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Dokumentenidentifikation DE19542682C2 19.11.1998
Titel Sicherungseinrichtung für Zünder von Kleinraketengefechtsköpfen
Anmelder Daimler-Benz Aerospace Aktiengesellschaft, 81663 München, DE
Erfinder Liebhardt, Josef, 86529 Schrobenhausen, DE
DE-Anmeldedatum 16.11.1995
DE-Aktenzeichen 19542682
Offenlegungstag 22.05.1997
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 19.11.1998
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.11.1998
IPC-Hauptklasse F42C 15/16
IPC-Nebenklasse F42C 15/184   F42C 15/20   F42C 15/31   F42C 15/36   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Sicherungseinrichtung für Zünder von Kleinraketengefechtsköpfen, die einen federbelasteten Schieber mit einem darin eingelassenen Detonator aufweist, der mit Hilfe einer vorgespannten Feder von der Sicher- in die Scharfstellung bewegbar ist, wobei

  • - der Schieber in der Sicherstellung mittels eines Sperrbolzens und einem dazu koaxialen Sperrstift gehalten wird,
  • - ein Kolben mit dem Gasdruck eines elektrisch zündbaren Gasgenerators beaufschlagt wird, wodurch nacheinander ein in den Kolben eingreifender, federbelasteter Sperrkolben und der Kolben selbst von der Sicher- in die Scharfstellung verschoben werden,
  • - der Kolben mit Hilfe des radial befestigten Sperrbolzens eine Zugfeder spannt, die ihrerseits mit dem Schieber in Wirkverbindung steht,
  • - der Sperrstift im Schieber querverschiebbar gelagert ist und mit seinem freien Ende an einem Teil der Führung des Schiebers anliegt.

Aus der DE 43 02 972 A1 ist bereits eine ähnliche Sicherungseinrichtung für Zünder von Kleinraketengefechtsköpfen bekanntgeworden. Diese verwendet den Gasdruck eines elektrisch zündbaren Gasgenerators als erstes Entsicherungsmittel und ein pyrotechnisches Kraftelement als zweites Entsicherungsmittel. Pyrotechnische Kraftelemente weisen jedoch unerwünschte Eigenschaften auf, da sie zum einen mittels eingestreuter kurzer und energiereicher elektromagnetischer Impulse zündbar sind und zum anderen als chemische Produkte einem Alterungsprozeß unterworfen sind, der langfristig zum Ausfall oder auch zur Selbstreaktion führen kann. Außerdem ist eine Funktionsprüfung nicht möglich.

Es ist deshalb Aufgabe der Erfindung, eine bekannte Sicherungseinrichtung derart zu verbessern, daß die genannten Nachteile des bisher verwendeten pyrotechnischen Kraftelementes vermieden werden und daß wie bisher zwei voneinander unabhängige Entsicherungskriterien nur in der richtigen zeitlichen Reihenfolge die Sicherungseinrichtung von der Sicher- in die Scharfstellung überführen können.

Diese Aufgabe wird durch die im Kennzeichen des einzigen Patentanspruches wiedergegebenen Merkmale gelöst.

Der besondere Vorteil der erfindungsgemäßen Sicherungseinrichtung ist einerseits die erhöhte Sicherheit aufgrund des Wegfalls des pyrotechnischen Kraftelementes, andererseits wird aufgrund des Ersatzes des Kraftelements durch einen Drehmagneten die Empfindlichkeit gegenüber kurzen elektromagnetischen Impulsen erheblich reduziert. Weiterhin wird die Langzeitstabilität der Sicherungseinrichtung durch den Wegfall chemischer Produkte erhöht. Schließlich kann der verwendete Drehmagnet zu beliebigen Zeitpunkten der Herstellung, Montage oder auch nach längerer Lagerung immer wieder auf Funktion geprüft werden.

Ein Ausführungsbeispiel ist in der Zeichnung dargestellt und wird im folgenden näher beschrieben. Die einzige Figur der Zeichnung zeigt einen schematisch vereinfachten Schnitt durch die Sicherungseinrichtung.

In dem nur andeutungsweise dargestellten Zündergehäuse ist ein Schieber 1 gelagert, der einen Detonator 25 in einer im Schieber 1 eingelassenen Bohrung trägt. Die Verriegelung des Schiebers 1 in der Sicherstellung erfolgt durch zwei voneinander unabhängige Sperreinrichtungen. Die erste Sperreinrichtung besteht aus einem parallel zum Schieber 1 angeordneten Kolben 2, an dem radial ein Sperrbolzen 4 befestigt ist. Der Sperrbolzen 4 liegt an einer Kante des Schiebers 1 an und blockiert diesen. Der Kolben 2 wird in seiner Ruhelage durch einen federbelasteten Sperrkolben 10 fixiert, der in einer Ausnehmung im Kolben 2 einrastet, wobei die Ausnehmung eine Bohrung zum Innenraum des Kolbens 2 hin aufweist.

Der Kolben 2 wirkt mit seinem Sperrbolzen 4 hemmend auf einen federbelasteten Sperrstift 7, der im Schieber 1 derart gelagert ist, daß in der Sicherstellung seine Hauptachse mit derjenigen des Sperrbolzens 4 fluchtet und daß sein aus dem Schieber 1 ragendes Ende, das mit einer Ausnehmung 23 versehen ist, an einer Kante 27 des Gehäuses anliegt. Die Ausnehmung 23 korrespondiert mit dem freien Ende eines Hebels 8, der auf der Welle 12 des Drehmagneten 5 befestigt ist. Im Fall einer Ansteuerung des Drehmagneten 5 vor der Entriegelung des Schiebers 1 verhakt sich das freie Ende des Hebels 8 in der Ausnehmung 23 und hindert den Sperrstift 7 an seiner Entriegelung. Zwischen Drehmagnet 5 und Hebel 8 ist eine Rückstellfeder 8a angeordnet, die der Drehrichtung des Drehmagneten 5 entgegenwirkt. Die zweite Sperreinrichtung des Schiebers 1 besteht aus dem Drehmagneten 5 in Verbindung mit einem Untersetzungshebel 6. In der Sicherstellung liegt an der Welle 12 des Drehmagneten 5 der längere Arm des Untersetzungshebels 6 an, der kürzere Arm steht mit dem Schieber 1 in Wirkverbindung.

Die Bewegung des Schiebers 1 von der Sicher- in die Scharfstellung erfolgt indirekt. Die Schärfung beginnt mit der Zündung eines Gasgenerators 9, der aufgrund seines Zündstromes von einigen Ampere elektrisch sehr unempfindlich ist. Das erzeugte Gas strömt in den Innenraum des Kolbens 2 und drückt den Sperrkolben 10 aus seiner Sperrposition. Damit wird der Kolben 2 in seine Endposition gedrückt und durch einen Sperrstift 28, welcher in eine Bohrung 29 einfährt, dort gehalten. Am Sperrbolzen 4 ist eine als Spiralfeder ausgestaltete Zugfeder 11 eingehängt, deren anderes Ende am Schieber 1 befestigt ist. Diese Zugfeder 11 wird durch die Bewegung des Kolbens 2 gespannt. Gleichzeitig gibt der Sperrbolzen 4 den Weg für den Sperrstift 7 frei, der sich federgetrieben in den Schieber 1 zurückzieht. Der Schieber 1 ist jetzt nur noch durch die Anlage am Untersetzungshebel 6 in der Sicherstellung gehalten.

Der zweite Entsicherungsschritt wird durch die Ansteuerung des Drehmagneten 5 eingeleitet, der eine Drehung um einen Winkel von etwa 45° ausführt. Dadurch wird eine Ausnehmung in der Welle 12 so gedreht, daß der längere Arm des Untersetzungshebels b freigegeben wird und der Untersetzungshebel 6 unter dem Druck des federbelasteten Schiebers 1 in die Scharfstellung schwenkt. Gleichzeitig verschiebt sich auch der Schieber 1 in seine Scharfstellung.

Bei der Bewegung des Schiebers 1 durchtrennt ein Trennmesser 24 nacheinander zwei Kurzschlußdrähte 13, 14. Eine Kurzschlußfeder 26, die Kontakte des Detonators 25 überbrückt, wird kurz vor der Kontaktierung des Detonators 25 durch einen Kontaktträger 15 zur Seite gedrückt. Eine mechanische Einbausicherung 20 wird durch die Bewegung des Schiebers 1 entriegelt. Ferner wird der Schieber 1 in seiner Scharfstellung durch eine federbelastete Sperrhülse 18 verriegelt.

Als Temperatursicherung ist ein temperaturabhängig bewegliches Sperrelement 22 vorgesehen, das aus einem Memory-Metall besteht und das bei Überschreiten einer wählbaren Systemtemperatur den Kolben 2 blockiert.


Anspruch[de]
  1. 1. Sicherungseinrichtung für Zünder von Kleinraketengefechtsköpfen, die einen federbelasteten Schieber (1) mit einem darin eingelassenen Detonator (25) aufweist, der mit Hilfe einer vorgespannten Zugfeder (11) von der Sicher- in die Scharfstellung bewegbar ist, wobei
    1. 1. der Schieber (1) in der Sicherstellung mittels eines Sperrbolzens (4) und eines dazu koaxialen Sperrstiftes (7) gehalten wird,
    2. 2. ein Kolben (2) mit dem Gasdruck eines elektrisch zündbaren Gasgenerators (9) beaufschlagt wird, wodurch nacheinander ein in den Kolben (2) eingreifender, federbelasteter Sperrkolben (10) und der Kolben (2) selbst von der Sicher- in die Scharfstellung verschoben werden,
    3. 3. der Kolben (2) mit Hilfe des radial befestigten Sperrbolzens (4) die Zugfeder (11) spannt, die ihrerseits mit dem Schieber (1) in Wirkverbindung steht,
    4. 4. der Sperrstift (7) im Schieber (1) querverschiebbar gelagert ist und mit seinem freien Ende an einem Teil der Führung des Schiebers (1) anliegt,
    dadurch gekennzeichnet,
    1. 1. daß der Sperrstift (7) zur Entsicherung federbelastet nach der Verschiebung des Kolbens (2) in den Schieber (1) gedrückt wird,
    2. 2. daß der Schieber (1), der zunächst mit Hilfe des ersten Armes eines Untersetzungshebels (6) in der Sicherstellung blockiert wird, wobei sich der Untersetzungshebel (6) mit seinem zweiten Arm an der Welle (12) eines Drehmagneten (5) abstützt, dadurch entsichert wird, daß der zweite Arm des Untersetzungshebels (6) nach erfolgter Drehung der Welle (12) um einen einstellbaren Winkel durch eine Ausnehmung in der Welle (12) schwenkt und damit den Schieber (1) freigibt,
    3. 3. daß der Sperrstift (7) an seinem freien Ende eine Ausnehmung (23) aufweist, in die in der Sicherstellung des Sperrstiftes (7) ein Hebel (8) nur in dem Fall eingreift, daß der Hebel (8) mit Hilfe des elektrischen Drehmagneten (5) vor der Entsicherung des Sperrstiftes (7) angetrieben wird.






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