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Dokumentenidentifikation DE19708631A1 17.09.1998
Titel Siliconoel-Feder- und Schockfängersystem für seilbetriebene Fassadenaufzüge
Anmelder Petersmann, Eckhard, 58119 Hagen, DE
Erfinder Petersmann, Eckhard, 58119 Hagen, DE
DE-Anmeldedatum 04.03.1997
DE-Aktenzeichen 19708631
Offenlegungstag 17.09.1998
Veröffentlichungstag im Patentblatt 17.09.1998
IPC-Hauptklasse F16F 5/00
IPC-Nebenklasse B66B 5/24   B66B 5/28   
IPC additional class // B66B 9/00  

Beschreibung[de]

Die sich auf dem Markt befindlichen seilbetriebenen Fassadenaufzüge werden im allgemeinen für Fassadenarbeiten, Säuberungs- und Reparaturarbeiten sowie Montagen verwendet.

Diese Aufzüge gibt es in allen Größen, vom "Einpersonenaufzug" bis zu einer Arbeitsbühnenbreite bis zu 12 m.

Je nach Größe der Arbeitsbühne hat ein solcher Aufzug ein Tragseil bis X Tragseile.

Jedem Tragseil ist ein Notfangseil zugeordnet, welches parallel zum Tragseil verläuft und durch eine an der Bühne befestigte Bremsfangvorrichtung geleitet wird. Diese Bremsfangvorrichtung wird durch einen Fliehkraftregler gesteuert. Bei Überschreiten einer bestimmten Geschwindigkeit löst dieser Fliehkraftregler die Sperre des Bremsfanges, so daß dieser nach maximal 6 cm einfällt und die Bühne auffängt. Diese 6 cm sind der maximale freie Fall der Arbeitsbühne.

Im Augenblick des Einrastens der Notfangvorrichtung wird das Fangseil, die Bühne an sich und die Aufhängung der Bremsfangvorrichtung einem Schock ausgesetzt, welcher sich nach dem Gewicht der Bühne richtet.

Um diesen Schock zu dämpfen, sind verschiedene, unterschiedliche Schockdämpfer auf dem Markt.

Diese Schockdämpfer, welche teilweise aus Schraubenfedern, teilweise aus geschäumten Polyethyran oder anderen federnden Teilen besteht, haben alle den Nachteil, daß keiner dieser Schockdämpfer den Schockfaktor 2 erreicht, sondern allenfalls den Schockfaktor 3.

Dazu kommt, daß Stahlfedern sehr groß bauen und daher teilweise gar nicht unterzubringen sind.

Polyethyran (z. B. Eladip) kann sich eventuell plastisch verformen und hat dann nicht mehr die erwartete Schockabsorbation.

Der Schockfaktor 2, auf welchen der Markt wartet, sagt aus, daß ein frei fallendes Gewicht im Moment des Auffanges in der Lastspitze nicht mehr als das doppelte seines Eigengewichtes haben soll.

So ist zum Beispiel bei einem Gesamtgewicht einer beladenen Arbeitsbühne von 500 daN und einem freien Fall von 6 cm bei den vorhandenen Schockdämpfern bei Schockfaktor 3 die Lastspitze mindestens 1.500 daN (500 daN × 3). Diese Lastspitze ist für Arbeiten an bestimmten Fassaden einfach zu hoch. Arbeiten dieser Art können dann nicht ausgeführt werden.

Die Erfindung hat es sich zur Aufgabe gestellt, einen Silicon- Schockdämpfer zu entwickeln, welcher nicht nur einen Schockfaktor 2 ermöglicht, sondern in seiner Baugröße auch noch erheblich kleiner baut als die sich auf dem Markt befindlichen Schockdämpfer.

Zusätzlich ist es möglich, eine einzige Baugröße für die unterschiedlichen Gewichte der Arbeitsbühnen zu verwenden.

Bei diesem Schockdämpfer handelt es sich um einen Silicon-Zylinder, bei welchem die Absorbation der eingeleiteten Fallkräfte durch das flüssige, kompressible Siliconöl erreicht wird.

In den Zylinder ≙, welche durch die beiden Kolbenlager ≙ und ≙ sowie dem Kolben ≙ verschlossen ist, befindet sich das kompressible Siliconöl ≙. Durch das Füllventil im Kolbenlager wird mittels einer Pumpe das Siliconöl ≙ auf einen bestimmten Druck gebracht. Dieser Druck wirkt auf die resultierende Kreisringfläche der beiden unterschiedlich dicken Kolbenstangen des Kolbens ≙.

Die Bremsfangvorrichtung wird an den Aufhängungen ≙ befestigt, während die Arbeitsbühne am Gewinde M 20 des Kolbens hängt.

In Ruhestellung liegt die Kolbenplatte des Kolbens ≙, bedingt durch den Vorspanndruck, am Rücken des Kolbenlagers ≙ an. Im Moment des Notbremseinfalles wird der Kolben ≙ mit der Kolbenplatte in den mit Siliconöl gefüllten Zylinder hineingezogen, bedingt durch die Bremslast der daran hängenden Arbeitsbühne.

Die im Kolbenlager ≙ ruhende Kolbenstange, welche im Durchmesser größer ist als die Kolbenstange im Kolbenlager ≙, komprimiert das Siliconöl ≙ um einen vorher bestimmten Wert.

Gleichzeitig wird das Siliconöl ≙, bedingt durch die ebenfalls eintauchende Kolbenplatte, durch die Drosselbohrungen in der Kolbenplatte, in den sich hinter der Kolbenplatte und dem Kolbenlager ≙ auftuenden Raum gezwungen.

Dieses Hindurchströmen des Siliconöles durch die vorhandenen Drosselbohrungen erzeugen einen Reibungswiderstand, welcher in Wärme umgeleitet und abgeführt wird.

Die sich durch den freien Fall der Arbeitsbühne ergebende kinetische Energie wird also teilweise durch die Kompressionseigenschaft des Siliconöles sowie teilweise durch den Reibungswiderstand des Siliconöles weich absorbiert.

Nach dem Schockfang fährt die Feder wieder weich und selbsttätig in ihre Ausgangsstellung zurück.


Anspruch[de]
  1. 1. Siliconöl-Feder- und Schockfängersystem, dadurch gekennzeichnet, daß durch das Verhältnis: oberer Kolbenstangendurchmesser zu unterem Kolbenstangendurchmesser und dem dadurch entstehenden Volumenzuwachs und dem Verhältnis Kolbenweg zum Volumen des Zylinders ein Schockfaktor von weniger als 3 erreicht werden kann.
  2. 2. Silicon-Feder- und Schockfängersystem, dadurch gekennzeichnet, daß durch konstruktive und maßliche Änderungen des Kolbens, des Siliconzylinders und des Vorspanndruckes jeder gewünschte Schockfaktor, allerdings nicht kleiner als 1,3 erreicht werden kann.
  3. 3. Silicon-Feder- und Schockfängersystem, dadurch gekennzeichnet, daß durch konstruktive Änderungen dieses System für alle Seilaufzüge, welche als Fang ein Notseil haben, verwendet werden kann.






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