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Dokumentenidentifikation DE69503022T2 17.12.1998
EP-Veröffentlichungsnummer 0715014
Titel Schussfadenschmiervorrichtung für Webmaschinen
Anmelder L.G.L. Electronics S.p.A., Bergamo, IT
Erfinder Zenoni, Pietro, I-24026 Leffe (Province of Bergamo), IT
Vertreter Hagemann, Braun & Held, 81675 München
DE-Aktenzeichen 69503022
Vertragsstaaten BE, CH, DE, LI, SE
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 27.11.1995
EP-Aktenzeichen 951186303
EP-Offenlegungsdatum 05.06.1996
EP date of grant 17.06.1998
Veröffentlichungstag im Patentblatt 17.12.1998
IPC-Hauptklasse D06B 1/12
IPC-Nebenklasse D03J 1/04   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Schmieren des Schußfadens für Webmaschinen bzw. Webstühle.

Es ist bekannt, daß bei Rochgeschwindigkeits-Webverfahren, die mit modernen schützenlosen Luftdüsenwebstühlen, Webstühlen mit Schützenantrieb und dergleichen durchgeführt werden, der Schußfaden durch eine Schußfaden-Vorspeiseeinrichtung, die zwischen die Spule und den Webstuhl gesetzt ist und eine Fadenreserve in Form von Windungen, die sich auf Anforderung des Webstuhls von der Speiseeinrichtung abwickeln, anhäuft, von der Spule abgewickelt wird.

In vielen Fällen ist es zum Erreichen einer perfekten Einführung des Schußfadens zwischen die Kettfäden aufgrund der hohen Schlagraten des Webstuhls notwendig, den Schußfaden zu schmieren, um die Gleitreibung des Schußfadens auf den Kettfäden zu eliminieren oder zumindest zu reduzieren. Ein Beispiel einer Schmiervorrichtung, die zu diesem Zweck verwendet wird, ist in der EP-A-340 746 offenbart. Das Schmieren des Schußfadens ermäglicht es auch, einen Faden zu erhalten, der gleichmäßiger ist und folglich besser verarbeitet werden kann, in geringerem Maße einem Festfressen und damit einem Reißen unterliegt und auch leichter von der Vorspeiseeinrichtung gehandhabt werden kann, da ein Schmieren im allgemeinen das Gleiten erleichtert und plötzliche Variationen der Gleit geschwindigkeit, die durch lokale Reibungsvariationen verursacht werden, vermindert. Normalerweise wird der Faden, wenn er von der Spule abgenommen wird, um sofort versponnen zu werden, mit Pflanzenölen oder Ölmischungen niedriger Viskosität geschmiert, und die Behandlung muß so ausgeführt werden, daß eine gleichmäßige Schmierung trotz der Fadenabwicklungsgeschwindigkeit sichergestellt wird, wobei sowohl übermäßige als auch unzureichende Imprägnierung vermieden wird.

Das Hauptziel der vorliegenden Erfindung ist es, eine Schmiervorrichtung bereitzustellen, die auf industrieller Ebene und ohne den Einsatz von Arbeitskräften das Schmieren des Schußfadens, wenn er von der Spule mit den vorstehend erwähnten einheitlichen Behandlungsverfahren abgenommen wird, ungeachtet der Abwicklungsgeschwindigkeit des Fadens und eines Anhaltens desselben bewirken kann.

Eine andere Aufgabe der Erfindung ist es, eine Schmiervorrichtung bereitzustellen, die eine extrem vereinfachte Struktur aufweist, beim Betrieb äußerst zuverlässig und ökonomisch vorteilhaft ist.

Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist es, eine Schmiervorrichtung bereitzustellen, die nur ein gelegentliches Überwachen erfordert, das im wesentlichen darauf abzielt, lediglich den Füllstand der Schmierflüssigkeit wiederherzustellen.

Gemäß der vorliegenden Erfindung werden dieses Ziel, diese wichtigen Aufgabe und andere, die nachstehend deutlicher werden, mit einer Schußfaden-Schmiervorrichtung mit den spezifischen Merkmalen, die in den beigefügten Ansprüchen gegeben sind, erreicht bzw. erfüllt.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung wird im wesentlichen von einem Behälter zum Halten der Schmierflüssigkeit gebildet, in die ein Streifen aus einem schwammigen Material, wie z.B. Filz oder dergleichen, eingetaucht ist. Durch Kapillarwirkung wird der Streifen mit der Flüssigkeit imprägniert. Dieser Streifen, der eine angemessene Breite aufweist, beispielsweise zwischen 100 und 150 mm, ist um eine sich nicht drehende Tragwalze gewickelt, die einen zylindrischen Sektor aufweist, der in bezug auf die Oberfläche eines Deckels des Behälters vorsteht, so daß ein jeweiliger Abschnitt des Streifens, der wie ein zylindrischer Sektor geformt ist und mit Schmiermittel imprägniert ist, in bezug auf die Oberfläche des Deckels entsprechend vorsteht und freigelegt ist.

Der zu schmierende Schußfaden wird dazu gebracht, auf dem Zylindersektorabschnitt oder dem freigelegten Abschnitt des Streifens aus Filz oder dergleichen zu gleiten. Eine Führungsbuchse, die sich quer zur Fadengleitrichtung mit einer hin- und hergehenden Bewegung, die durch eine motorisierte Schraube erteilt wird, bewegen kann, bewegt den Faden zyklisch von einem Ende des Streifenabschnitts zum anderen, so daß seine gesamte imprägnierte Oberfläche genutzt wird. Die Tragwalze unterliegt manuellen Winkelbewegungen, die durch einen externen Knopf erteilt werden und den Zweck haben, die freigelegte Oberfläche des Filzstreifens zu ersetzen, wenn sie Zeichen der Abnutzung zeigt.

Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung, die darauf abzielt, die Vorrichtung dadurch zu vereinfachen, daß ihre Motorisierung vermieden wird, wird die zyklische Bewe gung zum Verschieben des Fadens vom einen Ende des freigelegten Abschnitts des imprägnierten Streifens zum anderen durch den sogenannten "Ballon" erzeugt, den der Faden durch die Abwicklung von der Spule bildet. In diesem Fall ist die Führungsbuchse eliminiert und durch einen einfachen Fadenführungsschlitz ersetzt.

Die Merkmale, Zwecke und Vorteile der erfindungsgemäßen Vorrichtung werden aus der folgenden detaillierten Beschreibung und mit Bezug auf die beigefügten Zeichnungen deutlich, die als nicht beschränkendes Beispiel gegeben werden und in denen:

Figur 1 eine perspektivische Ansicht der Schmiervorrichtung gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist;

Figur 2 eine Seitenansicht der Vorrichtung von Figur 1 im Teilschnitt ist;

Figur 3 eine perspektivische Ansicht, ähnlich Figur 1, ist, die eine andere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung zeigt.

Mit Bezug auf die Figuren 1 und 2 weist die Schmiervorrichtung 10 einen parallelepipedförmigen Behälter 11 zum Halten der Schmierflüssigkeit 12 auf, die auf bekannte Weise aus einem Pflanzenöl niedriger Viskosität oder einer Ölmischung besteht. Ein Streifen 13 aus Filz oder einem anderen schwammigen Material, das durch Kapillarwirkung absorbieren kann, ist in der Masse der Schmierflüssigkeit 12 untergetaucht und hat eine Breite von beispielsweise 150 bis 200 mm. Eines seiner Enden steht über einen Deckel 14 des Behälters 11 hinaus vor, um teilweise um einen Träger 15 gewickelt zu sein, der wie eine zylindrische Walze geformt ist, starr an den Deckel gekoppelt ist und Winkelbewegungen, vorzugsweise stufenweise, ausführen kann, die manuell durch einen Knopf 16 erteilt werden.

Die Walze 15 weist einen zylindrischen Abschnitt auf, der von einer Öffnung des Deckels 14 aus über die Oberfläche des Deckels hinaus vorsteht, so daß ein jeweiliger zylindrischer Abschnitt 13a des Streifens 13, der mit Schmiermittel imprägniert ist, entsprechend über den Deckel hinaus vorsteht und freigelegt ist. Zwei Lippen 17, die vorzugsweise aus einem Elastomermaterial gemacht sind, bedecken die Spalte zwischen dem Streifen 13 und dem Deckel 14, um das Eindringen von Staub, Flusen und dergleichen in den Behälter 11 zu verhindem. Der Faden F, der direkt von der Spule abgewickelt wird, wird dazu veranlaßt, mit einem geringen Kontaktdruck auf dem freigelegten Abschnitt 13a des Streifens 13 aus Filz zu gleiten. Eine Buchse 18, die hin- und herbewegt werden kann, führt den Eingang des Fadens in die Vorrichtung und bewegt den Faden zyklisch quer zu seiner Gleitrichtung von einem Ende des freigelegten Abschnitts 13a des Filzstreifens 13 zum anderen, so daß die gesamte imprägnierte Oberfläche des Streifens genutzt wird. Ein fadenführender Schlitz 19 ist am Ausgang der Vorrichtung angeordnet.

Zu diesem Zweck ist die Buchse 18 mit einem ortsfesten Innengewinde versehen, mit dem eine Schraube 20 mit einem entsprechenden Gewinde in Eingriff steht. Die Schraube wird durch einen reversiblen Elektromotor 21, der durch (nicht gezeigte) Begrenzungsschalter, die beispielsweise auf ein elektrisches Eingangssignal ansprechen, gesteuert wird, gedreht. Die Drehung der Tragwalze 15 ermöglicht es, die freigelegte Oberfläche 13a des Filzstreifens periodisch auszutauschen, wenn sie Zeichen der Abnutzung zeigt.

Die Ausführungsform von Figur 3, in der ähnliche oder entsprechende Teile mit derselben Bezugsziffer gekennzeichnet sind, unterscheidet sich insofern, als die Buchse 18 mit dem entsprechenden kinematischen System und dem Antriebsmotor 20 und 21 zugunsten einer größeren Einfachheit weggelassen wurden. In diesem Fall wird die zyklische Querbewegung des Fadens durch den sogenannten Faden-"Ballon" erzeugt, d.h. durch die Drehung, die der Faden bei der Abwicklung um die Spule R herum ausführt, wobei er zyklisch einander diametral gegenüberliegende Punkte passiert, wie z.B. A und B, und sich von einer Seite der Spule zur anderen bewegt.

Ein zweiter fadenführender Schlitz 22 ist ebenfalls am Einlaß der Vorrichtung 10 anstelle der Buchse 18 vorgesehen, um die Querbewegung des Fadens zu kontrollieren und ihn in Kontakt mit dem Abschnitt 13a des Streifens 13 zu halten.

Die Ausführungsdetails und die Ausführungsformen können natürlich, ohne das Konzept der Erfindung zu verändern, in breitem Rahmen in bezug auf das, was beschrieben wurde und mittels eines nicht beschränkenden Beispiels veranschaulicht wurde, variieren, ohne dadurch die durch die beigefügten Ansprüche definierte Erfindung zu verlassen.


Anspruch[de]

1. Vorrichtung (10) zum Schmieren des Schußfadens (F) für Webmaschinen, welche einen Behälter (11) zum Halten der Schmierflüssigkeit (12), der durch einen Deckel (14) verschlossen ist, einen Streifen (13) aus Filz oder dergleichen, der in dem Behälter untergetaucht ist und durch Kapillarwirkung mit der Flüssigkeit imprägniert ist, aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß ein Ende des Streifens (13) vom Deckel des Behälters (11) aus vorsteht und um einen zylindrischen Träger (15) gewickelt ist, so daß ein jeweiliger Abschnitt (13a) des Streifens (13), der wie ein Zylindersektor geformt ist und mit Schmierflüssigkeit imprägniert ist, in bezug auf die Oberfläche des Deckels (14) vorsteht und freigelegt ist, und dadurch, daß der zu schmierende Schußfaden dazu gebracht wird, auf dem freiliegenden Abschnitt (13a) des Streifens zu gleiten, wobei Mittel (18, 19) zum Führen des Fadens (F) und zum Erzeugen einer zyklischen Querbewegung desselben von einem Ende des freigelegten Abschnitts (13a) zum anderen vorgesehen sind.

2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie eine fadenführende Buchse (18), die mit einer hin- und hergehenden Querbewegung angetrieben wird und am Einlaß der Vorrichtung angeordnet ist, und einen fadenführenden Schlitz (19), der am Auslaß angeordnet ist, aufweist.

3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die fadenführende Buchse (18) mit einem Innengewinde versehen ist, das mit einer Schraube (20) in Eingriff steht, welche durch einen durch Begrenzungsschalter gesteuerten reversiblen Elektromotor (21) in entgegengesetzte Richtungen gedreht wird.

4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der zylindrische Träger (15) des Streifens (13) aus Filz oder dergleichen von einer Walze gebildet wird, die drehbar mit dem Deckel (14) des Behälters (11) gekoppelt ist und Winkelbewegungen ausführen kann, die durch einen Knopf (16) manuell erteilt werden und die dafür ausgelegt sind, den freigelegten Abschnitt (13a) des Streifens (13) zu ersetzen, wenn er abgenutzt ist.

5. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die zyklische Querbewegung des Fadens (F) auf dem freigelegten Abschnitt (13a) des Streifens (13) durch die Drehung des Fadens um die Spule (R) bei der Abwicklung erzeugt wird, und dadurch, daß die Querverschiebung durch einen zweiten fadenführenden Schlitz (22) gesteuert wird, der sich am Einlaß der Vorrichtung befindet und auch dafür ausgelegt ist, den Faden in Kontakt mit dem freigelegten Abschnitt (13a) des Streifens (13) zu halten.







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