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Dokumentenidentifikation DE19651333A1 18.06.1998
Titel Verfahren zum Herstellen von elastischem Garn
Anmelder TEMCO Textilmaschinenkomponenten GmbH & Co KG, 97762 Hammelburg, DE
Erfinder Blank, Otto, Dr., 97456 Dittelbrunn, DE;
Müller-Probandt, Steffen, 85051 Ingolstadt, DE;
Knüttel, Alois, 97725 Elfershausen, DE;
Hey, Edwin, 97725 Elfershausen, DE;
Oppl, Günter, 97762 Hammelburg, DE;
Pickel, Hermann, 97795 Schondra, DE;
Herzberg, Marcus, 97762 Hammelburg, DE;
Sommerfeld, Alfred, 97705 Burkardroth, DE
DE-Anmeldedatum 11.12.1996
DE-Aktenzeichen 19651333
Offenlegungstag 18.06.1998
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.06.1998
IPC-Hauptklasse D02G 3/34
IPC-Nebenklasse D02G 3/36   D02J 1/08   D02G 1/16   
Zusammenfassung Verfahren zur Herstellung von elastischem Garn durch die Kombination von Umwirbeln mit dem Umwinden. Nach dem Umwirbeln wird das Garn durch eine Hohlspindel geführt und von einem Mantelfaden, der auf der Spule der Hohlspindel sitzt, umwunden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von elastischem Garn.

Elastankombinationsgarne werden heute im wesentlichen nach drei verschiedenen Prinzipien hergestellt:

  • - Umwinden
  • - Umspinnen
  • - Umwirbeln.

Beim Umwinden wird der elastische Kernfaden (Elastangarn) von einer Vorlagespule abgezogen, zwischen zwei Lieferwerken verstreckt, und durch eine Hohlspindel, die zwischen beiden Lieferwerken sitzt hindurchgeführt. Die Hohlspindel trägt den aufgespulten Mantelfaden, der meist aus Polyamid oder Polyester besteht. Durch die Rotation der Hohlspindel wird der elastische Kernfaden vom Mantelfaden umwunden. Der Elastanfaden liegt als Seele verdeckt im Zwirn und weist keine Drehung auf.

Mit diesem Verfahren ist eine relativ teure, aber sichere Produktion mit höchster Qualität möglich. Die Produktionsgeschwindigkeit ist von der maximal möglichen Spindeldrehzahl abhängig und beträgt ca. 20 m/min.

Eine wirtschaftliche Alternative dazu ist die Luftumwirbelung von Garnen um elastische Kernfäden. Hier wird der elastische Kernfaden (Elastangarn) in der Regel zwischen zwei Lieferwerken verstreckt und durch eine Umwirbelungsdüse, die zwischen den zwei. Lieferwerken plaziert ist, zusammen mit dem Mantelfaden geführt. Der Mantelfaden, der z. B. aus Polyamid, Polyester, Viskosefilamentgarn oder Baumwolle oder aus einer Kombination mehrere Garne besteht, wird mit Hilfe der Umwirbelungsdüse um den elastischen Kernfaden geschlungen. Das aus der Düse austretende Elastankombinationsgarn wird aufgespult.

Bei diesem Verfahren sind Produktionsgeschwindigkeiten von 200 m/min und mehr, abhängig von der Umwirbelungsqualität, möglich. Dem Vorteil der hohen Produktionsleistung stehen jedoch bestimmte Nachteile gegenüber:

  • - Ungleichmäßige Einbindung des Elastanfadens im Garn.
  • - Umwirbelte Elastangarne weisen eine völlig andere Garnstruktur als Umwindegarne auf.
  • - Es entsteht ein Garn mit quasi periodischen Verflechtungspunkten, zwischen diesen Punkten sind die Filamente unverwirbelt und offen; d. h. unterschiedliches Kraft- Dehnungs-Verhalten.

Erfindungsziel ist ein Verfahren zum Erstellen von Elastangarn, das die Qualitätsanforderungen bei hoher Produktionsleistung erfüllt. Dies wird durch die Kombination des Umwirbelns mit dem Umwinden erreicht. Das umwirbelte Garn wird nach der Düse durch eine Hohlspindel geführt und dort mit einem Faden ummantelt. Der Mantelfaden wird in relativ großem Steigungsabstand um das umwirbelte Elastangarn gewunden. Die zusätzliche Umwindung stabilisiert die beim Umwirbeln entstandene Verflechtung der Filamentgarne mit dem Elastanfaden und deckt offene Stellen ab. Damit wird ein gleichmäßigeres Kraft-Dehnungs-Verhalten erreicht, als beim nur umwirbelten Garn. Es ist auch möglich, zwei oder mehrere Umwindespindeln hintereinanderzuschalten, die mit gleichen oder unterschiedlichen Drehzahlen laufen oder auch mit unterschiedlichen Mantelfäden umwinden, um den Garncharakter zu verändern.

Unter Berücksichtigung der Vorteile beider genannter Verfahren - Umwinden und Umwirbeln wird ein Elastangarn erstellt, welches die Bedingungen wie

  • - Elastizität
  • - Konstantes Dehnungsverhalten
  • - Strapazierfähigkeit = gleichmäßige Einbindung
  • - Tragekomfort
  • - Pflegeleichtigkeit

    erfüllt.

Die Erfindung wird anhand nachfolgenden Beispiels noch näher erläutert. In Fig. 1 ist der Verfahrensablauf der Erfindung dargestellt.

Ein elastischer Kernfaden (1) wird zusammen mit einem oder mehreren Mantelfäden (2) durch eine Umwirbelungsdüse (10) geführt und umwirbelt. Das umwirbelte Elastangarn (3) wird weiter durch eine Hohlspindel (12) geführt und von einem Mantel- oder Umwindefaden (4) umwunden. Der Antrieb der Umwindespindel kann über Tangentialriemenantrieb oder durch Einzelmotorantrieb erfolgen. Nach dem Umwinden wird das Elastankombinationsgarn (5) aufgespult. Die Hohlspindel kann auch (anders als in Fig. 1 dargestellt) um 180° gedreht eingebaut werden.

Zwischen den einzelnen Verfahrensstufen sitzen Lieferwerke mit denen die Garnspannungen, die für die einzelnen Prozesse benötigt werden, genau definiert und geregelt werden können.

Der Kernfaden wird zwischen Lieferwerk 2 (7) und Lieferwerk 1 (6) (z. B. mit dem Faktor 3,5) verstreckt, und gelangt zusammen mit dem Umwirbelgarn (2) durch die Umwirbelungsdüse (15). Die Fadenspannung des Kernfadens im Behandlungsbereich der Umwirbelungsdüse wird durch das Liefergeschwindigkeitsverhältnis zwischen Lieferwerk 5 (10) und Lieferwerk 2 (7) (z. B. Verstreckungsfaktor 0,95) definiert, die Garnspannung des Umwirbelgarns (2) wird durch das Geschwindigkeitsverhältnis zwischen Lieferwerk 4 (9) und Lieferwerk 5 (10) oder Lieferwerk 2 (7) bestimmt. Die Fadenspannung des umwirbelten Elastangarns (3), das vom Mantelfaden (4) umwunden wird, wird durch Lieferwerk 3 (8) und Lieferwerk 5 (10) bestimmt. Die zur Aufspulung benötigte Spannung wird durch die Geschwindigkeit von Lieferwerk 4 und Aufspulgeschwindigkeit bestimmt. Durch Einstellen der einzelnen Liefergeschwindigkeiten und Fadenspannungen in den einzelnen Bereichen kann bei verschiedenen Garnkomponenten der gewünschte Garneffekt erreicht oder verändert werden.

In Einzelfällen können aber auch die Lieferwerke (7, 3, 8, 9) weggelassen oder durch Fadenbremsen oder Fadenumlenkelemente ersetzt werden. Bezugszeichenliste 1 Elastischer Kernfaden

2 Mantelfaden/Umwirbelfaden

3 Umwirbeltes Elastangarn

4 Umwindefaden

5 Elastankombinationsgarn

6 Lieferwerk 17

7 Lieferwerk 2

8 Lieferwerk 3

9 Lieferwerk 4

10 Lieferwerk 5

11 Umwindespindel

12 Spule

13 Hohlwelle

14 Aufspulung

15 Umwirbelungsdüse


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Herstellen von elastischem Garn dadurch gekennzeichnet, daß das Garn nach dem Umwirbeln von einem oder mehreren Garnen umwunden wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sich jede Garnbehandlungsstufe zwischen zwei Lieferwerken befindet.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Faden auf der Umwindespule elastisch oder hochelastisch ist.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Umwirbelungseinrichtung mehrere Mantelfäden zugeführt werden.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der elastische Kernfaden aus mehreren elastischen Einzelfäden besteht.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Spindelantrieb einzelmotorisch erfolgt.






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