PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE19709314C2 19.11.1998
Titel Sitzuntergestell für einen Kraftfahrzeugsitz
Anmelder Audi AG, 85057 Ingolstadt, DE
Erfinder Enning, Norbert, Dipl.-Ing., 85095 Denkendorf, DE
DE-Anmeldedatum 07.03.1997
DE-Aktenzeichen 19709314
Offenlegungstag 17.07.1997
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 19.11.1998
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.11.1998
IPC-Hauptklasse B60N 2/50

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Sitzuntergestell für einen Kraftfahrzeugsitz nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Kraftfahrzeugsitze insbesondere Frontsitze von Personenkraftwagen sind in der Regel längsverstellbar auf karosseriefesten Sitzuntergestellen angebracht. Dazu sind die Sitzteile auf längsverlaufenden Sitzschienen montiert, die aus einer fest mit dem Sitzteil verbundenen Oberschiene und einer dagegen verschiebbaren, fest mit dem Sitzuntergestell verbindbaren Unterschiene bestehen. Zur Festlegung einer bestimmten Längsposition der Unterschiene und damit des Sitzteils sind lösbare Arretierungsvorrichtungen vorgesehen. Sitzuntergestelle und Befestigungen der Unterschienen an der Karosserie sind in einer Vielzahl unterschiedlicher Ausführungen bekannt:

Bei einem bekannten Untergestell für einen Fahrzeugsitz (JP 03 15 98 28 A) sind die Unterschienen der Sitzschienen in Fahrzeuglängsrichtung auf Querstreben befestigt, die ihrerseits mit dem Bodenaufbau verschraubt sind. Hierbei handelt es sich um eine übliche Stahlblechkonstruktion mit herkömmlicher Verbindungstechnik, wobei die Querstreben als dünnwandige, lange Blechteile die Karosseriesteifigkeit gegen einen Seitenaufprall nur unbedeutend beeinflussen.

Bei einer weiteren Anordnung eines Kraftfahrzeugsitzes ist es bekannt (DE 41 02 353 A1), eine fahrzeugäußere Sitzschiene aus Stahl über Konsolen mit einem Türschweller aus einem Leichtmetallstrangprofil unmittelbar zu verbinden. Als Montagehilfen sind Querstreben zwischen der fahrzeuginneren und fahrzeugäußeren Sitzschiene verwendet, die nach der Montage für die Sitzhalterung und Sitzverstellung nicht mehr erforderlich sind und zur Erhöhung der Quersteifigkeit der Karosserie weder vorgesehen sind noch einen merklichen Beitrag leisten.

In einer weiteren bekannten Sitzuntergestellausführung (JP 05330 365 A) sind die Untergestelle zweier nebeneinanderliegender Frontsitze über einen Mittentunnel hinweg durch Abstützteile als Brücke verbunden. Diese Abstützteile beinhalten flexible Elemente, die bei einem Seitenaufprall eine definierte Abstützung und Querübertragung von Aufprallenergie mit einer Verschiebung der Sitze gewährleisten sollen. Diese Abstützteile sind in Fahrzeuglängsrichtung extrudierte, kurze Strangprofilabschnitte. Die Querträger unter den Sitzen sind jedoch übliche Rohre, auf denen die Sitzschienen verschraubt sind.

In einer zudem bekannten Untergestellanordnung (EP 0 619 215 A1, Fig. 12 und 13) ist ein Querträger vorgesehen, der endseitig mit zwei gegenüberliegenden B-Pfosten verbunden ist und gegenüber dem Fahrzeugboden versetzt nach oben liegt. Auf diesem Querträger sind in Längsrichtung die hinteren Enden von Sitzschienen mit einem darauf befestigten Fahrzeugsitz angebracht. Der Querträger ist aufgrund seiner Verbindung zu den B-Pfosten in einem hinteren Sitzteilbereich angebracht, während die vorderen Sitzschienenenden über Laschen am Fahrzeugboden befestigt ist. Eine solche Anordnung eines durchgehenden Querträgers zwischen den gegenüberliegenden B-Pfosten erfordert einen speziellen Karosserieaufbau ohne Mittentunnel in diesem Bereich und ist somit nicht allgemein verwendbar. Zudem ist durch den Querträger im hinteren Bereich der Vordersitze die Fußfreiheit für die Rücksitze eingeschränkt. Der durchgehende Querträger als stabiles Stahlrohr führt zu einem relativ hohen Gewicht und die Anbringung der Sitzschienen ist aufwendig.

Bei einer bekannten gattungsgemäßen Ausführungsform (DE 28 16 318 C2) bestehen die Sitzuntergestelle für die Frontsitze aus Konsolen, die am Fahrzeugboden befestigt sind und auf denen längsverlaufende Sitzschienen angebracht sind. Zudem sind stabile Querrohre als Verstärkungselemente in den Sitzpolstern der Fahrzeugfrontsitze integriert, die zusammen mit dem Sitzpolster jeweils längsverstellbar sind. An den Fahrzeugaußentüren und am Mittentunnel sind im Längsverstellbereich der Sitzpolster stabile Stützflächen und Übertragungselemente vorgesehen, so daß bei einem Seitenaufprall die Aufprallenergie über die Verstärkungselemente und Übertragungsteile von der Aufprallseite in einem Verbund auf die andere Fahrzeugseite übertragen wird. Dadurch sollen die Seitenstabilität der Karosserie und die Energieabsorption bei einem Seitenaufprall erhöht werden. Die Anordnung ist durch die erforderlichen Bauteile aufwendig bei großem Bauraum und hohem Gewicht. Die Querrohre als Verstärkungselemente sind somit lageveränderlich und sind keine Bestandteile der Sitzuntergestelle.

Aufgabe der Erfindung ist es demgegenüber, ein einfach herstellbares, preisgünstiges und leicht montierbares Sitzuntergestell für einen Kraftfahrzeugsitz zu schaffen.

Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

Gemäß Anspruch 1 bestehen die Konsolen aus Abschnitten eines in Fahrzeugquerrichtung extrudierten Strangpreßprofils. Solche Konsolen sind einfach und preisgünstig herstellbar. Eine Verbindung zum Bodenaufbau der Karosserie sowie zu einer darauf befestigten Unterschiene einer Sitzschiene kann einfach hergestellt werden. Die Gestaltungsfreiheit solcher Profile für Konsolen ist groß, so daß genaue Dimensionierungen für ausreichend hohe Tragkräfte bei geringem Gewicht und geringem Materialeinsatz möglich sind.

In einer besonders bevorzugten Ausführungsform nach Anspruch 2 ist in zugeordneten Profilausnehmungen der beiden gegenüberliegenden Konsolen wenigstens ein Querrohr als Seitenabstützelement eingelegt. Dieses Querrohr überragt die Konsolen jeweils seitlich mit seinen Enden. Diese Enden liegen damit im Bereich eines Schwellers und eines Mittentunnels, wo diese Enden bei einem Seitenaufprall mit einer Karosserieverformung ihre Abstützbasis finden und somit zu einer Querversteifung beitragen. Diese Querrohre liegen dabei ortsfest in den karosseriefest angebrachten Konsolen, so daß sich ein einfacher, kostengünstiger und gewichtssparender Aufbau mit wenigen Teilen bei guter Schutzfunktion ergibt. Je nach den Erfordernissen können mehrere Querrohre verwendet werden. Zweckmäßig werden die aufnehmenden Profilausnehmungen so dimensioniert, daß das jeweilige Querrohr festsitzend eingesteckt ist. Gegebenenfalls kann auch durch Stege, Sicherungsschrauben, etc. eine Sicherung dieser Querrohre gegen ein Herausrutschen oder ein Klappern vorgenommen werden.

In einer zweckmäßigen konkreten Ausführungsform nach Anspruch 3 weisen die Konsolen an den fahrzeuglängsseitigen Endbereichen Fußteile auf, wobei dort je Sitzuntergestell zwei Querrohre eingelegt sind. Eine kostengünstige, stabile Ausführung mit wenig Materialeinsatz wird erreicht, wenn nach Anspruch 4 die Querrohre einen kreisrunden Durchmesser haben.

Das erfindungsgemäße Sitzuntergestell eignet sich nach Anspruch 5 besonders dazu, die Konsolen und/oder die Querrohre aus Leichtmetallstrangprofilen, insbesondere aus Aluminiumstrangprofilen herzustellen, wodurch auf gängige Herstellungsverfahren zurückgegriffen werden kann und eine besonders gewichtsgünstige Bauweise erhalten wird. Ein solches Sitzuntergestell aus Leichtmetall kann z. B. bei Verwendung von Befestigungsverschraubungen ohne Probleme mit Stahlblechkarosserieaufbauten kombiniert werden.

In einer einfachen, materialsparenden konkreten Ausführungsform nach Anspruch 6 hat eine Konsole einen flachbandartigen, einwandigen Aufbau, wobei an beiden Konsolenlängsendseiten ein etwa waagrechter Verbindungssteg zu der Unterschiene einer Sitzschiene liegt, wobei diese den Stegabstand überbrückt. Von dort ausgehend erstreckt sich je eine endseitige Fußstütze nach unten, wobei jede Fußstütze zur Konsolenmitte hin als etwa waagrechte Bodenauflage verläuft, dann wieder nach oben mit einer zweiten Fußstütze abbiegt und der Abstand zwischen diesen Fußstützen durch eine etwa waagrechte Zwischenstrebe überbrückt ist.

Vorteilhaft sind nach Anspruch 7 an den unteren Enden der ersten Fußstützen in Längsrichtung von der Konsole abstehende Befestigungslaschen für eine einfache Montage angeformt. Bevorzugt wird ein Fahrzeug mit Sitzschienen und daran befestigten Konsolen als Baueinheit vormontiert. Bei der Endmontage wird eine solche Baueinheit insgesamt in die Karosserie eingesetzt und die Konsolen und damit die Baueinheit mit den Befestigungslaschen am Fahrzeug montiert.

In der konkreten vorbeschriebenen Ausführungsform mit Fußstützen ergibt sich nach Anspruch 8 im Bereich zwischen der ersten und der zugeordneten zweiten Fußstütze und der darüber angeordneten Sitzschiene jeweils eine Ausnehmung in denen ohne weitere Maßnahmen die Querrohre festsitzend, ggf. beim Aufschrauben der Sitzschienen gehalten werden können. Dabei liegen die Querrohre gegenüber dem Fahrzeugboden etwas erhöht und haben damit eine gute Seitenabstützfunktion zwischen einem Schweller und einem Mittentunnel.

Anhand einer Zeichnung wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung näher erläutert.

Es zeigen:

Fig. 1 eine perspektivische Ansicht eines Sitzuntergestells für einen Kraftfahrzeugsitz, und

Fig. 2 eine Seitenansicht des Sitzuntergestells nach Fig. 1 in Blickrichtung A.

In den Fig. 1 und 2 ist ein Sitzuntergestell 1 für einen Kraftfahrzeugsitz dargestellt, das aus zwei in Fahrzeuglängsrichtung ausgerichteten, beabstandeten und karosseriefesten Konsolen 2, 3, zwei darauf befestigten Unterschienen 4, 5 als Teile von Sitzschienen und zwei Querrohren 6, 7 als Seitenabstützelemente besteht.

Die Konsolen 2, 3 sind Abschnitte eines in Fahrzeugquerrichtung extrudierten Leichtmetallstrangpreßprofils. Die Konsolen 2, 3 haben dabei einen flachbandartigen Aufbau, wobei an beiden Konsolenlängsendseiten jeweils ein etwa waagrechter Steg 8, 9 liegt, an denen jeweils die zugehörige Unterschiene 4, 5 über Verschraubungen 10, 11 befestigt ist. Ausgehend von den Längsenden der Stege 8, 9 verläuft jeweils eine Fußstütze 12, 13 nach unten zum Fahrzeugboden 14, von wo in Längsrichtung der Konsolen 2, 3 jeweils Befestigungslaschen 15, 16 abstehen. Dort ist das Sitzuntergestell über Verschraubungen 17, 18 mit dem Fahrzeugboden 14 fest verbunden. Von jedem unteren Fußstützenende verlaufen zudem Bodenauflagen 19, 20 zur Konsolenmitte hin, die dann nach oben zu zweiten Fußstützen 21, 22 abbiegen und die auf mittlerer Höhe durch eine Zwischenstrebe 23 verbunden sind.

Im Bereich zwischen den ersten und zweiten Fußstützen 12, 21 und 13, 22 sowie der zugeordneten Sitzunterschiene 4 und der Stege 8, 9 ergeben sich Aufnahmebereiche 24, 25, in die die mit kreisrundem Querschnitt als Leichtmetallrohre ausgeführten Querrohre 6, 7 festsitzend eingelegt und gehalten sind.

Damit wird eine gewichtsgünstige, einfach herstellbare Ausführung eines Sitzuntergestells 1 erhalten. Die Querrohre 6, 7 als Seitenabstützelemente überragen seitlich mit ihren Enden die Konsolen 2, 3 und liegen im fertig montierten Zustand in einer üblichen (nicht dargestellten) Karosserie mit ihren Enden jeweils im Bereich eines Schwellers und Mittentunnels. Bei einem Seitenaufprall mit einer Karosserieverformung wirken die Querrohre als Seitenabstützelemente und finden ihre Abstützbasis dann jeweils am Schweller und Mittentunnel.


Anspruch[de]
  1. 1. Sitzuntergestell für einen Kraftfahrzeugsitz mit zwei in Fahrzeuglängsrichtung ausgerichteten, in Fahrzeugquerrichtung beabstandeten und karosseriefesten Konsolen (2, 3), auf denen je eine Unterschiene (4, 5) einer Sitzschiene aufgesetzt und verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Konsolen (2, 3) aus je einem kurzen Abschnitt eines extrudierten Strangpreßprofils bestehen, wobei die Extrudierachse der Strangprofilabschnitte quer zur Fahrzeuglängsachse liegt.
  2. 2. Sitzuntergestell nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in zugeordneten Profilausnehmungen (24, 25) der beiden Konsolen (2, 3) wenigstens ein Querrohr (6, 7) als Seitenabstützelement eingelegt ist, das die Konsolen (2, 3) mit seinen Enden jeweils seitlich überragt und mit seinen Enden je im Bereich eines Schwellers und eines Mittentunnels liegt, wo die Enden bei einem Seitenaufprall mit einer Karosserieverformung ihre Abstützbasis finden.
  3. 3. Sitzuntergestell nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Konsolen (2, 3) an den fahrzeuglängsseitigen Endbereichen Fußteile (12, 21 und 13, 22) aufweisen, und im Bereich der Fußteile (12, 21 und 13, 22) je ein Querrohr (6, 7) eingelegt ist.
  4. 4. Sitzuntergestell nach Anspruch 2 oder Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das wenigstens eine Querrohr (6, 7) einen kreisrunden Durchmesser hat.
  5. 5. Sitzuntergestell nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Konsolen (2, 3) und/oder die Querrohre (6, 7) Leichtmetallstrangprofile, insbesondere aus Aluminium sind.
  6. 6. Sitzuntergestell nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,

    daß eine Konsole (2, 3) einen flachbandartigen Aufbau hat, wobei an beiden Konsolenlängsendseiten ein etwa waagrechter Steg (8, 9) liegt, an dem jeweils eine Unterschiene (4, 5) einer Sitzschiene mit ihren Längsendseiten aufliegt und verbunden ist,

    daß sich ausgehend von den Längsenden der Stege (8, 9) je eine Fußstütze (12, 13) nach unten erstreckt,

    daß ausgehend von jedem unteren Fußstützenende je eine Bodenauflage (19, 20) aufeinander zugerichtet verläuft, die dann mit je einer kurzen zweiten Fußstütze (21, 22) etwa nach oben gerichtet ist, und

    daß die oberen Enden der zweiten Fußstützen (21, 22) über eine etwa waagrecht verlaufende Zwischenstrebe (23) verbunden sind.
  7. 7. Sitzuntergestell nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß jeweils am unteren Ende der ersten Fußstütze (12, 13) eine in Längsrichtung von der Konsole (2, 3) abstehende Befestigungslasche (15, 16) angeformt ist.
  8. 8. Sitzuntergestell nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß jeweils im Bereich zwischen der ersten und der zugeordneten zweiten Fußstütze (12, 21 und 13, 22) und der darüber angeordneten Unterschiene (4, 5) die Ausnehmung (24, 25) gebildet ist, in die die Querrohre (6, 7) eingelegt sind.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com