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Dokumentenidentifikation DE19708612A1 10.09.1998
Titel Fahrzeugreifen
Anmelder SP Reifenwerke GmbH, 63450 Hanau, DE
Erfinder Gerresheim, Manfred, Dr., 63179 Obertshausen, DE;
Miyabe, Saburo, 63457 Hanau, DE;
Glotzbach, Dieter, 63477 Maintal, DE;
Riegel, Joachim, 63589 Linsengericht, DE
Vertreter Manitz, Finsterwald & Partner GbR, 80538 München
DE-Anmeldedatum 03.03.1997
DE-Aktenzeichen 19708612
Offenlegungstag 10.09.1998
Veröffentlichungstag im Patentblatt 10.09.1998
IPC-Hauptklasse B60C 11/03
IPC additional class // B60C 115:00,113:00  
Zusammenfassung Es wird ein Fahrzeugluftreifen mit einer richtungsgebundenen Profilierung beschrieben, bei dem beiderseits einer zentralen Umfangsrippe jeweils eine geringere Breite als die Umfangsrippe aufweisende innere Umfangsrille vorgesehen und zwischen der inneren Umfangsrille und der jeweils äußeren Umfangsrille ein Laufflächenzwischenbereich ausgebildet ist, in dem in Richtung der Schulterbereiche bogenförmig gekrümmte Schrägrillen vorgesehen sind.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Fahrzeugluftreifen mit einer eine richtungsgebundene Profilierung aufweisenden Lauffläche.

Bei bekannten Luftreifen mit Umfangsrillen ist problematisch, daß ein ausgeprägtes, sogenanntes Orgelpfeifengeräusch auftritt, das eine typische Frequenz im Bereich von 900 Hz bis 1100 Hz besitzt, das im Hinblick auf die ansonsten geringer werdenden Fahrzeuggeräusche sehr unerwünscht ist. Die Umfangsrillen, die Ursache für diese Geräuschentwicklung sind, gewährleisten wiederum ein gutes Aquaplaningverhalten des jeweiligen Reifens, das heißt die Forderung nach Geräuschreduzierung einerseits und nach einem guten Aquaplaningverhalten andererseits sind gegenläufig.

Aufgabe der Erfindung ist es, einen Fahrzeugreifen der eingangs angegebenen Art so auszubilden, daß zum einen die störende Geräuschentwicklung im Frequenzbereich von 900 Hz bis 1100 Hz zumindest stark minimiert und andererseits dabei das Aquaplaningverhalten nicht beeinträchtigt wird.

Gelöst wird diese Aufgabe nach der Erfindung im wesentlichen dadurch, daß beiderseits einer zentralen Umfangsrippe jeweils eine geringere Breite als die Umfangsrippe aufweisende innere Umfangsrille vorgesehen ist, daß zwischen diesen inneren Umfangsrillen und im Schulterübergangsbereich gelegenen äußeren Umfangsrillen, die geringere Breite als die inneren Umfangsrillen aufweisen, jeweils ein Laufflächenzwischenbereich ausgebildet ist, in dem in Richtung der Schulterbereiche bogenförmig gekrümmte Schrägrillen vorgesehen sind, die einerseits in die äußeren Umfangsrillen münden und andererseits mit der jeweils in Laufrichtung nachfolgenden, gleichartig ausgeführten Schrägrille in Verbindung stehen.

Die im Zentralbereich vorhandenen Umfangsrillen besitzen eine im Vergleich zur gesamten Laufflächenbreite sehr geringe Rillenbreite, so daß sich das störende Orgelpfeifengeräusch im Bereich der Reifenaufstandsfläche zumindest im wesentlichen nicht einstellt, und durch die im Laufflächenzwischenbereich ausgebildeten Schrägrillen wird gewährleistet, daß sich beim Durchlaufen der Aufstandsfläche stets unterschiedliche Rillenneigungen ergeben, was zur Geräuschminderung führt. Dennoch wird im Bereich der Aufstandsfläche eine gute Wasserableitung erhalten, da in dem eine relativ geringe Breite besitzenden Zentralbereich die Wasserabführung über die schmalen Umfangsnuten möglich ist und durch die Aufgliederung des Laufflächenzwischenbereichs mittels der Schrägrillen, die in der Aufstandsfläche nach außen offen sind, eine ebenfalls gute Wasserableitung auch zu den Schulterbereichen hin erzielt wird.

Weitere besonders vorteilhafte Merkmale der Erfindung sind in den Unteransprüchen sowie in der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels angegeben.

Die sich auf das Ausführungsbeispiel beziehende Zeichnung zeigt in

Fig. 1 eine Draufsicht auf die Reifenaufstandsfläche eines Reifens nach der Erfindung, und

Fig. 2 eine Draufsicht auf einen Teilbereich des Reifens nach Fig. 1, wobei zugeordnet und oberhalb dieser Darstellung die zugehörige Reifenquerschnittskontur mit auf die Laufflächenbreite bezogenen Ortsangaben gezeigt ist.

Die Profilgestaltung des in Fig. 1 in Form eines Laufflächenabschnitts gezeigten Reifens umfaßt eine mittige Umfangsrippe 1, an die sich beiderseits jeweils eine innere Umfangsrille 2 anschließt. Diese Umfangsrillen 2 besitzen eine geringere Breite als die zentrale Umfangsrippe 1.

Zu den Reifenschultern hin schließt sich an die jeweilige Umfangsrille 2 ein Laufflächenzwischenbereich 3 an, der in den Schulterbereich 4 übergeht. Zwischen dem Schulterbereich 4 und dem Laufflächenzwischenbereich erstreckt sich eine äußere Umfangsrille 5, die aus in Richtung der Reifenbreite zueinander versetzten Abschnitten besteht, so daß diese äußere Umfangsrille 5 ihren Charakter als reine Umfangsrille zumindest weitgehend verliert. Diese äußere Umfangsrille 5 besitzt geringere Breite als die innere Umfangsrille 2.

Im Laufflächenzwischenbereich sind in Richtung der Schulterbereiche 4 bogenförmige gekrümmte Schrägrillen 6 vorgesehen, die einerseits in die äußeren Umfangsrillen 5 münden und andererseits mit der jeweils in Laufrichtung nachfolgenden, gleichartig ausgebildeten Schrägrille 6 in Verbindung stehen. Immer dort, wo eine Schrägrille 6 in die nachfolgende Schrägrille übergeht, setzt sie sich noch in Form eines gebogenen, die Laufrichtung kennzeichnenden Rillenendes 9 fort, deren Tiefe auf Null abnimmt, das heißt dieses Rillenende 9 ist im wesentlichen hinsichtlich der Reifeneigenschaften funktionslos.

Zwischen zwei gleichartigen Schrägrillen 6 ist jeweils eine bogenförmige Zwischenrille 7 vorgesehen, die mit ähnlicher Krümmung wie die Schrägrillen 6 zwischen einem innenliegenden Schrägrillenabschnitt und einer äußeren Umfangsrille 5 verläuft. Diese Zwischenrillen werden von den Rillenenden 9 geschnitten.

An den Stellen, an denen die gegeneinander leicht versetzten Abschnitte der äußeren Umfangsrillen 5 aufeinandertreffen, münden die Schrägrillen 6 und Zwischenrillen 7 in diese äußere Umfangsrille 5 und setzen sich in den Schulterbereich 4 in Form von gekrümmten Schulterrillen 8 fort, die in ihrem Wirkungsbereich mit der Reifenmittellinie CL einen Winkel von etwa 70° bis 90° einschließen. Ihre hinsichtlich der Tiefe bis auf den Wert Null abnehmenden Enden sind abgewinkelt, verlaufen in ähnlicher Richtung wie die Rillenenden 9 und haben ebenfalls nur laufrichtungskennzeichnende Funktion.

Die zentrale Umfangsrippe 1 ist mit in Umfangsrichtung gegeneinander versetzten, gekrümmten und relativ kurzen Sackrillen 11 versehen, die zu einer Auflockerung dieser Umfangsrippe 1 führen.

Die sich im Betrieb ergebende Reifenaufstandsfläche ist mit der Bezugsziffer 10 gekennzeichnet. Innerhalb dieser Reifenaufstandsfläche 10 liegen keine geschlossenen Rillenbereiche vor, das heißt alle in die Aufstandsfläche eintretenden Rillen können zur Entwässerung beitragen, so daß die Forderung nach einem guten Aquaplaningverhalten erfüllt wird und aufgrund der Schrägverläufe des überwiegenden Teils der Rillen und der geringe Breite besitzenden Umfangsrillen auch die Geräuscherzeugung minimiert werden kann.

Fig. 2 zeigt anhand des bevorzugten Ausführungsbeispiels die Abmessungsrelationen zwischen den verschiedenen Rillen sowie der Umfangsrippe und deren Anordnung bzw. Positionierung bezogen auf die Laufflächenbreite.

Die Laufflächenbreite TW erstreckt sich zwischen den Schnittpunkten einer entsprechen der Lauffläche verlaufenden Geraden und Tangenten, die an die Reifenschulter angelegt sind.

Bezüglich der Rillen, die in Fig. 2 mit a, b1, b2, c, d, e bezeichnet sind, ergeben sich die in der nachfolgenden Tabelle angegebenen Werte bezüglich der Bereichserstreckung, des Abstands von der Reifenmittellinie CL, der Rillenbreite und des Rillenwinkels.



Die in der Tabelle angegebenen Werte sind bevorzugte Werte, es kann aber von diesen Werten auch abgewichen werden, soweit das beschriebene Grundkonzept der Profilgestaltung beibehalten wird. Abweichungen im Bereich von ± 10% sind möglich, ohne das Grundkonzept der Erfindung zu verlassen. Bezugszeichenliste 1 Umfangsrippe

2 Innere Umfangsrille

3 Laufflächenzwischenbereich

4 Schulterbereich

5 Äußere Umfangsrille

6 Schrägrillen

7 Zwischenrillen

8 Schulterrillen

9 Rillenende

10 Reifenaufstandsfläche

11 Sackrille


Anspruch[de]
  1. 1. Fahrzeugreifen mit einer eine richtungsgebundene Profilierung aufweisenden Lauffläche, dadurch gekennzeichnet, daß beiderseits einer zentralen Umfangsrippe (1) jeweils eine geringere Breite als die Umfangsrippe (1) aufweisende innere Umfangsrille (2) vorgesehen ist, daß zwischen diesen inneren Umfangsrillen (2) und im Schulterübergangsbereich gelegenen äußeren Umfangsrillen (5), die geringere Breite als die inneren Umfangsrillen (2) aufweisen, jeweils ein Laufflächenzwischenbereich (3) ausgebildet ist, in dem in Richtung der Schulterbereiche (4) bogenförmig gekrümmte Schrägrillen (6) vorgesehen sind, die einerseits in die äußeren Umfangsrillen (5) münden und andererseits mit der jeweils in Laufrichtung nachfolgenden, gleichartig ausgeführten Schrägrille (6) in Verbindung stehen.
  2. 2. Fahrzeugreifen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen zwei gleichartigen Schrägrillen (6) jeweils eine bogenförmige Zwischenrille (7) vorgesehen ist, die mit ähnlicher Krümmung wie die Schrägrillen (6) zwischen einem innenliegenden Schrägrillenabschnitt und einer äußeren Umfangsrille (5) verläuft.
  3. 3. Fahrzeugreifen nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die äußeren Umfangsrillen (5) aus seitlich gegeneinander versetzten Abschnitten bestehen und die Schrägrillen (6) im Bereich des Aufeinandertreffens dieser versetzten Abschnitte in die äußeren Umfangsrillen (5) münden.
  4. 4. Fahrzeugreifen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Schrägrillen (6) im Schulterbereich (4) in Form von außerhalb der Reifenaufstandsfläche (10) in ihrer Tiefe abnehmenden, gekrümmten Schulterrillen (8) fortsetzen, die unter einem Winkel von etwa 70° bis 90° zur Reifenmittelebene (CL) verlaufen.
  5. 5. Fahrzeugreifen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die im Laufflächenzwischenbereich (34) gelegenen Enden der Schrägrillen (6) nach der Einmündung der Schrägrille in die jeweils nachfolgende Schrägrille in die Laufrichtung kennzeichnende Rillenenden (9) auslaufen, deren Tiefe auf Null abnimmt.
  6. 6. Fahrzeugreifen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die zentrale Umfangsrippe (1) durch gekrümmte und in Umfangsrichtung gegeneinander versetzte Sackrillen (11) aufgelockert ist.
  7. 7. Fahrzeugreifen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Breite der äußeren Umfangsrillen (5) etwa 40% der Breite der inneren Umfangsrillen (2), die Breite der Schrägrillen (6, 7) etwa 40% bis 60% der Breite der inneren Umfangsrillen (2) und die Breite der Schulterrillen (8) zumindest benachbart der äußeren Umfangsrillen (5) etwa 60% bis 80% der Breite der inneren Umfangsrillen (2) beträgt, deren Breite wiederum etwa 10% der halben Laufflächenbreite (TW/2) entspricht.
  8. 8. Fahrzeugreifen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Laufflächenzwischenbereich (3) sich jeweils etwa über ein Drittel der halben Laufflächenbreite (TW/2) erstreckt und von der Laufflächenmittellinie (CL) etwa um 25% bis 30% der halben Laufflächenbreite (TW/2) beabstandet ist.






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