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Dokumentenidentifikation DE19526063C2 19.11.1998
Titel Detonations- und Dauerbrandlüfter zur Sicherung des Be- und Entladens eines Tankfahrzeuges
Anmelder F.A. Sening GmbH, 22525 Hamburg, DE
Erfinder Morgenstern, Erich, 22089 Hamburg, DE
Vertreter Meyer, L., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 20354 Hamburg
DE-Anmeldedatum 17.07.1995
DE-Aktenzeichen 19526063
Offenlegungstag 23.01.1997
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 19.11.1998
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.11.1998
IPC-Hauptklasse B67D 5/378
IPC-Nebenklasse B67D 5/32   B65D 90/30   B65D 90/28   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Verbesserung eines Detonations- und Dauerbrandlüfters zur Sicherung des Be- und Entladens von Tankfahrzeugen nach der in der DE 44 07 055 C1 angegebenen Art.

Aus der DE 42 36 591 C1 ist ein System zur Gasrückführung beim Be- und Entladen eines Tankfahrzeuges bekannt. Bei dem dort dargestellten System sind die einzelnen Tankabteile des Tankfahrzeuges an einer gemeinsamen als Steigleitung ausgebildeten Gasleitung angeschlossen, an die Anschlüsse für eine Gasrückführleitung, für eine Gaspendelleitung und ein Atmungsventil angeschlossen sind. Die Anschlüsse für die Gasrückführleitung und für die Gaspendelleitung sind alternativ geschlossen.

Beim Befüllen eines Tankabteils eines derartig ausgerüsteten Fahrzeuges entweicht das verdrängte Gas aus dem Tankabteil über eine Domöffnung, der ein Detonations- und Dauerbrandlüfter nachgeschaltet ist, über eine folgende gemeinsame Sammelleitung, die Steigleitung und den Anschluß für die Gasrückführleitung zurück in den abgebenden Tank des Tanklagers. Da oberhalb jedes Tankabteils des Tankfahrzeuges ein Detonations- und Dauerbrandlüfter vorgesehen ist, wird entsprechend viel Platz in der Höhe benötigt. Zur Sicherung der Detonations- und Dauerbrandlüfter gegen Beschädigung, z. B. durch Abreißen beim Überrollen des Fahrzeuges, sind außerdem Schutzleisten auf der Tankoberseite erforderlich.

Ein verbessertes und vereinfachtes System zur Gasrückführung ist in der DE 44 07 055 C1 beschrieben. Dort ist der Detonations- und Dauerbrandlüfter einem Ende der Gasleitung zugeordnet und die Scheitelauslässe der einzelnen Tankabteile sind gemeinsam an dem Detonations- und Dauerbrandlüfter angeschlossen. Dabei ist der Lüfter topfartig ausgebildet, wobei ein nach oben mit einem Flammsieb abgeschlossener Einsatz vorgesehen ist, der mit einem Anschluß zur Verbindung mit der die einzelnen Tankabteile verbindenden Sammelleitung versehen ist.

Obgleich diese Ausbildung ohne weiteres brauchbar ist, bestehen Restrisiken für den Fall großer Ausströmmengen an entzündetem Gas, welches zu einer Überhitzung des Detonations- und Dauerbrandlüfters führen kann.

In der FR 23 04 365 A1, die im wesentlichen mit der DE-AS 25 11 391 übereinstimmt, ist eine Entlüftungsarmatur mit einer Flammensperre angegeben, bei der eine Abdeckhaube vorgesehen ist, die einen sich nach oben düsenförmig verjüngenden Strömungsquerschnitt aufweist. Die Abdeckhaube ist nach oben ständig geöffnet, so daß durch die Armatur strömende Gase, auch ohne daß der Detonations- und Brandfall vorliegt, unmittelbar in die Atmosphäre gelangen. Die Anordnung ist daher nicht für geschlossene Gasführungssysteme geeignet.

Auch die DE-AS 10 41 423 und die DE-AS 10 47 723 zeigen Lüftungsvorrichtungen, die nicht für geschlossene Gasführungssysteme vorgesehen sind. In beiden Systemen ist ein ringförmiger Rost vorgesehen, der von den in die Atmosphäre zu führenden Gasen durchdrungen wird, wobei zentrale Luftführungswege vorgesehen sind, die der Kühlung entstehender Flammen dienen. Beide Systeme sind nicht für den Einsatz in geschlossenen Gasführungssystemen vorgesehen.

Beim Gegenstand der US 1 699 244 wird bei Auftreten eines Brandes in dem abgeschlossenen Rohrleitungssystem aus einem im Normalfal geschlossenen Rohr ein Feuerlöschmittel in den Brennraum abgegeben, so daß eine auftretende Flamme erlischt.

Auch die Entgegenhaltung DE-Z: Schlägel und Eisen, Jahrgang 1968, Nr. 1, Seite 12, rechte Spalte zeigt lediglich eine Anordnung mit einer Löschdüse, die mit Löschmittel versorgt wird und eine auftretende Flamme löscht. Auch dieses System ist nicht für eine im Regelfall geschlossene Gasführung vorgesehen.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen gegenüber dem Gegenstand der DE 44 07 055 C1 verbesserten Detonations- und Dauerbrandlüfter anzugeben, bei dem trotz im Regelfall geschlossenem Gasführungssystem im Brandfall eine nachhaltige Kühlung der auftretenden Flamme möglich ist.

Diese Aufgabe wird durch die im Anspruch 1 angegebene Erfindung gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in Unteransprüchen angegeben.

Die Lösung der Aufgabe wird also im wesentlichen dadurch erreicht, daß das zur Kühlung verwendete Lüftungsrohr im Normallfall von der Gasführungsstrecke zwischen Tankfahrzeug und Aufnahmetank abgeschlossen ist. Dadurch wird das Gaspendel- oder Gasrückführverfahren in keiner Weise beeinflußt. Erst bei Auftreten eines Brandfalls, in dem die das topfförmige Gehäuse abschließende Abdeckung abgesprengt wird, tritt das Lüftungsrohr in Aktion und kann durch seine Düsenwirkung eine Kühlung der auftretenden Flamme hervorrufen.

Durch den Einsatz der Erfindung wird auch erreicht, daß eine oberhalb des Flammsiebes auftretende Flamme durch eine große zentrale Kontaktfläche erheblich gekühlt werden kann und damit die Gefahr des Verbrennen des topfartigen Gehäuses verringert ist, insbesondere, wenn dieses aus Gewichtsgründen aus Aluminium besteht.

Dadurch, daß das zweite Ende des Lüftungsrohres vor einer das Gehäuse nach oben abschließenden Abdeckung endet, kann das Gehäuse insgesamt durch eine ebene Abdeckung abgeschlossen bleiben. Die Bauhöhe vergrößert sich daher nicht und es führt kein Rohr durch die Abdeckung hindurch.

Es kann auch erwünscht sein, das Lüftungsrohr endseitig sich trichterförmig verjüngend auszubilden und gegebenenfalls mit einer Auslaßdüse zu versehen, welche eine weitere beträchtliche Temperaturreduzierung bewirkt.

Die Erfindung wird nachstehend anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 eine schematische Schnittansicht durch ein erfindungsgemäß ausgerüstetes Tankfahrzeug, und

Fig. 2 eine Detaildarstellung eines Detonations- und Dauerbrandlüfters.

In der in Fig. 1 dargestellten Prinzipdarstellung ist ein Tankabteil 6 gezeigt, das mit einem Be- und Entlüftungssystem versehen ist. Beim Beladen des Tankabteils 6 wird vorhandenes Gas über den Domanschluß 5 mit Kippventil 4 auf eine Sammelleitung 2 geführt, die mit dem Detonations- und Dauerbrandlüfter 1 verbunden ist. Die Unterseite des Detonations- und Dauerbrandlüfters 1 schließt an die Gasleitung 3 an, deren zweites Ende mit der Verbindungsleitung 10 verbunden ist. Diese weist an einem Ende einen Gasrückführanschluß 7 auf, der in einem mit Klappe 12 verschließbaren Gehäuse 11 aufgenommen ist. Das andere Ende der Verbindungsleitung 10 enthält einen Gaspendelanschluß 8 sowie ein Atmungsventil 9.

Das beim Befüllen des Tankabteils 6 entweichende Gas wird über den Detonations- und Dauerbrandlüfter 1 entweder am Gasrückführanschluß 7 oder bei unzulässig hohem Überdruck über das bei Beladung pneumatisch geschlossene Atmungsventil 9 abgegeben. Sollte sich beim Anschluß entsprechender Rohrleitungen oder Schläuche ein Funke bilden, würde dieser in der Gasleitung 3 in den Detonations- und Dauerbrandlüfter 1 eindringen und dort unschädlich gemacht werden, ohne daß er in die Sammelleitung 2 eindringen könnte.

Das Tankfahrzeug weist lediglich eine einzige Gasleitung 3 mit einem einzigen Detonations- und Dauerbrandlüfter 1 auf. Die Sammelleitung 2 ist mit den einzelnen Domanschlüssen 5 der einzelnen Tankabteile 6 über Rohrkrümmer verbunden.

Fig. 2 zeigt einen Detonations- und Dauerbrandlüfter der angegebenen Art in vergrößerter Darstellung. Am oberen Ende der durch den Tank geführten Gasleitung 3 ist der Detonations- und Dauerbrandlüfter über einen Flansch 14befestigt. Der Dauerbrandlüfter 1 ist topfartig mit einem Gehäuse 18 ausgebildet, das oberseitig mit einem absprengbaren Deckel 15 versehen ist, dessen Rand 19 über den oberen Rand des Gehäuses 18 gestülpt ist, und der bei Auftreten einer Detonation abgesprengt wird. In dem Gehäuse 18 befinden sich ein zentral angeordneter Einsatz 17, der schalenartig ausgebildet ist und an seiner oberen Öffnungsseite ein an sich bekanntes Flammsieb 16 aufweist. Radial in Bezug auf den Detonations- ung Dauerbrandlüfter 1 ist der Einsatz 17 über einen Flansch 13 mit der Sammelleitung 2 verbunden.

Die gestrichelte mit Pfeilen versehene Linie zeigt den Gasfluß beim Beladen eines Tankabteils. Durch Ausbildung eines entsprechenden Querschnitts kann erreicht werden, daß mehrere Tankabteile gleichzeitig beladen werden können, ohne daß die Gasrückführung behindert wird.

Zentral durch den schalenförmigen Einsatz 17 hindurch ist ein Lüftungsrohr 20 geführt, dessen erstes Ende 22 unterhalb des Gehäuses 18 nach unten gerichtet mit der umgebenden Atmosphäre in Verbindung steht. Das obere Ende 21 des Lüftungsrohrs 20 endet gasdicht abgeschlossen an der Abdeckung 15. Eine oberhalb des Flammsiebes 16 entstehende Flamme sowie das innere des Gehäuses 18 werden somit durch den in dem Lüftungsrohr 20 entstehenden Luftstrom erheblich abgekühlt, so daß die Gefahr, daß die Flamme das Gehäuse 18 oder den Einsatz 17 verbrennt, erheblich verringert werden kann, bzw. diese Teile der Flamme länger standhalten.

Der Querschnittsverlust des Flammsiebes 16 durch das zentrale Lüftungsrohr 20 kann leicht durch einen etwas vergrößerten Durchmesser ausgeglichen werden.

Zur weiteren Kühlung des Lüftungsrohrs 20 kann dieses auch nach innen in den Luftstrom ragende Kühlrippen 23 oder einen Kühlstern enthalten.

Eine durch Zündung in der Gasleitung 3 auftretende Druckwelle wird zunächst den Deckel 15 des Gehäuses 18 absprengen lassen. Aus dem Einsatz 17 weiter ausströmendes Gas wird zwar zu einer Flammenbildung oberhalb des Flammsiebes 16 führen, jedoch kann die Flamme nicht durch das Flammsieb 16 hindurch in die Sammelleitung 2 und damit in die einzelnen Tankabteile 6 gelangen.

Der sich aufbauende Kühlluftstrom durch das Lüftungsrohr 20 führt zur Kühlung der Flamme und zur Verhinderung des Verbrennens des Gehäuses 18 bzw. des Einsatzes 17.

Bezugszeichenliste

1Dauerbrandlüfter

2Sammelleitung

3Gasleitung

4Kippventil

5Domanschluß

6Tankabteil

7Gasrückführanschluß

8Gaspendelanschluß

9Atmungsventil

10Verbindungsleitung

11Gehäuse

12Klappe

13Flansch

14Flansch

15Deckel

16Flammsieb

17Einsatz

18Gehäuse

19Rand

20Lüftungsrohr

21oberes, zweites Ende

22unteres, erstes Ende

23Kühlrippen


Anspruch[de]
  1. 1. Detonations- und Dauerbrandlüfter (1) zur Sicherung des Be- und Entladens eines Tankfahrzeuges für Mineralölprodukte zur Verbindung der Tankabteile (6) des Tankfahrzeuges mit einer Gaspendel- oder Gasrückführleitung (3), wobei der Detonations- und Dauerbrandlüfter (1) ein unterseitig mit der Gaspendel- oder Gasrückführleitung (3) verbundenes topfförmiges Gehäuse (18) mit einem zentralen mit einem Flammsieb (16) nach oben abgeschlossenen und seitlich mit den Tankabteilen (6) verbundenen Einsatz (17) aufweist, wobei zwischen Gehäuserand und Einsatz ein umlaufender Ringraum vorgesehen ist nach Patent DE 44 07 055, bei dem wenigstens ein im wesentlichen in Axialrichtung des Einsatzes (17) zentral durch das Flammsieb (16) geführtes Lüftungsrohr (20) vorgesehen ist, dessen erstes Ende (22) mit der Umgebungsatmosphäre in Verbindung steht und dessen zweites Ende (21) abgedichtet an einer das topfförmige Gehäuse (18) nach oben unter Bildung eines Abstandes zum Einsatz (17) abschließenden Abdeckung (15) endet.
  2. 2. Detonations- und Dauerbrandlüfter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das zweite Ende (21) des Lüftungsrohrs (20) abgedichtet durch die das topfförmige Gehäuse (18) nach oben abschließende Abdeckung (15) hindurchgeführt ist.
  3. 3. Detonations- und Dauerbrandlüfter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Lüftungsrohr (20) seitlich in das topfförmige Gehäuse (18) eingeführt ist.
  4. 4. Detonations- und Dauerbrandlüfter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Lüftungsrohr (20) sich von seinem ersten Ende (22) zu seinem zweiten Ende (21) hin verjüngt.
  5. 5. Detonations- und Dauerbrandlüfter nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das zweite Ende (21) des Lüftungsrohres (20) düsenartig ausgebildet ist.
  6. 6. Detonations- und Dauerbrandlüfter nach einem der Ansprüche 1-5, dadurch gekennzeichnet, daß das zweite Ende (21) des Lüftungsrohres (20) mit nach innen gerichteten Kühlrippen (23) versehen ist.






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