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Dokumentenidentifikation DE19750943A1 04.06.1998
Titel Schneefräse
Anmelder Hynönen, Pertti, Mikkeli, FI
Erfinder Hynönen, Pertti, Mikkeli, FI
Vertreter Patentanwälte Dr. Solf & Zapf, 81543 München
DE-Anmeldedatum 17.11.1997
DE-Aktenzeichen 19750943
Offenlegungstag 04.06.1998
Veröffentlichungstag im Patentblatt 04.06.1998
IPC-Hauptklasse E01H 5/09
Zusammenfassung Die Schneefräse (1) umfaßt ein mit Rotor (15) versehenes Schleuderteil (14), den Schnee zum Schleuderteil (14) hinleitende Schneeschare (11) und einen an der Austrittsöffnung (13) des Schleuderteils angeordneten Auswurfkanal (12), der den vom Rotor geworfenen Schnee in seitliche Richtung lenkt. Der Auswurfkanal (12) umfaßt eine an die jeweils gewünschte Seitenkante (13.1, 13.2) der Austrittsöffnung (13) schwenkbare Leitwand (18). Der Auswurfkanal (12) ist als Gesamtheit über ein Gelenk (21) an zum Schleuderteil (14) gehörenden Stützarmen (16) abgestützt. Der Auswurfkanal (12) umfaßt neben der Leitwand (18) und den Krümmerteilen (22, 22') mit diesen fest verbundene Stirnwände (19, 19'), die alle zusammen nach beiden Seiten hin je eine Schneeauswurfrinne bilden.

Beschreibung[de]

Gegenstand dieser Erfindung ist eine Schneefräse, die ein mit Rotor versehenes Schleuderteil, den Schnee zum Schleuderteil hinleitende Schneeschare sowie einen an der Austrittsöffnung des Schleuderteils angeordneten Auswurfkanal, der den vom Rotor geworfenen Schnee in seitliche Richtung lenkt, umfaßt. Der Auswurfkanal hat eine an die jeweils gewünschte Seitenkante der Austrittsöffnung schwenkbare Leitwand, an die sich am Oberteil des Auswurfkanals auf beiden Seiten Krümmerteile zur Lenkung des Schneestrahls auf die gewünschte Seite zur Fahrtrichtung anschließen.

In der finnischen Patentschrift 95 828 ist eine vorteilhafte Schneefräse beschrieben, die meistens an der Dreipunktkupplung eines Schleppers befestigt wird. Die Schneefräse umfaßt neben dem eigentlichen Schleuderteil Schneeschare zum Hinleiten des Schnees zum Schleuderteil, dessen von der Schlepper-Zapfwelle angetriebener Rotor den Schnee über eine Austrittsöffnung nach oben wirft. An die Austrittsöffnung ist eine Schneeableitvorrichtung gefügt, die im allgemeinen aus einem stationären oder drehbaren Schneeauswurfkanal besteht.

Die letztgenannte Schneefräse wie auch die meisten anderen Schneefräsen-Typen funktionieren bei bestimmten Schneeverhältnissen unbefriedigend. Hat der Schnee passende Feuchte, so daß er dazu neigt, sich an Flächen zu haften, so kommt es bei den meisten Schneefräsen zu einem Verstopfen des unteren Teils des Auswurfkanals. Im schlimmsten Fall wird die Austrittsöffnung völlig verstopft, so daß das Aggregat abgeschaltet, das Schneeräumen unterbrochen und der Schneepfropfen beseitigt werden muß.

Von der finnischen Patentschrift 89 091 her ist eine Lösung zur Beseitigung des vorgenannten Problems bekannt. Danach ist das als Boden der Schneeauswurfrinne dienende Leitteil über die Öffnung hinweg zu der einen oder anderen Seitenkante hin schwenkbar und lenkt so den Schneestrahl auf die gewünschte Seite der Maschine. Die Schwenkbewegen selbst kann zur Beseitigung eines eventuellen Schneepfropfens benutzt werden. Das Leitteil besteht aus zwei unten zu einer Unterspitze zusammenlaufenden Leitwänden, die zwischen stationären Stirnblechen geschwenkt werden. Allerdings weist diese Konstruktion gewisse Schwächen auf: Erstens muß das Stellglied an einer unpraktischen Stelle angeordnet werden, und zweitens überlappt die untere Spitze des Leitteils den Rand der Austrittsöffnung, so daß es darunter zu Schneeansammlung kommen kann. Auch kann sich zwischen den Stirnblechen und dem Leitteil, vor allem mit zunehmendem Alter der Maschine, Schnee ansammeln, der die Funktion der Schneefräse beeinträchtigt.

Mit der vorliegenden Erfindung sollen die vorgenannten Mängel der Schneefräse eliminiert werden. Die kennzeichnenden Merkmale der erfindungsgemäßen Schneefräse sind in den beigefügten Patentansprüchen niedergelegt. Die erfindungsgemäße Schneefräse zeichnet sich durch hohe Betriebszuverlässigkeit und praktische Konstruktion aus. Eine eventuelle Verstopfung läßt sich bei ihr im Handumdrehen beheben, und die Maschine wird auch mit zunehmendem Alter nicht störungsanfällig. Die erfindungsgemäße Lösung bietet neben freier Wahl der Auswurfrichtung die Möglichkeit, eine eventuelle Verstopfung durch eine schnelle Hin- und Herbewegung des Auswurfkanals augenblicklich zu beseitigen.

Im folgenden wird die Erfindung unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen, in denen eine Anwendung der erfindungsgemäßen Schneefräse dargestellt ist, beschrieben. Es zeigen:

Fig. 1 die Schneefräse, an der Dreipunktkupplung eines Schleppers befestigt und an seine Zapfwelle angeschlossen;

Fig. 2 und 3 Schnittzeichnungen zur Veranschaulichung der Funktion des Auswurfkanals.

Die erfindungsgemäße Schneefräse 1 wird an die Dreipunktkupplung 3 eines gewöhnlichen Schleppers 2 angebaut. Die Schlepper-Zapfwelle wird mit der Rotorwelle verbunden (nicht dargestellt). Die Schneefräse 1 umfaßt neben dem Schleuderteil 14 die Pflug- oder Schneeschare 11 und den Schneeauswurfkanal 12. Wird die Schneefräse 1 von dem Schlepper 2 gezogen, so lenken die Schneeschare 11 den Schnee aus einem breiten Bereich in die Einlauföffnung der Schleuder 14. Mit Ausnahme das Auswurfkanals 12 entspricht die Schneefräse bevorzugt dem finnischen Patent 95 828. Gelenkt wird der Schneestrahl in der Hauptsache von der Leitwand 18 des Auswurfkanals 12 und dem daran anschließenden Krümmerteil 22 (auf der entgegengesetzten Seite 22'). Betätigt wird der Auswurfkanal 12 mit dem hydraulischen Stellglied 17, das der Fahrer von der Schlepperkabine aus steuert.

In Fig. 2 und 3 sind die Extremstellungen des Auswurfkanals 12 gezeigt. Fig. 2 zeigt einen Schnitt frontal vom Auswurfkanal 12 und Fig. 3 einen Schnitt am Auswurfkanal 12. An dem Schleuderteil 14 ist auf bekannte Weise der Rotor 15 gelagert, der über den Schlepper angetrieben wird. Der Rotor 15 schleudert den Schnee über die Austrittsöffnung 13 aus, und der Schneestrahl wird mit dem Auswurfkanal 12 auf die jeweils gewünschte Seite gelenkt. In Fig. 2 wird der Schnee rechts zur Fahrtrichtung, in Fig. 3 entsprechend links zur Fahrtrichtung ausgeworfen.

Der Auswurfkanal 12 umfaßt die Leitwand 18, die Krümmerteile 22, 22' und die Stirnwände 19, 19', die zusammen auf beiden Seiten je eine Auswurfrinne bilden. Der Auswurfkanal 12 ist über das Gelenk 21 an zum Schleuderteil 14 gehörenden Stützarmen 16 befestigt und wird von dem Stellglied 17 betätigt, das über passende Befestigungselemente mit dem Stützarm 16 und dem Unterteil der Stirnwand 19 gekoppelt ist. Das Gelenk 21 ist asymmetrisch zur Austrittsöffnung 13 angeordnet, so daß in beiden Richtungen ein gutes Funktionieren der Schneestrahllenkung gewährleistet ist.

In Fig. 3 ist die Anpassung des Auswurfkanals 12 an das Schleuderteil 14 genauer dargestellt. Die Unterkante 25 der Stirnwände 19 und 19' hat die Form eines von dem Gelenk 21 bestimmten Kreisbogens, und diese Form wiederholt sich an der Oberkante der Austrittsöffnung 13. Die Unterkante der Leitwand 18 hat eine Randaussteifung oder -verstärkung 20, die in ihren Extremstellungen auf die Seitenkante 13.1 beziehungsweise 13.2 der Austrittsöffnung 13 zu liegen kommt und tiefer als die Stirnkanten 26reicht und diese bei Bedarf freiwischt. Es ist wesentlich, daß die Randverstärkung 20 sich nicht mit dem Rand der Austrittsöffnung überlappt, sondern mit ihrer gesamten Fläche den Schneepfropfen hinaus schiebt.

Das Unterteil des Auswurfkanals 12 hat im Querschnitt H-Form. Wird es in die entgegengesetzte Stellung geschwenkt, so schneidet die Randverstärkung 20 den Schneepfropfen in zwei Teile, und unter Nutzung des Stellglied-Bewegungsspielraums kann der obere Teil des Schneepfropfens außerhalb der Schleuder abgeworfen werden, während der untere Teil in die Schleuder fällt. Die Schneefräse kann während dieses Reinigungsvorganges mit voller Geschwindigkeit in Betrieb gehalten werden, und der Fahrer braucht für die Beseitigung der Verstopfung auch seine Kabine nicht zu verlassen. Durch die starke Blaswirkung der Schleuder wird der Auswurfkanal von dem noch anhaftenden Schnee augenblicklich freigefegt.

Die Blechdicke des Auswurfkanals beträgt in der Hauptsache 2 mm, aber die Randverstärkung 20 hat eine Dicke von 5 mm, also mindestens die doppelte Dicke wie der übrige Teil. Beim Schleuderteil beträgt die Blechdicke im wesentlichen 4 mm. Der Rotor der in Fig. 1-3 gezeigten Schneefräse hat einen Durchmesser von ca. 800 mm und wird von einem Schlepper von ca. 100 kW angetrieben. Durch stufenloses Verstellen der Rotordrehzahl kann die Auswurfdistanz zwischen 0 und 10 Metern reguliert werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Schneefräse (1), die ein mit Rotor (15) versehenes Schleuderteil (14), den Schnee zum Schleuderteil (14) hinleitende Schneeschare (11) sowie einen an der Austrittsöffnung (13) des Schleuderteils angeordneten Auswurfkanal (12), der den vom Rotor geworfenen Schnee in seitliche Richtung lenkt, umfaßt, wobei der Auswurfkanal (12) eine an die jeweils gewünschte Seitenkante (13.1, 13.2) der Austrittsöffnung (13) schwenkbare Leitwand (18) hat, an die sich am Oberteil des Auswurfkanals (12) auf beiden Seiten Krümmerteile (22, 22') zur Lenkung des Schneestrahls auf die gewünschte Seite zur Fahrtrichtung anschließen, dadurch gekennzeichnet, daß der Auswurfkanal (12) in seiner Gesamtheit über ein Gelenk (21) an zum Schleuderteil (14) gehörenden Stützarmen (16) abgestützt ist und der Auswurfkanal (12) neben der besagten Leitwand (18) und den Krümmerteilen (22, 22') fest mit diesen verbundene Stirnwände (19, 19') hat, die alle zusammen nach beiden Seiten hin je eine Schneeauswurfrinne bilden.
  2. 2. Schneefräse (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Unterkante (25) der Stirnwände (19, 19') einen durch das besagte Gelenk bestimmten Kreisbogen darstellt, der mit geringem Spiel mit dem gleicherweise geformten Rand (26) der Austrittsöffnung (13) korrespondiert.
  3. 3. Schneefräse (1) nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß an der Unterkante der Leitwand (18) eine im Vergleich zur übrigen Wand wesentlich dickere Randverstärkung (20) vorhanden ist, die in den Extremstellungen des Auswurfkanals (12) die Verlängerung des Randes (13.1, 13.2) der Austrittsöffnung (13) bildet und dazu eingerichtet ist, einen eventuellen Schneepfropfen mit ihrer gesamten Fläche hinaus zudrücken.
  4. 4. Schneefräse (1) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Stirnseitenränder (26) der Austrittsöffnung (13) höher reichen als die Seitenränder (13.1 und 13.2), so daß die Randverstärkung (20) beim Schwenken des Auswurfkanals (12) den Bereich der Stirnseitenränder (26) sauber streicht.
  5. 5. Schneefräse (1) nach irgendeinem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das den Auswurfkanal (12) tragende Gelenk (21) asymmetrisch zur Austrittsöffnung (13) angeordnet ist.






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