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Dokumentenidentifikation DE19712310A1 01.10.1998
Titel Kombinationsschild für große Flözmächtigkeiten
Anmelder Saartech Gesellschaft für Industrie- und Bergbautechnologie mbH, 66125 Saarbrücken, DE
Erfinder Faust, Kurt, Dipl.-Ing., 66538 Neunkirchen, DE
Vertreter Schulte, J., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 45219 Essen
DE-Anmeldedatum 24.03.1997
DE-Aktenzeichen 19712310
Offenlegungstag 01.10.1998
Veröffentlichungstag im Patentblatt 01.10.1998
IPC-Hauptklasse E21D 23/03
Zusammenfassung Ein Schildausbau mit Lemnikatengetriebe 4, Bruchschild 3, Liegendkufe 2 und Hangendkappe 5 sowie Hydraulikstempeln 6, 7 kann dann sowohl als Abzugsschild wie auch als klassischer Schild für die schneidende Gewinnung eingesetzt werden, wenn zwischen Anstellschiebekappe 20 und Bruchschild 3 eine Kurzkappe 22 einsetzbar, die an beiden Enden über eine Gelenkanordnung 23, 24 verfügt, wobei sowohl die Kurzkappe 22 wie auch das Bruchschild 3 über eine Aufnahme 17, 25 für die Hydraulikstempel 6, 7 verfügt. Mit der Kurzkappe 22 ist ein klassischer Schild und ohne die Kurzkappe 22 ein Abzugsschild verwirklicht. Beide Ausführungen zeichnen sich durch hohe Ausbaustützkräfte aus, wie auch über einen vorteilhaft großen Fahrweg zwischen Hydraulikstempeln 6, 7 und Bruchschild 3 aus.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Schild mit Lemniskatengetriebe, Bruchschild, Liegendkufe und Hangendkappe sowie die Öffnung zum Kohlenstoß wahrenden Hydraulikstempeln und Anstellzylindern für den Abbau von Mineralen, insbesondere in mächtigen Flözen anstehender Kohle, wobei die Kappenspitze zum Abzug von Kohle über einen Abzugszylinder um ein Gelenk geneigt werden kann.

Unter Schildausbau werden halbgeschlossene Ausbaueinheiten für Strebe mit Öffnungen zum Kohlenstoß und Strebförderer verstanden. Über die Hydraulikstempel werden Hangendkappe und Liegendkufe auf Abstand gehalten und dabei gegen das Hangende und Liegende gepreßt, wobei Hangendkappe und Bruchschild über das Lemniskatengetriebe geführt werden. Dieses Lemniskatengetriebe sorgt bei Stempeleinschub dafür, daß die Hangendschildspitze eine etwa bankrechte Bewegung durchführt. Es sind mehrere Arten von Schildausbau bekannt, wobei für mächtige Flöze, d. h. beispielsweise über drei Meter mächtige Kohlenflöze ein Schild zum Einsatz kommt, dessen Bruchschild beispielsweise mit einer verschließbaren Öffnung versehen ist, um dort anstehende bzw. beigebrochene Kohle abzuziehen. Bekannt ist es auch, die Kappenspitze abzusenken, so daß dann die Kohle über die Kappenspitze zum Förderer geführt und über diesen abtransportiert werden, meist unter Mitwirkung der Gewinnungsmaschine. Derartige Schilde werden beispielsweise auch für die untertägige Gewinnung von Braunkohle eingesetzt. Problem dabei ist, das ein derart spezialisierter Ausbau nur für diese Art von Ausbau einsetzbar ist und daß insbesondere bei Wechsel von Mächtigkeiten der Abbau entweder stark beeinträchtigt oder gar unmöglich wird. Nachteilig bei bekannten sog. Abzugsschilden ist die relativ geringe Höhe der hereinzuschneidenden Kohle und die verringerte Ausbaustützkraft aufgrund der zum Einsatz kommenden Hangendkappen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Schildausbau zu schaffen, der sowohl als Abzugsschild wie auch durch begrenzten Umbau als klassischer Schild für die schneidende Gewinnung sicher eingesetzt werden kann.

Die Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß der als Anstellschiebekappe ausgebildeten Hangendkappe oder dem Bruchschild eine Kurzkappe zugeordnet ist, die beidseitig eine Gelenkanordnung, die jeweils mit dem vorhandenen Gelenk korrespondierend ausgebildet ist, und eine mit der Aufnahme im Bruchschild vergleichbare Aufnahme für die Hydraulikstempel aufweist.

Eine derart ausgebildete Anstellschiebekappe ist sowohl mit wie auch ohne Kurzkappe einsetzbar, je nachdem ob der geschilderte Schild als Abzugsschild oder als klassischer Schild für die schneidende Gewinnung finden soll. Als Abzugsschild wird die beschriebene Kurzkappe zwischen Gelenk und Anstellschiebekappe herausgenommen und die Hydraulikstempel an das Bruchschild angeschlossen. Dann ist die Möglichkeit gegeben, bei Abzug der Kohle über die Kappenspitze ohne Einziehen der Stempel die gesamte Kappe zu neigen und zwar bis zu 60°. Ein Verlust an Stützkraft tritt nicht auf. Dieser Abzugsschild hat keine Hauptkappe im herkömmlichen Sinne, sondern nur die beschriebene Anstellschiebekappe, die an das Gelenk des Bruchschildes direkt angebaut ist. Insgesamt erhält man so eine hohe Ausbaustützkraft und einen sicheren Fahrweg hinter den Hydraulikstempeln, so daß der Streb auch während des Hereingewinnens bzw. des Abzuges der Kohle sicher befahren werden kann. Vorteilhaft ist darüber hinaus, daß durch diese Anordnung die Höhe der zu schneidenden Kohle wesentlich größer ist als bei heutigen Abzugsschilden und daß ein wesentlich vergrößerter Wetterquerschnitt vorgegeben wird, was sich insbesondere durch eine wesentlich größere Verdünnung der CH4-Gase und insgesamt der Vorgabe verbesserter Wetterverhältnisse bemerkbar macht.

Nach einer zweckmäßigen Ausführung der Erfindung ist vorgesehen, daß die Anstellschiebekappe direkt oder unter Zwischenschaltung der Kurzkappe an das Gelenk des Burchschildes angebaut ist. Bei direktem Anbau an das Gelenk des Bruchschildes ist ein Abzugsschild verwirklicht, während bei Zwischenschaltung der beschriebenen Kurzkappe und entsprechender Zuordnung der Hydraulikstempel ein klassischer Schild für schneidende Gewinnung verwirklicht ist. Die dafür notwendigen Umbauarbeiten sind ausgesprochen gering, so daß eine derartige Umrüstung in aller Regel auch während des Betriebes bzw. im Streb vorgenommen werden kann. Damit können bei entsprechenden Störungen, insbesondere bei verringerten Mächtigkeiten praktisch zwei Abbauverfahren abwechselnd verwirklicht werden. Die zwischengeschaltete Kurzkappe ermöglicht eine Variation des Schildes dahingehend, daß die Hydraulikstempel unter die Kurzkappe gestellt werden können, um so einen klassischen Schild für die schneidende Gewinnung vorzugeben, der vorzugsweise im "Schritt-Zurück-System" arbeitet. Eine sehr hohe Ausbaustützkraft wird erreicht, wenn die Hydraulikstempel in der Nähe des Gelenkes des Bruchschildes in der Kurzkappe oder im Bruchschild gelagert sind. Zur Erinnerung wird darauf hingewiesen, daß bei Zuordnung der Hydraulikstempel zum Bruchschild ein Abzugsschild und bei Zuordnung der Hydraulikstempel zur Kurzkappe ein klassischer Schild verwirklicht ist. In beiden Fällen wird wie erwähnt eine Anordnung für die Hydraulikstempel gewählt, die einen möglichst dichten Anschluß im Bereich des Gelenkes zwischen Bruchschild und Kurzkappe bzw. Anstellschiebekappe möglich macht.

Zur Optimierung der Standsicherheit eines derartigen Schildes, insbesondere in Form des Abzugschildes ist vorgesehen, daß die Anstellschiebekappe bzw. die Kurzkappe einen Anlenkpunkt für die gelenkig mit dem Bruchschild verbundenen und das Gelenk überbrückenden Anstellzylindern aufweist, die bei Verbindung mit der Anstellschiebekappe gleichzeitig als Abzugszylinder dienen. Letzteres bedeutet, daß über die Anstellzylinder die Anstellschiebekappe um die weiter vorn erwähnten 60° geneigt wird, um so den Abzug der Kohle sicherzustellen. Gleichzeitig dienen diese Abzugszylinder auch hierbei als Anstellzylinder, vor allem aber dann, wenn die Kurzkappe zwischengeschaltet wird, um ein klassischen Schild zu verwirklichen. Um die erwähnte Anstellfunktion zu verwirklichen, ist dabei vorgesehen, daß der Anlenkpunkt für die Anstellzylinder im Bereich der Aufnahme der Hydraulikstempel angeordnet ist. Diese besondere Anlenkung der Anstellschiebekappe und die gleichzeitige Unterstützung durch die Anstellzylinder gewährleistet, daß die beschriebene Standsicherheit auf jeden Fall gegeben ist, und zwar auch dann, wenn kein Bruch auf dem Bruchschild aufliegt. Solche Situationen bringen für bekannte Abzugsschilde erhebliche Probleme, hier beim beschriebenen Abzugsschild allerdings eben nicht.

Ein einfacher und sicherer Anschluß der Anstellzylinder ist dann zu verwirklichen, wenn der Anlenkpunkt für die Anstellzylinder als über die Unterseite der Hangendkappe bzw. der Kurzkappe vorstehender Winkelansatz ausgebildet ist, der gleichzeitig auch der Anlenkung eines Ausgleichszylinders dient. Damit ist nämlich die Möglichkeit gegeben auch den Ausgleichszylinder mitanzuschließen, der bei Zwischenschaltung der Kurzkappe benötigt wird. Aufgrund der besonderen Anordnung dieser Winkelansätze ist die Umrüstung von Abzugsschild auf klassischer Schild noch einfacher zu bewerkstelligen, wobei der Anstellzylinder bezüglich des Anschlusses an dem Bruchschild immer den gleichen Anschluß aufweist, so daß er nur bezüglich des ausschiebenden Teils an einer anderen Stelle, d. h. entweder direkt an der Anstellschiebekappe oder an der Kurzkappe erfordert.

Der Ausgleichszylinder, der bei Zwischenschaltung der Kurzkappe benötigt wird, ist die Gelenkanordnung zwischen Kurzkappe und Anstellschiebekappe überbrückend angeordnet und gelenkig mit dem Anlenkpunkt an der Anstellschiebekappe und dem Anlenkpunkt an der Kurzkappe verbunden. Dies ermöglicht eine gewisse Ausrichtung der Anstellschiebekappe, falls dies erforderlich ist, vor allem aber die notwendige Verstarrung dieser Gelenkanordnung, die vorteilhaft und zweckmäßig ist, um ohne wesentlich Umrüstarbeiten von einer Art Ausbau auf den anderen "umschalten" zu können.

Sowohl beim Einsatz als Abzugsschild wie auch als klassischer Schild ist von Vorteil, wenn der Anstellschiebekappe eine Klappkappe zugeordnet ist, über die der Einflußbereich der Anstellschiebekappe zusätzlich vergrößert werden kann. Dies hat vor allem auch bei Ausführung Abzugsschild Vorteile, weil dann die Hangendkohle gezielt hereingezogen werden kann und zwar einmal durch Abklappen bzw. Bewegen der Klappkappe und durch Einziehen oder Ausstellen der Anstellschiebekappe und dann noch deren Neigung insgesamt um bis zu 60°.

Die Klappkappe verlängert nicht nur die Anstellschiebekappe, sondern sie kann auch gleichzeitig aktivierend eingesetzt werden, da gemäß einer Ausführung der Erfindung die Klappkappe bis geringfügig mit ihrer Spitze über die Deckplatte der Anstellschiebekappe überstehend klappbar ausgebildet ist. Sie ist dazu um eine Art Lenkergetriebe verschwenkbar und über den Verstellzylinder mitbedienbar, so daß der benötigte Hydraulikaufwand vorteilhaft in Grenzen gehalten werden kann.

Um für den Strebförderer und die Gewinnungsmaschine sowohl bei der Ausführung als Abzugsschild wie auch als klassischer Schild die gleiche sichere Position der Gewinnungsmaschine vorzugeben, sieht die Erfindung vor, daß die Liegendkufe auf der den Strebförderer tragenden Seite teleskopierbar ausgebildet ist. Damit ist die Möglichkeit gegeben, den Förderer und damit auch die Gewinnungsmaschine praktisch immer so zu positionieren, daß sie bis praktisch unter die Kappenspitze verschoben werden kann, d. h. ohne sie aus dem Schutzbereich des Ausbaus herauszuschieben. Vorteilhaft ist es dabei, wenn der Strebförderer einem Kufenschuh zugeordnet ist, der über einen Vorschubzylinder über die Einschubspitze der Liegendkufe schiebbar ausgebildet ist. Eine einwandfreie Führung der einzelnen Teile aneinander ist damit sichergestellt.

Die Erfindung zeichnet sich insbesondere dadurch aus, daß ein Schild geschaffen ist, der praktisch variierbar ausgebildet werden kann und zwar durch Zwischenschaltung einer Zwischenkappe bzw. Kurzkappe, um so sowohl als klassischer Schild wie auch ohne diese Kurzkappe als Abzugsschild eingesetzt zu werden. Damit ist eine Anpaßbarkeit an unterschiedliche Anforderungen möglich, die beispielsweise während des Gewinnungsbetriebes sich verändern kann. Vorteilhaft ist darüber hinaus auch vor allem, daß bei der Ausbildung als Abzugsschild der Betrieb praktisch ohne Verlust an Stützkraft möglich ist, weil die Hangendkappe ohne Einziehen der Stempel abgesenkt werden kann. Die gesamte Hangendkappe in Form der Anstellschiebekappe wird um das Gelenk zwischen Kappe und Bruchschild um bis zu 60% geneigt, so daß sehr große Mengen an Kohle abgezogen werden können und zwar weitgehend ohne Verluste, insbesondere unter Vermeidung der Verluste, die vor allem beim Abzug der Kohle über das Bruchschild eintreten. Vorteilhaft ist weiter, daß ein derartiger Schild wesentlich komfortabler als die bekannten Abzugsschilde ausgebildet ist, was sowohl eine bessere Befährbarkeit erbringt, als auch eine zusätzliche Sicherheit gegen austretende CH4 -Gase. Schließlich ist auf die erhöhte Standsicherheit hinzuweisen, die durch die besondere Art der Anlenkung der Anstellschiebekappe und die Unterstützung durch den Anstellzylinder erreicht wird. In keinem Fall kann die Ausbau resultierende bei Auflastung vor der Kufenspitze liegen, so daß die o. g. notwendige Standsicherheit immer gegeben ist. Vorteilhaft ist darüber hinaus der geringe Umrüstaufwand, der erforderlich wird, wenn ein derartiger Abzugsschild in einen herkömmlichen klassischen Schild für die schneidende Gewinnung umgebaut werden soll. Es ist lediglich erforderlich, ein entsprechendes Zwischenstück in Form einer Kurzkappe zwischen Hangendkappe und Bruchschild bzw. dessen Gelenk zu setzen, wobei dies dadurch leicht möglich wird, weil diese Kurzkappe beidseitig eine korrespondierende Gelenkanordnung aufweist. Die Hydraulikstempel sind jeweils dicht an das Gelenk bzw. die Gelenkanordnung herangesetzt, so daß sich optimale Stützkräfte ergeben und andererseits die gesamte Anstellschiebekappe um das Gelenk abzusenken bzw. zu neigen. Ein vielseitig einsetzbarer Schild ist so geschaffen.

Weitere Einzelheiten und Vorteile des Erfindungsgegenstandes ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung der zugehörigen Zeichnung, in der ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel mit den dazu notwendigen Einzelheiten und Einzelteilen dargestellt ist. Es zeigen:

Fig. 1 einen klassischen Schild für die schneidende Gewinnung in Seitenansicht,

Fig. 2 einen Abzugsschild in Seitenansicht,

Fig. 2a den Abzugsschild in Vorkopfansicht, als Teilansicht und

Fig. 3 eine vergrößerte Wiedergabe der Verbindung von Bruchschild und Hangendkappe mit zwischengesetzter Kurzkappe.

In Fig. 1 ist ein Schildausbau wiedergegeben, der als Kombinationsschild bezeichnet ist. Dieses Schild 1 verfügt wie üblich über eine kompakte Liegendkufe 2, den über das Lemniskatengetriebe 4 gelenkig damit verbundenen Bruchschild 3 und die Hangendkappe 5, die über die Hydraulikstempel 6, 7 zwischen Hangendem 11 und Liegendem 12 verspannt wird, wobei sich die Hydraulikstempel 6, 7 auf die Liegendkufe 2 abstützen. Daß es sich jeweils um zwei Hydraulikstempel 6, 7 handelt, verdeutlicht Fig. 2a.

Die besondere Ausbildung des Schildes 1 ermöglicht ein Offenhalten der Öffnung 9 in Richtung Kohlenstoß 10, während der Bruchschild 3 unter Mithilfe des Anstellzylinders 8 dafür sorgt, daß die Schildeinheit gegen den hereinbrechenden Bruch gesichert ist.

Das Flöz 13, das hier nur angedeutet ist, wird zumindest zum Teil über die Gewinnungsmaschine 38 gelöst, wobei die Kohle dann über den Strebförderer 37 abgeführt wird.

Während der in Fig. 1 gezeigte Schild 1 als klassischer Schild für die schneidende Gewinnung bezeichnet wird, dient der aus Fig. 2 ersichtliche, vom Prinzip gleich ausgebildete Schild 1 als Abzugsschild. Dies bedeutet, daß die Kohle des Flözes 13 durch Absenken der Kappenspitze 14 zum Hereinbrechen veranlaßt wird, wobei sie dann ebenfalls über den Strebförderer 37 aus dem Streb herausgefördert wird. Das Absenken der Kappenspitze 14 erfolgt durch den Abzugszylinder 15, der gleichzeitig der Anstellzylinder 8 sein kann. Es kann sich aber auch um einen gesonderten Abzugszylinder 15 handeln. Hierzu ist die als Anstellschiebekappe 20 ausgebildete Hangendkappe 5 über ein Gelenk 16 mit dem Bruchschild 3 verbunden.

Die Hydraulikstempel 6 sind bei der Ausführung nach Fig. 2 in der Aufnahme 17 des Bruchschildes 3 gelagert, so daß deutlich erkennbar die Anstellschiebekappe 20 weit um das Gelenk 16 nach unten geneigt werden kann, wenn dies zum Abziehen der Kohle gewünscht bzw. notwendig ist.

Bei der Anordnung nach Fig. 1, d. h. also bei der klassischen Schildausführung ist die Anstellschiebekappe 20 ebenso wie bei der Ausbildung als Abzugsschild nach Fig. 2 über einen Verstellzylinder 21 in Richtung Flöz bzw. Kohlenstoß 19 verschiebbar. Der Verstellzylinder 21 hat darüber hinaus weitere Funktionen, auf die weiter hinten eingegangen wird.

Mit der Anstellschiebekappe 20 und quasi zwischen sie und das Gelenk 16 gesetzt ist eine Kurzkappe 22, die beidseitig über eine Gelenkanordnung 23, 24 verfügt, um so ohne jedwede weitere Änderungen zwischen das Gelenk 16 und die Anstellschiebekappe 20 gesetzt werden zu können.

Bei der Ausführung nach Fig. 1 ist die Kurzkappe 22 weiter mit einer Aufnahme 25 verbunden um so die Hydraulikstempel 6, 7 aufnehmen zu können.

Für die Anbindung bzw. Anlenkung des Anstellzylinders ist in der vergrößerten Wiedergabe nach Fig. 3 auf der Unterseite 28 als Anlenkpunkt 27 ein Winkelansatz 29 vorgesehen. Dieser Winkelansatz 29 dient dabei vorteilhafterweise gleichzeitig zum Anschluß des Ausgleichszylinders 30, der die Gelenkanordnung 24 verstarren soll und der darüber hinaus auch dazu dient, die Anstellschiebekappe 20 in eine jeweils gewünschte Position zu bringen. Der Ausgleichszylinder 30 ist hierzu mit dem weiteren Ansatzwinkel 32 verbunden, der den zweiten notwendigen Anlenkpunkt 31 abgibt. Ein Vergleich der beiden Fig. 1 und 2 verdeutlicht, daß dieser Ansatzwinkel 32 gleichzeitig bei Verzicht auf die Kurzkappe 22 als Anlenkpunkt für den Anstellzylinder 8 bzw. Abzugszylinder 15 dient.

Die Anstellschiebekappe 20 verfügt sowohl bei der Ausbildung nach Fig. 1 wie nach Fig. 2 über eine Klappkappe 33, deren Spitze 34 über die Deckplatte 35 der übrigen Anstellschiebekappe 20 angehoben werden kann, um so eine aktive Arbeit der Klappkappe 33 vorzugeben. Die Klappkappe 33 ist über ein Lenkergetriebe 36 mit der Anstellschiebekappe 20 verbunden, so daß sie gleichzeitig über den Verstellzylinder 21 mit beeinflußt werden kann.

Auf den Strebförderer 37 und die Gewinnungsmaschine 38 ist weiter vorn schon kurz eingegangen worden. Diese Aggregate sind auf der Seite 39 der Liegendkufe 2 angeordnet und können über den Vorschubzylinder 42 oder einen gesonderten Zylinder in einen mehr oder weniger großen Abstand zur Liegendkufe 2 verbracht werden. Hierzu sind der Kufenschuh 40, auf dem der Strebförderer 37 angeordnet ist, und die Einschubspitze 41 teleskopierbar ausgebildet.

Die Hydraulikstempel 6, 7 sind als Mehrfachteleskop ausgebildet, was Fig. 1 und Fig. 2 verdeutlichen, dadurch können die notwendigen Mächtigkeitsunterschiede überbrückt werden, die bei derartigen Flözen 13 auftreten können. Insbesondere beim Abzugsschild nach Fig. 2 ist eine vorteilhafte Standsicherheit bei jeder Art von Auflastung durch die besondere Art der Anlenkung der Anstellschiebekappe 20 und die Unterstützung durch die Anstellzylinder 8 gewährleistet. In keinem Fall kann die Ausbau resultierende Beauflastung vor der Einschubspitze 41 der Liegendkufe 2 liegen und zwar unabhängig davon, wie weit die Hydraulikstempel 6, 7 ausgefahren sind. Bei der aus Fig. 2 ersichtlichen Ausführung wird die besondere Anordnung der Hydraulikstempel 6, 7 in der Nähe des Gelenkes 16 zwischen Anstellschiebekappe 20 und Bruchschild 3 deutlich die die schon erwähnte sehr hohe Ausbaustützkraft ergibt, was bei bisher üblichen Schildausbauten nicht möglich war.

Alle genannten Merkmale, auch die den Zeichnungen allein zu entnehmenden, werden allein und in Kombination als erfindungswesentlich angesehen.


Anspruch[de]
  1. 1. Schild mit Lemniskatengetriebe (4), Bruchschild (3), Liegendkufe (2) und Hangendkappe (5) sowie die Öffnung (9) zum Kohlenstoß (10) wahrenden Hydraulikstempeln (6, 7) und Anstellzylindern (8) für den Abbau von Mineralen, insbesondere in mächtigen Flözen (13) anstehender Kohle, wobei die Kappenspitze (14) zum Abzug von Kohle über einen Abzugszylinder (15) um ein Gelenk (16) geneigt werden kann, dadurch gekennzeichnet, daß der als Anstellschiebekappe (20) ausgebildeten Hangendkappe (5) oder dem Bruchschild (3) eine Kurzkappe (22) zugeordnet ist, die beidseitig eine Gelenkanordnung (23, 24), die jeweils mit dem vorhandenen Gelenk (16) korrespondierend ausgebildet ist, und eine mit der Aufnahme (17) im Bruchschild (2) vergleichbare Aufnahme (25) für die Hydraulikstempel (6, 7) aufweist.
  2. 2. Schild nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Anstellschiebekappe (20) direkt oder unter Zwischenschaltung der Kurzkappe (22) an das Gelenk (16) des Burchschildes (3) angebaut ist.
  3. 3. Schild nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Hydraulikstempel (6, 7) in der Nähe des Gelenkes (16) des Bruchschildes (3) in der Kurzkappe (22) oder im Bruchschild (3) gelagert sind.
  4. 4. Schild nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Anstellschiebekappe (27) bzw. die Kurzkappe (22) einen Anlenkpunkt (27, 31) für die gelenkig mit dem Bruchschild (3) verbundenen und das Gelenk (16) überbrückenden Anstellzylindern (8) aufweist, die bei Verbindung mit der Anstellschiebekappe (20) gleichzeitig als Abzugszylinder (15) dienen.
  5. 5. Schild nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Anlenkpunkt (27, 31) für die Anstellzylinder (8) im Bereich der Aufnahme (25, 17) der Hydraulikstempel (6, 7) angeordnet ist.
  6. 6. Schild nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Anlenkpunkt (27, 31) für die Anstellzylinder (8) als über die Unterseite (28) der Hangendkappe (5) bzw. der Kurzkappe (22) vorstehender Winkelansatz (29) ausgebildet ist, der gleichzeitig auch der Anlenkung eines Ausgleichszylinders (30) dient.
  7. 7. Schild nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Ausgleichszylinder (30) die Gelenkanordnung (24) zwischen Kurzkappe (22) und Anstellschiebekappe (20) überbrückend angeordnet und gelenkig mit dem Anlenkpunkt (27) an der Anstellschiebekappe (20) und dem Anlenkpunkt (31) an der Kurzkappe (22) verbunden ist.
  8. 8. Schild nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Anstellschiebekappe (20) eine Klappkappe (33) zugeordnet ist.
  9. 9. Schild nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Klappkappe (33) bis geringfügig mit ihrer Spitze (34) über die Deckplatte (35) der Anstellschiebekappe (20) überstehend klappbar ist.
  10. 10. Schild nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Liegendkufe (2) auf der den Strebförderer (37) tragenden Seite (39) teleskopierbar ausgebildet ist.
  11. 11. Schild nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Strebförderer (37) einem Kufenschuh (40) zugeordnet ist, der über einen Vorschubzylinder (42) über die Einschubspitze (41) der Liegendkufe (2) schiebbar ausgebildet ist.






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