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Dokumentenidentifikation DE4222052C2 10.12.1998
Titel Zweilagiges Papiermaschinentuch
Anmelder Tamfelt Oy AB, Tampere, FI
Erfinder Huhtiniemi, Jukka Leo, Peachtree City, Ga., US
Vertreter Richter & Kollegen, 20354 Hamburg
DE-Anmeldedatum 04.07.1992
DE-Aktenzeichen 4222052
Offenlegungstag 04.02.1993
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 10.12.1998
Veröffentlichungstag im Patentblatt 10.12.1998
IPC-Hauptklasse D21F 1/10
IPC-Nebenklasse D03D 1/00   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein zweilagiges Papiermaschinentuch, das mindestens drei Quergarnsysteme aufweist, wobei mindestens ein Quergarnsystem überwiegend auf der papierbildenden Seite des Tuches liegt und mindestens zwei Quergarnsysteme überwiegend auf der Abnutzungsseite des Tuches an der Papiermaschinenseite anliegen und wobei eines der Quergarnsysteme auf der Abnutzungsseite aus Garnen eines kleineren, vorzugsweise wesentlich kleineren, Durchmessers als die Garne der anderen abnutzungsseitigen Quergarnsysteme besteht und wobei vorzugsweise das abnutzungsseitige Quergarnsystem kleineren Durchmessers aus Polyestergarnen und das abnutzungsseitige Quergarnsystem größeren Durchmessers aus Polyamidgarnen besteht.

Derartige Tücher, sogenannte Langsiebe, sind in dieser Technik bekannt. Es werden viele Typen von Langsieben hergestellt, zum Beispiel einlagige und mehrlagige Langsiebe. Unter den letzteren sind die zweilagigen Langsiebe vielleicht am besten bekannt, und diese werden seit langer Zeit in der Papierindustrie verwendet.

Konventionell aufgebaute Langsiebe bestehen aus Längsgarnen, die sowohl auf der Papier- als auch auf der Abnutzungsseite mit jedem Quergarnsystem verwebt sind. Die hohe Garndichte bei diesen bisher verwendeten Geweben führt gewöhnlich zu Entwässerungsproblemen, und eine niedrige Garndichte macht das Gewebe zu locker. Verschiedene Versuche wurden schon unternommen, um die Entwässerung, die Verschleißfestigkeit und die Prägeeigenschaften zu verbessern, zum Beispiel durch Verwendung von mehr als einem Längsgarnsystem oder durch Verwendung von Quergarnen mit wechselndem Durchmesser auf der Abnutzungsseite des Gewebes, aber bisher haben Verbesserungen einiger Eigenschaften stets zur Verschlechterung der anderen Eigenschaften geführt.

Zweilagige Papiermaschinengewebe, bei denen die Verschleißfestigkeit dadurch verbessert ist, daß die Länge der Flottierungen der unteren Quergarne, entweder aller Garne oder nur der Polyamidgarne, auf der Maschinenseite des Gewebes verlängert sind, sind in der EP-A2-350 673 beschrieben. Bei einigen Ausführungsformen ist die Anzahl der Polyamidfäden verschieden von der Anzahl der Polyesterfäden. Bei diesen Ausführungsformen sind die Webmuster immer unregelmäßig, so daß entweder nicht alle Längsfäden mit den Querfäden auf der Unterseite verwebt sind oder die beiden Wegsysteme auf der Unterseite verschiedene Webmuster aufweisen. In der EP-A2-350 673 wird versucht, das Problem, daß die Verschleißfestigkeit eines herkömmlichen zweilagigen Papiermaschinengewebes ungenügend ist, zu lösen.

Eine andere, aus der US-PS 4,499,927 bekannte, Anwendung, verwendet zwei separate Längsgarnsysteme, von denen eines mit den Quergarnsystemen sowohl der Papier- als auch der Abnutzungsseite und das andere nur mit den Quergarnsystemen der Papierseite verwoben ist. Diese Anwendung zielt darauf ab, einige der Längsgarne vor Abnutzung durch Abrieb zu schützen, aufgrund eines weniger stabilen Gewebeaufbaus als bei konventionellen zweilagigen Langsieben führt sie jedoch gleichzeitig zu erhöhter Lockerheit.

Eine weitere frühere Konstruktion, bei der die Längsgarne mit nur einer Seite des Gewebes verwebt sind, wird in der US-PS 4,314,589 vorgestellt, wobei in einer Ausführungsform der Erfindung einige der Längsgarne nur mit der unteren Lage der Quergarne und in einer anderen Ausführungsform einige der Längsgarne nur mit der oberen Lage der Quergarne und einige Längsgarne nur mit der unteren Lage der Quergarne verwoben sind. Ein weiteres Merkmal dieser Erfindung ist eine verglichen mit der Anzahl der papierseitigen Quergarne geringere Anzahl von abnutzungsseitigen Quergarnen. Das soll die Entwässerung verbessern, da jedoch gleichzeitig die Längsgarne nicht mit beiden Lagen der Quergarne verwoben sind, führt es auch zu Lockerheit.

Quergarne mit wechselnden Durchmessern wurden bisher auch schon verwendet. Ein Beispiel dafür ist die Erfindung gemäß US-PS 3,851,681, wo wechselnde Durchmesser verwendet wurden, um eine unebene Oberfläche für die Abnutzungsseite zu erzielen und damit die Lebensdauer eines einlagigen Gewebes zu erhöhen. Eine bestimmte Begründung für eine Erhöhung der Lebensdauer wird nicht angegeben, nur die Vermutung, daß dies durch das Fließen des Wassers auf der unebenen Abnutzungsfläche erzielt werden könnte, wobei ein Film gebildet würde, der die Abnutzungsoberfläche schmiert und damit die Abnutzung durch Abrieb verringert oder daß es sein kann, daß die Verwendung dickerer Schußgarne größere Abnutzungsflächen schafft, die die Lebensdauer des Gewebes erhöhen. In dieser Anwendung scheint der zentrale Gedanke darin zu bestehen, daß im Gegensatz zu der vorliegenden Erfindung die Quergarne dicker als gewöhnlich sind.

Eine weitere Anwendung wechselnder Garndurchmesser wird in der US-PS 3,603,354 vorgestellt. In diesem Patent geht es darum, daß der Filz eines Papierherstellers einige dickere Garne aus einem nicht zusammendrückbaren Material enthält. Der Gedanke dieser Erfindung besteht darin, daß die Form des Gewebes sich beim Passieren der Quetschwalzen nicht verändert und damit der Hohlraum gegenüber den ausschließlich aus zusammendrückbaren Garnen bestehenden Geweben vergrößert wird. Auch in dieser Erfindung wird der Vorteil durch die Verwendung dickerer Garne erzielt, und nicht wie in der vorliegenden Erfindung, durch die dünneren Garne.

Ein zweilagiges Langsieb mit offener Abnutzungsseite und einer dichten Papierseite wird in der US-PS 4,985,084 vorgestellt. In diesem Fall wird die offene Struktur dadurch erreicht, daß jedes zweite querverlaufende Untergarn ausgelassen und die Gewebestruktur so angepaßt wird, daß jedes Längsgarn sowohl mit den Garnen der Papier- als auch der Abnutzungsseite verwoben wird. Diese Lösung macht es möglich, der Papierherstellung ein Tuch mit allen erforderlichen Eigenschaften wie nicht prägender Oberfläche, guter Entwässerung und Konstanz, guten Laufeigenschaften und guter Verschleißfestigkeit zur Verfügung zu stellen. Die vorliegende Erfindung verbessert die Verschleißfestigkeit gegenüber diesem Langsieb beträchtlich, da die Flotten der Quergarne der Abnutzungtsseite länger ausgelegt werden können. Außerdem verringert die vorliegende Erfindung gegenüber diesem Langsieb die Lockerheit, da die im Durchmesser kleineren Quergarne der Abnutzungsseite die Gewebestruktur stabilisieren.

Die bisherigen Langsiebe mit einer offenen Abnutzungsseite haben meist eine lockere Struktur, weil entweder die Höcker der Längsgarne auf der Papierseite dort Platz erfordern und deshalb die Dichte der Quergarne, welche die Grundstruktur des Langsiebes bilden, herabgesetzt werden muß. Ein Beispiel für zusätzliche Quergarne auf der Papierseite wird im US-Patent 4,423,755 vorgestellt. Diese sogenannten Extra-Schüsse stärken nicht die Struktur des Langsiebes, da sie nicht mit den Garnen der Grundstruktur verwoben sind, sondern nur unter den Flotten der Längsgarne zwischen zwei Quergarnen der Grundstruktur verlaufen. Diese Extra- Schüsse liegen recht lose auf der Papierseite des Langsiebes und erhalten praktisch keine Spannung.

Die vorliegende Erfindung geht daher von dem Problem aus, daß das Verhältnis von Fadendichte zu Entwässerungsleistung eines herkömmlichen zweilagigen Gewebes ungenügend ist. Im Rahmen der vorliegenden Erfindung wurde gefunden, daß eine hohe Fadendichte die Entwässerungsleistung verschiechert und Papiermarkierungen verrringert, und daß eine niedrige Fadendichte die Papiermarkierungen verstärkt und die Entwässerungseigenschaften verbessert.

Die Aufgabe der Erfindung ist es, ein zweilagiges Papiermaschentuch zu entwickeln, bei dem eine hohe Fadendichte und eine gute Entwässerungsleistung erfolgreich kombiniert sind und bei dem die durch das Langsieb verursachte Papierprägung und Zuglast verringert werden.

Zur Lösung dieser Aufgabe wird ein zweilagiges Papiermaschentuch mit den in Anspruch 1 und 2 angegebenen Merkmalen vorgeschlagen.

Dabei ist vorgesehen, daß das besagte Gewebe aus zwei Längsgarnsystemen und mindestens drei Quergarnsystemen besteht, wobei das erste Quergarnsystem aus Garnen eines ersten Durchmessers besteht und auf der Papierseite des Langsiebes liegt, während das zweite Quergarnsystem aus Garnen eines zweiten Durchmessers und das dritte Quergarnsystem aus Garnen eines dritten Durchmessers gebildet werden, welcher wesentlich geringer ist als der zweite Durchmesser. Dabei wird das erste Längsgarnsystem mit den Garnen des ersten und zweiten Quergarnsystems und das zweite Längsgarnsystem mit den Garnen des ersten und dritten Quergarnsystems verwoben und das zweite Längsgarnsystem dadurch vor Verschleiß geschützt, daß das dritte Quergarnsystem im Wesentlichen innerhalb des Gewebes angeordnet wird, um so die niedrigeren Höcker des zweiten Längsgarnsystems ebenfalls innerhalb des Gewebes zu halten.

Der Vorteil des Papiermaschinengewebes ist, daß die Wasserdurchlässigkeit größer und die Zuglast geringer ist als bei konventionellen doppellagigen Langsieben, es hat jedoch auch eine gute Verschleißfestigkeit und eine nicht prägende Papierseitenoberfläche sowie eine stabile Struktur.

Doppellagige Langsiebe haben gegenüber einlagigen Geweben viele Vorteile, da die Papierseite und die Abnutzungsseite des Gewebes mit unterschiedlichen Eigenschaften ausgestattet werden können. Normale doppellagige Langsiebe sind so aufgebaut, daß sie eine glatte Papierseite und eine grobe Abnutzungsseite haben. Der Nachteil von doppellagigen Langsieben ist, daß sie bei sehr dicht gewebtem Kett- und Schußgarn schlechte Entwässerungseigenschaften haben. Das führt aufgrund der hohen Zuglasten zu Problemen bei den Papiermaschinen.

Der Vorteil des erfindungsgemäßen Langsiebes liegt vor allem darin, daß es trotz hoher Dichte von Kett- und Schußgarnen gute Entwässerungseigenschaften besitzt. Ein weiterer Vorteil ist, daß die durch diese Art von Langsieb verursachte Zugbelastung geringer ist als bei bisherigen Langsieben. Weitere Vorteile sind eine glatte und nicht prägende Oberfläche der Papierseite sowie gute Verschleißfestigkeit.

Die obengenannten Vorteile werden durch die Verwendung von zwei verschiedenen Durchmessern des Quergarns auf der Unterseite des Langsiebes sowie durch die Verwendung von zwei Längsgarnsystemen erzielt. Beide Längsgarnsysteme sind sowohl mit der Papier- als auch mit der Abnutzungsseite der Quergarne verwebt, wobei der Unterschied darin besteht, daß das erste Längsgarnsystem mit den Quergarnen größeren Durchmessers auf der Abnutzungsseite und das zweite Längsgarnsystem mit den Quergarnen kleineren Durchmessers auf der Abnutzungsseite verwebt wird. Dadurch wird es möglich, die Abnutzung des zweiten Längsgarnsystems zu verhindern, da die Quergarne mit dem kleineren Druchmesser innerhalb des Gewebes liegen. Das zweite Längsgarnsystem wirkt als Lastaufnahme, während das erste Längsgarnsystem den Verlust an der zur Verlängerung der Lebensdauer des Langsiebes erforderlichen Abnutzungsfläche ausgleicht. Diese Anordnung macht es auch möglich, über die gesamte Lebensdauer des Langsiebes die bestmögliche Zugfestigkeit zu erhalten, da die Festigkeit des zweiten Längsgarnsystems unverändert bleibt.

Auch das Verweben beider Längsgarnsysteme sowohl mit der Papier- als auch der Abnutzungsseite gibt dem Langsieb erhöhte Steifigkeit, was die Lauffähigkeit verbessert und gleichzeitig eine Bildung von Längsknittern oder -falten verhindert, wie sie bei lockeren Langsieben häufig vorkommen.

Eine andere Möglichkeit, die Garne des ersten Längsgarnsystems gemäß der Erfindung zu verweben, besteht darin, sie mit den Quergarnen der Abnutzungsseite sowohl des größeren als auch des kleineren Durchmessers zu verweben. Die Längsgarne des ersten Systems sind so angeordnet, daß sie auf jeder Seite eines Quergarns des größeren Durchmessers mit einem Quergarn des kleineren Durchmessers verwoben werden. Bei dieser Anwendung sind die abnutzungsseitigen Quergarne kleineren Durchmessers weiter innerhalb des Langsiebes angeordnet. Diese Anordnung schützt die zweite Gruppe von Längsgarnen besser und stellt wegen der relativ langen abnutzungsseitigen Flotten der Längsgarne des ersten Systems auf der Abnutzungsseite mehr Material zur Abnutzung bereit.

Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachstehend anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen

Fig. 1 einen Schnitt eines Längsgarns des ersten Systems der ersten Ausführungsform der Erfindung.

Fig. 2 einen Schnitt eines Längsgarns des zweiten Systems der ersten Ausführungsform der Erfindung.

Fig. 3 einen Schnitt der ersten Ausführungsform der Erfindung.

Fig. 4 einen Schnitt eines Längsgarns des ersten Systems der zweiten Ausführungsform der Erfindung.

Fig. 5 einen Schnitt eines Längsgarns des zweiten Systems der zweiten Ausführungsform der Erfindung.

Fig. 6 einen Schnitt der zweiten Ausführungsform der Erfindung.

Fig. 1 bis Fig. 3 zeigen eine erste bevorzugte Ausführungsform der Erfindung. Wie aus Fig. 1 bis Fig. 3 zu sehen ist, besteht ein Papiermaschinentuch gemäß der Erfindung aus einem ersten und einem zweiten Längsgarnsystem sowie mindestens drei Quergarnsystemen. Ein Garn des ersten Längsgarnsystems wird in Fig. 1 unter der Bezugszahl 1 dargestellt. Ein Garn des zweiten Längsgarnsystems wird wiederum in Fig. 2 unter der Bezugszahl 2 dargestellt.

Garne der Quergarnsysteme werden in den Abbildungen durch die Bezugszahlen 3, 4 und 5 dargestellt.

Ein Schnitt des erfindungsgemäßen Papiermaschinentuchs wird in Fig. 1 bei Garn 1 des ersten Längsgarnsystems gezeigt, und ein Schnitt des Papiermaschinentuchs gemäß der Erfindung wird in Fig. 2 bei Garn 2 des zweiten Längsgarnsystems gezeigt. Ein weiterer Schnitt des Papiermaschinentuchs gemäß der Erfindung wird in Fig. 3 so gezeigt, daß die Flotten der zwei nebeneinander liegenden Längsgarne 1 und 2 sichtbar sind.

Gemäß dem Hauptgedanken der Erfindung liegt mindestens ein Quergarnsystem überwiegend auf der papierbildenden Seite des Tuches. Die Garne des besagten Quergarnsystems sind in den Abbildungen durch die Bezugszahl 3 dargestellt. Außerdem ist wesentlich, daß mindestens zwei Quergarnsysteme überwiegend auf der Abnutzungsseite des Tuches an der Papiermaschine anliegen. Die Garne dieser beiden Quergarnsysteme sind in den Abbildungen durch die Bezugszahlen 4 und 5 angegeben.

Gemäß der Erfindung besteht eines der abnutzungsseitigen Garnsysteme des Tuches aus den Garnen 5, die einen kleineren Druchmesser als die Garne 3, 4 der anderen Quergarnsysteme haben.

Beide Längsgarne 1 und 2 sind mit den Quergarnen sowohl der Papierseite als auch auf der Abnutzungsseite des Tuches verwoben. Das wesentliche Merkmal des Papiermaschinentuchs gemäß Fig. 1 bis 3 besteht jedoch darin, daß die Garne 1 des ersten Längsgarnsystems auf der Abnutzungsseite nur mit den abnutzungsseitigen Quergarnen 4 des größeren Durchmessers und die Garne 2 des zweiten Quergarnsystems auf der Abnutzungsseite nur mit den abnutzungsseitigen Quergarnen 5 des kleineren Durchmessers verwoben sind.

Weiterhin wurde festgestellt, daß es besser ist, wenn die Garne 5 eines abnutzungsseitigen Quergarnsystems wesentlich kleinere Durchmesser haben als die anderen Quergarne 4 der Abnutzungsseite. Die Durchmesser der Garne 5 können zum Beispiel etwa 25% kleiner sein als die Durchmesser der anderen Garne der Abnutzungsseite.

Für die Herstellung der Garne kann jedes geeignete Material verwendet werden. Zum Beispiel kann mindestens ein abnutzungsseitiges Quergarnsystem aus Polyestergarnen bestehen, während ein abnutzungsseitiges Quergarnsystem größeren Durchmessers aus Polyamidgarnen besteht.

Eine zweite bevorzugte Ausführungsform der Erfindung wird in Fig. 4 bis Fig. 6 gezeigt. Auch diese Ausführungsform umfaßt zwei Längsgarnsysteme und mindestens drei Quergarnsysteme. Die Garne des ersten Längsgarnsystems sind in Fig. 4 durch die Bezugszahl 11 angegeben. Die Garne des zweiten Längsgarnsystems sind in Fig. 5 durch die Bezugszahl 12 angegeben. Die Garne der Quergarnsysteme sind in den Abbildungen durch die Bezugszahlen 13, 14 und 15 angegeben.

Die zweite bevorzugte Ausführungsform der Erfindung ist in Fig. 4 bis 6 ebenso dargestellt wie die erste Ausführungsform in Fig. 1 bis 3.

Auch in dieser Ausführungsform liegt mindestens ein Quergarnsystem vorwiegend auf der papierbildenden Seite des Tuches. Die Garne dieses Garnsystems sind in den Abbildungen durch die Bezugszahl 13 angegeben. Darüberhinaus ist es wesentlich, daß mindestens zwei Quergarnsysteme vorwiegend auf der Abnutzungsseite an der Papiermaschine anliegen. Die Garne dieser Garnsysteme sind in den Abbildungen durch die Bezugszahlen 14 und 15 angegeben.

Erfindungsgemäß besteht eines der an der Papiermaschine anliegenden Garnsysteme aus den Garnen 15, die einen kleineren Durchmesser haben als die Garne 14 der anderen an der Papiermaschine anliegenden Quergarnsysteme.

Die Garne 11 und 12 beider Längsgarnsysteme sind mit den Quergarnen sowohl auf der papierbildenden Seite als auch auf der Abnutzungsseite des Tuches verwebt.

Das Hauptmerkmal der Ausführungsform gemäß Fig. 4 bis 6 ist jedoch, daß die Garne 11 eines Längsgarnsystems auf der Abnutzungsseite sowohl mit den abnutzungsseitigen Quergarnen 14 des größeren Durchmessers als auch mit den abnutzungsseitigen Quergarnen 15 des kleineren Durchmessers und die Garne 12 des anderen Längsgarnsystem auf der Abnutzungsseite nur mit den abnutzungsseitigen Quergarnen 15 des kleineren Durchmessers verwoben sind.

Auch im Zusammenhang mit dieser Ausführungsform wurde festgestellt, daß die Durchmesser der Garne 15 eines abnutzungsseitigen Quergarnsystems wesentlich kleiner als die anderen Quergarne 14 der Abnutzungsseite sind. Die Durchmesser der Garne 15 können zum Beispiel etwa 25% kleiner sein als die Durchmesser der Garne 14.

Auch in der Ausführungsform von Fig. 4 bis 6 ist das Material der Garne frei nach jeder einzelnen Situation wählbar. Mindestens ein abnutzungsseitiges Quergarnsystem kann zum Beispiel aus Polyestergarnen bestehen, während ein abnutzungsseitiges Quergarnsystem größeren Durchmessers aus Polyamidgarnen hergestellt sein kann.

Die Verwendung der im Durchmesser kleineren Quergarne 5 und 15 ermöglicht ein Papiermaschinentuch, das gleichzeitig eine offene Struktur auf der Abnutzungsseite, gute Entwässerungseigenschaften, eine nicht prägende Papierbildungsseite, exzellente Verschleißfestigkeit und eine stabile Webstruktur aufweist. Eine solche Kombination war auf der Grundlage der bisherigen Technologie nicht möglich. Das erfindungsgemäße Langsieb hat die Dicke eines normalen zweilagigen Langsiebes.

Die Garne 1, 2 sowie 11, 12 der Längsgarnsysteme sind abwechselnd so aneinander angrenzend angeordnet, daß jedes an ein anderes angrenzende Garn immer zu einem anderen Garnsystem gehört, das heißt, an einem Garn 1 liegt immer ein Garn 2 an usw. Durch diese Anordnung der Garne kann die Last über die gesamte Tuchbreite gleichmäßig verteilt werden. Im Zusammenhang mit der Erfindung ist es möglich, eine so gute papierbildende Oberfläche zu schaffen wie bei den vorhergehenden Lösungen, indem die Webfestigkeit des Längsgarnsystems so abgestimmt wird, daß die oberen Höcker der Längsgarne auf gleicher Höhe liegen.

Die Konstanz der Fasern kann durch Erhöhung der Dichte der Quergarne verbessert werden. Ein solches Verfahren ist bei den vorhergehenden Lösungen, also bei konventionell strukturierter Abnutzungsseite, keinesfalls immer möglich, da diese Änderung die Entwässerungseigenschaften verschlechtert. Die erfindungsgemäß offene Bodenstruktur macht es möglich, die Dichte der Quergarne zu erhöhen, da die gleiche Anzahl Garne verglichen mit bisherigen Langsieben eine 10 bis 15% bessere Wasserdurchlässigkeit ermöglicht. Die erhöhte Garndichte auf der Papierseite stützt die Fasern besser als vorher, was zu einer verbesserten Konstanz führt.

Große Zuglasten sind typisch für konventionelle zweilagige Langsiebe mit hoher Garndichte auf der Abnutzungsseite. Wenn eine Zuglast dann kleiner wird, wenn die Anzahl der Quergarne auf der Abnutzungsseite kleiner wird, so wird angenommen, daß die Kraft, mit der das Tuch einer Bewegung widersteht, von der Anzahl der gegen die Entwässerungseinrichtungen der Papiermaschine schlagenden Garne abhängt. Dieser Theorie zufolge ist es möglich, die Zuglasten zu verringern, ohne die Papierherstellungseigenschaften zu verschlechtern, indem die Hälfte der abnutzungsseitigen Quergarne im wesentlichen innerhalb des Langsiebes angeordnet wird.

Die oben gezeigten Ausführungsformen sollen in keiner Weise die Erfindung einschränken, sondern die Erfindung kann im Rahmen der Ansprüche recht frei verändert werden. Somit ist klar, daß das erfindungsgemäße Papiermaschinentuch nicht absolut so sein muß, wie in den Abbildungen gezeigt, sondern daß auch andersartige Lösungen möglich sind.

Zusammenfassend bezieht sich die Erfindung auf ein zweilagiges Papiermaschinentuch, bestehend aus einem ersten und einem zweiten Längsgarnsystem und mindestens drei Quergarnsystemen. Um eine effektive Entwässerung zu ermöglichen, liegt mindestens ein Quergarnsystem (3) auf der papierbildenden Seite des Tuches und liegen mindestens zwei Quergarnsysteme (4, 5) auf der Abnutzungsseite. Eines der abnutzungsseitigen Garnsysteme besteht aus Garnen (5) kleineren Durchmessers als die anderen Garne (4, 5). Das erste Längsgarnsystem (1) ist nur mit den Garnen des größeren Durchmessers (4) verwoben oder im anderen Fall sowohl mit den Garnen größeren Durchmessers als auch mit den Garnen kleineren Durchmessers, und das zweite Längsgarnsystem (2) ist nur mit den Garnen des kleineren Durchmessers (5) verwoben.


Anspruch[de]
  1. 1. Zweilagiges Papiermaschinentuch, das mindestens drei Quergarnsysteme aufweist, wobei mindestens ein Quergarnsystem (3) überwiegend auf der papierbildenden Seite des Tuches liegt und mindestens zwei Quergarnsysteme (4, 5) überwiegend auf der Abnutzungsseite des Tuches an der Papiermaschine anliegen und wobei eines der Quergarnsysteme (4, 5) auf der Abnutzungsseite aus Garnen eines kleineren, vorzugsweise wesentlich kleineren, Durchmessers als die Garne der anderen abnutzungsseitien Quergarnsysteme (4, 5) besteht und wobei vorzugsweise das abnutzungsseitige Quergarnsystem (5) kleineren Durchmessers aus Polyestergarnen und das abnutzungsseitige Quergarnsystem (4) größeren Durchmessers aus Polyamidgarnen besteht, dadurch gekennzeichnet, daß das Papiermaschinentuch zwei Längsgarnsysteme (1, 2) aufweist, wobei das erste Längsgarnsystem (1) nur mit den abnutzungsseitigen Quergarnen (4) des größeren Durchmessers und das zweite Längsgransystem (2) nur mit den abnutzungsseitigen Quergarnen (5) des kleineren Durchmessers verwoben ist.
  2. 2. Zweilagiges Papiermaschinentuch, das mindestens drei Quergarnsysteme aufweist, wobei mindestens ein Quergarnsystem (13) überwiegend auf der papierbildenden Seite des Tuches liegt und mindestens zwei Quergarnsysteme (14, 15) überwiegend auf der Abnutzungsseite des Tuches an der Papiermaschine anliegend und wobei eines der Quergarnsysteme (15) auf der Abnutzungsseite aus Garnen eines kleineren, vorzugsweise wesentlich kleineren Durchmessers als die Garne der anderen an der Papiermaschine anliegenden abnutzungsseitigen Quergarnsysteme (14) besteht und wobei vorzugsweise das abnutzungsseitige Quergarnsystem kleineren Durchmessers aus Polyetergarnen und das abnutzungsseitige Quergarnsystem größeren Durchmessers aus Polyamidgarnen besteht, dadurch gekennzeichnet, daß das Papiermaschinentuch zwei Längsgarnsysteme (11, 12) aufweist, wobei ein Längsgarnsystem (11) sowohl mit den abnutzungsseitigen Quergarnen größeren Durchmessers (14) als auch mit den abnutzungsseitigen Quergarenen kleineren Durchmessers (15) und das andere Längsgarnsystem (12) nur mit den abnutzungsseitigen Quergarnen kleineren Durchmessers (15) verwoben ist.






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