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Dokumentenidentifikation DE19719416A1 19.11.1998
Titel Nadelbalken
Anmelder Günther Maschinenbau GmbH, 64807 Dieburg, DE
Erfinder Günther, Helmut, 64850 Schaafheim, DE
Vertreter Kasseckert, R., Dipl.-Phys.Univ., Pat.-Anw., 82041 Oberhaching
DE-Anmeldedatum 12.05.1997
DE-Aktenzeichen 19719416
Offenlegungstag 19.11.1998
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.11.1998
IPC-Hauptklasse A23B 4/28
IPC-Nebenklasse A23L 1/318   
IPC additional class // A23B 7/08,A23L 1/212  

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Nadelbalken eines Pökelinjektors, der an Führungsstangen motorisch auf und ab bewegt werden kann, eine Vielzahl von Nadeln zum Injizieren einer Pökelflüssigkeit trägt und der ein Zufuhrsystem für eine Pökelflüssigkeit aufweist.

In der Fleischveredelungsindustrie sind Pökelinjektoren bekannt (z. B. aus der EP 297 592 A1 die an Führungsstangen bewegliche Nadelbalken aufweisen. An den Nadelbalken sind eine Vielzahl von Nadeln befestigt die als Hohlnadeln ausgebildet sind und die mit einem Zuführsystem versehen sind, so daß durch sie eine Pökelflüssigkeit geleitet werden kann. Diese Flüssigkeit wird beim Einstechen in ein Fleischstück in dieses Fleischstück injiziert und verlängert so die Haltbarkeit des Lebensmittels oder erzielt einen gewünschten Geschmack. Mit Pökelung ist hier also nicht nur das Injizieren von Salzlaken gemeint, sondern das Injizieren beliebiger Flüssigkeiten in Lebensmittel. Der Hauptanwendungsfall liegt in der Fleischveredelung, möglich mit diesen Maschinen ist jedoch ebenso die Behandlung anderer Lebensmittel, wie z. B. das Einspritzen von Zuckerlösung in Früchte. Im weiteren wird jedoch stets von Pökelflüssigkeit und von Fleisch gesprochen, auch wenn andere Flüssigkeiten oder andere zu behandelnde Lebensmittel gemeint sind.

Wenn beim Stand der Technik die Nadeln verstopft sind, oder wenn Nadeln mit einem anderen Stichbild eingesetzt werden sollen, muß der Nadelbalken hochgefahren werden, und die Nadeln relativ kompliziert aus dem Nadelbalken entfernt werden.

Aufgabe der Erfindung ist es daher, einen Nagelbalken vorzuschlagen, bei dem die Auswechselung der Nadeln einfacher und schneller erfolgen kann.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Nadeln an einem separaten, einsteckbaren, herausnehmbaren Nadelträger befestigt sind, der die Nadeln in Kanälen längsbeweglich hält.

Mit der Erfindung wird erreicht, daß statt einer Vielzahl von Handgriffen alle Nadeln des Nadelbalkens oder alle Nadeln einer Gruppe - falls der Nadelbalken mehrere Gruppen von Nadeln enthält - mittels weniger Handgriffe, nämlich durch Auswechseln des Nadelträgers, der sie hält, relativ einfach gewechselt werden können. Verstopfte Nadeln können dadurch ebenso schnell gegen neue ausgetauscht werden wie z. B. andere Nadeln mit anderem Stichbild einsetzbar sind. Die Umrüstung des Geräts von einer Sorte Fleisch (z. B. Rindfleisch, wo dicke Nadeln verwendet werden, zu einer anderen Sorte Fleisch, z. B. Fisch, wo dünne Nadeln verwendet werden), gelingt so also durch ein schnelles Herausnehmen des Nadelträgers, der die Vielzahl der Nadeln - entweder alle Nadeln oder größere Gruppen von Nadeln - trägt.

In einer Ausführungsform enthält das Nadelbalkenoberteil zwei waagrecht verlaufende Schienen, in die der Nadelträger einschiebbar ist. Dadurch wird garantiert, daß die im Nadelträger gehaltenen Nadeln immer an der vorgesehenen Stelle im Nadelbalken zur Ruhelage kommen. Fehlbedienungen sind damit ausgeschlossen.

In einer Ausführungsform weisen die Nadeln Nadelköpfe auf. Jede Nadel bildet zusammen mit dem Nadelkopf ein Element, das ähnlich einem Nagel in die Führungen des Nadelträgers einschiebbar ist. Durch die Verbreiterung des Kopfes wird im Zusammenspiel mit entsprechenden Stufenbohrungen erreicht, daß alle Nadeln gleich tief einschiebbar sind. Bevorzugt sind die Bohrungen im Nadelträger so gestaltet, daß die Köpfe vollständig im Nadelträger verschwinden, so daß sich bei eingelegten Nadeln (mit Köpfen) auf der Oberseite eine fast ebene Fläche bildet, wobei die Nadelköpfe in den vorbereitete Versenkungen so tief verschwunden sind, daß die Oberseite praktisch eben ist.

Bei Verwendung von Nadelköpfen kann dann erreicht werden, daß die Abfederung der Nadeln außerhalb des Nadelträgers - insbesondere im Nadelbalkenoberteil - angeordnet sind. D. h., für jede Nadel steht im Nadelbalkenoberteil ein ihr zugeordnetes Federelement bereit, das erlaubt, daß sich die Nadel in das Nadelbalkenoberteil gefedert nach oben verschieben kann. Dies ist z. B. erforderlich, falls das zu behandelnde Fleischstück Knochen aufweist, die das vorgesehene Eindringen der Nadeln verhindern. Die Nadel rutscht dann gefedert in einen Hohlraum im Nadelbalkenoberteil, und ist beim nächsten Takt des Einstiches durch Federkraft wieder in die normale Arbeitsstellung nach unten gedrückt.

In einer bevorzugten Ausführungsform sind im Nadelbalkenoberteil Kolbenelemente vorgesehen, die pneumatisch oder mechanisch gefedert sind und die mit den Köpfen der Nadeln zusammen wirken. Die Federung der Nadeln ist dadurch vollständig räumlich von den eigentlichen Nadeln getrennt. Dadurch ist erreicht, daß die empfindlicheren federnden Teile relativ weit weg von dem Pökelspritzraum sind.

In einer Ausführungsform ist vorgesehen, daß auch der Fleischniederhalter als schnell herausnehmbares Teil herausgebildet ist, so daß ein Wechsel sowohl der Nadeln als auch des entsprechend gestalteten Fleischniederhalters mit nur geringem Aufwand erfolgen kann.

Weitere Vorteile, Merkmale und Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus dem folgenden Ausführungsbeispiel, das anhand einer Figur näher erläutert wird. Die Figur zeigt einen Ausschnitt einer Pökelmaschine, nämlich die Führungsstangen FS, und das Transportband T sowie den Nadelbalken NB, der motorisch an den Führungsstangen FS auf und nieder bewegbar ist. Am Nadelbalken NB sind die Nadeln N befestigt, die bei Auf- und Abbewegung des Nadelbalkens NB das Fleisch, welches sich auf dem Transportband T befindet, durchbohren und dabei Pökelflüssigkeit in das Fleisch injizieren. Der erfindungsgemäße Nadelbalken NB besteht nun aus den Hauptgruppen Nadelbalkenoberteil NO und Nadelträger NT, in dem längsbeweglich die Nadeln N befestigt sind. Gezeigt ist weiterhin das Zuführsystem Z für die Pökelflüssigkeit und der Fleischniederhalter FN, der hier als gelochte Platte ausgebildet ist, deren Löcher dem Stichbild der Nadeln N entsprechen. Der Fleischniederhalter FN ist an zwei Führungen gehalten und gefedert gegenüber dem Nadelbalken NB auf und ab beweglich. Im normalen Pökelbetrieb senkt sich der Fleischniederhalter beim Abwärtssenken des Nadelbalkens bis auf das Fleisch, bleibt dann dort, während sich die Nadeln N weiter nach unten bewegen und in das Fleisch eindringen. Es erfolgt in der Regel dann das Einspritzen einer Pökelflüssigkeit durch das Zufuhrsystem Z.

In der Figur ist nun zu erkennen, daß bei einem erfindungsgemäßen Nadelbalken NB der eigentliche Nadelträger NT als separates, einsteckbares, herausnehmbares Bauteil ausgebildet ist. Der Nadelträger NT ist hier so ausgebildet, daß er in zwei waagrechte Schienen S einschiebbar ist, die an der unteren Seite des Nadelbalkenoberteiles NO angeordnet sind. Der Nadelträger NT kann so relativ einfach in die richtige Lage innerhalb des Nadelbalkens NB eingeschoben werden. Im Bild also durch eine Bewegung in Richtung der Blattnormalen. Dazu muß lediglich die Arretierung A geöffnet werden und das Zuführsystem Z, z. B. durch Lösen zweier Schrauben vom Nadelträger NT entfernt werden. Die Nadeln N sind hier mit Köpfen versehen und so im Nadelträger NT versenkt, daß die Oberseiten der Köpfe der Nadeln N in der Ebene E enden. Diese Ebene E ist gleichzeitig die Oberkante des Nadelbalkenoberteils NO. Den Köpfen gegenüber sind Bohrungen im Nadelträgeroberteil NO vorgesehen, in denen Kolbenelemente angeordnet sind, die im Ruhezustand mit ihrer Unterkante in der Ebene E liegen. Die Kolbenelemente sind pneumatisch oder mittels mechanischen Federn nach unten gedrückt und können mit den Köpfen der jeweils ihnen zugeordneten Nadeln N zusammen wirken. Beim Einstechen, wenn eine Nadel auf ein Hindernis trifft, wie z. B. einen Knochen, kann der Nadelkopf das Kolbenelement nach oben schieben und die Nadel N taucht in den Nadelbalkenoberteil NO ein. Durch die Pneumatik oder die mechanische Feder wird die Nadel beim Herausziehen des Nadelbalkens NB wieder nach unten in ihre normale Stellung gedrückt und ist für den nächsten Einstichtakt bereit.


Anspruch[de]
  1. 1. Nadelbalken (NB) eines Pökelinjektors, der an Führungsstangen (FS) motorisch auf- und abbewegbar ist, der eine Vielzahl von Nadeln (N) zum Injzieren einer Pökelflüssigkeit trägt und der ein Zufuhrsystem für die Pökelflüssigkeit aufweist, gekennzeichnet durch einen separaten, einsteckbaren, herausnehmbaren Nadelträger (NT), der die Nadeln (N) in Kanälen längsbeweglich hält.
  2. 2. Nadelbalken (NB) nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch zwei waagrecht verlaufende Schienen am Unterteil des Nadelbalkens (NB), in die der Nadelträger (NT) einschiebbar ist.
  3. 3. Nadelbalken (NB) nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Nadeln (N) Nadelköpfe aufweisen, die zusammen mit den Nadeln (N) im Nadelträger (NT) längsbeweglich geführt sind.
  4. 4. Nadelbalken (NB) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Abfederung der Nadeln außerhalb des Nadelträgers (NT) angeordnet ist.
  5. 5. Nadelbalken (NB) nach Anspruch 4, wobei die Abfederungselemente für die Nadeln (N) im Nadelbalkenoberteil (NO) angeordnet sind.
  6. 6. Nadelbalken (NB) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Nadelbalkenoberteil mechanische oder Pneumatische Federelemente vorgesehen sind, die mit Kolbenelementen zusammen wirken, die ihrerseits mit den Nadelköpfen der Nadeln (N) zusammen wirken.
  7. 7. Nadelbalken (NB) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß auch der Fleischniederhalter (FN) schnell herausnehmbar befestigt ist, insbesondere zusammen mit dem Nadelträger (NT).






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