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Dokumentenidentifikation DE19722901A1 03.12.1998
Titel Poröser, fester, anorganischer Körper mit modifizierter Oberfläche für molekulare Stofftrennungen und -wandlungen
Anmelder Institut für Angewandte Chemie Berlin-Adlershof eV, 12489 Berlin, DE
Erfinder Noack, Manfred, Dr., 12683 Berlin, DE;
Kölsch, Peter, Dr., 10367 Berlin, DE;
Caro, Jürgen, Dr., 13129 Berlin, DE;
Toussaint, Petra, 12489 Berlin, DE;
Bentrup, Ursula Dr., 15569 Woltersdorf, DE
Vertreter H. Felke und Kollegen, 10367 Berlin
DE-Anmeldedatum 29.05.1997
DE-Aktenzeichen 19722901
Offenlegungstag 03.12.1998
Veröffentlichungstag im Patentblatt 03.12.1998
IPC-Hauptklasse B01D 71/02
IPC-Nebenklasse B01D 67/00   B01D 61/36   B01D 61/14   C07C 7/144   C07C 9/00   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft poröse, feste, anorganische Körper mit modifizierter Oberfläche, an denen molekulare Stofftrennungen und -wandlungen erfolgen können bei Stoffen mit Molekulargewichten von > 15 < 1000 Dalton. Erfindungsgemäß besteht der Körper aus einem Grundkörper mit asymmetrischem Aufbau und Porengrößen im Bereich von 5 bis 5000 nm und einer mikroporösen Schicht vernetzter Me-C1-C40-Alkyloxide mit Me = Si, Al, Zr, Ti, oder einer mikroporösen phosphonylierten Schicht, jeweils mit Porengrößen < 2 nm und thermischer Stabilität bis 300°C, Säurestabilität und ohne Durchgangs-Mesoporen, hergestellt durch Behandlung des Grundkörpers mit einer halogenierten Me-C1-C40-Alkylverbindung, in einem wasserfreien Lösungsmittel oder durch Behandlung mit einer wäßrigen Phosphonsäure der Formel R-P(O)(OH)2 (R= C1-C5-Alkyl, Aryl), bei Gleichgewichtsdruck und pH 1 bis 7 sowie 90 bis 200°C über 1 bis 30 Stunden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft poröse, feste, anorganische Körper mit modifizierter Oberfläche, an denen molekulare Stofftrennungen und -wandlungen durch Permeation, Pervaporation und/oder katalytische Reaktionen erfolgen können.

Gegenwärtig wird die Erzeugung von Ultrafiltrationsmembranen mit d50 = 5 nm beherrscht, an denen Moleküle > 1 kDalton trennbar sind. Mehrstufige Sol-Gel-Abscheidungen führen zu mesoporösen Multischichten mit molekularer Trennung > 1 kD, die auf dem Träger aufgebaut werden. Bei der Sol-Bildung erfolgt eine sauer oder alkalisch katalysierte Tetraethylorthosilicat (TEOS)-Hydrolyse, bei der über die Größe und Form der vernetzten SiO- Elemente die Porengröße vorgebildet wird (G. Cao, Y. Lu, L. Delatre, C.J. Brinker, G.P. Lopez, Adv. Nat. 1996 8 588). Der Herstellungsprozeß dieser Membranen zur Bildung gleichmäßiger sehr dünner Schichten ist aufwendig, wobei sich eine bimodale Porenverteilung einstellt. Diese immanente Eigenschaft führt zu einer Mesoporenverteilung, die die Selektivität mindert. Erst ein Multischichtaufbau gestattet selektive Stofftrennung auf molekularem Niveau mit Molekulargewichten > 15 < 1000 Dalton.

Die Silylierung wird zur Derivatisierung schwerflüchtiger Organika vor der GC-Analyse und zur Hydrophobierung von Oberflächen bereits genutzt. Der Einsatz von di- oder trifunktionellen Silanen für den vorliegenden Zweck ist jedoch bisher noch nicht beschrieben worden.

Es ist bekannt, daß organische Polymermembranen technisch eingesetzt werden. Auch diffizile Trennprozesse werden damit realisiert, wenn die Probleme Quellung, Auflösung und geringe Temperaturbeständigkeit von geringer Bedeutung sind. Mit Komposit-Membranen erfolgt die Trennung von Alkohol-Ether, Aldehyd, Keton-Gemischen (EP 331846); eine durch Plasma-Polymerisation hergestellte Kompositmembran bewirkt die Abtrennung von Wasser aus einem Veresterungsgemisch (EP 476 370). Im technischen Maßstab erfolgt z. B. Alkohol-Abtrennung aus wäßrigen Lösungen mit Membranen.

Membranen auf keramischer Basis mit molekularem Trennvermögen im Bereich von > 15 < 1000 g/Mol sind bisher nur nach Mehrschicht-Sol-Gel-Abscheidung bekannt.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, auf Basis anorganische Körper neue Trennmittel bereitzustellen mit einem Trennvermögen im molekularen Bereich.

Erfindungsgemäß bereitgestellt wird ein poröser, fester, anorganischer Körper mit modifizierter Oberfläche, der gekennzeichnet ist durch einen offenporigen, festen Grundkörper, der einen asymmetrischen Aufbau mit Porengrößen im Bereich von 5 bis 5000 nm hat, und eine mikroporöse Schicht vollständig vernetzter Me-C1-C40-Alkyloxide, worin Me die Bedeutung Si, Al, Zr oder Ti hat, oder eine mikroporöse phosphonylierte Schicht im Grundkörper-Oberflächenbereich aufweist, mit einer Porengröße von kleiner als 2 nm, wobei die mikroporöse Schicht neben mechanischer Festigkeit thermisch stabil bis 300°C, säurestabil bis pH 1 und frei von Mesoporen ist. Dabei hat die phosphonylierte Schicht mäßig hydrophile, organophobe Trenneigenschaften und die Me-Alkyloxid-vernetzte Schicht organophile Trenneigenschaften.

Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung eines porösen, festen, anorganischen Körpers mit modifizierter Oberfläche, bestehend aus einem offenporigen, festen Grundkörper, der einen asymmetrischen Aufbau mit Porengrößen im Bereich von 5 bis 5000 nm hat, und eine mikroporöse Schicht vollständig vernetzter Me-C1-C40 -Alkyloxide, worin Me die Bedeutung Si, Al, Zr oder Ti hat, oder eine mikroporöse phosphonylierte Schicht im Grundkörper-Oberflächenbereich hat, mit einer Porengröße von kleiner als 2 nm, wobei die mikroporöse Schicht neben mechanischer Festigkeit thermisch stabil bis 300°C, säurestabil bis pH 1 und frei von Durchgangs-Mesoporen ist, hergestellt durch einmalige Behandlung des Grundkörpers mit einer di- oder trihalogenierten Me-C1-C40-alkylverbindung, worin Me die Bedeutung Si, Al, Zr oder Ti hat, in einem wasserfreien Lösungsmittel bei 10 bis 90°C oder durch einmalige Behandlung mit einer wäßrigen Phosphonsäure der Formel R-P(O)(OH)2, worin R die Bedeutung substituiertes oder unsubstituiertes C1-C5-Alkyl oder substituiertes oder unsubstituiertes Aryl hat, bei Gleichgewichtsdruck und einem pH-Wert im Bereich von 1 bis 7, einer Temperatur im Bereich von 90 bis 200°C über 1 bis 30 Stunden, sowie nach der Phosphonylierung oder der Behandlung mit der di- oder trihalogenierten Me-C1-C40- alkylverbindung Spülung mit dem entsprechenden Lösungsmittel und Trocknung an Luft bei 100 bis 200°C.

Dabei erreicht die phosphonylierte Schicht mäßig hydrophile, organophobe Trenneigenschaften und die mit der trifunktionelen Me-Halogenalkylverbindung behandelte Schicht organophile Trenneigenschaften.

Unter dem Begriff "asymmetrische Schicht" wird eine Schicht verstanden, die ausgehend vom inneren Grundkörper eine nach außen hin abnehmende Porengröße hat, so daß die äußersten Poren an der Oberfläche der Schicht den kleinsten Durchmesser aufweisen.

Der Grundkörper kann eine kommerziell verfügbare, keramische Mikro- oder Ultrafiltrationsmembran aus mikroporösem Al2O3, SiO2, ZrO2, TiO2 oder Gemischen davon, die ein makro- und mesoporöses und offenporiges Gefüge haben. Derartige Membranen liegen meist als Platten- oder Röhrenmodule vor.

Unter Mesoporen werden Poren im Bereich von 2 bis 50 nm verstanden.

Die erfindungsgemäß eingesetzten Me-Alkylverbindungen haben zwei (Dihalogen-Me-alkyle) oder vorzugsweise drei (Trihalogen-Me-alkyle) Reaktionsstellen zur Verknüpfung mit der Oberfläche und zur intermolekularen Reaktion zur Verfügung. Dies erfolgt an den funktionellen Gruppen über intermediär gebildete OH-Gruppen und Vernetzung über das Sauerstoffatom zum reinen Me-Alklyloxid. Die Reaktionsbedingungen und die Wahl der Alkylgruppe (bei den Me-Alkylverbindungen) bzw. der R-Gruppe (Alkyl oder Aryl bei der Phosphonsäure) bestimmen die Porenverengung und die Funktionalität.

Die Me-C1-C40-Alkylverbindung ist vorzugsweise eine Di- oder Trihalogen-C8-C30-alkylverbindung, insbesondere eine Di- oder Trihalogen-C10-C20-alkylverbindung, wobei das Halogen vorzugsweise Chlor oder Brom ist. Bevorzugt sind Verbindungen von Si und Al, insbesondere entsprechende Silane.

Ein weiteres bevorzugtes Merkmal der Erfindung besteht darin, daß die Me-Alkylverbindung mit dem organischen Lösungsmittel oder die Phosphonsäure mit Wasser Mischungsverhältnisse im Bereich von 10 : 90 bis 90 : 10 aufweisen.

In der Phosphonsäure der obigen allgemeinen Formel hat R vorzugsweise die Bedeutung substituiertes oder unsubstituiertes C1-C3-Alkyl, zum Beispiel Methyl, Ethyl, Propyl, Isopropyl; oder R ist Phenyl oder substituiertes Phenyl, zum Beispiel Benzyl.

Die Phosphonylierung an den genannten Trägern, zum Beispiel an Aluminiumoxidträgern führt zu neuen bisher nicht beschriebenen Schichtstrukturen mit neuen Stofftrenneffekten.

Weiterhin bevorzugt ist die Behandlung des Grundkörpers mit der Me-Halogenalkylverbindung oder der Phosphonsäure über einen Zeitraum von 1 bis 30 Stunden.

Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung eines porösen anorganischen Körpers mit modifizierter Oberfläche, das gekennzeichnet ist durch einmalige Behandlung eines offenporigen, festen Grundkörpers, der einen asymmetrischen Aufbau mit Porengrößen im Bereich von 5 bis 5000 nm hat, mit einer di- oder trihalogenierten Me-C1-C40-alkylverbindung, worin Me die Bedeutung Si, Al, Zr oder Ti hat, in einem wasserfreien Lösungsmittel bei 10 bis 90°C oder durch einmalige Behandlung mit einer wäßrigen Phosphonsäure der Formel R-P(O)(OH)2, worin R die Bedeutung substituiertes oder unsubstituiertes C1-C5-Alkyl oder substituiertes oder unsubstituiertes Aryl hat, bei Gleichgewichtsdruck und einem pH-Wert im Bereich von 1 bis 7, einer Temperatur im Bereich von 90 bis 200°C über 1 bis 30 Stunden, bis zum Erreichen einer Schicht im Grundkörper-Oberflächenbereich mit einer Porengröße von kleiner als 2 nm, sowie nach der Phosphonylierung oder der Behandlung mit der di- oder trihalogenierten Me-C1-C40-alkylverbindung Spülung mit dem entsprechenden Lösungsmittel und Trocknung an Luft bei 100 bis 200°C.

Die Reaktion wird so geführt, daß

  • - eine enge chemische Verbindung der Me-alkyloxid- oder der Phosphonatschicht zur Oberfläche des Keramikträgers entsteht,
  • - eine Porenverengung im Porensystem des Trägers im Oberflächenbereich eintritt,
  • - die neu erzeugte Oberfläche eine besondere Funktionalität, z. B. hydrophil, organophob (Phosphonylieren) oder organophil (z. B. Silylieren) aufweist,
  • - durch die Auswahl der organischen Substituenten die Permeationseigenschaften feineingestellt werden können, z. B. die Veränderung der Organophilie oder die Änderung des Temperaturbereiches, in der eine z. B. silylierte Membran organophil ist. So steigt beispielsweise bei kurzen Alkylketten die thermische Beständigkeit und die Organophilie nimmt ab.

Die Erfindung betrifft auch die Verwendung der oben beschriebenen porösen anorganischen Körpern zur Trennung von Flüssigphasen oder Gasphasen, insbesondere zur Trennung im molekularen Größenbereich, d. h. für Moleküle mit Molekulargewichten größer als 15 Dalton und kleiner als 1000 Dalton. Im Gegensatz zu den bekannten Molekularsieben, die kristalline Stoffe sind und eine im wesentlichen homogene Struktur mit enger Porenverteilung haben, sind die gebildeten Strukturen amorph und zeigen eine asymmetrische Struktur.

Eine bevorzugte Verwendung ist der Einsatz der organophilen Membranen zur Trennung von Kohlenwasserstoffen aus Gasgemischen und der hydrophilen Membranen zur Trennung von polarisierbaren Gasen oder Dämpfen aus Gemischen von Kohlenwasserstoffen, insbesondere zu Wasserabtrennung.

Eine weitere Verwendungsmöglichkeit der porösen anorganischen Körper besteht darin, sie in Kombination mit einem Katalysator zur selektiven katalytischen Umsetzung von Stoffen einzusetzen, wobei ein Edukt oder ein Produkt durch den genannten Körper selektiv abgetrennt oder zugeführt wird. Dadurch wird eine Kombination von katalytisch beeinflußter Reaktion und Trennprozeß ermöglicht.

Vorteile der erfindungsgemäßen mikroporösen anorganischen Membranen (gegenüber Polymeren) sind:

  • 1. Die thermische Stabilität der molekular trennenden Membran beträgt sowohl für die phosphonylierte Membran als auch für die Me-alkyloxide enthaltene Membran mindestens 300°C.
  • 2. Die Membran ist säurestabil; es wurde Beständigkeit in Säuren, z. B. in Salzsäure, beim pH-Wert 1 beobachtet.
  • 3. Die Membranen sind für die Stofftrennung in der Flüssig- und Gasphase für Moleküle >16 Dalton geeignet.
  • 4. Die Membranen können für Stoffe eingesetzt werden, für die Polymermembranen ungeeignet sind (z. B. Acetonitril, Tetrahydrofuran).
  • 5. Eine umweltfreundliche energiearme Aufkonzentrierung bzw. die Rückgewinnung von umweltbelastenden organischen Lösungsmitteln in der chemischen und pharmazeutischen Industrie wird möglich.
  • 6. Schonende Trennungen von thermisch empfindlichen Stoffen aus Gemischen sind möglich.
  • 7. In einem Arbeitsschritt werden die Porenverengung und die Anknüpfung der wirksamen Oberflächengruppen für Trennprozesse erreicht.
  • 8. Durch Variation der R-Gruppen und deren weitere Umsetzung können selektive Trennungen ermöglicht werden (u. a. Azeotrope, die Rückgewinnung von Schadstoffen, Lösungsmitteln und Rückführung dieser in Prozeß-Kreisläufe) und katalytisch aktive Zentren in der mikroporösen Oberfläche fixiert werden, so daß diese Membranen auch für die selektive Stoffwandlung geeignet sind.
  • 9. Die Herstellung dieser Membranen ist sowohl auf ebenen Flächen (Plattenmodul) als auch in Röhren möglich (Röhrenmodul).

Die Erfindung soll nachstehend durch Beispiele näher erläutert werden. In der dazugehörigen Zeichnung bedeuten

Fig. 1 Diagramm zur Permselektivität und dem Flux von Gasen mit einem erfindungsgemäßen silylierten Trennkörper gemäß Beispiel 1;

Fig. 2 Diagramm zu Permselektivität und zum Flux von Gasen mit einer erfindungsgemäß phosphonylierten Membran gemäß Beispiel 3.

Unter "Flux von Gasen" wird die Flußrate in kg/m2.h.bar verstanden.

Beispiel 1 Silylierung auf porösem α- oder γ-Al2O3-Träger

Es wurde ein Plattenträger aus offenporigem α- oder γ-Al2O3 mit Porengrößen von 5 bis 5000 nm für 3 Stunden mit einem Überschuß an Trichloroctadecylsilan in wasserfreiem n-Hexan als Lösungsmittel bei Raumtemperatur behandelt. Nach der Reaktion wurde der Träger mehrmals mit dem Lösungsmittel gespült und an Luft bei 200°C getrocknet.

Beispiel 2

Die gemäß Beispiel 1 hergestellte Membran wurde für die Kohlenwasserstoffabtrennung aus Wasserstoff eingesetzt. Dabei wurde ein Kohlenwasserstoffstrom unter den im Diagramm angegebenen Bedingungen durch die Membran geleitet. Die Trennwirkung der sylilierten Membran ist aus Fig. 1 für die Komponenten N2, SF6, O2, Methan, Helium, CO2, H2, n-Butan, 2,2-Dimethylbutan zu entnehmen, wobei die organophile Tendenz deutlich zu erkennen ist.

Beispiel 3 Phosphonylierung eines α- oder γ-Al2O3-Trägers

Es wurde ein Plattenträger aus offenporigem α- oder γ-Al2O3 mit Porengrößen von 5 bis 5000 nm für 3 Stunden mit Phenylphosphonsäure im Autoklaven bei einem pH-Wert 4 und einer Temperatur von 160°C für 24 Stunden behandelt.

Nach der Reaktion wurde der Träger (die Membran) mehrmals mit Wasser gespült und bei 100°C an der Luft getrocknet.

Beispiel 4

Die gemäß Beispiel 3 hergestellte Membran wurde für die CO2-Abtrennung aus Kohlenwasserstoffen eingesetzt. Die Trennwirkung der phosphonylierten Membran ist aus Fig. 2 für die Komponenten n-Butan, i-Butylen, i-Butan, 2,2-Dimethylbutan, N2, SF6, Methan, O2, CO2, H2 und Wasser zu entnehmen, wobei die organophobe und schwach hydrophile Tendenz deutlich zu erkennen ist.


Anspruch[de]
  1. 1. Poröser, fester, anorganischer Körper mit modifizierter Oberfläche, gekennzeichnet durch einen offenporigen, festen Grundkörper, der einen asymmetrischen Aufbau mit Porengrößen im Bereich von 5 bis 5000 nm hat, und eine mikroporöse Schicht vollständig vernetzter Me-C1-C40-Alkyloxide, worin Me die Bedeutung Si, Al, Zr oder Ti hat, oder eine mikroporöse phosphonylierte Schicht im Grundkörper-Oberflächenbereich aufweist, mit einer Porengröße innerhalb der Schicht von kleiner als 2 nm, wobei die mikroporöse Schicht neben mechanischer Festigkeit thermisch stabil bis 300°C, säurestabil bis pH 1 und frei von Durchgangs-Mesoporen ist.
  2. 2. Poröser, fester, anorganischer Körper mit modifizierter Oberfläche, bestehend aus einem offenporigen, festen Grundkörper, der einen asymmetrischen Aufbau mit Porengrößen im Bereich von 5 bis 5000 nm hat, und eine mikroporöse Schicht Vollständig vernetzter Me-C1-C40-Alkyloxide, worin Me die Bedeutung Si, Al, Zr oder Ti hat, oder eine mikroporöse phosphonylierte Schicht im Grundkörper-Oberflächenbereich aufweist, mit einer Porengröße innerhalb der Schicht von kleiner als 2 nm, wobei die mikroporöse Schicht neben mechanischer Festigkeit thermisch stabil bis 300°C, säurestabil bis pH 1 und frei von Durchgangs-Mesoporen ist, hergestellt durch einmalige Behandlung des Grundkörpers mit einer di- oder trihalogenierten Me-C1-C40-alkylverbindung, worin Me die Bedeutung Si, Al, Zr oder Ti hat, in einem wasserfreien Lösungsmittel bei 10 bis 90°C oder durch einmalige Behandlung mit einer wäßrigen Phosphonsäure der Formel R-P(O)(OH)2, worin R die Bedeutung substituiertes oder unsubstituiertes C1-C5-Alkyl oder substituiertes oder unsubstituiertes Aryl hat, bei Gleichgewichtsdruck und einem pH-Wert im Bereich von 1 bis 7, einer Temperatur im Bereich von 90 bis 200°C über 1 bis 30 Stunden, sowie nach der Phosphonylierung oder der Behandlung mit der di- oder trihalogenierten Me-C1-C40- alkylverbindung Spülung mit dem entsprechenden Lösungsmittel und Trocknung an Luft bei 100 bis 200°C.
  3. 3. Poröser Körper nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Me-Alkylverbindung eine Di- oder Trihalogen-C8-C30 -alkylverbindung ist, insbesondere ein Di- oder Trihalogen-C10-C20- alkylverbindung ist.
  4. 4. Poröser Körper nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Halogen Chlor oder Brom ist.
  5. 5. Poröser Körper nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß Me die Bedeutung Si oder Al hat, und insbesondere Si ist.
  6. 6. Poröser Körper nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Silan oder die Phosphonsäure im Gemisch mit dem jeweiligen Lösungsmittel im Verhältnis 10 : 90 bis 90 : 10 vorliegt.
  7. 7. Poröser Körper nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß in der Phosphonsäure R die Bedeutung substituiertes oder unsubstituiertes C1-C3-Alkyl oder substituiertes oder unsubstituiertes Phenyl hat.
  8. 8. Poröser Körper nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Behandlung des Grundkörpers mit dem Silan oder der Phosphonsäure über einen Zeitraum von 1 bis 30 Stunden erfolgt.
  9. 9. Poröser Körper nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Grundkörper aus porösem, keramischem Al2O3, SiO2, ZrO2 oder TiO2 besteht.
  10. 10. Verfahren zur Herstellung eines porösen, festen, anorganischen Körpers mit modifizierter Oberfläche, gekennzeichnet, durch einmalige Behandlung eines offenporigen, festen Grundkörpers, der einen asymmetrischen Aufbau mit Porengrößen im Bereich von 5 bis 5000 nm hat, mit einer di- oder trihalogenierten Me-C1-C40-alkylverbindung, worin Me die Bedeutung Si, Al, Zr oder Ti hat, in einem wasserfreien Lösungsmittel bei 10 bis 90°C oder durch einmalige Behandlung mit einer wäßrigen Phosphonsäure der Formel R-P(O)(OH)2, worin R die Bedeutung substituiertes oder unsubstituiertes C1-C5-Alkyl oder substituiertes oder unsubstituiertes Aryl hat, bei Gleichgewichtsdruck und einem pH-Wert im Bereich von 1 bis 7, einer Temperatur im Bereich von 90 bis 200°C über 1 bis 30 Stunden, bis zum Erreichen einer Schicht im Grundkörper-Oberflächenbereich mit einer Porengröße von kleiner als 2 nm, sowie nach der Phosphonylierung oder der Behandlung mit der di- oder trihalogenierten Me-C1-C40-alkylverbindung Spülung mit dem entsprechenden Lösungsmittel und Trocknung an Luft bei 100 bis 200°C.
  11. 11. Verwendung von porösen anorganischen Körpern nach Anspruch 1 oder 2 zur Trennung von Flüssigphasen oder Gasphasen, insbesondere zur Trennung auf molekularem Niveau für Moleküle mit Molekulargewichten > 15 < 1000 Dalton.
  12. 12. Verwendung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die organophilen Membranen zur Trennung von Kohlenwasserstoffen aus Gasgemischen und die hydrophilen Membranen zur Trennung von polarisierbaren Gasen oder Dämpfen aus Gemischen von Kohlenwasserstoffen eingesetzt werden.
  13. 13. Verwendung von porösen anorganischen Körpern nach Anspruch 1 oder 2 in Kombination mit einem Katalysator zur selektiven katalytischen Umsetzung von Stoffen, wobei ein Edukt oder ein Produkt durch den genannten Körper selektiv abgetrennt oder zugeführt wird.






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