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Dokumentenidentifikation DE19646105A1 14.05.1998
Titel Maschine zur Herstellung einer Materialbahn
Anmelder Voith Sulzer Papiermaschinen GmbH, 89522 Heidenheim, DE
Erfinder Straub, Karlheinz, 89518 Heidenheim, DE;
Göbel, Werner, 89415 Lauingen, DE
Vertreter Gleiss & Große, Patentanwaltskanzlei, 70469 Stuttgart
DE-Anmeldedatum 08.11.1996
DE-Aktenzeichen 19646105
Offenlegungstag 14.05.1998
Veröffentlichungstag im Patentblatt 14.05.1998
IPC-Hauptklasse F26B 13/10
IPC-Nebenklasse B26D 5/02   B26D 7/04   B21F 5/00   
Zusammenfassung Es wird eine Maschine zur Herstellung einer Materialbahn, insbesondere Papier- oder Kartonbahn, mit mindestens einer Trockenpartie, durch die die Materialbahn gemeinsam mit einem Transportband geführt wird, und mit wenigstens einer Schneidvorrichtung vorgeschlagen, bei der die Schneidvorrichtung (17) - in Laufrichtung der Materialbahn (5) gesehen - vor der Trockenpartie (3) angeordnet ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Maschine zur Herstellung einer Materialbahn, insbesondere Papier- oder Kartonbahn gemäß Oberbegriff des Anspruchs 1.

Maschinen der hier angesprochenen Art, insbesondere solche mit einer Schneidvorrichtung, sind bekannt. Diese dient beispielsweise dazu, nach einem Bahnabriß von der neu in die Maschine einlaufenden beziehungsweise noch in der Maschine vorhandenen Materialbahn einen sogenannten Einfädelstreifen abzutrennen, der durch die Maschine hindurchgefädelt wird und dessen Breite wesentlich geringer als die Bahnbreite ist. Sobald der Einfädelstreifen die Maschine durchlaufen hat, wird die Breite des Einfädelstreifens vergrößert, bis schließlich die vollständige Bahnbreite erreicht ist.

Ein Nachteil der bekannten Maschinen mit einer derartigen Schneidvorrichtung ist, daß diese Einbauten nach einem Bahnabriß die Beseitigung von Papierresten behindern.

Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Maschine der eingangs genannten Art zu schaffen, die diesen Nachteil nicht aufweist.

Zur Lösung dieser Aufgabe wird eine Maschine vorgeschlagen, die die in Anspruch 1 genannten Merkmale aufweist. Dadurch, daß die Schneidvorrichtung der Maschine - in Laufrichtung der Materialbahn gesehen - vor der Trockenpartie angeordnet ist, ist ausgeschlossen, daß innerhalb der Trockenpartie anfallende Papierreste bei einem Bahnabriß sich an der Schneidvorrichtung verfangen und die Reinigungsarbeiten erschweren.

Bevorzugt wird ein Ausführungsbeispiel der Maschine, das sich dadurch auszeichnet, daß der Schneidvorrichtung - in Laufrichtung der Materialbahn gesehen - eine Spannvorrichtung vorgeordnet ist, die quer zur Laufrichtung der Materialbahn gerichtete Spannungen in die Materialbahn einleitet. Eine derartige Spannvorrichtung erleichtert den Schneid- beziehungsweise Trennvorgang beim Abtrennen eines Einfädelstreifens.

Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den übrigen Unteransprüchen.

Die Erfindung wird im folgenden anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 einen Ausschnitt eines ersten Ausführungsbeispiels einer Maschine zur Herstellung einer Materialbahn und

Fig. 2 einen Ausschnitt eines zweiten Ausführungsbeispiels einer Maschine zur Herstellung einer Materialbahn.

Fig. 1 zeigt stark schematisiert einen kleinen Ausschnitt aus einer Maschine 1 zur Herstellung einer Materialbahn. Die Maschine ist insbesondere zur Herstellung von Papier- und Kartonbahnen geeignet. Im folgenden wird rein beispielhaft davon ausgegangen, daß es sich hier um eine Papiermaschine handelt.

Die Maschine 1 umfaßt eine Trockenpartie 3, in die die Materialbahn 5 einläuft. Die Materialbahn wird zunächst auf einen Trockenzylinder 7 geführt, auf den über eine Umlenkwalze 9 ein auch als Trockensieb oder -filz bezeichnetes Transportband 11 aufgeführt wird. Die Materialbahn 5 liegt auf der Oberfläche des Trockenzylinders 7 auf und wird von dem Transportband 11 fest angedrückt.

Die Trockenpartie 3 weist eine Leitwalze 13 auf, auf die die Materialbahn 5 gemeinsam mit dem Trockensieb 11 aufläuft und von der die Materialbahn und das Trockensieb auf einen weiteren Trockenzylinder 15 weitergeleitet werden. Die Anzahl der Trockenzylinder innerhalb der Trockenpartie 3 kann in Abhängigkeit von der Anordnung der Trockenpartie innerhalb der Maschine 1 gewählt werden. Die hier dargestellte Trockenpartie ist - in Laufrichtung der Materialbahn 5 gesehen - einer Papier-Bearbeitungsstation beziehungsweise einer Beschichtungseinrichtung nachgeordnet. Da die Materialbahn hier schon weitgehend getrocknet ist und es im wesentlichen auf die Trocknung der Beschichtung ankommt, kann die hier angedeutete Trockenpartie 3 mit wenigen Trockenzylindern, beispielsweise zwei bis fünf Trockenzylindern, versehen sein. Innerhalb der Trockenpartie 3 läuft die Materialbahn 5 gemeinsam mit dem Transportband 11 mäanderförmig um die Trockenzylinder und Leitwalzen herum. Das Transportband 11 wird von dem links außerhalb der Darstellung in Fig. 1 liegenden Ende der Trockenpartie 3 über geeignete Umlenkwalzen zur Umlenkwalze 9 an den Anfang der Trockenpartie 3 zurückgeführt, so daß sich hier eine geschlossene Transportband-Führung realisieren läßt.

Unmittelbar vor dem Trockenzylinder 7 ist eine Schneidvorrichtung 17 vorgesehen, die hier nur schematisch angedeutet ist. Besonders bevorzugt wird eine Ausführungsform der Schneidvorrichtung, die einen Spitzenschneider umfaßt. Die Schneidvorrichtung 17 kann, wie bekannt, auf einer sich quer über die Breite der Maschine 1 erstreckenden Führungseinrichtung angeordnet und damit quer zur Laufrichtung der Materialbahn 5 verschiebbar sein. Eine derartige Verschieblichkeit ist für die Erzeugung eines Einfädelstreifens nach einem Bahnabriß erforderlich.

Um die Schneidleistung der Schneidvorrichtung 17 zu verbessern, ist - in der durch einen Pfeil gekennzeichneten Laufrichtung der Materialbahn 5 gesehen - eine Spannvorrichtung 19 vorgesehen, die eine sogenannte Breitstreckwalze umfassen kann, die so gebogen ist, daß in die Materialbahn 5 Querspannungskräfte eingeleitet werden. Die Materialbahn ist im Normalfall in Längsrichtung vorgespannt. Die Breitstreckwalze weist vorzugsweise einen Antrieb auf beziehungsweise ist antreibbar ausgebildet. Durch die zusätzliche Querspannung platzt die Materialbahn 5 im Bereich der Schneidvorrichtung 17 relativ leicht auf, so daß mit Sicherheit ein Trennschnitt in die Materialbahn 5 eingebracht werden kann.

Fig. 2 zeigt einen kleinen Ausschnitt eines weiteren Ausführungsbeispiels einer Maschine 1, insbesondere Papierherstellungsmaschine mit einer Trockenpartie 3, die eine Anzahl von Trockenzylindern aufweist, von denen hier zwei Trockenzylinder 7 und 15 dargestellt sind. Die Mittelpunkte der Trockenzylinder liegen auf einer gedachten Ebene, unterhalb derer eine Leitwalze 13 vorgesehen ist, um die die Materialbahn 5 gemeinsam mit einem auch als Trockensieb oder -filz bezeichneten Transportband 11 geführt wird. Das Transportband wird vom Ende der Trockenpartie an deren Anfang zurückgeleitet und über eine Umlenkwalze 9 auf den ersten Trockenzylinder 7 geführt. Bei dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel läuft die Materialbahn 5 nicht auf den Trockenzylinder 7, sondern auf die Umlenkwalze 9 auf. Bei der hier dargestellten Anordnung läuft die Materialbahn 5 so in die Trockenpartie 3 ein, daß bei einem Bahnabriß die Materialbahn frei nach unten in den sogenannten Keller der Maschine 1 abfallen kann, bevor sie den Auflaufzwickel 21 zwischen dem Transportband 11 und der Oberfläche der Trockenzylinders 7 erreicht.

Vor dem Auflaufpunkt 23 der Materialbahn 5 auf der Umlenkwalze 9 ist eine Schneidvorrichtung 17 vorgesehen, die hier lediglich skizziert dargestellt ist und vorzugsweise einen Spitzenschneider umfaßt. Um eine ausreichende Spannung, insbesondere Querspannung der Materialbahn im Schneidbereich zu gewährleisten, ist - in Laufrichtung der Materialbahn 5 gesehen - der Schneidvorrichtung 17 eine Spannvorrichtung 19 vorgeordnet, die eine Breitstreckwalze umfaßt, die angetrieben sein kann und über die die Materialbahn 5 mit einer Längsspannung geführt wird, wobei eine Querspannung in die Materialbahn eingeleitet wird. Die Spannvorrichtung 19 ist auch hier einer der Bearbeitung der Materialbahn dienenden Arbeitsstation nachgeordnet, beispielsweise einer Papierveredelungsmaschine beziehungsweise Streicheinheit, mit deren Hilfe eine Beschichtung auf die Papier- beziehungsweise Materialbahn 5 aufbringbar ist. Die Beschichtung wird in der Trockenpartie 3 getrocknet.

Die Schneidvorrichtung 17 kann in beiden Ausführungsformen der Maschine 1, die in den Fig. 1 und 2 dargestellt sind, dazu dienen, die Materialbahn 5 in Längsrichtung aufzutrennen, um nach dem Durchlaufen der Trockenpartie 3 getrennte Bahnstreifen abnehmen zu können.

Insbesondere bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 2 ist es auch möglich, die Schneidvorrichtung 17 zur Abtrennung eines sogenannten Einfädelstreifens von der Materialbahn 5 einzusetzen, der nach einem Bahnabriß durch die Trockenpartie 3 hindurchgeführt wird. Die Breite des auch als Einführstreifen bezeichneten Einfädelstreifens wird verbreitert, sobald dieser Streifen sicher durch die nachgeordneten Teile der Maschine 1 läuft. Die Verbreiterung des Streifens wird dadurch realisiert, daß die Schneidvorrichtung 17 quer zur Laufrichtung der Materialbahn 5 auf eine eine Laufschiene umfassenden Führungseinrichtung verfahren wird. Sobald die Schneidvorrichtung 17 das gegenüberliegende Ende der Maschine 1 erreicht hat, läuft die Materialbahn 5 wieder in voller Breite durch die Trockenpartie 3 und durch nachgeordnete Bereiche der Maschine 1.

Beiden in den Fig. 1 und 2 dargestellten Ausführungsbeispielen ist gemeinsam, daß die Schneidvorrichtung 17 außerhalb der geschlossenen Schleife des Transportbandes 11 angeordnet ist. Es ist also sehr leicht möglich, nach einem Bahnabriß den Einfädelstreifen mit Hilfe der Schneidvorrichtung abzutrennen und den Rest der Materialbahn 5 zu entfernen. Dies ist bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 nach Durchlaufen der Trockenpartie 3 möglich. Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 2 kann der Ausschuß frei in den Keller abfallen, bevor dieser auf den Trockenzylinder 7 aufläuft.

Auch bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 2 ist die Leitwalze 13 als von innen oder außen besaugte Saugwalze ausgebildet. Es ist hier auch möglich, zur Stabilisierung der Materialbahn 5 die Umlenkwalze 9 von innen oder außen besaugt auszubilden, um die Materialbahn 5 am Transportband 11 zu halten und sicher auf den Trockenzylinder 7 aufzuführen.

Nach allem wird deutlich, daß die Materialbahn 5 auf einen Trockenzylinder oder auf eine Leit- oder besaugte Walze aufgeführt werden kann. In allen Fällen ist die Schneidvorrichtung 17 der Trockenpartie 3 so vorgeordnet, daß keine störenden Einbauten in der Trockenpartie 3 vorzusehen sind.

Nach allem wird deutlich, daß die Schneidvorrichtung 17 auch an anderen Stellen der Maschine 1 angeordnet sein kann, wobei sicherzustellen ist, daß sie außerhalb der Trockenpartie vorgesehen ist, so daß Trockenpartien mit einer geschlossenen Siebbeziehungsweise Transportbandführung realisierbar sind. Bei dem anhand der Fig. 1 und 2 erläuterten Ausführungsbeispiel der Maschine 1 wird davon ausgegangen, daß diese außer der üblichen, der Pressenpartie nachgeschalteten Trockenpartie noch eine weitere Trockenpartie 3 umfaßt, die einer Veredelungsmaschine für die Materialbahn 5, hier einer Streicheinrichtung, nachgeordnet ist.


Anspruch[de]
  1. 1. Maschine zur Herstellung einer Materialbahn, insbesondere Papier- oder Kartonbahn, mit mindestens einer Trockenpartie, durch die die Materialbahn gemeinsam mit einem Transportband geführt wird, und mit wenigstens einer Schneidvorrichtung, dadurch gekennzeichnet, daß die Schneidvorrichtung (17) - in Laufrichtung der Materialbahn (5) gesehen - vor der Trockenpartie (3) angeordnet ist.
  2. 2. Maschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Schneidvorrichtung (17) - in Laufrichtung der Materialbahn (5) gesehen - eine quer zur Laufrichtung der Materialbahn (5) gerichtete Spannung in die Materialbahn (5) einbringende Spannvorrichtung (19) vorgeordnet ist.
  3. 3. Maschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Spannvorrichtung (19) als - vorzugsweise angetriebene - Breitstreckwalze ausgebildet ist.
  4. 4. Maschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Schneidvorrichtung (17) - in Laufrichtung der Materialbahn (5) gesehen - einer der Beschichtung der Materialbahn (5) dienenden Beschichtungseinrichtung nachgeordnet ist.
  5. 5. Maschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschichtungseinrichtung - in Laufrichtung der Materialbahn (5) gesehen - der Spannvorrichtung (19) vorgeordnet ist.
  6. 6. Maschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Schneidvorrichtung (17) einen Spitzenschneider umfaßt, der vorzugsweise auf einer quer zur Laufrichtung der Materialbahn (5) verlaufenden Laufschiene verlagerbar angebracht ist.
  7. 7. Maschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Schneidvorrichtung (17) außerhalb einer von dem Transportband gebildeten geschlossenen Schleife angeordnet ist.






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