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Dokumentenidentifikation DE19710350A1 17.09.1998
Titel Verfahren und Vorrichtung zum Perforieren von Zuschnitten aus Flachmaterial
Anmelder Faustmann, Heinz, 63773 Goldbach, DE
Erfinder Faustmann, Heinz, 63773 Goldbach, DE
Vertreter Zapfe, H., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 63150 Heusenstamm
DE-Anmeldedatum 13.03.1997
DE-Aktenzeichen 19710350
Offenlegungstag 17.09.1998
Veröffentlichungstag im Patentblatt 17.09.1998
IPC-Hauptklasse B26F 1/24
IPC-Nebenklasse C14B 5/00   
Zusammenfassung Beim Perforieren von Flachmaterial aus der Gruppe Leder, Kunstleder, Schaumstoffe, Papier, Filterpapier, Karton und Folien durch mindestens eine Nadelgruppe mit Perforationsnadeln werden einzelne Zuschnitte (9) aus dem Flachmaterial durch mindestens einen Niederhalter von den Perforationsnadeln abgezogen. Besonders vorteilhaft wird die mindestens eine Nadelgruppe durch jeweils eine Nadelwalze (7) gebildet, und der Niederhalter ist als Niederhalterband (10a) ausgebildet, das synchron mit den Zuschnitten (9) durch den Walzenspalt (8) der mindestens einen Nadelwalze (7) geführt wird.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Perforieren von Flachmaterial aus der Gruppe Leder, Kunstleder, Schaumstoffe, Papier, Filterpapier, Karton und Folien durch mindestens eine Nadelgruppe mit Perforationsnadeln.

Ein derartiges Verfahren dient dazu, das Flachmaterial luft- und dampfdurchlässig, d. h. atmungsaktiv, zu machen. Hauptanwendungsgebiete sind Bezugsmaterialien für Fahrzeugsitze, Teile für Schuhe, Handschuhe und Bekleidungsstücke.

Bei einem bekannten Verfahren dieser Art wird das Flachmaterial als endloses Band in gespanntem Zustand durch einen Walzenspalt zwischen Nadelwalzen und Stützwalzen hindurchgeführt. Bei der Rotation der Nadelwalzen dringen die Perforationsnadeln in das gespannte Flachmaterial ein und das Flachmaterial wird durch den Weitertransport, d. h. durch die Zugspannung des Bandes aus Flachmaterial wieder von den Perforationsnadeln abgezogen. Dieses Verfahren versagt jedoch bei Material, das nicht als Endlosband zur Verfügung steht: Abschnitte dieses Materials würden sich auf den Nadelwalzen aufwickeln und das Verfahren zum Erliegen bringen.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Perforationsverfahren anzugeben, mit dem auch endliche Abschnitte des Materials perforiert werden können, ohne daß eine Blockierung des Perforationsvorgangs erfolgt.

Die Lösung der gestellten Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß dadurch, daß einzelne Zuschnitte aus dem Flachmaterial durch mindestens einen Niederhalter von den Perforationsnadeln abgezogen werden.

Ei n solches Verfahren kann mit besonderem Vorteil bei Leder und Zuschnitten daraus angewandt werden, denn dieses Material kommt aus natürlichen Gründen nur in endlichen Größen vor. Das Verfahren kann stationär, z. B. in einer Art Stanze, quasi-kontinuierlich bzw. mit schrittweisem Quertransport, oder kontinuierlich durchgeführt werden.

Bei einem Verfahren, bei dem die Zuschnitte durch eine Fördereinrichtung in den Wirkungsbereich der mindestens einen Nadelgruppe geführt werden, ist es besonders vorteilhaft, wenn die Zuschnitte durch einen mit der Fördereinrichtung bewegten Niederhalter an der Fördereinrichtung gehalten werden.

Bei einem Verfahren, bei dem die mindestens eine Nadelgruppe durch jeweils eine Nadelwalze gebildet wird, ist es besonders vorteilhaft, wenn der Niederhalter als Niederhalterband ausgebildet ist, das synchron mit den Zuschnitten durch den Wirkungsbereich bzw. Walzenspalt der mindestens einen Nadelwalze geführt wird.

Dieses Niederhalterband kann von einer Vorratsrolle abgezogen, in gespanntem Zustand durch den Walzenspalt zwischen der mindestens einen Nadelwalze und den auf der Fördereinrichtung transportierten Zuschnitten geführt und wieder auf einer Aufnahmerolle aufgewickelt werden.

Alternativ ist es möglich, das Niederhalterband als Verbrauchsmaterial zu verwenden und es beispielsweise mit den Zuschnitten zu verkleben, um dünnes Leder widerstandsfähiger zu machen worauf dann der Verbund wieder in einzelne Zuschnitte zerlegt wird.

Es ist jedoch besonders vorteilhaft, wenn das Niederhalterband als Endlosband ausgeführt ist und mehrfach mit der Transportgeschwindigkeit der Zuschnitte durch den Wirkungsbereich der mindestens einen Nadelwalze, d. h. durch den Walzenspalt geführt wird.

Als Material für solche Niederhalterbänder können Textilbänder, insbesondere Gewebebänder, verwendet werden, die eine ausreichende Standzeit gegenüber den Perforationsnadeln aufweisen.

Die Erfindung betrifft auch eine Vorrichtung zum Perforieren von Flachmaterial aus der Gruppe Leder, Kunstleder, Schaumstoffen und Folien mit einer Fördereinrichtung für das Flachmaterial und mit mindestens einer Nadelgruppe mit Perforationsnadeln.

Zur Lösung der gleichen Ausgabe ist eine solche Vorrichtung erfindungsgemäß so ausgebildet, daß zwischen der Fördereinrichtung und der Nadelgruppe mindestens ein Niederhalter angeordnet ist, durch den einzelne Zuschnitte von den Perforationsnadeln abziehbar sind.

Eine solche Vorrichtung eignet sich als Universalvorrichtung auch für das Perforieren von Endlosmaterial, während sich umgekehrt Vorrichtungen nach dem Stande der Technik nicht für die Perforation von Zuschnitten eignen.

Es ist dabei besonders vorteilhaft, wenn die mindestens eine Nadelgruppe aus jeweils einer Nadelwalze besteht und wenn der Niederhalter als Niederhalterband ausgebildet ist, das synchron mit den Zuschnitten durch einen Walzenspalt zwischen der mindestens einen Nadelwalze und den auf der Fördereinrichtung liegenden Zuschnitten hindurchführbar ist, insbesondere wenn das Niederhalterband als Endlosband ausgeführt ist.

Die Wirkung des Niederhalterbandes ist dann besonders vorteilhaft, wenn vor der ersten und hinter der letzten Nadelwalze je eine Führungswalze angeordnet ist, durch die das Niederhalterband auf den Zuschnitten haltbar ist. Durch dieses Mittel wird der Umschlingungswinkel der Nadelwalzen kleinstmöglich gehalten und das Niederhalterband geschont.

Zwei Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes werden nachfolgend anhand der Fig. 1 und 2 näher erläutert:

Es zeigen, jeweils in einer Seitenansicht:

Fig. 1 eine Vorrichtung mit einem endlichen Niederhalterband und

Fig. 2 eine Vorrichtung analog Fig. 1, jedoch mit einem endlosen Niederhalterband.

In Fig. 1 ist ein Maschinengestell 1 dargestellt, auf dem sich eine Fördereinrichtung 2 befindet, die als endloses Förderband 3 ausgebildet ist. Dieses wird über zwei Umlenkwalzen 4 und 5 und drei Stützwalzen 6 geführt und besteht aus einem zugfesten Material, von dem zumindest die äußere Oberfläche weich ausgebildet ist und beispielhaft aus einem Schaumstoff, einem Vlies oder aus Filz besteht. Die Lagerböcke, Antriebe und Spannvorrichtungen sind der Einfachheit halber nicht dargestellt.

Über den Stützwalzen 6 befindet sich achsparallel je eine Nadelgruppe in Form einer Nadelwalze 7. Die Zahl der Nadelwalzen ist variabel und richtet sich nach dem geforderten Grad der Perforationsdichte, die hinter der letzten Nadelwalze 7 beispielsweise 100 Löcher pro Quadratzentimeter betragen kann.

Die Stützwalzen 6 und die Nadelwalzen 7 bilden zwischen sich je einen Walzespalt 8, durch den - in der Reihenfolge von unten nach oben gesehen - das Förderband 3, die Zuschnitte 9 und ein Niederhalter in Form eines endlichen Niederhalterbandes 10 hindurchgeführt werden. Dieses Niederhalterband 10 kommt von einer Vorratsrolle 11 und wird auf einer Aufnahmerolle 12 wieder aufgewickelt, die beide in einem Tragrahmen 13 gelagert sind. Durch antrieb und Bremsung (beides nicht gezeigt) wird das Niederhalterband 10 um die Umlenkwalzen 14 unter Zugspannung gehalten.

Vor der ersten und hinter der letzten Nadelwalze 7, vorteilhaft auch und hinter jeder Nadelwalze 7, wird das Niederhalterband 10 durch Führungswalzen 15 und 16 abwärts und waagrecht gespannt auf den Zuschnitten 9 gehalten, wobei naturgemäß die Perforationsnadeln auch das Niederhalterband durchdringen. Die Zuschnitte 9 werden am linken Ende der Fördereinrichtung 2 aufgelegt und fallen in perforiertem Zustand in einen Aufnahmebehälter 17.

Die Fig. 2, in der gleiche Bezugszeichen verwendet werden, unterscheidet sich dadurch von Fig. 1, daß ein endloses Niederhalterband 10a verwendet wird, das durch Horizontalverschiebung der rechten Umlenkwalze 14 durch eine Spannvorrichtung 18 gespannt gehalten wird, die durch einen Doppelpfeil angedeutet ist. Die Dickenverhältnisse und die Nadellängen sind übertrieben dargestellt.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Perforieren von Flachmaterial aus der Gruppe Leder, Kunstleder, Schaumstoffe, Papier, Filterpapier, Karton und Folien durch mindestens eine Nadelgruppe mit Perforationsnadeln, dadurch gekennzeichnet, daß einzelne Zuschnitte (9) aus dem Flachmaterial durch mindestens einen Niederhalter von den Perforationsnadeln abgezogen werden.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem die Zuschnitte (9) durch eine Fördereinrichtung (2) in den Wirkungsbereich der mindestens einen Nadelgruppe geführt werden, dadurch gekennzeichnet, daß die Zuschnitte (9) durch einen mit der Fördereinrichtung (2) bewegten Niederhalter an der Fördereinrichtung (2) gehalten werden.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die mindestens eine Nadelgruppe durch jeweils eine Nadelwalze (7) gebildet wird und daß der Niederhalter als Niederhalterband (10, 10a) ausgebildet ist, das synchron mit den Zuschnitten (9) durch den Wirkungsbereich der mindestens einen Nadelwalze (7) geführt wird.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Niederhalterband (10a) als Endlosband ausgeführt ist und mehrfach mit der Transportgeschwindigkeit der Zuschnitte (9) durch den Wirkungsbereich der mindestens einen Nadelwalze (7) geführt wird.
  5. 5. Vorrichtung zum Perforieren von Flachmaterial aus der Gruppe Leder, Kunstleder, Schaumstoffen und Folien mit einer Fördereinrichtung (2) für das Flachmaterial und mit mindestens einer Nadelgruppe mit Perforationsnadeln, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der Fördereinrichtung (2) und der Nadelgruppe mindestens ein Niederhalter angeordnet ist, durch den einzelne Zuschnitte (9) von den Perforationsnadel n abziehbar sind.
  6. 6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die mindestens eine Nadelgruppe aus jeweils einer Nadelwalze (7) besteht und daß der Niederhalter als Niederhalterband (10, 10a) ausgebildet ist, das synchron mit den Zuschnitten (9) durch einen Walzenspalt (8) zwischen der mindestens einen Nadelwalze (7) und der Fördereinrichtung (2) hindurchführbar ist.
  7. 7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Niederhalterband (10a) als Endlosband ausgeführt ist.
  8. 8. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß vor der ersten und mindestens hinter der letzten Nadelwalze (7) je eine Führungswalze (15, 16) angeordnet ist, durch die das Niederhalterband (10, 10a) auf den Zuschnitten (9) haltbar ist.






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