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Dokumentenidentifikation DE19713650C1 19.11.1998
Titel Rührwerkzeug
Anmelder Piske, Siegfried, 94474 Vilshofen, DE
Erfinder Piske, Siegfried, 94474 Vilshofen, DE
DE-Anmeldedatum 02.04.1997
DE-Aktenzeichen 19713650
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 19.11.1998
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.11.1998
IPC-Hauptklasse B01F 7/16
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Rührwerkzeug bestehend aus einem Schaft und einer am Schaft befestigten Kette. Die Kette ist derart ausgebildet, daß sie sich im wesentlichen nur in einer Verschwenkebene verschwenken kann und daß die Achse des Schaftes in der Verschwenkachse liegt.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Rührwerkzeug, nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Flüssige oder teilflüssige Gemische und Emulsionen entmischen sich häufig bei längerer Lagerung, so daß sie vor Gebrauch wieder gemischt werden müssen. Bei kleineren Behältern kann dies durch Schütteln des Behälters erreicht werden. Bei größeren Behältern jedoch wird das Vermischen durch Rühren erreicht. Die einfachste und archaische Art zu Rühren ist von Hand mit einem Stab. Dabei wird jedoch der am Boden abgesetzte Teil des Gemischs nur unzureichend aufgerührt und gemischt. Ferner gibt es Rührquirle, die manuell oder maschinell gehandhabt werden.

Eine bestimmte Art von Rührquirlen kann beispielsweise in ein Bohrfutter einer Bohrmaschine eingespannt werden, so daß die Bohrmaschine als elektrischer Rührquirl verwendet werden kann. Ein solcher einspannbarer Rührquirl besteht üblicherweise aus einem Schaft, einer Vielzahl von im wesentlichen radial vom Schaft abstehenden Rührschaufeln und einem Ring, die die äußeren Enden der Rührschaufeln verbindet. Der Ring vergrößert die Stabilität der starren Rührschaufeln und hält diese in einer definierten Position zueinander.

Ein solcher Quirl hat den Nachteil, daß er einen relativ großen, durch den äußeren Ring festgelegten Durchmesser besitzt und dadurch nicht in Behältern verwendet werden kann, deren Öffnung klein ist, wie beispielsweise bei Behältern mit Schraubverschlüssen. Eine größenmäßige Anpassung ist nicht möglich. Zudem wird der Boden des Behälters nur unzureichend überstrichen, wenn ein solcher herkömmlicher Quirl schräg, d. h. nicht senkrecht zum Boden des Behälters, gehalten wird. Es ist jedoch besonders wichtig, daß der Boden des Behälters überstrichen wird, da sich dort insbesondere die schwereren oder festen Bestandteile des zu rührenden Gemisches absetzen.

Aus DE 78 01 293 U1 ist ein Rührer mit einer Rührwelle bekannt, wobei exzentrisch zur Rührwelle eine oder mehrere mit dieser rotierende Ketten an einer Scheibe befestigt sind. Die Kettenglieder jeder Kette greifen lose ineinander und sind somit zueinander frei beweglich. Diese losen Kettenglieder können sich insbesondere beim Starten oder Hochlaufen des Rührers um die Rührwelle wickeln und somit nur eine unzureichende Rührwirkung erzeugen. Eine ähnliche Rührvorrichtung mit zwei Ketten ist auch aus DE 37 25 977 A1 bekannt.

Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Rührquirl vorzusehen, der die Nachteile des Standes der Technik nicht aufweist. Insbesondere sollte der Rührquirl durch eine relativ kleine Öffnung in einen Behälter eingeführt werden können, auf verschiedene Behältergrößen eingestellt werden können und bei Schräghalten dennoch den Boden des Behälters in ausreichender Weise überstreichen. Ferner soll der Rührquirl auch bei dickflüssigem Rührgut ein gutes Start- oder Hochlaufverhalten besitzen.

Diese Aufgabe wird durch ein Rührwerkzeug gemäß Anspruch 1 gelöst. Bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.

Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels anhand der Zeichnung. In der Zeichnung zeigt:

Fig. 1 eine Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Rührwerkzeugs;

Fig. 2 einen Querschnitt durch das obere Ende des Schafts des Rührwerkzeugs gemäß Fig. 1;

Fig. 3 eine Detailansicht des unteren Endes des Schafts des Rührwerkzeugs gemäß Fig. 1;

Fig. 4 eine vergrößerte Seitenansicht des unteren Endes des Rührwerkzeugs, und zwar gegenüber Fig. 1 um 90° gedreht;

Fig. 5 eine vergrößerte Draufsicht auf die Kette des Rührwerkzeugs;

Fig. 6 eine Seitenansicht der Kette entsprechend Fig. 5;

Fig. 7 eine Seitenansicht des Rührwerkzeugs ähnlich Fig. 1, wobei eine Schrägstellung des Quirls gestrichelt dargestellt ist; und

Fig. 8 eine Ansicht des unteren Teils des Rührwerkzeugs, wobei verschiedene Zustände beim Ausspreizen der Kette während des Betriebs dargestellt sind.

Das Rührwerkzeugs gemäß Fig. 1 besteht im wesentlichen aus einem Schaft 1, einem Kopf 2 und einer Kette 3. Der Schaft 1 weist an seinem oberen Ende vorzugsweise einen Sechskant 4 zum Einspannen in ein (nicht gezeigtes) Bohrfutter auf, der auch in Fig. 2 im Querschnitt gezeigt ist. Anstatt des Sechskants könnte jegliches andere Polygon werden, z. B. Vierkant, Fünfkant etc.

An seinem unteren Ende, das in Einzelheiten auch in Fig. 3 dargestellt ist, besitzt der Schaft 1 ein Gewinde 5 sowie einen Führungs- und Haltedorn 6 zum Eingriff mit der Rührkette 3. Oberhalb des Gewindes 5 ist eine Abflachung oder ein Planschliff 7 vorgesehen zum Ansetzen eines Gabelschlüssels beim Aufschrauben des Kopfes 2 auf den Schaft 1. Eine ähnliche Abflachung bzw. ein ähnlicher Planschliff 8 ist am Kopf 2 vorgesehen, wie in Fig. 4 am besten zu sehen ist. Der Kopf 2 weist ferner ein Innengewinde 9 in axialer Richtung zur Aufnahme des Gewindes 5 des Schafts 1 sowie einen Durchlaß 10 in radialer Richtung zur Aufnahme der Kette 3 auf. Es sei bemerkt, daß der Schaft auch (mit Ausnahme des Gewindes 5) insgesamt einen Querschnitt in Form beispielsweise eines Sechskants haben könnte. Damit würde sich die Abflachung 7 erübrigen.

Die Kette 3 ist eine Gliederkette, vorzugsweise von der Art ähnlich einer Fahrradkette. Jedoch könnte auch jegliche andere Art von Kette verwendet werden. Einzelheiten der bevorzugten Ausgestaltung der Kette 3 sind in Fig. 5 und 6 dargestellt. Die Kette 3 kann in jeglicher gewünschten Länge verwendet werden. Grundsätzlich wäre es ausreichend, die Kette 3 einseitig aus dem Kopf herauszuführen. Aus Gründen des gleichmäßigeren Laufs und der Balance wird jedoch bevorzugt, die Kette 3 beidseitig aus der Öffnung 10 im Kopf 2 herauszuführen und die Enden der Kette 3 gleich lang zu gestalten, wie ist in Fig. 1 dargestellt ist.

Zur Bereitstellung des Kettenquirls wird eine gewünschte Länge Kette durch die Öffnung im Kopf hindurchgeführt, bis das mittlere Kettenglied im Kopf zu liegen kommt. Dann wird der Schaft in den Kopf eingeschraubt. Dabei fährt der Dorn in das mittlere Kettenglied und sichert die Kette gegen Herausziehen. Durch Festziehen der Verschraubung, vorzugsweise mittels Gabelschlüsseln, die an den Abflachungen an Schaft und Kopf angesetzt werden, wird ferner die Kette in der Öffnung im Kopf festgeklemmt und das Gewinde gegen Lösen gesichert.

Wenn der Quirl nun im wesentlichen senkrecht gehalten wird, hängt die Kette senkrecht nach unten. Somit benötigt der Kettenquirl nur eine kleine Öffnung zum Einführen in einen Behälter. Durch das anschließende Drehen des Quirls spreizen sich die Kettenenden wegen der Fliehkraft auseinander und wirken als Rührschaufeln.

Selbst wenn der Quirl schräg gehalten wird, kann er doch mit seinem Kopf am Boden des Behälters gehalten werden, so daß die Kette während eines Teils ihrer Drehbewegung am Kopf abgewinkelt wird und am Boden des Behälters entlanggeführt wird. Durch die Flexibilität der Kette kann diese beim Umlaufen abgewinkelt werden und zumindest teilweise den Boden überstreichen.

Ebenso kann ein äußerer Teil der Kette beim Rühren einer Rundung des Bodens nach oben folgen, beispielsweise in einem schüsselartigen Rührbehälter oder bei einem abgerundeten Übergang zwischen Behälterwand und Behälterboden. Somit wird eine überlegene Rührwirkung erzielt.

Sämtliche Teile des Quirls bestehen vorzugsweise aus Metall, insbesondere aus galvanisch verzinktem Stahl. Jedoch wäre auch eine Ausführung aus widerstandsfähigem Kunststoffmaterial möglich. Die Auswahl geeigneter Materialien liegt im Bereich fachmännischen Handelns.

Durch den einfachen Aufbau kann die Kette bei Bedarf leicht ausgetauscht werden. So kann eine abgenutzte Kette leicht ersetzt werden, oder aber es kann eine Kette mit passender Länge für die gewünschte Anwendung des Quirls eingesetzt werden. Die Verschraubung kann vor Ort von Hand oder gegebenenfalls durch Gabelschlüssel oder ähnliches Standardspannwerkzeug gelöst und wieder festgezogen werden. Notfalls kann die Kette auch relativ leicht gekürzt werden, falls eine kürzere Kette benötigt wird, aber nicht zur Verfügung steht. Bei Verwendung einer Kette ähnlich einer Fahrradkette kann die Länge der Kette ferner mittels eines handelsübliches Kettenschlosses verändert werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Rührwerkzeug mit einem Schaft (1) und mit einer an dem Schaft befestigten Kette (3), dadurch gekennzeichnet, daß die Kette (3) derart ausgebildet ist, daß sie sich im wesentlichen nur in einer Verschwenkebene verschwenken kann und daß die Achse des Schafts (1) in der Verschwenkebene liegt.
  2. 2. Rührwerkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kette (3) mittig an einem Ende des Schafts (1) befestigt ist.
  3. 3. Rührwerkzeug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein Kopf (2) vorgesehen ist zum Verbinden von Schaft (1) und Kette (3).
  4. 4. Rührwerkzeug nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Kopf (2) mit dem Schaft (1) über ein Gewinde (5, 9) verbunden ist.
  5. 5. Rührwerkzeug nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß sowohl am Schaft (1) als auch am Kopf (2) eine Abflachung (7, 8) vorgesehen ist zum Ansetzen eines Spannwerkzeugs.
  6. 6. Rührwerkzeug nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Kopf (2) einen Durchlaß (10) in radialer Richtung zur Aufnahme der Kette (3) aufweist.
  7. 7. Rührwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Kette (3) eine Gliederkette von der Art einer Fahrradkette ist.
  8. 8. Rührwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß an dem der Kette abgewandten Ende des Schafts (1) ein Sechskant (4) vorgesehen ist.
  9. 9. Rührwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß am vorderen Ende des Schafts (1) ein Führungs- und Haltedorn (6) zum Einführen in ein Kettenglied der Kette (3) vorgesehen ist.
  10. 10. Rührwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Rührwerkzeug aus verzinktem Stahl besteht.






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