfahren lehrt, gemäß welcher das Fuselöl in einem Stripper behandelt wird, wobei die organischen Materialien abgetrennt werden und zur Wasserdampf- Reformierstufe rückgeführt werden.

Zusammenfassung der Erfindung

Diese Erfindung betrifft ein Verfahren zum Abstrippen von Fuselöl, das in einer Methanolanlage erzeugt wurde, um die Rückgewinnung oder Rückführung eines Großteils oder aller flüchtigen organischen Komponenten im Fuselöl zur Reformieranlage zu gestatten und den Anteil der als Abfallstrom zu entsorgenden flüchtigen organischen Komponenten auf ein Minimum zu reduzieren. Derart werden die Ausbeuten an Synthesegas und folglich an Methanol verbessert und das Volumen von potentiell gefährdendem flüssigem Abfallprodukt wird verringert.

Genauer stellt die vorliegende Erfindung ein Verfahren gemäß Anspruch 1 bereit, das einen einheitlichen Stripper für Fuselöl und Prozeßkondensat aus einer Methanolanlage verwendet.

Zusätzlich zu den umweltmäßigen und wirtschaftlichen Vorteilen, die mit der vorstehend diskutierten Rückführung der aus der Fuselölrückfuhr gewonnenen flüchtigen organischen Komponenten im Zusammenhang stehen, weist der einheitliche Stripper für das Fuselöl und Prozeßkondensat die weiteren Vorteile einer Beibehaltung des Energiebedarfs zum Betrieb des einheitlichen Strippers sowie verminderter Anlagenkosten für den einheitlichen Stripper, im Vergleich zu getrennten Abstrippeinheiten für Fuselöl und Prozeßkondensat, auf.

Kurze Beschreibung der Zeichnungen

Fig. 1 ist ein Blockdiagramm einer Ausführungsform des Methanolverfahrens der vorliegenden Erfindung, welches eine kombinierte Fuselöl/Prozeßkondensat - Abstrippzone zeigt.

Fig. 2 ist ein schematisches Verfahrensdiagramm eines kombinierten Fuselöl/Prozeßkondensat - Strippers der vorliegenden Erfindung.

Ausführliche Beschreibung der Erfindung

Verbesserungen in bezug auf ein katalytisches Methanolverfahren umfassen die Verwendung einer bevorzugt einheitlichen Abstrippsäule für Prozeßkondensat/Fuselöl, um in dem Abfallfuselöl enthaltene flüchtige organische Komponenten abzustrippen und zu gewinnen. Eine Übersicht über das Methanolverfahren gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist in bezug auf die Hauptanlagenströme in Fig. 1 gezeigt. Eine gasförmige, entschwefelte, Kohlenwasserstoff-Zufuhr unter Druck bei einer Temperatur in einer Größenordnung von 370ºC (700ºF) wird typischerweise durch Leitung 10 eingebracht. Die Kohlenwasserstoff-Zufuhr ist typischerweise Methan oder Erdgas, andere Kohlenwasserstoff- Einsatzmaterialien können jedoch verwendet werden.

Das entschwefelte Kohlenwasserstoffgas wird herkömmlich mit Wasserdampf aus Leitung 12 gemischt und auf eine Einlaßtemperatur einer Reformierzone 14 in einer Größenordnung von 620ºC (1150ºF) erwärmt. Ein molares Verhältnis von Wasserdampf zu atomarem Kohlenstoff des Zufuhrgases beträgt im allgemeinen etwa 3 zu 1. Wie in der Technik bekannt ist, wird ein großer Teil der Kohlenwasserstoff-Zufuhr in der Reformierzone 14 zu H&sub2;, CO und CO&sub2; zersetzt, wobei ein Methanol-Synthesegas erzeugt wird. Die Reformierzone 14 wird typischerweise bei einem Druck in der Größenordnung von 1,7 - 2,4 MPa (Überdruck) (250 - 350 psig) und einer Temperatur von etwa 790ºC bis etwa 900ºC (1450ºF - 1650ºF) betrieben. Die Reformierzone 14 enthält einen herkömmlichen Katalysator, z.B. Nickel auf Aluminiumoxid, und wird herkömmlich erwärmt, z.B. in der Strahlungsheizkammer in einem Verbrennungsofen.

Das Methanol-Synthesegas aus der Reformierzone 14 wird zu einer Abfallwärme-Rückgewinnungsanlage 16 geleitet, worin fühlbare Wärme und Kondensationswärme des Gases verwendet wird um eine Reihe von Erwärmungsaufgaben zu verrichten, wie etwa beispielsweise die Erwärmung von Boiler-Zufuhrwasser, das Verdamfen von Rohmethanol und dergleichen. Wärmetransfer auf Verfahrens- und Nutzströme in einer in der Technik gut bekannten Weise kühlt das Synthesegas bevorzugt auf eine Temperatur von etwa 35ºC bis etwa 4º0C (95 - 104ºF).

Da das Synthesegas aus der Reformieranlage 14 überschüssigen Wasserdampf enthält, wird dieser Wasserdampf kondensiert und in einer Prozeßkondensat-Abtrennungsstufe 18 entfernt. Diese Abtrennungsstufe 18 ist aus einem Abtrennungsgefäß oder einer anderen herkömmlichen Anlage gebildet. Das in der Kondensat- Abtrennungsstufe 18 gewonnene Prozeßkondensat enthält im allgemeinen einen geringen Anteil vorwiegend anorganischer Komponenten, zumeist in Form kondensierter oder gelöster Gase, wie etwa Ammoniak, Methan, Kohlenmonoxid, Kohlendioxid, Stickstoff und dergleichen. Der Klarheit und Einfachheit halber werden diese Komponenten hierin gemeinschaftlich als flüchtige Gase bezeichnet. Von diesen flüchtigen Gasen ist Ammoniak in einer typischen Konzentration von etwa 100 - 400 ppm das am schwierigsten abzustrippende und 3 bis 4 theoretische Stufen können erforderlich sein, um es auf eine annehmbare Konzentration, z.B. 5 ppm, zu verringern. Das Prozeßkondensat wird üblicherweise in Leitung 42 der Stripperstufe 34 zugeführt, wobei es mit Wasserdampf aus Leitung 36 Wasserdampfgestrippt wird um einen gereinigten Kondensatstrom 46 zu erhalten, welcher geeignet verwendet werden kann, beispielsweise als Boiler-Zufuhrwasser für den Wasserdampfbedarf der Anlage. Die aus dem Prozeßkondensat abgestrippten flüchtigen Gase werden über Leitung 44, üblicherweise zusammen mit Wasserdampf aus Leitung 12, der Reformier-Zufuhrleitung 10 zugeführt.

Das gekühlte Methanol-Synthesegas wird in einer herkömmlichen Kompressionsstufe 20 auf einen geeigneten Methanol- Synthesedruck, typischerweise von etwa 6,2 bis etwa 10,3 MPa (Überdruck) (900 - 1500 psig) komprimiert. Das komprimierte Methanol-Synthesegas wird herkömmlich in eine Methanol- Syntheseeinheit 22 eingebracht, worin Methanol in der Gegenwart eines herkömmlichen Kupferkatalysators, beispielsweise bei einer Temperatur von etwa 210ºC bis etwa 270ºC (410ºF - 520ºF) erzeugt wird.

Wie in der Technik gut bekannt ist, ist die Umsetzung zu Methanol unvollständig. Ein Ausfluß aus der Methanol- Syntheseeinheit 22, der Rohmethanol, Nebenprodukte mit höherem Molekulargewicht und nicht-reagiertes Methanol-Synthesegas enthält, wird herkömmlich gekühlt um das gebildete Methanol zu kondensieren und unkondensiertes Methanol-Synthesegas wird rückgeführt. Ein Teil des nicht-reagierten Synthesegases wird in Leitung 24 als Entnahmegasstrom entnommen um eine Anreicherung von Methan, Stickstoff und anderen inerten Substanzen sowie von überschüssigem Wasserstoff zu vermeiden. Der Wasserstoff im Entnahmegas kann als ein Rohmaterial in anderen Synthesereaktionen, z.B. bei der Ammoniaksynthese, oder als Brennstoff verwendet werden.

Das Rohmethanol wird zu einer Methanol-Reinigungszone 26 geleitet, worin während der Methanolsynthese gebildete Verunreinigungen im allgemeinen mittels Destillation entfernt werden. Ein raffinierter Methanolstrom wird durch Leitung 28 gewonnen. Ein Abfallstrom der Destillationsrückstände, der vorwiegend Wasser und Spurenmengen von Methanol, höheren Alkoholen und paraffinischen Kohlenwasserstoffen enthält, wir durch Leitung 30 entnommen. Manche der als Nebenprodukt der katalytischen Methanolreaktion gebildeten Verunreinigungen werden typischerweise durch Leitung 32 als eine Fuselöl- Fraktion entfernt.

Bisher wurde Fuselöl, das ein wässriges Gemisch flüchtiger organischer Komponenten, umfassend vorwiegend Methanol (annähernd 30 - 40 Gewichtsprozent) mit einer geringen Menge Ethanol und anderen schwereren Komponenten, umfaßt, üblicherweise zusammen mit anderen Brennstoffen verbrannt um den Reformierofen zu heizen. Es wurde jedoch festgestellt, daß diese in der Fuselöl-Fraktion enthaltenen flüchtigen organischen Verbindungen vorteilhaft aus dem Fuselöl abgestrippt und in die Zufuhr für die Reformieranlage rückgeführt werden können, um die Erzeugung eines potentiell gefährdenden Abfallmaterials zu verringern und die Entsorgungskosten und die Umweltbelastung der Methanolherstellung zu senken.

Im vorliegenden Verfahren wird das Fuselöl in Leitung 32 in einer Fuselöl-Abstrippzone 34 abgestrippt, wobei ein mit organischen Substanzen angereicherter Dampfstrom erhalten wird, der in den Zufuhrstrom 10 für die Reformieranlage rückgeführt werden kann. Die Fuselöl-Abstrippzone 34 umfaßt eine Fuselöl- Abstrippsäule, worin in einer Leitung 36 eingebrachter Wasserdampf verwendet wird, um die organischen Komponenten aus dem wässrigen Fuselöl abzustrippen, wobei der mit organischen Substanzen angereicherte Dampfstrom und ein an organischen Substanzen abgereicherter Flüssigkeitsstrom erhalten wird. Der an organischen Substanzen abgereicherte Flüssigkeitsstrom wird aus der Abstrippzone 34 entfernt durch Leitung 38 zur weiteren Behandlung, falls gewünscht, und zur Entsorgung. Der an organischen Substanzen abgereicherte Flüssigkeitsstrom in Leitung 38 umfaßt Wasser, das beispielsweise von etwa 20 bis etwa 100 Gew.-ppm Methanol und von etwa 0,1 bis etwa 5 Gew.-ppm Ethanol enthält.

Um Kapitalauslagen zu verringern wird die Fuselöl-Abstrippsäule mit einer Prozeßkondensat-Abstrippsäule kombiniert bzw. vereinheitlicht (siehe Fig. 2, nachstehend diskutiert). Wie vorstehend erwähnt weist die Abstrippzone 34 auch eine Prozeßkondensat-Zufuhr durch Leitung 42 auf, und Wasserdampf wird verwendet um im wesentlichen die gelösten Gase aus dem Prozeßkondensat abzustrippen. Der derart aus den Fuselöl- und Kondensat-Zufuhren erhaltene, mit organischen Substanzen angereicherte Dampfstrom wird in Leitung 44 entfernt. Der mit organischen Substanzen angereicherte Strom wird in die Kohlenwasserstoff-Zufuhrleitung 10 am Beginn des Methanol- Verfahrens rückgeführt. Die derart rückgeführten organischen Komponenten werden im allgemeinen mit der Masse der Kohlenwasserstoff-Zufuhr, wie vorstehend erwähnt, in Wasserstoff, Kohlenmonoxid und Kohlendioxid, die das Methanol- Synthesegas ausmachen, zersetzt. Die Kohlenwasserstoff-Zufuhr in Leitung 10 und/oder die Wasserdampf zufuhr in Leitung 12 können eingestellt werden um eine gewünschte Zufuhrrate und ein gewünschtes molares Verhältnis von Kohlenstoff:Wasserdampf zu halten. Das gereinigte, von flüchtigen Gasen abgestrippte Prozeßkondensat wird aus der Abstrippzone 34 in Leitung 46 entfernt. Das gereinigte Prozeßkondensat kann beispielsweise in Boilern verwendet werden, was in der Technik gut bekannt ist.

Unter Bezugnahme auf Fig. 2 weist der vorliegende einheitliche Prozeßkondensat/Fuselöl - Stripper 40 eine untere Prozeßkondensat-Abstrippzone 48 und eine obere Fuselöl- Abstrippzone 50 auf. Abstripp-Wasserdampf wird am unteren Ende der unteren Kondensat-Abstrippzone 48 durch Öffnung 52 eingebracht. Wasserdampf und abgestrippte Dämpfe gelangen durch die untere Abstrippzone 48 nach oben zu einem Einlaß 56 an einem unteren Ende der oberen Abstrippzone 50 zum Abstrippen von Fuselöl in der oberen Abstrippzone 50. Wasserdampf, der aus dem Fuselöl abgestrippte organische Komponenten und aus dem Prozeßkondensat abgestrippte gelöste Gase enthält, wird aus der oberen Abstrippzone 50 durch Auslaß 58 in räumlicher Nähe zum oberen Ende entfernt.

Beim Betrieb der einheitlichen Abstrippsäule 40 ist die Verwendung von Gegenstrom und von Betten von Dampf/Flüssigkeitkontaktierenden Packungselementen bevorzugt. Prozeßkondensat wird einem unteren Ende der unteren Abstrippzone 48 durch einen Einlaß 60 zugeführt. Eine Sprühdüse 64 und ein Einsatz zur Flüssigkeitsverteilung 66 zur Verteilung des Prozeßkondensats über in einem unteren Bett 68 angeordneten Packungselementen sind gezeigt, obwohl eine andere Verteilvorrichtung ausgewählt werden kann. Ein gereinigtes Prozeßkondensat wird vom unteren Ende der unteren Kondensat-Abstrippzone 48 durch einen Auslaß 70 entfernt. Die untere Kondensat-Abstrippzone 48 weist bevorzugt ein ausreichendes Volumen auf um einen geeigneten Betriebsinhaltspegel der Flüssigkeit im unteren Ende aufrecht zu halten. Der maximale Flüssigkeitspegel sollte jedoch unterhalb des Niveaus der Wasserdampf-Einlaßöffnung 52 liegen. Das untere Bett 68 weist eine herkömmliche Einstiegsöffnung 71 zum Beladen und Entladen der Packungselemente auf.

Ein Flüssigkeitskollektor 72 ist bevorzugt zwischen den unteren und oberen Abstrippzonen 48,50 zur Aufnahme von Flüssigkeit aus der oberen Abstrippzone 50 angeordnet. Der Flüssigkeitskollektor 72 weist Durchgänge 74 auf um zu gestatten, daß Wasserdampf und abgestrippte Gase von der unteren Abstrippzone 48 durch den Flüssigkeitskollektor 72 in die obere Abstrippzone 50 zum Abstrippen des Fuselöls gelangen. Fuselöl wird dem oberen Ende der oberen Abstrippzone 50 durch einen Einlaß 78 zugeführt. Eine Sprühdüse 80 und ein Einsatz zur Flüssigkeitsverteilung 82 zur Verteilung des Fuselöls über Packungselementen in einem oberen Bett 84 sind gezeigt, obwohl eine andere geeignete Verteilvorrichtung ausgewählt werden kann. Ein im wesentlichen von organischen Komponenten abgestrippter Flüssigkeitsstrom wird aus der oberen Abstrippzone 50 durch eine Auslaßöffnung 86 im Flüssigkeitskollektor 72 entfernt. Der Flüssigkeitskollektor 72 weist bevorzugt ein ausreichendes Volumen auf um einen geeigneten Betriebsinhaltspegel der Flüssigkeit aufrecht zu halten. Der maximale Flüssigkeitspegel sollte jedoch unterhalb der Oberseite der Durchgänge 74 liegen. Das obere Bett 84 weist auch eine herkömmliche Öffnung oder Einstiegsöffnung 88 zum Beladen und Entladen der Packungselemente auf.

Die Verwendung von Betten von Dampf/Flüssigkeit-kontaktierenden Packungselementen ist gegenüber Böden bevorzugt um Druckdifferenzen auf ein Minimum zu reduzieren und den Dampf/Flüssikeit-Kontakt in der einheitlichen Säule 40 zu maximieren. Die unteren und oberen Betten 68,84 umfassen typischerweise Packungsringe geeigneter Größe. Andere Ausgestaltungsfaktoren, einschließlich die Ausgestaltung von Druck und Temperatur, Länge und Breite der oberen und unteren Abstrippzonen 48,50, Länge der Packungsbetten 68,84 und dergleichen hängen ab von gewöhnlichen Ausgestaltungsparametern, einschließlich dem Betriebsdruck der Reformierzone 14, der Fließrate und Zusammensetzung der Zufuhren von Fuselöl und Prozeßkondensat, der gewünschten Zusammensetzung der Auslaßströme und dergleichen. Im allgemeinen wird ein angemessenes Abstrippen erreicht unter Verwendung von 3 oder 4 theoretischen Stufen im unteren Bett 68 und 4 oder 5 theoretischen Stufen im oberen Bett 84, mit von etwa 0,2 bis etwa 0,4 kg Wasserdampf pro kg Prozeßkondensat. Der Stripper 40 wird im allgemeinen bei dem Druck der Reformierzone 14 betrieben um eine Kompression des mit organischen Substanzen angereicherten Rückführstroms in Leitung 44 zu verhindern oder auf ein Minimum zu reduzieren. Edelstahl oder mit Edelstahl verkleideter Kohlenstoffstahl sind bevorzugte Materialien für die Herstellung des Strippers 40 um Korrosion auf ein Minimum zu reduzieren.

In der Praxis der vorliegenden Erfindung wird Methanol hergestellt durch die katalytische Reaktion eines durch Wasserdampf-Reformierung eines Kohlenwasserstoffes erzeugten Synthesegases. Das erzeugte Rohmethanol wird zu einem raffinierten Produkt destilliert. Gebildete Flüssigkeits- Abfallströme, nämlich Prozeßkondensat aus der Reformierstufe und Fuselöl aus der Destillierstufe, werden gleichzeitig in einer einheitlichen Wasserdampf-Abstrippsäule behandelt um einen an organischen Substanzen angereicherten Strom zu erzeugen, welcher in die Reformierzone rückgeführt wird ohne den Reformierkatalysator zu belasten, obwohl es in Abhängigkeit von der Empfindlichkeit des Katalysators gegenüber höheren Alkoholen in der Zufuhr erwünscht sein kann, eine dünne Oberschicht eines leicht alkalisierten Katalysators zu verwenden um jegliches Verkoken durch die Alkohole zu verhindern. Zusätzlich können das gereinigte Prozeßkondensat und das an organischen Substanzen abgereicherte Kondensat aus dem derart behandelten Fuselöl wiederverwendet werden und/oder entsorgt werden, mit einer vereinfachten biologischen Behandlung und/oder mit weniger ungünstigen Folgen für die Umwelt, aufgrund einer verringerten Menge und Konzentration an organischen Verbindungen.


Anspruch[de]

1. Verfahren zur Methanolsynthese, umfassend die Schritte

(a) Herstellen eines Methanolsynthesegases,

(b) Abtrennen von Prozeßkondensat von dem Synthesegas,

(c) Synthetisieren von Methanol aus dem Synthesegas,

(d) Raffinieren des Methanols, wobei Methanol und ein Fuselölstrom abgetrennt werden,

dadurch gekennzeichnet, daß das Verfahren weiterhin umfaßt die Schritte

(e) Leiten des Prozeßkondensats und des Fuselölstroms zu einem einheitlichen Stripper, wobei,

(e1) das Prozeßkondensat in eine untere Abstrippzone (48) des einheitlichen Strippers (40) durch einen oberen Prozeßkondensat-Einlaß (60) eintritt und durch einen Abstrippwasserdampf abgestrippt wird, und

(e2) das Fuselöl in eine obere Abstrippzone (50) des einheitlichen Strippers (40) durch einen oberen Fuselöl- Einlaß (78) eintritt und von dem Abstrippwasserdampf, der von der unteren Abstrippzone (48) durch einen Durchgang (74) zu der oberen Abstrippzone (50) geleitet wird, abgestrippt wird, und

(f) Gewinnen eines Dampfstroms an einem Dampfauslaß (58) in räumlicher Nähe zum oberen Ende der oberen Abstrippzone (50), umfassend Wasserdampf und flüchtige Komponenten, welche aus dem Prozeßkondensat und dem Fuselöl abgestrippt worden sind.

2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei der gewonnene Dampfstrom zu einem Einlaß eines Reformierreaktors (14) rückgeführt wird.

3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei das abgestrippte Prozeßkondensat durch einen Auslaß (70) aus der unteren Abstrippzone (48) entfernt wird.

4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei das abgestrippte Fuselöl in einem unteren Flüssigkeitskollektor (72) der unteren Abstrippzone (50) gesammelt wird und daraus durch einen Flüssigkeitsauslaß (86) entfernt wird.

5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei das Prozeßkondensat in Dampf/Flüssigkeit-Kontaktelementen (68), die zwischen dem oberen Prozeßkondensat-Einlaß (60) und einem unteren Abstrippwasserdampf-Einlaß (52) der unteren Abstrippzone (48) angeordnet sind, abgestrippt wird.

6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei das Fuselöl in Dampf/Flüssigkeit-Kontaktelementen (84), die zwischen dem oberen Fuselöl-Einlaß (78) und dem unteren Flüssigkeitskollektor (72) der oberen Abstrippzone (50) angeordnet sind, abgestrippt wird, wobei der Abstrippwasserdampf von der unteren Abstrippzone (48) durch einen Durchgang (74) durch den Flüssigkeitskollektor (72) zu der oberen Abstrippzone (50) geleitet wird.







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