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Dokumentenidentifikation DE19734012C1 24.09.1998
Titel Vorrichtung zum Einbringen eines Gemisches aus chemisch reaktiven Kunststoffkomponenten
Anmelder Krauss-Maffei AG, 80997 München, DE
Erfinder Bauer, Adolf, 82140 Olching, DE
DE-Anmeldedatum 06.08.1997
DE-Aktenzeichen 19734012
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 24.09.1998
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.09.1998
IPC-Hauptklasse B29C 31/04
IPC-Nebenklasse B29C 44/38   B29B 7/74   
Zusammenfassung Bei einer Vorrichtung zum Einbringen eines Gemisches aus chemisch reaktiven Kunststoffkomponenten über eine Austrittsöffnung in eine Formkavität sind im Bereich der Austrittsöffnung eine oder mehrere Schutzgasaustrittsöffnungen 7a, 8a, 9a, 10a angeordnet, über die Schutzgas in die mit chemisch reaktivem Kunststoffgemisch zu befüllende Formkavität eingebracht wird.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung gemäß Oberbegriff des Anspruchs 1.

Bei der Herstellung von Kunststoffteilen aus einem Gemisch aus chemisch reaktiven Kunststoffkomponenten, wie z. B. Polyol und Isocyanat, und unter Verwendung von Treibgas, wie z. B. Pentan im Polyol, ist es notwendig, daß vor dem Eindosieren einer Gemischmenge aus reaktiven Kunststoffkomponenten in auszusschäumende Hohlräume von z. B. Kühlschrankgehäusen, der Sauerstoffanteil in diesen Hohlräumen abgesenkt wird. Hierzu ist es bekannt, die Hohlräume mit Stickstoff zu fluten.

Bei sogenannten Umlenkmischköpfen, bei denen im rechten Winkel an eine Mischkammer für chemisch reaktive Kunststoffkomponenten eine Auslaufkammer für das reaktive Kunststoffgemisch nachgeordnet ist, wird das Schutzgas in den Betriebsphasen, in denen kein reaktives Kunststoffgemisch von der Mischkammer über die Auslaufkammer in die Formkavität eines Formwerkzeugs geleitet wird, über die Auslaufkammer in die Formkavität geleitet. Hierbei besteht jedoch die Gefahr, daß sich die Öffnungen, über die das Schutzgas in die Auslaufkammer geleitet wird, mit reaktivem Kunststoffgemisch zusetzen und verstopfen.

Bei sogenannten Geradeaus-Mischköpfen, bei denen das reaktive Kunststoffgemisch unmittelbar von der Mischkammer in die Formkavität geleitet wird, besteht keine Möglichkeit, in Betriebsphasen, in denen kein reaktives Kunststoffgemisch aus der Mischkammer gefördert wird, über den Mischkopf Schutzgas in die Formkavität einzuführen.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum Einbringen eines Gemisches aus chemisch reaktiven Kunststoffkomponenten so zu gestalten bzw. zu verbessern, daß zum einen bei einer Vorrichtung vom Typ eines Geradeaus-Mischkopfes eine Schutzgas Zudosierung möglich ist und zum anderen bei einer Vorrichtung vom Typ eines Umlenker-Mischkopfes die Schutzgaszudosierung ohne Gefahr einer Verstopfung der Schutzgasaustrittsöffnungen bewerkstelligt werden kann. Im weiteren soll die Aufabe gelöst werden, daß die Austrittsöffnungen für das Schutzgas in zur Beaufschlagung der Formkavität geeigneter Position und Auströmrichtung angeordnet sind, wobei die zu den Austrittsöffnungen führenden Zuführleitungen auch so schaltbar sein sollen, daß zusätzlich oder anstelle von Schutzgas auch andere fluide Medien, wie z. B. unter Druck stehendes Reinigungsgas oder Treibmittel in die Formkavität eingebracht werden kann.

Zur Lösung der Aufgabe ist erfindungsgemäß eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 vorgesehen. Die Unteransprüche 2 bis 6 beziehen sich auf vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachstehend anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 einen Teilbereich eines Geradeaus-Mischkopfes im Halbschnitt und

Fig. 2 den Geradeaus-Mischkopf nach Fig. 1 in der Ansicht gemäß den Pfeilen II-II.

Die Fig. 1 zeigt die zylindrische Mischkammer 1 eines Geradeaus-Mischkopfes 2, dessen dargestelltes unteres Ende aus einem rohrförmigen Teilstück 3 besteht. In der zylindrischen Mischkammer 1 ist ein Steuerkolben 4 reversierbar gelagert, mit dem die in die Mischkammer 1 mündenden Zuleitungen 5 und 6 (Fig. 2) für die chemisch reaktiven Kunststoffkomponenten, wie z. B. Polyol und Isocyanat, auf- und zugesteuert werden können. Zur Beendigung der Mischphase kann der Steuerkolben 4 in die in Fig. 1 dargestellte Schließphase verschoben werden, wodurch die Zuleitungen 5 und 6 verschlossen werden und das in der Mischkammer befindliche reaktive Kunststoffgemisch ausgestoßen wird. Die Wandungen der Mischkammer werden dabei von ausreagierendem Kunststoffgemisch gereinigt. In der dargestellten Position des Steuerkolbens 4 werden die Zuleitungen 5 und 6 über im Steuerkolben ausgebildete Rezirkulationsnuten 4a mit Rezirkulationsleitungen (nicht dargestellt) verbunden, wodurch die Kunststoffkomponenten (Polyol, Isocyanat) in der Betriebsphase, in der in der Mischkammer kein reaktives Kunststoffgemisch produziert wird, ständig in Umlauf gehalten werden können.

Die Fig. 1 und 2 zeigen Zuführleitungen 7, 8, 9 und 10 für ein Schutzgas, die an der ringförmigen Stirnfläche 3a des rohrförmigen Teilstückes 3 in Schutzgas-Austrittsöffnungen 7a, 8a, 9a und 10a enden. Diese Schutzgas-Austrittsöffnungen liegen in derselben Ebene wie die Austrittsöffnung 1a der Mischkammer 1. Die unmittelbare Zuordnung der Schutzgas-Austrittsöffnungen 7a-10a zu der Gemisch-Austrittsöffnung 1a und deren gleiche Ausströmungsrichtungen gewährleisten eine optimale Beaufschlagung der Bereiche der Formkavität mit Schutzgas, die in einem anschliessenden Arbeitsgang mit reaktivem Kunststoffgemisch befüllt werden. Die Schutzgasbeaufschlagung kann dabei auch gleichzeitig mit dem Austrag an Kunststoffgemisch erfolgen. Es ist dabei auch möglich durch die Zuführleitungen 7-10 unter hohem Druck stehendes Reinigungsmedium, z. B. Druckluft einzubringen, um Rückstände aus einem vorangegangenen Herstellungszyklus zu entfernen. Es kann ferner über die Zuführleitungen 7-10 ein Trennmittel in die Formkavität eingsprüht werden. Die Beaufschlagung der Formkvität mit z. B. Druckluft zu Reinigungszwecken, das Einsprühen von Trennmittel und das Einbringen vom Schutzgas in die Formkavität kann je nach den Betriebserfordernissen in beliebiger Reihenfolge erfolgen. Grundsätzlich besteht auch die Möglichkeit nur bestimmte Zuführleitungen für bestimmte Medien zu nutzen, z. B. die Zuführleitungen 7 und 9 für eine Druckluftbeaufschlagung und die Zuführleitugnen für eine Schutzgaseinbringung.

Bei einem Umlenker-Mischkopf (nicht dargestellt), der sich von dem Geradeaus-Mischkopf nach Fig. 1 und 2 im wesentlichen dadurch unterscheidet, daß sich an die Mischkammer im rechten Winkel eine Auslaufkammer mit einem reversierbaren Reinigungskolben anschließt, kann das Endstück der Auslaufkammer in gleicher Weise wie das rohrförmige Teilstück des Geradeaus Mischkopfes ausgebildet sein, wobei ebenfalls die Schutzgas- Austrittsöffnungen und die Austrittsöffnung für das reaktive Kunststoffgemisch in einer Ebene und mit gleichgerichteten Ausströmungsrichtungen angeordnet sind.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum Einbringen eines Gemisches aus chemisch reaktiven Kunststoffkomponenten über eine Austrittsöffnung in eine Formkavität mit einer zylindrischen Mischkammer, mit in die Mischkammer mündenden Zuführleitungen für die chemisch reaktiven Kunststoffkomponenten und mit einem reversierbar in der Mischkammer geführten Steuerkolben sowie mit Einrichtungen zur Zuführung von Schutzgas in die Formkavität, dadurch gekennzeichnet, daß das Schutzgas der Formkavität über eine oder mehrere Schutzgasaustrittsöffnungen (7a, 8a, 9a, 10a) zuführbar ist die im Bereich der Austrittsöffnung (1a) für das reaktive Kunststoffgemisch angeordnet sind.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schutzgasaustrittsöffnungen (7a, 8a, 9a, 10a) in der Ebene der Austrittsöffnung (10a) für das reaktive Kunststoffgemisch liegen.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Austrittsöffnung (1a) für das reaktive Kunststoffgemisch am Ende eines rohrförmigen Teilstückes (3) liegt.
  4. 4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß in dem rohrförmigen Teilstück (3) die Mischkammer (1) angeordnet ist.
  5. 5. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das rohrförmige Teilstück eine Auslaufkammer umschließt, die sich im Winkel an die Mischkammer (1) anschließt.
  6. 6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die zu den Schutzgasaustrittsöffnungen (7a, 8a, 9a, 10a) führenden Zuführleitungen (7, 8, 9, 10) in der Rohrwandung des rohrförmigen Teilstücks (3) liegen.






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