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Anordnung zur Erkennung des Zustandes einer Fahrbahnoberfläche - Dokument EP0875750
 
PatentDe  


Dokumentenidentifikation EP0875750 10.12.1998
EP-Veröffentlichungsnummer 0875750
Titel Anordnung zur Erkennung des Zustandes einer Fahrbahnoberfläche
Anmelder Daimler-Benz Aktiengesellschaft, 70567 Stuttgart, DE
Erfinder Finkele, Rolf, 89601 Schelklingen, DE;
Schreck, Andreas, 89134 Blaustein, DE;
Wanielik, Gerd, Dr., 89079 Ulm, DE
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE
Sprache des Dokument De
EP-Anmeldetag 21.04.1998
EP-Aktenzeichen 981072309
EP-Offenlegungsdatum 04.11.1998
Veröffentlichungstag im Patentblatt 10.12.1998
IPC-Hauptklasse G01N 22/04

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Anordnung zur Erkennung des Zustandes einer Fahrbahnoberfläche.

Eine derartige Anordnung, die insbesondere zur Erkennung von vereisten Fahrbahnoberflächen von Wichtigkeit ist, ist beispielsweise aus der DE 40 40 842 A1 bekannt. Bei der bekannten Anordnung werden die unterschiedlichen Infrarotabsorptionseigenschaften verschiedener Fahrbahnzustände sowie deren Mikrowellen-Streueigenschaften verknüpft, um eine Unterscheidung zwischen den Oberflächenzuständen trocken, naß und vereist zu gewinnen.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, die Klassifikationseigenschaften einer solchen Anlage weiter zu verbessern.

Die Erfindung ist im Patentanspruch 1 beschrieben. Die Unteransprüche enthalten vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung.

Die Bestimmung und Auswertung der Depolarisationseigenschaften der Fahrbahnoberfläche durch polarisationsselektiven Betrieb im Sende- und/oder Empfangsfall unterstützt und ergänzt auf vorteilhafte Weise die Erkennung des Zustandes der Fahrbahnoberfläche mit den bekannten Anordnungen, die für das Mikrowellen-System lediglich eine Pegelauswertung mit Schwellwertvergleich vorsehen.

Die Depolarisationseigenschaften des ausgeleuchteten Fahrbahnbereichs lassen sich beispielsweise anschaulich in der an sich bekannten Poincaré-Kugel-Repräsentation darstellen, wo eine vereiste Fahrbahnoberfläche eine annähernd elliptische Ortskurve für Meßpunkte schon bei geringer Variation der Eisschichtdicke zeigt. Diese charakteristischen Depolarisationseigenschaften einer Fahrbahnvereisung lassen sich vorteilhafterweise zur Erkennung des Fahrbahnoberflächenzustandes auswerten, wobei die Poincaré-Darstellung bei der automatischen Klassifikation nicht selbst mit einbezogen werden muß.

Dieses charakteristische Depolarisationsverhalten ist besonders ausgeprägt, wenn die Ausrichtung von Sender und Empfänger bezüglich der Fahrbahnoberfläche unter dem Brewster-Winkel von Eis für die Mikrowellenfrequenz erfolgt.

Die Anordnung von Sender und Empfänger kann dabei, insbesondere bei vorausschauender Fahrbahnzustandserkennung von einem Fahrzeug aus, monostatisch als auch vorzugsweise bistatisch sein.

Das Mikrowellensystem ist vorzugsweise vollpolarimetrisch ausgelegt, so daß die vollständige polarimetrische Streumatrix des ausgeleuchteten Fahrbahnbereichs bestimmt werden kann. Aus Gründen geringeren Platzbedarfs und/oder niedrigorer Kosten kann aber auch eine einfachere Ausführung mit nur teilpolarimetrischer Messung vorteilhaft sind.

Das polarimetrische Mikrowellensystem ermöglicht gleichzeitig vorteilhafterweise eine Bestimmung der Fahrbahnrauhigkeit. Durch Einsatz eines frequenzumschaltbaren oder frequenzabstimmbaren Mikrowellensystems, insbesondere mit Frequenzen oberhalb 35GHz können vorteilhafterweise freqeunzabhängige Depolarisationseffekte in der Auswertung ausgenutzt werden.

Das Mikrowellensystem wird für vorausschauende Straßenzustandserkennung vorzugsweise im vorderen Bereich, z.B. im Stoßstangenbereich eines Fahrzeugs montiert. Das zur Fahrbahnzustandserkennung eingesetzte Mikrowellensystem kann auch vorteilhafterweise für weitere Messungen, insbesondere als Geschwindigkeitssensor und/oder als Teil eines Radarsystems eingesetzt sein.

Die Auswertung der Straßenzustandserkennung kann in an sich bekannter Weise zu einer optischen/akustischen Signalisierung an den Fahrer und/oder auch einen automatischen Eingriff in den Betrieb des Fahrzeugs, beispielsweise in Form einer Geschwindigkeitsbegrenzung herangezogen werden.

Neben der Anordnung in einem Fahrzeug ist auch eine stationäre Anordnung zur Überwachung des Fahrbahnzustandes möglich, wobei als Fahrbahn auch das Rollfeld eines Flughafens verstanden werden kann. Auch im stationären Betrieb ist ein kombinierter Einsatz des Mikrowellensystem für weitere Meßzwecke neben der Fahrbahnzustandserkennung vorteilhaft.


Anspruch[de]
  1. Anordnung zur Erkennung des Zustands einer Fahrbahnoberfläche mit einem Mikrowellen-Sende-Empfangs-System und einem Infrarot-Sende-Empfangs-System und mit Einrichtungen zur Verknüpfung der aus den beiden Systemen entnehmbaren Aussagen über Eigenschaften der Fahrbahnoberfläche, dadurch gekennzeichnet, daß das Mikrowellen-System im Sende und/oder im Empfangsfall polarisationsselektiv ist und Depolarisationseigenschaften des ausgeleuchteten Fahbahnbereichs bestimmt.
  2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Mikrowellen-System zirkular polarisierte Sendesignale emittiert.
  3. Anordnung nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Mikrowellen-System die vollständige Streumatrix des ausgeleuchteten Fahrbahnabschnitts bestimmt.
  4. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß Sender und Empfänger des Mikrowellen-Systems bistatisch angeordnet sind.
  5. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß Sender und Empfänger monostatisch angeordnet sind.
  6. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß für das Mikrowellen-System mehrere Sendefrequenzen einstellbar sind.






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